Norwegen – Vesterålen – Andøya

29. Juni – Bleik

In der Nacht hatte es angefangen zu regnen. Wie ich aufstand, tröpfelte es ein klein wenig. Mit meinem Campingpot lief ich zum Restaurant. Es war kurz nach 7:00 Uhr und ab 7:00 Uhr gibt es dort ein Frühstücksbuffet, das gut aussah, mir nach dem Abendessen jedoch zu viel war. 

Da ich kein Gas mehr hatte, fragte ich im Restaurant ob ich heißes Wasser bekommen könnte. Das war kein Problem. Damit bin ich zum Zelt zurück, machte mir meinen Kaffee und das Porridge.

Während des Frühstücks nieselte es, beim Abbauen des Zeltes zum Glück nicht mehr. Von meinen Campingnachbarn auf beiden Seiten verabschiedete ich mich. Die beiden Biker wollten den Weg langsam nach Hause antreten und die Norwegerin nach Stø und Nyksund. Je nachdem wie lange sie dort bleibt, kann es sein das wir uns in ein paar Tagen wiedersehen.

Im Regen fuhr ich nach Svolvær. Erstes Ziel war ein Sportgeschäft um Gas zu kaufen. Da ich in einem Einkaufszentrum war, kaufte ich gleich noch in einem Supermarkt Kaffee, Schokolade und Solo für die nächsten Tage. Solo? Solo ist eine norwegische Orangenlimonade.

Weiter ging es, immer noch im Regen bis Sortland. Zwischendurch war es sogar “nur” bewölkt. Daher prüfte ich das Wetter bei der Abbiegung nach Digermulen. Doch, leider nein, dort sollte es regnen, so wie an der Abbiegung. Daher macht ich mich direkt weiter.

In Sortland ging ich wieder zur Verkstedet. Bestellte hatte ich ein Focaccia, das warm gemacht wurde und was zu trinken.

Und weiter im mehr oder weniger reichlichen Regen. Am späteren Nachmittag kam ich in Bleik auf Andøya an. Bleik ist fast am äußersten nordwestlichen Ende diese Insel der Vesterålen. An der Rezeption wurde mir vorgeschlagen erst das Zelt aufzubauen und danach die Anmeldung zu erledige. Das habe ich gleich so gemacht, da es gerade nicht regnete. Das Zelt baute ich dort direkt am Rand zum Sandstrand mit Blick auf diesen auf. 

Die Anmeldung war schnell erledigt. Dabei hatte ich gleich eine Seife gekauft, die mit dem Sand von genau diesem Strand hergestellt wurde. 😊

Jetzt erst einmal einen Kaffee und Schokolade. Den Kaffee machte ich mir in der Campingküche und im Aufenthaltsraum konnte ich auf mein Zelt, den Strand und die Insel Bleiksøya schauen. Wobei der Gipfel der Insel und die Gipfel der Berge auf Andøya alle in den Wolken waren. Wenn das Wetter besser werden sollte, wird es an einem der folgenden Tage zu eine Vogelsafari nach Bleiksøya gehen.

Ein einfaches Abendessen konnte ich mir am Zelt zubereiten und dort essen.

Ich las lange im Zelt, bevor ich einschlief.


30. Juni – Regentag

In der Nacht hat es wieder geregnet. Morgens war es eher windig. Das Wasser für das Frühstück hatte ich in einer Grillhütte, die in der Nähe des Zeltes war gekocht. Damit bin ich zurück zum Zelt und habe mein Frühstück im Zelt (geschlossen) zubereitet und zu mir genommen.

Anschließend ging es in das Gemeinschaftsgebäude für einen zweiten Kaffee. Dabei kam ich mit einigen anderen, die eintrudelten ins Gespräch. Einen Teil des Vormittags verbrachte ich im Geselligen, einen Teil mit Lesen.

Dann wollte ich mich auf eine Tour machen. Genau zu dem Zeitpunkt fing es an stärker zu regnen. Daher fuhr ich in den nächsten Ort Andenes. Erst wurde das Auto an Schnelllader um einige Prozent aufgeladen. Da es nicht besser wurde mit dem Wetter bin ich in das Lysverket Café. Ein gemütlich eingerichtetes Café, wo ich eine Zimtschnecke mit einem Flat White zu mir nahm.

Einen ganz kurzen Spaziergang unternahm ich in Andenes. Mehr nicht, den der Wind wurde stärker, bei gleichbleibenden Nieselregen.

Am Campingplatz verbrachte ich den Nachmittag so, wie den Vormittag. Kaffee, Lesen und mich mit anderen Campern unterhalten. 

Der letzte Versuch des Tages für eine Wanderung endete am Ortsende. Als ich dort mit dem Auto am Startpunkt der Tour ankam, wurde der Wind so heftig, das es keinen Sinn machte eine Tour zu unternehmen.

Ergo: Zurück und das Abendessen in dem Gemeinschaftsgebäude gekocht und gegessen.

Der Rest des Tages war mit Lesen verbracht worden. 

Starker Wind bedeutete an diesem Tag Windstärke von 5 -6 Bft, in Böen 8. Da wird selbst leichter Nieselregen ziemlich nervig und unangenehm.


01. Juli – Naturschutzgebiet

In der Nacht hatte es weiter geregnet. Wesentlich deutlicher war der Wind (Bft 6 (8)) zu spüren. Die Windverhältnisse änderten sich den ganzen Tag nicht. So war das Frühstück im Gemeinschaftsraum.

Am frühen Vormittag machte ich mich zu einer Wanderung in einem Naturschutzgebiet auf. Am Himmel waren Lücken in den Wolken, womit blauer Himmel zu sehen war und sogar die Sonne durchschien. Der Wanderpfad geht durch ein leicht hügeliges Gebiet mit vielen Seen und teils am Meer entlang. So lief ich in offener Landschaft mit niedrigem Bewuchs oder durch Birkenwälder. Die Runde war sehr schön und im Grunde einfach. Die Herausforderung war eher bei den heftigen Böen gerade laufen zu können.

Nach einer Pause am Campingplatz bin ich noch zu einer zweiten Tour losgefahren. Es war die Tour zum Andhauvet. Da sich schon die dunkeln Wolken ankündigten bin ich die geschotterte Straße zügig bis zum Einstieg gelaufen. Danach ging es nicht wesentlich langsamer den Wanderpfad bergauf. Je höher ich kam, desto stärker wurde der Wind. Gut 100 Meter vor dem Gipfel machte ich kehrt. Dieser letzte Abschnitt ist oben auf dem Berg im Freien und als ich dort ankam, war der Wind so stark, das ich kaum stehen konnte. Selbst auf dem Weg zurück, kam mir der starke Wind meist direkt entgegen, so das ich sehr konzentriert laufen musste.

Am Campingplatz folgte eine Dusche, bevor es nach Anderes ging. Dort wollte ich wieder in das Café vom Vortag, das leider nur bis 15:00 Uhr geöffnet hat. Da sie schon beim Abräumen war, gab es dort nichts mehr für mich. Im Einkaufsladen in Bleik ist ein Café dabei, wo ich einen Kuchen und Kaffee bekam. 

Im Gemeinschaftsbereich wurde es gesellig. Später wurde dort gekocht. Wobei ich gerade anfangen wollte, wie mir gesagt wurde das die letzten Plätze für  die Puffin-Tour am nächsten Tag um 16:30 Uhr vergeben wurden. Daher lies ich alles stehen und fuhr zum Schiff. Licht war dort zwar an, gesehen hatte ich jedoch keinen. Also Anrufen, den es sollte noch eine Zusatztour Ab 18:00 Uhr geben. Bei der Buchung konnten Erwachsene nicht gewählt werden. Das wurde gefixt, so das ich ein paar Minuten später dann die Tour buchen konnte. Damit war ich wesentlich beruhigter beim Abendessen. Nebenbei verlängerte ich meinen Aufenthalt am Campingplatz um einen Tag.

Wanderung: Naturreservat – ~5 Kilometer
Wanderung: Andhauvet – ~2,5 Kilometer, ~300 Höhenmeter


02. Juli – Måtinden – Puffins

Am morgen konnte ich endlich wieder am Zelt mein Frühstück zubereiten und essen. Es war bewölkter, wie vorhergesagt, aber ansonsten ok.

Für die Tour auf den Måtinden wählte ich eine nicht so übliche Variante. D. h. vom Ortsende ging es auf einem Pfad eine zeitlang am Naturreservat entlang. Dann kam ich am ersten Berg an. Von dort verläuft der “Weg” an der Küste entlang. Im Grunde hat der Weg Spaß gemacht. Zwar gab es zwei Stellen, die an meiner Wohlfühlgrenze lagen, dennoch war es gut. Fast 2/3 des Weges klettert man über Felsen. Hoch, Runter und drüber. Zweimal so nah an der Wasserlinie, das ich den Eintrug habe, das dieser Weg bei Flut nicht geeignet ist.

Die zweite Stelle, ganz nah an der Wasserlinie ging um einen Grat. Zuerst folgte ich dem ausgetretenen Pfad nach oben. Der wurde aber ausgesetzter und sehr, sehr steil. Eine kleine Gruppe, die mir folgte fragte und wir beschlossen alle unten am Wasser entlang zu kraxeln. Das ging dann recht einfach. Danach war ich in einem Tal mit leicht hügeliger Landschaft. Bis fast zum Sandstrand ging es. Dann bog ich auf den Weg nach oben ab. Einen Hang hoch, erreichte ich eine flache Ebene mit einem See und einigen Schafen. 

Die Schafe machten gemächlich Platz auf der Ebene, sowie auf dem weiteren Abschnitt bergauf. Oben am Sattel angekommen traf ich auf eine Wanderautobahn. Das ist der Weg, den die meisten von der Landstraße gehen. Bis hoch zum Måtinden folgte ich dem Strom. Die Aussicht von oben reichte sehr weit.

Zurück ging es bis zum Sattel und dann nach links, somit weg von der Wanderautobahn. Der Weg zum nächsten Gipfel verläuft auf eine weiten Ebene, auf der kein eindeutiger Weg zu sehen war. Ich folgte eher den unregelmäßigen Steinhaufen.

Nach dem Gipfel ging es auf eine Ebene bis unterhalb zum Anstieg des letzten Gipfels. Den lies ich links liegen und begab mich auf den Abstieg. Dieser war ordentlich steil; dennoch gut gehbar. So kam ich wieder in das Naturreservat. Am Rand von diesem ging es entlang bis zum Strand. Der Strandstraße folgte ich, bis ich zum Parkplatz am Rand von Bleik kam.

Eine Dusche war dann nötig. Ich lief im T-Shirt, da es warm war. Es war aber auch anstrengend.

Die Fotoausrüstung wurde gecheckt. Alles so eingestellt wie ich es für die Puffin Safari gebrauche.

Die Puffin Safari beginnt 20 Minuten vor dem eigentlichen Termin mit einer Einführung und den Sicherheitshinweisen. So stand es zumindest bei der Anmeldung. Da das Boot erst um 18:00 Uhr von der vorherigen Fahrt zurück kam, gab es die Infos an Board. 

Auf der Fahrt nach Bleiksøya wurde uns einiges über die Papageitaucher erklärt. Das diese oft 40 Jahre alt werden und vermutlich bis zu 50 Jahre. Das sie einmal eine Partner gefunden, diesen ihr ganzes Leben lang haben, genauso wie es immer die selbe Bruthöhle ist.

Vor der Insel sahen wir dann schon die ersten Gruppen im Meer schwimmen. Auf der Insel hat man gar keine gesehen da oben auf der Insel einige Seeadler leben, die sich gerne von Papageitauchern ernähren.  Wir standen einige Zeit vor der Insel, sind an dieser entlang und in einem Bogen zurück zum Hafen. Papageitaucher gab es im Meer reichlich zu sehen und an der Insel waren wir wohl gerade zur Fütterungszeit. Dort war ein sehr reghafter Flugverkehr. Wenn ein Papageitaucher landet, dann macht es dieser direkt in die Bruthöhle um den Seeadlern aus dem Weg zu gehen.

Die 90 Minuten auf See mit der tief stehenden Sonne, kühlten leicht aus. Die Hände waren auf alle Fälle kalt. Damit war klar, das ich im Gemeinschaftsbereich kochen werde, obwohl das Wetter zum Kochen am Zelt einlud. Apropos Zelt: Die Tage hatte ich ein bis drei Zeltnachbarn. An diesem Tag kamen so viele, das die Zeltwiese komplett voll war.

Wanderung: ~12 Kilometer, ~600 Höhenmeter


03. Juli – Bye Vesterålen

Das Wetter war gut an diesem Morgen. Nach dem Frühstück und packen von allem unternahm ich einen Strandspaziergang. Bei Bleik gibt es mehrere Sandstrände und dies über eine große Strecke. Herrlich, fast weißer Sand mit türkisfarbenen Meer. Dabei konnte ich ein paar Seevögel mit der Kamera erwischen.

Am Campingplatz verabschiedete ich mich von mehreren anderen Campern, mit denen ich mich an den vorherigen Tagen unterhalten hatte.

Von Bleik war es eine kurze Fahrt nach Andenes. Dort wird The Whale gebaut und voraussichtlich Mitte 2027 eröffnet. Die Grundstruktur des Gebäudes war bereits vorhanden. Viel mehr allerdings noch nicht. Da ich in Andenes war, wurde das mit einem Besuch im Lysverket Café verbunden.

An der Ostküste fuhr ich nach Süden. Während an der Westküste ein Gebirge über fast die gesamte Länge von Andøya geht, ist im Osten plattes Land angesagt. In ungefähr der Mitte ist Myre, das zu Dverberg gehört. Dort besuchte ich das Alveland AS. Dort wird Seife hergestellt. 😀 Ein paar in dem Laden habe ich gekauft. Zu Alveland gehört ein Café, das danach besucht wurde.

Auf dem weiteren Weg war ich am Überlegen. Am Ende von Andøya einen Campingplatz aufsuchen? Doch nach Harstad fahren, wie ich am Vortag überlegte? Oder nach Digermulen für eine Wanderung?

Harstad wäre die längste fahrt, die nach Digermulen ist deutlich kürzer und das Wetter dort sollte ganz gut werden. Somit bin ich einige Zeit später wieder auf den Lofoten gewesen.


Weiter in der Hauptstory…..

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