Dänemark – Färöer – Juli 2021

Im Juni stellten Onni und Wickie fest, dass Miri und ich noch ein paar Tage Urlaub haben, der noch nicht verplant war. Die Zelte müssten auch mal wieder raus an die frische Luft. Ein paar Kurzmitteilungen später war ein Zeitraum im Juli gefunden an dem es weg gehen könnte.

Nur wohin? Durch die Pandemie war nicht jedes Urlaubsziel ohne Einschränkung vor Ort oder nach der Rückreise in die Auswahl gekommen. Da wir jedoch genügen Ideen für Reiseziele hatten und immer noch haben, hat sich auch ein Ziel schnell gefunden. Die Färöer, hoch im Norden sollten es werden. Das Hauptland Dänemark war bereisbar und die Färöer ebenfalls. Lediglich bei Einreise ist ein PCR-Test Pflicht gewesen.

Es gibt viele die bei den Färöern an den Walfang denken, aber die Inselgruppe hat noch so viel mehr zu bieten. Zumal als Tourist vom Walfang nicht unbedingt etwas mit zu bekommen ist, wenn es nicht durch Zufall genau an dem Küstenabschnitt stattfindet an dem man selbst gerade ist. Ach ja, die Färöer sind eine autonome Region Dänemarks und gehören nicht der EU an. Daher ist der Walfang dort erlaubt. Es gelten aber auch die nicht EU Zollvorschriften. Auf Dauer wird sich das Thema Walfang von selbst erledigen durch die hohe Konzentration an Schadstoffen in den Tieren und die damit einhergehende gesundheitliche Belastung der Menschen.

Kommen wir wieder zu erfreulicherem….

Erfreulich war, dass die Suche nach möglichen Wander- und Ausflugstouren genauso wie nach Campingplätzen sich ziemlich einfach gestaltete. Auch das Buchen von Flug und zum Teil der Unterkünfte war schnell erledigt. Achtung: Die Mietwagenpreise haben es in sich!

So hieß es dann nur noch Warten auf den Reisebeginn.


22. Juli – Anreise

An diesem Tag sollte es also los gehen in den Norden. Wir trafen uns dazu am Flughafen in Frankfurt. Nach dem Einchecken gönnten wir uns erst einmal einen Latte Macchiato und eine Kleinigkeit zum Frühstück. Bis zum Abflug war ja noch genügend Zeit.

Der Flug führte uns mit einem Zwischenaufenthalt in Kopenhagen von Frankfurt auf die Färöer. Dort angekommen hieß es erst einmal das Gepäck in Empfang nehmen. Danach kam man zwar aus dem Flughafen heraus jedoch durch eine Absperrung geführt direkt zu einem Zelt für die PCR-Tests. Alles war vorbereitet und durch die vorherige Anmeldung und Bezahlung war nur noch die Identifikation nötig um den Abstrich vornehmen zu lassen. Ruckzuck waren wir wieder aus dem Zelt und auf uns gestellt.

Jetzt hieß es den Schlüssel zum Mietwagen zu holen. Dazu muss man in das Nebengebäude und dort im Eingangsbereich zu einem großen blauen Kasten. Hier eine Taste drücken und anschließen einen Button in der e-mail der auf eine Webseite mit einem Button führt. Vor dem Kasten hatte ich dann aber kein WLAN mehr! Zuerst bin ich in das Gebäude um zu schauen ob es noch einen Schalter gibt – Fehlanzeige. Also raus aus dem Gebäude, denn dort war WLAN Empfang vorhanden. Die Webseite geöffnet und langsam wieder in den Vorraum Richtung Schlüsselkasten. Mit dem letzten Strich der WLAN-Verbindung dann den Button auf der Webseite gedrückt. Danach öffnete sich an dem blauen Kasten ein kleines Türchen, hinter dem sich der Schlüssel und eine Mini-Anleitung zum Standort des Autos auf dem Parkplatz befand. Glück gehabt, ist Roaming hier doch recht teuer. Da wir den Mietwagen mit WLAN geordert hatten, brauchten wir keine lokale SIM-Karte und hatten dennoch einen Internetzugang.

Nun folgte eine kurze Fahrt zu unserer Lodge in Sørvágur. Für die erste Nacht haben wir uns eine feste Unterkunft ausgesucht, da man bis zum Erhalten des PCR-Testergebnisses in eine Quarantäne muss. Die Lodges waren neu, direkt am Wasser und über einen Steg der gleichzeitig eine Terrasse darstellte zu erreichen. An der Seite der ersten Lodge waren vier Kästchen mit Codes wie man sie z. B. von Fahrradschlössern kennt. Lodge vier sollte unsere sein und den Code dafür hatten wir per e-mail mitgeteilt bekommen. Also schön die Rädchen gedreht und … kein Schlüssel. Dafür ein Zettelchen in deutlichem Grün. Uns wurde mitgeteilt, dass das Schloss von Lodge 4 defekt ist und wir daher Lodge 2 bekommen. Der Code dafür ist XXXX. Also den Code beim zweiten Kästchen eingegeben und … ein Schlüssel. 😀 Damit ging es dann zur Lodge und in die Quarantäne. Die Lodge war richtige neu, alles roch noch deutlich nach Holz.

In unserem Gepäck befand sich ein wenig Proviant, sodass wir uns nachmittags ohne Probleme einen Kaffee machten und auf der Terrasse/Steg in der Sonne genießen konnten. Am späten Nachmittag bin ich zum Dorfladen etwas für das Abendessen und das nächste Frühstück einkaufen. Da ich bereits geimpft war, war dies trotz Quarantäne gestattet. Im Dorfladen hatte ich nur ganz kurz die Maske benutzt. Hier war eine andere Welt! Desinfektionsmittel stand bereit, aber Abstand oder Maske waren auf den Färöern nicht bekannt.

Was wir uns die ganze Zeit fragten ist, wie die Bezahlung der Ladge abläuft. Das Rätsel löste sich gegen 21:00 Uhr als die Besitzerin mit einem Kartenlesegerät vorbei kam.

Über Nacht kam dann die SMS, dass alle im Flugzeug negativ getestet wurden. Somit war die Quarantäne offiziell beendet.


23. Juli

Die Nacht über hatte ich gut geschlafen und nach dem Wachwerden festgestellt, dass Miri nicht da ist. Sie hatte sich bereits angezogen und saß im Freien vor der Lodge die Seeluft genießen. Nachdem wir nun beide wach waren, machten wir uns ein reichliches Frühstück bevor es an das Packen ging. Ursprünglich wollten wir zwei Tage in der Lodge verbringen, aufgrund einer Überbuchung war dann nur ein Tag möglich.

Die Taschen kamen ins Auto und dann ging es zu Fuß zu einem kleinen Laden, eine Gaskartusche für den Campingkocher kaufen. Nun folgte eine Fahrt in nördlicher Richtung. Nicht allzu weit weg war unser Ausgangspunkt für die erste Tour. Kurz vor dem Beginn eines Tunnels suchten wir dazu einen Parkplatz und sind dann zuerst entgegen der eigentlichen Wanderroute auf die andere Straßenseite – waren dort doch einige Hochlandrinder zu sehen.

Nun aber ging es los zur Wanderung. Richtung Küste, den grasbewachsenen Hügel hoch und an der Küste entlang. Auf diesem Abschnitt hatten wir direkt Blick auf die Nachbarinsel Mykines, auf die es an einem anderen Tag noch gehen sollte. Sie war immer zur Hälfte in Wolken getaucht. So ging es weiter, bis wir zum höchsten Punkt kamen, von dem wir unser Ziel das Dörfchen Gásadalur und den bekannten Wasserfall davor sahen. Von hier an ging es hinab zum Wasserfall Múlafossur.

Im Dörfchen Gásadalur haben wir das einzige Café für eine Pause aufgesucht. Schlicht, aber dennoch gemütlich eingerichtet genossen, wir unseren Kaffee. Im Café ist an der Decke eine nicht zu übersehende Stange an der Decke, die an einem Ende eine Seilwinde mit einem großen Haken hat. Nach Rückfrage bei den Mädels, die uns bedienten, wurde klar, dass dies hier nicht das ganze Jahr ein Café ist. Zum einen werden hier Video-Abende veranstaltet und dafür ist eine große Leinwand vorhanden. Es wird aber auch, und dazu ist die Stange da, als Schlachthaus verwendet.

Auf dem selben Weg, den wir nach Gásadalur gegangen sind, ging es wieder zurück.

Die anschießende Autofahrt brachte uns zu unserem ersten Campingplatz. Dies war ein kleiner Abschnitt, der zum Hostel Giljanes gehört. Praktisch ist, dass man hier die Räume des Hotels, vor allem den Aufenthaltsraum, mit nutzen darf. Es gibt hier keine Rezeption. stattdessen steht im Eingangsflur auf einem Tisch ein Telefon, über das Christian, der Besitzer, zu erreichen ist. Er sagt einem dann, wo man das Zelt aufbauen soll. So haben wir es dann auch gemacht. Das Essen zum Abend hatten wir im Freien bei den Zelten zubereitet und gegessen. Später sind wir zu einem Tee in den gemütlichen Aufenthaltsraum. Am Abend kam dann auch Christian vorbei. Hielt hier und da ein Schwätzchen und kassierte nebenbei die Neuen wie uns ab. Völlig relaxt.


24. Juli

Die erste Zeltnacht lag hinter uns, mit einem erholsamen Schlaf. Das Frühstück (Porridge und Kaffee) gab es im Freien an einer Bank vor den Zelten. Die Übernachtung bei Giljanes war eingeschoben, da wie bereits erwähnt, die Lodge überbucht war und wir deshalb eine Ausweichmöglichkeit für die zweite Nacht benötigten. Das hieß aber auch, dass wir an diesem Tag nach dem Ausflug bereits zum Campingplatz in die Inselhauptstadt Torshavn wechselten. Somit mussten wir die Zelte wieder abbauen. Das geht bei unseren Zelten ja fix.

Die Fahrt heute führte uns an den Hafen von Sørvágur. Zuvor hatten wir online die Fähre sowie die Wanderpermits geordert und bezahlt. Nach der Wettervorhersage sollte es sonnig mit blauem Himmel und einem lauen Lüftchen werden. Ähm, ja….

Zu Beginn der Fährfahrt war es bewölkt und zwischendurch kam manchmal die Sonne hervor. Wir näherten uns Mykines, unserem Ziel das fast völlig in den Wolken lag. Es wurde auch windiger. Somit ist die Ankunft am kleinen Hafen von Mykines durch den Wellengang interessant geworden. Von hier geht es erst einmal den Berg hoch und bis zum einzigen Ort der Insel und kurz davor weiter den Berghang hoch bis fast zur Klippe.

Wettervorhersagen, war uns nun klar, sind etwas, das nicht unbedingt auf den Färöern so genau zu nehmen ist. Stark bewölkt, neblig und starker böiger Wind – fast Sturm war die Realität. Was soll’s, wenn man schon da ist! So ging es in der Nähe der Klippe an dieser entlang bis kurz vor einer Erhöhung, auf der man kaum noch gerade laufen konnte und wir daher hier kehrt machten. Die Westküste, welche mit einer Brücke zu erreichen war, lag somit außerhalb dessen wir gehen konnten. Pech oder auch nicht: Die Brücke war zu dieser Zeit gesperrt und viel weiter hätten wir nicht gehen können. Damit war aber eigentlich auch unser Wanderpermit für Mykines überflüssig geworden. Dennoch haben wir auf dem Weg an der Klippe einige Papageientaucher gesehen und auch fotografieren können.

Ein wenig Schutz suchend, sind wir anschließend in das Dörfchen gegangen und haben uns mit fast allen Anderen, die mit der Fähre kamen, im einzigsten Café getroffen. Eng und gesellig. Es gab warmen Kakao und da es Mittagszeit war auch eine hausgemachte Fischsuppe, die zu empfehlen ist.

Bis zur Fähre zurück war noch reichlich Zeit, weshalb wir eine kleine Wanderung in die entgegensetzte Richtung wie zuvor unternommen haben, um nochmals für einen Kakao einzukehren, bis es dann Zeit war, um zum Hafen zu gehen. Oberhalb der Bucht, in der der Hafen ist, sind in den Felsen viele verschiedene Seevögel zu sehen, womit das Warten auf die Fähre kurzweilig wird.

Zurück auf Sørvagár, fuhren wir dann östlich zur nächsten Insel, auf der Torshavn liegt, um den Campingplatz aufzusuchen. Dieser liegt etwas außerhalb der Stadt, direkt am Meer, jedoch etwas oberhalb. Da wir diesen vorab gebucht und bezahlt hatten, war die Anmeldung schnell erledigt. Die Zelte bauten wir auf der Zeltwiese hinter dem Hauptgebäude auf, welches ein wenig Schutz vor der Straße bot. Das Abendessen machten wir uns auf einer Bank mit Blick auf das Meer.


25. Juli

Morgens, früh wach geworden, breiteten wir uns auf einer Tisch-Bank-Kombinationen aus, um dort zu frühstücken. Gestärkt ging es dann mit dem Auto in den Norden der Insel. Der höchste Berg der Färöer war unser heutiges Ziel – der Slættardindur. Dazu fährt man auf einer kleinen kurvigen Straße schon einige Höhenmeter nach oben. Am Wanderparkplatz hat man morgens auch noch freie Wahl. Hier war es klar, während unter uns Nebel umherzog und das Plateau des Berges ebenfalls im Nebel lag.

Je höher wir auf dem Anfangs gut sichtbaren Weg wanderten, desto nebliger wurde es. Zum Teil war der Weg nur noch zu erahnen. Am Fuße des Plateaus wurde es dann wieder klar, was uns bei der Suche nach dem letzten Wegstück auf das Plateau gelegen kam. Oben angekommen, war nur eine kleine Gruppe dort, die Rast machte. So genossen wir zuerst den Ausblick von oben. Da die andere Gruppe sich gerade aufmachte für den Weg zurück, hatten wir für unsere Rast das Plateau nun ganz alleine. 😀

Wie wir uns bereit machten für den Abstieg, kam eine neue Gruppe herauf. Allerdings zog nun auch Nebel auf dem Plateau auf und ließ es langsam im Nebel verschwinden. Auf dem Weg runter sind uns einige Wanderer entgegengekommen. Am Auto angekommen, war der Parkplatz voll. Hier jedoch war wieder alles klar und teils sonnig. Wir hatten somit wohl die beste Zeit für unsere Tour gehabt.

Da die Wanderung nicht besonders lang war, hatten wir uns überlegt, in das nahe gelegene Dörfchen Gjogv zu fahren. Gesagt, getan. Dort war es sonnig und das vermutlich ganze Dorf traf sich an zwei Seen eines Bachlaufes im Ort zum Sonnen und Baden. Wir sind weiter bis zum alten Hafen, um dort ein paar Bilder zu machen, aber auch da es dort ein kleines Café gab. Zum Kaffee haben wir uns eine Waffel mit typischer regionaler Rhabarbermarmelade gegönnt und im T-Shirt in der Sonne gebadet.

Danach sind wir nach Westen zur nächsten Insel in die alte Siedlung Saksun gefahren, um uns diese an zu sehen. Für eine Wanderung bot sich kein vernünftiger Weg an, der zeitlich gepasst hätte. So sind wir dort um die Häuser gelaufen und haben die Aussicht genossen. Die Rückfahrt zum Campingplatz war ebenfalls sonnig und somit eine Sightseeing fahrt gewesen.

Das Abendessen war wieder an der frischen Luft und danach sind wir noch für eine kurze Zeit in den Aufenthaltsraum, bevor wir uns in die Zelte verkrochen. Nachts kam dann noch eine Gruppe Motorradfahrer was eigentlich kein Problem ist, wenn nicht einer unbedingt mit seinem Motorrad über die Zeltwiese gefahren wäre. 😖


26. Juli

Heute sollte es sehr entspannt werden, auch da wir wieder den Campingplatz wechselten und am neuen Campingplatz keine Reservierungen für die kleine Zeltwiese möglich war (ist). Was bedeutet, dass man früh dort sein sollte.

So haben wir nach dem Frühstück alles gepackt und in das Auto gelegt, das dann auf dem Campingplatz in Torshavn blieb. Wir sind zu Fuß in die Innenstadt und von dort gemütlich durch zwei Gebiete des alten Torshavn geschlendert. Im ersten und größeren Gebiet gibt es viele der ursprünglichen schwarzen Gebäude. Dieser Bereich nennt sich Gamla Stan, also Altstadt. Von dort ging es direkt über nach Tinganes. Hier wurde früher Recht gesprochen und selbst heute sind dort noch hoheitliche Ämter in den Gebäuden untergebracht. Man erkennt diesen Bereich sofort an den roten Gebäuden, das dies ein eigenständiger Ortsbereich ist.

Da es nun schon Mittag war, entschlossen wir uns zu einer Pause am Hafen, um etwas zu essen und zu trinken.

Von hier sind wir gemütlich zum Campingplatz zurück und dann weiter mit dem Auto zur nächsten Insel. Es gibt zwar in der Nähe von Torshavn einen Tunnel zur Nachbarinsel, wir entschieden uns jedoch den längeren Weg über eine nördlich gelegene Brücke zu nehmen, um so noch ein wenig mehr von den Färöern sehen zu können.

In Saltangará machten wir halt um Nahrungs-mittel für die nächsten Tage einzukaufen. Es war früher Nachmittag und wir hatten Zeit weshalb wir auf einen Latte Macchiato in ein Café sind bevor es weiter ging.

Von dort war es nicht mehr so weit bis zum Campingplatz in Æduvik. Der Campingplatz liegt am Ende von Æduvik und damit am Ende der Straße – gefühlt am Ende der Welt. Hier angekommen, wussten wir erst gar nicht, wo wir uns anmelden können. Die einzige erkennbare Zeltwiese ist hinter dem Hauptgebäude und es war nur ein Zelt dort. Wir entschlossen uns unsere Zelte in einer Ecke aufzubauen. Später wurde uns dann von einem Herrn auf Nachfrage erklärt, wie das mit der Anmeldung und dem Bezahlen vor sich geht. Ganz einfach! Im Aufenthaltsraum gibt es einen Briefkasten und darauf sind Briefumschläge. Hier schreibt man das Kennzeichen des Autos und die Anzahl der Zelte und der Nächte auf. Das Geld dazu in den Umschlag und rein in den Briefkasten. Fertig.

Das Abendessen hatten wir später dann an einem leicht baufälligen Tisch im Freien zubereitet und gegessen. Als es dunkel wurde, sind wir dann doch noch in den Aufenthaltsraum. Kurz vorher hatten wir schon mit dem Pärchen aus Frankreich gesprochen, deren Zelt alleine bei unserer Ankunft auf der Wiese stand. Während wir uns unterhielten, bereiteten diese ihr Essen vor. Den Teig für die Pizza hatten sie am Morgen vorbereitet und in der Küche auf eine Schrank gestellt, damit er gehen kann. Alles für die Pizza, auch die Soße, wurde frisch gemacht. Essen wie Gott in Frankreich – da war hier nachvollziehbar, woher der Spruch kommt. Abgesehen davon, waren es sehr nette Gesprächspartner.


27. Juli

Der Nordosten war das Ziel für eine Tour an diesem Tag. Sämtliche Wettervorhersagen zeigten kein besonders gutes Wetter für die Region an. Dennoch sind wir los nach Vidoy, hatten wir doch schon die Erfahrung gemacht, dass der Wettervorhersage nur bedingt zu trauen ist. Auf dem Weg wurde es nicht wirklich besser und blieb gleichmäßig bewölkt. Solange es nicht regnet, würde uns das nicht von einer Wanderung abhalten.

Hinter Klaksvik fuhren wir zuerst an der Küste entlang und dann bei Anirnar nach Osten Richtung Norotoftir, um auf die Ostseite der Insel Bordoy zu gelangen. Auf der Landkarte ist dies eine Straße mit zwei längeren geraden Tunneln. Tunnel sind hier ja nichts ungewöhnliches. Aber dann… Kurz nach dem Abbiegen, standen wir an einer Ampel vor dem ersten Tunnel. Wie sich hier zeigte, ist der Tunnel nur einspurig. Als es grün wurde, ging es dann los in den Tunnel. So angespannt gefahren bin ich seltenst wie auf dem folgenden Abschnitt. Die Fahrspur war nur etwas breiter wie der Mietwagen und auf beiden Seiten mit Pfosten begrenzt. Dadurch das der Tunnel komplett aus Naturstein ist schluckt dieser fast das gesamte Licht des Autos und die Straße, welche in Wellen verlief machte es zusätzlich nicht einfacher. Da der Tunnel länger ist dauerte es bis das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen war. Ein Aufatmen, war doch das Ende dieses anstrengenden Teils zu sehen. Raus ging es aus dem Tunnel und in eine Linkskurve, nur um dann in einen zweiten ähnlichen Tunnel zu fahren. Puh. Irgendwann waren wir dann auf der Ostseite der Insel und kurz darauf auf der nächsten Insel am Ausgangspunkt unserer Wanderung. Leider war es hier nicht nur bewölkt, sondern auch sehr nebelig weshalb wir beschlossen, die Wanderung nicht anzugehen.

So ging es dann bis Klaksvik wieder zurück und somit wieder durch die beiden Tunnel. Nun waren wir die ersten im Tunnel und mit Fernlicht war es schon entspannter und so langsam stellte sich auch eine entspanntere Fahrweise ein.

In Klaksvik war es zwar ebenfalls nebelig, jedoch nicht so sehr und daher beschlossen wir, dort eine Wanderung auf den Aussichtsberg Klakkur anzugehen. Die Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung führt am Ende des Ortes auf eine Schotterpiste und diese eigentlich ein gutes Stück bergauf. Aufgrund der Fahrrinnen und Löcher beschlossen wir, den Mietwagen und unsere Nerven zu schonen und haben uns einen Parkplatz am Rand der Schotterpiste gesucht, bevor der Weg nach oben ging. Von hier liefen wir zuerst den Schotterweg entlang bis zu einem kleinen See mit einer Staumauer. Ab diesem Punkt ging es dann auf einem schmalen, nicht immer eindeutig zu erkennenden, Weg hoch zum höchsten Punkt des Berges, um dort die Aussicht(!) im Nebel zu genießen. Von hier sieht man die Nachbarinsel ,getrennt durch das Meer, als würde man an einem Fluss stehen – zumindest wenn es nicht neblig ist. Wir konnten nicht mal 100 Meter weit sehen. Geschweige denn das Meer oder eines der beiden Ufer.

Nach dieser kurzen Wanderung ging es mit dem Auto wieder ein Stück zurück Richtung Campingplatz und somit auf die Insel Eysturoy. Der Weg zur nächsten Insel, nicht mehr verwunderlich, führte durch einen Tunnel. Auf Eysturoy angekommen, ging es jedoch zuerst nach Norden in das Örtchen Fuglafjørdur, um zu schauen, ob dort noch eine Wanderung möglich ist und da wir langsam Hunger bekamen, hofften wir dort was essen zu können.

Im Ort parkten wir etwas oberhalb in der Nähe des Sportplatzes. Von hier kann man an einem kleinen Bachlauf nach oben in das Hinterland laufen. Ein paar Meter sind wir gegangen, da aber abzusehen war, dass der Nebel sich nicht lichten wird, drehten wir um. Unten im Ort hatten wir im einzigen offenen Restaurant gegessen und sind dann zurück zum Auto.

Es war noch früher Nachmittag und so schauten wir, was wir noch unternehmen könnten. Miri sah in der Karte etwas von einem Festplatz an einem Sandstrand in Sydrugøta. Festplatz klang etwas merk-würdig, aber einen Sandstrand auf den Färöern – das konnten wir uns nicht entgehen lassen und es lag auch noch auf dem Weg zum Campingplatz. Also hin. Ein kleines Dorf, an dessen Rand wir parkten und das zuerst unscheinbar wirkte. Wie wir in Richtung Dorfzentrum liefen, erblickten wir schon den Sandstrand, den wir direkt ansteuerten. Das Schöne dort ist, dass in der Mitte vier Hängematten sind. Da es stark bewölkt war, war kaum einer dort und wir hatten damit die Hängematten für uns alleine. War schon irgendwie witzig. Vor allem als Miri meinte, sie hat da eine Idee….

Das war dann die Idee – Barfuß in’s Wasser. Geht, ist aber seeehr kalt.
Nach einiger Zeit sind wir dann weiter Richtung Süden zum Campingplatz. Vorher jedoch in Runavik in einem Café eingekehrt. Kurz hinter Runavik liegt ein See, an dem wir nun schon mehrmals vorbei sind und es uns dieses Mal nicht haben nehmen lassen, dort zu stoppen. So sind wir die Seerund gelaufen. Diese ist nicht besonders lang, jedoch sind hier sehr viele Vögel zu sehen und machen die Runde zu einem Erlebnis.

Nach der Seerund war es eine kurze Fahrt und wir waren wieder an unserem Campingplatz im Süden der Insel – gefühlt am Ende der Welt.

Durch das doch kühlere und feuchtere Wetter bereiteten wir unser Abendessen heute in der Küche zu.


28. Juli

Es stand heute wieder ein Wechsel des Campingplatzes an. So haben wir nach dem Frühstück im Freien alles gepackt und sind los nach Vagar. Das ist die Insel, auf der der Flugplatz liegt. Unser Ziel war Giljanes, wo wir schon für eine Nacht am Anfang der Reise waren. Auf dem Weg dorthin haben wir die Fahrt als Sightseeing Tour genossen und einen Abstecher zum Wasserfall Fossa genommen. Dieser mehrstufige Wasserfall ist nach Regenfällen oder einer Schneeschmelze imposant. Wir sahen ihn nur als schmalen Wasserfall. Von der Straße gibt es einen kleinen, nicht wirklich sichtbaren Wanderpfad zur höheren Ebene. Hier ist Trittsicherheit gefordert!

Die ständigen Begleiter auf der Insel – Schafe – haben wir selbstredend jederzeit erleben können. Auch als Hindernis auf der Straße.

Bei Giljanes angekommen,, riefen wir bei Christian an um uns zu vergewissern, wo wir unsere Zelte aufbauen können. Dies war fast wieder an der selbe Stelle wie beim ersten Mal. Nach dem Aufbau der Zelte kam Christian kurz vorbei um am Campingplatz und Hostel nach dem Rechten zu sehen. Er kam in Tracht, denn heute war der Vortag des Nationalfeiertages und alles ist in Tracht zur Hauptstadt. Uns war dies jedoch zu viel Trubel, gerade auch im Hinblick auf die Pandemie.

So machten wir uns anschließend auf eine beliebte Wanderung in der Nähe des Campingplatzes. Sie führt am Ufer des Sees Sørvagsvatn entlang bis zur Küste. Dort endet der See und geht in einen kleinen Fluß über, der kurz darauf in einem Wasserfall ins Meer endet.

Der Weg führt vom Parkplatz zu einem Häuschen an dem der eigentliche Wanderweg beginnt. Hier bekommt man, wenn gewünscht, einige Infos. Vor allem ist hier der Obulus für die Tour zu zahlen. Der Wanderweg danach geht ,etwas vom See entfernt, in Richtung Küste und dort einige Zeit an der Steilküste entlang. Zurück haben wir den Weg am See genommen. Irgendwann kommt dort eine kleine Hütte, hinter der es nach rechts geht. Wir sind natürlich erst einmal dort gerade vorbei und weiter am See entlang, bis es nicht mehr möglich war. Also wieder zurück. Wie wir den Weg dann an der Hütte entdeckten, sind wir diesem gefolgt. Letztlich kommt man in der Nähe der Eingangshütte wieder heraus. Bis dahin galt es jedoch aufzupassen. Von weitem hatten wir schon ein paar Highland Rinder gesehen. Wie sollte es auch anders sein, waren sie dann genau auf unserem Weg. Hier hieß es: Langsam und immer sichtbar sein. Zum Glück bewegten sich die Rinder vom Weg weg. So hatten wir dann freie Bahn für den Rest der Wanderung.

Da wir auf dem Weg zurück an einem Supermarkt vorbei kamen, hielten wir dort, um noch ein paar Vorräte einzukaufen. Wir wunderten uns schon, dass der Parkplatz so leer war. Er war leer, da der Supermarkt bereits geschlossen hatte. Die Geschäfte schließen am Vortag des Nationaltages schon zur Mittagszeit wie wir nun lernten.

Wir wollten auf alle Fälle einmal Essen gehen und sind deshalb, und da wir nicht einkaufen konnten, anschließend in das Nachbarörtchen des Campingplatzes gefahren, um nach der Speisekarte und den Öffnungszeiten des dortigen Restaurants zu sehen. Tja, auch das hatte zu und nicht vor, in den nächsten beiden Tagen zu öffnen.

Abends kochten wir uns etwas an den Zelten und sind wie es dunkler und kälter wurde auf einen Tee noch in den Gemeinschaftsraum des Hostels.


29. Juli

Wie sollte es auch anders sein als nebelig. Der Nebel zog am Vorabend auf und hat sich leider über Nacht gehalten. Es sah auch insgesamt etwas trüb aus. Christian kam an diesem Morgen früh vorbei und auch er gab keine Hoffnung auf wesentlich besseres Wetter. Was soll’s. Die Rucksäcke gepackt und auf in das Inselinnere zu einer Wanderung entlang des Fjallavatn. Dort ging es im mehr oder weniger dichten Nebel entlang der Nordseite des Sees bis zu einem Fluß. Da dieser jedoch zu tief war, um mit den Wanderschuhen trocken durchqueren zu können und wir keine Handtücher o. ä. zum trocknen der Füße dabei hatten, haben wir uns gegen eine Durchquerung entschieden und sind denselben Weg wieder zurück.

Mit den letzten Restbeständen haben wir uns ein Mittagessen gezaubert und vor dem Hostel in der Sonne gegessen. Währenddessen kam eine Nachricht bei mir ein. Es kam die Erinnerung zur Abgabe des Mietwagens, da diese schon überfällig war. Überfällig? Wir werden doch erst am nächsten Tag abreisen. Erste Überlegungen und Hektik das Nötigste zusammen zu packen, um den Mietwagen gleich abgeben zu können. Dann rief ich doch noch bei dem Mietwagenunternehmen an und erklärte, dass ich mich bei der Abgabe um einen Tag vertan habe. Es wurde sich für die Info bedankt und nach Rücksprache konnten wir den Mietwagen zu den normalen Konditionen einen weiteren Tag nutzen. Puh, Glück gehabt.

Den Nachmittag haben wir gemütlich gestaltet. Für das Abendessen und Frühstück brauchten wir jedoch noch etwas und sind so an die Tankstelle in der Nähe gefahren. Die Hoffnung war ,dass es dort einen Shop gibt, was sich zum Glück bestätigte. Groß war die Auswahl nicht, das Nötigste haben wir jedoch noch bekommen.

Es gab auch etwas Süßes und so war unser Nachmittagskaffee gerettet. Bevor es an den Nachmittagskaffee ging, hatten wir schon grob unser Gepäck für die Abreise vorbereitet und dazu kurzzeitig alles vor den Zelten ausgebreitet. Während des Kaffees haben Onni und Wickie dann eine Postkarte an ihre Mama nach Österreich geschrieben. So wie in jedem Urlaub.

Beim Abendessen haben wir ein wenig improvisieren müssen, indem wir das, was in der Hostelküche vorhanden war, mit dem Eingekauften kombiniert haben. Nun war es noch zu früh am Tag um im Zelt zu verschwinden und sind daher noch auf eine Rundfahrt unterwegs gewesen.

Zum Aufwärmen gab es danach einen Tee im Hostel. Wer immer wieder in den Aufenthaltsraum reinschaute, war der Hostelkater. Er hat seine eigenen Schälchen für Wasser und Futter in der Küche und wird von allen dort versorgt.


30. Juli – Abreise

Ein sonniger letzter Morgen begrüßte uns. Ein letztes Packen stand an, um anschließend nach Sørvagur zum Frühstück zu fahren. Direkt an der Tankstelle ist ein kleiner Shop mit Café. Dort frühstückten wir nach dem Tanken des Mietwagens.

Nun ging es langsam zum nahegelegenen Flughafen. Zuerst stand das Abgeben des Mietwagens an. Das Prozedere ist ähnlich wie bei der Abholung und vermutlich wird man dabei den Schlüssel in das Kästchen packen, das sich dann öffnet. Da wir jedoch um einen Tag verlängerten hat das nicht funktioniert mit dem Link über die e-Mail. Es gibt unter den zwei Kästen mit den Schlüsselfächern noch einen Schlitz zum Einwerfen von Schlüsseln. Den haben wir dann genutzt.

Von hier aus waren es nur noch wenige Meter bis in das Flughafengebäude und der Check In war schnell erledigt. Im Transitbereich hatten wir dann die Möglichkeit, gemütlich bei einem Kaffee und einem belegten Brötchen bis zum Abflug zu warten.

Also fast. An diesem Tag wollten wir eigentlich die Postkarte in einen Briefkasten werfen. Nur hatten wir keinen gesehen und daher war unsere Hoffnung das sich vielleicht einer am Flughafen befindet. Vor dem Check In hatten wir dann durch die Schlüsselabgabe nicht mehr daran gedacht und im Transitbereich gibt es keinen Briefkasten. Was nun? Ich fragte schließlich eine Bedienung des Bistros ob sie die frankierte Postkarte für uns in einen Briefkasten einwerfen könnte. Sie hatte damit kein Problem und die Postkarte entgegen genommen.

Der Rückflug ging wieder über Koppenhagen und verlief völlig ereignislos. 😊


Resümee

Färöer geht! 😊 Geht auch recht kurzfristig geplant. Die Infos zu den Wanderungen gibt es bei den offiziellen Stellen und der Webseite des Färöer Tourismus. Hier und da steht etwas von einer Abgabe zu Wanderwegen, eine Mautstelle haben wir allerdings nur einmal erlebt. Die Aussage „Man kann alle Jahreszeiten an einem Tag erleben“ können wir, abgesehen vom Schnee, mehrfach bestätigen. Also durchaus auch was kurzes mitnehmen. Für abends und morgens ist was warmes aber meist schon noch nötig.

Camping und Färöer geht auch. 😊 Wir hatten Drei-Jahreszeitschlafsäcke mit und lange Schlafwäsche. Die aber nur in der ersten Nacht an und danach auf kurze Sachen gewechselt. Es waren in den Zelten Nachts im Schlafsack angenehme Temperaturen und somit immer gut geschlafen. Man kann wie wir einen Kocher, Essgeschirr und ein wenig Nahrungsmittel mitnehmen, kommt aber auch durch die Küchen auf den Campingplätzen ohne aus. Die Nahrungsmittel waren abgepackte Portionen, da wir ein Wegwerfen von Nahrungsmittel vermeiden wollten. Letztlich kann man aber auch ohne Bedenken Mehl, Reis und anderes kaufen und stellt dann den Rest in den “Free for use”-Schrank der Küchen auf den Campingplätzen bzw. bedient sich dort.

Für uns war es auch eine große Auszeit von der Pandemie. Eine Maskevorgabe oder Abstandsregeln gab es nicht. So konnten wir uns in den Tagen dort frei bewegen – wie in der Zeit vor der Pandemie, mit dem Unterschied, dass durch die Pandemie deutlich weniger Personen dort Urlaub machten.

Uns wird dieser Urlaub sicherlich durch die kleinen Anekdoten und durch die Flexibilität, die dort nötig war, lange in Erinnerung bleiben.


Die Postkarte kam einige Zeit später auch tatsächlich an. 😊


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