Wisper Trails – Mai 2026

In der Umgebung von Frankfurt gibt es reichlich Landkreise, die einladen zu Wanderungen. Mit der bekannteste Landkreis dazu ist der Taunus. Wobei dort hauptsächlich an den Taunus nördlich von Frankfurt gedacht wird.

Aber – Der Taunus ist viel mehr als nur dieser Landstrich nördlich von Frankfurt. Gerade im westlichen Teil des Taunus gibt es bis zum Rhein eine ganze Menge zu entdecken.

Das Wispertal ist es, was in zwei verlängerten Wochenenden erwandert werden wird. Der prägende Fluss ist die Wisper. Meine Touren für die beiden Wochenenden sind dem Rother Wanderführer Taunus entnommen, den ich eh schon habe. Die Wanderungen im Wispertal sind unter dem Begriff Wisper Trails zusammengefasst und auch über eine eigene Webseite erkundbar.


Wisper Trails – Teil 1

Die Touren:

  • Naurother Grubengold
  • Wispergeflüster
  • Ranseler Höhenrausch
  • Wispertalsteig

Wisper Trails – Teil 2

Die Touren:

  • Der Überhöhische
  • Dickschiefer Wildwechsel
  • Schwälbchens Flug

Die Touren des Wisper Trails sind gut ausgeschildert und es gibt immer eine Karte der Strecke, die sich meist am Anfang der Tour befindet. Das der Tourismusverband die Touren mit einer eigenen Webseite mit Beschreibung vorstellt, ist sehr gut. Die Beschreibungen sind mehr oder weniger Umfangreich und es findet sich dort eine GPX-Datei für die Tour zum herunterladen.

Wenn man zu Fuß im Wispertal auf den Touren unterwegs ist, so ist meist nach fünf bis zehn Minuten kaum bis gar nichts mehr von der Zivilisation zu hören. Je nach Streckenverlauf mindert der Lärm der Motorräder das Vergnügen. Dies kommt zum Glück nicht so oft vor.


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Wisper Trails – Teil 2 – Mai 2026

30. Mai – Der Überhöhische

Es war ein gemütlicher Morgen. Aufstehen, Brötchen holen und Frühstücken. Den üblichen Samstagseinkauf habe ich ausfallen lassen. Dadurch konnte ich an diesem Samstag früher los in das schöne Wispertal. Das war aufgrund der Wettervorhersage mit wechselndem Wetter gut so.

Mein erster Stopp war am Sportplatz von Hausen v.d.H., das zu Schlangenbad gehört. Der Himmel war auf der Fahrt gut bewölkt und die letzten Kilometer vor dem Parkplatz nieselte es. Am Parkplatz waren es nur noch vereinzelte Tropfen, womit ich entschied die Tour zu laufen.

Es war eine Tour hauptsächlich auf Wirtschaftswegen, gelegentlich gespickt mit Single Trails. So kam ich durch viele Felder und öfter durch den Wald. Im Gegensatz zu den Waldpassagen der Touren des vorherigen Wochenendes, waren diese sehr licht. An einem sonnigen Tag wäre ich damit sicherlich die meiste Zeit in der Sonne unterwegs gewesen.

Die Single Trails waren teils beabsichtigt, teils nicht. Durch die Felder ging es immer wieder auf ungemähten Wegen. Das bis zu hüfthohe und nasse Gras war erfrischend, der Weg damit jedoch nur grob zu erraten.

Einen Abstecher gab es auf der Tour. Das Schild kleine Basaltgrube machte mich neugierig. Dem schmalen Pfad folgte ich bis zu einem Schild und einem Loch dahinter, das völlig zugewachsen war. Ohne das Schild wäre ich an der ehemaligen kleinen Basaltgrube vorbeigelaufen. Tja, netter Pfad aber das ausgeschilderte Ziel lohnt nicht wirklich.

Ohne einen Regenschauer abzubekommen, kam ich wieder zum Parkplatz. Die Highlights der Tour waren für mich an diesem Tag die Gerüche des feuchten Nadelwaldes, des frisch geschlagenen nassen Holzes und das Zwitschern der Vögel und Zirpen der Grillen, wenn ich zwischen den Feldern unterwegs war.

Es folgte eine Fahrt bis zum Campingplatz Wisperpark. Als ich ankam, kam mir Claudia, die Besitzerin entgegen. Sie fragte ob ich den selben Platz von letzter Woche möchte und meinte noch: Du kennst ja alles andere. 

Ja, das kenne ich und daher gab es erst einmal einen Kaffee und ein Erdnusseis.

Ausgeruht konnte ich dann in Ruhe mein Zelt auf dem mir bekannten Platz aufbauen. 

Am späteren Nachmittag bin ich ins Nachbardorf gefahren. Der Hof Grilseifen bzw. das Flurstück 110 machten mich neugierig. Wie sich herausstellte ist in dem schönen Flurstück 110 Hüttchen eine nur geringe Mehrauswahl wie in der Hütte am Campingplatz. Neben den verschiedenen verarbeiteten Teilen der Galloways, die hier gezüchtet werden, gab es Wild in Dosen, Marmelade, Seife, Getränke, Eis und einiges mehr.

Die Zeit bis zum Abendessen machte ich mir in meiner Hängematte gemütlich.

Das Abendessen am Zelt (Easy-Chickpea-Curry) gab es dann sogar mit Sonne. Entgegen der Wettervorhersage wurde es Abends sogar richtig schön. Ein Bier zum Abschluss des Tages gab es auf einer kleinen Bank vor dem Campingplatzhauptgebäude in der Sonne. 😀

Wanderung: ~16,4 Kilometer, ~400 Höhenmeter
Wisper Trail – Der Überhöhische


01. Juni – Dickschieder Wildwechsel

Die Wettervorhersage (mehrere Apps) kann man im Wispertal wohl gelegentlich vergessen. Am frühen Morgen war es gut bewölkt während ich mir meinen Kaffee und das Porridge zubereitete. Dann fing es an zu donnern …. und dann wurde es sehr windig. So wurde alles zügig in das Zelt gepackt. Kaum war alles im Zelt bzw. der Apside kamen die ersten Regentropfen. Schnell das Zelt zu. Dann fing es auch schon an heftig zu regnen. Im Zelt war ich im Trockenen, hatte meinen Kaffee und Porridge und konnte so gemütlich frühstücken, während „draußen“ das Gewitter tobte.

Es regnete am Vormittag immer wieder, aber nie lange. Also machte ich mich fertig für eine Wanderung und fuhr los nach Dickschied. Unterwegs regnete es nochmals ordentlich. In Dickschied, kurz vor dem Parkplatz stand die Feuerwehr. Ohje, hoffentlich ist nichts schlimmes passiert. Wie sich herausstellte war es eine Feuerwehrübung. Personen aus einem Auto herausholen und ein Feuer löschen waren angesagt und konnten vom anderen Ende des Parkplatzes beobachtet werden.

Es regnete nicht mehr, der Himmel war allerdings immer noch bewölkt. Ich entschied mich dennoch es zu wagen und die Wanderung “Dickschieder Wildwechsel” anzugehen.

Nach ein paar Minuten kam ich am Ortsrand an ein paar Häusern vorbei. An einem Stand ein Pferd direkt unter einem Balkon. Ist das der kleine Onkel und wohnt Pippi Langstrumpf hier? Witzig war es auf alle Fälle. Es kam dann sogar noch ein zweites Pferd heran geeilt.

Der Tourverlauf war wieder gut gewählt. Erneut ging es hauptsächlich durch die Felder, ohne den Wald auszulassen. Es gab auch wieder einige Single Trails. Bei den Pfaden durch das hohe Gras wurde die Leggings ordentlich nass. Mit dem leichten Wind, der manchmal aufböte, trocknete sie schnell. 

Es wurde langsam wärmer. Die Sonne zeigte sich dann noch und machte die Tour angenehmer. Oder? Mit der Wärme stieg die Luftfeuchtigkeit; es wurde ziemlich drückend. Geregnet hatte es während meiner Tour nicht.

Top war der Single Trail um die Spitzlei mit seinem Auf und Ab. Der Abstecher zur Aussicht auf Geroldstein lohnte sich nicht, wohingegen der Weg um die Aussicht auf Dickschied vom Pfad her schön war. Er war von vielen blühenden roten Fingerhüten umsäumt.

In den Waldstücken sah ich dreimal Rehe in der Nähe vorbeihuschen. Der Titel der Tour passt also. Unterwegs passiert man kurz vor dem Ende noch den Franz Keller’s Falkenhof. Dort konnte ich viele Pferde sowie eine Sau mit Frischlingen sehen, die gerade gesäugt wurden.

Das Ende der Wanderung war an der Atzmannhütte Heidenrod. Ich hatte mich schon auf einen Kaiserschmarren eingestellt, auf den ich dann doch verzichten musste. Es war eine größere Gesellschaft in der Hütte, womit die Küche ausgelastet war. Daher gab es zum Latte Macchiato ein Stück Kuchen. Noch bevor der Kuchen kam, donnerte es und die ersten Regentropfen trafen uns, die wir draußen saßen. Wir rückten alle zusammen an dem einzigen Tisch unter dem Dach. So kam immerhin eine interessante Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen zusammen.

Für das Abendessen hatte ich mich vorab schon für das Restaurant am Campingplatz entschieden. Es sollte (stark) regnen. Das tat es dann nicht, hatte es dafür aber am Morgen, an dem nichts angekündigt war. Es gab bei Sonnenschein Schnitzel auf Salat und Pommes.

Abends im Zelt, ich war noch am Lesen, fing es an leicht zu regnen. Mit diesem leichten Regen schlief ich später ein.

Wanderung: ~14,6 Kilometer, ~500 Höhenmeter
Wisper Trail – Dickschieder Wildwechsel


02. Juni – Schwälbchens Flug

Die Sonne schien bereits auf die Wiese vor dem Zelt, als ich aus diesem kroch. 😊 Super, so konnte ich wieder vor dem Zelt frühstücken. 

Das packen aller Sachen erledigte ich in aller Ruhe. Die Marmeladen und das Glas Galloway Hackfleischsoße packte ich in meine Essenstonne. 

Der Startpunkt bei Langenseifen liegt auf der Karte fast genau südlich des Campingplatzes. Der Höhenrücken dazwischen musste zum Erreichen des Wanderparkplatzes umrundet werden. Montags Morgens völlig lässig, da niemand unterwegs war.

Es war bewölkt und ein paar der Wolken waren dunkel. Vom Feeling eigentlich ok. Sicherheitshalber packte ich noch die Regensachen in den Rucksack. Der Start vom Wanderparkplatz geht durch ein Wäldchen und dann länger durch Felder. Getreide- und Rapsfelder waren um mich herum zu sehen. Auf den Weizenfelder waren viele Mohn- und/oder Kornblumen zu sehen. Schöne Farbtupfer im Hellgrün des Weizens.

Der Weg führt durch Langenseifen. Dabei kommt man am am Lebe-Platz und der Erfrischungsstation vorbei. Hier gibt es eine Selbstbedienung für Getränke, ein paar Bänke und Tische. Selbst eine Boule-Bahn ist vorhanden. 

Von dort geht es wieder bergan durch die Felder in einem Bogen um wieder nach Langenseifen zurückzukehren. Der Weg führt an der dortigen Kapelle vorbei, die komplett aus Holz und eher einem Ei, denn einer üblichen Kapelle ähnelt. 

Wieder ging es hoch durch die Felder bis zum Wald. Der Wald und damit der erste Single Trail ist nach knapp der Hälfte der Strecke erreicht gewesen. Im Wald gab es mit dem Schatten ein wenig Abkühlung, die gut tat. 

Auf der anderen Seite des Waldes ging es durch Wiesen und auf einem Panoramaweg (gemäht) durch die Wiesen oberhalb von Ramschied. Über einen kleinen Pfad gelangte ich zur Hauptstraße. Am Dorfende nimmt der Weg über eine schmale Treppe, die in einen sich langsam nach oben ziehenden Pfad übergeht seine Spur. 

Noch einmal durch einen ungemähten Wiesenweg und wieder in den Wald. Mehrere Kilometer später kam ich fast am Wanderparkplatz an, der wurde dann auf der ausgeschilderten Route umrundet, bis ich zu meinem Start- und nun Endpunkt gelangte.

Von dort fuhr ich nach Bad Schwalbach zu einem Bäcker. Etwas essen und einen Kaffee gab es direkt; ein Brot und ein Plunderstückchen nahm ich für Nachmittags mit.

Zuhause angekommen wurde das Zelt mal wieder zum völligen trocknen aufgebaut und alle Einlegesohlen aus den Schuhen entnommen, damit die Schuhe und die Einlegesohlen vollständig trocknen konnten.

Wanderung: ~10,8 Kilometer, ~300 Höhenmeter
Wisper Trail –  Schwälbchens Flug


Wisper Trails – Teil 1 – Mai 2026

23. Mai – Naurother Grubengold

Morgens war es für mich ein normaler Samstag. Aufstehen, Einkaufen und in Ruhe Frühstücken. Dann ging es los auf die Tour ins Wispertal. Für den Trip hatte ich bereits am Vorabend alles in Aurora verstaut. So konnte ich direkt los.

Am späteren Vormittag kam ich am Wanderparkplatz bei Nauroth an. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und es war bereits ziemlich warm. Nach eher mäßigen Tagen in der Woche zuvor, wechselte das Wetter am Tag zuvor auf Sommer. Während des Tages stieg das Thermometer bis auf 27 Grad. Dazu kam eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, die die Tour anstrengender machte, wie sie eigentlich ist.

Vom Wanderparkplatz führt der Weg am Waldrand entlang und bis zu einer alten Grube. Die Grube Rosit, war dort und große Mengen Schieferschutt sind gut zu erkennen. Das Gebiet ist mittlerweile ein Naturschutzgebiet und das mit Erfolg. Es summte um einen und viele Vögel waren zu hören. 

Weiter ging der Wanderweg durch Wälder und Wiesen. Bei dem warmen und drückenden Wetter war ich froh, das der überwiegende Teil der Runde im Wald verläuft.

Es gab öfter Forst- und Landschaftswege, die zu bewältigen waren. Der meiste Teil davon ist jedoch wenig genutzt. Das machte es nicht so langweilig, da dadurch diese Wegabschnitte gefühlt keine Strecke-machen-Wege waren. Highlight war und ist die Menge an Single Trails. 😀

Nach der Wanderung begab ich mich auf den Weg zum Campingplatz. Eine ziemlich gut ausgebaute und sehr kurvenreiche Straße, die Spaß machte. 

Am Campingplatz war mein Ankommen unerwartet, obwohl ich zuvor per E-Mail angefragt und die Bestätigung für das Wochenende erhielt. Wie sich herausstelle, lag der Fehler bei mir. 🙃 Hatte ich doch tatsächlich Juni und nicht Mai in der E-Mail angegeben. Plätze sind reichlich vorhanden, da der Campingplatz jedoch Autark ist, können nur eine bestimmte Menge an Personen dort unterkommen. Ein Plätzchen fand sich dennoch für mich.

Das Zelt war aufgebaut und ein paar Meter entfernt standen zwei Bäume in einem guten Abstand. Das wurde gleich genutzt und die Hängematte dort befestigt. 

Später folgte das Abendessen am Zelt, nachdem ich zuvor geduscht hatte. 

Der Abend klang bei einem alkoholfreien Weizen an der Wirtschaft des Campingplatzes aus.

Wanderung: ~14 Kilometer, 440 Höhenmeter
Wisper Trails – Naurother Grubengold


24. Mai – Wispergeflüster – Ranseler Höhenrausch

Wie zu erwarten war das Zelt und die Wiese darum am morgen feucht vom Tau der Nacht. Um das Zelt war es noch schattig. Dreiviertelhose und eine Fleecejacke gingen dennoch ganz gut. So machte ich es mir vor dem Zelt für das Frühstück gemütlich.

Die Fahrt zum Wispersee dauerte gut 20 Minuten. Eine schöne, kurvig Strecke war das. Morgens war noch nicht so viel los, dennoch hieß es immer wieder langsam um die Kurve da diese oft nicht einsehbar waren.

Die Wanderung verlief Anfangs durch zwei Täler. Zuerst an der Wisper entlang und dann in ein Seitental. In diesem engeren Seitental führte der Weg stetig nach oben. Einmal musste ich an einer schmalen Stelle platz machen. Ein Traktor kam mir entgegen, der den Weg mähte. Der Geruch des morgendlichen Waldes wurde schlagartig durch das feuchte, gemähte Gras überdeckt. Beides Gerüche, die ich mag. 😊

Am oberen Talende lief ich durch mehrere Felder. Alles ungemähte Wiesen mit farbenfrohen Sprenkel der verschiedenen Wiesenblumen. Mal mehr Weiß, mal mehr Gelb. Über den Kamm folgte der Abstieg in das Dörfchen Wisper. Dem Weg folgte ich durch das Dorf und nahm am Ende den falschen Waldweg. 🙃 Das merkte ich recht bald, da die Beschilderung auf einen anderen Wisper Trail hinwies. Der richtige Weg ist am Dorfende ein versteckter Single Trail. Ein paar überwucherte Stufe hinunter, war ich auf einem schönen Single Trail. Es wäre schade gewesen, den anderen Weg, der auch zum Wanderparkplatz führt gegangen zu sein. So kam ich über den Single Trail in ein Nachbartal und diesem folgend erreichte ich den Wanderparkplatz wo Aurora stand.

Über reichlich kurvige Straßen fuhr ich nach der Wanderung nach Ransel, ein Ortsteil von Lorch am Rhein. Direkt neben dem Parkplatz zum Einstieg der Wanderung befindet sich das Landart Restaurant. Mit einer Portion Pommes stärkte ich mich für die nächste Wanderung – der Ranseler Höhenweg.

Mit gefülltem Magen machte ich mich los. Der Wanderweg von dort lt. GPX-Track nach rechts, ich bin nach links. Sollte bei einem Rundweg der leichten Kategorie unerheblich sein. Spoiler: War es auch.

Also, los. Vorbei an einem Traktoren- und Landwirtschaftsmuseum ging es auf Feldwegen durch die Felder. Gräser und Getreide waren es. In der Mittagssonne nicht ohne so zwischen den Feldern. Der leichte Wind machte es erträglich. Bald erreichte ich den Wald durch den es auf Forstwegen ging. Nur gut zwei Kilometer und ich war wieder auf offener Fläche unterwegs. So ging es bis kurz vor Ende der Tour weiter. 

Es waren vielleicht noch 3,5 Kilometer bis zum Ziel, da bog der Weg auf eine Wiese und zwar auf eine mit einem Single Trail. Quer durch die Wiese, dann entlang dem Wald und schließlich in den Wald. Im Wald ging der Single Trail weiter. Durch den Wald hinunter zum Ranselbach.

Mitten im Wald raschelte es in der Nähe. Ich erblickte gerade so noch eine Gruppe von Rehen, die durch das Laub huschten.

Am Ranselbach kühlte ich Arme und Beine mit dem erfrischenden Wasser des Bachs. Wie immer: Wo’s runter geht, geht’s bestimmt auch hoch. Hier auch! Langsam und stetig führte der Waldweg nach oben bis zum Rand des Weges. 

Aus dem Wald heraus befand ich mich in der glühenden Nachmittagssonne. Der Wind machte es wieder angenehm, durch die Felder bis zum Ausgangspunkt zu laufen.

Am Campingplatz angekommen begab ich mich zur kleinen Versorgerhütte am Eingang des Campingplatzes. Da gibt es viel Lokales. Neben Marmelade und Brotaufstrichen auch Hackfleischsoße von Galloway Rindern. Mir hatte es das Eis angetan. Davon gab es sehr viele Sorten. ABER nur Barzahlung in die Kasse. Am Campingplatz fragte ich nach dem nächsten Geldautomaten um mir Geld für Eis zu holen. Der nächste Geldautomat ist gut 10 Kilometer entfernt. Claudia (Campingplatzbesitzerin) stellte mir die vier Euro zu Verfügung, die dann mit der Campingplatzabrechnung später beglichen wurden. 

Mit dem Eis machte ich mich zum Zelt, fixierte die Hängematte wieder zwischen die zwei Bäume und genoss in Ruhe das Blaubeere-Schmand-Eis. Irgendwann, ich lag noch in der Hängematte, kamen ein paar Hühner mit Hahn vorbei. Die waren sehr relaxt und hatten keine Scheu.

Später gab es am zentralen Platz neben alkoholfreien Weizen einen gegrillten Burger und Pommes.

Wanderung: ~8,9 Kilometer, ~220 Höhenmeter
Wisper Trails – Wisper Geflüster

Wanderung: ~10,7 Kilometer, ~290 Höhenmeter
Wisper Trails – Ranseler Höhenrausch


25. Mai – Wispertalsteig

Da war er wieder, der Abreisetag. Frühstück am Zelt und dann alles packen. Das Zelt leider feucht.

Die Fahrt nach Espenschied war schnell hinter mir gebracht. Geparkt hatte ich auf dem fast leeren Wanderparkplatz am Ortsende. Von dort aus bin ich los über Wirtschaftswege durch Felder bis zum Wald. Im Wald gab es den ersten von mehreren noch folgenden Single Trails.

Sehr schön und leicht bergab. Ein kleiner Abstecher auf einen anderen Single Trail reizte mich. So kam ich mit leichtem Umweg wieder auf den ursprünglichen Waldweg des Wispertalsteigs. Das war am Werkerbrunnen, am tiefsten Punkt des Wanderweges für dieses Tal. 

Ein langer Single Trail durch den Wald bergauf endete am Waldrand, um dort auf einem Wirtschaftsweg durch die Felder weiter zu gehen. In einem großen Bogen führte der Weg zurück in den Wald, wieder heraus und in den nächsten Wald. 

Auf einem Waldstück führte der Steig durch Uli’s Märchenwald. Reichlich Schilder mit Sprüchen, sowie Figürchen, Stoffherzchen und vieles mehr gab es am Wegesrand zu entdecken. Eine Schöne Idee.

Insgesamt eine schöne Strecke, bei der Temperatur mit den Anstieg jedoch schweißtreibend.

Zufrieden und K.O. kam ich am Wanderparkplatz an. In Espenschied hatte nichts auf, daher machte ich mich auf den Heimweg. Dabei kam ich wieder mal durch Geroldstein. Der dortige Biker Treff ist immer gut belagert. Zeit für ein Mittagessen und Trinken. Es gab Bratkartoffel mit Leberkäse und Spiegelei. Wie ich von Bikern erfuhr, die sich an den Tisch gesellten, ist das Fleisch aus der eigenen Schlachtung. 

Die Menge war für mich genau richtig und das Gespräch mit den Bikern nett. Nicht alle Biker fahren wie die Irren durch das Wispertal mit seinen unzähligen Kurven.

Es folgte eine gemütlich und interessante Heimfahrt. Interessant, da die Entfernung nach Navi 107 Kilometer betrug, die Reichweite bei 110 Kilometern lag. Das Navi plante die Strecke jedoch ohne Ladestopp ein. Es hat mit einer Restreichweite von 12 Kilometern bis nach Hause gelangt.

Wie ich erwähnte, das Zelt wurde Nass eingepackt. Also wurde es flugs Zuhause zum Trocknen aufgebaut. 

Wanderung: ~15,6 Kilometer, ~570 Höhenmeter
Wisper Trails – Wispertalsteig


Dänemark – Kopenhagen – Mammutmarsch – Mai 2026

Ein neuer Mammutmarsch wird mich in eine Stadt führen, die ich bisher nicht bereist hatte. Bis auf Rømø war Dänemark ein Durchreiseland für mich. Wie ich gesehen hatte das es den Mammutmarsch mit der 42 Kilometer Distanz in Dänemark gab, war dies ein Grund einen Trip nach Kopenhagen in Betracht zu ziehen.

Gesagt, getan. Die Teilnahme wurde deutlich im Voraus gebucht. Sobald die Möglichkeit bestand einen Startzeitpunkt zu wählen – dies ist immer erst kurz vor einem Mammutmarsch möglich – nahm ich den frühesten, der zur Auswahl stand. Einige Tage später konnte ich auf den 8:30 Uhr Block umbuchen und bin somit im ersten Startblock für die 42 Kilometer.

Im April buchte ich einen Platz auf einem Campingplatz nördlich von Kopenhagen. Charlottenlund Fort Camping liegt in einem alten Fort. Die Buchung war einfach. Spannend wird es dann vor Ort. Ein übermittelter Code ist für die Schranke zum Campingplatz und gleichzeitig mit der ersten Verwendung die Ankunftsmitteilung.

Gut eine Woche vor Anreise buchte ich die Fährüberfahrt von Fehmarn nach Dänemark und zurück. Online sind die Preise deutlich günstiger, wie kurzfristig vor Ort. 

Nur noch ein paar Tage. Die Wettervorhersage sieht gutes Wetter für das Wochenende voraus. Entsprechend wurde gepackt. Dennoch packte ich Regenkleidung in einen separaten Beutel, der hoffentlich unangetastet in Aurora bleiben darf.

Das wird meine erste längere Fahrt mit Aurora. Mit meinem e-MINI bin ich bisher zufrieden und vermutlich wird das mit der längeren Strecke schon passen. In der Vergangenheit hatte ich regelmäßig Fahrpausen für Toilette und/oder Kaffee gemacht. Diese Pausen werden in Zukunft dann direkt zum Laden genutzt. 


01. Mai – Anreise

Durch den Feiertag ist dieses Maiwochenende ein verlängertes Wochenende. Daher bin ich lieber früher als eigentlich nötig losgefahren. Bis Hamburg lief alles gut. Leider nur bis Hamburg. Danach war stockender Verkehr oder gar Stau. Der Grund waren Baustellen und Unfälle. 

Ein wenig nervös wurde ich jedoch zwischenzeitlich, da die Ankunftszeit im Navi nach der Abfahrt der Fähre wäre. Wie die Autobahn halbwegs frei war, fuhr ich daher zügiger und legte nur einen kurzen Ladestopp auf der Strecke zwischen Hamburg und der Fähre ein. So packte ich es gerade noch rechtzeitig zur Fähre. 

Am Fährhafen galt es den Selbst Check In zu bewältigen, was einfach war, da ich nur die Personenanzahl bestätigen musste. Der Rest wurde durch das Nummernschild automatisch erkannt. In der Lane 3 stand ich dann nur ein paar Minuten, bevor es los ging zum boarden.

45 Minuten brauchte die Fähre bis Dänemark. Das Navi lotste mich dann direkt zur ersten Ladestation ein paar Kilometer von der Anlegestelle entfernt. Hier und in Kopenhagen lud ich jeweils nur halb um die Wartezeit zu verkürzen. Zweimal halb ist durch das Ladeverhalten nicht identisch mit einmal voll und daher schneller. Man lernt schnell bei den ersten längeren Fahrten.

In Kopenhagen steuerte ich einen Parkplatz in der Nähe des Sportheims von Lyngby an. Der Mammutmarsch Kopenhagen ist nämlich nicht in Kopenhagen sondern startet in einem Vorort. Am Sportheim ist der Start- und Zielpunkt des Marsches und wie beim Mammutmarsch Nürnberg konnte ich so schon mein Bändchen und das T-Shirt abholen.

Die letzte, kurze Fahrt anschließend brachte mich zum Campingplatz. Auf dem Satellitenbild sah das schon gut aus, wenn man dort ankommt ist das nochmal was anderes. Erst über eine schmale Brücke und dann durch den Durchgang in der Fortumrandung hat schon was. 😀

An meinem Platz angekommen, wurde das Zelt aufgebaut. Kaum stand es, gab es von einem anderen Camper einen Daumen hoch. Wie sich herausstellt, hat er das selbe Zelt. 

So spät wollte ich nicht mehr selbst kochen. Das war mir vorher schon klar und meine Idee war im Restaurant am Fort zu essen. Das war dann leider nicht möglich. Es war voll und ich hätte über eine Stunde warten müssen. So bin ich die Straße entlang und zum Sprøde. Ein Thai-Restaurant. Die gebratenen Nudeln mit Gambas hatten es mir angetan. 😊


02. Mai – Mammutmarsch

Den Wecker hatte ich auf 5:46 Uhr gestellt. Da ich Abends zuvor schon früh im Schlafsack war, war ich schon deutlich vorher wach. So bin ich bereits um 5:30 Uhr zu den Toiletten gelaufen. 

Zurück am Zelt schnappte ich mir meine kleine Tonne mit allem für das Frühstück. Die Sonne blickte gerade so über den Horizont, die 10 Grad fühlten sich aber noch nicht so warm an. Im Aufenthaltsbereich und der davor liegenden Küche war es deutlich angenehmer. Das Frühstück bestand aus einem Kaffee und einer kleinen Portion Porridge gepimpt mit Cranberries und Cashew Nüssen.

Ich nahm mir reichlich Zeit dafür. Erst um 7:15 Uhr fuhr ich zur Technischen Uni um dort zu parken. Beim Fußmarsch bis zum Start-/Ende-Gelände lief ich schon nicht mehr alleine.

Es bewahrheitete sich mal wieder als gute Idee, das ich den Check In am Tag zuvor gemacht hatte. Die Schlange war ziemlich lange am Check In. Die zu den Toiletten aber auch. Dort musste ich zum Glück nicht hin.

Um 8:30 Uhr war der Start und ich sehr weit vorne im Startblock. Noch bevor der erste See erreicht wurde, hängte ich mich an zwei Mädels mit einem guten Speed. Nach ungefähr Kilometer 11 lies ich die beiden ziehen, da ich mit einer anderen Läuferin ins Gespräch kam. Von da an ging es etwas gemütlicher; dennoch nicht langsam weiter.

Die Strecke führte erst durch einen alten Teil von Lyngby. Bald kamen wir an den ersten See und von da bis auf die letzten gut 2 Kilometer war die Strecke an Seen, durch Wälder und Graslandschaften. Eine Runde auf einem Flugfeld gehörte ebenso dazu. Oft liefen wir auf Single Trails, die durch ihren Verlauf Spaß machten.

Bei bestem Sonnenwetter kam ich, nachdem ich ungefähr für die letzten 7 Kilometer das Tempo deutlich anzog, nach 7:32 Std. im Ziel an. Wie alle natürlich mit einer großen Begrüßung, sowie Übergabe der Medaille. Im Ziel war ich vermutlich bei dem ersten Viertel derer die die 42 Kilometer gelaufen sind.

Unterwegs war an den Versorgungsstationen immer relativ wenig los und wir wurden von den Volontären feiernd begrüßt. Oft liefen wir ohne das wir jemanden vor uns gesehen hatten. Am Flugfeld übersahen wir sogar eine Markierung und hatten dadurch etwas über einen halben Kilometer extra gemacht. Die Zielzeit steht daher nicht für 42 Kilometer, sondern für 42,58 Kilometern.

Das Zielbier war somit wohlverdient. 😀

Die Pause mit dem Bier am Ende der Tour tat richtig gut. Die ersten Meter danach lief ich allerdings sehr unrund bis zur Straße. Dann ging es wieder gut bis zur Technischen Uni – allerdings sehr gemütlich. 

Bevor ich unter die dringend nötige Dusche kam, quatschte ich noch mit ein paar anderen am Campingplatz, die andere Distanzen gelaufen waren. Alle bestätigten eine tolle Tour. Am Restaurant schaute ich kurz vorbei, um einen Platz für später zu erhalten. UND dann kam endlich die Dusche. 😀

Das Essen im Restaurant war super lecker. Der Preis dafür aber auch nicht ohne. War mir jedoch vorher schon klar und für mich eine Belohnung für die Leistung des Tages.

Abends hatte ich Zeit für diesen Bericht sowie mich um Kleidung und anderes für die Folgetage zu kümmern.

Tour: 42,58 Kilometer, 429 Höhenmeter


03. Mai – Kopenhagen

An diesem Tag konnte ich ausschlafen. Es war morgens auch noch sehr ruhig auf dem Campingplatz. Gefrühstückt hatte ich wieder im Aufenthaltsbereich, der im alten Bunker ist.

Nun wurde das Gravel Bike aus dem Auto geholt und zusammengebaut. Es sollte auf eine Tour durch die Stadt gehen. Nach nicht einmal zehn Minuten stoppte ich für ein Bild und stellte dabei fest, das der Schlüssel zum Fahrradschloss weg war. Argh. Also zurück und am Campingplatz das Auto und Zelt mehrmals untersucht. Nichts. Dann bin ich etwas langsamer den Weg abgefahren und da lag der Schlüssel fast genau an der Stelle, wo ich festgestellt hatte das er weg ist. 🙃

Jetzt war ich wieder entspannter. Es ging mit dem Rad kreuz und quer durch die Stadt. Das ist mit dem Rad in Kopenhagen sehr gut möglich. Bei den Kreuzungen muss man ein wenig schauen wo es weiter geht, da der Radweg nicht immer klar über die Kreuzung erkennbar ist. Nach einiger Zeit hat man dafür dann schon ein Gefühl dafür. Natürlich bin ich auch die bekannte Fahrradschlange gefahren. Eine Radbrücke mit mehreren Windungen.

Das Hafengebiet dahinter wurde und wird immer noch zu Wohnviertel ausgebaut. Was ich sehen konnte waren schöne Wohnviertel in Wassernähe, von denen man schnell in der Innenstadt sein kann.

Am Ende des Hafens ging es durch ein Naturschutzgebiet. Von den Schafen und Alpakas, die dort sein sollen habe ich jedoch nichts gesehen. An das Naturschutzgebiet grenzt ein sehr großer Park an. An einem kleinen Sandstrand kam ich vorbei und stoppte. Dort war ein kleiner mobiler Kaffeestand. Einen leckeren Espresso gab es bei einer Pause.

Weiter ging es durch den Park und andere Viertel zurück zu einem Quartier mit vielen Restaurants, Cafés usw. Dort war ich bereits am Vormittag kurz gewesen für einen Kaffee und frisch gepressten Orangensaft. Am späteren Mittag stoppte ich dort für ein Essen. Eine Pizza Marina bestellte ich mir. Das Brunch Menü sah sehr, sehr gut aus, würde sich aber nur lohnen, wenn man wirklich Hunger hat. Da ich noch weiter wollte, sollte es bewusst nicht so viel werden.

Es folgte eine Strecke am Wasser entlang. Dabei kam ich ungewollt an einer der Prachtkanäle vorbei. Schön bunte Häuser und alte Boote an einem Kanal. Weniger schön, aber in Städten nicht zu vermeiden, war die große Menge an Menschen. Kurz ein paar Bilder und weiter. 

Die kleine Meerjungfrau wurde besucht. Ich kam ohne große Probleme direkt davor. Im Sommer vermutlich ein Unding und mein Glück das an diesem Tag nur wenige dort waren.

Dann wollte ich nur kurz ins das Kastell, das ich auf dem Weg zur kleinen Meerjungfrau umfahren hatte. So kurz war es dann gar nicht, da dort eine Oldtimer Veranstaltung war.

Einige Straßen und Kilometer weiter war ich wieder am Campingplatz. Die Sonne schien und warm war es auch. Daher machte ich mich gleich auf zum kleinen Kiosk vor dem Campingplatz und kaufte ein Eis. Das schleckte ich am Sandstrand, der nicht weit entfernt ist.

Abends bin ich kurz mit dem Rad weg zum nächsten Türken, einen Döner holen. Auf dem Rückweg machte ich einen zusätzlich Stopp und kaufte etwas zu trinken. Nur Wasser war mir langsam genug.

Radtour: ~43 Kilometer


04. Mai – Kopenhagen

Wie angekündigt, hatte es über Nacht ordentlich geregnet. Am frühen morgen waren es vereinzelte, leichte Niederschläge bis es aufhörte. Ich drehte mich daher im Schlafsack um und stand etwas später auf. Ziemlich bewölkt war es und deutlich kühler. Aber immerhin kein Regen mehr.

Ein längeres Frühstück gönnte ich mir im Aufenthaltsbereich. Dann machte ich mich mit Regenhose und -jacke auf. Da ich kein Schutzblech am Rad habe, sollte die Hose mich schützen und abgesehen davon war die Regenkleidung ganz gut gegen den kühlen Wind. 

Meine erste Idee waren ein paar Street Art Punkte anzufahren. Bis zum Ersten hat es fast geklappt. Davor hatte ich schon ein kleines Quartier mit sehr vielen Motiven entdeckt und danach bin ich eher auf Sicht und frei Nase gefahren. Gesehen habe ich dabei so einige Motive.

Dann meldete sich mein Magen langsam. Von meinem Camping Nachbarn hatte ich den Tipp zu Reffen bekommen. So suchte ich mir von dort, wo ich war einen Weg dorthin. Dabei bin ich durch Zufall wieder bei Nyhaven durchgekommen. Das ist der Kanal mit den bunten Häusern und den größeren Segelschiffen, den ich schon am Vortag gekreuzt hatte. Dort vorbei geht eine schöne Rad- und Fußgängerbrücke zu einer der vorgelagerten kleinen Inseln. Zick und Zack und bald war ich am Reffen. Mittlerweile waren die Wolken weg und es war ein sonniges und angenehmes Wetter.

Reffen st eine Ansammlung von vielen zusammengewürfelten Containern, Buden und einer größeren Halle, genannt Werkstatt. Dazu gehört noch ein großer Platz mit Tischen und Bänken. Teils auf Schotter, teils auf Sand. Die kleinen Buden machen es! Street Food in alle möglichen Richtungen und bei den Getränken gibt es ebenfalls genug Auswahl. 

Der Smashed Burger mit Fries war lecker. Danach noch einen Espresso während ich es mir auf einem Liegestuhl im Sand gemütlich machte. 😀

Gemütlich machte ich mich dann auf den Heimweg. Ok, die letzten Kilometer etwas zügiger. 😁 Am Campingplatz angekommen nahm ich das Rad auseinander und packte es in Aurora. 

Den lile Butik suchte ich anschließend auf. Das liegt vor der Fort Anlage, gehört aber zum Campingplatz. Zeit für einen Schokocroissant und einen Cappuccino in der Sonne.

Genug gefaulenzt. Los ging es zu Fuß am Meer entlang nach Norden zu einem Jachthafen. Dort schaute ich bei Olivers Garage vorbei. Eine kleine ehemalige Autowerkstatt, in der nun ein Imbiss ist. Schon mal da, kann ich mir doch einen Burger bestellen. Der Classic Burger war lecker. 😋

Nun nur noch zurück zum Campingplatz. Faulenzen, an diesem Bericht weiterschreiben und schon mal Gedanken zum Abfahrtszeitpunkt des nächsten Tages machen.

Duschen und ab in den Schlafsack.

Radtour: ~29 Kilometer
Fußmarsch: ~5 Kilometer


05. Mai – Heimreise

Die letzten Tage waren durchaus anstrengend. So war ich früh im Schlafsack und damit früh wach. 6:00 Uhr, alles noch ruhig und der Großteil des Campingplatzes im Schatten. Mit meiner kleinen Tonne, in der ich alles für das Frühstück hatte, bin ich wieder zum Aufenthaltsbereich gelaufen. Kühl war es; angeblich 7 Grad. 

Zurück am Zelt war es das erste Mal im diesem Jahr, in dem es für mich beim Camping hieß: Alles packen. Das ging ganz relaxt, zumal sich nun die Sonne zeigte. Durch die kühle der Nacht war das Zelt außen nass. Es wurde damit einfach in den Sack gepackt und nicht ordentlich zusammengerollt. Es muss Abends oder am nächsten morgen eh zum Trocknen aufgebaut werden.

Abfahrt war um 8:00 Uhr. Da es ein Dienstag war, bedeutete dies, das mir der Berufsverkehr bevorstehen wird. Dieser war letztlich gar nicht so schlimm. An der Fähre war ich viel zu früh, trotz das ich einen Stopp zwischendurch zum Laden eingelegt hatte. 

Das wirklich letzte in Dänemark, abgesehen vom Warten auf die Fähre war ein Abstecher nach Rødby. Dort hatte ich mir zuvor schon Havfruen’s Smørrebrod ausgesucht. Zwei Butterbrote, etwas sehr typisches für Dänemark gab es damit zum verfrühten Mittagessen. Gegessen wurde bei Sonnenschein vor dem kleinen Laden. 

Ich war bereits zur früheren Fähre am Hafen und da diese wohl nicht ausgebucht war, kam ich mit drauf. Sehr schön, da ich so eine Fähre ca. 40 Minuten früher bekam.

Die restliche Heimfahrt wäre fast langweilige gewesen, jedoch fing es ungefähr 75 Minuten bevor ich Zuhause angekommen wäre so zu schütten an, so das sich die Fahrt verlängerte. Es regnete so stark, das teils nur noch 60 km/h möglich waren und selbst dabei regelte die Elektronik die Leistung herunter um Aquaplaning zu verhindern.


Resümee

Der Mammutmarsch startete in einem der vielen Vororte von Kopenhagen, die in Kopenhagen übergehen ohne das man es groß merkt. Somit ging es gar nicht durch Kopenhagen, sondern sehr bald raus aus dem Ort und ab ins Grüne. Seen, Wälder und Felder; auf festen Wegen und Teils auf Single Trails. Viele mit denen ich später am Campingplatz gesprochen haben fanden die Strecke ebenso toll.

Da Kopenhagen sozusagen die Fahrradhauptstadt Europas ist, musste ein Rad mit. Damit bin ich dann die zwei Folgetage durch Kopenhagen gefahren. Das hat dort schon ein ganz anderes Level. Man sollte auf alle Fälle den anderen klar Signalisieren wenn man abbiegt oder halten möchte. Dafür gibt es an manchen Ampeln Haltehilfen. Es gibt fast an jeder Straße Fahrradwege für die jeweilige Richtung und an den Ampeln sogar extra Fahrradampeln. Die Fahrradwege sind an Kreuzungen gelegentlich mit Abbiegespuren. Das das Rad hier vor dem Auto Vorrang hat, merkt man. Oft sind Radwege so breit wie die Fahrspur für ein Auto. In schmaleren Straßen bleibt so manchmal nur eine Fahrspur in der Mitte der Straße für die Autofahrer durch parkende Autos zur Verfügung.

Insgesamt empfand ich Kopenhagen als sehr relaxt und freundlich. Es wird einiges geboten neben der Stadt gibt es direkt anschließende Naturschutzgebiete; es gibt große Parks; viele Möglichkeiten zum Schwimmen im Meer und mit Reffen eine tolle Street Food Area.



#mammutmarsch #kopenhagen #reffen #iphone14pro #canonr #canonrf35 #trailrunnermini

Frühling in der Wetterau – Glauberg und Ockstadt

An diesem Tag im Frühling (Samstag, 11. April) führte mich die Tour in die Wetterau, nordöstlich von Frankfurt. Alles erstrahlte in dem frischen grün des Frühlings und die Blüten der verschiedensten Pflanzen zeigten sich. So richtig schön bunt, nach der dunklen Winterzeit. 😀

Für die Tour parkte ich Aurora an der Kulturhalle Stockheim. Dies war das Warenumschlagsgebäude des Bahnhofs vor vielen, vielen Jahren. Ein enthusiastischer Bürger von Stockheim kaufte die Halle und baut sie seit dem ständig weiter aus. Während der warmen Jahreszeit gibt es hier einen Sommergarten am Wochenende und Sonntags oft mit Live Musik.

An diesem Tag jedoch war der Sommergarten noch geschlossen. Wenn dann wäre das eh etwas nach der Tour zum Einkehren gewesen.

Von hier ging es über einen Fußgängerweg zur Hauptstraße, über diese hinweg zu einer Nebenstraße. Wenige Minuten später war ich am Ortsrand und hatte die Felder sowie einen Wald vor mir.

Langsam bergauf durch die Felder und dann den Wald gelangte ich bis zu einer Hütte des lokalen Wandervereins. Zweimal kam ich bis hierher durch Vogelschutzgebiete. Kleine, ruhige Täler mit viel Gezwitscher um einen. 😊

Die Hütte liegt am Waldrand des Waldes, der den Glauberg umgibt. Der Glauberg ist ein Tafelberg, der die umliegende Landschaft deutlich überragt. Bekannt ist er in der Region jedoch hauptsächlich durch die Ausgrabungen und Funde der Kelten. Ein Besonderheit, was die Kelten angeht, wurde hier gefunden. Der Keltenfürst – eine große Sandsteinstatur.

Durch den Wald kam ich nach oben und gelangte am hinteren Ende auf den Tafelberg. Über den Berg ging es auf der anderen Seite herunter. Dort befindet sich das Keltenmuseum.

Von dort ging es einen Weg hinunter nach Glauberg(!) – gemeint ist dabei das Örtchen. Durch dieses hindurch kam ich über Wirtschaftswege auf der anderen Seite wieder auf eine Anhöhe. Es bot sich ein Blick zurück auf Glauberg – den Ort und den dahinterliegenden Berg sowie auf Stockheim, den zweiten Ortsteil von Glauburg.

Vor Stockheim kreuzte ich eine Landstraße. Es ging am Hofgut Leustadt vorbei auf einen Wirtschaftsweg, der gesäumt ist mit Apfelbäumen. Obstwiesen, hauptsächlich mit Apfelbäumen, sind in der Wetterau oft zu finden. Die Äpfel sind seit alters her wichtig für das regionale Traditionsgetränk – Ebbler.

Durch das nächste Dorf kam ich auf einen Weg durch Auenwiesen. Ein Verbindungsweg brachte mich dann auf den Vulkanradweg. Dabei ging es an einem Wäldchen vorbei. Hier befanden sich einige Störche. Bevor ich sie sehen konnte, war ihr markantes Klappern der Schnäbel deutlich zu vernehmen.

Auf dem Bild, vom Vulkanradweg aufgenommen sind viele der Störche zu sehen. Ein weitere Horst befand sich links neben dem Bild und mehrere in dem Wäldchen auf der rechten Seite.

Durch die Auenwiesen und Nidderauen von Stockheim ist dieses Wäldchen umgeben von einem großen Naturschutzgebiet, was den Störchen viel Nahrung bietet. In den Nidderauen werden sogar Rinder gehalten – meist Hochlandrinder mit langem Fell.

Der Vulkanradweg brachte mich zurück nach Stockheim, zurück zur Kulturhalle Stockheim.zurück zu Aurora,

Wanderung: ~15 Kilometer, ~340 Höhenmeter


Damit endete der Tag jedoch nicht. Abends ging es kurz auf den Glauberg für ein Foto und anschließend in die Kulturhalle Stockheim. Zwei mir bekannte Musiker traten an diesem Abend als Duo auf.

Oder auch nicht. Es war bewölkt und somit kein abschließendes Sonnenuntergangsbild möglich und dann viel die Veranstaltung in der Kulturhalle aus. Sachen gibt’s…..


Am Sonntag, dem 12. April war ich mit einer kleinen Gruppe erneut in der Wetterau unterwegs. Ockstadt, ein Ortsteil von Friedberg war das Ziel. Wobei, das eigentliche Ziel war das Obstanbaugebiet bei Ockstadt. In der Nacht hatte es geregnet, womit die Temperatur im Vergleich zum Vortag niedriger war. Leider war es den ganzen Tag bewölkt – was kein Grund ist nicht nach draußen zu gehen.

Ockstadt ist in der Region bekannt für seine Kirschen. Im April ist die Kirschblüte und genau deshalb wollten wir dort hin, so wie viele andere auch. 🙃 An diesem Sonntag wurden Führungen angeboten rund um den Obstanbau. zusätzlich gab es im Anbaugebiet eine Straußwirtschaft in einem Zelt und ein Traktor Verein präsentierte eine ganze Menge an alten Traktoren und Unimogs.

Unser Rundgang war hauptsächlich auf den etwas abgelegeneren Wegen. So konnten wir dem größten Rummel ein wenig aus dem Weg gehen.

Als es in den Ort zurück ging, suchte wir die Straußwirtschaft Zum Gerippte auf. Diese war zwar in dem genannten Zelt anzutreffen, im Ort liegt jedoch ist der eigentliche Sitz. Mir war eher nach Süßen, weshalb ich einen Apfelflammkuchen mit einem Kaffee bestellte. Der leckere Flammkuchen war mit eigenen kleinen Apfelstückchen und Rosinen belegt; verfeinert mit ein wenig Zimt. 😊

Spaziergang: ~3,5 Kilometer


Ein paar Bilder von Veranstaltungen in der Kulturhalle Stockheim.


#canon #canonr #canonr6 #canonrf35 #canonef135 #canonrf70200

Norwegen – Lofoten und Vesterålen – Juni/Juli 2026

15 Jahren ist es her, das ich zuletzt diese beiden Inselgruppen besuchte. Eine lange Zeit. In dieser Zeit ist Skandinavien für viele ein interessantes Urlaubsziel geworden – für viel, viel mehr wie 15 Jahre zuvor.

Das könnte vielleicht abschrecken, dennoch möchte ich noch einmal den Reiz dieser Inselgruppen erleben. Die Reisezeit wurde bewusst so gewählt, das ich am längsten Tag des Jahren (St. Hans) dort oben sein werden. Ein Tag ohne Nacht!

Da der Flugplatz Evenes auf den Vesterålen liegt, bot es sich direkt an diese Inselgruppe mit in die Reiseplanung zu übernehmen. Nach der Ankunft wird es daher zuerst ein paar Tage nach Nyksund gehen und am Ende der Reise noch an die Nordspitze von Andenes Øya.

Die meiste Zeit jedoch werde ich auf den Lofoten verbringen. Der Reine Blick, den ich 15 Jahre zuvor auf einem schmalen, steilen Wanderpfad erklommen habe, ist mittlerweile eine Natursteintreppe. So viel schon mal zu den Veränderungen, die vorab zu erfahren sind.

Auf der Reise werde ich meistens Zelten, und zwar auf Campingplätzen. Nur gelegentlich kommt eine feste Unterkunft dazu. Spannend wird dies insofern, als das auf den Campingplätzen vorab nicht buchbar ist. Für ein kleines Zelt sollte es hoffentlich immer eine Option geben.


Warten….


Norwegen – Trondheim – August 2026

2026 ist für mich das Skandinavien Jahr. Nach Kopenhagen im Mai, Lofoten und Vesterålen im Sommer kommt im letzten Monat des Sommers eine Reise nach Trondheim. Nicht alleine, sondern zusammen mit Miri, mit der ich schon länger nicht mehr unterwegs war.

Bei meiner Suche nach Festivals und ähnlichem im Sommer für die Reise auf die Vesterålen und Lofoten stolperte ich über das Matfestival und das Bryggerifestival in Trondheim. Da ich Trondheim nur von einem Ausflug während einer Hurtigrutenfahrt kenne, ist dies die Möglichkeit die Stadt mit Umgebung zu erkunden und dabei noch zwei Festivals mit einzubeziehen.


Warten und bis dahin ein paar Trips unternehmen……


Portugal – Lissabon, Porto und weitere Orte – Dezember/Januar 2025/2026

Zum Jahreswechsel geht es in diesem Jahr nicht auf eine Insel. Das südwestliche europäische Festland habe ich mir ausgewählt. Genauer genommen Portugal. 

Es wird damit beginnen, das ein paar Tage in Lissabon verbracht werden und das Ende der Reise bilden ein paar Tage Porto. Somit sind die beiden größten Städte Portugals der Beginn und das Ende der Reise. Zwischen den Aufenthalten in den beiden Städten wird die Region dazwischen und etwas oberhalb von Porto vermutlich bereist. Vermutlich, da die Ideen zu den Zwischenpunkten vom Wetter abhängig gemacht werden und sich somit kurzfristig ändern können.zu


19. Dezember – Lissabon

Der Wecker klingele wie an einem normalen Arbeitstag. Wie üblich ging es ins Bad und dann gab es einen Kaffee. Das war es dann auch mit dem normalen Ablauf. 

Alles war schon gepackt und vorbereitet. So brauchte ich nur noch den Rucksack ins Auto packen und los ging es nach Frankfurt. Ok, schon wieder der Arbeitsweg. Doch nur, da ich wie so oft auf dem Firmengelände parkte und den restlichen Weg zum Flughafen mit der S-Bahn zurück legte.

Der Check-In erfolgte am Vortag bereits automatisch, da ich das in der App so angegeben hatte. Am Flughafen war nur noch das Gepäck am Drop-Off abzugeben. 

In der Nähe des Gates machte ich es mir gemütlich und bestellte ein Porridge und einen Latte Macchiato zum Frühstück. Dann folgte das Vormittagsdrama. Zum einen war der Flieger komplett ausgebucht und somit auch klar, das es eng wird mit dem Handgepäck. Das Boarding allerdings verzögerte sich aufgrund eines Defektes am Flieger. Ein Ersatzflieger wurde fertig gemacht und gut zwei Stunden später startete der Flug nach Lissabon.

In Lissabon nahm ich die Metro zum Hotel. Erste Hürde war in die Metro zu kommen. Eigentlich nur die Kreditkarte an die Zugangskontrolle halten. Eigentlich! Ich wollte mich schon an die Kasse anstellen, als ich bemerkte, das nicht alle Zugangspforten aktiv sind. Also gleich nochmal an einer mit einer grünen Markierung an der Decke. Tada und ich war in der Metro. 

Die Metro selbst scheint schon etwas älter zu sein. Zumindest ist es in ihr deutlich lauter wie z. B. In einer in Frankfurt. Bis zum Halt Alameda nahm ich die Metro der roten Linie. Dort wechselte ich auf die grüne Linie bis Intendente. Beim Verlassen der Metro hieß es erneut die Kreditkarte an den Leser halten um durch die Schranke zu kommen. (Die Abbuchung kommt dann gesammelt Nachts).

Nur noch ein paar Meter zu Fuß und ich war bei meiner Unterkunft für die nächsten Tage. Den Code für die Haustür bekam ich bereits am Vortag. Genauso wie den Code für das Kästchen im den die Zimmerkarte und eine Weinkarte mit einem Guthaben von 10€ waren.

Das Zimmer ist einfach aber recht schick. Bei meinem Zimmer und einem anderen ist das Bad außerhalb. Lustig fand ich, das ein Streifen am Boden von dem jeweiligen Zimmer zum zugehörigen Bad verläuft. Der Schlüssel zum Bad war im Zimmer selbst, neben der Tür. 

Das Lisbon WIne House kann damit durchaus empfohlen werden. Im Zimmer waren sogar zwei Weingläser, eine Weinflasche und eine Wasserflasche (beides gegen Entgelt). Im 1. OG ist eine Weinbar und dort ist die Weinkarte einlösbar.

Es war nun zwar schon späterer Nachmittag, jedoch schien die Sonne und nach dem vielen Sitzen gibt es nichts besseres wie ein wenig Bewegung. Auf der Karte entdeckte ich in der Nähe den Miradouro da Senhora do Monte. Ein Aussichtspunkt in der Nähe – na klar geht es da hin. Somit lernte ich auch gleich was mir zuvor gesagt wurde. Vertraue nicht Google oder irgendwelchen Zeitangaben. Lissabon liegt auf Hügeln und somit ging es selbst auf diesem kurzen Weg reichlich bergab, mehr jedoch bergauf. Dafür entschädigte der Ausblick auf Lissabon, zumal von hier aus gut 80% der Stadt zu überblicken sind.

Nächstes Ziel war Alfama. Natürlich wieder bergab und bergauf. Dabei kam ich fast an der Burg Castelo S. Jorge vorbei. Weiter unten in Alfama kam ich erneut zu Aussichtsplattformen. Nett, können vom Ausblick mit dem ersten aber nicht mithalten. Einzig am letzten Aussichtspunkt war eine Musikerin und eine kleine spontane Bar. Irgendwie ganz nett, ich hatte jedoch Hunger und wollte weiter. 

Es war noch ein gutes Stück zu laufen bis ich am One Time Market angekommen war, der mir im Vorfeld empfohlen wurde. In der Halle herrschte Trubel und es wurde ganz brauchbare Musik gespielt. Bei einem Händler fand ich Bacalao, was ich bestellt. (Bacalao mit Kartoffeln und Spinat. Dazu Brot und Oliven). 

Über die Altstadt suchte ich mir einen Weg zum Hotel. Dabei kam ich an zwei Weihnachtsmärkten vorbei und lief mehreren geschmückten und beleuchteten Straßen entlang. Als ich am Castro – Atelier de Pastéis de Nata vorbei lief, machte ich direkt kehrt. Mir kam ein warmer angenehmer Duft entgegen und einen Espresso wollte ich eh noch trinken. Diesen gab es dort mit einem noch warmen Pastel de Nata. 😊

Auf der Verbindungsstraße zum Rossio Weihnachtsmarkt war die gesamte Straße mit Lichtern behangen. So fiel der bekannte Lift gar nicht mehr auf. Es gab dann dort sogar noch eine Lichtshow, abgestimmt mit der eingespielten Musik. War echt klasse gemacht. 👍

Noch durch den Rossio Weihnachtsmarkt und dann aber wirklich direkt zum Hotel. Eine angenehm warme Dusche beendete den aktiven Teil des Tages.

Stadttour: ~10 Kilometer


20. Dezember – Lissabon

Wie sich beim Frühstück herausstellte, war ich die Einzige, die mit Frühstück gebucht hatte. Dennoch wurde alles aufgetischt, als kämen noch viel mehr. Mir genügte mein übliches süßes Frühstück mit Kaffee.

Bei Sonnenschein verließ ich die Unterkunft und begab mich auf dem Weg zu zwei Parks. Der erste,  war nur ein paar Straßen und Höhenmeter(!) entfernt. Sehr ruhig am Morgen. An dem einen Ende gibt es ein Gedenkmonument mit einer Statue. Unten herum waren ganz viele kleine Grabsteine. 

Nur einen Katzensprung weiter war ich schon am Jardim do Toren. Ein Park über mehrere Ebenen. Ich kam über den oberen Eingang in den Park und hatte damit direkt eine Aussicht auf Lissabon, umgeben von Palmen und exotischen Pflanzen. 

Von dort ging es über ein paar Straßen zum oberen Ende des Elevador de Santa Justa. Ein Aufzug, der zwei Stadtteile verbindet und von einem Schüler von Eifel erbaut wurde. Leider war dieser gerade in Restauration und damit geschlossen.

Über eine Treppe kam ich zum unteren Ende des Aufzuges. Durch die Altstadt erreicht ich den Hauptbahnhof von Lissabon. Wie sich herausstellte, war der Kauf einer Bahnkarte mit 3,40€ für die Hin- und Rückfahrt nach/von Belem deutlich günstiger wie mit der Tram – und auch schneller. 

In Belem lief ich vom Bahnhof zum schon sichtbaren Fluss. Dort war schon einiges Los an der Uferpromenade. Reichlich Jogger begegnete ich und noch viel mehr Touristen. Zuerst erreichte ich über die Promenade das Monument der Seefahrer. Das ist von unten schon sehr anschaulich. Von oben soll man einen tollen Blick auf das Mosaik haben, das sich auf dem Vorplatz befindet. 

So langsam wurde es bewölkter und windiger. Daher ließ ich den Aufstieg links liegen und folgte der Promenade weiter zum Belem Tower. Der war leider ziemlich verhüllt und nicht zugänglich, da er restauriert wird.

Ergo wieder etwas zurück und über den Empire Square Garden zu Altstadt. Es war Mittagszeit und daher suchte ich mir ein Restaurant. Sagen wir mal so, ich wurde satt und den starke Regenschauer überlebte ich im Trockenen. Viiiiel besser war der Nachtisch. Dazu begab ich mich zum Pasteis de Belem. Die Schlange war gar nicht so lange und kaum fünf Minuten später hatte ich ein Platz. Lag vielleicht auch am Regen – das hatte damit auch sein Gutes. Natürlich gab des dort das Original Pasteis de Belem. 😊

Mit der Bahn kam ich wieder zurück nach Lissabon. Auf der Einfahrt erkannt ich zum Fluss hin ein paar Gebäude mit Street Art. Klar, das ich da hin musste.

Über die Altstadt trat ich den Weg zurück zu meiner Unterkunft an. Die Turnschuhe waren nicht wirklich wasserdicht. 🙃

Ausgeruht und mit anderen, trockenen Schuhen begab ich mich am späteren Nachmittag auf eine Street Art Tour. Dies sollte lt. Reiseführer ab dem Miradouro de Garca beginnen. Wie sich herausstellte war der Weg über eine Treppe zum Aussichtspunkt wesentlich interessanter. Dort hatten sich viele Künstler an den Wänden ausgetobt. Eine kleine Truppe war mehr oder weniger mit mir dort unterwegs. Im Gespräch stellt sich heraus, das der Führer der Gruppe der Organisator für diesen Teil der Street Art war.

Wie es dunkel wurde, war ich dann mit der Runde auch soweit fertig, was die Street Art angeht. Auf dem Weg zur Unterkunft kehrte ich bei einem Grill’n’Chill ein. Wie sich herausstellte, von Nepalis betrieben. Ich bestellte mir Chowmein, was ich auf meiner letzten Nepalreise oft aß.

Mehrere Stadttouren; ~20 Kilometer


21. Dezember – Lissabon

Schon am Abend zuvor hörte ich, das ich nicht mehr alleine im Hotel bin. Wie ich zum Frühstück kam war dort schon jemand und insgesamt waren drei Tische gedeckt.

Eigentlich wollte ich zuerst zur Burg hoch, hatte dann meine Meinung auf dem Weg zum Largo (Platz) Martin Moniz meine Meinung geändert. Es war gut bewölkt. Dort am Platz ist eine Endstation der Tramlinie 28 – die ikonisch Gelbe. Mit dieser fuhr ich dann gut 4 Kilometer durch die Straßen Lissabons bis zum Ortsteil Barro Alto. Es war eine schöne Fahrt mit ruckeln, quietschen und allem anderen, was zu so einer alten Straßenbahn gehört. 😀

Die Endstation ist am Platz Prada Luis de Camoes, wo wir alle ausstiegen. Nur wenige Meter weiter ist ein winziger Laden in dem ich einen Cappuccino und ein Pastel de Nata bekam. In dem Laden kann man sogar zuschauen, wie die Pasteis de Nata hergestellt werden.

Über mehrere Straßen von Barro Alto gelangte ich an einen Platz (Miradouro de Sao Pedro de Alcantara) mit einer hübschen Aussicht. Neben dem Platz ging früher die Gloria Funicular. Eine spezielle Bahn für die sehr steile Strecke den Berg herauf. Viel interessanter war es diesen Weg hinunter zu gehen und dabei die Street Art zu betrachten.

Einmal quer durch Lissabon gelaufen (also hoch und runter) kam ich an die Burg Sao Jorge, An der Ringstraße um die Burg fand sich ein kleines Restaurant. Ein Kuchen und ein Cappuccino trank ich dort, während es mal wieder regnete.

Der Eingang der Burg war auf der anderen Seite. Dabei kam ich durch ein paar kleine Gassen und durch die Straßen vor der Burg. In die Burg bin ich nicht, 15€ für einen Ausblick über die Stadt bei bewölktem Wetter war mir nichts. Der Großteil der Burg ist eh nachträglich aufgebaut und damit eigentlich nicht original. Vom Aussichtspunkt des ersten Tages hatte ich bereits eine sehr gute Sicht über Lissabon gehabt. 

Auf dem Weg zurück in die Altstadt nahm ich für die untere Hälfte einen Aufzug, da ich dort gerade vorbei kam. Das dort einer ist, muss man jedoch wissen, denn sonst käme man nicht so einfach auf die Idee in ein Gebäude zu laufen.

Es folgte ein Weg bis zum Fluss. Nun waren die Wolken weg, die Sonne da und damit gefühlt ziemlich warm. Das Wetter konnte sich an diesem Tag zwischen Bewölkt, Regen, blauer Himmel und Sonne nicht wirklich entscheiden und wechselte daher regelmäßig zwischen diesen hin und her.

Am Fluss entlang kam ich zum alten Alfama, das ich durch die schmalen Gassen erkundete. Durch Zufall bekam ich mit, warum es so viele Orangenbäume in Lissabon gibt. Es geht dabei weniger um die eigentlichen Früchte, als vielmehr um den Geruch, der den Stadtmief vertreiben soll. 

Auf dem Rückweg zum Hotel kaufte ich zwei T-Shirts bei Teevolution. Das eine mit dem Bild der Tram 28 und das zweite mit dem Motiv einer Kamera (technische Zeichnung) wurde auf ein T-Shirt meiner Wahl aufgebracht. Diesmal damit keine Seife. 🙃

Am späteren Nachmittag zog ich erneut los. Es war schon kurz nach dem offiziellen Sonnenuntergang. Bis ich unten am Fluss ankam, war es bereits dunkel. Wunderbar, so konnte ich den großen Weihnachtsbaum am Platz vor dem Fluss in voller Beleuchtung sehen. 

Der weitere Weg führte an diesem Abend wieder zum Time Out Market. Ein Bacon-Hamburger mit Pommes war mein Abendessen.

Kreuz und quer lief ich danach durch die Straßen und schaute mir die Beleuchtungen in den Straßen und Plätzen an. 

Mehrere Stadttouren; ~18 Kilometer
Tram 28: ~4 Kilometer


22. Dezember – Peniche

Beim Frühstück war ich wieder alleine, wobei noch zwei andere Gedecke auf Tischen auf Gäste warteten. Eine habe ich zumindest kurz gesehen, sie war zum Rauchen auf der Terrasse neben dem Frühstücksraum.

Am Vormittag unternahm ich eine kleine Tour in den Straßen nahe dem Hotel. Beim Frühstück regnete es, als ich los lief nicht und während der kurzen Tour gab es einen Regenschauer, weshalb die Runde wirklich kurz war.

So um 10:00 Uhr packte ich meine Sachen und machte mich mit der Metro auf den Weg zum Flughafen. Dort wurde ich per Shuttle zum Mietwagen Center gefahren. Die Formalitäten waren schnell erledigt, da ich zuvor schon das meiste Online erledigt hatte. Ein kleiner Fiat 500 Berlingo (auf der Klappe stand allerdings Panda!) wurde mir überlassen.

Das die Mietwagenstation nicht direkt am Flughafen ist, ist nicht unbedingt von Nachteil. So war ich dann ziemlich schnell auf der Autobahn nach Norden. Vorbei an Obidos nach Peniche

Das Hotel war eines der großen Bettenburgen am Anfang von Penicho. Nichts persönliches, dafür sauber mit großzügigem Raum und relativ günstig im Winter für zwei Nächte. Check-In ist zwar eigentlich erst ab 15:00 Uhr und es wären noch fast zwei Stunden bis dahin gewesen. Da es jedoch Nebensaison ist, bekam ich direkt ein Zimmer.

Die Tasche wurde zuerst ausgepackt. Die Wanderschuhe und die Regenjacke waren mir für meine Tour wichtig. Der Himmel war ziemlich dunkel und für den späteren Nachmittag war Regen angesagt.

Vom Hotel ging es über die Straße, direkt in die Dünen. Der Sandstrand dahinter soll über sechs Kilometer lang sein. Von dort, wo ich nach Peniche lief, war es bei weitem nicht so weit. ABER: Laufen am Sandstrand. 😀

Am Ende des Sandstrandes ging es durch den Ort und dann zu der kleinen Halbinsel Ilheu da Papoa. Eine relativ einfach Tour war die Umrundung dieser Halbinsel. Dafür krachten die Wellen umso beachtlicher an die Klippen.

Es folgte noch ein Spaziergang zum Zentrum von Peniche. Leider fing es dann wirklich an zu regnen. Durch das Wetter mag der wenig spannende Ort noch trüber ausgesehen haben als er womöglich ist. Im Café Pastelaria Calé II gab es allerdings einen leckeren Apfelkuchen und Cappuccino mit Zimt. 

Den Schluss der Tour bildete der wenig interessante Weg von der Altstadt zum Hotel.

Später machte ich mich dann mit dem Auto zurück zur Altstadt. Vor der Brücke zur Altstadt gibt es einen großen Parkplatz, der kostenfrei ist. Von da waren es keine fünf Minuten bis zum Restaurant Entre Irrmaos. Ich entschied mich für einen der tagesfrischen Fische, die zuvor präsentiert wurden. Der Fisch mit Beilagen war richtig lecker. 😋

Auf dem Weg zum Restaurant hatte es freundlicherweise nicht geregnet. Während des Essens schon, was mich im Trockenen sitzend nicht störte. Beim obligatorischen Verdauungsspaziergangs regnete es wiederum nicht. Mit der weihnachtlichen Beleuchtung sah Peniche dann nicht mehr ganz so trostlos aus.

Stadttour Lissabon: ~3 Kilometer
Tour in/um Peniche: ~10 Kilometer


23. Dezember – Obidos – Vila Natal

Das Frühstück erfolgte heute etwas später. Es sollte nach der Wettervorhersage den ganzen Morgen regnen. Ein guter Grund ein wenig länger in den Federn liegen zu bleiben.

Das Hotel ist für reichlich Gäste ausgelegt, weshalb der Frühstücksbereich groß ist. Dennoch war das Frühstück ohne großen Lärm verbunden, denn nur ein paar Gäste kamen während ich frühstückte.

Danach wollte ich es mir im Hotelzimmer gemütlich machen und den größten Regen abwarten. Daraus wurde nichts, denn so richtig regnen wollte es dann doch nicht. Also packte ich meine Sachen und machte mich auf. Zuerst in den nächsten Supermarkt um ein paar Flaschen Wasser für die nächsten Tage zu kaufen. Mit dem Autochen ging es dann weiter in die Innenstadt. Eine Stelle die ich Abends entdeckte wollte ich bei Tageslicht ansehen. Es ist eine kleine Bucht mit einem Meerzugang unter der Festungsmauer hindurch. Da Ebbe herrschte, war diese kleine Bucht jedoch nicht besonders toll anzusehen.

Eigentlich zu früh, machte ich mich dann auf zu meinem eigentlichen Tagesziel. Obidos, das eine hübsche Altstadt, umrundet von einer Burgmauer, vorweisen kann. Direkt angrenzend gibt es zwei große, kostenpflichtige Parkplätze und ein paar Meter weiter einen großen kostenfreien. Die Menge an Parkplätzen ist durchaus berechtigt. Obidos ist die portugiesische Weihnachtsstadt – daher auch Vila Natal (Weihnachtsdorf).

Durch das angesagte Regenwetter war zum Glück nicht so viel los.Die weihnachtliche Ausrichtung begrenzt sich fast auf die zentrale Straße zum Schloß. Zumindest der kostenfreie Bereich. Für das Schloß selbst benötigte es ein Ticket für 10 €. Im Schloßbereich wurde einiges geboten. Zur Mittagszeit bestellte ich an einem Stand einen Burger, der mir genügte.

Eine kleine Bäckerei an der Hauptgasse war Vormittags mein Ziel für eine Kleinigkeit und später noch für ein Chorizo Brot. Das Capinha d’Óbidos ist eine Bäckerei, die dafür bekannt ist. Es sind kleine Weißbrote, in die die Wurst in Schieben in einem Holzofen mitgebacken wird. 😋

Natürlich hatte es immer mal wieder einen Regenschauer gegeben. 🙃 

Am Ende bot sich ein Weg oben um die Burgmauer an. Diesen brach ich jedoch ab, als es wieder zu regnen begann und mir nicht klar war wie weit ich noch laufen müsste um wieder von der Mauer herunter zu kommen. Abgesehen davon bietet sich von der Mauer ein interessanter Blick zu beiden Seiten der Mauer.

Im Hotel angekommen wollte ich nur die Jacke wechseln und die Zeit am Strand nutzen bevor es wieder regnen sollte. Der Regen war schneller. 😅 Also eher faulenzen. Als der Regen aufhörte bin ich in das Nachbardorf Baleal gefahren. Dort verbindet ein Strand zwei Ortsteile und zugleich waren hier einige mit ihren Surfboards im Wasser, denen ich zuschauen konnte. 

Am Ende von Baleal ist eine Landzunge, auf der früher ein Fort war. Viel ist davon nicht mehr zu sehen. Macht jedoch nichts, denn die Felsformationen dort mit den sich brechenden Wellen gaben ein ausreichendes Spektakel.

Der ordentliche Wind zerzauste ordentlich die Haare. 😅 Den Weg zurück fand ich dennoch. 

In Peniche steuerte ich, als ich dort ankam gleich das Café vom Vortag an. Ein Käsekuchen und einen Cappuccino gab es. 

Nun wollte ich noch an das westliche Ende von Peniche mit dem Auto, das sich über die gesamte Halbinsel erstreckt. Das war von der Innenstadt gar nicht so einfach. Eine eindeutige Ringstraße war nur auf der Karte zu erkennen. Über verschiedene kleine Straßen und Gassen fuhr ich daher eher nach Gefühl und kam doch tatsächlich am westlichen Leuchtturm an. 😀 Die Sonne zeigte sich gerade so noch am Himmel für ein paar Bilder der Felsenküste im Abendlicht.

Stadttour: ~5 Kilometer


24. Dezember – Nazaré – Coimbra

Ausgiebig wurde gefrühstückt. Die Tasche gepackt und zum Auto gebracht. Bevor ich fuhr, machte ich mich noch kurz auf zum Strand. Über die Straße, über die Dünen und schon war ich da. Ein kilometerlanger Strand in der frühen Morgensonne. Hat schon was.

Die Fahrt nach Nazaré war eher langweilig. Die zwei letzten Gänge des FIAT’s wollten heute nicht mehr. Warum auch immer. Naja, der vierte Gang mit einer höheren Drehzahl brachte wenigstens etwas Leistung. Bei jeder Steigung musste ich diesen eh immer nutzen.

Wenn möglich, scheinen die Portugiesen es zu lieben ihre Städte auf Berg und Tal auszulegen. Die Altstadt von Nazaré mit dem schönen Sandstrand liegt unten. Ein Ortsteil von Nazaré wiederum sehr weit oberhalb. 

Einen Parkplatz sucht ich mir im oberen Ortsteil, denn von dort war es nicht mehr so weit bis zum bekannten Leuchtturm, von dem aus die Big Waves zu sehen sind. Die Wellen von dort wirken wirklich top. Zumal sich am Vormittag zwei Surfer immer wieder an größeren Wellen versuchten. Diese Wellen waren zwar weit weg von den Big Waves mit ihrer Höhe, aber dennoch nicht zu unterschätzen. 

Wo waren denn nun die Big Waves? Im Winter ist die Saison dafür, jedoch bilden sich die größten Wellen nur, wenn im Atlantik ein Sturm herrscht und das Meer von Grund auf in Wallung bringt. Von einem Sturm war nichts vorausgesagt und bei dem sonnigen Wetter auch nicht zu erwarten. 

Wo ich schon mal da war, bin ich runter in die Altstadt gelaufen. Diese zeichnet sich durch viele schmalen Gassen aus, die abgesehen von den Verbindungsgassen alle gerade zum Meer hin laufen. Durch Zufall kam ich an der Markthalle vorbei. Dort bin ich natürlich hineingegangen. Es war einiges los dort. Die meisten Stände boten Obst und Gemüse an. Ein paar Käse und Milchprodukte, Backwaren oder sonstiges. Für Fleisch gab es einen abgetrennten Raum.

Die anderen Ortsteile sind angeblich nicht so interessant. Wirklich was los ist in Nazaré im Sommer, zur Badesaison und nur für die Profis sind die Big Waves – dafür braucht es eine offizielle Genehmigung.

Der Erbauer des Elevadores Gloria in Lissabon hat sich in Nazaré mit einer Standseilbahn verewigt. Ein günstiger und bequemer Weg für mich nach oben zu kommen.

Ah, Mittagszeit. Am Ortsende, wo die Straße zum Leuchtturm verläuft stehen einige Imbissstände. Selbst an solchen Tagen mit normalen Wellen sind eine Menge Leute zum Leuchtturm unterwegs. Für die Imbissstände gibt es somit fast immer Kunden und an diesem Tag mich. Einen Koxa-Burger bestellt ich mir. Lecker. 😋

Da ich nicht sofort losfahren wollte, bin ich nochmals zum Leuchtturm und abseits davon den Pfad nach unten. Bis zum Strand führt dieser jedoch nicht. Ein ganz anderer Pfad brachte mich später zum Strand. Am Strand war fast gar nichts los. Die Wellen sahen am frühen Nachmittag nicht mehr ganz so imposant vom Strand aus, als sie es Vormittags von oben hatten. Nun, die Wellen Morgens und Abends sind grundsätzlich dort ausgeprägter. Imposant war das Schauspiel der sich brechenden Wellen so oder so.

Einen anderen Weg nahm ich zurück zum Auto. Dort lies ich fast alles und suchte ein Café auf. Ein kleines in einer Seitenstraße war es. Gut besucht war das O Redondo und soweit ich es einschätzen kann fast nur Einheimische.

So, es stand die zwei Fahrt des Tages an. Nach Coimbra. Ebenfalls ziemlich ereignislos. Mittlerweile hatte ich mich an gelegentlichen Mautstationen gewöhnt. Bei der Buchung des Autos hatte ich dies mit der Option für die Mautstationen gemacht. Somit konnte ich immer schön durch die mit N bezeichneten Durchfahrten fahren und nirgends halten oder gar vor Ort zahlen.

Gerade am Parkplatz in Coimbra angekommen, meldete sich das Hotel per WhatsApp um meine Ankunft zu erfahren. Bin auf dem Weg vom Parkplatz war meine Antwort. Der Parkplatz war auf der anderen Flussseite. Dieser ist kostenfrei, dafür galt es ein paar Meter mit dem Gepäck zu laufen.

Die Zero Box Coimbra. Gebucht hatte ich die Übernachtung vor dem Mittagessen. Eine neue Art der Übernachtung mit den Boxen anstatt Zimmern. Die Begrüßung war sehr freundlich. Es gab sogar ein Bier (Carlsberg) zur Begrüßung. Die Box ist einfach aber gemütlich mit der Ambientebeleuchtung. Im hinteren Teil der Box ist das Bad. Also alles da – nur eben kein Fenster. 

Nach der Autofahrt unternahm ich einen Spaziergang durch die Altstadt, die fast am Hotel beginnt. Ein wenig bewegen und schauen wie die weihnachtliche Beleuchtung hier ist. Dabei entdeckte ich ein paar Stellen, die ich mir am nächsten Tag auf alle Fälle ansehen möchte.

Duschen und Abendessen Das Abendessen gab es im Bios (im Hotel). Leckere Linguine Gamberi und danach noch Schokolade mit gesalzenem Eis. Das Essen war gut und nebenbei kann man den Köchen sogar zusehen. Apropos nebenbei: Ein Teil des Bixos ist eher Bar mit Stühlen und Sofas. Der Abend wurde mit Musik der 70’er und 80’er begleitet. 👍

Spaziergang Nature: ~9 Kilometer
Spaziergang Coimbra: ~2,5 Kilometer


25. Dezember – Coimbra

Der Schlaf in der Box war angenehm und sehr ruhig. Es war auf alle Fälle gut, den Wecker zu stellen Ohne ein Fenster verliert man das Zeitgefühl.

Das Frühstück war im Restaurant im ersten Stock. Dort wo am Abend zuvor die Köche ihre Arbeitsfläche hatten, war am Morgen das Frühstücksbuffet aufgebaut Es gab reichlich Auswahl. Sogar eine heiße Platte und Teig für Pancakes sowie Crêpe stand bereit. Zum Abschluss meines Frühstücks machte ich mir noch zwei Pancakes. Das ist nämlich Self Service. 

Es sollte ein sonniger Tag mit Bewölkung werden – meinte die Wettervorhersage. Es war dann eher bewölkt mit gelegentlicher Sonne. Auf alle Fälle war es gefühlt deutlich kühler wie die Tage zuvor. In der Box verkriechen ist nicht! Warm eingepackt machte ich mich auf einen Spaziergang am Vormittag. Am Ende gab es einen Kaffee und eine Süßspeise.

In meiner Box machte ich die Planung für die nächsten Tage und buchte für zwei Tage eine Unterkunft in Pinhão. Für den Weg am nächsten Tag dorthin legte ich damit gleichfalls einen Plan bereit. 

Am Nachmittag erfolgte nochmals ein Spaziergang durch Coimbra. Dabei entdeckte ich den Bahnhof. Dieser ist verschlossen gewesen und selbst die Gleise hatten schon gefehlt. Könnte ein Lost Place werden. Coimbra hat für den Nahverkehr auf Metrobusse umgestellt. Alle Busse fahren rein elektrisch! Der Bahnhof wird ersetzt werden durch eine Busstation, die hinter dem Bahnhof im Bau ist. 

Mit der untergehenden Sonne bot sich auf Teile von Coimbra eine schöne Färbung der Gebäude. 😊

Das Abendessen war wieder im Bixos wie am Vorabend. Ich wählte das Ragú aus. Am Vortag hatte ich mit ansehen können, wie dieses zubereitet wird. Ein Pfännchen wird mit Nudelrollen gefüllt und darin kommt dann das Ragú (eine Fleischsoße ähnlich der Bolognese). Alles schön überbacken mit Käse.

Spaziergänge: ~14 Kilometer


26. Dezember – Viseu – Pinhão

Breakfast and go. Mit dem gesamten Gepäck hieß es wieder den einen Kilometer zum Auto laufen. Puh. Da macht sich das Gewicht schon bemerkbar. Die Tasche ist zwar als Rucksack tragbar aber eben doch kein richtiger Rucksack. 

Gestern war es noch bewölkt, heute ist strahlend blauer Himmel. Dafür ist es jedoch deutlich kälter geworden. Die Frontscheibe des Autos hatte eine leichte Eisschicht. 

Alles war im Auto verstaut und ich machte mich auf den Weg, Schon in der nächsten Straße kam ich an einer Tankstelle vorbei. Über den nächsten Kreisel ging es zurück um zu tanken. Der nächste Kreisel brachte mich danach wieder auf den eigentlichen Weg nach Viseu.

In der Innenstadt von Viseu gibt es nahe einem Einkaufszentrum einen kostenfreien Parkplatz. Dafür musste ich nur an zwei Straßenkreuzungen abbiegen und zuvor durch mind. 10 mehrspurige Kreisel fahren. Kreisel mögen die hier.

Nahe dem Parkplatz geht eine kostenfrei Standseilbahn hoch zur Altstadt. Nur halt nicht an diesem Tag. Damit durfte ich die steile Straße nach oben laufen. Ein paar Straßen weiter fand ich ein kleines, gemütliches Café – Simplesmente Bolo.

Dann machte ich mich auf um die Altstadt zu erkunden. Diese ist nicht all zu groß und war an diesem Feiertag nicht überlaufen. Viele Häuser sind in einem ordentlichem Zustand. Dazwischen befindet sich hin und wieder etwas verlassenes oder baufälliges. Viseu wurde mal als lebenswerteste Stadt Portugals bezeichnet. Das bedeutet jedoch scheinbar nicht, das alles glänzt. 

Am Ende des Spaziergangs bin ich wieder beim Simplesmente Bolo für ein Mittagessen gelandet. Für unter 10€ bekam ich ein ausreichendes Mittagessen mit Nachtisch und Kaffee. 👍

Auf dem Weg zum Auto passierte ich das Einkaufszentrum, das ich mir anschaute. Es hatten sogar fast alle Geschäfte auf.

Mit gutem Wetter fuhr ich weiter nach Pinhão. Natürlich in und um Viseu durch nochmals mind. 10 Kreisel. Auf dem Weg nach Pinhão fuhr ich die letzten 20 Kilometer am Fluss Douro entlang. Der Fluss, an dem viele bekannte Weingüter ihren Sitz haben. 

Da ich nach 16:00 Uhr dort ankam, konnte ich sofort mein Zimmer beziehen. Der Ort lag zwar bereits im Schatten, die Sonne war allerdings noch nicht völlig untergegangen. Somit unternahm ich einen Spaziergang im Ort. Wie sich herausstellte eher Dorf. Das herausragendste ist der Bahnhof mit seinen tollen Kachelbildern. 

Die Region am Douro ist die Weinanbauregion in Portugal. So war es nicht verwunderlich das ich bei meinem Spaziergang einige Läden mit (Port)Weinverkostungen sah. 

Abends unternahm ich nochmals einen Spaziergang um ein offenes Restaurant zu finden. Das einzige offene, das ich gefunden hatte war im Hotel The Vintage House neben dem Bahnhof. Hochpreisig, aber dafür bin ich satt geworden.

Der Weg zur Unterkunft war ziemlich frisch mit +2 Grad. Auf dem Weg zum Essen hatte ich schon das Gefühl, das bald die Gehwege hochgeklappt werden, zurück auf alle Fälle. Pinhão wird immer als der Ausflugsort am Douro genannt – im Winter ist dort nichts, gar nichts los.

Spaziergänge: ~10 Kilometer


27. Dezember – Pinhão

Der Blick morgens aus dem Fenster passt nicht zur Wettervorhersage. Blauer Himmel und Sonne den ganzen Tag. Was aber machten dann die Wolken, die bis fast zu den obersten Häusern reichten hier? Vielleicht wird es ja noch was. Erst mal Frühstücken. Dazu gab es ein kleines Büfett im Erdgeschoß und sogar ein frisch zubereitetes Spiegelei. Vermutlich bin ich der einzige Gast und daher das übersichtliche Büfett, bei dem es nichts auszusetzen gab.

Zwei Frauen saßen schon an einem Tisch und die Bedienung kam, nachdem ich meinen Kaffee bekam zu Ihnen. Ah, Locals. Es gesellten sich später noch zwei zu der Gruppe. Zumindest war ich so nicht alleine im Frühstücksraum, was manchmal komisch ist.

Und siehe da, während des Frühstücks verzogen sich die dunklen Wolken. Frische 0 Grad, blauer Himmel und Sonne. Da geht doch eine Wanderung. 

Durch den Ort ging es auf den Wanderweg PR20 den Hügel hoch. Links und rechts des Weges wird dieser von Hängen mit Weinstöcken begleitet. Alle bereits für das nächste Jahr geschnitten. Weiter oben kamen Olivenbäume hinzu. An den PR20 habe ich einen Teil des PR19 ab dem einen Dörfchen auf dem ersten Hügel angehängt. So ging es noch etwas weiter vom Fluss Douro weg in das Hinterland. 

Im Schatten waren manche Stellen noch mit Raureif belegt. Wo die Sonne schon den Boden wärmte, war dieser verschwunden. Insgesamt war es in der Sonne sehr angenehm. Das Thermometer stieg auf 8 Grad während der Wanderung. Was ich teils wärmer empfand. 

Unterwegs traf ich einen Winzer, der sich um seine Rebstöcke kümmerte und mir bei der Wahl des richtigen Weges half. Der PR19 und der PR20 sind zwar mit Markierungen versehen, diese aber nicht immer ausreichend und manchmal irreführend. Hilfreich waren auf alle Fälle die zuvor von der offizielle Seite der Region heruntergeladenen GPS-Strecken. Doch diese waren ebenfalls ungenau. Die Kombination aus beiden hatte zum gewünschten Ergebnis geführt.

Im weiteren Verlauf konnte ich immer wieder vereinzelt Personen sehen, die sich um die Olivenbäume kümmerten. Meistens ging es eher um die Ernte, einmal ums Holz machen.

Bevor ich wieder nach Pinhão kam, lief ich sogar an einer Orangenbaumplantage vorbei. Einzelne Bäume hatte ich zuvor schon gesehen, hier war es eine ganze Plantage.

Im Ort steuerte ich kurz vor der Unterkunft ein Café an. Einen Kaffee und etwas Süßes gab es zum Abschluss.

Frisch geduscht und ausgeruht machte ich mich auf zu einer Dorfrunde. Bei Sonnenschein sah der Ort nicht mehr ganz so trostlos aus. Die Bahn, Busse und Schiffe hatten zudem einige Tagestouristen gebracht, die den Ort belebten.

Bei der Dorfrunde kehrte ich im Quinta do Naval ein. Eine Käseplatte und zwei Portweine zum probieren wurden bestellt. Die drei Käsesorten waren von Ziege und Schaf, ohne deren intensiven Geschmack. Der Käse kam von einem lokalen Erzeuger, der nur an Geschäfte ausliefert und nichts zum allgemeinen Verkauf. Von den beiden Portweinen hatte mir der Tawny 10 Years deutlich besser geschmeckt wie der erste Late Bottled Vintage 2019. Beide von Quinta do Naval.

So gefüllt (die beiden Portweine genügten 😅) ging es in die Unterkunft zurück.
Relaxen und die Übernachtung für den nächsten Tag in Braga wurde gebucht.

Am Abend ging es auf die Suche nach einem Restaurant. Das eine, das Valedouro, das ich im Blick hatte, hatte nun geöffnet. Wobei eigentlich erst ab 19:30 Uhr und das wären noch fast 10 Minuten zu warten gewesen. Ich wurde sehr freundlich empfangen und bedient im fast leeren Restaurant. Während des Essens (Iberico-Schwein mit Kartoffeln und Gemüse) füllt sich das Restaurant vollständig. Es war somit gut gewesen, so früh dort zu sein.

Wanderung: ~13 Kilometer, ~600 Höhenmeter


28. Dezember – Guimarães – Braga

Ein freundlicher und kühler Morgen begrüßte mich. Zum Frühstück gab es wieder die leckeren, selbst gemachten Marmeladen (Feige und Süßkartoffel-Ananas). 

Da es ein Abreisetag war, wurde alles gepackt und in das Auto verfrachtet. Bei gutem Wetter fuhr ich bis nach Guimarães. Diese Stadt ist nicht besonders groß, hat für Portugal jedoch eine besondere Bedeutung. Hier wurde Portugal sozusagen vor ein paar Jahrhunderten gegründet. 

Beim Spaziergang durch die Altstadt gab es ein paar Gassen und mehrere Plätzen zu sehen. So wirklich interessant fand ich diese jedoch nicht. Die Burg und das Schloß fallen eher auf. Der Erbauer des Schloßes wollte es wohl warm haben und daher hat das Schloß, was von außen ein großer Block ist, ganz viele Backsteinschornsteine. Im Schloß war ich nicht, da mir die Warteschlange viel zu lange war. 

Nach der Erkundung fuhr ich weiter nach Braga, der drittgrößten Stadt von Portugal. Das Hotel liegt sehr günstig am Rand der Altstadt. So konnte ich nach dem Check-In direkt einen Spaziergang unternehmen. Hier war viel los an diesem Sonntag. Auf einem Platz gab es eine Musikgruppe, die mit mehreren Akkordeons, Kastagnetten und Gesang einen mitgehenden Rhythmus hervorbrachte. Es bildet sich ein größere Traube um diese Gruppe und sogar reichlich Paare darum, die dazu tanzten.

Im weiteren gab es einen Gitarrenspieler und einen ganzen Chor zu bestaunen. 

Im dunklen gab es wieder einen Spaziergang um die Beleuchtung der Straßen und Plätze zu bestaunen. Und natürlich für das Abendessen.

Spaziergang Guimarães: ~6,5 Kilometer
Spaziergang Braga: ~3,4 Kilometer


29. Dezember – Braga – Viana do Castelo

Im Vergleich zu den letzten Tagen gab es ein Frühstück in einem größeren Hotel. Aber: Eher enttäuschend. Die Auswahl an Brot und Brötchen war gut, die an Marmelade eher weniger. Nur eine Sorte und die abgepackt. 😕

Die nächste Überraschung war ein “Parkticket” am Auto. Sonntags und Feiertags sollte das Parken in der Nähe des Hotels kostenfrei sein. Ich hatte beim Check-In extra nachgefragt. Die Stadtpolizei sah das wohl anders.

Was soll es, ist nun mal so. Es begann eine Fahrt von einer dreiviertel Stunde bis zum Meer. Es sollte auf eine Wanderung gehen. Der Startpunkt ist in der Nähe von Esposende, dort wo der Rio Neiva ins Meer fließt. Die Wanderung begann sehr schön am Fluss bis zur Mündung ins Meer und dort entlang. 

Es folgte ein Schleife durch das Örtchen und nochmals am Fluss entlang bis es nach Süden in eine Gegend mit gelegentlichen Wäldchen ging. Im Ort kam ich an einem Gelände vorbei, wo ein Hund deutlich bellte. Der Besitzer kam aus dem Haus und sprach mich an – verschwand kurz und kam mit dem Schlüssel für das Tor zurück. Wir unterhielten uns, während der Hund seine Streicheleinheit bekam. Das Bellen war ein freudiges „da kommt jemand“.

Über die Dünen verlief der Weg fast komplett zurück. Das letzte Stück von den Dünen zum Örtchen war durch einen kleinen Wald. Der eigentliche Weg war schon fast zugewachsen. Der Übergang von diesem Weg zu einer Seitenstraße war ebenfalls nicht so einfach. Ohne Eile war diese alles kein Problem.

Am Parkplatz angekommen, gab es eine Überraschung. Da lies jemand sein Miniaturflugzeug fliegen.

Von hier waren es ungefähr 25 Minuten bis zum Hotel in Viana do Castelo. Eine Stadt an der Mündung des Lima in den Atlantik.

Bevor ich das Zimmer beziehen konnte wagte ich einen Spaziergang in der Stadt. Nun, das war im Grunde auch nötig, da ich für den Check-In zu früh dran war. Wie schon aus anderen Städten dieses Urlaubes kennen gelernt, war auch in Viana do Castelo in der Altstadt Musik zu hören. Hier waren es keine typischen Weihnachtslieder sondern Shakira mit Waka Waka oder Boney M mit Ra Ra Rasputin. Das mit dem sonnigen Wetter machte direkt Laune. 😀

Ein, zwei Cafés fanden sich während des Spaziergangs. Dann wollte ich zur Basilika Santa Luzia, die oben auf dem Hausberg thront. Zum bequemeren hoch kommen, gibt es einen Elevador de Santa Luzia – eine Standseilbahn wie die in Coimbra. Wie sich herausstellte wollte diese nur nicht an diesem Tag fahren. Somit nahm ich die über 680 Stufen zu Basilika zu Fuß. 

Abgesehen von der Basilika selbst, gibt es die Möglichkeit für einen Rundumblick von der Spitze der Basilika aus. Der Zugang kostete 2 €. Damit kann man dann den Aufzug nehmen um den größten Teil in der Basilika nach oben zu kommen. Da ich schon zu Fuß bis zur Basilika gelaufen bin, bin ich natürlich auch in der Basilika nach oben gelaufen. Am Anfang ist dies eine Treppe um den Aufzug herum bis zu einem Abgang. Ein paar weitere Stufen führten zu einer gemauerten und sehr, sehr engen Wendeltreppe. Zur Regelung gibt es sogar eine Ampel. Die Ampel war grün und ich konnte direkt weiter gehen. Das war schon nicht ohne. Aber dann kam noch eine eiserne Wendeltreppe. Am Ende der Treppe war ich dann am höchsten begehbaren Punkt der Basilika mit einer super Aussicht.

So wie ich hoch gekommen bin, ging es wieder über die ganzen Stufen runter in die Stadt. Dort machte ich keine weitere Runde, sondern bin direkt zum Hotel. Nun konnte ich mein Zimmer beziehen und duschen.

Für das Abendessen entschied ich mich für das Casa Primevera. Ein traditionelles Restaurant, bei dem man fast nur mit Portugiesisch weiter kommt. Hier gibt es frischen Fisch und Meeresfrüchte zu günstigen Preisen. Fisch muss man hier aber auch wirklich mögen. Der Kühlraum und die Küche sind auf entgegengesetzten Seiten des Gastraumes und so wurden oft Fisch und Meeresfrüchte von der einen zur anderen Seite getragen.

Nach dem Essen kam ich mit zwei anderen Gästen ins Gespräch. Wir unterhielten uns angeregt. Während ich in das Restaurant kam war vorne einiges besetzt und hinten, wo ich einen Tisch zugewiesen bekam fast leer. Während des Essens und der anschließenden Unterhaltung füllte sich das Restaurant komplett. Es war deutlich zu sehen und hören, das die Mehrheit aus der lokalen Bevölkerung kam. 

Wanderung: ~9,5 Kilometer
Spaziergang: ~9 Kilometer


30. Dezember – Porto

Das Frühstück in dem Hotel in Viana do Castelo war zumindest für mich nichts besonders. Für jemanden mit mehr Interesse an Fleisch und Käse zum Frühstück wäre es bestimmt anders. Satt geworden bin ich zumindest.

Bei einem Gespräch am Vorabend nach dem Essen, wurde ich auf den nahen Strand aufmerksam gemacht. Bei strahlender Sonne fuhr ich vom Hotel auf die andere Seite des Flusses und war schon am Strand. Dieser teilt sich auf zwei Bereiche auf. Der erste, ein nicht all zu großer Sandstraße liegt mit Blick auf die ein- und ausfahrenden Schiffe sowie der gesamten Hafenanlage.

Den Strand, der leer war, hatte ich schnell hinter mir. Es waren ein paar Meter auf einem festen Weg bis zum Ende der Bucht. Dort nach links, beginnt der eigentlich interessantere Sandstrand. Viel länger und mit genügend Wellen für die ganzen Surfer, die schon früh morgens im Wasser waren. An diesem Strand und in den Dünen dahinter sind mehrere Surfschulen.

Durch die Dünen, auf einem festen Holzsteg, ging es zurück bis fast zum festen Weg vom Anfang. Über diesen Weg kam ich anschließend zum Parkplatz.

Kaum eine halbe Stunde später war ich in Fão bei Esposende. Hier unternahm ich einen Spaziergang beginnend im Mündungsbereich des Rio Cávado zum Meer. Auf der östlichen Seite der Landzunge ist der Weg ein Bohlenweg durch das Marschgebiet und geht später durch Dünen. Auf der westlichen Seite, brandeten die Wellen des Atlantiks gegen den Sandstrand. Diesem folgte ich bis zu drei markanten Hochhäusern am Strand. Den Strand verließ ich und lief die dort befindliche Straße entlang bis ich wieder beim Auto war.

Es folgte die letzte Fahrt mit dem FIAT. Ziel war der Autovermieter in der Innenstadt von Porto. Vor der Abgabe tankte ich eine Straße weiter das Auto voll. Zur Abgabe zeigte die Anzeige jedoch das nicht vollgetankt wurde. Ich bestätigte, das ich voll getankt habe, bis die Automatik es beendete. Das wurde dann akzeptiert. Bei der Abgabe zahlte ich die bis dahin erfassten Mautgebühren. Die Rechnung für die Mautgebühren dieses Tages sollte ich später erhalten.

Mit dem ganzen Gepäck machte ich mich sodann auf zur nächsten Metrostation. Das sollte doch hoffentlich wieder wie in Lissabon funktionieren. Ähm, hat’s dann doch nicht. Hier waren die Authorisierungsterminals nicht gleichzeitig eine Sperre zu den Bahnsteigen. Die stehen gefühlt in der Mitte ohne Schranke. Ok, Karte drangehalten und es leuchtete grün. Alles ok –  ab zum Bahnsteig. An der Station Bolhão steig ich aus. Kaum war ich aus der Metrostation stand ich auf einer der Hauptflaniermeilen. Und nicht nur das, diese war voll mit einer Menschenmenge, die ich so nicht mehr gewohnt war. 

Zwei Straßen weiter kam ich zu meiner Unterkunft. Für einen Tag wieder eine Zero Box. 😀 Diese ist etwas größer wie in Coimbra, wobei das gesamte Hotel größer ist. Im obersten Stockwerk gibt es einen Frühstücksraum, einen Kinoraum mit Beamer und ganz oben eine Rooftop Bar und zwei Wassertanks in denen man Baden darf. Wer es wärmer mag, kann im zweiten Stock in die Sauna. 

Die Box wurde bezogen, um danach ein Café für eine Kleinigkeit auf zu suchen. Zum Café gab es ausnahmsweise ein Crêpe mit gesalzenem Karamell.

Es folgte ein Spaziergang durch das dunklere Porto bis auf eine der bekannten Brücken – die Ponte Luis I. Diese betrat ich mit ganz vielen anderen auf der obersten Ebene. Dort, wo auch die Metro entlangfährt. Wenn diese dort unterwegs ist, ist es auf der Brücke zu spüren. Ist irgendwie ganz lustig. Ist keine Metro in Sicht, wird einfach die gesamte Brückenbreite von den Fußgängern in Beschlag genommen. 

Oben, ist man gut 60 Meter über dem Fluss und hat eine tolle Sicht. 

Back in the box. Eine ausgiebige Dusche und das Begrüßungsbier taten richtig gut. Für das Abendessen entschied ich mich für das o Carniceiro im Hotel. Der Name ist Programm. Fleisch! Das Steak sucht man sich beim Metzger aus. Da ich offen war für einen Vorschlag, fragte er ein, zwei Sachen und präsentierte dann zwei Steaks. Für eines, eine Art Ribeye ohne Knochen entschied ich mich. Medium mit einem leckeren Salat dazu war das ganze Abendessen, was lecker und völlig ausreichend war.

Spaziergänge: ~9,5 Kilometer


31. Dezember – Porto

Am morgen krabbelte ich aus meiner Box. Einen Stock höher gab es das Frühstück. Das Frühstücksbuffet war umfangreich und in einer Küche aufgebaut. Das hatte dadurch eine sehr relaxte Atmosphäre. 

Da nur eine Übernachtung in der Zero Box gebucht war, wurde alles gepackt. Die große Tasche und einen Rucksack deponierte ich in einem Locker – Locker 42. 😀

Der Bahnhof Sao Bento liegt mitten in der Altstadt. Von Außen gar nicht so sehr als Bahnhof zu erkennen. Vor allem nicht durch die Baustelle davor. 😅 Der Bahnhof selbst hat eine tolle Halle mit ganz vielen Kachelmotiven. Das lohnt sich alleine deswegen in den Bahnhof zu kommen. Hauptgrund für mich war allerdings der Zug nach Espinho.

Am Schalter bekam ich das Ticket und die Info, das der nächste Zug in 40 Minuten abfahren wird. So war noch Zeit für eine kleine Runde in Porto. Der Zug stand bereits, als ich wieder im Bahnhof war. So konnte ich direkt einsteigen. Die Sitzrichtung war zum Tunnel, denn der Bahnhof ist ein Sackbahnhof. 

Etwas verwundert war ich einige Minuten nach der Abfahrt. Der Zug fuhr in die falsche Richtung. Ah, er muss erst nach Norden zum nächsten Bahnhof um dann nach Süden fahren zu können.

In Espinho suchte ich einen Weg vom Bahnhof zum Strand und auf dem Weg ein Café für einen Stopp. Die Wanderung des Tages sollte von Espinho nach Porto gehen und zwar immer an der Küste bzw. später am Douro entlang.

Bis zur Douro-Mündung waren es ungefähr 15,5 Kilometer. Der Weg dahin war fast immer ein Bohlenweg. Meistens durch die Dünen, nahe am Meer. Je näher ich Porto kam, desto größer wurden die Gebäude. Gefühlt bin ich an einer einzigen Stadt entlang gelaufen. Nur selten war es ein Stückchen zwischen zwei Orten. Die Abschnitte bei den Orten waren/sind beliebt für Spaziergänge und bei Joggern.

Grob in der Mitte meiner Tour machte ich an einer Strandbar halt. Zeit für einen Mittagssnack. 

Es ging weiter bis zur Douro-Mündung. Ab dort konnte man schon die erste der markanten Brücken von Porto sehen. Am nördlichen Ufer lief ich bis zur Brücke Ponte Luis I, die ich vom vorherigen Abend schon kannte. Dieses Mal überquerte ich die Brücke auf dem unteren Teil, auf dem auch Autos fahren können. (Und affige Motorradfahrer ☹️)

Am anderen Ufer überraschte ein Chor, der neben der Brücke sein Bestes gab. 👍

Es lies sich dann nicht vermeiden den Weg nach oben anzugehen. Dazu nahm ich die Treppe, die gegenüber der Brücke liegt.

Nur noch durch die Altstadt bis zum neuen Hotel für die nächsten Tage. Dabei kreuzte ich den zentralen Platz, auf dem eine Bühne aufgebaut war und ein Soundcheck durchgeführt wurde. Das Wummern der Bässe hörte ich bereits ein paar Straße vorher. 

Einchecken nach einer zügigen ~23,6 Kilometer Tour. 😅 Den Rucksack brachte ich ins Zimmer im 6. Stock. Ja, ich nahm den Aufzug. 😅 Das Zimmer für die nächsten Tag ist klein, hat jedoch eine große Dachterrasse und von dort eine gute Hörmöglichkeit auf das Konzert, das um 22:00 Uhr beginnen sollte.

Bevor ich unter die Dusche verschwinden konnte musste ich allerdings meine Tasche und den zweiten Rucksack aus dem Locker holen. Nochmal ein paar Straßen durch die Altstadt zur Zero Box und zurück.

Zum Abendessen wollte ich in den Time Out Market am Bahnhof. War ich auch, nur war das kurz vor dem Schließen, weshalb es nur noch Snacks gab. Daher bin ich durch die Altstadt bis ich ein Lokal fand, das mir zusagte.

Auf dem Rückweg zum Hotel kreuzte ich den noch fast leeren Platz vor der Bühne. Ein Stand mit Getränken hatte schon auf. Daher konnte ich mir ein Cider mitnehmen.

Viel später versuchte ich auf den Platz zu kommen. Einerseits der Musik wegen, andererseits wegen dem Feuerwerk. Kaum aus dem Hotel heraus, war ich in der Seitenstraße schon in einer großen Menschenmenge. An der nächsten Kreuzung gab es eine Polizeikontrolle zum Platz. Zum Platz kam ich jedoch nicht. Nach der Kontrolle vielleicht max. 50 Meter und dann ging nichts mehr. Also zurück zum Hotel.

Auf der für Hotelgäste frei zugänglichen Dachterrasse waren bereits reichlich Hotelgäste. In der Bar bestellte ich mir einen Wein und verzog mich dann auf meine Dachterrasse neben der allgemeinen. Die Gäste aus den drei Zimmern nebenan waren bereits auf ihrer Terrasse. Ist so gesehen schon Luxus mit der Dachterrasse. 😀

Und dann kam von der Straße unten ein lautes herunterzählen (in portugiesisch) …. 3 ….2 ….1 🎉

Das Feuerwerk und die Laser kamen von der Stadthalle am Ende des Hauptplatzes. Auf genau diesen Turm der Stadthalle hatte ich einen guten Blick. Es gab ein sehr ordentliches Feuerwerk. 👍

Später startete ich einen erneuten Versuch zum Platz und dieses Mal kam ich auch auf ihn. Was ich nur hören konnte vor Mitternacht war das Konzert von Clã. Jetzt nach Mitternacht war es Nininho Vaz Maia. Beide wohl in Portugal sehr bekannt. Clã fand ich besser und Nininho Vaz Maia agierte mir zuviel (in portugisiesch) mit dem Publikum. Zwei Lieder hörte ich mir an und bin dann zurück ins Hotel.

Der Schlaf war so naja. Da das Hotel in der Seitenstraße zum Platz liegt, war das Konzert trotz geschlossenem Fenster sehr gut zuhören. Nach dem zweiten Sänger begann um 2:00 Uhr dann die Vorstellung der Beatbombers (zwei DJ’s) – soviel zum ruhigen Schlaf. 😂

Wanderung: ~23,6 Kilometer


01. Januar – Porto

Guten Morgen! Wieso ist es noch so dunkel? Ah, es hatte geregnet und es ist durchgehend bewölkt. 

Für das Frühstück konnte ich mir einen Zeitslot auswählen und der war der zweite. Mh, so im Nachhinein zumindest für den ersten Januar keine gute Idee gewesen. 😂 Der Kaffee wird’s schon richten.

Der Vormittag wurde eher relaxt angegangen. In Ruhe die Zeitung durchgehen, bevor es auf eine gemütliche Runde durch die Altstadt ging. Gemütlich im Sinne der Laufgeschwindigkeit, denn der Nieselregen und Wind waren weniger gemütlich.

Es hatten für einen 1. Januar relativ viele Geschäfte offen. Die gesamte Runde endete mit einem Mittagessen im Time Out Market mit einer Fischsuppe und dem anschließendem kurzen Weg zum Hotel. 

Eine Podcast Folge später machte ich mich nachmittags erneut auf. Es regnete nicht mehr und der Wind blies weniger kräftig. Beim Gang auf der Brücke Ponte Luis I kamen ein paar Windstöße und zerzausten das Haar ordentlich. Von der anderen Seite boten sich mehrere Blick auf die gesamte Brücke. 

Über die Brücke und verschiedene Straßen kam ich wieder am Hotel an. Am Beginn dieser Tour und am Ende kreuzte ich den Hauptplatz. Auf der Bühne spielte ein klassisches Orchester. 

Das Abendessen war im Honest Greens José Falcão. Leckeres Hühnchen mit einer Limonen-Senf-Soße, Salat und Brot war die Hauptspeise; ein Schokoball mit Espresso die Nachspeise.

Spaziergänge: ~10 Kilometer


02. Januar – Porto

Das Wetter mag nicht mehr so wirklich besser werden. Stark bewölkt.
Beim Frühstück war mehr los wie am Vortag. Da werden wohl die meisten früher ins Bett gegangen sein.

Irgendwann am Vormittag bin ich auf einen Spaziergang los. Heute ein wenig an den östlichen Bereich der Altstadt orientiert bis hinunter zum Douro. 

Die Markthalle hatte ich schon vorher gesehen, da war sie nur geschlossen. Wo sie an diesem Werktag offen war, bin ich hinein. Diese Markthalle ist keine komplette Halle. Es ist eher ein mehrstöckiges Gebäude mit sehr großem Innenhof. Mehrstöckig ist es, da es einen kompletten Straßenzug lang ist und dieser eine Hanglage hat. Der eigentliche Innenhof ist fast vollständig überdacht. Allerdings auf der untersten Ebene und nicht komplett über das Gesamtgebäude. Hier gibt es alles von Fisch und Fleisch über Obst, Käse und, und, und…. In der Galerie (1. Stock), welche offen zum Innenhof ist, gibt es Kunststände und Restaurants.

Nach so einer Besichtigung ist Zeit für einen Kaffee. Simply Coffee Aliados. Da gibt es nicht nur Kaffee, sonder sogar noch die Info, was es für ein Kaffee ist. 

Auf einem langen Weg zum Fluss hinunter über Treppen hatte ich ein schönes Wandbild entdeckt. 👍

Vom Douro hoch habe ich den Funicular dos Guindais (Standseilbahn) genommen. Die Standseilbahn ist im unteren Bereich sehr steil und im flacheren oberen Bereich in einem Tunnel. Ganz witzig, vor allem aber eine bequeme Art nach oben zu kommen.

Für das Mittagessen war ich wieder im Time Out Market, da dies auf dem Weg zum Hotel lag. Im Hotel wurde gerade mein Zimmer gemacht. So bin ich ein paar Meter weiter zum Alice in Brewland. Lecker Kaffee in einer relaxten Atmosphäre.

Nur für das Abendessen verlies ich das Hotel als es dunkel war. Einmal um die Ecke; könnte sogar unter meinem Zimmer sein; war ich angekommen. Buga Ramen. Dort bin ich in den letzten Tagen schon öfter vorbei und nun zum Essen rein. Es gibt dort zwei Ramen Restaurants nebeneinander. Das Buga ist so typisch nach dem japanischen Anime gestaltet. Bunt. Eine Suppe (Ramen) und einen Ginger-Lemon-Tee bestellte ich. Das war alles ziemlich schnell bei mir, da es für portugiesische Verhältnisse noch früh für das Abendessen ist – ergo kaum war los.

Spaziergang: Dürften ein paar Kilometer gewesen sein. Das Tracken hatte ich nicht aktiviert, da ich eigentlich nur um die Ecke wollte. 🙃


03. Januar – Porto und Heimreise

Abends und über Nacht machte sich die in den letzten Tagen leicht angekündigte Erkältung voll bemerkbar. 🫤 Der Saum der Decke und das Kopfkissen waren feucht, da ich Nachts wohl geschwitzt hatte. 

Es gab damit keine letzte Runde in Porto. Statt dessen bin ich später zum Frühstück. Dort nahm ich dann noch einen Kaffee mit auf das Zimmer und machte es mir gemütlich, nachdem die Tasche gepackt war. Gaaaanz gemütlich. Im Grunde habe ich den Vormittag verschlafen. 😅

Der Check-Out war easy. Mein gesamtes Gepäck konnte ich in einem abgeschlossenen Raum deponieren. Nur mit der Kamera in der Hand bin ich los für ein Mittagessen oder sowas in der Art. Mich hat es zum Honestly Green geführt. Da war kurz vor 12:00 Uhr noch Frühstücks-/Brunchzeit. Aus dem Angebot wählte ich einen XL (griechischen) Joghurt mit Früchten. Was ich bekam, war eine mehr als ausreichende Portion und typisch für das Lokal lecker und toll angerichtet. 

Am Hotel schnappte ich mir mein Gepäck und bestellte ein Uber. Gerade einmal eine Minute musste ich warten bis das Elektroauto (BYD) da war. Es war eine angenehme und ruhig fahrt zum Flughafen. 

Ja, zu früh. Das war mir durchaus vorher schon bewußt. Den Check-In hatte ich nach dem Abendessen am Tag zuvor erledigt, womit ich am Flughafen nur noch meine Tasche abgeben musste. 

Auch die Sicherheitskontrolle war schnell hinter mich gebracht. Im Abflugbereich fand ich auf einem der Liegestühle einen Platz um zu dösen (ohne ganz einzuschlafen). Daneben hatte ich am Flughafen Zeit für diesen Reisebericht.

Ah, es gab zum Abschied selbstverständlich noch einen Kaffee und ein Pastel de Nata. 😀


Resümee

Dieser Urlaub war für mich eine ganz neue Erfahrung. Ein zweiwöchiger Städtetrip. Normalerweise bin ich eine, die eher auf Wanderungen oder Trekkings unterwegs ist. Da kann dann mal eine Stadt dabei sein. Aber zwei Wochen fast nur Städte…..

Kurz gefasst – brauche ich so nicht erneut. Die Beleuchtungen zu Weihnachten in den Städten waren toll. Gerade in den größeren gab es immer eine Straße oder einen Platz mit einer Kombination aus Musik und Beleuchtung. Und in den Altstädten waren oft Lautsprecher, mit denen die Gassen mit Musik beschallt wurden. Meistens was Weihnachtliches aber nicht immer.

Zwei Wanderungen gab es immerhin. Die eine durch die Weinberge. Die Rebstöcke waren alle ohne Blätter und meistens schon gestutzt. Die Olivenbäume und manche Orangenbäume brachten etwas Farbe in die Landschaft. 

Bei der zweiten Wanderung war es eine am Meer entlang. Schön auf einem Bohlensteg. Dieser gibt unmerklich nach, macht die Wanderung dadurch jedoch angenehmer. Auf der einen Seite gab es immer die Brandung zu hören und oft zu sehen. Die landeinwärts gewandte Seite war weniger interessant. Es gab nur wenig Landschaft zu sehen. Dafür viele einfach Häuser und je näher Porto kam, desto größer und moderner wurden diese.

Es gab noch zwei weitere Touren am Meer, die als Wanderung durchgehen könnten, die ich jedoch sehr gemütlich gelaufen bin und daher nicht so wirklich als Wanderung einstufe. Beide Bei Esposende und ganz angenehm.

Für mich wird ein erneuter Portugal Urlaub eher mit Wanderungen im Norden oder an der Algarve verbunden sein. Es wird sich zeigen….


Fotos: Bei den Fotos habe ich mich bewusst für eine etwas blassere Gestaltung entschieden. Das Wetter bot in den zwei Wochen alles. Von Temperaturen unter 0 Grad bis zu 16 Grad, windstill bis stürmisch, bewölkt, Regen und dann auch wieder blauer Himmel mit strahlender Sonne. Durch die blassere Farbwahl ergibt das innerhalb des Berichtes über alle Fotos einen etwas ruhigeren Eindruck, als es in Farbe, Grau und strahlend oder Trist wäre.


Sonstiges

Pastel de Nata oder gerne in der Mehrzahl Pasteis de Nata – Portugal ohne geht nicht. 😁  Kleine Leckereien, die gerne zu einem Kaffee genommen werden. Hach, werde ich die wieder vermissen. Kennengelernt hatte ich sie schon auf Madeira. Mit den Pasteis de Belem gab es in diesem Urlaub das Original. Von Belem aus eroberte sich diese Süßspeise das Land.

An Bacalhau kommt man in Portugal ebenfalls nicht wirklich vorbei. Das ist ein typisches portugiesisches Fischgericht. Wobei es sich bei dem Fisch um Stockfisch, hauptsächlich von den Lofoten und Vesterålen handelt. Diesen konnte ich in Norwegen schon vor vielen Jahren dort essen und im nächsten Jahr (2027) wird es auf diese zwei Inselgruppen erneut gehen. Also dahin, wo der Bacalhau herkommt.

Das zweite, was es überall gibt, sind Fliesen. Nicht die üblichen, sondern welche mit Motiven bzw. welche, die größere Motive ergeben. Viele Hauswände sind komplett verfliest. In Pinhão und Porto gibt es die Bahnhöfe und in Porto eine Kirche, die mit Fliesenbildern ganze Geschichten erzählen.


In Short…

Lissabon hat ein paar nette Ecken zu bieten. Die verschiedenen Aussichtspunkte (Miradouro …) gaben einen guten Blick über die Stadt. Dazu bedarf es gar nicht die scheinbar über alles thronende Burg. Der Miradouro da Senhora do Monte bietet bereits eine sehr umfassend Übersicht.

Apropo Miradouro – davon gibt es reichlich. Was bedeutet, das man in Lissabon immer am Rauf- und Runtergehen ist. Mit etwas Kondition kein Problem. Aufpassen bei nassem Wetter sollte man dennoch. Die meisten Wege sind mit kleinen Pflastersteinen belegt. Daher teils rutschig, auf der anderen Seite immer wieder schön zu betrachten; zumal oft Muster oder Motive eingearbeitet wurden.

Mit Metro, Bahn und Tram kommt man gut durch die Stadt. Die Metro, wie die alten Trams sind, nett ausgedrückt historisch. Da wackelt es, quietscht und ist allgemein laut. Eine Tour mit einer der alten Straßenbahnen sollte auf alle Fälle eingeplant werden.

Peniche ist eher was für Surfer. Die Stadt lohnt sich nicht wirklich für einen Stopp. Ich jedoch wollte keine langen Strecken in diesem Urlaub fahren und fand dies als guten Stopp. Zumal im Winter die dortigen Übernachtungspreise in den Großhotels günstig sind. 

Obidos kann von Peniche aus in 20 Minuten per Auto erreicht werden. In Kombination kann so die Altstadt dort besucht werden und in Peniche ein Strandspaziergang folgen.

Coimbra ist eine Universitätsstadt. Es gibt eine Hauptgeschäftsmeile in der Altstadt. Damit hat es sich im Grunde schon. Wer mehr Zeit dort verbringen wird, schaut sich sicherlich den Botanischen Garten an oder unternimmt eine Paddeltour auf dem Fluss. Für mich genügte der eine Tag. Durch das Wetter und dem Feiertag (25. Dezember mit sehr vielen geschlossenen Geschäften/Cafés/…) machte es nur bedingt Laune die Stadt zu erkunden. 

Mit Pinhão erreichte ich einen der bekanntesten Ort der Weinregion am Douro. Oder sollte ich Dörfchen sagen? Im Winter ist hier nicht viel los und es hat auch nicht alles auf. Wenn während des Tages Tagesgäste mit Zug, Bus oder Bahn kommen, wird es belebter. Das war es auch schon. Interessant sind die möglichen Wanderungen in und durch die Weinberge.

Es folgten an einem Tag Guimarães und Braga. Guimarães wird als Gründungsort von Portugal angesehen. Daher war dies vor sehr langer Zeit einmal die Hauptstadt. Im Altstadtbereich gibt es viele kleine Gassen, Touristisch war es nicht überlaufen. Der nächste Ort, in dem dann wieder eine Übernachtung war, war Braga. Vom Namen her kennt das außerhalb von Portugal kaum jemand obwohl es die drittgrößte Stadt des Landes ist. Der Altstadtbereich ist ganz nett und war schön bunt beleuchtet. 

Meine nördlichste Stadt dieser Tour war Viana do Castelo. Die Stadt, gelegen am Mündungsbereich des Rio Lima besticht durch eine angenehme Altstadt. Nicht zu überlaufen und mit der Beleuchtung schön inszeniert gewesen. Von der Spitze der Basilika auf dem Hausberg gibt es einen Wahnsinns Ausblick. Fährt die Standseilbahn nicht und man möchte kein Auto nehmen, gilt es die Herausforderung der über 680 Stufen bis zur Basilika zu meistern. Der Strand bei Viana do Castelo ist in einer schön langgezogenen Bucht. Es gibt für Surfer Wellen und wer mag, geht schwimmen.

Den Abschluss machte Porto. Nach den Orten der letzten Tage war das ankommen dort fast ein Schock – so viele Menschen auf einem Haufen. Der interessante Teil von Porto, die Altstadt, ist kompakter wie in Lissabon. Es gibt ein paar schöne Ecken und herausgeputzte Häuserzeilen. Insgesamt gibt es in der Altstadt leider auch viele verlassene und mind. genauso viele verfallene Gebäude. Wenn es so weiter geht, könnte ein größere Teil der Altstadt als Lost Place vermarktet werden.



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Italien – Südtirol – Passeiertal – Oktober 2025

Die etwas andere Reise. Kein reiner Urlaub, sondern ein Bildungsurlaub soll es werden. Das Thema Resilienz soll dabei während Wandertouren im Passeiertal vermittelt werden. Das klang für mich wie eine gute Kombination und so wurde dies gebucht.

Zuerst überlegte ich im nahegelegenen Campingplatz in St. Leonhard mein Zelt für die Woche aufzuschlagen. Letztlich entschied ich mich dazu im Hotel Gurschler ein Zimmer mit Vollpension zu buchen, das es für die Seminarteilnehmenden vergünstigt gab. Meine Überlegung dabei war so morgens und Abends nach dem Seminar noch in geselliger Gemeinschaft zu sein.


12. Oktober – Anreise

Morgens um 9:00 Uhr wurde ich Zuhause abgeholt. Zu Dritt fuhren wir durch Deutschland und Österreich via Ötztal nach Südtirol. Gut 9 Stunden später waren wir an unserem Ziel, St. Leonhard in Passeier angekommen. 

Die Anmeldeformalitäten wurden schnell abgewickelt und das Gepäck auf die Zimmer gebracht. Bald befanden wir uns im Speiseraum, wo schon die meisten aus der Gruppe saßen. Es war Essenszeit und so gab es erst einen Salat. Es folgten ein paar weitere Gänge, bis wir gut gesättigt waren.

Im Anschluß gab es eine Informationsrunde und jede Person stellte sich kurz vor. 

Wir drei unternahmen noch eine kleine Abendrunde im Dorf. 


13. Oktober – Erste Tour

Zum Frühstück schaute bereits die Sonne vorbei. Zwar noch nicht bei uns unten im Tal, aber immerhin. Für das Frühstück gab es eine reichhaltige Auswahl. Aus dem was geboten wurde erstellte jeder nach dem Frühstück ein Lunchpaket für den Mittag.

Vor dem Hotel erfolgten ein paar Achtsamkeitsübungen und Spiele zum Kennenlernen bzw. Merken der Namen der anderen.

Gemeinsam gingen wir dann die erste Wanderung an. Durch St. Leonhard in Passeier hindurch errichten wir den östlichen Hang des Tales. Dort folgen wir einem mal mehr, mal weniger breiten Weg durch Felder und den Wald. Im Wald umgab uns der Duft des feuchten Laubes – Herbstwald. 😊

Bis zur Mittagspause in St. Martin in Passeier gab es unterwegs bereits mehrere Übungen zum Thema Achtsamkeit und Resilienz. Die Mittagspause war außerhalb des Orts in der ordentlich wärmenden Herbstsonne. 😀 🍂

Durch den Ort gelangten wir zum Café Platzl. Ein leckerer Latte Macchiato bei angenehmen Gesprächen war die Pause vor der nächsten größeren Lerneinheit. Diese erfolgte ein paar Meter weiter am Dorfhaus.

Nach dieser vorletzten Lerneinheit liefen wir zum Fluss und diesen immer entlang zurück zum Hotel. Dabei sollten wir in Zweiergesprächen über das Thema vom Dorfhaus sprechen. 

Angekommen am Hotel gab es noch einen Abschluß (Check Out) mit “wie war es”.

Es war reichlich Zeit für eine Dusche bis zum ausgiebigen Abendessen. Verhungern wird im Hotel Gurschler bei Klaus definitiv keiner. 😊

Wanderung: ~11,6 Kilometer, ~300 Höhenmeter


14. Oktober – Durch die Passerschlucht

Hauptthema des Tages war Achtsamkeit und Wertschätzung. Die Themen wurden in mehreren Einheiten während der Wanderung von St. Leonhard in Passeier durch die Passerschlucht bis Moos behandelt. Die Wanderung durch die Passerschlucht war gemütlich und bot schöne Blick auf den Fluss, der sich immer wieder wild gab. Kleine und größere Wasserfälle liefen in den Fluss, der selbst immer wieder mit Wasserfällen aufwarten konnte.

Vor Moos machten wir auf einer sonnigen Wiese unsere Mittagsrast. Es galt dann zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Am Ende sind wir alle das kurze restliche Stück bis Moos zur Bushaltestelle gelaufen. Die meisten hatten dann von dort den Bus zurück genommen.

Die Meisten, also nicht alle. Zu fünft liefen wir weiter und zwar auf dem Fernwanderweg E5. Gut 300 Höhenmeter lagen vor uns wir Stuls erreichten. Dort fand sich ein Café, bei dem es auch leckeren Kuchen gab. Mit Valerie teilte ich mir ein Stück Kastaniennusstorte.

Schon vor Stuls und einige Kilometer danach liefen wir auf einer zufahrtsbeschränkten Straße oder Wanderpfaden auf einer Art Höhenweg. Immer mit toller Aussicht auf die Täler um St. Leonhard. Das Thema für diesen Abschnitt war Optimismus. 

Dann hieß es den Abstieg in vielen Serpentinen und teilweise steileren Passagen zu nehmen. Wir kamen 10 Minuten vor dem Abendessen am Hotel an. Während andere dann mit einem Check Out des Tages begannen, verschwand ich im Zimmer und duschte erst einmal. 

Das Abendessen verzögerte sich etwas und so bekam ich doch noch das Ende des Check Outs mit und durfte meinen Beitrag leisten. (Wie war der Tag, was nimmst Du mit)

Das Abendessen war erneut reichlich und lecker. Aufgrund der größeren Wanderung kam es mir an diesem Tag gar nicht so üppig vor.

Wanderung: ~19,5 Kilometer, ~1000 Höhenmeter


15. Oktober – St. Anna Kapelle

Vom Frühstück gut gesättigt erfolgte vor dem Hotel der morgendliche Check In – Wie geht es, was erwartet man vom Tag. 

So dann begaben wir uns auf die Wanderung. Die meisten zumindest. Durch den Ort bis wir an einer Kapelle die Straße verließen. Ab diesem Punkt wurde es für die nächsten gut 1,5 Kilometer recht steil. Auf der anderen Seite konnten so schnell 200 Höhenmeter gut gemacht werden.

Ein paar, die sich dieses steilste Wegstück sparen wollten, traf wir dann. Zum Treffpunkt sind sie mit zwei Autos gefahren worden. Ab dort liefen wir für einige Minuten auf einem Wanderweg bergauf bis wir an einem Wirtschaftsweg ankamen. 

Von nun an liefen wir bis zur Kapelle St. Anna, welche neben der Pfistrad Alm steht auf dem Wirtschaftsweg. 

Oben angekommen gab es an der Hütte, die saisonbedingt schon geschlossen hatte, eine Resilienzübung vor dem Mittagessen.

Bevor wir den Rückweg antraten gab es eine längere Übung zum Thema Lebensplanung. 

Dann erfolgte der Abstieg. Nach grob zwei Kilometer verließen wir den uns bekannten Wirtschaftsweg und schlugen einen alternativen Weg nach St. Leonhard ein. Dieser Wanderpfad war wesentlich grüner und schöner zu laufen wie der Wirtschaftsweg. Die Sonne, die kurz vor unserem Aufbruch am Nachmittag hinter dem Berg verschwand war wieder zu sehen und wärmte uns erneut.

Der Wanderpfad endete an einer Straße, die uns in Serpentinen reichliche Meter nach unten brachte. Wir verließen die Straße um erneut einem Wanderweg zu folgen. Dieser hatte sogar ein paar Abschnitte mit Anforderungen durch den Weg über Fels. 

Am Ortsrand trafen wir auf eine Straße unterhalb der Burgruine, die über St. Leonhard thront. Wir folgten der Straße bis fast zur Ortsmitte. Dort trennte sich die Gruppe. Die, bei denen ich dabei war, liefen zu einem Eiscafé. Ein Nussknacker-Eisbecher und einen Espresso gab es für mich.

Noch ein paar Meter und wir waren wieder am Hotel. Es konnte sich nun jeder in Ruhe frisch machen. 

Vor dem Abendessen gab es die letzte Lerneinheit des Tages. Die Opferrolle war das Thema, das in zwei Aspekten in zwei Gruppen behandelt wurde.

Der Abend nach dem Essen endete in einer geselligen Rund mit einem Kartenspiel für mich.

Wanderung: ~12,7 Kilometer, ~700 Höhenmeter


16. Oktober – Meran

Heute gab zum Check In gleich ein kurzes Video zum Thema Empathie. Darauf sind wir zum Busbahnhof gelaufen, um mit dem Bus nach Meran zu fahren. Während der Fahrt galt es eine Übungsaufgabe zum Thema Empathie zu bearbeiten.

In Meran waren wir gut 50 Minuten später. Von dort ging es durch die Stadt bis zum Startpunkt der Wanderung. Einer Gasse folgten wir zum Duomo di San Nicolo (Stadtpfarrkirche St. Nikolaus Meran). Um diese herum erreichten wir die Treppe, die es hinauf zum Tirolersteig ging. Diesem weiter bergauf folgten wir zum Dorf Tirol. Vor Tirol machten wir für eine Übung im Burglehenpark halt. Ein schöner Park mit Sicht auf Meran. 

Eine Übung zum Thema Netzwerk folgte. Da es bereits nach 12:00 Uhr war, gingen wir direkt in die Mittagspause über und packten unsere Lunchpakete aus.

Im Dorf Tirol verließen wir den Wanderweg für ein Durchquerung des Dorfes. Wobei wir uns an der dortigen Kirche in zwei Gruppen trennten. Die, bei der ich dabei war lief bis zum Ende des Dorfes, um dort eigentlich in einem Café halt zu machen. Beim erste Café war kein Platz mehr und das nächste hatte geschlossen. So sind wir in ein Restaurant. Unter einem Kakibaum mit prallen gelben Früchten genoss ich meine kleine Portion Kaiserschmarrn und einen Espresso.

Es folgte ein steilere Abstieg am Dorfende über den Brunnenburgsteig. Ein Teil des Weges verläuft durch einen Stadtteil mit Hotels, die alle sehr großzügig aussahen und von ihren Terrassen, umgeben von Palmen und Bananenpalmen eine tolle Sicht bieten. 

Am Ende des Steigs nahmen wir die Tappeiner-Promenade. Eine schöne Spaziergangsstrecke, einem Höhenweg nicht ungleich, am Hang entlang. Sehr schön vom Weg und weiter Sicht auf und über Meran.

Das Ende des Weges waren ein paar Serpentinen um in der Nähe der Kirche wieder in Meran zu sein. Über ein paar hübsche kleine Gassen kamen wir zu einer größeren Straße mit Cafés. Wir hatten noch Zeit und kehrten in eines für ein Getränk ein.

Die letzten gut 900 Meter bis zum Busbahnhof legten wir zügig zurück um den Bus zu erreichen. Dieser fuhr ein paar Minuten nach unserer Ankunft ein. Die Fahrt dauerte gefühlt ewig bis St. Leonhard, wo es noch galt den Weg zum Hotel zurück zu legen. 

Vor dem Abendessen trafen wir uns in der ganzen Runde für einen Check Out des Tages.

Das Abendessen war wieder toll. Zum “Nachtisch” gab es von Klaus (dem Chef und Koch des Hotels) noch ein paar Lieder, die er uns vorspielte. Er war der Bandleader der Musikgruppe Die Psayrer. Ein durch die Liedtext und die Geschichten zu den Lieder vergnüglicher Abend.

Wanderung: ~10,5 Kilometer, ~330 Höhenmeter 


17. Oktober – St. Martin und zurück

Unsere Wanderung führte uns am Fluss entlang, Richtung Meran, bis zum nächsten Ort St. Martin. Auf dem Weg kamen wir an einem Biotop vorbei, durch das wir mit einer Übungsaufgaben liefen. Eine weitere Übung, diesmal zum Thema Vertrauen fand danach im Laufen auf dem Weg am Fluss entlang statt.

Es sollte ein Rundkurs werden, da die Sonne noch nicht im Tal war, liefen wir einfach weiter am Fluss bis St. Martin. Bis wir dort ankamen, war bereits das gesamte Tal im Sonnenlicht. In St. Martin liefen wir zum uns bekannten Dorfplatz um eine weitere Übung anzugehen. 

Der Rückweg erfolgte wieder am Fluss entlang. Auf ungefähr der Hälfte der Strecke machten wir Stopp für die Mittagspause. Im Anschluss an die Mittagspause kam die letzte Übungsaufgabe, zu der auch eine Auflistung der Themen der Woche gehörte und wo jedeR für sich ein Defizit sieht. Daraus sollte dann eine Idee entwickelt werden, wie dieses Defizit mit dem Gelernten in der nächsten Zeit angegangen werden kann.

Es folgte der weitere Weg bis zum Hotel. 

Am Hotel gab es ein Check Out und die Übergabe der Zertifikate sowie einem Kästchen mit Dankeskarten zum Verschenken. Ein Säckchen mit Bohnen und Anleitung bekamen wir bereits kurz nach dem Frühstück. 

Das war es dann mit dem offiziellen Teil des Bildungsurlaubs.

In zwei Gruppen liefen wir nacheinander zu einem Café. Ein Latte Macchiato mit einem Mango-Kuchen bestellte ich.

Mit Valerie lief ich danach durch das Dorf. Wir schauen in ein paar Geschäfte und ich mache ein, zwei Fotos.

Um 18:30 Uhr trafen wir uns alle zum letzten gemeinsamen Abendessen.

Wanderung: ~9 Kilometer


18. Oktober – Heimreise

Vor der Frühstück kaufte ich beim lokalen Bäcker ein Brot um Abends Zuhause nicht noch einkaufen zu müssen.

Nach dem Frühstück traten wir die Heimreise an. Wir fuhren wieder über das Timmelsjoch. Dort und die umgebenden Bergspitzen waren bereits mit weißen Hauben versehen. Bei klarer Luft um die 0 Grad eine sehr schöne Aussicht. 😀


Resümee

Es war Bildungsurlaub im schönen Passeiertal mit durchgehendem sonnigen Wetter. So machte das Wandern Spaß und die damit verbundenen Resilienz-Lerneinheiten waren eine gute Kombination. 

Vieles vom Lernstoff war mehr oder weniger bekannt, dennoch gab es immer wieder neue Aspekte, die hinzukamen. Verteilt auf die Tage kam die Menge an Lerninhalt allen gar nicht so viel vor. Bei der Übung am letzten Tag, an der alle Punkte betrachtete wurden, wurde die Menge an Lernstoff dann deutlich und überraschte alle.

Daneben nahm ich mit, das das Passeiertal zurecht als eines der schönen Täler Südtirols gilt. Der Tagesausflug nach Meran war eine gute Abwechslung und regte an dort irgendwann ein paar Tage zu verbringen.


#Italien #Italy #südtirol #southtyrol #passeiertal #stleonhard #sanleonardo #gurschler #bildungsurlaub #meran #canon #canonr #canonr35

Kanada – Alberta – Rockies und Kanutour – August 2025

Beim Durchschauen von Reiseangeboten entdeckte ich eine Reise in Kanada, die mir von der Beschreibung gefiel. Zum einen war ich bis zu dieser Reise noch nicht auf dem Kontinent Nord-Amerika und dann ist die Reise eine Kombination aus Wandern und einer mehrtägigen Kanutour.

In der ersten Woche geht es in drei Nationalparks innerhalb der Rocky Mountains. Banff, Soho und Jasper. Neben dem Wandern kann einmal eine Mountainbike Tour, einmal ein Pferdeausritt und einmal eine Wildwasser Raftingtour optional gewählt werden.

Die zweite Woche geht es auf Kanutour auf den Athabasca River. Vom Fluss soll es möglich sein viele Wildtiere zu sehen. Bei den Bären hoffe ich mal auf freundliche Zeitgenossen, die kein Interesse an mir haben werden. 😂 Eine mehrtägige Kanutour ist für mich neu und es wird sich zeigen, was meine Arme nach den Tagen davon halten werden.

Für Kanada wird eine eTA, eine elektronische Einreisegenehmigung gefordert. Das konnte ich über die Webseite der kanadischen Regierung einfach erledigen und die gewünschte Summe von 7 kanadischen Dollar wurden überwiesen. Anschließend gab es eine E-Mail mit dem Status approved und ein paar Daten der Registrierung. Mehr nicht.


Anfang August

Nach vielen erlebnisreichen Jahren mit Svarta hatte ich Anfang August 2025 meinen geliebten MINI abgegeben. Gut 105.500 Kilometer kamen in acht Jahren zusammen. Neben drei MINI Mountain Days waren dies u. a. Urlaube in Norwegen, Dänemark, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Schweiz, Italien und Andorra.

Somit war klar, das der Weg zum Frankfurter Flughafen und später zurück mit der Bahn erfolgen wird.

Ende Juli erhielt ich die E-Mail mit allen Unterlagen zur Reise. Mit den Angaben zu den Flügen buchte ich sofort Sitzplätze mit mehr Beinfreiheit. 😊 Bei meiner Größe ein muss für lange Flüge, das ich nutze wenn es geht.

Bei den Hinweisen des lokalen Anbieters fand sich folgendes:


Tiere
Bei unseren Touren sehen wir verschiedene große und kleine Tiere. Bären sind weder tollpatschig noch drollig, aber auch kein Grund zu dauernder Sorge. In den Nationalparks tolerieren sie friedlich die vielen Besucher, außerhalb der Parks respektiert man sich. …..

Soll das beruhigen? 😂


17. August – Anreise

Am Vortag erledigt ich den Check-In. Dabei wurde darauf hingewiesen über die App ArriveCan oder der offiziellen Website vorab die Einreiseerklärung zu erledigen. Hatte ich dann im Anschluss gemacht, in der Hoffnung es in Calgary einfacher zu haben.

Am Sonntagmorgen bin ich früh aus dem Bett. Die Regionalbahn wollte ich sicherheitshalber eine früher nehmen, falls die, die eigentlich genügen würde ausfällt. Doof nur, wenn die frühere zwei Stunden früher fährt. 🙃 So war ich dann schon um kurz nach 9:00 Uhr am Flughafen. 

Der Check-In-Schalter war fast gegenüber der Rolltreppe, die ich vom Bahnhof hoch kam. Ein Koffer hätte über die Gepäckabgabe abgegeben werden können. Meine Tasche sollte ich jedoch am Schalter abgeben. Kein Problem. Premium Economy hatte einen eigenen Zugang und der war frei (obwohl ich das nicht für den Hinflug gebucht hatte), womit ich direkt zu einem Schalter laufen konnte und mein Gepäck los wurde.

Somit war sehr viel Zeit am Flughafen bis zum Abflug zu überbrücken. Das ist mir mit Kaffee, Essen und Lesen gut gelungen. Am Gate gab es noch eine vergünstigte Upgrademöglichkeit. Es war überbucht und so versuchten sie Platz zu bekommen. Ich hatte so auf Premium Economy gewechselt. Neben zwei Mahlzeiten und freien Getränken gab es mehr Komfort. Sogar ein Set zum frisch machen inkl. Zahnbürste gab es.

Abflug 13:30 Uhr und Ankunft 15:30 Uhr. Rekordtempo mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit – schön wär’s. 😂 Durch die Zeitverschiebung war es dann doch ein 9,5 Stunden Flug. 15:45 Uhr lokaler Zeit landete der Flieger in Calgary. Die Art der Erfassung der Einreisedaten an Terminals war in dieser Art für mich neu. Da ich das Meiste bereits vorab über die App ArriveCan erledigt hatte ging es schnell. Jedoch musste ich dann doch noch zu einer persönlichen Kontrolle. Die Fragen ob ich Ware mit nach Kanada bringe und ob ich etwas verkaufen möchte hatte ich mit Ja beantwortet. Klar habe ich eine Kamera dabei und nein diese sollte nicht verkauft werden. Somit war es logisch, dass eine der beiden Frage nicht korrekt beantwortet werden konnte.

Die restliche Kontrolle verlief ohne Probleme. Die Bay, wo der Shuttle Bus halten sollte fand sich schnell. Im Gespräch mit bereits Wartenden kam heraus, dass der Bus bereits angefragt wurde.

Vor dem ersten Treffen der Gruppe lief ich einmal um den Block. Das Hotel liegt in einer Art Industriegebiet neben dem Flughafen. Spannendes gab es daher nicht zu sehen. Dafür wurde ich leider auf dem kurzen Spaziergang von Stechmücken heimgesucht. ☹️

Zurück im Hotel und frisch geduscht, trafen wir uns. Erst in der Lobby zum kennenlernen und danach zum Abendessen zu gehen. Dort lernten wir zum ersten Mal die Tagestafel kennen. Anne (Guide) schrieb auf einer Tafel den Ablauf des nächsten Tages und das Wetter auf. So war klar, was auf einem zukommen wird – sehr schön. 


18. August – Banff

Die Nacht war unruhig. Im Flugzeug hatte ich zum Teil geschlafen, aber nur zum Teil und dazu die Zeitverschiebung, was zu keinem durchgehenden Schlaf führte. Jetlag eben. Dennoch war alles nach dem Aufstehen umgepackt worden um relaxt zum Frühstück zu gehen. Sogar duschen hatte zeitlich noch gepasst.

Beim Frühstück lernen wir den jüngsten Teilnehmer der Gruppe kennen. Sein Flieger hatte Verspätung, womit er erst in der Nacht ankam. Mit einem Voucher gab es ein Frühstück im angrenzenden Restaurant. Unter den drei Möglichkeiten wählte ich die Crêpes mit Beeren, welche gut waren.

Im Anschluss an das Frühstück nahm ich meine Taschen. Abends zuvor hatte ich bereits das Zelt sowie alles zum Campen in einen eigenen Beutel gepackt. Das hieß nun mehr tragen, sollte später jedoch einiges vereinfachen. Alle Taschen kamen in den Anhänger des Busses und los ging es nach einer kurzen Ansprache von Anne.

Der erste Stopp war auf einem Aussichtshügel in Calgary mit Sicht auf die Hochhäuser und dem Stadion von Calgary. Etwas mehr wie eine Stunde später erreichten wir Canmore in den Rocky Mountains. Geld am Automaten abheben, Shopping und ein Kaffee beim Tim Hortens

Bevor wir weiterfuhren gab es eine Info zu Tim Horten. Ein ehemaliger Eishockeyspieler, der seine Backkünste zu einem Geschäft ausweitete. Dazu wurde eine Box mit Timbits herumgereicht. Kleine Gebäckkügelchen aus dem inneren von Donouts – klein und süß. 😊

Nicht mal eine halbe Stunde später erreichten wir den Campingplatz am Tunnel Mountain. Es erfolgte der Aufbau der Zelte und dann das Mittagessen. Sandwiches. Diese stellte sich jeder zusammen mit dem was geboten wurde. Ich nahm zwischen die Toastbrotscheiben Käse, Schinken, Tomatenscheiben, Salat und Maionaise. Wobei die Kanadier das Toastbrot als Brot bezeichnen. Aus deutscher Sicht eher verwirrend.

Damit wir uns an diesem Tag auch ein wenig bewegen, fuhren wir zum Lake Minnewanka. Ein Stausee, an dessen Rand ein Wanderweg existiert. Am und um den Parkplatz vor dem See war einiges los. Je weiter wir uns von ihm entfernten, desto ruhiger wurde es. Speziell ab dem Bärenwarnschild. Hier gab es eine Info zu Verhaltensregeln bei einer möglichen Bärenbegegnung von Anne. Für den äußersten Notfall hatte sie vorne und einer von uns am Ende ein Bärenabwehrspray. Ab diesem Punkt mit dem Infoschild war es auch nur erlaubt in Gruppen von mind. 4 Personen und nur mit Bärenabwehrspray unterwegs zu sein.

Begegnet sind uns unterwegs Erdhörnchen, Rehe, ein Eichhörnchen und einige Vögel. Keine Bären!

Auf dem Rückweg wagten ein paar aus der Gruppe ein Bad im kühlen See.

Zurück am Campingplatz begangen die Vorbereitungen zum Abendessen. Kartoffeln mit Sauercreme, Salat und gegrilltes Fleisch. Gekocht und gegrillte wurde über einem Holzfeuer.

Tour: ~7,2 Kilometer 


19. August – Banff

Es war gefühlt gar nicht so kalt am Morgen, auch wenn das vermutlich Thermometer nur einen einstelligen Wert anzeigte.  Es wurde ein großes Buffet aufgebaut. Ich nahm mir Porridge, das ich mit Blaubeeren und Erdbeeren pimpte. Zum Frühstück saßen wir wieder im Kreis um ein Holzfeuer. Wer fertig war stellte sich sein Lunchpaket zusammen. Dazu gab es alles für Sandwiches und dazu Obst.

Nachdem alle fertig waren, fuhren wir nach Banff. Ein kleines Städtchen, das bei Urlaubern sehr beliebt ist. Unser Ziel war der Busbahnhof um zwei Nachkömmlinge abzuholen. Durch den Streik von Canada Air hatten sie kurzfristig einem anderen Flug nehmen müssen. Nun waren wir in der Gruppe komplett und fuhren zu unserer ersten richtigen Wanderung.

Gestartet waren wir an der Gondelstation nahe Banff. Lange liefen wir stetig bergauf durch einen Nadelwald. Nach vielen Kilometern wurde es lichter und wir verließen langsam den Wald. Eine grasbewachsene Hügellandschaft lag vor uns. Nicht mehr weit war es bis zum Pass. Tolle Aussicht und ein schöner Platz auf einer Wiese war perfekt für unsere Mittagspause. 

Wie wohl üblich ging es den selben Weg zurück. Üblich, da es kaum Rundwege gibt in den kanadischen Rock Mountains. Was es jedoch gibt sind begrenzte Wildcampingplätze im Nationalpark. Diese müssen allerdings sehr weit im Voraus gebucht werden.

Im Abschluss an die Wanderungen fuhren wir nach Banff. Da es ein beliebter Ort ist, war einiges los. Während Anne Nahrungsmittel einkaufte, hatten wir Zeit für einen Gang der Hauptstraße entlang. Lange Merinounterhosen fand ich, um die kühlen Abende und Morgende gemütlicher zu haben. 

Ami (aus der Gruppe) und ich gönnten uns noch ein Beaver Tail mit Schokocreme und Pistazie. Vergleichbar ist dies mit Lángos.

Am Campingplatz war Zeit zum Chillen. Das Abendessen war Spaghetti mit Bolognese und Salat. Wie bisher immer am Campingplatz um das Lagerfeuer herum, saßen wir und aßen und unterhielten uns.

Wanderung: ~19,5 Kilometer, ~760 Höhenmeter 


20. August – Takakkaw Falls 

Der erste Campingplatzwechsel sollte an diesen Tag stattfinden. Zuerst aber Frühstück, das es mit gebratenen Speck, Rührei und Obstsalat gab. 

Wir fuhren bis zu einem Parkplatz bei Lake Louise. Auf dem Weg überschritten wir den Kicking Horse Pass. Damit gelangten wir in den Yoho-Nationalpark und zugleich von Alberta nach British Columbia. An einem Parkplatz stoppten wir kurz. Es gab dort die Aussicht auf die Spiral Tunnels. Eisenbahntunnel die Höhenunterschiede und Richtungen ausgleichen. 

Ein Gruppenmitglied wurde zu einem Veranstalter für eine Wildwasser Rafting Tour gebracht. Wir fuhren weiter bis zu den Takakkaw Falls, die mit 254 Meter die dritthöchsten Wasserfälle Kanadas ist.. Dort gab es zwei Viewpoints auf den tollen Wasserfall. Das war natürlich nicht alles für uns. Dies waren lediglich zwei frühe Stopps auf unserer Wanderung.

Ein wenig bergab und dann lange auf der anderen Talseite den Icefield Trail bergauf. Wieder hauptsächlich durch Nadelwald, gelegentlich gab es sogar Laubbäume. 

Die Baumgrenze war bald erreicht. Über ein Geröll- und Felsfeld liefen wir am Hang unterhalb eines Gletschers. Der Wind dort war durch den Gletscher ziemlich frisch. Nach gut 5,5 Kilometer erreichten wir einen kleinen See. Drei mutig sind in dem von frischem Gletscherwasser gespeisten See baden gewesen. 

Nach der dortigen Essenspause mit Sicht auf mehrere Gletscher ging es auf dem selben Weg zurück.

Wir fuhren zur Natural Bridge. Sightseen und kurze Tour. Währenddessen wurde unser Wildwasser Tourer von Anne abgeholt.

Danach holten wir unseren Anhänger, den wir am Vormittag abgestellt hatten, da mit diesem der Weg zu dem Takakkaw Falls nicht zu fahren ist. Nur ein paar Meter und wir waren schon am Campingplatz.
Während wir unsere Zelte aufbauten, bereiteten Anne und Uschi das Abendessen vor.

Wanderung: ~11 Kilometer, ~700 Höhenmeter 


21. August – Sentinel Trail und Seen

Wenn ich noch nicht wach gewesen wäre, hätte das Wuseln für die Frühstückszubereitung mich geweckt. Nachts war es schon kälter und das wurde es mit dem ersten Sonnenschein noch etwas mehr. Die Laune beim Frühstück hatte es uns aber allen nicht verdorben.

Es war zügiges Spülen und Abräumen angesagt um am frühen Morgen am Parkplatz zum Moraine Lake zu sein. Der Anbieter hatte für 2025 eine Berechtigung bekommen für den Zugang zum Parkplatz. Das machte es uns viel einfacher für den Start zur Wanderung, den wer nicht über einen Veranstalter dort hin möchte muss einen deutlich entfernteren Parkplatz aufsuchen.

Durch den Trubel am See ging es schnell zum Einstieg auf den Sentinel Trail. Der Wald in Seenähe ist dicht und eher von Nadelbäumen geprägt. Mit zunehmender Höhe wurde es lichter und die Nadelbäume wichen Laubbäumen. Ein schöner Wanderpfad brachte uns bis über Baumgrenze. Bald war ein Bergsee erreicht.

Am See konnten wir entscheiden ob wir dort bleiben möchten oder mit zum Sentinel Pass möchten. Wir wollten natürlich alle mit zum Pass. Über Serpentinen durch ein Geröllfeld erreichten wir den Pass bei bestem Wetter. Auf dem Weg vom See bis zum Pass sahen wir viele Erdhörnchen und sogar ein Murmeltier.

Das es auf dem selben Weg wieder zum Moraine Lake ging war für uns schon selbstverständlich.

Am See gab es für uns ein paar Optionen. Einige gingen zum Schwimmen im Moraine Lake, ein paar zum Café. Da war ich dabei. Auf dem Aussichtshügel Rockpile waren wir am Ende alle. Dort war einiges an Trubel aber für die Sicht über den in intensiven Blau leuchtenden See war es uns wert.

Eine nicht allzu lange Fahrt auf der wir einen Grizzly mit zwei Jungtieren und später noch einen Schwarzbären sahen war toll. Schon auf der Fahrt am Morgen sahen wir einen Grizzly mit zwei Jungbären dort. 😀

Am Lake Louise liefen wir nur ein paar Meter. Ganz netter See, uns aber schon etwas zu viel Trubel.

Die Fahrt zum Einkaufszentrum war wieder sehr kurz. Während unser Guide tankte und Lebensmittel einkaufte konnte wir die Shops erkunden. Ein schönes T-Shirt fand ich für mich. Dann gab es in einem Café einen Maple Canadiano (ESPRESSO, MAPLE SYRUP, WHITE CHOCOLATE, HOT MILK). Ganz ok, mir auf Dauer etwas zu süß.

Am Campingplatz hatte ich Glück, da fast alle Duschen frei waren. Am Abend zuvor war das ganz anders. 

Zum Abendessen gab es Reis mit einem Kichererbsen Curry und viel Gemüse.

Wanderung: ~12,5 Kilometer, ~740 Höhenmeter 


22. August – Jasper Nationalpark

Zum Frühstück gab es Pancakes mit Obst, Joghurt und selbstverständlich Ahornsirup. Nach zwei Nächten stand ein erneuter Campingplatzwechsel an. Ergo: Alles packen.

Die Fahrt nach Jasper erfolgte über den Icefield Parkway – eine der schönsten Straßen, behaupten viele. Es gab mehrere Stopps. Der Erste war am Bow Lake. Ein See mit einer schönen Spiegelung. In der Lodge am See gab es einen Kaffee und warme Zimtschnecken. 😀 Der Ursprung der Lodge lässt sich auf ein Ehepaar im 18ten Jahrhundert zurückverfolgen. Die Ehefrau war die erste kanadische Eiskunstläufern. Ihre Übungseisfläche war der zugefrorene Bow Lake.

Nur wenige Minuten später erreichten wir den Peyto Lake. Mit ein wenig Phantasie kann aus der Form des Sees ein Wolf erkannt werden. Hier lebte zur selben Zeit im 18ten Jahrhundert eine kanadische Koryphäe, der zum ersten Parkranger Kanadas wurde und damit Parkranger des weltweit zweiten Nationalparks (Banff).

Stopp Nummer drei war am Mistaya Canyon. Ein Fluss, der über Stromschnellen in einen schmalen Canyon fließt. Bei dem sonnigen Wetter ein schöner Platz zum genießen.

Am Howse Pass machten wieder danach halt. Es bot sich eine schöne Aussicht. Das besondere ist jedoch eher die Geschichte dazu. Der erste, der einen Weg von der Ost- zur Westküste suchen sollte, kam hier mit den Indigenen am Pass in Kontakt und respektierte ihre Weigerung über den Pass zu ziehen. So suche er drei Jahre lang einen anderen Weg. (Zumindest nach der Erzählung von Anne. Wikipedia ist da etwas anderer Meinung) David Thompson ist daher ein Kanadier, den jeder im Land kennt.

Dann gab es an einer fast 180 Grad Kurve einen Halt für die Aussicht auf das Tal aus dem wir kamen. Zusätzliche hatten wir Glück und konnten zwei Bighorn Sheeps sehen. 

Ganz ohne Wanderung geht es nicht und daher gab es später eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf den Saskatchewan Gletscher. Einer der Gletscher der zum Columbia Icefield gehört. Nach der Wanderung fuhren wir nur ein paar Minuten, um am Athabasca Gletscher zu stehen.

Dann aber war danach unser letzter Halt des Tages am Campingplatz vor Jasper. Da im Jahr zuvor durch mehrere Blitzeinschläge ein großer Waldbrand entstand, waren die letzten Kilometer eine Fahrt durch eine abgebrannte Waldlandschaft. Auch der Campingplatz war ursprünglich im Wald. War schon interessant mit dem Campen in solch einer Landschaft.

Abendessen: Chuckwagon Beans, wobei die Bohnen selbstverständlich in Mappe Sirup eingelegt waren.

Wanderung: ~4,4 Kilometer, ~250 Höhenmeter 


23. August – Maligne Lake, Bald Hills

An diesem Tag war es für Caro und mich ein schnelles Frühstück. Dann fuhr Anne uns nach Jasper um mich dort herauszulassen. Mit Caro fuhr Anne weiter zu einem Hof, damit Caro dort einen Pferdeausritt vornehmen konnte. Ich erkundete das noch verschlafene Zentrum von Jasper. In einem Café entdeckte ich Rhasperry White Chocolate Scones. Einer war dann mir. 😀

In Jasper gibt es ein paar Graffiti, die ich während meines Rundganges dort entdeckte.

Von Jasper wollte ich am Fluss entlang zum Campingplatz laufen. Das erste Stück ging durch einen abgebrannten Wald. Leicht gespenstisch mit den verkohlten Baumstämmen und dem frischen Grün am Boden. Den letzten Kilometer lief ich an der Straße bis zum Campingplatz, da ich spät dran war.

In der Gruppe fuhren wir zum Maligne Lake. Dort war es reichlich voll – Wochenende und gutes Wetter halt. Wir begaben uns auf die Wanderung zu den Bald Hills. Anfangs ein breiter Wirtschaftsweg und dann eine gekürzte Wegführung über einen Pfad, der steil und über Wurzeln verlief. Ab ungefähr der Baumgrenze wurde es wieder flacher. 

Oben auf der Spitze hatten wir ein paar neugierige Erdmännchen, die es auf unser Essen abgesehen hatten. Süß aber auch leicht nervig. Von dort oben gab es eine tolle Sicht auf den gesamten Maligne Lake und die umgebenden Berge der Rockies.

Zurück mal wieder auf dem selben Weg. Unten am See waren wir fast alle kurz im See baden. Das war sehr erfrischend. Es war sehr warm geworden im Tagesverlauf, der See jedoch immer noch sehr kalt. Es hat mich einiges an Überwindung gekostet in den See zu gehen. Einmal drin, ging es.

Zur Belohnung fuhren wir nach Jasper zu Scoops & Loops für ein Eis. Selbstverständlich ein Maple Walnut Eis und ein Freaky Monkey (mit Schokostückchen). 😋

Zum Abendessen gab es Cheeseburger. Die Buns vom Holzgrill und die Paddies mit Bacon aus der Gusseisenpfanne.

Tour am Morgen: ~7 Kilometer 
Wanderung: ~15 Kilometer, ~700 Höhenmeter 


24. August – Columbia Icefield

Heute konnte ausgeschlafen werden. Das Frühstück war eine Stunde später vorgesehen worden.

Wir fuhren zurück Richtung Lake Louise, bis zu einem Wanderparkplatz in der Nähe des Athabasca Gletschers. Wobei wir unterwegs an einem Wasserfall des Athabasca Rovers für ein paar Fotos stoppten.

Eine Wanderung halb im Wald, halb darüber brachte uns zu einer Wiese unterhalb des Wilcox Passes, mit Sicht auf drei Gletscher des Columbia Icefields. Ein toller Platz für die Mittagspause. 

Same way back und kurze Fahrt bis zum Columbia Icefield Center. Dort verabschiedeten wir uns von Caro und Jasper, den due beiden hatten nur die Wanderwoche ohne Kanutour gebucht. 

Während die beiden den Bus nach Calgary nahmen, fuhren wir wieder nach Norden, nach Jasper. Einen ganz kurzen Stopp zum Fotografieren gab es an den Tangle Creek Falls – ein in Kaskaden verlaufender Wasserfall. 

Dann hielten wir am Lake Annette bei Jasper. Baden. 😀 Nächstes Highlight war in Jasper erneut das Scoops & Loops für ein Eis aufsuchen. Ein Kids Double – zwei große Kugeln Eis. Da wir schon in Jasper waren hatten wir gut eine Stunde zum schlendern und shoppen. Am Jasper National Park Center fand ich ein paar Seifen und ein T-Shirt. Das Geld geht direkt an Friends Of Jasper und dient dem Wiederaufbau nach dem riesigen Waldbrand des Vorjahres. (Der Waldbrand im Jasper-Nationalpark in Kanada im Jahr 2024 erfasste eine Fläche von rund 36.000 Hektar und zerstörte dabei etwa 30 bis 50 Prozent der Stadt Jasper.)

Zum Abendessen am Campingplatz gab es Gnocchis mit Pilzen, Zucchini und Thunfisch aus der Pfanne.

Dann gab es auf dem Campingplatz fast neben unserem Platz noch einen Wildtierbesuch – eine Wapitihirschkuh graste gemütlich und zog erst sehr viel später weiter.

Wanderung: ~5 Kilometer, ~260 Höhenmeter 


25. August – Gregg Lake

Das Frühstück war wieder etwas später angesetzt. Da viel Zeit war, unternahm ich einen Spaziergang auf dem Campingplatz bis zu dessen Mitte. Dort ist ein Food Truck (war noch zu) und ein Bäckerwagen, bei dem bekam ich einen Kaffee, eine Zimt-Rum-Schnecke und ein Raspberry White Chocolate Scone.

Zurück am Platz war dann Frühstück angesagt. Die Zimt-Rum-Schnecke gab es und dazu noch Bagel (wurde am Lagerfeuer getoastet) mit Marmelade.

Es war Abreisetag – wieder mal alles packen. 

Wir fuhren bis Hinton um zwei weitere Personen für die Kanutour aufzunehmen. In Hinton hatten wir uns für die Kanutage zusätzlich ausstatten können. Einen Hut mit Schnur und ein Band für die Brille hatte ich für mich gefunden.

Es folgte eine Fahrt zum Campingplatz am Gregg Lake. Wir konnten direkt einchecken und bauten gleich unsere Zelte auf, bevor es Wraps zu Mittag gab.

Gesättigt begaben wir uns zum See für die Einführung zum Kanu paddeln. Gut 90 Minuten waren wir auf dem See mit jeweils zwei Personen pro Kanu unterwegs. Danach waren wir alle kurz im See baden.

Am späteren Nachmittag gab es eine Info, was für die Kanutour mitgenommen werden soll und was kann. Wasserdichte Säcke wurden für die persönlichen Sachen bereitgestellt und je nach Vorliebe gefüllt.

Zum Abendessen gab es kleine Kartoffeln, Salat und Steaks.

Am Lagerfeuer gab es dann S‘Mores – Marshmellows auf Schokolade zwischen Keksen. Lecker und ein schöne Sauerei. 😀


26.  August – Athabasca River

Ganz gemütlich startete der Tag. Zum Frühstück gab es ein typisch kanadisches Frühstück. Waffeln mit Ahornsirup-Würstchen. Ich habe mir die Waffeln mit Marmelade oder Ahornsirup bestrichen und die Würstchen links liegen gelassen.

Was nicht für die Kanutour benötigt wurde, kam in den Trailer und/oder Bus. So fuhren wir zum Ausgangspunkt der Kanutour nahe Hinton. Dort wurden wir schon von zwei Frauen erwartet, die bereits fast alle Kanus von einem Hänger geladen hatten. Es gab eine Info an alle, was hinter jedes Kanu gelegt werden sollte (Stühle, Isomatte, Zelte, persönlicher Sack. Nach einer Einweisung, wie die Boote zu beladen sind wurde noch allgemeines wie Essensboxen und Wasserkanister auf die Kanus aufgeteilt. Jedes Zweierteam durfte dann sein Boot packen.

Bevor es wirklich losging gab es eine Info zum Paddeln auf einem Fluss. Dann aber… 😀

Wir übten ein paar Manoeuvre, wie Raften (alle Boote im Fluss zusammen) oder das Anlanden. Bei den  erste Wellen war ich noch ein wenig unsicher, das verging später.

Zum Mittagessen rafteten wir und aßen Käsebrötchen mit Wurst, sowie Banane und süße Teilchen zum Nachtisch. Dabei gab es Limo.

Am Nachmittag lernten wir ein weiteres Manoeuvre um schnellere S-Kurven zu bewältigen. Danach ging es nur noch gut eine halbe Stunde weiter und wir landeten an einer Insel, um dort unser erstes Camp aufzuschlagen. Schön gelegen auf einem Sandstrand beim warmen, sonnigen Wetter. 

Es wurden die Zelte aufgebaut, Holz gesammelt und Kaffee gekocht. Einige gingen sogar im Fluss baden zur Abkühlung.

Abendessen: Beef Stroganoff mit griechischen Reisnudeln und Salat

Tour: ~38 Kilometer 


27. August – Athabasca River

Die Zelte waren leicht feucht am Morgen. Es gab ein gemütliches Frühstück am Lagerfeuer. Rühreier und Bacon, über dem Feuer getoastetes Brot, Butter, Marmelade, Käse, …. 

Als alle Gefrühstückt hatten, wurden die Zelte abgebaut und alles wurde wieder in die Boote gepackt.

Mit blauem Himmel und kein Wölkchen ging es auf den Fluss. 

An diesem Tag gab es ein paar Stellen mit größeren Wellen, einige Geröllbänke zum Umfahren und vermeiden von Eddis (Kehrwasser).

Zur Mittagszeit wurde gelandet und ein Lagerfeuer angefacht. Hot Dogs am River. 😀 

Neben verschiedenen Vögeln gab es sogar einmal einen Fischotter im Fluss zu entdecken.

Am späteren Nachmittag erreichten wir unseren Übernachtungsplatz gegenüber einer Felswand. Flugs wurden die Zelte aufgebaut, während unser Guide Anne bereits den Kaffee zubereitet. 😊 

Bald waren alle für ein erfrischendes Bad im Fluss.

Abendessen: Eintopf.

Tour:  ~48 Kilometer 


28. August – Athabasca River

Wir waren alle schon vor der angesagten Zeit bereit und frühstückten schon vorher. Es gab Pancakes mit Banane, die ich für mich mit Marmelade versüßte. Am Ende des Frühstücks gab eine Überraschung – ein Elch schaute vorbei.

Mit den gepackten Kanus begaben wir uns wieder auf den Fluss. So sehr unterschiedlich zum Vortag war das, was wir aus den Kanus sahen nicht. Wald. Mal flach, mal am Hang. Der Fluss bot gelegentlich Abwechslung in Form von Strömung, Wellen und angeschwemmten Baumstämmen und Holz.

Zur Mittagszeit gab es Nudeln mit gebratenem Fleisch aus der Dose mit Majonaise. Wer wollte, bekam noch einen Kaffee.

Den Übernachtungsplatz erreichten wir am späteren Nachmittag. Vom Fluss war es nicht direkt zu erkennen. Versteckt waren die Zeltflächen im Wald. Mit meinem kleinen Zelt hatte ich einen Platz vor dem Wäldchen mit direktem Blick auf den Fluss.

Unterwegs sahen wir Fischadler, Weißkopfseeadler, einen Schwarzbär, eine kleine Kröte die sich in unsererem Boot wiederfand und ich sah noch ein Eichhörnchen.

Das Abendessen bestand aus Reis mit einem gemischten Eintopf. Davor gab es ein kurzes Bad im Fluss.

Bevor wir uns in die Zelte verzogen gab es eine letzte Tierbeobachtung. Ein Biber, der im Fluss schwamm.

Tour: ~48 Kilometer 


29. August – Athabasca River

Last day on the river. Das Frühstück (Omlett) gab es zum Sonnenaufgang über dem Athabasca River. Ein letztes Mal packten wir unsere Campingausrüstung und alles andere um es in die Boot zu verstauen.

Der Flusslauf ab diesem Camp ist relativ gemütlich. Ein paar vereinzelte Kiesbänke und nur selten ein paar Wellen. Wir trieben sogar am Vormittag lang im Raft. Eine einfach Mittagspause mit einen Salat (Eisbergsalat, Ananas und Thunfisch) gab es mit Toastbrot und/oder mit einer Art Fleischwurst. Ein paar nutzen die Pause für ein letztes Bad im Fluss.

Grob 90 Minuten später erreichten wir unseren Zielpunkt. Eine Anlegestelle hinter einer Brücke, die unsere Konzentration forderte. Die Strömung war zu beachten und die Anlegestelle klein. Nun wurden die Boote und die dazugehörige Ausrüstung auf eine Seite getragen und der Rest auf eine andere. Nachdem der Bus mit Trailer und der Pickup mit Bootsanhänger kamen, wurden diese entsprechend beladen.

Zum Abschluss der Kanutour gab es einen gekühlten Wein und Obst. Obendrein bekam jeder noch eine Urkunde.

Es folgte eine längere Fahrt nach Edmonton. Unterwegs entsorgten wir unseren Müll in einem entsprechenden Container und ein Halt bei einem Tim Hortens für Kaffee gab es auch.

Im Hotel hatte ich rund 90 Minuten um mein Gepäck grob für die Rückreise zu sortieren. Die schmutzige Wäsche kam ausgebreitet auf den Boden um zu trocknen. Die nassen bzw. feuchten Schuhe auf die Klimaanlage unter dem Fenster. Alles saubere wurde in Beutel in die Tasche gesteckt. Dann gab es nach mehreren Tagen die erste richtige Dusche. 😀

Um 19:00 Uhr trafen wir uns im Chop, was in Sichtweite des Hotels liegt. Lecker Essen; Steak Bites zur Vorspeise, Fisch mit gerösteten Pistazien und zum Desert ein New York Cheesecake mit Blaubeerkompott.

Dieses Abendessen war der Abschluss. Von Anne verabschiedeten wir uns, die etwas früher ging. Sie durfte am nächsten frühen Morgen zur nächsten Tour nach Vancouver fahren.

Tour: ~31,5 Kilometer 


30. August – Bye, Bye Canada

Nach sieben Uhr trudelten wir nach und nach zum Frühstück ein. Für Ami war dies der Abschied. Sie nahm früh das Taxi nach Down Town zum Busbahnhof.

Zu dritt fuhren Wolfram, Frank und ich um 10:00 Uhr zum Flughafen, während Hans ein Taxi zur selben Zeit nach Down Town nahm. Die letzten Beiden, Susi und Eddi fuhren erst später zum Flugplatz.

Am Flughafen war der Abschied von Frank, dessen Flug kurz vor dem von Wolfram und mir ging. Wolfram und ich trennten uns in Toronto.


Resümee

The 100! – Exploring Canada. Ach nein, eher The selected twelves! Wir kamen auch wesentlich bequemer per Flugzeug und nicht mit einer Raumkapsel an. Genauso wie die Kanadier wesentlich freundlicher sind wie die Grounder. 

Die Wanderungen waren teils ähnlich denen in den Alpen jedoch mit dem Unterschied, das die Täler wesentlich breiter sind. Trotz Berge hat man nicht das Gefühl der Enge wie in den Alpen. 

Banff und Lake Louise sind beliebte Ort in den kanadischen Rockies und dementsprechend ist dort einiges los. Jasper war dagegen schon recht entspannt. Die Campingplätze bei den genannten Orten sind groß und sehr weiträumig. Schön war, das es immer Holz für ein Feuer gab. Damit wurde dann auch gekocht. So war es immer Abends und Morgens am Brennen. Wenn es dunkel wurde sah man rings um die Lagerfeuer. 😀 Apropo kochen – was fast immer beim Kochen verwendet wurde ist Maple Syrup (Ahornsirup), ohne geht in Kanada eben nicht wirklich.

Die Kanutagen waren mehr oder weniger spannend. Anfangs musste ich mich an das im Vergleich zu einem See unruhige Wasser gewöhnen. Später machte es Spaß, wenn es größere Wellen gab oder die Strömung zunahm. Von der Landschaft gab es an diesen Tagen im Grunde nur Wald zu sehen. Hier und da auch Tiere. Während dieser Tage wurde wild gecampt. Holz für das Feuer gab es immer genug um die Camps.

Was fast immer in Griffweite sein sollte ist ein Repellent. Die kleinen Biester waren überall – in den Rockes wie am Fluss.

Zu jedem Standortwechsel gab es eine Ansage: Es wird nicht zurückgefahren, es wird nichts vergessen, es wird nichts per Post geschickt und jeder ist für sein Brötchen selbst verantwortlich.

In Kanada erwartet man schon Wildtiere. Grizzlys und Schwarzbären sahen wir nur aus dem Bus, da aber relativ nahe. Auf Touren gab es noch Rehe, einen Elch, Weißkopfseeadler und mehr zu sehen. Was immer dabei war, ist Bärenabwehrspray. Vorne hatte Anne immer eines und die letzte Person der Gruppe, die immer wieder wechselte, hatte eines. So hatte auch ich es ein paar mal. Manchmal gab es die Vorgabe, das man auf einer Tour mindestens zu Zweit, manchmal zu Viert sein muss. Eine Nichtbeachtung ist recht teuer.

Zum Schluss noch etwas zu Anne (Guide). Sie hat uns freundlich und bestimmt geleitet. Wir lernten viel über Flora, Fauna und Geschichte. Dies wurde öfter in Geschichten gepackt, so das auch eher langweilige Themen toll rüber kamen. 😀


Bären

In und um die Rockies gibt es Bären. Diese sind eher ruhig und mögen keine Unruhe. Daher sieht man diese bei Wanderungen eher selten oder gar nicht. Dennoch gibt es je nach Region die Vorgabe das man mindestens zu Zweit oder zu Viert unterwegs sein soll. Ein Bärenabwehrspray sollte bei einer Wanderung immer dabei sein. Sicher ist sicher.

Eine Spruch in Kanada lautet:

If you see black, fight back,
Ich you see brown, lay down,
If you see white, good night.

Nur der Campingplatz bei Lake Louise war mit einem Elektrozaun umgeben. Die anderen beiden und selbstverständlich die Wildcampingplätze waren nicht abgegrenzt. Damit ist klar, das alle möglichen Tiere vorbeischauen können. Bei Jasper hat das z. B. Ein Wapitihirsch getan. Bären waren netterweise bei dieser Reise nicht von den Campingplätzen begeistert. Das mag auch an den Vorgaben liegen, das Lebensmittel und alles was riecht in Anhänger, Autos oder Metallboxen zu deponieren ist. Alles andere ist weg zu packen, wenn man nicht am Platz ist. Die Parkwächter sollen bei Nichtbeachtung der Regeln ziemlich durchgreifend agieren und sammeln dann alles ein und man darf das dann nach einer mündlichen Abmahnung an einem zentralen Ort abholen (Walk of shame).



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