Frankreich – Elsass und Colmar – Mai 2025

Elsass Reloaded. Erst vor kurzem war ich im Elsass. An diesem zweiten verlängerten Wochenende im Mai 2025 wird mich mein Trip in die Nähe von und nach Colmar bringen. Somit wird dies etwas weiter südlich sein, als beim letzten Mal. Zumal dort auch der nördlich Beginn der Elsässer Weinroute liegt.


29. Mai – Ribeauvillé

Zuhause wurde noch gefrühstückt, bevor es auf den Weg ging. Zweimal erwischte mich auf den rund 300 Kilometern ein stockender Verkehr. In Ribeauvillé begrüßte mich schon in der Zufahrt zum Campingplatz ein “Voll”-Schild in drei Sprachen. Ich lies mich dennoch nicht davon abschrecken und lief zur Rezeption und fragte. Siehe da, für Radfahrer und Zelter sind immer ein paar Plätze frei. 😀 (Reservieren geht auf diesem Campingplatz nicht!)

Flugs wurde dann das Zelt aufgebaut, um mich dann auf die erste Tour zu begeben. Dazu musste ich zuerst zur zentralen Kreuzung des Ortes und dort durch die Grand’ Rue. Das ist die Hauptstraße und Touristenmagnet im Ort. Ein Café, ein Bäckerei, ein Weinladen und anderes folgen hier in fleißigem Wechsel. Die Straße besticht durch ihr pittoreskes Aussehen. Kein Wunder, das an diesem sonnigen Tag viel los war.

Am Ende der Straße gelangte ich zu einem Parkplatz. Dort bog ich in einen Weg nach oben, entlang der alten Stadtmauer ab. Am höchsten Punkt angekommen folgte ich einem Wanderpfad weiter nach oben. Auf diesem Pfad begegneten mir einige andere; ist es doch der Weg zu drei Burgruinen.

Die erste Burgruine, die ich erreichte war die Chateau du Girsberg. Schon in Sichtweite und daher schnell erreicht kam ich dann zum Chateau de Saint-Ulrich. Diese Burgruine kann zum Teil begangen werden, was ich mir nicht nehmen lies. Weiter (natürlich bergauf 🙃) erreichte ich die dritte Ruine Chateau du Haut-Ribeaupierre. Zu dieser Ruine waren schon deutlich weniger unterwegs. 

Danach wurde es deutlich ruhiger. Kaum noch begegnete ich jemanden. Hauptsächlich auf Waldpfaden war ich nach der dritten Burgruine unterwegs gewesen. Alles im Wald und nur selten durch Lichtungen. Eine Aussicht, die auf Fontaine du Chevreuil war leider nicht möglich. Der Felsen selbst, sowie der Aussichtspunkt befinden sich mittlerweile auf Privatbesitz und betreten ist verboten. 

Weiter durch den Wald kam ich nach mehreren Kilometern, die es meist nach unten ging zum Waldrand. Am Waldrand und dann länger dem Weg an diesem folgend, sowie durch Weinfelder erreichte ich wieder Ribeauvillé. 

Es war warm aber auch drückend. Somit war klar, das vor dem Abendessen eine Dusche nötig war. Für das Abendessen hatte ich mir eine Suppe mit Paprika, Tomaten und Kichererbsen zubereitet. Das gelang mir mit freundlicher Hilfe meiner Campingnachbarn. Der Piezo Zünder am Kocher hat doch nach gut 15 Jahren einfach den Geist aufgegeben. Mit einem Feuerzeug war dann das Kochen kein Problem mehr.

Später machte ich mich nochmals auf in die Altstadt um ein paar Bilder zu machen.

Wanderung: ~16 Kilometer, ~680 Höhenmeter


30. Mai – Wein, Wein, Wein

Frühstück an einem sonnigen, trockenen morgen am Zelt. 😀 So macht das doch Spaß.

Den Trinkbeutel füllte ich fast ganz voll, sollte es doch sehr warm werden. Beim Bäcker auf dem Campingplatz ergatterte ich zwei Hefeteile mit Schokofüllung.

Die Fahrt bis Ammerschwihr war kurz. Im Dorf fand sich relativ schnell ein Parkplatz in einer Seitenstraße nahe der Wegführung der Wanderstrecke. Zwei Straßen und ich war bereits aus dem Dorf und in den Hügeln, mitten im Weinanbaugebiet. Neben dem festen Weg raschelte es oft und an Steinwänden konnte ich Eidechsen sehen.

Lange lief ich durch die Weinhügel bis zum nächsten Dorf (Katzenthal). Dort ging es gleich wieder raus und nach oben zum Chateau de Wineck. Diese Burgruine war leider nicht zu begehen. Zumindest einen schönen Ausblick gab es von hier. Zurück an Weinfeldern, die Trauben für einen Spitzenwein liefern, erreichte ich erneut Katzenthal. Durch das Örtchen kam ich auf der anderen Dorfseite wieder auf einen Weg zwischen den Rebenfeldern. Das einzige Highlight im Dorf war der große Brunnen. In im schwammen einige Goldfische.

Gut 1,5 Kilometer später erreichte ich Niedermorschwihr. Dort lief ich die Hauptstraße entlang, um ein Café für eine Pause zu finden. Pustekuchen! Es gab reichlich Weingüter und die Möglichkeit einer Weinprobe – von einem Café war weit und breit leider nichts zu sehen.

Am Ortsrand folgte ich einem Pfad entlang eines Baches. So lange war dies jedoch nicht, bis es dann wieder durch die Weinhügel ging. Das war auch ganz gut, da der Pfad am Bachlauf gut zugewachsen war. Einige Zeit später erblickte ich eine Bank unter einem Baum. Ein guter Platz im Schatten für eine Rast und das erste Schokoteil. 😊 Das war auch nötig, den nun ging es fast zwei Kilometer lang stetig bergauf bis nach Trois-Épis. Zum Glück im Wald, den es wurde immer wärmer.

Ein Dorf bestehend aus alten großzügigen Gebäuden mit ebenso großzügigen Gärten. Dazwischen ein paar modernere Gebäude und einige Hotels. In der Ortsmitte fand ich einen Bäcker, bei dem ich ein Baguette mit überbackenem Käse fand und etwas zu trinken für eine Pause.

So gestärkt machte ich mich auf den nächsten Abschnitt. Natürlich weiterhin bergauf. 🙃 Der Höchste Punkt auf 700 Meter erreichte ich bald. Dort steht auf einem Turm eine Christusstatue. Immerhin kann man den Turm hinauf laufen bis unterhalb der Statue. Ein toller Weitblick ergab sich von dort.

Von nun an folgte ich einem Waldpfad rund zwei Kilometer und zum Abschluss nochmals einem Weg durch die Weinhügel bis ich wieder in Ammerschwihr ankam. 

Am Campingplatz machte ich es mir nach dem Duschen vor dem Zelt gemütlich bei einem Kaffee und dem zweiten Schokoteil.

Zum Abendessen begab ich mich in die Altstadt. Das Le Goupil hatte mich am vorigen Abend schon angesprochen. Ich fand einen letzten freien Platz an der Bar. Für mich und Wickie völlig ausreichend. Zum Trinken gab es einen Pinot Noir Traditional (vom örtlichen Winzer) und zum Essen: Burrata asperges vertes rôties à la flamme,  chorizo croustillant, zeste de citron, huile verte. Eine kleine, feine Mahlzeit. Zum Abschluss gab es einen weiteren Rotwein.

Ein Spaziergang brachte mich durch die Innenstadt und auf eine Anhöhe, von der ich die drei Ruinen des ersten Tage sehen konnte. Zurück durch die Altstadt erreichte ich den zentralen Park der Stadt. Dort war ein Fest an diesem Abend. Ein Wein und Live Musik waren eine angenehme Abendveranstaltung. 

Wanderung: ~18 Kilometer, ~680 Höhenmeter


31. Mai – Bergheim – Colmar

Es war wieder sehr sonnig an diesem Morgen. Ein Abreisetag – also alles packen nach dem Frühstück. Bevor ich den Campingplatz verlies, kaufte ich noch eines dieser Schoko Croissants und zahlte den Campingaufenthalt – ganze 21 € für zwei Tage. So günstig war das schon länger nicht mehr. Gespart wurde an den Sanitäranlagen und allem anderen dennoch nicht. 👍

Ich fuhr zum nächsten Dorf, nach Bergheim. Von dort startete ich eine Wanderung durch die Weinberge und Wälder. Es gab wieder einige Burgruinen in der Ferne zu sehen. Einzig am Chateau de Reichenberg kam ich direkt vorbei.

Durch insgesamt drei Dörfer führte die Tour. Saint-Hippolyte ist eines der bekannteren davon. Dort waren dann auch gleich deutlich mehr Wanderer zu sehen.

Nach vielen Kilometern kam ich wieder zurück nach Bergheim. Das wurde auf der alten Stadtmauer zum Teil umrundet und dann ging es durch die schöne Altstadt.

Es folgte eine Fahrt nach Horbourg-Wihr zum Campingplatz Camping de I’Ill. Direkt an der Ill bekam ich einen Platz zugewiesen. Allerdings gab es gleich die Warnung zu einem Wetterumschwung. Der Hinweis, das mein Zelt für sowas gut gerüstet ist, ergab einen erstaunten Blick. 

Bei sehr sonnigem und drückendem Wetter baute ich meine Zelt auf. Sicherheitshalber wurden die oberen Schlaufen an denen die Spannleinen befestigt sind um das Gestänge gewickelt, so wie Hilleberg (Zelthersteller) das vorgibt.  Danach fuhr ich zu einem Parkplatz in der Nähe der Altstadt von Colmar. Die rund zwei Kilometer zu Fuß vom Campingplatz waren mir bei dem Wetter nichts.

In Colmar lief ich eine Runde durch die volle Altstadt. Sehr schön und leider sehr voll.

Während der Stadtrunde zog der Himmel langsam zu und es begann zu Donnern. Noch in gemütlichem Schritt lief ich weiter und kürzte ein wenig den Weg zum Parkplatz ab. Ganz kurz vor dem Parkplatz fing es dann an leicht zu tröpfeln. Auf dem Rückweg zum Campingplatz machte ich in einem Einkaufszentrum halt und war doch noch rechtzeitig auf dem Campingplatz und am Zelt bevor es richtig anfing zu regnen.

Eine Regenpause nutze ich um zum Sanitärgebäude zu laufen, um zu duschen. Während des Duschens wurde es wieder mehr Regen und einmal donnerte es sehr laut. Für den Rückweg hatte ich Glück, da der Regen fast ganz nachließ.

Das Abendessen war eine Pizza Diavola mit einem Bier im Restaurant des Campingplatzes. Ein kochen bei dem Wetter erschien mir nicht sehr aussichtsreich. Während ich die Pizza aß, kamen immer wieder heftige Regenschauer und manchmal sogar mit Graupel.

Auf dem Weg zum Zelt, nach dem Essen, bog ich ab um auf Toilette zu gehen. Als ich rauskam, suchte eine Gruppe im offenen Vorraum Schutz, da ihr Zelt überflutet war. Meines hingegen stand noch wie eine Eins. 

Wanderung:  ~13,5 Kilometer, ~290 Höhenmeter


01. Juni – Colmar – Heimreise

Am morgen wurde ich für meine Verhältnisse spät wach. Als ich mich Abends in den Schlafsack begab, regnete es nicht mehr. Ob es über Nach nochmals regnete oder stürmte kann ich nicht sagen, ich schlief gut. 😊

Es folgte wie oft das übliche Abreiseritual. Frühstücken und dann alles packen. Das Zelt war außen von oben noch naß, der Rest trocken. So wurde es in den Packsack von Gestänge und Heringen getrennt gepackt.

Erneut suchte ich den Parkplatz in der Innenstadt auf. Am Sonntag war dieser sogar kostenfrei. 

Noch war wenig los in der Altstadt. Gut um das ein oder andere in Ruhe genauer betrachten zu können. Eine Pause machte ich im MaDam Café. Ein kleines Spezialitäten Café. Vor der Abreise fand ich in einer abgelegeneren Straße ein Geschäft, bei dem ich mich mit Käse, Marmelade und Senf eindeckte. Ein Brot gab es bei einem Bäcker, der auf dem Weg lag. 

Den Abschluß in Colmar gab es an einer Creperie. Ein Crêpe mit zwei Käsesorten war damit mein Mittagessen.

Die Heimfahrt war wie beim letzten Besuch im Elsass leider wieder mit stockendem Verkehr verbunden. Damit brauchte ich fast 1,5 Mal so lange wie bei freier Fahrt.


Resümee

Wieder war es ein erlebnisreiches Wochenende im Elsass. Die Nähe zur Weinroute zeigte sich besonders an den vielen Weinanbaugebieten. Die Gegend werde ich mir für einen Trip für einen Herbst merken. Wenn die Weinblätter sich alle verfärben, alles in Gelb, Orange und Rot leuchtet sieht es bestimmt toll dort aus.

Colmar ist mit seiner hübschen Altstadt ein Besuch wert. Allerdings wissen das viele und so sind die Straßen und Gassen dort sehr voll. Für einen Tag geht das schon…

In der gesamten Gegend sind viele Störche zu sehen und diese werden eben sooft auf Plakaten, Bilder usw. abgebildet. Warum konnte ich nicht ganz verstehen. Liegt vielleicht daran das Störche für mich auch in größerer Anzahl völlig Normal sind.


Nette Begrüßung, wenn man Colmar erreicht.


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Frankreich – Elsass und Straßburg – Mai 2025

Von Melli bekam ich die Info, das Straßburg toll sei und ich doch auch mal dorthin sollte. Die Stadt alleine wäre mir nichts, in einer Kombination mit Wandern und Stadtbesichtigung an einem verlängerten Wochenende könnte schon eher Meins sein.

Da bot sich in 2025 der 1. Mai mit einem Donnerstag gut als Einstieg an. 


01. Mai

Die Fahrt in den Elsass war entspannt. Gar nicht so viel Verkehr und gar kein Stau. Mit einer kurzen Pause kam ich vor Mittag in Saverne an. Außerhalb des Ortes erreichte ich das Chateau du Haut-Barr. Eine Burgruine auf und an Sandsteinfelsen. 

An diesem Tag war dort eine Ausstellung und zudem noch ein Imbissverkauf. Zuerst erkundete ich die Ruine, die sich über mehrere Felsen erstreckt. Begehbar ist jedoch nur ein Teil davon. Zudem geht es auf den oberen Teil immer über Metalltreppen am Fels entlang. Leichtes Entdeckerfeeling. 😀

Nun war es kurz vor Mittag und ich hatte Hunger. Also ab zum Imbiss und erst einmal grübel, was es gibt und wie ich etwas bestellen kann. Eine Cola und Merguez in einem Baguetteteil mit scharfem Senf wurde es. Bei der Bestellung stellte sich am Ende heraus, das ich diese auch in Deutsch hätte vornehmen können. Mit dem Senf hatte die andere Person etwas Probleme mir die Unterschiede mit zu teilen, da sie kein Deutsch und nur marginal Englisch konnte – ich wiederum kein Französisch. Spicy hatte sie dann zum Glück verstanden. Neue Erkenntnis war dann noch, das Coca in Frankreich eine Cola ist und Cola nur mit verständnislosem Ausdruck beantwortete wird. In Peru hätte ich bei Coca was anderes bekommen. 😂

Die Wanderung war als Burgentour beschrieben. Es als Ruinentour auszuweisen wäre wohl richtiger. Von der Ruine Haut-Barr lief ich über den Parkplatz zum Einstieg und war wenige Meter danach schon am alten Telegraphenturm. Ein nicht allzu hoher Sandsteinturm, der leider nicht besichtigt werden konnte. Weiter kam ich dann zum Chateau Grand Gerolseck. Dort waren Ritter und Mittelalterstände sowie ein Imbiss in der Ruine verteilt. Aber nicht nur das, sondern ganz viele Menschen, die ihre Decken ausgebreitet hatten und picknickten. Ein geselliges Treiben.

Die nächste Ruine war die Petit-Gerolseck. Eine kleinere Ruine. Es folgte ein längeres Stück bis zu Le Brotschberg. Eine Lichtung mit einem Aussichtsturm von 16 Metern Höhe, der über die Steinwendeltreppe selbstverständlich erklommen wurde. Ein schöner Ausblick bot sich auf die Lichtung auf der der Turm steht, den Wald und sogar weit darüber hinaus.

Wieder ein längeres Stück brachte mit zur Grotte du Brotsch. Diese erreichte ich oberhalb und musste daher den Wanderweg in Serpentinen nach unten laufen. Die offene Höhle und der Fels darum sind eine beliebte Kletterlokation. Daher war an diesem sonnigen Tag dort einiges los.

Langsam führte der Weg weiter nach unten zu einem Schäferplatz. Dieser entpuppte sich als Lichtung mit einem Gebäude. Hier gab es nichts wirklich interessantes. Daher lief ich direkt weiter. Ein Pfad an einem Hang im Wald brachte mich langsam nach oben. Oben, folgte ich dem Wanderweg so um die Burgruinen Petit-Gerolseck und Grande Gerolseck, das es kaum einen Höhenunterschied gab. Im Gegensatz zum Beginn der Tour. Jede Ruine und auch de Aussichtsturm waren auf einem Hügel und immer ging es dazu hoch.

Am Ausgangspunkt angekommen lief ich wieder zu dem Imbiss. Einen Kaffee und ein Stück Kuchen bestellte ich – diesmal in Deutsch, da ich ja nun wusste das ich verstanden werde.

Zufrieden mit dem bisherigen Tag machte ich mich auf zum Campingplatz in Dossenheim – Camping Au Pays de Hanau. Gelegen am Ortsrand von Dossenheim ist es dort sehr ruhig. Die Anmeldung machte kurz vor 16:00 Uhr auf. Ein Pärchen wartete bereits und nach mir kam auch noch jemand. All zu lange mussten wir nicht warten. Die Rezeption öffnete früher. Das Pärchen und ich hatten unsere Anmeldung schnell erledigt und sind nacheinander zum Bereich für die Zelte. 

Während des Zeltaufbaus wurde ich von meiner Nachbarin (dem Pärchen) mit einem Bier begrüßt. Nachdem ich das Zelt aufgebaut und alles eingerichtet hatte gesellte ich mich zu Ihnen. Bei einem Bier unterhielten wir uns darüber wie bzw. warum wir hier waren. Für mich war es ein verlängertes Wochenende für die Beiden ein Halt am Anfang einer mehrmonatigen Fahrradtour, die bis in die Türkei gehen soll.

Wanderung: 9,6 Kilometer, ~360 Höhenmeter


02. Mai

Die Fahrt nach La Petite-Pierre war spaßig. Eine kleine, kurvenreiche Straßen – wie gemacht für Svarta. 😀

Für diesen Tag stand eine längere Wanderung an. Vom Parkplatz vor der Altstadt und der Burg Lützelstein lief ich in entgegengesetzte Richtung. Durch eine schmale Gasse kam ich auf einen Wirtschaftsweg an vielen Gärten vorbei. 

Der Weg ging in einen schönen Wanderpfad im Wald über. Hoch, eher runter kam ich zum Rabenfelsen mit einer freien Sicht über das bewaldete Tal. In Serpentinen ging es bergab und noch länger den weiteren Pfad bergab bis nach Kohltal. Kurz vorher gab es nochmals Serpentinen bevor es für ein kurzes Stück auf einem schmalen Pfad neben der Straße entlang ging. 

Nicht all zu lange später bog ich nach rechts, vorbei an einem großen Teich. Nach den Teichen ging es wieder in den Wald auf einen Pfad. Vom Startpunkt ging es leicht bergauf, dann gut 140 Höhenmeter nach unten und nun zum nächsten Hügel wieder gut 140 Höhenmeter nach oben, nur um dann gut 150 Höhenmeter wieder runter zu laufen. Allerdings das alles auf einem schönen Wanderpfad bis ich das Rehbachtal erreichte. Von dort folgte ich der einfachen Straße dem Tal entlang bis nach Graufthal, das ungefähr fünf Minuten später erreicht wurde.

In Graufthal lief ich direkt zu den Felsenhäusern, da diese über Mittag nicht zugänglich sind und ich doch hineinschauen wollte. Von vorne sehen die Gebäude fast wie normale (alte) Häuser am Berg aus. Jedoch ist nur die Vorderseite und ein Teil des Daches ein normales Haus. Gebaut in einen Felsüberhang ist der Rest eben genau dies – Fels. Daher sind die Räume reichlich uneben. Da es Sandstein ist, ist es in den Häusern, die Restauriert und als Museum zugänglich sind leicht feucht. Kaum zu glauben, das die letzte Bewohnerin ihr ganzes Leben bis zu ihrem Tod 1958 dort ohne Strom und fliesendem Wasser verbrachte.

Im Ort fand ich ein Café an der Hauptstraße und dort eine leckere Süßigkeit sowie einen Cappuccino. 

Zurück zum Startpunkt folgte ich dem Wirtschaftsweg durch zwei Täler. Anfangs kam ich dabei an vielen Fischteichen vorbei. Diese gehörten wohl einem Angelverein und sehr vielen Privatleuten. Oft mit einer Hütte oder einem kleinen Haus auf dem Grundstück. 

Nur die ungefähr letzten drei Kilometer waren dann wider fast komplett auf einem Wanderpfad. Dort wo der Wanderpfad beginnt, beginnt der Weg wieder deutlich anzusteigen um zur Burg zu gelangen. 

Vor der Burg, die ich von hinten erreichte, folgte ich der Ausschilderung zu einer Zisterne. Ganz nett aber soviel sieht man dort ohne richtig gute Beleuchtung außer dem Loch nach oben zur Altstadt nicht.

Ergo wieder zurück und über einen Zugang zur Altstadt. Heraus kam ich neben dem Zugang zur Burg. Dort gab es im Hof und einem kleinen hübschen Garten nicht viel zu sehen. Ein Laden mit Infos und allerlei Waren gab es noch um sich kundig zu machen bzw. regionale Produkte zu erwerben.

Durch die Altstadt mit ihrer Handvoll an Straßen kam ich wieder auf den Parkplatz und zu Svarta. 

Ohne Rucksack lief ich zu einem Stand mit Eis 😀 am Rand des Parkplatzes. Eine Waffel mit je einer Kugel Zitronen- und Himbeereis wurden es. Bis hierher war ich ungefähr 18 Kilometer gelaufen, da geht auf alle Fälle ein Eis. 😊

Über die selbe spaßige Straße kam ich zurück zum Campingplatz. 

Nach einer ausgiebigen Dusche, es war schon ganz schön heiß unterwegs gewesen, machte ich es mir auf einer Decke vor dem Zelt gemütlich. Im Café in Graufthal hatte ich eine Art Rosinenbrötchen in Gugelhupfform gekauft und dies nun mit einem Kaffee genossen.

Vor dem Abendessen erfolgte ein kurzer Spaziergang im Dorf.

Nach dem Abendessen holte ich mir an der Bar des Campingplatzes ein Bier. Da nicht viel los war, bekam ich es ausnahmsweise im Glas. Sonst gibt es das nur in der Flasche, wenn man es zum Zelt mitnehmen möchte. Weit kam ich nur nicht. Mit ein paar Einheimischen, die an einem Tisch vor der Bar saßen kam ich ins Gespräch und erst ein Dreiviertel Glas später bin ich zum Zelt. Vor dem Schlafen brachte ich natürlich das Glas zurück.

Wanderung: ~18,5 Kilometer, ~650 Höhenmeter


03. Mai – Strasbourg / Straßburg

Beim Aufwachen am frühen morgen regnete es. Also umgedreht und weitergeschlafen. Eine Stunde später wurde ich wieder wach und es regnete immer noch. Daher packte ich alles notwendige für das Frühstück und begab mich vor die Rezeption und Bar. Dort ist ein großer überdachter Bereich mit reichlich Tischen und Bänken. Während meines Frühstücks kam zum einen mein Campingnachbar um Brot, Butter und Marmelade für das Frühstück zu holen. Ein anderer Niederländer kam später, um ebenfalls im überdachten Bereich zu frühstücken. Er erzählte das er die Hügellandschaft des Elsass mit dem Rad auf Gravelwegen überqueren möchte – rund 500 Kilometer.

Während des Frühstücks hörte der Regen auf. So musste ich wenigsten beim Zusammenpacken nicht im Regen hin und her laufen. Das Zelt wurde zwangsweise nass zusammengepackt.

Es folgte ein Fahrt nach Straßburg. Der dortige Campingplatz war leider komplett belegt. So musste ich mir ad hoc eine andere Unterkunft suchen. Das Logis Hôtel Restaurant Au Cerf d’Or wurde es. Somit musste ich noch ein paar Kilometer durch Straßburg fahren. Die gebührenpflichtigen Parkplätze vor dem Hotel waren mir zu teuer (35€ für 3 Stunden). Zwei Straßen weiter fand ich ein akzeptables Parkhaus.

Von dort machte ich mich zu Fuß in die Innenstadt. Im Grunde war ich nach fünf Minuten schon im Trubel. Sehr viele Touristen und zusätzlich war noch Trödelmarkt. Um mich zu orientieren und an den Trubel zu gewöhnen suchte ich das erste Café auf, das ich sah. Einen Cappuccino mit einem Croissant bestellte ich. 

Quer durch die ganzen Straßen, Gassen und Wege am Fluss entlang verbrachte ich viel Zeit in der Stadt. Dabei sah ich verteilt reichlich alte Gebäude, Kirchen und besonders die Kathedrale Notre Dame de Strasbourg, welche über 200 Jahre lang das höchste Gebäude (147 Meter) der Menschheit war. Zwischendurch legte ich bei der Brasserie Bar Le Cintra eine Mittagspause ein. Galettes (zwei Kartoffelpfannkuchen) mit Räucherlachs und Salat war das Mittagessen. 

Unterwegs sah ich viele Patisserien. Sind wohl sehr für das leckere Süße die Elsässer. 😊

Am späteren Nachmittag steuerte ich das Hotel an. Dort konnte ich direkt einchecken. Auf dem Zimmer machte ich es mir gemütlich, war mir die Sonne am Nachmittag mit der drückenden Hitze doch etwas zu viel. 

Nochmals machte ich mich auf, um die Innenstadt zu erkunden, Das Ende dieser zweiten, kleineren Runde war das Parkhaus. Svarta parkte ich dann fast gegenüber dem Hotel. Die Parkplätze dort sind ab 19:00 Uhr kostenfrei und Sonntags den ganzen Tag.

Wieder im Hotel begab ich mich später in das Restaurant des Hotels. Ein bequemer, kurzer Weg. Das Restaurant ist gut bewertet und das bewahrheitete sich dann. Eine Terrine de Baeckeoffe mit salade verte bestellte ich. Aus der Küche gab es zuvor ein kleines Stück Lachs als Gruß, bevor der Eintopf kam. Dieser kam in einem eigenen Topf und die erste Portion wurde mir am Tisch aus dem Topf auf den Teller gereicht. Ein Kartoffeleintopf mit Karotte und Fleischstücken von drei verschiedenen Tieren. Ein typisches Gericht für den Elsass. Im Nachtischmagen war danach noch Platz für einen Rhabarberkuchen mit Baiser. 😀

So voll konnte ich nicht direkt ins Bett, sondern machte mich auf zu einem weiteren Spaziergang. Diesmal im Dunkeln. Einige Bereiche waren schön beleuchtet. Im Hintergrund waren immer wieder Blitze zu sehen, die den Nachthimmel erhellten. Erst als diese gefühlt fast über mir waren machte ich mich auf zum Hotel. Vorher erreichte ich erneut die Kathedrale. Dieses Mal schön beleuchtet. Ein Bild und dann ging auch schon die Beleuchtung aus. Um 22:00 Uhr, wie bereits Mittags um 12:00 Uhr läuteten die Glocken der Kathedrale sehr lange.

Kaum im Hotel gab es einen kleinen Weltuntergang in Form von starkem Regen. Dieser war jedoch nicht von lange Dauer. Zumindest soweit ich es mitbekommen habe bis ich einschlief.

Spaziergänge: ~18,5 Kilometer


04. Mai

Die zwei Fenster des Hotelzimmers zeigten in einen kleinen Innenhof. Da es Abends nicht in das Zimmer regnete lies ich das eine Fenster über Nacht leicht offen. Rein regnete es zwar nicht, aber am Morgen hörte ich beim Wachwerden das Plätschern von Regen. Bis zum Frühstück war noch sehr viel Zeit. Daher drehte ich mich noch einmal um. Kurz nach 7:00 Uhr wurde ich erneut wach. Diesmal stand ich auf. Neben den üblichen Aktionen morgens kam noch das Packen der Tasche. Dann war ich gespannt, was das Frühstücksbuffet so zu bieten hat. Es hatte reichlich zu bieten. 😀 Was für mich neu war, waren die Eier, die roh in einem Glas aufgeschichtet waren. Es gab Halterungen, mit denen man dann ein Ei in einen Behälter mit kochendem Wasser stecken konnte. Frischer geht ein gekochtes Ei bei einem Buffet nicht.

Beim Frühstück lies ich mir Zeit, es regnete ja noch leicht.

Nach dem Check-Out unternahm ich erneut einen Spaziergang. Mit Regenschirm! So langsam lies der Regen nach. Damit konnte der Regenschirm wieder weg. Die Regenjacke genügte für den Spaziergang. Ungefähr eine Stunde war ich unterwegs. Vom Hotel zum Petite France (die Inselgruppe im Westen, wo früher die Gerber waren) und in einem Bogen zurück. 

In der Nähe des Hotels kaufte ich in einer Bäckerei ein kleines Brot und eine kleinere Leckerei (Mürbeteig mit Vanillepudding gefüllt) für Zuhause.

Die Fahrt nach Hause war leicht nervig. Durch den leichten Nieselregen trauten sich viele nicht die Spur zu wechseln und selbst links war oft weniger wie 100 Km/h möglich. Damit dauerte die Fahrt länger und war anstrengender da immer wieder gebremst wurde. 

Am frühen Nachmittag war ich Zuhause. Es war trocken und sollte nicht mehr regnen. Daher konnte ich das Zelt im Garten aufbauen und trocknen lassen.


Resümee

Die Wanderungen haben mir gut gefallen. Der Elsass oberhalb von Straßburg ist auf alle Fälle toll. Selbst das Pärchen hat auf ihrer langen Radtour (sie wollen von den Niederlanden bis in die Türkei) einen ungeplanten längeren Aufenthalt eingelegt.

Straßburg selbst kann in ein zwei Tagen besichtigt werden – je nachdem ob noch die Orangerie, Museen oder Sonstiges eingeplant werden. 

Was auffällt, sind viele deutsche Bezeichnungen von Straßen, Orten, Burgen usw. Kein Wunder, war die Gegen doch in früheren Zeiten ein Teil Deutschlands. Daher können auch heute noch viele dort Deutsch und das machte es mir ohne Französischkenntnisse leichter.

Die Gegend unterhalb von Straßburg und Colmar könnte ich mir für einen weiteren Trip gut vorstellen.


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