Portugal – Lissabon, Porto und weitere Orte – Dezember/Januar 2025/2026

Zum Jahreswechsel geht es in diesem Jahr nicht auf eine Insel. Das südwestliche europäische Festland habe ich mir ausgewählt. Genauer genommen Portugal. 

Es wird damit beginnen, das ein paar Tage in Lissabon verbracht werden und das Ende der Reise bilden ein paar Tage Porto. Somit sind die beiden größten Städte Portugals der Beginn und das Ende der Reise. Zwischen den Aufenthalten in den beiden Städten wird die Region dazwischen und etwas oberhalb von Porto vermutlich bereist. Vermutlich, da die Ideen zu den Zwischenpunkten vom Wetter abhängig gemacht werden und sich somit kurzfristig ändern können.zu


19. Dezember – Lissabon

Der Wecker klingele wie an einem normalen Arbeitstag. Wie üblich ging es ins Bad und dann gab es einen Kaffee. Das war es dann auch mit dem normalen Ablauf. 

Alles war schon gepackt und vorbereitet. So brauchte ich nur noch den Rucksack ins Auto packen und los ging es nach Frankfurt. Ok, schon wieder der Arbeitsweg. Doch nur, da ich wie so oft auf dem Firmengelände parkte und den restlichen Weg zum Flughafen mit der S-Bahn zurück legte.

Der Check-In erfolgte am Vortag bereits automatisch, da ich das in der App so angegeben hatte. Am Flughafen war nur noch das Gepäck am Drop-Off abzugeben. 

In der Nähe des Gates machte ich es mir gemütlich und bestellte ein Porridge und einen Latte Macchiato zum Frühstück. Dann folgte das Vormittagsdrama. Zum einen war der Flieger komplett ausgebucht und somit auch klar, das es eng wird mit dem Handgepäck. Das Boarding allerdings verzögerte sich aufgrund eines Defektes am Flieger. Ein Ersatzflieger wurde fertig gemacht und gut zwei Stunden später startete der Flug nach Lissabon.

In Lissabon nahm ich die Metro zum Hotel. Erste Hürde war in die Metro zu kommen. Eigentlich nur die Kreditkarte an die Zugangskontrolle halten. Eigentlich! Ich wollte mich schon an die Kasse anstellen, als ich bemerkte, das nicht alle Zugangspforten aktiv sind. Also gleich nochmal an einer mit einer grünen Markierung an der Decke. Tada und ich war in der Metro. 

Die Metro selbst scheint schon etwas älter zu sein. Zumindest ist es in ihr deutlich lauter wie z. B. In einer in Frankfurt. Bis zum Halt Alameda nahm ich die Metro der roten Linie. Dort wechselte ich auf die grüne Linie bis Intendente. Beim Verlassen der Metro hieß es erneut die Kreditkarte an den Leser halten um durch die Schranke zu kommen. (Die Abbuchung kommt dann gesammelt Nachts).

Nur noch ein paar Meter zu Fuß und ich war bei meiner Unterkunft für die nächsten Tage. Den Code für die Haustür bekam ich bereits am Vortag. Genauso wie den Code für das Kästchen im den die Zimmerkarte und eine Weinkarte mit einem Guthaben von 10€ waren.

Das Zimmer ist einfach aber recht schick. Bei meinem Zimmer und einem anderen ist das Bad außerhalb. Lustig fand ich, das ein Streifen am Boden von dem jeweiligen Zimmer zum zugehörigen Bad verläuft. Der Schlüssel zum Bad war im Zimmer selbst, neben der Tür. 

Das Lisbon WIne House kann damit durchaus empfohlen werden. Im Zimmer waren sogar zwei Weingläser, eine Weinflasche und eine Wasserflasche (beides gegen Entgelt). Im 1. OG ist eine Weinbar und dort ist die Weinkarte einlösbar.

Es war nun zwar schon späterer Nachmittag, jedoch schien die Sonne und nach dem vielen Sitzen gibt es nichts besseres wie ein wenig Bewegung. Auf der Karte entdeckte ich in der Nähe den Miradouro da Senhora do Monte. Ein Aussichtspunkt in der Nähe – na klar geht es da hin. Somit lernte ich auch gleich was mir zuvor gesagt wurde. Vertraue nicht Google oder irgendwelchen Zeitangaben. Lissabon liegt auf Hügeln und somit ging es selbst auf diesem kurzen Weg reichlich bergab, mehr jedoch bergauf. Dafür entschädigte der Ausblick auf Lissabon, zumal von hier aus gut 80% der Stadt zu überblicken sind.

Nächstes Ziel war Alfama. Natürlich wieder bergab und bergauf. Dabei kam ich fast an der Burg Castelo S. Jorge vorbei. Weiter unten in Alfama kam ich erneut zu Aussichtsplattformen. Nett, können vom Ausblick mit dem ersten aber nicht mithalten. Einzig am letzten Aussichtspunkt war eine Musikerin und eine kleine spontane Bar. Irgendwie ganz nett, ich hatte jedoch Hunger und wollte weiter. 

Es war noch ein gutes Stück zu laufen bis ich am One Time Market angekommen war, der mir im Vorfeld empfohlen wurde. In der Halle herrschte Trubel und es wurde ganz brauchbare Musik gespielt. Bei einem Händler fand ich Bacalao, was ich bestellt. (Bacalao mit Kartoffeln und Spinat. Dazu Brot und Oliven). 

Über die Altstadt suchte ich mir einen Weg zum Hotel. Dabei kam ich an zwei Weihnachtsmärkten vorbei und lief mehreren geschmückten und beleuchteten Straßen entlang. Als ich am Castro – Atelier de Pastéis de Nata vorbei lief, machte ich direkt kehrt. Mir kam ein warmer angenehmer Duft entgegen und einen Espresso wollte ich eh noch trinken. Diesen gab es dort mit einem noch warmen Pastel de Nata. 😊

Auf der Verbindungsstraße zum Rossio Weihnachtsmarkt war die gesamte Straße mit Lichtern behangen. So fiel der bekannte Lift gar nicht mehr auf. Es gab dann dort sogar noch eine Lichtshow, abgestimmt mit der eingespielten Musik. War echt klasse gemacht. 👍

Noch durch den Rossio Weihnachtsmarkt und dann aber wirklich direkt zum Hotel. Eine angenehm warme Dusche beendete den aktiven Teil des Tages.

Stadttour: ~10 Kilometer


20. Dezember – Lissabon

Wie sich beim Frühstück herausstellte, war ich die Einzige, die mit Frühstück gebucht hatte. Dennoch wurde alles aufgetischt, als kämen noch viel mehr. Mir genügte mein übliches süßes Frühstück mit Kaffee.

Bei Sonnenschein verließ ich die Unterkunft und begab mich auf dem Weg zu zwei Parks. Der erste,  war nur ein paar Straßen und Höhenmeter(!) entfernt. Sehr ruhig am Morgen. An dem einen Ende gibt es ein Gedenkmonument mit einer Statue. Unten herum waren ganz viele kleine Grabsteine. 

Nur einen Katzensprung weiter war ich schon am Jardim do Toren. Ein Park über mehrere Ebenen. Ich kam über den oberen Eingang in den Park und hatte damit direkt eine Aussicht auf Lissabon, umgeben von Palmen und exotischen Pflanzen. 

Von dort ging es über ein paar Straßen zum oberen Ende des Elevador de Santa Justa. Ein Aufzug, der zwei Stadtteile verbindet und von einem Schüler von Eifel erbaut wurde. Leider war dieser gerade in Restauration und damit geschlossen.

Über eine Treppe kam ich zum unteren Ende des Aufzuges. Durch die Altstadt erreicht ich den Hauptbahnhof von Lissabon. Wie sich herausstellte, war der Kauf einer Bahnkarte mit 3,40€ für die Hin- und Rückfahrt nach/von Belem deutlich günstiger wie mit der Tram – und auch schneller. 

In Belem lief ich vom Bahnhof zum schon sichtbaren Fluss. Dort war schon einiges Los an der Uferpromenade. Reichlich Jogger begegnete ich und noch viel mehr Touristen. Zuerst erreichte ich über die Promenade das Monument der Seefahrer. Das ist von unten schon sehr anschaulich. Von oben soll man einen tollen Blick auf das Mosaik haben, das sich auf dem Vorplatz befindet. 

So langsam wurde es bewölkter und windiger. Daher ließ ich den Aufstieg links liegen und folgte der Promenade weiter zum Belem Tower. Der war leider ziemlich verhüllt und nicht zugänglich, da er restauriert wird.

Ergo wieder etwas zurück und über den Empire Square Garden zu Altstadt. Es war Mittagszeit und daher suchte ich mir ein Restaurant. Sagen wir mal so, ich wurde satt und den starke Regenschauer überlebte ich im Trockenen. Viiiiel besser war der Nachtisch. Dazu begab ich mich zum Pasteis de Belem. Die Schlange war gar nicht so lange und kaum fünf Minuten später hatte ich ein Platz. Lag vielleicht auch am Regen – das hatte damit auch sein Gutes. Natürlich gab des dort das Original Pasteis de Belem. 😊

Mit der Bahn kam ich wieder zurück nach Lissabon. Auf der Einfahrt erkannt ich zum Fluss hin ein paar Gebäude mit Street Art. Klar, das ich da hin musste.

Über die Altstadt trat ich den Weg zurück zu meiner Unterkunft an. Die Turnschuhe waren nicht wirklich wasserdicht. 🙃

Ausgeruht und mit anderen, trockenen Schuhen begab ich mich am späteren Nachmittag auf eine Street Art Tour. Dies sollte lt. Reiseführer ab dem Miradouro de Garca beginnen. Wie sich herausstellte war der Weg über eine Treppe zum Aussichtspunkt wesentlich interessanter. Dort hatten sich viele Künstler an den Wänden ausgetobt. Eine kleine Truppe war mehr oder weniger mit mir dort unterwegs. Im Gespräch stellt sich heraus, das der Führer der Gruppe der Organisator für diesen Teil der Street Art war.

Wie es dunkel wurde, war ich dann mit der Runde auch soweit fertig, was die Street Art angeht. Auf dem Weg zur Unterkunft kehrte ich bei einem Grill’n’Chill ein. Wie sich herausstellte, von Nepalis betrieben. Ich bestellte mir Chowmein, was ich auf meiner letzten Nepalreise oft aß.

Mehrere Stadttouren; ~20 Kilometer


21. Dezember – Lissabon

Schon am Abend zuvor hörte ich, das ich nicht mehr alleine im Hotel bin. Wie ich zum Frühstück kam war dort schon jemand und insgesamt waren drei Tische gedeckt.

Eigentlich wollte ich zuerst zur Burg hoch, hatte dann meine Meinung auf dem Weg zum Largo (Platz) Martin Moniz meine Meinung geändert. Es war gut bewölkt. Dort am Platz ist eine Endstation der Tramlinie 28 – die ikonisch Gelbe. Mit dieser fuhr ich dann gut 4 Kilometer durch die Straßen Lissabons bis zum Ortsteil Barro Alto. Es war eine schöne Fahrt mit ruckeln, quietschen und allem anderen, was zu so einer alten Straßenbahn gehört. 😀

Die Endstation ist am Platz Prada Luis de Camoes, wo wir alle ausstiegen. Nur wenige Meter weiter ist ein winziger Laden in dem ich einen Cappuccino und ein Pastel de Nata bekam. In dem Laden kann man sogar zuschauen, wie die Pasteis de Nata hergestellt werden.

Über mehrere Straßen von Barro Alto gelangte ich an einen Platz (Miradouro de Sao Pedro de Alcantara) mit einer hübschen Aussicht. Neben dem Platz ging früher die Gloria Funicular. Eine spezielle Bahn für die sehr steile Strecke den Berg herauf. Viel interessanter war es diesen Weg hinunter zu gehen und dabei die Street Art zu betrachten.

Einmal quer durch Lissabon gelaufen (also hoch und runter) kam ich an die Burg Sao Jorge, An der Ringstraße um die Burg fand sich ein kleines Restaurant. Ein Kuchen und ein Cappuccino trank ich dort, während es mal wieder regnete.

Der Eingang der Burg war auf der anderen Seite. Dabei kam ich durch ein paar kleine Gassen und durch die Straßen vor der Burg. In die Burg bin ich nicht, 15€ für einen Ausblick über die Stadt bei bewölktem Wetter war mir nichts. Der Großteil der Burg ist eh nachträglich aufgebaut und damit eigentlich nicht original. Vom Aussichtspunkt des ersten Tages hatte ich bereits eine sehr gute Sicht über Lissabon gehabt. 

Auf dem Weg zurück in die Altstadt nahm ich für die untere Hälfte einen Aufzug, da ich dort gerade vorbei kam. Das dort einer ist, muss man jedoch wissen, denn sonst käme man nicht so einfach auf die Idee in ein Gebäude zu laufen.

Es folgte ein Weg bis zum Fluss. Nun waren die Wolken weg, die Sonne da und damit gefühlt ziemlich warm. Das Wetter konnte sich an diesem Tag zwischen Bewölkt, Regen, blauer Himmel und Sonne nicht wirklich entscheiden und wechselte daher regelmäßig zwischen diesen hin und her.

Am Fluss entlang kam ich zum alten Alfama, das ich durch die schmalen Gassen erkundete. Durch Zufall bekam ich mit, warum es so viele Orangenbäume in Lissabon gibt. Es geht dabei weniger um die eigentlichen Früchte, als vielmehr um den Geruch, der den Stadtmief vertreiben soll. 

Auf dem Rückweg zum Hotel kaufte ich zwei T-Shirts bei Teevolution. Das eine mit dem Bild der Tram 28 und das zweite mit dem Motiv einer Kamera (technische Zeichnung) wurde auf ein T-Shirt meiner Wahl aufgebracht. Diesmal damit keine Seife. 🙃

Am späteren Nachmittag zog ich erneut los. Es war schon kurz nach dem offiziellen Sonnenuntergang. Bis ich unten am Fluss ankam, war es bereits dunkel. Wunderbar, so konnte ich den großen Weihnachtsbaum am Platz vor dem Fluss in voller Beleuchtung sehen. 

Der weitere Weg führte an diesem Abend wieder zum Time Out Market. Ein Bacon-Hamburger mit Pommes war mein Abendessen.

Kreuz und quer lief ich danach durch die Straßen und schaute mir die Beleuchtungen in den Straßen und Plätzen an. 

Mehrere Stadttouren; ~18 Kilometer
Tram 28: ~4 Kilometer


22. Dezember – Peniche

Beim Frühstück war ich wieder alleine, wobei noch zwei andere Gedecke auf Tischen auf Gäste warteten. Eine habe ich zumindest kurz gesehen, sie war zum Rauchen auf der Terrasse neben dem Frühstücksraum.

Am Vormittag unternahm ich eine kleine Tour in den Straßen nahe dem Hotel. Beim Frühstück regnete es, als ich los lief nicht und während der kurzen Tour gab es einen Regenschauer, weshalb die Runde wirklich kurz war.

So um 10:00 Uhr packte ich meine Sachen und machte mich mit der Metro auf den Weg zum Flughafen. Dort wurde ich per Shuttle zum Mietwagen Center gefahren. Die Formalitäten waren schnell erledigt, da ich zuvor schon das meiste Online erledigt hatte. Ein kleiner Fiat 500 Berlingo (auf der Klappe stand allerdings Panda!) wurde mir überlassen.

Das die Mietwagenstation nicht direkt am Flughafen ist, ist nicht unbedingt von Nachteil. So war ich dann ziemlich schnell auf der Autobahn nach Norden. Vorbei an Obidos nach Peniche

Das Hotel war eines der großen Bettenburgen am Anfang von Penicho. Nichts persönliches, dafür sauber mit großzügigem Raum und relativ günstig im Winter für zwei Nächte. Check-In ist zwar eigentlich erst ab 15:00 Uhr und es wären noch fast zwei Stunden bis dahin gewesen. Da es jedoch Nebensaison ist, bekam ich direkt ein Zimmer.

Die Tasche wurde zuerst ausgepackt. Die Wanderschuhe und die Regenjacke waren mir für meine Tour wichtig. Der Himmel war ziemlich dunkel und für den späteren Nachmittag war Regen angesagt.

Vom Hotel ging es über die Straße, direkt in die Dünen. Der Sandstrand dahinter soll über sechs Kilometer lang sein. Von dort, wo ich nach Peniche lief, war es bei weitem nicht so weit. ABER: Laufen am Sandstrand. 😀

Am Ende des Sandstrandes ging es durch den Ort und dann zu der kleinen Halbinsel Ilheu da Papoa. Eine relativ einfach Tour war die Umrundung dieser Halbinsel. Dafür krachten die Wellen umso beachtlicher an die Klippen.

Es folgte noch ein Spaziergang zum Zentrum von Peniche. Leider fing es dann wirklich an zu regnen. Durch das Wetter mag der wenig spannende Ort noch trüber ausgesehen haben als er womöglich ist. Im Café Pastelaria Calé II gab es allerdings einen leckeren Apfelkuchen und Cappuccino mit Zimt. 

Den Schluss der Tour bildete der wenig interessante Weg von der Altstadt zum Hotel.

Später machte ich mich dann mit dem Auto zurück zur Altstadt. Vor der Brücke zur Altstadt gibt es einen großen Parkplatz, der kostenfrei ist. Von da waren es keine fünf Minuten bis zum Restaurant Entre Irrmaos. Ich entschied mich für einen der tagesfrischen Fische, die zuvor präsentiert wurden. Der Fisch mit Beilagen war richtig lecker. 😋

Auf dem Weg zum Restaurant hatte es freundlicherweise nicht geregnet. Während des Essens schon, was mich im Trockenen sitzend nicht störte. Beim obligatorischen Verdauungsspaziergangs regnete es wiederum nicht. Mit der weihnachtlichen Beleuchtung sah Peniche dann nicht mehr ganz so trostlos aus.

Stadttour Lissabon: ~3 Kilometer
Tour in/um Peniche: ~10 Kilometer


23. Dezember – Obidos – Vila Natal

Das Frühstück erfolgte heute etwas später. Es sollte nach der Wettervorhersage den ganzen Morgen regnen. Ein guter Grund ein wenig länger in den Federn liegen zu bleiben.

Das Hotel ist für reichlich Gäste ausgelegt, weshalb der Frühstücksbereich groß ist. Dennoch war das Frühstück ohne großen Lärm verbunden, denn nur ein paar Gäste kamen während ich frühstückte.

Danach wollte ich es mir im Hotelzimmer gemütlich machen und den größten Regen abwarten. Daraus wurde nichts, denn so richtig regnen wollte es dann doch nicht. Also packte ich meine Sachen und machte mich auf. Zuerst in den nächsten Supermarkt um ein paar Flaschen Wasser für die nächsten Tage zu kaufen. Mit dem Autochen ging es dann weiter in die Innenstadt. Eine Stelle die ich Abends entdeckte wollte ich bei Tageslicht ansehen. Es ist eine kleine Bucht mit einem Meerzugang unter der Festungsmauer hindurch. Da Ebbe herrschte, war diese kleine Bucht jedoch nicht besonders toll anzusehen.

Eigentlich zu früh, machte ich mich dann auf zu meinem eigentlichen Tagesziel. Obidos, das eine hübsche Altstadt, umrundet von einer Burgmauer, vorweisen kann. Direkt angrenzend gibt es zwei große, kostenpflichtige Parkplätze und ein paar Meter weiter einen großen kostenfreien. Die Menge an Parkplätzen ist durchaus berechtigt. Obidos ist die portugiesische Weihnachtsstadt – daher auch Vila Natal (Weihnachtsdorf).

Durch das angesagte Regenwetter war zum Glück nicht so viel los.Die weihnachtliche Ausrichtung begrenzt sich fast auf die zentrale Straße zum Schloß. Zumindest der kostenfreie Bereich. Für das Schloß selbst benötigte es ein Ticket für 10 €. Im Schloßbereich wurde einiges geboten. Zur Mittagszeit bestellte ich an einem Stand einen Burger, der mir genügte.

Eine kleine Bäckerei an der Hauptgasse war Vormittags mein Ziel für eine Kleinigkeit und später noch für ein Chorizo Brot. Das Capinha d’Óbidos ist eine Bäckerei, die dafür bekannt ist. Es sind kleine Weißbrote, in die die Wurst in Schieben in einem Holzofen mitgebacken wird. 😋

Natürlich hatte es immer mal wieder einen Regenschauer gegeben. 🙃 

Am Ende bot sich ein Weg oben um die Burgmauer an. Diesen brach ich jedoch ab, als es wieder zu regnen begann und mir nicht klar war wie weit ich noch laufen müsste um wieder von der Mauer herunter zu kommen. Abgesehen davon bietet sich von der Mauer ein interessanter Blick zu beiden Seiten der Mauer.

Im Hotel angekommen wollte ich nur die Jacke wechseln und die Zeit am Strand nutzen bevor es wieder regnen sollte. Der Regen war schneller. 😅 Also eher faulenzen. Als der Regen aufhörte bin ich in das Nachbardorf Baleal gefahren. Dort verbindet ein Strand zwei Ortsteile und zugleich waren hier einige mit ihren Surfboards im Wasser, denen ich zuschauen konnte. 

Am Ende von Baleal ist eine Landzunge, auf der früher ein Fort war. Viel ist davon nicht mehr zu sehen. Macht jedoch nichts, denn die Felsformationen dort mit den sich brechenden Wellen gaben ein ausreichendes Spektakel.

Der ordentliche Wind zerzauste ordentlich die Haare. 😅 Den Weg zurück fand ich dennoch. 

In Peniche steuerte ich, als ich dort ankam gleich das Café vom Vortag an. Ein Käsekuchen und einen Cappuccino gab es. 

Nun wollte ich noch an das westliche Ende von Peniche mit dem Auto, das sich über die gesamte Halbinsel erstreckt. Das war von der Innenstadt gar nicht so einfach. Eine eindeutige Ringstraße war nur auf der Karte zu erkennen. Über verschiedene kleine Straßen und Gassen fuhr ich daher eher nach Gefühl und kam doch tatsächlich am westlichen Leuchtturm an. 😀 Die Sonne zeigte sich gerade so noch am Himmel für ein paar Bilder der Felsenküste im Abendlicht.

Stadttour: ~5 Kilometer


24. Dezember – Nazaré – Coimbra

Ausgiebig wurde gefrühstückt. Die Tasche gepackt und zum Auto gebracht. Bevor ich fuhr, machte ich mich noch kurz auf zum Strand. Über die Straße, über die Dünen und schon war ich da. Ein kilometerlanger Strand in der frühen Morgensonne. Hat schon was.

Die Fahrt nach Nazaré war eher langweilig. Die zwei letzten Gänge des FIAT’s wollten heute nicht mehr. Warum auch immer. Naja, der vierte Gang mit einer höheren Drehzahl brachte wenigstens etwas Leistung. Bei jeder Steigung musste ich diesen eh immer nutzen.

Wenn möglich, scheinen die Portugiesen es zu lieben ihre Städte auf Berg und Tal auszulegen. Die Altstadt von Nazaré mit dem schönen Sandstrand liegt unten. Ein Ortsteil von Nazaré wiederum sehr weit oberhalb. 

Einen Parkplatz sucht ich mir im oberen Ortsteil, denn von dort war es nicht mehr so weit bis zum bekannten Leuchtturm, von dem aus die Big Waves zu sehen sind. Die Wellen von dort wirken wirklich top. Zumal sich am Vormittag zwei Surfer immer wieder an größeren Wellen versuchten. Diese Wellen waren zwar weit weg von den Big Waves mit ihrer Höhe, aber dennoch nicht zu unterschätzen. 

Wo waren denn nun die Big Waves? Im Winter ist die Saison dafür, jedoch bilden sich die größten Wellen nur, wenn im Atlantik ein Sturm herrscht und das Meer von Grund auf in Wallung bringt. Von einem Sturm war nichts vorausgesagt und bei dem sonnigen Wetter auch nicht zu erwarten. 

Wo ich schon mal da war, bin ich runter in die Altstadt gelaufen. Diese zeichnet sich durch viele schmalen Gassen aus, die abgesehen von den Verbindungsgassen alle gerade zum Meer hin laufen. Durch Zufall kam ich an der Markthalle vorbei. Dort bin ich natürlich hineingegangen. Es war einiges los dort. Die meisten Stände boten Obst und Gemüse an. Ein paar Käse und Milchprodukte, Backwaren oder sonstiges. Für Fleisch gab es einen abgetrennten Raum.

Die anderen Ortsteile sind angeblich nicht so interessant. Wirklich was los ist in Nazaré im Sommer, zur Badesaison und nur für die Profis sind die Big Waves – dafür braucht es eine offizielle Genehmigung.

Der Erbauer des Elevadores Gloria in Lissabon hat sich in Nazaré mit einer Standseilbahn verewigt. Ein günstiger und bequemer Weg für mich nach oben zu kommen.

Ah, Mittagszeit. Am Ortsende, wo die Straße zum Leuchtturm verläuft stehen einige Imbissstände. Selbst an solchen Tagen mit normalen Wellen sind eine Menge Leute zum Leuchtturm unterwegs. Für die Imbissstände gibt es somit fast immer Kunden und an diesem Tag mich. Einen Koxa-Burger bestellt ich mir. Lecker. 😋

Da ich nicht sofort losfahren wollte, bin ich nochmals zum Leuchtturm und abseits davon den Pfad nach unten. Bis zum Strand führt dieser jedoch nicht. Ein ganz anderer Pfad brachte mich später zum Strand. Am Strand war fast gar nichts los. Die Wellen sahen am frühen Nachmittag nicht mehr ganz so imposant vom Strand aus, als sie es Vormittags von oben hatten. Nun, die Wellen Morgens und Abends sind grundsätzlich dort ausgeprägter. Imposant war das Schauspiel der sich brechenden Wellen so oder so.

Einen anderen Weg nahm ich zurück zum Auto. Dort lies ich fast alles und suchte ein Café auf. Ein kleines in einer Seitenstraße war es. Gut besucht war das O Redondo und soweit ich es einschätzen kann fast nur Einheimische.

So, es stand die zwei Fahrt des Tages an. Nach Coimbra. Ebenfalls ziemlich ereignislos. Mittlerweile hatte ich mich an gelegentlichen Mautstationen gewöhnt. Bei der Buchung des Autos hatte ich dies mit der Option für die Mautstationen gemacht. Somit konnte ich immer schön durch die mit N bezeichneten Durchfahrten fahren und nirgends halten oder gar vor Ort zahlen.

Gerade am Parkplatz in Coimbra angekommen, meldete sich das Hotel per WhatsApp um meine Ankunft zu erfahren. Bin auf dem Weg vom Parkplatz war meine Antwort. Der Parkplatz war auf der anderen Flussseite. Dieser ist kostenfrei, dafür galt es ein paar Meter mit dem Gepäck zu laufen.

Die Zero Box Coimbra. Gebucht hatte ich die Übernachtung vor dem Mittagessen. Eine neue Art der Übernachtung mit den Boxen anstatt Zimmern. Die Begrüßung war sehr freundlich. Es gab sogar ein Bier (Carlsberg) zur Begrüßung. Die Box ist einfach aber gemütlich mit der Ambientebeleuchtung. Im hinteren Teil der Box ist das Bad. Also alles da – nur eben kein Fenster. 

Nach der Autofahrt unternahm ich einen Spaziergang durch die Altstadt, die fast am Hotel beginnt. Ein wenig bewegen und schauen wie die weihnachtliche Beleuchtung hier ist. Dabei entdeckte ich ein paar Stellen, die ich mir am nächsten Tag auf alle Fälle ansehen möchte.

Duschen und Abendessen Das Abendessen gab es im Bios (im Hotel). Leckere Linguine Gamberi und danach noch Schokolade mit gesalzenem Eis. Das Essen war gut und nebenbei kann man den Köchen sogar zusehen. Apropos nebenbei: Ein Teil des Bixos ist eher Bar mit Stühlen und Sofas. Der Abend wurde mit Musik der 70’er und 80’er begleitet. 👍

Spaziergang Nature: ~9 Kilometer
Spaziergang Coimbra: ~2,5 Kilometer


25. Dezember – Coimbra

Der Schlaf in der Box war angenehm und sehr ruhig. Es war auf alle Fälle gut, den Wecker zu stellen Ohne ein Fenster verliert man das Zeitgefühl.

Das Frühstück war im Restaurant im ersten Stock. Dort wo am Abend zuvor die Köche ihre Arbeitsfläche hatten, war am Morgen das Frühstücksbuffet aufgebaut Es gab reichlich Auswahl. Sogar eine heiße Platte und Teig für Pancakes sowie Crêpe stand bereit. Zum Abschluss meines Frühstücks machte ich mir noch zwei Pancakes. Das ist nämlich Self Service. 

Es sollte ein sonniger Tag mit Bewölkung werden – meinte die Wettervorhersage. Es war dann eher bewölkt mit gelegentlicher Sonne. Auf alle Fälle war es gefühlt deutlich kühler wie die Tage zuvor. In der Box verkriechen ist nicht! Warm eingepackt machte ich mich auf einen Spaziergang am Vormittag. Am Ende gab es einen Kaffee und eine Süßspeise.

In meiner Box machte ich die Planung für die nächsten Tage und buchte für zwei Tage eine Unterkunft in Pinhão. Für den Weg am nächsten Tag dorthin legte ich damit gleichfalls einen Plan bereit. 

Am Nachmittag erfolgte nochmals ein Spaziergang durch Coimbra. Dabei entdeckte ich den Bahnhof. Dieser ist verschlossen gewesen und selbst die Gleise hatten schon gefehlt. Könnte ein Lost Place werden. Coimbra hat für den Nahverkehr auf Metrobusse umgestellt. Alle Busse fahren rein elektrisch! Der Bahnhof wird ersetzt werden durch eine Busstation, die hinter dem Bahnhof im Bau ist. 

Mit der untergehenden Sonne bot sich auf Teile von Coimbra eine schöne Färbung der Gebäude. 😊

Das Abendessen war wieder im Bixos wie am Vorabend. Ich wählte das Ragú aus. Am Vortag hatte ich mit ansehen können, wie dieses zubereitet wird. Ein Pfännchen wird mit Nudelrollen gefüllt und darin kommt dann das Ragú (eine Fleischsoße ähnlich der Bolognese). Alles schön überbacken mit Käse.

Spaziergänge: ~14 Kilometer


26. Dezember – Viseu – Pinhão

Breakfast and go. Mit dem gesamten Gepäck hieß es wieder den einen Kilometer zum Auto laufen. Puh. Da macht sich das Gewicht schon bemerkbar. Die Tasche ist zwar als Rucksack tragbar aber eben doch kein richtiger Rucksack. 

Gestern war es noch bewölkt, heute ist strahlend blauer Himmel. Dafür ist es jedoch deutlich kälter geworden. Die Frontscheibe des Autos hatte eine leichte Eisschicht. 

Alles war im Auto verstaut und ich machte mich auf den Weg, Schon in der nächsten Straße kam ich an einer Tankstelle vorbei. Über den nächsten Kreisel ging es zurück um zu tanken. Der nächste Kreisel brachte mich danach wieder auf den eigentlichen Weg nach Viseu.

In der Innenstadt von Viseu gibt es nahe einem Einkaufszentrum einen kostenfreien Parkplatz. Dafür musste ich nur an zwei Straßenkreuzungen abbiegen und zuvor durch mind. 10 mehrspurige Kreisel fahren. Kreisel mögen die hier.

Nahe dem Parkplatz geht eine kostenfrei Standseilbahn hoch zur Altstadt. Nur halt nicht an diesem Tag. Damit durfte ich die steile Straße nach oben laufen. Ein paar Straßen weiter fand ich ein kleines, gemütliches Café – Simplesmente Bolo.

Dann machte ich mich auf um die Altstadt zu erkunden. Diese ist nicht all zu groß und war an diesem Feiertag nicht überlaufen. Viele Häuser sind in einem ordentlichem Zustand. Dazwischen befindet sich hin und wieder etwas verlassenes oder baufälliges. Viseu wurde mal als lebenswerteste Stadt Portugals bezeichnet. Das bedeutet jedoch scheinbar nicht, das alles glänzt. 

Am Ende des Spaziergangs bin ich wieder beim Simplesmente Bolo für ein Mittagessen gelandet. Für unter 10€ bekam ich ein ausreichendes Mittagessen mit Nachtisch und Kaffee. 👍

Auf dem Weg zum Auto passierte ich das Einkaufszentrum, das ich mir anschaute. Es hatten sogar fast alle Geschäfte auf.

Mit gutem Wetter fuhr ich weiter nach Pinhão. Natürlich in und um Viseu durch nochmals mind. 10 Kreisel. Auf dem Weg nach Pinhão fuhr ich die letzten 20 Kilometer am Fluss Douro entlang. Der Fluss, an dem viele bekannte Weingüter ihren Sitz haben. 

Da ich nach 16:00 Uhr dort ankam, konnte ich sofort mein Zimmer beziehen. Der Ort lag zwar bereits im Schatten, die Sonne war allerdings noch nicht völlig untergegangen. Somit unternahm ich einen Spaziergang im Ort. Wie sich herausstellte eher Dorf. Das herausragendste ist der Bahnhof mit seinen tollen Kachelbildern. 

Die Region am Douro ist die Weinanbauregion in Portugal. So war es nicht verwunderlich das ich bei meinem Spaziergang einige Läden mit (Port)Weinverkostungen sah. 

Abends unternahm ich nochmals einen Spaziergang um ein offenes Restaurant zu finden. Das einzige offene, das ich gefunden hatte war im Hotel The Vintage House neben dem Bahnhof. Hochpreisig, aber dafür bin ich satt geworden.

Der Weg zur Unterkunft war ziemlich frisch mit +2 Grad. Auf dem Weg zum Essen hatte ich schon das Gefühl, das bald die Gehwege hochgeklappt werden, zurück auf alle Fälle. Pinhão wird immer als der Ausflugsort am Douro genannt – im Winter ist dort nichts, gar nichts los.

Spaziergänge: ~10 Kilometer


27. Dezember – Pinhão

Der Blick morgens aus dem Fenster passt nicht zur Wettervorhersage. Blauer Himmel und Sonne den ganzen Tag. Was aber machten dann die Wolken, die bis fast zu den obersten Häusern reichten hier? Vielleicht wird es ja noch was. Erst mal Frühstücken. Dazu gab es ein kleines Büfett im Erdgeschoß und sogar ein frisch zubereitetes Spiegelei. Vermutlich bin ich der einzige Gast und daher das übersichtliche Büfett, bei dem es nichts auszusetzen gab.

Zwei Frauen saßen schon an einem Tisch und die Bedienung kam, nachdem ich meinen Kaffee bekam zu Ihnen. Ah, Locals. Es gesellten sich später noch zwei zu der Gruppe. Zumindest war ich so nicht alleine im Frühstücksraum, was manchmal komisch ist.

Und siehe da, während des Frühstücks verzogen sich die dunklen Wolken. Frische 0 Grad, blauer Himmel und Sonne. Da geht doch eine Wanderung. 

Durch den Ort ging es auf den Wanderweg PR20 den Hügel hoch. Links und rechts des Weges wird dieser von Hängen mit Weinstöcken begleitet. Alle bereits für das nächste Jahr geschnitten. Weiter oben kamen Olivenbäume hinzu. An den PR20 habe ich einen Teil des PR19 ab dem einen Dörfchen auf dem ersten Hügel angehängt. So ging es noch etwas weiter vom Fluss Douro weg in das Hinterland. 

Im Schatten waren manche Stellen noch mit Raureif belegt. Wo die Sonne schon den Boden wärmte, war dieser verschwunden. Insgesamt war es in der Sonne sehr angenehm. Das Thermometer stieg auf 8 Grad während der Wanderung. Was ich teils wärmer empfand. 

Unterwegs traf ich einen Winzer, der sich um seine Rebstöcke kümmerte und mir bei der Wahl des richtigen Weges half. Der PR19 und der PR20 sind zwar mit Markierungen versehen, diese aber nicht immer ausreichend und manchmal irreführend. Hilfreich waren auf alle Fälle die zuvor von der offizielle Seite der Region heruntergeladenen GPS-Strecken. Doch diese waren ebenfalls ungenau. Die Kombination aus beiden hatte zum gewünschten Ergebnis geführt.

Im weiteren Verlauf konnte ich immer wieder vereinzelt Personen sehen, die sich um die Olivenbäume kümmerten. Meistens ging es eher um die Ernte, einmal ums Holz machen.

Bevor ich wieder nach Pinhão kam, lief ich sogar an einer Orangenbaumplantage vorbei. Einzelne Bäume hatte ich zuvor schon gesehen, hier war es eine ganze Plantage.

Im Ort steuerte ich kurz vor der Unterkunft ein Café an. Einen Kaffee und etwas Süßes gab es zum Abschluss.

Frisch geduscht und ausgeruht machte ich mich auf zu einer Dorfrunde. Bei Sonnenschein sah der Ort nicht mehr ganz so trostlos aus. Die Bahn, Busse und Schiffe hatten zudem einige Tagestouristen gebracht, die den Ort belebten.

Bei der Dorfrunde kehrte ich im Quinta do Naval ein. Eine Käseplatte und zwei Portweine zum probieren wurden bestellt. Die drei Käsesorten waren von Ziege und Schaf, ohne deren intensiven Geschmack. Der Käse kam von einem lokalen Erzeuger, der nur an Geschäfte ausliefert und nichts zum allgemeinen Verkauf. Von den beiden Portweinen hatte mir der Tawny 10 Years deutlich besser geschmeckt wie der erste Late Bottled Vintage 2019. Beide von Quinta do Naval.

So gefüllt (die beiden Portweine genügten 😅) ging es in die Unterkunft zurück.
Relaxen und die Übernachtung für den nächsten Tag in Braga wurde gebucht.

Am Abend ging es auf die Suche nach einem Restaurant. Das eine, das Valedouro, das ich im Blick hatte, hatte nun geöffnet. Wobei eigentlich erst ab 19:30 Uhr und das wären noch fast 10 Minuten zu warten gewesen. Ich wurde sehr freundlich empfangen und bedient im fast leeren Restaurant. Während des Essens (Iberico-Schwein mit Kartoffeln und Gemüse) füllt sich das Restaurant vollständig. Es war somit gut gewesen, so früh dort zu sein.

Wanderung: ~13 Kilometer, ~600 Höhenmeter


28. Dezember – Guimarães – Braga

Ein freundlicher und kühler Morgen begrüßte mich. Zum Frühstück gab es wieder die leckeren, selbst gemachten Marmeladen (Feige und Süßkartoffel-Ananas). 

Da es ein Abreisetag war, wurde alles gepackt und in das Auto verfrachtet. Bei gutem Wetter fuhr ich bis nach Guimarães. Diese Stadt ist nicht besonders groß, hat für Portugal jedoch eine besondere Bedeutung. Hier wurde Portugal sozusagen vor ein paar Jahrhunderten gegründet. 

Beim Spaziergang durch die Altstadt gab es ein paar Gassen und mehrere Plätzen zu sehen. So wirklich interessant fand ich diese jedoch nicht. Die Burg und das Schloß fallen eher auf. Der Erbauer des Schloßes wollte es wohl warm haben und daher hat das Schloß, was von außen ein großer Block ist, ganz viele Backsteinschornsteine. Im Schloß war ich nicht, da mir die Warteschlange viel zu lange war. 

Nach der Erkundung fuhr ich weiter nach Braga, der drittgrößten Stadt von Portugal. Das Hotel liegt sehr günstig am Rand der Altstadt. So konnte ich nach dem Check-In direkt einen Spaziergang unternehmen. Hier war viel los an diesem Sonntag. Auf einem Platz gab es eine Musikgruppe, die mit mehreren Akkordeons, Kastagnetten und Gesang einen mitgehenden Rhythmus hervorbrachte. Es bildet sich ein größere Traube um diese Gruppe und sogar reichlich Paare darum, die dazu tanzten.

Im weiteren gab es einen Gitarrenspieler und einen ganzen Chor zu bestaunen. 

Im dunklen gab es wieder einen Spaziergang um die Beleuchtung der Straßen und Plätze zu bestaunen. Und natürlich für das Abendessen.

Spaziergang Guimarães: ~6,5 Kilometer
Spaziergang Braga: ~3,4 Kilometer


29. Dezember – Braga – Viana do Castelo

Im Vergleich zu den letzten Tagen gab es ein Frühstück in einem größeren Hotel. Aber: Eher enttäuschend. Die Auswahl an Brot und Brötchen war gut, die an Marmelade eher weniger. Nur eine Sorte und die abgepackt. 😕

Die nächste Überraschung war ein “Parkticket” am Auto. Sonntags und Feiertags sollte das Parken in der Nähe des Hotels kostenfrei sein. Ich hatte beim Check-In extra nachgefragt. Die Stadtpolizei sah das wohl anders.

Was soll es, ist nun mal so. Es begann eine Fahrt von einer dreiviertel Stunde bis zum Meer. Es sollte auf eine Wanderung gehen. Der Startpunkt ist in der Nähe von Esposende, dort wo der Rio Neiva ins Meer fließt. Die Wanderung begann sehr schön am Fluss bis zur Mündung ins Meer und dort entlang. 

Es folgte ein Schleife durch das Örtchen und nochmals am Fluss entlang bis es nach Süden in eine Gegend mit gelegentlichen Wäldchen ging. Im Ort kam ich an einem Gelände vorbei, wo ein Hund deutlich bellte. Der Besitzer kam aus dem Haus und sprach mich an – verschwand kurz und kam mit dem Schlüssel für das Tor zurück. Wir unterhielten uns, während der Hund seine Streicheleinheit bekam. Das Bellen war ein freudiges „da kommt jemand“.

Über die Dünen verlief der Weg fast komplett zurück. Das letzte Stück von den Dünen zum Örtchen war durch einen kleinen Wald. Der eigentliche Weg war schon fast zugewachsen. Der Übergang von diesem Weg zu einer Seitenstraße war ebenfalls nicht so einfach. Ohne Eile war diese alles kein Problem.

Am Parkplatz angekommen, gab es eine Überraschung. Da lies jemand sein Miniaturflugzeug fliegen.

Von hier waren es ungefähr 25 Minuten bis zum Hotel in Viana do Castelo. Eine Stadt an der Mündung des Lima in den Atlantik.

Bevor ich das Zimmer beziehen konnte wagte ich einen Spaziergang in der Stadt. Nun, das war im Grunde auch nötig, da ich für den Check-In zu früh dran war. Wie schon aus anderen Städten dieses Urlaubes kennen gelernt, war auch in Viana do Castelo in der Altstadt Musik zu hören. Hier waren es keine typischen Weihnachtslieder sondern Shakira mit Waka Waka oder Boney M mit Ra Ra Rasputin. Das mit dem sonnigen Wetter machte direkt Laune. 😀

Ein, zwei Cafés fanden sich während des Spaziergangs. Dann wollte ich zur Basilika Santa Luzia, die oben auf dem Hausberg thront. Zum bequemeren hoch kommen, gibt es einen Elevador de Santa Luzia – eine Standseilbahn wie die in Coimbra. Wie sich herausstellte wollte diese nur nicht an diesem Tag fahren. Somit nahm ich die über 680 Stufen zu Basilika zu Fuß. 

Abgesehen von der Basilika selbst, gibt es die Möglichkeit für einen Rundumblick von der Spitze der Basilika aus. Der Zugang kostete 2 €. Damit kann man dann den Aufzug nehmen um den größten Teil in der Basilika nach oben zu kommen. Da ich schon zu Fuß bis zur Basilika gelaufen bin, bin ich natürlich auch in der Basilika nach oben gelaufen. Am Anfang ist dies eine Treppe um den Aufzug herum bis zu einem Abgang. Ein paar weitere Stufen führten zu einer gemauerten und sehr, sehr engen Wendeltreppe. Zur Regelung gibt es sogar eine Ampel. Die Ampel war grün und ich konnte direkt weiter gehen. Das war schon nicht ohne. Aber dann kam noch eine eiserne Wendeltreppe. Am Ende der Treppe war ich dann am höchsten begehbaren Punkt der Basilika mit einer super Aussicht.

So wie ich hoch gekommen bin, ging es wieder über die ganzen Stufen runter in die Stadt. Dort machte ich keine weitere Runde, sondern bin direkt zum Hotel. Nun konnte ich mein Zimmer beziehen und duschen.

Für das Abendessen entschied ich mich für das Casa Primevera. Ein traditionelles Restaurant, bei dem man fast nur mit Portugiesisch weiter kommt. Hier gibt es frischen Fisch und Meeresfrüchte zu günstigen Preisen. Fisch muss man hier aber auch wirklich mögen. Der Kühlraum und die Küche sind auf entgegengesetzten Seiten des Gastraumes und so wurden oft Fisch und Meeresfrüchte von der einen zur anderen Seite getragen.

Nach dem Essen kam ich mit zwei anderen Gästen ins Gespräch. Wir unterhielten uns angeregt. Während ich in das Restaurant kam war vorne einiges besetzt und hinten, wo ich einen Tisch zugewiesen bekam fast leer. Während des Essens und der anschließenden Unterhaltung füllte sich das Restaurant komplett. Es war deutlich zu sehen und hören, das die Mehrheit aus der lokalen Bevölkerung kam. 

Wanderung: ~9,5 Kilometer
Spaziergang: ~9 Kilometer


30. Dezember – Porto

Das Frühstück in dem Hotel in Viana do Castelo war zumindest für mich nichts besonders. Für jemanden mit mehr Interesse an Fleisch und Käse zum Frühstück wäre es bestimmt anders. Satt geworden bin ich zumindest.

Bei einem Gespräch am Vorabend nach dem Essen, wurde ich auf den nahen Strand aufmerksam gemacht. Bei strahlender Sonne fuhr ich vom Hotel auf die andere Seite des Flusses und war schon am Strand. Dieser teilt sich auf zwei Bereiche auf. Der erste, ein nicht all zu großer Sandstraße liegt mit Blick auf die ein- und ausfahrenden Schiffe sowie der gesamten Hafenanlage.

Den Strand, der leer war, hatte ich schnell hinter mir. Es waren ein paar Meter auf einem festen Weg bis zum Ende der Bucht. Dort nach links, beginnt der eigentlich interessantere Sandstrand. Viel länger und mit genügend Wellen für die ganzen Surfer, die schon früh morgens im Wasser waren. An diesem Strand und in den Dünen dahinter sind mehrere Surfschulen.

Durch die Dünen, auf einem festen Holzsteg, ging es zurück bis fast zum festen Weg vom Anfang. Über diesen Weg kam ich anschließend zum Parkplatz.

Kaum eine halbe Stunde später war ich in Fão bei Esposende. Hier unternahm ich einen Spaziergang beginnend im Mündungsbereich des Rio Cávado zum Meer. Auf der östlichen Seite der Landzunge ist der Weg ein Bohlenweg durch das Marschgebiet und geht später durch Dünen. Auf der westlichen Seite, brandeten die Wellen des Atlantiks gegen den Sandstrand. Diesem folgte ich bis zu drei markanten Hochhäusern am Strand. Den Strand verließ ich und lief die dort befindliche Straße entlang bis ich wieder beim Auto war.

Es folgte die letzte Fahrt mit dem FIAT. Ziel war der Autovermieter in der Innenstadt von Porto. Vor der Abgabe tankte ich eine Straße weiter das Auto voll. Zur Abgabe zeigte die Anzeige jedoch das nicht vollgetankt wurde. Ich bestätigte, das ich voll getankt habe, bis die Automatik es beendete. Das wurde dann akzeptiert. Bei der Abgabe zahlte ich die bis dahin erfassten Mautgebühren. Die Rechnung für die Mautgebühren dieses Tages sollte ich später erhalten.

Mit dem ganzen Gepäck machte ich mich sodann auf zur nächsten Metrostation. Das sollte doch hoffentlich wieder wie in Lissabon funktionieren. Ähm, hat’s dann doch nicht. Hier waren die Authorisierungsterminals nicht gleichzeitig eine Sperre zu den Bahnsteigen. Die stehen gefühlt in der Mitte ohne Schranke. Ok, Karte drangehalten und es leuchtete grün. Alles ok –  ab zum Bahnsteig. An der Station Bolhão steig ich aus. Kaum war ich aus der Metrostation stand ich auf einer der Hauptflaniermeilen. Und nicht nur das, diese war voll mit einer Menschenmenge, die ich so nicht mehr gewohnt war. 

Zwei Straßen weiter kam ich zu meiner Unterkunft. Für einen Tag wieder eine Zero Box. 😀 Diese ist etwas größer wie in Coimbra, wobei das gesamte Hotel größer ist. Im obersten Stockwerk gibt es einen Frühstücksraum, einen Kinoraum mit Beamer und ganz oben eine Rooftop Bar und zwei Wassertanks in denen man Baden darf. Wer es wärmer mag, kann im zweiten Stock in die Sauna. 

Die Box wurde bezogen, um danach ein Café für eine Kleinigkeit auf zu suchen. Zum Café gab es ausnahmsweise ein Crêpe mit gesalzenem Karamell.

Es folgte ein Spaziergang durch das dunklere Porto bis auf eine der bekannten Brücken – die Ponte Luis I. Diese betrat ich mit ganz vielen anderen auf der obersten Ebene. Dort, wo auch die Metro entlangfährt. Wenn diese dort unterwegs ist, ist es auf der Brücke zu spüren. Ist irgendwie ganz lustig. Ist keine Metro in Sicht, wird einfach die gesamte Brückenbreite von den Fußgängern in Beschlag genommen. 

Oben, ist man gut 60 Meter über dem Fluss und hat eine tolle Sicht. 

Back in the box. Eine ausgiebige Dusche und das Begrüßungsbier taten richtig gut. Für das Abendessen entschied ich mich für das o Carniceiro im Hotel. Der Name ist Programm. Fleisch! Das Steak sucht man sich beim Metzger aus. Da ich offen war für einen Vorschlag, fragte er ein, zwei Sachen und präsentierte dann zwei Steaks. Für eines, eine Art Ribeye ohne Knochen entschied ich mich. Medium mit einem leckeren Salat dazu war das ganze Abendessen, was lecker und völlig ausreichend war.

Spaziergänge: ~9,5 Kilometer


31. Dezember – Porto

Am morgen krabbelte ich aus meiner Box. Einen Stock höher gab es das Frühstück. Das Frühstücksbuffet war umfangreich und in einer Küche aufgebaut. Das hatte dadurch eine sehr relaxte Atmosphäre. 

Da nur eine Übernachtung in der Zero Box gebucht war, wurde alles gepackt. Die große Tasche und einen Rucksack deponierte ich in einem Locker – Locker 42. 😀

Der Bahnhof Sao Bento liegt mitten in der Altstadt. Von Außen gar nicht so sehr als Bahnhof zu erkennen. Vor allem nicht durch die Baustelle davor. 😅 Der Bahnhof selbst hat eine tolle Halle mit ganz vielen Kachelmotiven. Das lohnt sich alleine deswegen in den Bahnhof zu kommen. Hauptgrund für mich war allerdings der Zug nach Espinho.

Am Schalter bekam ich das Ticket und die Info, das der nächste Zug in 40 Minuten abfahren wird. So war noch Zeit für eine kleine Runde in Porto. Der Zug stand bereits, als ich wieder im Bahnhof war. So konnte ich direkt einsteigen. Die Sitzrichtung war zum Tunnel, denn der Bahnhof ist ein Sackbahnhof. 

Etwas verwundert war ich einige Minuten nach der Abfahrt. Der Zug fuhr in die falsche Richtung. Ah, er muss erst nach Norden zum nächsten Bahnhof um dann nach Süden fahren zu können.

In Espinho suchte ich einen Weg vom Bahnhof zum Strand und auf dem Weg ein Café für einen Stopp. Die Wanderung des Tages sollte von Espinho nach Porto gehen und zwar immer an der Küste bzw. später am Douro entlang.

Bis zur Douro-Mündung waren es ungefähr 15,5 Kilometer. Der Weg dahin war fast immer ein Bohlenweg. Meistens durch die Dünen, nahe am Meer. Je näher ich Porto kam, desto größer wurden die Gebäude. Gefühlt bin ich an einer einzigen Stadt entlang gelaufen. Nur selten war es ein Stückchen zwischen zwei Orten. Die Abschnitte bei den Orten waren/sind beliebt für Spaziergänge und bei Joggern.

Grob in der Mitte meiner Tour machte ich an einer Strandbar halt. Zeit für einen Mittagssnack. 

Es ging weiter bis zur Douro-Mündung. Ab dort konnte man schon die erste der markanten Brücken von Porto sehen. Am nördlichen Ufer lief ich bis zur Brücke Ponte Luis I, die ich vom vorherigen Abend schon kannte. Dieses Mal überquerte ich die Brücke auf dem unteren Teil, auf dem auch Autos fahren können. (Und affige Motorradfahrer ☹️)

Am anderen Ufer überraschte ein Chor, der neben der Brücke sein Bestes gab. 👍

Es lies sich dann nicht vermeiden den Weg nach oben anzugehen. Dazu nahm ich die Treppe, die gegenüber der Brücke liegt.

Nur noch durch die Altstadt bis zum neuen Hotel für die nächsten Tage. Dabei kreuzte ich den zentralen Platz, auf dem eine Bühne aufgebaut war und ein Soundcheck durchgeführt wurde. Das Wummern der Bässe hörte ich bereits ein paar Straße vorher. 

Einchecken nach einer zügigen ~23,6 Kilometer Tour. 😅 Den Rucksack brachte ich ins Zimmer im 6. Stock. Ja, ich nahm den Aufzug. 😅 Das Zimmer für die nächsten Tag ist klein, hat jedoch eine große Dachterrasse und von dort eine gute Hörmöglichkeit auf das Konzert, das um 22:00 Uhr beginnen sollte.

Bevor ich unter die Dusche verschwinden konnte musste ich allerdings meine Tasche und den zweiten Rucksack aus dem Locker holen. Nochmal ein paar Straßen durch die Altstadt zur Zero Box und zurück.

Zum Abendessen wollte ich in den Time Out Market am Bahnhof. War ich auch, nur war das kurz vor dem Schließen, weshalb es nur noch Snacks gab. Daher bin ich durch die Altstadt bis ich ein Lokal fand, das mir zusagte.

Auf dem Rückweg zum Hotel kreuzte ich den noch fast leeren Platz vor der Bühne. Ein Stand mit Getränken hatte schon auf. Daher konnte ich mir ein Cider mitnehmen.

Viel später versuchte ich auf den Platz zu kommen. Einerseits der Musik wegen, andererseits wegen dem Feuerwerk. Kaum aus dem Hotel heraus, war ich in der Seitenstraße schon in einer großen Menschenmenge. An der nächsten Kreuzung gab es eine Polizeikontrolle zum Platz. Zum Platz kam ich jedoch nicht. Nach der Kontrolle vielleicht max. 50 Meter und dann ging nichts mehr. Also zurück zum Hotel.

Auf der für Hotelgäste frei zugänglichen Dachterrasse waren bereits reichlich Hotelgäste. In der Bar bestellte ich mir einen Wein und verzog mich dann auf meine Dachterrasse neben der allgemeinen. Die Gäste aus den drei Zimmern nebenan waren bereits auf ihrer Terrasse. Ist so gesehen schon Luxus mit der Dachterrasse. 😀

Und dann kam von der Straße unten ein lautes herunterzählen (in portugiesisch) …. 3 ….2 ….1 🎉

Das Feuerwerk und die Laser kamen von der Stadthalle am Ende des Hauptplatzes. Auf genau diesen Turm der Stadthalle hatte ich einen guten Blick. Es gab ein sehr ordentliches Feuerwerk. 👍

Später startete ich einen erneuten Versuch zum Platz und dieses Mal kam ich auch auf ihn. Was ich nur hören konnte vor Mitternacht war das Konzert von Clã. Jetzt nach Mitternacht war es Nininho Vaz Maia. Beide wohl in Portugal sehr bekannt. Clã fand ich besser und Nininho Vaz Maia agierte mir zuviel (in portugisiesch) mit dem Publikum. Zwei Lieder hörte ich mir an und bin dann zurück ins Hotel.

Der Schlaf war so naja. Da das Hotel in der Seitenstraße zum Platz liegt, war das Konzert trotz geschlossenem Fenster sehr gut zuhören. Nach dem zweiten Sänger begann um 2:00 Uhr dann die Vorstellung der Beatbombers (zwei DJ’s) – soviel zum ruhigen Schlaf. 😂

Wanderung: ~23,6 Kilometer


01. Januar – Porto

Guten Morgen! Wieso ist es noch so dunkel? Ah, es hatte geregnet und es ist durchgehend bewölkt. 

Für das Frühstück konnte ich mir einen Zeitslot auswählen und der war der zweite. Mh, so im Nachhinein zumindest für den ersten Januar keine gute Idee gewesen. 😂 Der Kaffee wird’s schon richten.

Der Vormittag wurde eher relaxt angegangen. In Ruhe die Zeitung durchgehen, bevor es auf eine gemütliche Runde durch die Altstadt ging. Gemütlich im Sinne der Laufgeschwindigkeit, denn der Nieselregen und Wind waren weniger gemütlich.

Es hatten für einen 1. Januar relativ viele Geschäfte offen. Die gesamte Runde endete mit einem Mittagessen im Time Out Market mit einer Fischsuppe und dem anschließendem kurzen Weg zum Hotel. 

Eine Podcast Folge später machte ich mich nachmittags erneut auf. Es regnete nicht mehr und der Wind blies weniger kräftig. Beim Gang auf der Brücke Ponte Luis I kamen ein paar Windstöße und zerzausten das Haar ordentlich. Von der anderen Seite boten sich mehrere Blick auf die gesamte Brücke. 

Über die Brücke und verschiedene Straßen kam ich wieder am Hotel an. Am Beginn dieser Tour und am Ende kreuzte ich den Hauptplatz. Auf der Bühne spielte ein klassisches Orchester. 

Das Abendessen war im Honest Greens José Falcão. Leckeres Hühnchen mit einer Limonen-Senf-Soße, Salat und Brot war die Hauptspeise; ein Schokoball mit Espresso die Nachspeise.

Spaziergänge: ~10 Kilometer


02. Januar – Porto

Das Wetter mag nicht mehr so wirklich besser werden. Stark bewölkt.
Beim Frühstück war mehr los wie am Vortag. Da werden wohl die meisten früher ins Bett gegangen sein.

Irgendwann am Vormittag bin ich auf einen Spaziergang los. Heute ein wenig an den östlichen Bereich der Altstadt orientiert bis hinunter zum Douro. 

Die Markthalle hatte ich schon vorher gesehen, da war sie nur geschlossen. Wo sie an diesem Werktag offen war, bin ich hinein. Diese Markthalle ist keine komplette Halle. Es ist eher ein mehrstöckiges Gebäude mit sehr großem Innenhof. Mehrstöckig ist es, da es einen kompletten Straßenzug lang ist und dieser eine Hanglage hat. Der eigentliche Innenhof ist fast vollständig überdacht. Allerdings auf der untersten Ebene und nicht komplett über das Gesamtgebäude. Hier gibt es alles von Fisch und Fleisch über Obst, Käse und, und, und…. In der Galerie (1. Stock), welche offen zum Innenhof ist, gibt es Kunststände und Restaurants.

Nach so einer Besichtigung ist Zeit für einen Kaffee. Simply Coffee Aliados. Da gibt es nicht nur Kaffee, sonder sogar noch die Info, was es für ein Kaffee ist. 

Auf einem langen Weg zum Fluss hinunter über Treppen hatte ich ein schönes Wandbild entdeckt. 👍

Vom Douro hoch habe ich den Funicular dos Guindais (Standseilbahn) genommen. Die Standseilbahn ist im unteren Bereich sehr steil und im flacheren oberen Bereich in einem Tunnel. Ganz witzig, vor allem aber eine bequeme Art nach oben zu kommen.

Für das Mittagessen war ich wieder im Time Out Market, da dies auf dem Weg zum Hotel lag. Im Hotel wurde gerade mein Zimmer gemacht. So bin ich ein paar Meter weiter zum Alice in Brewland. Lecker Kaffee in einer relaxten Atmosphäre.

Nur für das Abendessen verlies ich das Hotel als es dunkel war. Einmal um die Ecke; könnte sogar unter meinem Zimmer sein; war ich angekommen. Buga Ramen. Dort bin ich in den letzten Tagen schon öfter vorbei und nun zum Essen rein. Es gibt dort zwei Ramen Restaurants nebeneinander. Das Buga ist so typisch nach dem japanischen Anime gestaltet. Bunt. Eine Suppe (Ramen) und einen Ginger-Lemon-Tee bestellte ich. Das war alles ziemlich schnell bei mir, da es für portugiesische Verhältnisse noch früh für das Abendessen ist – ergo kaum war los.

Spaziergang: Dürften ein paar Kilometer gewesen sein. Das Tracken hatte ich nicht aktiviert, da ich eigentlich nur um die Ecke wollte. 🙃


03. Januar – Porto und Heimreise

Abends und über Nacht machte sich die in den letzten Tagen leicht angekündigte Erkältung voll bemerkbar. 🫤 Der Saum der Decke und das Kopfkissen waren feucht, da ich Nachts wohl geschwitzt hatte. 

Es gab damit keine letzte Runde in Porto. Statt dessen bin ich später zum Frühstück. Dort nahm ich dann noch einen Kaffee mit auf das Zimmer und machte es mir gemütlich, nachdem die Tasche gepackt war. Gaaaanz gemütlich. Im Grunde habe ich den Vormittag verschlafen. 😅

Der Check-Out war easy. Mein gesamtes Gepäck konnte ich in einem abgeschlossenen Raum deponieren. Nur mit der Kamera in der Hand bin ich los für ein Mittagessen oder sowas in der Art. Mich hat es zum Honestly Green geführt. Da war kurz vor 12:00 Uhr noch Frühstücks-/Brunchzeit. Aus dem Angebot wählte ich einen XL (griechischen) Joghurt mit Früchten. Was ich bekam, war eine mehr als ausreichende Portion und typisch für das Lokal lecker und toll angerichtet. 

Am Hotel schnappte ich mir mein Gepäck und bestellte ein Uber. Gerade einmal eine Minute musste ich warten bis das Elektroauto (BYD) da war. Es war eine angenehme und ruhig fahrt zum Flughafen. 

Ja, zu früh. Das war mir durchaus vorher schon bewußt. Den Check-In hatte ich nach dem Abendessen am Tag zuvor erledigt, womit ich am Flughafen nur noch meine Tasche abgeben musste. 

Auch die Sicherheitskontrolle war schnell hinter mich gebracht. Im Abflugbereich fand ich auf einem der Liegestühle einen Platz um zu dösen (ohne ganz einzuschlafen). Daneben hatte ich am Flughafen Zeit für diesen Reisebericht.

Ah, es gab zum Abschied selbstverständlich noch einen Kaffee und ein Pastel de Nata. 😀


Resümee

Dieser Urlaub war für mich eine ganz neue Erfahrung. Ein zweiwöchiger Städtetrip. Normalerweise bin ich eine, die eher auf Wanderungen oder Trekkings unterwegs ist. Da kann dann mal eine Stadt dabei sein. Aber zwei Wochen fast nur Städte…..

Kurz gefasst – brauche ich so nicht erneut. Die Beleuchtungen zu Weihnachten in den Städten waren toll. Gerade in den größeren gab es immer eine Straße oder einen Platz mit einer Kombination aus Musik und Beleuchtung. Und in den Altstädten waren oft Lautsprecher, mit denen die Gassen mit Musik beschallt wurden. Meistens was Weihnachtliches aber nicht immer.

Zwei Wanderungen gab es immerhin. Die eine durch die Weinberge. Die Rebstöcke waren alle ohne Blätter und meistens schon gestutzt. Die Olivenbäume und manche Orangenbäume brachten etwas Farbe in die Landschaft. 

Bei der zweiten Wanderung war es eine am Meer entlang. Schön auf einem Bohlensteg. Dieser gibt unmerklich nach, macht die Wanderung dadurch jedoch angenehmer. Auf der einen Seite gab es immer die Brandung zu hören und oft zu sehen. Die landeinwärts gewandte Seite war weniger interessant. Es gab nur wenig Landschaft zu sehen. Dafür viele einfach Häuser und je näher Porto kam, desto größer und moderner wurden diese.

Es gab noch zwei weitere Touren am Meer, die als Wanderung durchgehen könnten, die ich jedoch sehr gemütlich gelaufen bin und daher nicht so wirklich als Wanderung einstufe. Beide Bei Esposende und ganz angenehm.

Für mich wird ein erneuter Portugal Urlaub eher mit Wanderungen im Norden oder an der Algarve verbunden sein. Es wird sich zeigen….


Fotos: Bei den Fotos habe ich mich bewusst für eine etwas blassere Gestaltung entschieden. Das Wetter bot in den zwei Wochen alles. Von Temperaturen unter 0 Grad bis zu 16 Grad, windstill bis stürmisch, bewölkt, Regen und dann auch wieder blauer Himmel mit strahlender Sonne. Durch die blassere Farbwahl ergibt das innerhalb des Berichtes über alle Fotos einen etwas ruhigeren Eindruck, als es in Farbe, Grau und strahlend oder Trist wäre.


Sonstiges

Pastel de Nata oder gerne in der Mehrzahl Pasteis de Nata – Portugal ohne geht nicht. 😁  Kleine Leckereien, die gerne zu einem Kaffee genommen werden. Hach, werde ich die wieder vermissen. Kennengelernt hatte ich sie schon auf Madeira. Mit den Pasteis de Belem gab es in diesem Urlaub das Original. Von Belem aus eroberte sich diese Süßspeise das Land.

An Bacalhau kommt man in Portugal ebenfalls nicht wirklich vorbei. Das ist ein typisches portugiesisches Fischgericht. Wobei es sich bei dem Fisch um Stockfisch, hauptsächlich von den Lofoten und Vesterålen handelt. Diesen konnte ich in Norwegen schon vor vielen Jahren dort essen und im nächsten Jahr (2027) wird es auf diese zwei Inselgruppen erneut gehen. Also dahin, wo der Bacalhau herkommt.

Das zweite, was es überall gibt, sind Fliesen. Nicht die üblichen, sondern welche mit Motiven bzw. welche, die größere Motive ergeben. Viele Hauswände sind komplett verfliest. In Pinhão und Porto gibt es die Bahnhöfe und in Porto eine Kirche, die mit Fliesenbildern ganze Geschichten erzählen.


In Short…

Lissabon hat ein paar nette Ecken zu bieten. Die verschiedenen Aussichtspunkte (Miradouro …) gaben einen guten Blick über die Stadt. Dazu bedarf es gar nicht die scheinbar über alles thronende Burg. Der Miradouro da Senhora do Monte bietet bereits eine sehr umfassend Übersicht.

Apropo Miradouro – davon gibt es reichlich. Was bedeutet, das man in Lissabon immer am Rauf- und Runtergehen ist. Mit etwas Kondition kein Problem. Aufpassen bei nassem Wetter sollte man dennoch. Die meisten Wege sind mit kleinen Pflastersteinen belegt. Daher teils rutschig, auf der anderen Seite immer wieder schön zu betrachten; zumal oft Muster oder Motive eingearbeitet wurden.

Mit Metro, Bahn und Tram kommt man gut durch die Stadt. Die Metro, wie die alten Trams sind, nett ausgedrückt historisch. Da wackelt es, quietscht und ist allgemein laut. Eine Tour mit einer der alten Straßenbahnen sollte auf alle Fälle eingeplant werden.

Peniche ist eher was für Surfer. Die Stadt lohnt sich nicht wirklich für einen Stopp. Ich jedoch wollte keine langen Strecken in diesem Urlaub fahren und fand dies als guten Stopp. Zumal im Winter die dortigen Übernachtungspreise in den Großhotels günstig sind. 

Obidos kann von Peniche aus in 20 Minuten per Auto erreicht werden. In Kombination kann so die Altstadt dort besucht werden und in Peniche ein Strandspaziergang folgen.

Coimbra ist eine Universitätsstadt. Es gibt eine Hauptgeschäftsmeile in der Altstadt. Damit hat es sich im Grunde schon. Wer mehr Zeit dort verbringen wird, schaut sich sicherlich den Botanischen Garten an oder unternimmt eine Paddeltour auf dem Fluss. Für mich genügte der eine Tag. Durch das Wetter und dem Feiertag (25. Dezember mit sehr vielen geschlossenen Geschäften/Cafés/…) machte es nur bedingt Laune die Stadt zu erkunden. 

Mit Pinhão erreichte ich einen der bekanntesten Ort der Weinregion am Douro. Oder sollte ich Dörfchen sagen? Im Winter ist hier nicht viel los und es hat auch nicht alles auf. Wenn während des Tages Tagesgäste mit Zug, Bus oder Bahn kommen, wird es belebter. Das war es auch schon. Interessant sind die möglichen Wanderungen in und durch die Weinberge.

Es folgten an einem Tag Guimarães und Braga. Guimarães wird als Gründungsort von Portugal angesehen. Daher war dies vor sehr langer Zeit einmal die Hauptstadt. Im Altstadtbereich gibt es viele kleine Gassen, Touristisch war es nicht überlaufen. Der nächste Ort, in dem dann wieder eine Übernachtung war, war Braga. Vom Namen her kennt das außerhalb von Portugal kaum jemand obwohl es die drittgrößte Stadt des Landes ist. Der Altstadtbereich ist ganz nett und war schön bunt beleuchtet. 

Meine nördlichste Stadt dieser Tour war Viana do Castelo. Die Stadt, gelegen am Mündungsbereich des Rio Lima besticht durch eine angenehme Altstadt. Nicht zu überlaufen und mit der Beleuchtung schön inszeniert gewesen. Von der Spitze der Basilika auf dem Hausberg gibt es einen Wahnsinns Ausblick. Fährt die Standseilbahn nicht und man möchte kein Auto nehmen, gilt es die Herausforderung der über 680 Stufen bis zur Basilika zu meistern. Der Strand bei Viana do Castelo ist in einer schön langgezogenen Bucht. Es gibt für Surfer Wellen und wer mag, geht schwimmen.

Den Abschluss machte Porto. Nach den Orten der letzten Tage war das ankommen dort fast ein Schock – so viele Menschen auf einem Haufen. Der interessante Teil von Porto, die Altstadt, ist kompakter wie in Lissabon. Es gibt ein paar schöne Ecken und herausgeputzte Häuserzeilen. Insgesamt gibt es in der Altstadt leider auch viele verlassene und mind. genauso viele verfallene Gebäude. Wenn es so weiter geht, könnte ein größere Teil der Altstadt als Lost Place vermarktet werden.



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