15 Jahren ist es her, das ich zuletzt diese beiden Inselgruppen besuchte. Eine lange Zeit. In dieser Zeit ist Skandinavien für viele ein interessantes Urlaubsziel geworden – für viel, viel mehr wie 15 Jahre zuvor.
Das könnte vielleicht abschrecken, dennoch möchte ich noch einmal den Reiz dieser Inselgruppen erleben. Die Reisezeit wurde bewusst so gewählt, das ich am längsten Tag des Jahren (St. Hans) dort oben sein werden. Ein Tag ohne Nacht!
Da der Flugplatz Evenes auf den Vesterålen liegt, bot es sich direkt an diese Inselgruppe mit in die Reiseplanung zu übernehmen. Nach der Ankunft wird es daher zuerst ein paar Tage nach Nyksund gehen und am Ende der Reise noch an die Nordspitze von Andenes Øya.
Die meiste Zeit jedoch werde ich auf den Lofoten verbringen. Der Reine Blick, den ich 15 Jahre zuvor auf einem schmalen, steilen Wanderpfad erklommen habe, ist mittlerweile eine Natursteintreppe. So viel schon mal zu den Veränderungen, die vorab zu erfahren sind.
Auf der Reise werde ich meistens Zelten, und zwar auf Campingplätzen. Nur gelegentlich kommt eine feste Unterkunft dazu. Spannend wird dies insofern, als das auf den Campingplätzen vorab nicht buchbar ist. Für ein kleines Zelt sollte es hoffentlich immer eine Option geben.
Juni
Die Fluggesellschaft (Lufthansa) informiert, das der Flug mit Discovery Airlines stattfinden wird. In der E-Mail wird auf allerlei Service während und um den Flug hingewiesen.
Am Wochenende vor dem Abflug ist fleißiges packen angesagt. Da ich genügend Gepäck mitnehmen darf, sind es zwei Taschen (eine Große und eine Kleine), die ich aufgeben werden. Dazu kommt noch ein Rucksack fürs Handgepäck mit Fotokameras und sonstigem elektronischen Geräten bzw. Akkus.
Der Tag vor dem Abflug ist gekommen. Ein Online Check In war bereits nach dem Aufstehen möglich. Das ist direkt umgesetzt worden.
Baggage information These are the baggage items you have booked:
2 x carry-on item
1 x personal item
2 x checked baggage (32 kg)
Die Gepäckmenge beruht auf der Buchung eines Business Tickets. Das war ein verhältnismäßig geringer Aufpreis. So kann genügend Ausrüstung und vor allem Kleidung mit.
Am späteren Nachmittag des selben Tages brachte ich das Gepäck mit dem Auto zum Flughafen. Von meinem Arbeitsort war es eine kurze Fahrt zum Flughafen. Das Gepäck bestand aus zwei Taschen mit reichlich Gewicht. Vom Parkhaus bis zum Schalter zur Abgabe konnte die größer Tasche gezogen werden, während die kleinere als Rucksack getragen wurde. Zusammen gab ich damit 44 Kg Gepäck ab. Das ging recht flott, da ich direkt zum Schalter gehen konnte ohne in eine Warteschlange zu kommen.
In Digermulen lief ich den Wanderpfad zum Kaiserwarden nach oben. Es fing mit einem Pfad durch einen lichten Birkenwald an, der über der Baumgrenze in einen zwischen Steinen und Büschen überging. Natürlich war ein steiles Stück zu erklimmen und es ging auch wieder durch ein Feuchtgebiet. Wäre ja sonst kein vernünftiger Wanderweg für die Lofoten. 😅
Von der Spitze aus hat man einen tollen Blick auf den Raftsund. Auf der Spitze sind zwei Steinhaufen mit je einer Steinplatte. Kaiser Wilhelm II war hier zweimal, ist dort verewigt.
Am Raftsund fuhr ich nach der Wanderung zum nächstgelegenen “Campingplatz”. Dies ist ein Platz mit Self Service. Wenigen aber sauberen Toiletten und Duschen. Für den nächsten Tag jedoch gut gelegen und man kann die großen Schiffe sehen, die durch den Sund fahren. Oder eben nicht. Zumindest fuhr keines an diesem Abend vorbei.
Am späteren Abend fing es noch leicht an zu Nieseln.
Wanderung: ~4,6 Kilometer, ~380 Höhenmeter
04. Juli – Dronnigenstien auf Årsteinen
Über Nacht regnete es reichlich. Das Zelt war von außen sehr nass. Das ist für die Heimreise nicht so ideal, aber auch kein Beinbruch.
Da es nicht mehr regnete konnte ich mir mein Frühstück am Zelt zubereiten und im Zelt zu mir nehmen. Außen war es mir durch die Feuchtigkeit zu kühl. Wie so oft am Ende des Campingurlaubs hieß es alles packen. Das Zelt wurde halt nass zusammengepackt.
So fuhr ich dann an Årstein, eine Ansammlung von Häusern, südlich von Digermulen, wo ich am Vortag war. Der Wanderweg war als Dronningstien ausgewiesen, was soviel heißt das die Königin diesen gegangen war. Über eine kurze Straße und über eine Wiese ging es auf den eigentlichen Pfad. Ein schmaler Pfad, der einem Tal länger folgt. Durch den Regen waren einige Stelle reichlich feucht.
Es ging durch einen sehr lichten Birkenwald mit viel Grün wie Büsche, Gras und Farn. Genauso viel buntes war zu sehen, so viel blühte. 😀 Bis zu einem Sattel war der Pfad teils ziemlich zugewachsen. Da noch alles feucht war, war meine Hose außen gut nass, durch die wasserabweisende Wirkung waren meine Beine immer noch trocken. Vom Sattel ging es deutlicher nach oben. Es kam wieder ein Abschnitt, an dem Seile halfen weiter zu kommen. Oben folgte der Pfad einem Kamm bis zum Gipfel des Stortinden. Am Gipfel ist eine Plakette, die bezeugte das Sonja (Königin) in 2016 dort war.
Die Aussicht in den Raftsund; an der Lofotenküste entlang und in die entgegengesetzte Richtung war toll. Richtung Raftsund war alles mit dunklen Wolken verhangen, während über mir blauer Himmel und die strahlende Sonne war. Die vorherige Bewölkung hatte sich genau im richtigen Moment aufgelöst. 😊
Den selben Weg ging es zurück. Unten wechselte ich die Hose, Strümpfe und Schuhe. Das war insgesamt dann doch zu viel an Feuchtigkeit für die Schuhe gewesen. Da es schon sehr warm war mit 15 Grad, war es eh Zeit für eine kurze Hose.
Nun könnte man meinen, das der kritische Teil käme. Die Fahrt zur nächsten Ladestation, die angeblich mit nur noch 8% erreicht werden würde. Da ich selbst einen e-MINI habe, war ich in diesem Fall entspannt. An der Ladestation nutze ich die Zeit zum Laden für ein erstes packen der größeren der beiden Taschen. Sah ganz gut aus. Im gegenüberliegenden Café/Restaurant des dortigen Campingplatzes nahm ich einen Kaffee und einen Kanellboller. War ok, aber mehr auch nicht.
Kaum im Auto vielen mir die Wanderschuhe im Fußraum der Beifahrerseite auf. Ups, die sollten doch in die große Tasche. Egal, erst mal zum Hotel am Flugplatz von Evenes. Nach dem Einchecken, brachte ich einen Teil meines Gepäcks in das Zimmer. Dann beschäftigte ich mich am Auto mit der großen Tasche. Dazu wurde alles ausgepackt und auf den Boden daneben gelegt. Nun folgte das erneute packen, diesmal mit den Schuhe. Passte dann doch alles, so wie es sollte.
Nach einer ausgiebigen Dusche machte ich mich auf nach Harstad. Die zweitgrößte Stadt in der Fylke Troms nach Tromsø ist kleiner wie mein eigenes Dorf und war regelrecht ausgestorben an einem Samstag am frühen Abend. Ein paar Bilder wurden gemacht und im House Of Burger gab es einen guten Burger mit Pommes.
Danach bin ich weiter durch Harstad. Ich entdeckte ein paar schöne Street Arts.
Zurück am Hotel packe ich das Notebook und die Kameras um u. a. ein Backup der Bilder zu erstellen. Kurz vor Mitternacht legte ich mich in das Bett.
Wanderung: ~6,6 Kilometer, ~540 Höhenmeter
05. Juli – Heimreise
Nach drei Wochen das erste Mal wieder in einem Bett war komisch. So ganz ausgeruht war ich deshalb am Morgen nicht.
Das Frühstücksbuffett war umfangreich und wurde ausgiebig geprüft. 😀
Satt machte ich mich auf um ihr Evenes anzusehen. Das lohnte sich nicht. Ein paar Häuser und nichts was wirklich interessant war. Anschließend kehrte ich zurück zum Laden des Autos an einem Schnellader vor dem Hotel. Mit etwas mehr Akkukapazität wie bei der Entgegennahme des Autos gab ich es am Flughafen ab.
Dann wollte ich eigentlich mein Gepäck loswerden. Der Check-In per App war schnell durchgeführt. An einem Automaten konnte ich die zwei Gepäckklebebänder ausdrucken. Läuft. Aber leider nur bis hierher. Bei der Abgabe muss eine Airline angegeben werden und meine war nicht dabei. Mir wurde dann gesagt, das ich erst zwei Stunden vorher mein Gepäck abgegeben kann.
Somit musste ich die Zeit überbrücken. In dem kleinen Flughafen gab es jedoch keine Sitzmöglichkeit. Abgesehen davon war es sonnig und warm (13 Grad). Somit habe ich mich mit T-Shirt außen in die Sonne gesetzt und gelesen. Gegen 12:00 Uhr bin ich in das Gebäude und habe mich vor dem Schalter positioniert. Dort hatte ich angefangen weiter zu lesen, bekam jedoch recht bald das Signal, das ich das Gepäck abgeben könne.
Nun konnte ich durch die Sicherheitskontrolle. Im Bereich dahinter gab es Sitzmöglichkeiten, ein Duty Free Shop, eine Art Mini-Restaurant usw. Am Mini-Restaurant bestellte ich mir zur Mittagszeit einen Burger mit Pommes.
Nachmittags war der Flug nach Frankfurt. Vom Flugplatz nahm ich diesmal ein Taxi bis zur Firma, wo mein Auto stand. Heimfahrt, Zelt aufbauen damit es trockenen kann und ab ins Bett, denn der nächste Tag war Arbeitstag.
Resümee
Die beiden Inselgruppen der Vesterålen und Lofoten glänzen durch eine tolle Landschaft mit Bergen, die in ds Alpine gehen, mit Sandstränden und türkisfarbenen Buchten. Wo sonst kann man vom Strand direkt auf einen Berg und muss dann dabei auch noch klettern? Hier geht es.
Den Zeitraum Juni/Juli wählte ich bewusst. Klar, im Juli/August ist es wärmer und die Wahrscheinlichkeit für Regen ist niedriger, dafür aber ist die Menge an Touristen höher. Da ich keine Lust auf große Volkswanderungen hatte, war es eben der Juni.
Womit wir bei den Temperaturen wären. Es waren meist 10 – 14 Grad, mit einigen Ausreißern bis 19 Grad. Gefühlt lag es zwischen 5 und 25 Grad. Wind und Regen ändern die Wahrnehmung deutlich. Auf der anderen Seite war bei wenig oder gar keinem Wind ab 12 Grad T-Shirt Wetter und ab 15 Grad dann auch kurze Hose angesagt – und das schreibt hier eine, die gerne früh anfängt zu frieren.
Die Zeit der Mitternachtssonne hatte ich im gesamten Urlaubszeitraum. Während meines Aufenthaltes ging damit nie die Sonne unter. Wenn sich die Sonne dem Horizont näherte, wurde es kühler, vor allem wenn man im Schatten war.
Bei abendlichen Gesprächen miteinander verliert man deutlich das Zeitgefühl und wundert sich, das man Müde wird obwohl es noch hell ist. Kein Wunder, wenn ein Blick auf die Uhr zeigt, das es schon nach Mitternacht ist.
Zum Camping muss man sagen, das dies auf den Lofoten recht teuer ist. Selbst im Vergleich zu den Verhältnissen in Norwegen. Ebenso ist es fast überall in Norwegen (und Europa) so, das die Duschen im Preis enthalten sind. Auf den Lofoten und Vesterålen musste ich Duschmarken kaufen, die dann für eine begrenzte Zeit in der Dusche warmes (heißes) Wasser zur Verfügung stellten.
Was toll war, war wenn das Zelt in der Nähe des Strandes aufgebaut werden konnte. Das Rauschen der Brandung gefiel mir immer sehr gut. Der Vorteil am Meer war, das meist etwas Wind vorhanden war und somit keine Knotts. Diese Kriebelmücken sind nervig und dann beißen die auch noch. Direkt am Strand bedeutet allerdings auch, das man den Wind direkt abbekommt, was bei Windstärken bis Bft 8 ordentlich ist. Da sollte man schon ein Zelt haben, das was aushält.
Bei dem Mietwagen bekam ich ein Upgrade von einem VW ID.3 auf einen Volvo EX40 (Twinmoter Performance). Ein Auto mit über 440 PS, in einer Gegend wo maximal 80 km/h erlaubt sind. 🙃 Dafür war die Batterie größer und somit relaxter bei der Planung von Ladestationen. Der Allradantrieb erwies sich ebenfalls als ganz nett.
Vesterålen
Die ersten Tage auf den Vesterålen waren sehr ruhig. Ein schöner Einstieg in diesen längeren Urlaub. Die Berge haben im Vergleich zu den Lofoten nicht ganz das extreme Verhältnis in Bezug auf Höhe bzw. der Steilheit der Berge. Dennoch eine schöne und ruhige Wandergegend.
Am Ende war ich erneut auf Vesterålen, da dann auf Andøya. Die zwei nördlichsten Orte dort, Andenes und Bleik, sind bekannt für Safaris zu Seevögeln und Walen.
Ich erwischte dabei zwei sehr windige und regnerische Tage, sowie ein paar mit gutem Wetter. Das schlechte Wetter war zu dieser Zeit auch auf den Lofoten, so war es nicht weiter schlimm. Die Wanderungen sowie die Puffin Safari waren toll.
Lofoten
So wirklich viele Leute waren nur auf wenigen Touren unterwegs. Dies waren:
die Tour zum Reinebringen (Reine)
die Tour zum Festvågtinden (Henningsvær)
die Tour zum Ryten und Kvalvika Beach
die Tour bei Haukland/Uttakleiv
Auf alle anderen Touren waren wenige oder so gut wie gar keine anderen Personen unterwegs. Was das Wandern angeht, war es somit ganz ok, zumal es in 2026 eine Hype-Region ist und ich deutlich mehr erwartet hatte. Selbst die oben aufgelisteten Touren waren toll und sollten obwohl der Massen in Erwägung gezogen werden.
Was sich zu 15 Jahren zuvor deutlich geändert hat ist die Unmenge an Vans und Wohnmobilen, die an allen möglichen freien Plätzen an der Straße ihr Lager aufschlugen. Die Mehrzahl dieser Leute muss wohl eher in den Orten und an leicht erreichbaren Aussichtsplätzen gewesen sein. Denn sonst hätten fast alle Wanderwege überfüllt gewesen sein.
Meist verliefen die Wanderwege deutlich nach oben. Somit war sehr oft ein toller Blick auf die Küste möglich. Besonders auf den südlicheren Inseln der Lofoten bot sich damit der Blick auf Sandstrände und türkisfarbenem Meer. 😀
Oldtimer – Mir sind vergleichsweise oft Oldtimer aufgefallen. Als dann neben meinem Miet-Volvo zwei sehr alte Volvo Amazon parkten, hatte ich dies gleich genutzt und jemanden aus der Gruppe angesprochen. Die Menge an Oldtimer hing mit Oldtimer-Treffen auf den Lofoten und Vesterålen im Juni und Juli zusammen. Die zweite Frage bezog sich auf das Nummernschild und woher sie kamen. In Norwegen haben die Kennzeichen zwei Buchstaben gefolgt von fünf Zahlen. Die meisten Oldtimer hatten jedoch nur einen Buchstaben gefolgt von vier Zahlen. Das ist ebenfalls ein norwegisches Kennzeichen, das es allerdings nur gibt, wenn das Auto vor 1970 gebaut wurde.
Statistik
Die Kosten gerundet:
Flug: 600€
Mietwagen: 1700€
Ladekosten: 190€ (ausschließlich Schnelllader)
Parkgebühren: 100€
Camping: 760€
Hotel: 445€
Safari: 75€
Kaffee und Süßes: unbezahlbar.
Die höheren Ladekosten ergeben sich dadurch, das ich mehr mit dem Auto unterwegs war, wie ursprünglich angedacht – 2474 Kilometer insgesamt mit dem Auto. Aufgrund des Wetters bin ich öfter von Süd nach Nord nach Süd gefahren.
Aufgestanden bin ich zu einer Zeit, wie an einem normalen Arbeitstag, um dann zu meinem Arbeitsort nach Frankfurt zu fahren. Ist schon praktisch, dort das Auto abstellen zu können. Ein kleines Frühstück in unserer Cafeteria und es folgt die Bahnfahrt zum Flughafen.
Nur mit dem Tagesrucksack und ohne einen notwendigen Check-In verlief alles völlig relaxt. Die Wartezeit bis zum Boarding verbrachte ich in der Lufthansa Lounge. Das war ein stetiges kommen und gehen dort. Zumindest in der Nähe des Eingangs, wo ich saß.
Während des Fluges gab es ein spätes Frühstück. Vanillejoghurt mit Kürbisgranola und Kapstachelbeere. Dazu ein Kräuteromlett und Käsevariationen sowie ein Brötchen und Croissant mit Butter und Schokocreme.
Oberhalb von Trondheim konnte ich aus dem Flugzeug zwischen den Wolken die Küstenberge erkennen. Diese hatten alle noch weiße Hauben. In höheren Lagen lag damit noch Schnee. Hm, das könnte eine Auswirkung auf die höheren Berge der Lofoten und Vesterålen haben.
Die Wettervorhersage hatte leider recht gehabt. In Nordnorwegen war es bewölkt und sehr windig. Das war bei der Ladung zu merken. Vom Flugzeug ging es über eine Treppe nach unten, ein paar Meter im Freien und dann gleich in das Flughafengebäude. Bei den ersten Gepäckstücken, die auf dem Band erschienen, waren meine beiden Taschen. Der zusätzliche Flyer mit der Aufschrift Priority hat da sicherlich dazu beigetragen.
Damit war ich bei den ersten, die zur Mietwagenabholung kamen. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Netterweise bekam ich ein Upgrade auf ein größeres Auto mit mehr Reichweite. Dann hieß es den Weg nach Nyksund antreten. Mit den Verkehrsregeln in Norwegen dauerte die Fahrt für die 170 Kilometer länger wie in Deutschland. Im Urlaub völlig ok, ein wenig langweilig war es dennoch. Trüb, Windig und dann auch noch manchmal Regen. Keine nette Begrüßung in Norwegen. Erst nachdem ich einen Bergrücken nach gut 2/3 der Strecke überquerte, besserte sich das Wetter deutlich. Kein Regen, trockene Straßen und dann sogar Sonne. So geht das doch viel besser. 😀
In Sortland stoppte ich für ein Nachladen des Autos auf 80%. Die Pause konnte ich mit einer Zwischenmahlzeit verbinden.
In den verschiedenen Beschreibungen steht immer, das die Straße nach Nyksund eine Gravelroad ist. Ja, das ist sie, jedoch nur die letzten 8 Kilometer. Der Schotter ist so festgedrückt, das es sich sehr gut fahren lässt.
In Nyksund bezog ich mein Zimmer im Nyksund Ekspedisionen. In Nyksund gibt es keine Möglichkeit für ein längeres parken. Geparkt hatte ich kurzzeitig vor der Unterkunft um mein Gepäck auf das Zimmer zu bringen. Das Auto wurde danach auf dem kostenpflichtigen Parkplatz vor dem Örtchen geparkt.
So ergab sich ein kleiner Spaziergang zurück, der ausgedehnt wurde um einen Teil des Örtchens zu erkunden. Nyksund war früher ein wichtiger Fischereihafen, da die Fahrten zu den Fanggebieten kurz waren. Mit dem Aufkommen von moderneren Schiffen mit Dampfantrieb, verlagerten sich die meisten Fischer in geschütztere Häfen und Nyksund wurde unbedeutend. So unbedeutend, das Ende der 1970’ern die letzten Einwohner wegzogen und es zu einem Geisterdorf wurde. Dann kam in den 1980’ern ein Deutscher der es versuchte aufzubauen mit anderen Attraktivität als der Fischerei. Das gelang eine zeitlang ganz gut. In den 2026’ern ist es zumindest im Juni ein verschlafenes Dorf. Noch immer stehen viele der alten Hafengebäude und verfallen langsam. Die Möwen freuen sich über die Nistmöglichkeiten dort, also nicht für alle so traurig.
Man ist hier halt am Ende der Welt. Im Sommer ein Ende ohne Nacht! Je später der Tag wurde, desto freundlicher wurde das Wetter. Blauer Himmel und Sonne.
Dann kam noch Aufregung in das Restaurant. Ein Gast sah einen Orka und so sind wir alle rausgestürmt. Leider etwas zu spät.
12. Juni – Dronningruta
Morgens machte ich mir im Gemeinschaftsraum einen Kaffee und kam dabei mit einem Norweger ins Gespräch, wobei wir durch die große Glasscheibe einen tollen Blick auf den Hafen von Nyksund hatten.
Für das Frühstück war es noch zu früh. Daher unternahm ich mit der Kamera einen Spaziergang.
Zurück kam ich um 8:00 Uhr. Noch schnell die Kamera auf das Zimmer gebracht und dann zum Frühstück. An dem Tisch, an dem ich am Vorabend saß, war bereits gedeckt. Soooo viel, das muss wohl für jemand anderes sein. Nein, war tatsächlich alles für mich. Da wollte mich wohl jemand mästen. 😅
Gut gesättigt machte ich mich auf zur Wanderung. Zuerst raus aus Nyksund in Richtung des Wohnmobilstellplatzes außerhalb. Vor dem Platz steht ein Schild auf den nächsten Berghang zeigend und verweist auf die Dronningsruta. Hier ist der eine von zwei Zugangswegen zum Rundweg Dronningruta. Wer auch immer den Weg geplant hatte, dachte sich der direkte Weg ist der kürzeste und Serpentinen nach oben seien eher was für Anfänger. Ergo – gleich mal steil bergauf. Dafür befand ich mich damit gleich auf den für mich typischen norwegischen Wanderwegen. Schmal, gespickt mit Steinen, Felsen und Wurzeln. So macht das doch gleich Spaß. 😀
Gut zwei Kilometer lief ich von der Unterkunft, bis ich auf die Dronningruta kam. Entsprechend der Beschreibung, lief ich rechts lang – somit gegen den Uhrzeigersinn. Das sorgte bald für eine knifflige Stelle. Die Stöcke wurden eingepackt, denn nun war es nötig die Hände frei zu haben. Kleine Klettereinlagen und ausgesetzte Stellen wollten überwunden werden. Auf einem Teilstück waren Ketten und dann Seile zur Sicherung. Dies hätte gerne etwas mehr sein dürfen.
Erkenntnis bis hierher: Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind zwingend nötig. Das dies eine rote Tour ist, bewies sie.
Danach wurde es deutlich entspannter. Es folgte eine Hochebene, die überquert wurde und tolle Blicke erlaubte. Über einen Bogen ging es bergab in ein Tal, um auf der anderen Seite wieder hoch zu laufen. Oben war nicht ganz oben, sondern “nur” ein Sattel.
Lange zog sich der Weg parallel zum Hang langsam bergauf. Die Seite des Berges wurde immer mal wieder gewechselt. Toll, da sich so immer wieder neue Blicke ergaben.
Der Weg bergab nach Stø erlaubte an einer Stelle einen Blick auf den Sandstrand von Skipsand. Danach ging es steiler bergab mit zunehmenden Wind. Da war ich froh, bald weiter unten im nicht so freien Gelände zu sein. An der Straße bei Stø angekommen, folgte ein Stückchen Straße, dann ging es wieder auf einen Wanderweg. Immer in der Nähe der Küste verläuft dieser Wanderweg durch ein Feuchtgebiet. Holzbohlen helfen dabei keine nassen Füße zu bekommen. Auf dem Weg kommt man am Skipsand vorbei. Leider hatte ich weder Badezeug noch ein Handtuch dabei, denn sonst wäre ich glatt mal reingesprungen.
Gut 3,5 Kilometer wurden so zurück gelegt. Ich gelangte an einen See, den ich am Vormittag von oben schon gesehen hatte. Ab hier hieß es bergauf durch den Birkenwald bis ich wieder bei der Kreuzung zum Zugangsweg ankam. So folgte ich dem Zugangsweg, nahm später jedoch den Weg über Skåltofta. Es stellte sich heraus, das dieser Weg wesentlich einfacher ist wie der vom Anfang der Tour.
Relativ platt kam ich nach etwas über 7 Stunden reine Wanderzeit wieder an der Unterkunft an. Unterwegs traf ich immer wieder mal Pärchen, es waren insgesamt fünf. Davon drei zweimal. Ist halt ein Rundweg. Die Begrüßung beim zweiten Mal war immer nett und mit einem kurzen Gespräch verbunden.
Abends(!). Ist schon merkwürdig von Abends zu schreiben, wenn keine Sonne untergeht. Wie auch immer, klar gab es ein (Abend)Essen. Ich entschied mit für die Platte Smak av Nyksund. Reichlich Meerestier, Rentier und Wal.
Smak av Nyksund: Eine Symphonie aus Meeresfrüchten und Tapas. Garnelen, Kabeljauzungen/Kabeljaukiefer in Tempora, Stockfisch, Grönlandheilbutt, geräucherter Lachs, geräucherter Wal, Hering, Rentier und Clipfischkroketten. Dazu Brot und Butter.
Wanderung: ~17 Kilometer. ~870 Höhenmeter
13. Juni – Einkaufen und zwei kleine Touren
Das Frühstück war an diesem Morgen ein Buffet. Da viele Gäste über Nacht blieben, gab es so auf dem großen runden Tisch in der Mitte des Restaurants alles, was für ein gutes Frühstück nötig ist.
Da ich mir nicht ganz sicher war, mit den Öffnungszeiten einiger Geschäfte, vor allem Sportgeschäfte an einem Sonntag, beschloss ich an diesem Samstag meinen Einkauf vor zu nehmen. In Sortland wurde ich direkt im ersten Sportgeschäft fündig und kaufte eine große Dose Gas für die Campingtage. In zwei Supermärkten fand ich fast alles, was ich für meine Campingküche benötige und länger haltbar ist. Nudeln, Reis, diverse Tetrapacks (Tomaten, Kokosmilch, Kichererbsen, ..) usw. fanden den Weg in den Einkaufskorb.
Dann unternahm ich einen Spaziergang um mir die Ortsmitte anzusehen. Irgendwas muss wohl dort sein, den einige Straßen waren gesperrt. Viele Oldtimer wurden dort präsentiert und auf einem Platz gab es mehrere Food Trucks.
An der Ecke des Platzes, im Verkstedet bestellte ich mit einen Flat White und einen Kanelboller (Zimtschnecke). Die war sogar noch leicht warm. 😊 Kanelboller sind sehr typisch für Norwegen, lecker und daher ein Muss.
Eine längere Fahrt war nötig, um nach Nykvåg zu kommen. Von den Kilometern ist es nicht so weit, aber durch die Straßenführung, meist am Fjord entlang, dauert es eben etwas länger um anzukommen.
Die Wanderung zum Bufjellet ist kurz. Vom Ausgangspunkt und dem Ende oben im Fjell kann man gut den Sandstrand in der darunter liegenden Bucht sehen. Die einzige Herausforderung an der Wanderung war den Weg zu finden. Es geht über ein Geröllfeld nach oben. Der Pfad ist mal sichtbar, mal nicht, dann sind es mehrere, … irgendwann ist man oben. Runter geht es genauso.
Auf der anderen Seite von Nykvåg war die zweite Wanderung. Der Himmel war wie schon den ganzen Tag sehr bewölkt. Da jedoch die Bergspitze in den Wolken lag, war ich mir erst nicht sicher und wartete ein Zeit lang. Dann wagte ich es doch. Siehe da, es kam dann auf der Wanderung bergauf sogar die Sonne heraus. Auf dem letzten Kilometer wurde es langsam nebelig, die Sicht um mich war indes noch mehr wie ausreichend – also weiter. Oben auf dem Berg lichtete sich die Sicht wieder und es gab tolle Weitsichten in Fjorde durch Nebelschwaden.
Es folgte der lange Weg zurück nach Nyksund. Gut 1,5 Stunden brauchte ich dazu.
Nach einer notwendigen Dusche bin ich zum Essen in das Restaurant. Eine Fischsuppe wählte ich. Da wurde ich direkt nach der Bestellung vom Nachbartisch angesprochen. Es war das Paar aus England, dem ich auf der Wanderung am Vortag begegnete. Nach dem Essen kamen wir länger ins Gespräch. Es stellte sich heraus, das sie von den Orkneys sind und im Sommer mehrere Monate auf einem Schiff verbringen. Mit diesem waren sie an diesem Tag nach Nyksund gekommen.
Am morgen war der Himmel immer noch gut bewölkt in Nyksund. Nach einem Kaffee machte ich mich auf zum Parkplatz und fuhr mit dem Auto zur Unterkunft. Ein Teil meiner Sachen packte ich gleich ins Auto.
Vor dem Eingang machte es sich der Chef gemütlich mit einem Kaffee. Wir kamen ins Gespräch. So erfuhr ich, das es Anfang Juni sogar noch geschneit hatte. Er meinte, das ich von den Änderungen auf den Lofoten deutlich überrascht sein würde; es wäre eine größere Veränderung zu 15 Jahren zuvor. Deutlich mehr Touristen.
Beim Frühstück selbst kam ich noch mit zwei Australiern ins Gespräch. Bei der Abgabe des Zimmerschlüssels kam ich noch mit einer Angestellten ins Gespräch. Insgesamt eh eine freundliche Truppe dort.
Am Morgen entschied ich mich dazu nicht den Campingplatz bei Svolvær anzusteuern, sondern den bei Kabelvåg. Dieser ist besser bewertet, was die Sanitäranlagen angeht. Die Fahrt ging erst einmal bis Sortland auf den Vesterålen, um eine Ladestation anzusteuern.
Da für den Tag nicht groß was vorgesehen war, entschied ich mich für die Route durch Stokmarkes und der Fähre von Melbu nach Fiskebøl. Shit happens – ich kam genau dann an der Fähre an, als diese ablegte. Somit hatte ich eine längere Wartezeit.
Ab Fiskebøl war ich dann auf den Lofoten. Die zeigten sich bald mit ihrem tollen Terrain. Ein schmaleres Tal, mit steil nach oben gehenden Bergen, die sogar noch einzelne Schneefelder aufwiesen.
Am Campingplatz bei Kabelvåg, dem Kabelvåg Feriehus and Camping war nur ein Paar vor mir, das lediglich ein Eis kaufen wollte. Gute Idee, bei 19 Grad und strahlendem Himmel. Sommer. 😀 Da der Quittungsdrucker kein Papier hatte, sollte ich mir erst einen Platz für das Zelt auf den Zeltflächen suchen.
So bin ich dann bis zum obersten Feld gefahren. Ein stellenweise steiler Schotterweg, der mit dem Allradantrieb kein Problem darstellte. Während ich dort das Eis aß, schaute ich mich genau um, um zu entscheiden wo das Zelt hin sollte. Noch war fast alles frei.
Ein hübscher Platz war gefunden, auf dem ich das Zelt aufbaute. Danach fuhr ich zur Anmeldung für die Formalitäten. Auf dem Ausdruck gab es den Zahlencode zu den Duschen und die Info zum WiFi.
Nun konnte ich nach Kabelvåg fahren ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich noch einen Platz für das Zelt bekomme. In Kabelvåg unternahm ich einen Spaziergang. An einem Sonntag ist das ein ausgestorbenes Dorf. Es war absolut gar nichts los. Selbst die beiden Cafés hatten schon zu.
Somit hatte ich mir nach meiner Rückkehr am Campingplatz zuerst einen Kaffee gemacht. Versorgt mit dem Kaffee beschäftigte ich mich dem Umpacken der Kleidung, da diese für den Flug gut, für das Campen aber ungünstig aufgeteilt war.
Alles erledigt war es schon fast 19:00 Uhr. Zeit für das erste Essen am Zelt. Ein Curry mit Kokosmilch, Karotten, Paprika und Reis als Beilage. Mit dem schönen Ausblick schmeckte das Essen bestens. 😊
Nach dem Abwasch kam das Duschen. Dabei stellte sich heraus, das es nur vier Duschen gibt. ABER dafür sind das kleine Bäder mit Dusche, Waschbecken und Toilette.
Vor dem Schlafen gehen war noch Zeit um im Roman “Amalthea” weiter zu lesen.
15. Juni – Matmora
So um 7:30 Uhr stand ich auf. Im Zelt war es etwas heller wie am Abend. Die fast durchgehende Wolkendecke hatte sich in den letzten Stunden aufgelöst.
Auf dem Weg zu einer Toilette stoppte ich bei einem Radfahrer, der unweit von mir zeltete. Gestartet ist er in Hamburg und sein Ziel ist das Nordkap. Schon crazy, er hat vor dort Anfang Juli, zu seinem 66 Geburtstag zu sein.
Ich gehe das ruhiger an und machte mir nach der Morgentoilette mein Frühstück.
Die ausgesuchte Wanderung ist auf der anderen Inselseite. Also einmal halb um und durch die Insel. Das Wetter ist gut und das muss genutzt werden.
Die Wanderung beginnt an einem kleinen Wanderparkplatz. Es geht durch den Wald in großzügigen Serpentinen nach oben bis das Rangeldalen erreicht ist. Nun folgte ein leicht Wanderpfad, der leicht auf und ab geht bis zum Ende des Tales. Ab dort geht es in meist kurzen Serpentinen nach oben. Dabei muss auch ein Geröllfeld überquert werden oder, so dachte ich mir, bei dem Alternativweg darum. Der war zwar schön, endete jedoch dann im Geröllfeld ohne erkennbaren weiteren Verlauf. Also einmal quer über das Geröllfeld zum anderen Weg. Weiter steil nach oben bis kurz vor dem Gipfel nochmal ein Geröllfeld zu erklimmen war.
Oben am Gipfel der Matmora gab es einen wahnsinns Ausblick in alle Richtungen. 😀
Nach einer Pause versuchte ich den weiteren Weg. Der führte nach ungefähr einem Kilometer auf einem Grat. Da der Grat breit war, war es kein Problem, bis zu einer herausfordernden Stelle. Ca. 4 Meter nach unten über einen Erdweg und dann auf einem schmalen Pfad (zwei Fuß breit) am Abhang einen Fels umlaufen um dann wieder nach oben zu kommen. Bis zu dem Pfad bin ich und dann wieder zurück. Ohne Sicherung fühlte ich mich da nicht so sicher, zumal ich nicht wußte was noch kommen wird. Bevor ich wirklich zurück bin, versuchte ich es auf einem abgehenden Weg. Der war ebenfalls nicht ohne und endete dann einfach im Nichts.
Ergo: Zurück. Das bedeutete, das ich wieder hoch zur Matmora laufen durfte. Auf der anderen Seite hatte ich so erneut einen tollen Ausblick. 😀
Dann aber: Der Rückweg den Berg herunter antreten. Das klingt einfacher als es war. Durch die Steigung und dem Untergrund hieß es schön aufpassen.
Die Rückfahrt unterbrach ich in Svolvær aus zwei Gründen. Zum einen das Auto laden und zum shoppen. Von einem Kreisel abgehend kommt man relativ einfach zu einem Shopping Center. Etwas Kokosmilch hatte ich erneut gekauft. Kapern habe ich jedoch wieder nicht gefunden.
Am Campingplatz angekommen machte ich mich auf zum Duschen. Im Gesicht merkte ich da, das ich leicht weiß war. Das kam vom Salz, das ich auf der Tour ausgeschwitzt hatte.
Den One-Pot-Thunfisch gab es danach mit Nudeln und leider ohne Kapern. Gegessen wurde im Zelt, den die Sonne verschwand hinter dem Berg, womit der Zeltplatz im Schatten lag. Ohne Wind kamen gleich wieder nervende Kriebelmücken. 🫤 Mein Zelt lässt es zu, im Innenzelt einen Teil des Stoffes so zu teilen, das ein Mückenschutz immer noch vorhanden ist. So hatte ich beim Essen zumindest eine nette Aussicht.
Wanderung: ~9 Kilometer, ~890 Höhenmeter
16. Juni – Moskenes oder doch nicht!?
Es war ein schöner sonniger Morgen. Für das Frühstück hatte ich mir eine der Tisch-Bank-Kombination in der Nähe meines Zeltes geschnappt. Es folgte ein Packen aller Sachen, denn es stand ein Wechsel des Campingplatzes an.
Ziel war der Campingplatz in Moskenes um an das untere Ende der Lofoten zu kommen. Die Idee dabei war ab dort langsam in den folgenden Tagen nach Norden zu ziehen. Einen Zwischenstopp in Napp hatte ich im Navi eingeplant.
So fuhr ich los und stoppte immer wieder um Fotos zu machen. Um nicht die ganze Zeit die E10 zu fahren, bog ich auf eine vorgeschlagene alternative Route ab. Einige Kilometer vor Napp sah ich ein Schild, das mich zum Abbiegen brachte. Lofoten Wool hatte ich schon vor der Reise bei meiner Suche nach lokaler Seife entdeckt. Der kleine Laden ist voll mit Wolle und Wollprodukten. Die Wolle dazu kommt von den eigenen Schafen, sowie Schafen aus der Gegend, erfuhr ich in einem Gespräch. Seife gab es ebenfalls, die mit Schaffett hergestellt wird. Recht dünne Seifen waren das. War dann doch nicht so interessant. Dafür entdeckte ich einen schönen Schal aus Wolle mit verschiedenen Nuancen von Rot.
Auf dem, weiteren Weg nach Napp stoppte ich für weitere Fotos. Da hielt ein Auto und das Fenster ging runter. Es stellte sich heraus, das dies ein Pärchen war, mit dem ich mich in Nyksund unterhielt. Sie meinten am nächsten Tag die Tour zum Reinebringen unternehmen zu wollen. Genauso wie ich. Es wird sich also zeigen, ob man sich wieder trifft.
Napp war bald erreicht. Der Shop dort, Lofoten Seeweed hatte ich ebenfalls auf der Seifensuche entdeckt. Es gab genau eine Sorte von Seife, die ich nahm. Dazu kam dann noch dehydrierte Tang, der für Salat, Pasten usw. verwendet werden kann, sowie eine spezielle Salzvariation. All das gab es vor Ort zum probieren mit Erklärung.
Dort legte ich gleich noch eine Pause ein. In der Sonne vor dem Laden mit einem Kaffee und einem großen Cookie. Es gab dann sogar noch ein nachfüllen des Kaffees, wozu die Verkäuferin von sich aus mit der Kanne nach draußen kam. Insgesamt ein Laden mit sehr freundlicher Bedienung, die alles gut erklärte.
Als ich beim Campingplatz in Flakstad vorbeikam, schien die Sonne immer noch. Hm. Also die Wettervorhersage gecheckt und die Idee mit dem Campingplatz in Moskenes fallen gelassen. Nach der Anmeldung beim Lofoten Beach Camp suchte ich mir einen Zeltplatz im Dünenbereich vor dem Strand. Mein rotes Zelt war von weit her zu sehen. 😀
In der Beach Bar, die zum Campingplatz gehört, bestellte ich mir nach dem Aufbau einen Flat White mit einer Waffel. Die gab es mit Marmelade und Früchten. 😊
Da es noch früh am Tag war, ich jedoch keine anstrengende Wanderung unternehmen wollte, machte ich mich auf nach Å. Å ist der südlichste Ort der Lofoten. Ich kenne es noch als ein Fischerdorf in dem nicht viel los ist. Tja, das hat sich deutlich geändert. So viele Leute die dort mit Bussen angekarrt werden, ist mir neu dort.
Zurück am Campingplatz unternahm ich, was ich mir vorgenommen hatte – ins Meer gehen. Es war mittlerweile bewölkt, bei 12 Grad mit spürbarem Wind (Bft. 3). Immerhin bis zum Bauchnabel habe ich mich rein getraut. Und sogar geduckt in eine herankommende Welle. Als ich aus dem Wasser rauskam, fühlte es sich gar nicht mehr so kalt an. Dennoch, schnappte ich mir alles, was ich vorbereitet hatte und machte mich auf zu den Duschen. Die heiße Dusche war sehr angenehm. Später hatte ich nach der Wassertemperatur recherchiert und diese lag wohl bei 10 Grad.
Am Zelt suche ich mir einen größeren Stein als Windschutz für den Campingkocher um mein Abendessen zuzubereiten. Etwas einfaches. Nudel mit Pesto, das mit Knobi und Zwiebel die ich angebraten hatte verfeinert wurde.
Am späteren Abend machte ich es mir in der Beach Bar gemütlich.
17. Juni – Reinebringen
Der Wind des Abends hatte deutlich nachgelassen. Das Frühstück am Zelt war direkt angenehm. Noch zierten sich die höheren Berge und versteckten ihre Spitzen in den Wolken.
Durch die Bewölkung ging ich den Tag ganz langsam an. Alles nötige für die Wanderung wurde gepackt, um anschließend nach Reine zu fahren. Dort parkte ich auf dem Parkplatz am Hafen. Eigentlich sollte das Auto durch die Kameras automatisch erfasst werden. Die App Easy Park und die alternative Webseite gaben jedoch an, das ich nicht auf dem Parkplatz bin. Das wird sich möglicherweise später lösen.
Die Tour startete ich mit einem Umweg über den örtlichen Bäcker. Was süßes für die Gipfelpause. 😊 Der Weg führt durch Reine und danach an der E10 bis zum eigentliche Einstieg. Vom Parkplatz bis zur Spitze sollen es 2,8 Kilometer sein. Am eigentlichen Einstieg zog ich die Jacke aus um im T-Shirt den zweiten Abschnitt nach oben anzugehen.
Vor 15 Jahren hieß es für mich hier auf einem Gravelpfad nach oben kraxeln. Nun, die Zeiten haben sich geändert. Nur noch 1,1 Kilometer. Nur noch 1978 Stufen. Nur noch ein kleiner Gravelteil ganz oben. Nur noch gut 480 Höhenmeter.
Was war ich froh, das es beim Weg nach oben noch bewölkt war. Witzig war eine kleine Gruppe aus Spanien, die parallel mit mir ging. Durch die unterschiedlichen Pausen trafen wir uns oft. Die eine Spanierin meinte immer – Nur noch zwei Minuten. 😂
Oben angekommen lichteten sich die Wolken langsam. Ein paar Bilder, bevor es Zeit war für den Gipfelsnack. Ich hatte mir dazu etwas typisch norwegisches in der Bäckerei gekauft – eine Zimtschnecke. 😀 Ich aß jedoch nur einen Teil ganz oben, den anderen weiter unten. Oben war doch viel los. Nicht wie früher, wo wir nur zu fünft dort oben waren.
Als ich den weiteren Weg hinunter anging, kam mir bei den ersten Stufen jemand bekanntes entgegen. Wie am Vortag scherzhaft gesagt, trifft man sich vielleicht bei der Tour und so war es dann auch. Wir sind dann sogar nochmal ein paar Meter wieder zurück; also nach oben, denn die Sonne kam immer mehr heraus.
Die ganzen Stufen nach unten sind wir zusammen gelaufen und haben uns gut unterhalten. So kam der Abstieg gefühlt sehr kurz vor. Oben hatten wir wegen dem Wind noch Jacken an, auf dem Weg nach unten wurde es immer weniger. Unten angekommen, fühlten wir beide uns als würden wir auf einer Wolke laufen. Durch die vielen Treppenstufen fühlte sich das Laufen auf einer ebenen Fläche merkwürdig an. Der Effekt war aber bald wieder weg.
In Reine trennten sich unsere Wege. Sie lief zu ihrem Auto um zur Unterkunft zu fahren und dann ihrem Mann die Möglichkeit für die Tour zu geben, der sich um das Baby kümmerte. Meiner war der zum Parkplatz. Die App hatte immer noch keine Bestätigung, das ich dort parkte. So schrieb ich eine kurze E-Mail an die Kommune, wie es auf einem Schild auf dem Parkplatz stand.
Dann parkte ich kurz um, um das Auto zu laden. Während dessen konnte ich die Schuhe tauschen, sowie ein paar andere Dinge erledigen.
Auf Sakrisøy stoppte ich bei Anita’s Seafood Café. Ein Cappuccino mit einer warmen Zimtschnecke bestellte ich mir. Das was ich dort an Fischburgern und sonstigem Essen sah, sah gut aus. Da beschloss ich an einem anderen Tag dort zu Abend essen.
Auf dem Rückweg hatte ich leider zweimal wieder Schnarchnasen mit ihren Wohnmobilen vor mir. Bis eine geeignete Stelle zum Überholen kam, dauerte es. Die sollten sich mal bei dem Fahrer des Müllwagens vom Vormittag erkundigen. Der war mit dem Müllwagen sehr zügig unterwegs gewesen.
Am Campingplatz angekommen entschied ich mich dazu den Tag ruhig ausklingen zu lasen. Duschen und dann am Zelt einen Kaffee, sowie Lesen bis zum Abendessen. Das ganze bei sonnigem Wetter, das am Strand mit dem immer wieder auffrischenden Wind kühler wirkte. Im Zelt war es sehr angenehm. 😊
Wanderung: ~5,5 Kilometer, ~530 Höhenmeter
18. Juni – Kvalvika Beach und Nesland – Nusfjord
Heute wurde ich etwas früher wach. Eigentlich ganz gut, da die Wettervorhersage für Nachmittags gemischtes Wetter ankündigte. Wie auch immer, erst mal Frühstück.
Die Fahrt zur ersten Wanderung war eine, zu einer der Nachbarinseln. Dazu musste ich über zwei schmale, gebogene Brücken fahren. Ist immer wieder eine interessante Sache, da diese so gebogen sind, das man den entgegenkommenden Verkehr nicht sehen kann. Also vor der Brücke checken, ob was entgegen kommt.
Dann ging es durch da Örtchen Fredvang, das eher wie eine weit verstreute Ansammlung von Häusern, denn einem Dorf erscheint. Weiter die Straße bis zur einer weiteren Ansammlung von Häusern. Der Fluß Markelva ist eher ein kleiner Bach, der die geschotterte Straße quert. Das ist der Startpunkt der Tour.
Es ging durch ein Tal, dem Bach lose folgenden. Es ist am Anfang ein Weg, der immer wieder durch ein Feuchtgebiet geht. Daher ist der Weg oft mit Holzblanken ausgelegt. Wenn es nicht durch eine offene Landschaft ging, ging es durch einen Birkenwald. Vorbei an insgesamt drei Seen, bis ich zum Kvalvika Beach kam. Unterwegs sah ich Zwei ihre Zelte zusammenpacken und einige, die mir mit kompletten Gepäck begegneten. Ich war somit die Einzige, auf einer Tagestour.
Angeblich sollen in dieser Gegend Schafe weiden. Gesehen hatte ich keine, dafür aber einen Hasen.
Kvalvika Beach besteht aus drei Sandstränden. Den ersten sah ich schon von oben aus dem Tal kommend. Die nächsten zwei sind von jeweils großen Felsen getrennt. Bei dem ersten Felsbereich entschloss ich mich unten rum zu gehen. D. h. durch das Wasser. Dazu zog ich die Schuhe aus, krempelte die Hose hoch und umging die Felsen. Das kalte Wasser kribbelte ordentlich. Bei der zweiten Felsblockade zum dritten Sandstrand versuchte ich es genauso, brach aber ab, da dort das Wasser zu tief war. Ohne Hose wäre es möglicherweise gegangen, aber bei der Wassertemperatur(!).
So trocknete ich meine Füße nach der Kneipp Tour ab und machte mich oben herum um die zweite Felsblockade. Angekommen am dritten Sandstrand war mir klar, wo die ganzen Tourer mit ihrem vollen Gepäck herkamen. Noch standen hier acht Zelte in Strandnähe.
Kvalvika Beach selbst erstrahlte in der morgendlichen Sonne mit tollen Türkis- und Blautönen.
Von hier war der Weg bergauf. Wobei “der Weg” nicht so einfach zu sehen war. Es gibt in dem Wirrwarr von Steinen teils keinen Weg von unten zu sehen. Egal, einfach nach oben. Es passte schon. Auf der anderen Seite ging es länger durch ein Feuchtgebiet. Auch hier wieder auf Holzbohlen. Auf dieser Teilstrecke vom Strand bis zur Straße (Wanderparkplatz) kamen mir reichlich Wanderer entgegen. Kein Wunder, ist das doch der kürzeste Weg zu den Stränden. Schöner ist jedoch der, den ich lief.
An der Straße angekommen folgte ich dieser gut 3,8 Kilometer. Eher langweilig an der Straße, aber es gibt leider keinen alternativen Weg.
Da es gerade erst Mittagszeit war, machte ich mich auf zur nächsten Tour. Wobei, nicht ganz am Dorfende von Fredvang, vor der ersten Brücke stand ein Food Truck. Dort bestellte ich mir einen Burger. Die Lebensmittel dazu kamen angeblich alle aus der Gegend. Lecker war er zumindest.
Jetzt aber tatsächlich weiter zur nächsten Tour. Der Startpunkt ist in Nesland. Gar nicht so weit weg, durch die Schotterstraße ist es dann doch eine längere Fahrt, zumal hier dann auch Schafe neben und auf der Straße waren.
Von Nesland ging ich den Fiskersti nach Nusfjord. Der Pfad geht immer wieder auf und ab; immer wieder durch offene Landschaft oder durch Birkenwälder. Aber vor allem geht er immer in der Nähe der Küste entlang. Durch das auf und ab usw. braucht man für die gut 5,5 Kilometer einige Zeit. Abwechslungsreich wurde der Weg durch die Querung eines Felssturzes. Dort lagen riesige Felsbrocken und auf einigen war das rote T der Wegmarkierung zu sehen. Such dir deinen Weg und falle in keine der Spalten!
Später kam dann noch eine Holzleiter nach unten, mit einem Abschlussklettern an einem Seil Klettern musste eh immer mal wieder auf dem Weg.
Nusfjord war relativ ausgestorben. Nur eine Hand voll Personen war im Hafenbereich zu sehen. Mehr sah ich erst vor der Pizzeria und im alten Landhandel, der nun ein Café ist. Dort machte ich es mir mit einem Flat White und einer Waffel gemütlich. Der alte Landhandel ist ein Café, aber auch ein Museum mit dem was dort alles zu sehen ist. In ganz Nusfjord sind einige Gebäude als Museum zu begehen. So kann man nachvollziehen wie der Fischfang und die Verarbeitung einmal war. Ebenso der Walfang.
Zurück ging es fast auf dem selben Weg. Aus dieser Richtung sind die Markierungen nicht ganz identisch. So kam ich z. B. nicht mehr an der Leiter vorbei. Die spannende Felskletterei kann jedoch nicht umgangen werden. Nicht so einfach dort, irgendwie aber auch spaßig.
Die Wanderung endete somit wo sie begann, in Nesland. Zurück ging es wieder über die Schotterstraße und dann die normale Straße zum Campingplatz. Dort angekommen war die Heckscheibe völlig zugestaubt. 😂
Nach einer nötigen Dusche machte ich mir Nudeln mit Pesto. Es war schon später und zu richtigem kochen hatte ich keine Lust mehr.
Über “Nacht” zog der Himmel zu. Es sollte regnen. Leider immer wieder für die nächsten drei Tage. Damit macht ein Wechsel des Campingplatzes keinen großen Unterschied. Somit beschloss ich, drei Tage länger auf diesem Campingplatz zu bleiben und zu schauen, was gehen wird.
Wie ich morgens das erste Mal wach wurde, hörte ich leichten Regen, der auf das Zelt prasselte. Ich drehte mich um und schlief wieder ein. Als ich dann wach wurde, war es ok zum Aufstehen. Für das Frühstück saß ich im Zelt, mit der zum Strand offenen Seite.
Die Berge im Hintergrund hatten wolkenverhangene Spitzen, ansonsten sah es ganz gut aus. Dennoch verkroch ich mich zum Lesen im Zelt für einige Zeit. So ganz geheuer war mir das Wetter nicht.
Am späteren Nachmittag machte ich mich auf nach Sørvågan. Unterwegs stoppte ich in Hamnøy. Beim dortigen Bäcker kaufte ich eine Zimtschnecke und einen Kaffee. Beides gab es in der Sonne vor der alten Bäckerei.
In Sørvågan fand ich auf dem Parkplatz gerade so noch einen Platz für das Auto. Von dort machte ich mich auf die Tour. Das erstes Highlight war bald erreicht – ein schöner Wasserfall. Der Pfad querte einen kleinen Bach um dann zu einem See zu gelangen, an dem es entlang ging. Immer wieder mal über größere Steine und Wurzeln.
Am Ende des Sees nahm ich wohl den falschen Pfad und befand mich auf einem noch kleineren Pfad nach oben. Die Richtung stimmte, daher merkte ich es nicht sofort. Bis auf das knifflige Ende, dem hochklettern an einem 1,5 Meter hohen Felsblock am steileren Hang war es ein schöner Weg.
Dann war ich wieder auf dem eigentlichen Weg. Leicht bergab, um dann länger bergauf zu gehen. So im Inselinneren wurde es bald schon fast so wie in höheren Lagen in den Alpen. Viel Fels, Gras und höchstens kleine Büsche.
Der Munkebu ist ein See in einer Senke. Neben diesem ist eine DNT-Hütte, in der Mitglieder übernachten können.
Unterwegs lief ich an Schneefeldern vorbei, bei meist sonnigem Wetter. Die Gipfel der Berge ringsum versteckten sich in den Wolken. Da die Wolken eher dunkel waren, kehrte ich ohne größere Pause wieder um. Auf dem Rückweg gab es in meiner Laufrichtung auf einer Seite große helle Wolken, die sich über die Berge in das Tal bewegten. Das war schon ein tolles Naturschauspiel. Die dunkleren Wolken hinter mir aber auch.
Bergab bin ich den eigentlichen Hauptweg gelaufen. Damit kam ich über zwei längeren und steileren Felsen hinunter. Damit das gefahrlos geht, sind an beiden Abschnitten Ketten gespannt.
Wohlbehalten kam ich am Startpunkt wieder an. Morgens hielt ich zwischendurch für Fotos, was auf der Fahrt zurück zum Campingplatz nicht geschah.
Nach der Dusche machte ich mir ein Curry mit Gemüse und Reis.
An der Rezeption schaute ich kurz vorbei und buchte die Übernachtungen für drei weitere Tage. Der ursprünglich mit eingeplante Campingplatz in Moskenes entfiel damit. Denn dorthin zu wechseln, war nicht nötig, da ich die südlichen Touren bereits hinter mir hatte.
Zum Ausklang gab es an der Beach Bar an diesem Abend Live Musik.
Wanderung: ~10,3 Kilometer, ~720 Höhenmeter
20. Juni – Ryten?
Es regnete am frühen Morgen, kombiniert mit reichlich Wind. Ich drehte mich noch ein paar Mal um, bis ich, für mich sehr spät aufstand. Es wurde warm im Zelt. Der Grund: Der Regen hatte aufgehört, kaum Wind und die Sonne zeigte sich. Supi. Frühstück am/im Zelt.
Eine Recherche nach dem Frühstück ergab fast überall in der Nähe (Fahrtzeit ~1 Stunde) das selbe bescheidene Wetter. Also versuchte ich es mit einer Tour in der Nähe. So fuhr ich erneut nach Fredvang bzw. dem dahinter liegenden Indresand.
Kaum dort angekommen, fing es an leicht zu nieseln. Es gibt definitiv besser Voraussetzungen für eine Tour. Mit der Regenjacke zog ich somit los auf die Tour zum Ryten, von dem man die Sandstrände von Kvalvika sehen kann. Die Tour lt. Wanderführer macht auch einen Abstecher zum Strand, den ich auslassen wollte. Dort war ich bereits zwei Tage zuvor bei Sonnenschein.
Wie sich herausstellte, ist diese Tour sehr beliebt. Bis zu diesem Tag, die meistbesuchte während meines Urlaubs. Zu denken, ich wäre die Einzige die bei so einem Wetter los macht, ist eine Fehlannahme gewesen.
Unterwegs fluchte ich kurz, da ich die Stöcke im Auto gelassen hatte. Von der Steigung war es kein Problem, nur mit den Steinen, Felsen und dem gelegentlich rutschigen Untergrund hätten diese mehr Sicherheit geboten.
Auf dem Weg nach oben nieselte es schön weiter. Dazu kam dann ein deutlicher Wind – 5 Bft, in Böen bis 7 Bft. Da Teile des Weges über Holzblanken und teils sogar mit einem Meter Höhe verlaufen, hieß es gut aufpassen. Aufpassen war ebenfalls an ein paar leichten Kletterstellen angesagt.
Am Sattel, ab dem es weiter zum Gipfel oder nach unten zum Strand geht, hatte ich so langsam genug. Ein paar Meter lief ich noch zum See Forsvatnet, dann kehrte ich um. Es waren nur etwa 11 Grad, deutlicher Wind und Nieselregen. Den Gipfel des Ryten zu erklimmen war zusätzlich wenig anregend, da dieser in den Wolken versteckt war.
Nun also zurück, was nicht einfach war. Rutschig auf dem Erdboden, den Steinen und Felsen. Aufpassen war also angesagt.
Etwas wärmendes wäre nun gut. Zurück, über den Campingplatz fuhr ich bis Vikten. Dort gibt das Glasshytta Vikten. Eine Glassbläserhütte und Café. Die Tische des Cafés sind dabei im Shop verteilt. Ich wählte für mich einen Tisch im Raum wo der Glasbläser gerade seiner Arbeit nachging. Abgesehen davon, das dieser Bereich gut gewärmt war, konnte ich so dem Glasbläser zuschauen, wie viele andere und dabei meinen Flat White mit einem Stückchen genießen.
Sodann ging es zurück zum Campingplatz. Auf allen meinen Fahrten an diesem Tag, wie auch an den vorherigen war ich fasziniert von der Landschaft. Berge und davor Sandstrände mit türkisfarbenen Buchten. Die Wiesen mit ihren Blumen.
Am Campingplatz war es trocken und sommerlich. Sonne und kein Wind. Nach der obligatorischen Dusche gab es daher einen Kaffee am Zelt. Ich fing dann auch gleich an mit dem Abendessen. Knobi und Zwiebeln wurden in Chilli-Rapsöl angebraten. Dazu kam eine kleingeschnittene Paprika, die mitbruzeln durfte, bevor eine Packung Tomaten in Stücke darüber kamen. Ein paar Kräuter, Salz und Pfeffer. Den zuvor gekochten Reis gab es dazu.
Wie ich mit dem Spülen nach dem Essen beschäftigt war, wurde es wieder deutlich dunkler bewölkt, wie am Morgen. In der Beach Bar bei Live Musik war das weniger wichtig.
Wanderung: ~4,5 Kilometer, ~180 Höhenmeter
21. Juni – Regentag
Es regnete, wie ich wach wurde und soviel schon vorneweg, es änderte sich während des Tages auch nicht mehr wirklich. Eine kleine Regenpause gab mir die Möglichkeit am Zelt zu frühstücken. Wobei, nur die Zubereitung war im freien ohne Regen. Gegessen hatte ich im Zelt, da es schon wieder regnete.
Mit dem Spülen des Geschirrs hatte ich mir Zeit gelassen. In der Tageszeitung gab es ein paar interessante Artikel, die die Zeit überbrückten bis zur nächsten Regenpause.
Als das Geschirr gewaschen war, zog ich mich dem Wetter entsprechend an und machte mich auf nach Ytresand, das bei Fredvang liegt. Somit lag der Ausgangspunkt der Wanderung sehr nahe dem, des vorherigen Tages.
Der Wanderparkplatz war voll, nachdem ich dort parkte. Hatte gar nicht so viel an diesem Regentag dort erwartet. Die Wanderung ging an einem Berghang schräg und stetig nach oben. Auf dem Weg nach oben, bei Nieselregen gab es immer wieder schöne Blicke zurück. Der böige Wind schmälerte das Erlebnis etwas.
Dann machte der Weg einen Bogen um den Hang; jedoch weiter nach oben gehend und somit zum ersten Gipfel. Weiter in eine Senke und wieder nach oben kam ich am zweiten Gipfel an. Hier bot sich ein toller Blick auf die Sandstrände und die Berge im Dunst.
Den Weg zum letzten Gipfel hatte ich angetreten, dann wurde der Wind jedoch sehr stark, womit ich umkehrte. Alle anderen schienen an diesem Tag ebenfalls nur bis zu dem zweiten Gipfel (Røren) gelaufen zu seien. Weiter sah ich keine Person laufen. Kein Wunder, den weiter hieß noch ausgesetzter am Inselzipfel im starken Wind laufen, für eine Aussicht in die entgegengesetzte bergige Küstenlandschaft, wo doch die wesentlich interessantere Sicht bei Røren ist.
Auf dem Rückweg machte ich in Ramberg in einem Café halt.
Am Campingplatz angekommen, gab es eine Regenpause. Diese nutzte ich direkt für die Dusche.
Die Zeit bis zum Abendessen verbrachte ich mit lesen im Zelt, denn, oh Wunder es regnete.
Für das Abendessen bin ich zuerst nach Reine gefahren. Erst bekam das Auto sein “Abendessen” am Schnelllader. Auf der Insel Sakrisøy bei Reine ist Anitas Sjømat. Dort soll es mit den besten Fischburger auf den Lofoten geben. Ein Grund, dort vorbei zu schauen. Ich bestellte mir den Burger Winnie The Pooh. Ein Burger mit einem Fischpaddy, geräuchertem Lachs, Shrimps und Salat. Richtig lecker. 😋
Am Campingplatz ging ich direkt in die Beach Bar. Es waren nur noch 10 Grad, so wie an vielen Tagen zuvor, jedoch mit Regen und Wind fühlte sich das deutlich kälter an. Nach der Wettervorhersage waren es “Feels like 0”.
Da es ein Wochenendetag war, gab es wieder Live Musik. Nebenbei konnte man die Saunabesucher beobachten. Es gibt zwei Saunen mit Panoramafenster zum Strand. Die Abkühlung nach dem Schwitzen ist das Meer.
Wanderung: ~4 Kilometer, ~160 Höhenmeter
22. Juni – Relax-Tag
Als ich morgens wach wurde regnete es und stürmte. Wie an den letzten Tagen – umdrehen und weiterschlafen. 😅 Wie ich aufstand, dachte ich erst an ein Frühstück in der Beach Bar. Beim Weg zur Toilette, merkte ich, das es gerade ganz gut aussieht. Daher hatte ich mir vor dem Zelt ausreichend Wasser für den Kaffee und das Porridge gekocht. Der Kaffee war aufgesetzt und das Porridge zubereitet. Damit konnte ich alles wieder in das Zelt packen und dort Frühstücken. Das war genau die richtige Intention und der richtige Zeitpunkt. Kaum war das Zelt zu, begann es wieder zu regnen. Das machte mir ja nix, da ich Kaffee und Porridge im warmen und trockenen Zelt hatte.
Es war eh ein Relax-Tag geplant. Auszeit für die Beine; schließlich gingen alle Touren mehr oder weniger immer nach oben. Die ganze Zeit im Zelt rum sitzen wollte ich jedoch auch nicht. Daher ging es mit dem Auto auf eine erste Tour. In Ramberg kaufte ich Lebensmittel für die nächsten Tage.
In der näheren Umgebung bin ich an ein paar Orte gefahren, um zu fotografieren. Es war neblig, trüb und regnerisch; dennoch hatte das alles eine gewisse Stimmung, die ich versuchte in Fotos fest zu halten.
Zur späteren Mittagszeit bin ich in der Beach Bar eingetrudelt. Eine Waffel mit Salat und Lachs war das Mittagessen, mit einer Zimtschnecke als Nachtisch.
Im Zelt verkroch ich mich einige Zeit danach. Ein Podcast über Roswell-Aliens vorgetragen von Rahel und Christian im Stay Forever Podcast.
Ein weiterer Anlauf zu einer Fotorunde wurde gestartet. Diese endete fast gleich. Auf dem Weg vom Zelt zum Auto hatte ich keine Regenhose an und prompt fing es richtig an zu schütten. 🙃 Also mit dem Auto soweit zum Zelt wie möglich; dorthin gelaufen und umgezogen (diesmal Regenhose!). Nun konnte ich los zur Fototour.
Es gab einige schöne Stellen, die bei dem Wetter durchaus ihren Reiz hatten.
Da ich dabei wieder bis Reine kam, wurde nochmals der Akku geladen.
Am Campingplatz gibt es zwar ein Zelt in dem reichlich Platz ist, um bei so einem Wetter zu kochen und zu essen, da ich aber schon mal in Reine war, hieß das, das ich wieder durch Sakrisøy komme. Somit bin ich wieder zu Anitas Sjømat. Eine Fischsuppe wurde es an diesem Tag.
23. Juni – Kabelvåg – Svolvær
Es hatte geregnet, während ich schlief. Für das Kochen des Wassers für Kaffee und Porridge hatte ich gerade so eine Regenpause erwischt. Ergo: Frühstück im Zelt.
Es folgte ein packen aller Sache im Zelt. Die einzelnen Taschen packte ich auf einen Handwagen, den ich morgens beim Toilettengang auf dem Rückweg mitnahm. Dazu kam das schmutzige Geschirr. Dann wurde das Zelt abgebaut – im leichten Nieselregen. Es gibt schönere Momente dafür.
Mit dem Wägelchen wanderte ich zum Auto, um alles zu verladen. Erst nachdem ich den Handwagen wieder zurückgebracht hatte, wusch ich das Geschirr.
Die Abfahrt vom Campingplatz verzögerte sich noch etwas. Erst kaufte ich zur Erinnerung ein T-Shirt in der Beach Bar und genoss noch einen letzten Kaffee.
Die Fahrt nach Kabelvåg war komplett im Regen. In Borg machte ich einen ganz, ganz kurzen Stopp am Wikingermuseum. Ein Bild und weiter. Im Museum war ich 15 Jahre zuvor schon. Vermutlich hat sich in der Zwischenzeit einiges dort getan. Jedoch standen sehr viele Autos, Vans, Wohnmobile und sogar einige Reisebusse auf dem Parkplatz. Das Gedränge innen mochte ich mir gar nicht vorstellen.
In Kabelvåg baute ich mein Zelt auf dem selben Campingplatz wie eine Woche zuvor auf. Der entscheidende Unterschied: Diesmal im leichten Nieselregen.
Eigentlich wollte ich mir noch einen Kaffee kochen, bevor es weitergehen sollte. Nur mein Piezo-Anzünder wollte nicht mehr. Dann halt ohne nach Svolvær. Dort wurde ich im Sportladen leider nicht fündig für einem Ersatz. In dem Shopping Center bin ich daher noch in einen Supermarkt. Dort kaufte ich ein Feuerzeug, damit kann der Gaskocher ebenfalls angezündet werden.
Es nieselte immer noch ganz leicht, dennoch unternahm ich einen Spaziergang durch Svolvær. Der erste Gang natürlich zu einem Café. Das Deja Brew hatte ich mir ausgesucht. Es ist in einem kleinen Einkaufszentrum und gemütlich eingerichtet. Zum Flat White bestellte ich mir Pancakes mit Banane und Erdbeermouse. 😋
So konnte ich mich auf die weitere Erkundung von Svolvær machen. Das Zentrum ist ein Marktplatz, der am Hafen liegt. Das alles ist sehr übersichtlich. So groß ist die Lofoten-Hauptstadt nicht. In Geschäften fand ich neben einem T-Shirt, eine Fleecejacke. Nach ein paar Tagen mit Regen merkte ich schon die Kühle. Ein paar Fleecejacken, die ich dabei hatte waren zwar dick aber eben nicht so dick. Irgendwie irre, mir war teils kalt, während es Zuhause 39 Grad waren.
Am späteren Nachmittag hörte es auf zu regnen. Damit konnte ich mein Abendessen in Ruhe am Zelt zubereiten und dort essen.
In einem der Gemeinschaftsräume unterhielt ich mich mit einem anderen Camper während uns das Feuer des Holzofens wärmte. So ging der Abend schnell vorüber. Nur noch Duschen und ab in den Schlafsack.
24. Juni – Henningsvær
Ich wurde doch tatsächlich durch die Wärme im Zelt wach. Das hatte ich schon einige Zeit nicht mehr gehabt. Blauer Himmel und Sonne. 😀 Damit war klar, das das Frühstück auf alle Fälle vor dem Zelt sein sollte.
Die Fahrt zum Parkplatz für die Wanderung war ungefähr 20 Minuten. Es gibt dort ein paar vereinzelte kleine Parkbuchten, die alle bereits voll waren. Somit blieb nur übrig kurz vor Henningsvær auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz zu parken oder auf dem gebührenpflichtigen (und sehr teuren) nah an der Einstiegsstelle der Wanderung. Ich nahm letzteres.
Das Schild an Einsteig der Wanderung behauptet “nur” 1,4 Kilometer bis zum Gipfel des Festvågtinden. Es kamen eine Handvoll Treppenstufen, um danach über riesige Felsblöcke zu kraxeln. Hat man das geschafft, geht es nur noch geradeaus nach oben. Direkt ist eben kürzer. Das ist schon ziemlich steil auf dem Abschnitt bis zum See Heiavatnet. Immer wieder sind die Hände zu nutzen, um halt zu haben.
Ab dort sieht man schon den Pfad auf einem Kamm nach oben gehen. Ebenso geradeaus und gut besucht. Der hinter mir liegende Weg war schon anstrengend, der von dort folgende noch deutlich mehr. Je höher ich kam, desto steiler und rutschiger wurde der Weg. Dafür ist die Aussicht super.
Runter ging es den selben Weg. Am See bin ich an diesem vorbei und bis zu einer kleinen Spitze, den Nippen gelaufen. Von dort hat man meiner Meinung nach sogar den besseren Blick auf Henningsvær. Den von hier kann man mehr vom Ort erkennen als von weiter oben.
Bis zur Straße kommt ebenfalls wieder der selbe Weg, den ich hoch lief nur halt runter.
Diese Wanderweg grenzt schon ziemlich ans Limit dessen, was ein Wanderweg genannt werden kann. Es ist schon fast der leichteste Einstieg in die Kletterei.
So, nachdem ich Henningsvær von oben gesehen habe ging es natürlich auch nach Henningsvær. Ein ikonisches Fischerdorf heißt es. So wahr es nicht verwunderlich das dort viele Touristen unterwegs waren.
Neben einem Spaziergang durch den Ort gab es in dem Klatrekafeen einen Kaffee und einen Blaubeerkuchen. Das Klatre (Klettern) kommt u. a. dadurch, das dazu auch ein Shop mit Kletterartikeln gehört, sowie die Gegend um den Berg auf dem ich war auch ein Kletterberg ist.
Am Campingplatz war der Nachmittag mit relaxen und lesen bis zum Abendessen gestaltet worden.
Wanderung: ~4 Kilometer, reichlich Höhenmeter Keine Karte, da sich das GPS der Uhr in dem Einschnitt schwer getan hat mit der Aufzeichnung und einige Ausreißer zeigt.
25. Juni – Um Svolvær
Über Nacht war es wieder kühl. Im Schatten des Berges, ohne direkte Sonne spürte ich die 10 Grad deutlich anders. Ich hatte sogar die Zusatzbelüftung des Zeltes geschlossen. Das bedeutete das das Außenzelt morgens von Innen feucht war. War schon klar; besser wie frieren. Das wiederum war am frühen morgen gar nicht der Fall. Die Sonne zeigte sich beim Frühstück am Zelt von ihrer freundlichen Seite.
Später soll es lt. Wetterbericht regnen. Daher machte ich mich nach dem Frühstück gleich auf zu einer kurzen Wanderung in der Nähe. Diese startete in Osan, einem Vorort von Svolvær. Der Anfang war eher langweilig, auf einem Schotterweg bergauf bis ich nach 1,3 Kilometer den eigentlichen Einstieg erreichte. Ab hier war es dann wieder ein Pfad über Wurzel und Stein. 😀
Am Sattel entschied ich mich zuerst nach links, zu einer Spitze zu gehen. Es bot sich mir ein schönes und bewölktes Bild von Svolvær und den Inselchen drum herum.
Weiter, d. h. zurück zum Sattel und dort weiter zum nahen Tjeldbergtinden. Dort traf ich einen Local bei seiner Morgenwanderung. Still genossen wir die Aussicht.
Zurück ging es auf dem selben Weg. Nun kamen mir ein paar Personen entgegen. Zwei, die es wohl eher für einen Spaziergang hielten, so wie sie gekleidet waren. Das ist es jedoch nicht. Einfach ist der Weg schon, aber doch immer wieder feucht.
Am Auto angekommen, war es immer noch Vormittag. Nach der Wettervorhersage hatte sich der Beginn des Regens um fast zwei Stunden nach hinten verschoben. Im Wanderführer gibt es eine weitere einfache Wanderung. Von Svolvær zu einem Gipfel, mit der Option zu einem zweiten. Davor kommt man an einem See vorbei, der eine gute Aussicht bieten soll.
Somit nahm ich diese zweite Tour und beschloss sie aufgrund des kommenden Regens nur bis zu diesem See zu laufen. Auf dem steilen und felsigen Weg nach oben dachte ich schon, gut so zu entscheiden. Der Weg ist oft feucht, geht aber auch genauso oft über blanken Fels nach oben. Macht durch seine Abwechslung aber auch Spaß. Es geht durch viel grün, viel Farn, viele Birken. An einem unteren See vorbei, einem Bach mit Wasserfall entlang bis ich irgendwann oben am See war. Dort ist sogar eine große Holzplattform.
Von hier könnte man weiter auf den Tuva. Diesen Gipfel sieht man auf dem einen Foto über dem See. Oder in die andere Richtung, auf den Blåtinden. Auf den Tuva, wie erwähnt wollte ich von vornherein nicht und der Blåtinden versteckte sich schon in den dunklen Wolken.
Auf der Holzplattform war es leider zu windig für eine ausgiebige Pause. Somit machte ich ein paar Fotos und begab mich auf den selben Weg zurück. In diese Richtung waren die Felsen nochmal vorsichtiger zu nehmen; vor allem die, die schon nass waren.
Leicht durchgeschwitzt, entschied ich mich dazu den Campingplatz anzusteuern. Die Dusche war sehr angenehm. Auf den letzten Metern zum Zelt begann es dann auch leicht zu nieseln. Da war er, der angekündigte Regen.
Früher Nachmittag. In Svolvær suchte ich wieder das Deja Brew Café auf. Dort wurde ich gleich mit einem “Hallo, schön Dich wieder hier zu sehen” begrüßt. Das Café hat guten Kaffee, eine tolle Mannschaft und ist gemütlich. Hier war ich am Schreiben des Textes des Tages. Das geht am Besten mit einer Stärkung in Form von Pancakes. 😋
Es folgte ein Spaziergang durch Svolvær, bevor ich zum Campingplatz zurück kehrte.
Da es weiter regnete, machte ich es mir im Zelt gemütlich und las. Für das Abendessen packte ich alles in einen Beutel und lief zum Gebäude mit der Campingküche für alle. Dort machte ich mir ein Curry mit Gemüse und Reis. Dabei kam ich mit einer Schweizer Familie ins Gespräch. Dann kam sogar noch der Radfahrer, den ich dort zwei Tage zuvor traf.
Später lief ich zur Gemeinschaftshütte, da wir uns dort treffen wollten. Er war noch nicht dort, dafür eine Norwegerin, die es sich mit Kerzen auf dem Tisch gemütlich gemacht hatte. Wir kamen gerade ins Gespräch, als der Radfahrer zu uns traf. So waren wir – Emma, Wadim und ich – in dieser gemütlichen Hütte. Wadim sorgte für Feuer im Ofen, damit wir es bei unserer Unterhaltung gemütlich hatten und er seine Kleidung trocken bekam.
Es war bereits nach Mitternacht, als wir uns verabschiedeten und in unsere Zelte bzw. Auto verschwanden.
Guten Morgen Regen. Zum Glück nur ganz leichter Nieselregen.
Für das Frühstück machte ich mich mit meinem Beutel auf zu der einen Gemeinschaftshütte in der Nähe (eine andere wie am Abend zuvor). Dort traf ich Emma wieder, die genau aus dem selben Grund gerade dort ankam. Wir unterhielten uns erst mit einem anderen Camper und später mit einem Freund von Ihr, der sie abholte.
Ich erwähnte, das ich im August erneut in Norwegen sein werde und zwar in Trondheim. Da Emma aus Trondheim ist, gab sie mir einen Tipp für ein Café dort.
Das Zelt mit allem wurde im immer noch leichten Nieselregen abgebaut. Ich machte mich auf nach Hov. Dort auf dem Hov Gård wollte ich mein Zelt für drei Tage aufschlagen. Den Preis fand ich dann doch zu hoch, zumal es nur sehr einfache Sanitäranlagen dort gibt. Im Restaurant/Café gab es was zu Trinken und einen leckeren Karottenkuchen während ich mir die Gestaltung der nächsten Tage überlegte.
Die Entscheidung: Weiter bis zum bekannten Lofoten Beach Camp für zwei Tage und danach für einen Tag nach Hov Gård.
Damit war klar, das eine Weiterfahrt nach Flakstad kam, um dort wieder das Zelt am Strand aufzubauen. Das Zelt baute ich diesmal eher in der Nähe der Beach Bar und nicht am äußersten Ende des Strandes auf. Mit Kaffee und Lesen verbrachte ich den Nachmittag im Zelt. Es nieselte immer wieder, zum Abendessen bestand dann doch noch dieses am Tisch in der Nähe des Zeltes zu mir zu nehmen. Mein Zeltnachbar tat dies ebenfalls, womit wir uns während des Abendessens angeregt unterhielten.
Der Abend wurde in der Beach Bar verbracht. Noch war es ordentlich bewölkt, was sich über Nacht auflösen soll.
27. Juni – Uttakleiv
Der Morgen war schon wieder viel freundlicher. Es zeigte sich die Sonne und teils blauer Himmel. Dafür war der Wind etwas stärker. Aber kein Problem, ich öffnete einfach die dem Strand abgewandte Seite des Zeltes und konnte so im fast Windstillen frühstücken.
Mit dem Zeltnachbar kam ich auch an diesem Morgen wieder ins Gespräch. Am Ende fuhr ich ihn bis zum nächsten Ort. Ich hatte Zeit und für ihn war die langweilige Teilstrecke (Wandern mit vollem Gepäck) an der Straße und über zwei Brücken damit überwunden. Zurück am Campingplatz zog ich eine dünnere Hose an, um zur Wanderung zu fahren.
Die Fahrt nach Haukland dauerte länger. Zwei Wohnmobile mit gemütlicher Geschwindigkeit hatte ich vor mir. Auf der schmalen Straße nach Haukland dachten diese wohl, das der entgegenkommende Reisebus ihnen platz machen würde. Natürlich Fehlanzeige. Dann meinte eine aus dem einen Wohnmobil noch aufgeregt das ich zurück fahren sollte und ignorierte dabei, das hinter mir schon ein paar Autos waren. Wir fuhren alle zurück in Seitenwege. Nachdem der Reisebus an mir vorbei war, fuhr ich auf die Straße. An den Autos und Vans hinter dem Reisebus konnte ich ohne Probleme vorbeifahren und hatte somit die Wohnmobile abgehängt.
In Haukland machte ich mich auf den Wanderweg. Eigentlich dachte ich mir den einen Küstenweg mit dem Weg zum Himmeltindan, dem höchsten Berg von Vestvågøy zu verbinden. Der Himmeltindan versteckte sich jedoch in Wolken, womit ich beschloss nur den Rundweg zu laufen.
Auf einem alten Weg nach Uttakleiv verlief die Wanderung an der Küste entlang. Erst gegen den stärkeren Wind und auf det anderen Seite vom Berg war von diesem kaum was zu spüren. Uttakleiv streifte ich, nahm kurz die normale Straße und bog auf einen noch älteren Weg über einen Sattel ab. Dies ist der älteste Weg nach Uttakleiv, während der an der Küste der neuere ist. Zur Jahrtausendwende wurde es einfacher durch einen Tunnel. Damit konnten diese beiden Wege zu Wanderwegen werden.
Am Anfang zum Sattel stand ein Schild, das nach dem Sattel Wegarbeiten seien und man den Anweisungen folgen sollte. Soweit so gut. Am Sattel stellte sich heraus, das die Anweisung “geschlossen” hieß. Damit war der Rundweg kein Rundweg mehr. Über einen Pfad bin ich in einer Schleife zurück zum Weg nach Uttakleiv und dann den ganzen Weg zurück nach Haukland. Selbstverständlich war nun der starke Wind auf dieser Seite und somit wieder entgegen meiner Laufrichtung.
Am Ende wurde damit aus einem 8 Kilometer Rundweg ein über 13 Kilometer langer Weg.
Am Haukland Beach gab es daher eine Waffel und einen Flat White.
Uttakleiv und Haukland haben beide tolle Sandstrände mit herrlich türkisfarbenem Wasser. An beiden Stränden ist es erlaubt mit einem Zelt zu campen. Daher bieten auch beide Frischwasser, Abwaschmöglichkeiten und Toiletten. Man muss sich je nach Strand nur mit den ganzen Tagestouristen und/oder Schafen arrangieren.
Das Abendessen, Nudeln mit einer Soße aus Tomaten und Paprika sollte es am Zelt geben. Dann ging kurz vor dem Ende des Kochens das Gas aus. So bin ich mit dem Pot in die Küche für die Zelter gelaufen und habe es dort auf einer Herdplatte zu Ende köcheln lassen. Gegessen hatte ich im daneben stehenden Zelt.
Wanderung. ~13,4 Kilometer, ~320 Höhenmeter
28. Juni – Brattflogan – Hov
Das Frühstück konnte wieder am Zelt eingenommen werden. Das nötige Wasser kochte ich dazu in der Küche für die Zelter.
Das Abbauen des Zeltes war relaxt. Es war völlig trocken, was es schon länger nicht mehr war beim Zusammenpacken.
Entspannt bei Sonnenschein fuhr ich in das Slydalen (Tal) für die erste Wanderung. Der Weg von der Hauptstraße war jedoch ein geschotterter Weg und es gab ein paar Kühe, so wie viele Schafe. Die Schafe musste ich durchaus dazu bewegen, mir Platz zu machen.
Diese Wanderung ist eine leichte, die bewusst gewählt wurde. Ich wollte eine Tour in der Mitte der größten Lofoteninseln unternehmen. Es ging den Hang hoch. Links und Rechts kleine Büsche. Aufpassen musste ich eher auf den Weg, um nicht in die Hinterlassenschaften der Schafe zu laufen. Diese waren mit ihren Glocken gut zu hören; oft auch zu sehen.
Oben am Hügel, erreichte ich eine Hochebene. Diese war hauptsächlich mit Gras bewachsen. Hauptsächlich! Den was wäre eine norwegische Wanderung ohne durch ein morastiges Gebiet zu kommen. Es war schon gut, die wasserdichten Schuhe zu wählen.
Nach der Hochebene ging es erneut nach oben, bis ich den höchsten Punkt des Brattflogan erreichte. Es war zwar im Slydalen während der Wanderung schon bewölkt, es bot sich dennoch eine gute Sicht.
Same way back.
Auf dem weiteren Weg mit dem Auto kam ich am Lofotr Museum vorbei. Diesmal hielt ich dort um eine Kleinigkeit zu essen. Dort traf ich die Schweizer Familie wieder, mit der ich mich in Kabelvåg schon unterhalten hatte. Sie sind in das Museum; ich bin weiter nach Hov. Die Sonne kam wieder heraus. Es war eine schöne Fahrt mit guter Sicht auf den Berg Hoven, der als einziger Berg am Ende der Insel herausragt.
Da die Buchung schon am Tag zuvor erledigt wurde, konnte ich direkt einen Platz für das Zelt suchen. Den fand ich am Rand zum Strand. Bei der Entscheidung wurde ich von einer Norwegerin, die neben ihrem Zelt an einem Tisch saß angesprochen. Es war nicht das erste Mal, das man mich als Norwegerin vermutete aufgrund des norwegischen Kennzeichens am Auto. Wir kamen in ein längeres Gespräch (englisch und norwegisch gemixt) und stellten fest, das wir uns eventuell in ein paar Tagen auf Andøya wieder sehen.
Dann wurde tatsächlich noch das Zelt aufgebaut. Alles war soweit vorbereitet, womit ich auf die Tour zum Hoven gehen konnte. Mittlerweile war es leider wieder bewölkten das an einem Punkt der Lofoten, von dem die Mitternachtssonne gut anzusehen sei. Da sich die Bewölkung für den Rest des Tages nicht ändern sollte, machte ich mich auf die Tour.
Vom Hov Gård (Campingplatz!) lief ich über den mir dort mitgeteilten Weg. Was keiner sagte, war das der schöne Wanderpfad durch ein Feuchtgebiet läuft. Es wurde besser, als ich auf den eigentlichen Hauptwanderweg kam. Dieser war zwar hier und da matschig aber eben kein Moorgebiet. Fast ganz oben wurde es nochmals ordentlich steil, bis der Gipfel erreicht wurde.
Es bot sich eine tolle Rundumsicht. Schön wie die vielen Inseln zwischen den größeren liegen. Genauso wie der Strand am Campingplatz heraus leuchtete. 😀 Mein rotes Zelt war wieder Mal deutlich zu erkennen. 😀
Zurück dachte ich mir, lieber den Hauptwanderweg bis zum Golfplatz zu laufen um dem Feuchtgebiet aus dem Weg zu gehen. Tja, Pech gehabt. Der Hauptweg war matschiger.
Am Campingplatz kam ich mit meinen neuen Nachbarn aus der Hamburger Gegend ins Gespräch bevor es unter die nötige Dusche ging.
Auf dem Weg zum Restaurant im Hov Gård traf ich dann Beat mit Sohn (die halbe Schweizer Familie) sie warteten auf die anderen beiden. Da es der Tochter nicht gut ging, gingen nur Beat und sein Sohn zum Essen, womit mir angeboten wurde mit zu gehen. Das machte es einfacher für mich ohne eine Reservierung. Wir hatten beim leckeren Essen – ich mit Bacalao und später einem Schokodesert – ein angenehmes Gespräch. Gezahlt wurde getrennt, wobei Beat mir den Wein ausgab; ich das Brot mit Butter.
In der Nacht hatte es angefangen zu regnen. Wie ich aufstand, tröpfelte es ein klein wenig. Mit meinem Campingpot lief ich zum Restaurant. Es war kurz nach 7:00 Uhr und ab 7:00 Uhr gibt es dort ein Frühstücksbuffet, das gut aussah, mir nach dem Abendessen jedoch zu viel war.
Da ich kein Gas mehr hatte, fragte ich im Restaurant ob ich heißes Wasser bekommen könnte. Das war kein Problem. Damit bin ich zum Zelt zurück, machte mir meinen Kaffee und das Porridge.
Während des Frühstücks nieselte es, beim Abbauen des Zeltes zum Glück nicht mehr. Von meinen Campingnachbarn auf beiden Seiten verabschiedete ich mich. Die beiden Biker wollten den Weg langsam nach Hause antreten und die Norwegerin nach Stø und Nyksund. Je nachdem wie lange sie dort bleibt, kann es sein das wir uns in ein paar Tagen wiedersehen.
Im Regen fuhr ich nach Svolvær. Erstes Ziel war ein Sportgeschäft um Gas zu kaufen. Da ich in einem Einkaufszentrum war, kaufte ich gleich noch in einem Supermarkt Kaffee, Schokolade und Solo für die nächsten Tage. Solo? Solo ist eine norwegische Orangenlimonade.
Weiter ging es, immer noch im Regen bis Sortland. Zwischendurch war es sogar “nur” bewölkt. Daher prüfte ich das Wetter bei der Abbiegung nach Digermulen. Doch, leider nein, dort sollte es regnen, so wie an der Abbiegung. Daher macht ich mich direkt weiter.
In Sortland ging ich wieder zur Verkstedet. Bestellte hatte ich ein Focaccia, das warm gemacht wurde und was zu trinken.
Und weiter im mehr oder weniger reichlichen Regen. Am späteren Nachmittag kam ich in Bleik auf Andøya an. Bleik ist fast am äußersten nordwestlichen Ende diese Insel der Vesterålen. An der Rezeption wurde mir vorgeschlagen erst das Zelt aufzubauen und danach die Anmeldung zu erledige. Das habe ich gleich so gemacht, da es gerade nicht regnete. Das Zelt baute ich dort direkt am Rand zum Sandstrand mit Blick auf diesen auf.
Die Anmeldung war schnell erledigt. Dabei hatte ich gleich eine Seife gekauft, die mit dem Sand von genau diesem Strand hergestellt wurde. 😊
Jetzt erst einmal einen Kaffee und Schokolade. Den Kaffee machte ich mir in der Campingküche und im Aufenthaltsraum konnte ich auf mein Zelt, den Strand und die Insel Bleiksøya schauen. Wobei der Gipfel der Insel und die Gipfel der Berge auf Andøya alle in den Wolken waren. Wenn das Wetter besser werden sollte, wird es an einem der folgenden Tage zu eine Vogelsafari nach Bleiksøya gehen.
Ein einfaches Abendessen konnte ich mir am Zelt zubereiten und dort essen.
Ich las lange im Zelt, bevor ich einschlief.
30. Juni – Regentag
In der Nacht hat es wieder geregnet. Morgens war es eher windig. Das Wasser für das Frühstück hatte ich in einer Grillhütte, die in der Nähe des Zeltes war gekocht. Damit bin ich zurück zum Zelt und habe mein Frühstück im Zelt (geschlossen) zubereitet und zu mir genommen.
Anschließend ging es in das Gemeinschaftsgebäude für einen zweiten Kaffee. Dabei kam ich mit einigen anderen, die eintrudelten ins Gespräch. Einen Teil des Vormittags verbrachte ich im Geselligen, einen Teil mit Lesen.
Dann wollte ich mich auf eine Tour machen. Genau zu dem Zeitpunkt fing es an stärker zu regnen. Daher fuhr ich in den nächsten Ort Andenes. Erst wurde das Auto an Schnelllader um einige Prozent aufgeladen. Da es nicht besser wurde mit dem Wetter bin ich in das Lysverket Café. Ein gemütlich eingerichtetes Café, wo ich eine Zimtschnecke mit einem Flat White zu mir nahm.
Einen ganz kurzen Spaziergang unternahm ich in Andenes. Mehr nicht, den der Wind wurde stärker, bei gleichbleibenden Nieselregen.
Am Campingplatz verbrachte ich den Nachmittag so, wie den Vormittag. Kaffee, Lesen und mich mit anderen Campern unterhalten.
Der letzte Versuch des Tages für eine Wanderung endete am Ortsende. Als ich dort mit dem Auto am Startpunkt der Tour ankam, wurde der Wind so heftig, das es keinen Sinn machte eine Tour zu unternehmen.
Ergo: Zurück und das Abendessen in dem Gemeinschaftsgebäude gekocht und gegessen.
Der Rest des Tages war mit Lesen verbracht worden.
Starker Wind bedeutete an diesem Tag Windstärke von 5 -6 Bft, in Böen 8. Da wird selbst leichter Nieselregen ziemlich nervig und unangenehm.
01. Juli – Naturschutzgebiet
In der Nacht hatte es weiter geregnet. Wesentlich deutlicher war der Wind (Bft 6 (8)) zu spüren. Die Windverhältnisse änderten sich den ganzen Tag nicht. So war das Frühstück im Gemeinschaftsraum.
Am frühen Vormittag machte ich mich zu einer Wanderung in einem Naturschutzgebiet auf. Am Himmel waren Lücken in den Wolken, womit blauer Himmel zu sehen war und sogar die Sonne durchschien. Der Wanderpfad geht durch ein leicht hügeliges Gebiet mit vielen Seen und teils am Meer entlang. So lief ich in offener Landschaft mit niedrigem Bewuchs oder durch Birkenwälder. Die Runde war sehr schön und im Grunde einfach. Die Herausforderung war eher bei den heftigen Böen gerade laufen zu können.
Nach einer Pause am Campingplatz bin ich noch zu einer zweiten Tour losgefahren. Es war die Tour zum Andhauvet. Da sich schon die dunkeln Wolken ankündigten bin ich die geschotterte Straße zügig bis zum Einstieg gelaufen. Danach ging es nicht wesentlich langsamer den Wanderpfad bergauf. Je höher ich kam, desto stärker wurde der Wind. Gut 100 Meter vor dem Gipfel machte ich kehrt. Dieser letzte Abschnitt ist oben auf dem Berg im Freien und als ich dort ankam, war der Wind so stark, das ich kaum stehen konnte. Selbst auf dem Weg zurück, kam mir der starke Wind meist direkt entgegen, so das ich sehr konzentriert laufen musste.
Am Campingplatz folgte eine Dusche, bevor es nach Anderes ging. Dort wollte ich wieder in das Café vom Vortag, das leider nur bis 15:00 Uhr geöffnet hat. Da sie schon beim Abräumen war, gab es dort nichts mehr für mich. Im Einkaufsladen in Bleik ist ein Café dabei, wo ich einen Kuchen und Kaffee bekam.
Im Gemeinschaftsbereich wurde es gesellig. Später wurde dort gekocht. Wobei ich gerade anfangen wollte, wie mir gesagt wurde das die letzten Plätze für die Puffin-Tour am nächsten Tag um 16:30 Uhr vergeben wurden. Daher lies ich alles stehen und fuhr zum Schiff. Licht war dort zwar an, gesehen hatte ich jedoch keinen. Also Anrufen, den es sollte noch eine Zusatztour Ab 18:00 Uhr geben. Bei der Buchung konnten Erwachsene nicht gewählt werden. Das wurde gefixt, so das ich ein paar Minuten später dann die Tour buchen konnte. Damit war ich wesentlich beruhigter beim Abendessen. Nebenbei verlängerte ich meinen Aufenthalt am Campingplatz um einen Tag.
Am morgen konnte ich endlich wieder am Zelt mein Frühstück zubereiten und essen. Es war bewölkter, wie vorhergesagt, aber ansonsten ok.
Für die Tour auf den Måtinden wählte ich eine nicht so übliche Variante. D. h. vom Ortsende ging es auf einem Pfad eine zeitlang am Naturreservat entlang. Dann kam ich am ersten Berg an. Von dort verläuft der “Weg” an der Küste entlang. Im Grunde hat der Weg Spaß gemacht. Zwar gab es zwei Stellen, die an meiner Wohlfühlgrenze lagen, dennoch war es gut. Fast 2/3 des Weges klettert man über Felsen. Hoch, Runter und drüber. Zweimal so nah an der Wasserlinie, das ich den Eintrug habe, das dieser Weg bei Flut nicht geeignet ist.
Norwegischer Wanderweg, natürlich mit roten Punkten markiert. 😂 Wer sieht sie auf den Bilder?
Die zweite Stelle, ganz nah an der Wasserlinie ging um einen Grat. Zuerst folgte ich dem ausgetretenen Pfad nach oben. Der wurde aber ausgesetzter und sehr, sehr steil. Eine kleine Gruppe, die mir folgte fragte und wir beschlossen alle unten am Wasser entlang zu kraxeln. Das ging dann recht einfach. Danach war ich in einem Tal mit leicht hügeliger Landschaft. Bis fast zum Sandstrand ging es. Dann bog ich auf den Weg nach oben ab. Einen Hang hoch, erreichte ich eine flache Ebene mit einem See und einigen Schafen.
Die Schafe machten gemächlich Platz auf der Ebene, sowie auf dem weiteren Abschnitt bergauf. Oben am Sattel angekommen traf ich auf eine Wanderautobahn. Das ist der Weg, den die meisten von der Landstraße gehen. Bis hoch zum Måtinden folgte ich dem Strom. Die Aussicht von oben reichte sehr weit.
Zurück ging es bis zum Sattel und dann nach links, somit weg von der Wanderautobahn. Der Weg zum nächsten Gipfel verläuft auf eine weiten Ebene, auf der kein eindeutiger Weg zu sehen war. Ich folgte eher den unregelmäßigen Steinhaufen.
Nach dem Gipfel ging es auf eine Ebene bis unterhalb zum Anstieg des letzten Gipfels. Den lies ich links liegen und begab mich auf den Abstieg. Dieser war ordentlich steil; dennoch gut gehbar. So kam ich wieder in das Naturreservat. Am Rand von diesem ging es entlang bis zum Strand. Der Strandstraße folgte ich, bis ich zum Parkplatz am Rand von Bleik kam.
Eine Dusche war dann nötig. Ich lief im T-Shirt, da es warm war. Es war aber auch anstrengend.
Die Fotoausrüstung wurde gecheckt. Alles so eingestellt wie ich es für die Puffin Safari gebrauche.
Die Puffin Safari beginnt 20 Minuten vor dem eigentlichen Termin mit einer Einführung und den Sicherheitshinweisen. So stand es zumindest bei der Anmeldung. Da das Boot erst um 18:00 Uhr von der vorherigen Fahrt zurück kam, gab es die Infos an Board.
Auf der Fahrt nach Bleiksøya wurde uns einiges über die Papageitaucher erklärt. Das diese oft 40 Jahre alt werden und vermutlich bis zu 50 Jahre. Das sie einmal eine Partner gefunden, diesen ihr ganzes Leben lang haben, genauso wie es immer die selbe Bruthöhle ist.
Vor der Insel sahen wir dann schon die ersten Gruppen im Meer schwimmen. Auf der Insel hat man gar keine gesehen da oben auf der Insel einige Seeadler leben, die sich gerne von Papageitauchern ernähren. Wir standen einige Zeit vor der Insel, sind an dieser entlang und in einem Bogen zurück zum Hafen. Papageitaucher gab es im Meer reichlich zu sehen und an der Insel waren wir wohl gerade zur Fütterungszeit. Dort war ein sehr reghafter Flugverkehr. Wenn ein Papageitaucher landet, dann macht es dieser direkt in die Bruthöhle um den Seeadlern aus dem Weg zu gehen.
Die 90 Minuten auf See mit der tief stehenden Sonne, kühlten leicht aus. Die Hände waren auf alle Fälle kalt. Damit war klar, das ich im Gemeinschaftsbereich kochen werde, obwohl das Wetter zum Kochen am Zelt einlud. Apropos Zelt: Die Tage hatte ich ein bis drei Zeltnachbarn. An diesem Tag kamen so viele, das die Zeltwiese komplett voll war.
Wanderung: ~12 Kilometer, ~600 Höhenmeter
03. Juli – Bye Vesterålen
Das Wetter war gut an diesem Morgen. Nach dem Frühstück und packen von allem unternahm ich einen Strandspaziergang. Bei Bleik gibt es mehrere Sandstrände und dies über eine große Strecke. Herrlich, fast weißer Sand mit türkisfarbenen Meer. Dabei konnte ich ein paar Seevögel mit der Kamera erwischen.
Am Campingplatz verabschiedete ich mich von mehreren anderen Campern, mit denen ich mich an den vorherigen Tagen unterhalten hatte.
Von Bleik war es eine kurze Fahrt nach Andenes. Dort wird The Whale gebaut und voraussichtlich Mitte 2027 eröffnet. Die Grundstruktur des Gebäudes war bereits vorhanden. Viel mehr allerdings noch nicht. Da ich in Andenes war, wurde das mit einem Besuch im Lysverket Café verbunden.
An der Ostküste fuhr ich nach Süden. Während an der Westküste ein Gebirge über fast die gesamte Länge von Andøya geht, ist im Osten plattes Land angesagt. In ungefähr der Mitte ist Myre, das zu Dverberg gehört. Dort besuchte ich das Alveland AS. Dort wird Seife hergestellt. 😀 Ein paar in dem Laden habe ich gekauft. Zu Alveland gehört ein Café, das danach besucht wurde.
Auf dem weiteren Weg war ich am Überlegen. Am Ende von Andøya einen Campingplatz aufsuchen? Doch nach Harstad fahren, wie ich am Vortag überlegte? Oder nach Digermulen für eine Wanderung?
Harstad wäre die längste fahrt, die nach Digermulen ist deutlich kürzer und das Wetter dort sollte ganz gut werden. Somit bin ich einige Zeit später wieder auf den Lofoten gewesen.