15 Jahren ist es her, das ich zuletzt diese beiden Inselgruppen besuchte. Eine lange Zeit. In dieser Zeit ist Skandinavien für viele ein interessantes Urlaubsziel geworden – für viel, viel mehr wie 15 Jahre zuvor.
Das könnte vielleicht abschrecken, dennoch möchte ich noch einmal den Reiz dieser Inselgruppen erleben. Die Reisezeit wurde bewusst so gewählt, das ich am längsten Tag des Jahren (St. Hans) dort oben sein werden. Ein Tag ohne Nacht!
Da der Flugplatz Evenes auf den Vesterålen liegt, bot es sich direkt an diese Inselgruppe mit in die Reiseplanung zu übernehmen. Nach der Ankunft wird es daher zuerst ein paar Tage nach Nyksund gehen und am Ende der Reise noch an die Nordspitze von Andenes Øya.
Die meiste Zeit jedoch werde ich auf den Lofoten verbringen. Der Reine Blick, den ich 15 Jahre zuvor auf einem schmalen, steilen Wanderpfad erklommen habe, ist mittlerweile eine Natursteintreppe. So viel schon mal zu den Veränderungen, die vorab zu erfahren sind.
Auf der Reise werde ich meistens Zelten, und zwar auf Campingplätzen. Nur gelegentlich kommt eine feste Unterkunft dazu. Spannend wird dies insofern, als das auf den Campingplätzen vorab nicht buchbar ist. Für ein kleines Zelt sollte es hoffentlich immer eine Option geben.
Juni
Die Fluggesellschaft (Lufthansa) informiert, das der Flug mit Discovery Airlines stattfinden wird. In der E-Mail wird auf allerlei Service während und um den Flug hingewiesen.
Am Wochenende vor dem Abflug ist fleißiges packen angesagt. Da ich genügend Gepäck mitnehmen darf, sind es zwei Taschen (eine Große und eine Kleine), die ich aufgeben werden. Dazu kommt noch ein Rucksack fürs Handgepäck mit Fotokameras und sonstigem elektronischen Geräten bzw. Akkus.
Der Tag vor dem Abflug ist gekommen. Ein Online Check In war bereits nach dem Aufstehen möglich. Das ist direkt umgesetzt worden.
Baggage information
These are the baggage items you have booked:
- 2 x carry-on item
- 1 x personal item
- 2 x checked baggage (32 kg)
Die Gepäckmenge beruht auf der Buchung eines Business Tickets. Das war ein verhältnismäßig geringer Aufpreis. So kann genügend Ausrüstung und vor allem Kleidung mit.
Am späteren Nachmittag des selben Tages brachte ich das Gepäck mit dem Auto zum Flughafen. Von meinem Arbeitsort war es eine kurze Fahrt zum Flughafen. Das Gepäck bestand aus zwei Taschen mit reichlich Gewicht. Vom Parkhaus bis zum Schalter zur Abgabe konnte die größer Tasche gezogen werden, während die kleinere als Rucksack getragen wurde. Zusammen gab ich damit 44 Kg Gepäck ab. Das ging recht flott, da ich direkt zum Schalter gehen konnte ohne in eine Warteschlange zu kommen.
Der Reiseverlauf…
- Die Anreise und ersten Tage auf den Vesterålen (Nyksund)
- Die Tage auf den Lofoten
- Die Tage auf den Vesterålen (Andøya)
03. Juli – Hi Lofoten
In Digermulen lief ich den Wanderpfad zum Kaiserwarden nach oben. Es fing mit einem Pfad durch einen lichten Birkenwald an, der über der Baumgrenze in einen zwischen Steinen und Büschen überging. Natürlich war ein steiles Stück zu erklimmen und es ging auch wieder durch ein Feuchtgebiet. Wäre ja sonst kein vernünftiger Wanderweg für die Lofoten. 😅




Von der Spitze aus hat man einen tollen Blick auf den Raftsund. Auf der Spitze sind zwei Steinhaufen mit je einer Steinplatte. Kaiser Wilhelm II war hier zweimal, ist dort verewigt.
Am Raftsund fuhr ich nach der Wanderung zum nächstgelegenen “Campingplatz”. Dies ist ein Platz mit Self Service. Wenigen aber sauberen Toiletten und Duschen. Für den nächsten Tag jedoch gut gelegen und man kann die großen Schiffe sehen, die durch den Sund fahren. Oder eben nicht. Zumindest fuhr keines an diesem Abend vorbei.
Am späteren Abend fing es noch leicht an zu Nieseln.

Wanderung: ~4,6 Kilometer, ~380 Höhenmeter
04. Juli – Dronnigenstien auf Årsteinen
Über Nacht regnete es reichlich. Das Zelt war von außen sehr nass. Das ist für die Heimreise nicht so ideal, aber auch kein Beinbruch.


Da es nicht mehr regnete konnte ich mir mein Frühstück am Zelt zubereiten und im Zelt zu mir nehmen. Außen war es mir durch die Feuchtigkeit zu kühl. Wie so oft am Ende des Campingurlaubs hieß es alles packen. Das Zelt wurde halt nass zusammengepackt.
So fuhr ich dann an Årstein, eine Ansammlung von Häusern, südlich von Digermulen, wo ich am Vortag war. Der Wanderweg war als Dronningstien ausgewiesen, was soviel heißt das die Königin diesen gegangen war. Über eine kurze Straße und über eine Wiese ging es auf den eigentlichen Pfad. Ein schmaler Pfad, der einem Tal länger folgt. Durch den Regen waren einige Stelle reichlich feucht.
Es ging durch einen sehr lichten Birkenwald mit viel Grün wie Büsche, Gras und Farn. Genauso viel buntes war zu sehen, so viel blühte. 😀 Bis zu einem Sattel war der Pfad teils ziemlich zugewachsen. Da noch alles feucht war, war meine Hose außen gut nass, durch die wasserabweisende Wirkung waren meine Beine immer noch trocken. Vom Sattel ging es deutlicher nach oben. Es kam wieder ein Abschnitt, an dem Seile halfen weiter zu kommen. Oben folgte der Pfad einem Kamm bis zum Gipfel des Stortinden. Am Gipfel ist eine Plakette, die bezeugte das Sonja (Königin) in 2016 dort war.



Die Aussicht in den Raftsund; an der Lofotenküste entlang und in die entgegengesetzte Richtung war toll. Richtung Raftsund war alles mit dunklen Wolken verhangen, während über mir blauer Himmel und die strahlende Sonne war. Die vorherige Bewölkung hatte sich genau im richtigen Moment aufgelöst. 😊
Den selben Weg ging es zurück. Unten wechselte ich die Hose, Strümpfe und Schuhe. Das war insgesamt dann doch zu viel an Feuchtigkeit für die Schuhe gewesen. Da es schon sehr warm war mit 15 Grad, war es eh Zeit für eine kurze Hose.

Nun könnte man meinen, das der kritische Teil käme. Die Fahrt zur nächsten Ladestation, die angeblich mit nur noch 8% erreicht werden würde. Da ich selbst einen e-MINI habe, war ich in diesem Fall entspannt. An der Ladestation nutze ich die Zeit zum Laden für ein erstes packen der größeren der beiden Taschen. Sah ganz gut aus. Im gegenüberliegenden Café/Restaurant des dortigen Campingplatzes nahm ich einen Kaffee und einen Kanellboller. War ok, aber mehr auch nicht.
Kaum im Auto vielen mir die Wanderschuhe im Fußraum der Beifahrerseite auf. Ups, die sollten doch in die große Tasche. Egal, erst mal zum Hotel am Flugplatz von Evenes. Nach dem Einchecken, brachte ich einen Teil meines Gepäcks in das Zimmer. Dann beschäftigte ich mich am Auto mit der großen Tasche. Dazu wurde alles ausgepackt und auf den Boden daneben gelegt. Nun folgte das erneute packen, diesmal mit den Schuhe. Passte dann doch alles, so wie es sollte.
Nach einer ausgiebigen Dusche machte ich mich auf nach Harstad. Die zweitgrößte Stadt in der Fylke Troms nach Tromsø ist kleiner wie mein eigenes Dorf und war regelrecht ausgestorben an einem Samstag am frühen Abend. Ein paar Bilder wurden gemacht und im House Of Burger gab es einen guten Burger mit Pommes.





Danach bin ich weiter durch Harstad. Ich entdeckte ein paar schöne Street Arts.




Zurück am Hotel packe ich das Notebook und die Kameras um u. a. ein Backup der Bilder zu erstellen. Kurz vor Mitternacht legte ich mich in das Bett.

Wanderung: ~6,6 Kilometer, ~540 Höhenmeter
05. Juli – Heimreise
Nach drei Wochen das erste Mal wieder in einem Bett war komisch. So ganz ausgeruht war ich deshalb am Morgen nicht.
Das Frühstücksbuffett war umfangreich und wurde ausgiebig geprüft. 😀
Satt machte ich mich auf um ihr Evenes anzusehen. Das lohnte sich nicht. Ein paar Häuser und nichts was wirklich interessant war. Anschließend kehrte ich zurück zum Laden des Autos an einem Schnellader vor dem Hotel. Mit etwas mehr Akkukapazität wie bei der Entgegennahme des Autos gab ich es am Flughafen ab.
Dann wollte ich eigentlich mein Gepäck loswerden. Der Check-In per App war schnell durchgeführt. An einem Automaten konnte ich die zwei Gepäckklebebänder ausdrucken. Läuft. Aber leider nur bis hierher. Bei der Abgabe muss eine Airline angegeben werden und meine war nicht dabei. Mir wurde dann gesagt, das ich erst zwei Stunden vorher mein Gepäck abgegeben kann.
Somit musste ich die Zeit überbrücken. In dem kleinen Flughafen gab es jedoch keine Sitzmöglichkeit. Abgesehen davon war es sonnig und warm (13 Grad). Somit habe ich mich mit T-Shirt außen in die Sonne gesetzt und gelesen. Gegen 12:00 Uhr bin ich in das Gebäude und habe mich vor dem Schalter positioniert. Dort hatte ich angefangen weiter zu lesen, bekam jedoch recht bald das Signal, das ich das Gepäck abgeben könne.
Nun konnte ich durch die Sicherheitskontrolle. Im Bereich dahinter gab es Sitzmöglichkeiten, ein Duty Free Shop, eine Art Mini-Restaurant usw. Am Mini-Restaurant bestellte ich mir zur Mittagszeit einen Burger mit Pommes.
Nachmittags war der Flug nach Frankfurt. Vom Flugplatz nahm ich diesmal ein Taxi bis zur Firma, wo mein Auto stand. Heimfahrt, Zelt aufbauen damit es trockenen kann und ab ins Bett, denn der nächste Tag war Arbeitstag.




Resümee
Die beiden Inselgruppen der Vesterålen und Lofoten glänzen durch eine tolle Landschaft mit Bergen, die in ds Alpine gehen, mit Sandstränden und türkisfarbenen Buchten. Wo sonst kann man vom Strand direkt auf einen Berg und muss dann dabei auch noch klettern? Hier geht es.
Den Zeitraum Juni/Juli wählte ich bewusst. Klar, im Juli/August ist es wärmer und die Wahrscheinlichkeit für Regen ist niedriger, dafür aber ist die Menge an Touristen höher. Da ich keine Lust auf große Volkswanderungen hatte, war es eben der Juni.
Womit wir bei den Temperaturen wären. Es waren meist 10 – 14 Grad, mit einigen Ausreißern bis 19 Grad. Gefühlt lag es zwischen 5 und 25 Grad. Wind und Regen ändern die Wahrnehmung deutlich. Auf der anderen Seite war bei wenig oder gar keinem Wind ab 12 Grad T-Shirt Wetter und ab 15 Grad dann auch kurze Hose angesagt – und das schreibt hier eine, die gerne früh anfängt zu frieren.
Die Zeit der Mitternachtssonne hatte ich im gesamten Urlaubszeitraum. Während meines Aufenthaltes ging damit nie die Sonne unter. Wenn sich die Sonne dem Horizont näherte, wurde es kühler, vor allem wenn man im Schatten war.
Bei abendlichen Gesprächen miteinander verliert man deutlich das Zeitgefühl und wundert sich, das man Müde wird obwohl es noch hell ist. Kein Wunder, wenn ein Blick auf die Uhr zeigt, das es schon nach Mitternacht ist.
Zum Camping muss man sagen, das dies auf den Lofoten recht teuer ist. Selbst im Vergleich zu den Verhältnissen in Norwegen. Ebenso ist es fast überall in Norwegen (und Europa) so, das die Duschen im Preis enthalten sind. Auf den Lofoten und Vesterålen musste ich Duschmarken kaufen, die dann für eine begrenzte Zeit in der Dusche warmes (heißes) Wasser zur Verfügung stellten.
Was toll war, war wenn das Zelt in der Nähe des Strandes aufgebaut werden konnte. Das Rauschen der Brandung gefiel mir immer sehr gut. Der Vorteil am Meer war, das meist etwas Wind vorhanden war und somit keine Knotts. Diese Kriebelmücken sind nervig und dann beißen die auch noch. Direkt am Strand bedeutet allerdings auch, das man den Wind direkt abbekommt, was bei Windstärken bis Bft 8 ordentlich ist. Da sollte man schon ein Zelt haben, das was aushält.
Bei dem Mietwagen bekam ich ein Upgrade von einem VW ID.3 auf einen Volvo EX40 (Twinmoter Performance). Ein Auto mit über 440 PS, in einer Gegend wo maximal 80 km/h erlaubt sind. 🙃 Dafür war die Batterie größer und somit relaxter bei der Planung von Ladestationen. Der Allradantrieb erwies sich ebenfalls als ganz nett.
Vesterålen
Die ersten Tage auf den Vesterålen waren sehr ruhig. Ein schöner Einstieg in diesen längeren Urlaub. Die Berge haben im Vergleich zu den Lofoten nicht ganz das extreme Verhältnis in Bezug auf Höhe bzw. der Steilheit der Berge. Dennoch eine schöne und ruhige Wandergegend.
Am Ende war ich erneut auf Vesterålen, da dann auf Andøya. Die zwei nördlichsten Orte dort, Andenes und Bleik, sind bekannt für Safaris zu Seevögeln und Walen.
Ich erwischte dabei zwei sehr windige und regnerische Tage, sowie ein paar mit gutem Wetter. Das schlechte Wetter war zu dieser Zeit auch auf den Lofoten, so war es nicht weiter schlimm. Die Wanderungen sowie die Puffin Safari waren toll.
Lofoten
So wirklich viele Leute waren nur auf wenigen Touren unterwegs. Dies waren:
- die Tour zum Reinebringen (Reine)
- die Tour zum Festvågtinden (Henningsvær)
- die Tour zum Ryten und Kvalvika Beach
- die Tour bei Haukland/Uttakleiv
Auf alle anderen Touren waren wenige oder so gut wie gar keine anderen Personen unterwegs. Was das Wandern angeht, war es somit ganz ok, zumal es in 2026 eine Hype-Region ist und ich deutlich mehr erwartet hatte. Selbst die oben aufgelisteten Touren waren toll und sollten obwohl der Massen in Erwägung gezogen werden.
Was sich zu 15 Jahren zuvor deutlich geändert hat ist die Unmenge an Vans und Wohnmobilen, die an allen möglichen freien Plätzen an der Straße ihr Lager aufschlugen. Die Mehrzahl dieser Leute muss wohl eher in den Orten und an leicht erreichbaren Aussichtsplätzen gewesen sein. Denn sonst hätten fast alle Wanderwege überfüllt gewesen sein.
Meist verliefen die Wanderwege deutlich nach oben. Somit war sehr oft ein toller Blick auf die Küste möglich. Besonders auf den südlicheren Inseln der Lofoten bot sich damit der Blick auf Sandstrände und türkisfarbenem Meer. 😀
Hinweise / Sonstiges
Oldtimer – Mir sind vergleichsweise oft Oldtimer aufgefallen. Als dann neben meinem Miet-Volvo zwei sehr alte Volvo Amazon parkten, hatte ich dies gleich genutzt und jemanden aus der Gruppe angesprochen. Die Menge an Oldtimer hing mit Oldtimer-Treffen auf den Lofoten und Vesterålen im Juni und Juli zusammen. Die zweite Frage bezog sich auf das Nummernschild und woher sie kamen. In Norwegen haben die Kennzeichen zwei Buchstaben gefolgt von fünf Zahlen. Die meisten Oldtimer hatten jedoch nur einen Buchstaben gefolgt von vier Zahlen. Das ist ebenfalls ein norwegisches Kennzeichen, das es allerdings nur gibt, wenn das Auto vor 1970 gebaut wurde.
Statistik
Die Kosten gerundet:
- Flug: 600€
- Mietwagen: 1700€
- Ladekosten: 190€ (ausschließlich Schnelllader)
- Parkgebühren: 100€
- Camping: 760€
- Hotel: 445€
- Safari: 75€
- Kaffee und Süßes: unbezahlbar.
Die höheren Ladekosten ergeben sich dadurch, das ich mehr mit dem Auto unterwegs war, wie ursprünglich angedacht – 2474 Kilometer insgesamt mit dem Auto. Aufgrund des Wetters bin ich öfter von Süd nach Nord nach Süd gefahren.
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