Für mich zum ersten Mal soll es nach Rügen gehen. Ikonisch für Rügen sind die Kreidefelsen an der nördlichen Küste. Für diesen Tripp fiel die Entscheidung bewußt auf die Halbinsel Mönchgut im Südosten von Rügen.
Vier Tage sollen es werden. Der dazu ausgesuchte Campingplatz ist Teil einer Surfschule. Die Surf Oase Klein Zicker. Vorsichtshalber wurde der Campingplatz angeschrieben, da es keine Reservierungsmöglichkeit über die Webseite gab. In der Antwort wurde mitgeteilt, das eine Reservierung nicht nötig ist und Platz für das Zelt vorhanden sei.
30. August – Anreise
Entgegen meiner ursprünglichen Idee, machte ich mich dann doch schon am Sonntag auf den Weg. Warum? Nun, die verschiedenen Wetter-Apps meinten einige Tage zuvor das es Sonntag und Montag viel regnen würde. Dann, am Samstag waren verschiedene Apps anderer Meinung. Eine sogar mit zwei Meinungen, abhängig vom Vorhersagezeitraum. 🙃
Aurora wurde über Nacht auf 100% aufgeladen. Warum in der Anzeige in Aurora eine Reichweite von 320 Km angezeigt wurde, während die MINI-App 415 Km meinte, war leicht irritierend. Im Grund jedoch nicht so entscheiden. Die Planung von Ladestopps überließ ich der Routenberechnung im Auto. Das passt auch ganz gut. Netterweise waren die Ladepunkte oft in der Nähe von Bäckereien, die geöffnet hatten. So ließen sich die Ladepausen gut mit Trinken und Essen verbinden.
Das die Fahrt am Ende fast eine Stunde länger benötigte wie vorhergesagt, lag am Verkehr und daran, das ich nicht immer gleich losgefahren bin, wenn eine Weiterfahrt lt. Anzeige möglich war. Ich trank in Ruhe meinen Kaffee oder las einen Zeitungsartikel zu Ende.
Das Aufbauen des Zeltes geschah unter erschwerten Bedingungen. Windstärke 5 Bft, in Böen 6 Bft, machen es nicht einfach. 😅 Nachdem das gemeistert war, erfolgte ein Gang zum Strand. Der Wind, der es mir nicht einfach machte, war für die Surfer super.
Mein Abendessen machte ich mir in der kleinen Küche des Campingplatzes, da es für den kleinen Gaskocher ohne Windschutz doch zu windig war. Ein Gemüsecurry mit Karotte, Zucchini und Spinat gab es auf Reis.
Gesättigt machte ich mich noch auf einen Abendspaziergang nach Klein Zicker.
31. August – Baabe – Göhren
Das Wetter sah an diesem Morgen ganz gut aus. Sogar das Frühstück konnte ich neben dem Zelt zubereiten und essen.
Mit dem Auto ging es zu einem Parkplatz beim Südstrand von Göhren. Zuerst ging es auf einer wenig befahrenen Straße im Schatten von Bäumen entlang. Immer wieder wehte der Duft von reifen Mirabellen um die Nase. Das änderte sich, nachdem ich auf einen Waldweg einbog. Dieser führte mich fast immer am Rand entlang bis zum Baaber Hafen, dem gegenüber die Moritzburg liegt. Am Fischkutter “Lütt Matten” bekam ich leider keinen Kaffee, da dieser erst ein Viertelstunde später öffnet.
So bin ich weiter über einen Fuß-/Radweg nach Baabe, um dann auf einem Damm um denOrt weiter zu laufen. Am Bahnhof angekommen, suchte ich den Weg zur Promenade. Die Strandstraße war dazu gut geeignet. Im Hörnchen’s Bakery Cafè bekam ich was leckeres – Einen Kaffee und ein Hörnchen gefüllt mit einer Pistaziencreme. 😊
Ein par Häuser weiter machte das Selbstbedienungslädchen von Insel-Salz neugierig. Hauptsächlich Salze gibt dort in verschiedenen Mischungen. Ein Glas Salz mit Sanddorn kaufte ich.
An der Promenade angekommen folgte ich dieser bis Göhren. Am Meer, im Sand war mir zu anstrengend, zudem war die Promenade am Rand eines Waldes. Im Schatten mit dem Duft der Nadelbäume lies es sich gut laufen in der Mittagshitze.
An der Seebrücke bog ich auf diese ab. Einmal Göhren vom Meer betrachten.
Der Promenade folgte ich bis zu ihrem Ende. Ab dann war es ein Weg in einem Wald oberhalb der Steilküste. Von der Steilküste sieht man von oben nicht viel. Hier und da boten sich Aussichten. Der Waldweg selbst war angenehm zu laufen, allerdings bot es reichlich hoch und runter bis zum südlichen Ende, der Umrundung des Nordperd.
Von dort konnte ich einen Weg zum Meer nehmen und am Südstrand bis fast zum Parkplatz laufen.
Von dem angekündigten Regen und möglichen Gewitter war nichts während der Tour. Damit war die Hose die ich an hatte die falsche gewesen, ist sie doch extrem Wind- und Wasserabweisend. Das war bei Sonne und hoher Luftfeuchtigkeit alles andere als Ideal. Am Campingplatz folgte damit gleich der Wechsel zu einer kurzen Tight.
Der restliche Nachmittag wurde mit eine Kaffee liegend am Strand verbracht.
Eine Pflichtabgabe auf Rügen ist die Kurtaxe. Online lässt sich dazu einiges an Veranstaltungen finden, die damit kostenfrei sind. Frei sind ebenfalls die Busse auf Rügen mit der Kurkarte. Für diesen Spätnachmittag hatte ich eine Führung auf die Zicker Berge ab Gager entdeckt. Treffpunkt war der Parkplatz am Ortseingang von Gager. Der Naturführer kam ein paar Minuten nach mir dort an. Bis es los ging, waren wir zu sechst.
Es ging durch den Ort und ab in die Zicker Berge. Auf dem Weg bis zum höchsten Punkt wurde uns viel über die Landschaft und die Kultur erzählt. So sind die Zicker Berge von den Eigentümern aus den zwei Dörfern um die Berge für Bauprojekte als gesperrt definiert worden.
Nach einigen Erklärungen und dem tollen Wolkenschauspiel traten wir den Rückweg an. Die Wolken wurden dunkler und kamen auf uns zu. Blitz und Donner begleiteten das Naturschauspiel. Am Ortsrand fing es mit wenigen, großen Regentropfen an. Kaum hatte ich die Regenjacke an, fing es richtig an zu regnen. Sogar kleine Hagelkörner waren dabei. Am Parkplatz verschwanden wir alle ohne großen Abschied in die Autos um vor dem Gewitter zu flüchten.
So war die Führung schon nach der Hälfte der eigentlichen Zeit zu ende. Damit konnte ich am Campingplatz schon früher mit meinem Abendessen (Kriteraki mit Paprika und Tomatenstücke) beginnen.
Über Nacht hatte es ordentlich gestürmt. Hat schon seinen Grund, warum die Surf Oase genau hier ihren Standort hat. Am Morgen war es so naja vom Wetter. Bis zur Toilette und zur Küche kam ich ganz gut. In der Küche kochte ich Wasser, mit dem ich zurück zum Zelt lief. Den Kaffee und das Frühstück bereitete ich am Tisch neben dem Zelt zu. Mit beidem rettete ich mich ins Zelt, da es anfing zu regnen. Das war gut so. Kaum im Zelt fing es immer wieder an heftiger zu regnen.
Da sich das nach dem Frühstück nicht groß änderte, machte ich mir einen zweiten Kaffee und hörte eine Folge meines Podcasts zu ende.
Viel später machte ich mich dann doch noch auf. Mit regenabweisender Hose, Regenjacke und den Regenschutz um den Rucksack ging es los. Bald zog ich die dünne Fleecejacke aus. Der Weg an der Küste entlang um Thiessow war toll.
Weiter an der Küste entlang gelangte ich an den ganz langen Sandstrand der Ostküste. Diesen ging es erst auf der Promenade entlang und dann am Meeressaum. Vom Strand entfernte ich mich wieder, als es muffelig wurde ab der Stelle, ab der reichlich Algen am Saum waren. Dort war ein Bagger dabei die Menge an Algen auf einen Hänger zu verfrachten um die Algenmenge einzudämmen.
Der Weg war dann der Radweg in Meeresnähe durch den Wald. Mit der immer mehr herauskommenden Sonne wurde es warm, so das sogar die Jacke in den Rucksack kam.
Bei Lobbe kam ich zurück an den Strand und umlief damit am Meer entlang Lobbe. Es ging hier an einer der Steilküsten Rügens entlang.
Beim Südstrand nahm ich einen Zugangsweg um zur Straße zu kommen. Ein paar Minuten später war ich an dem Parkplatz Südstrand, an dem ich am Tag zuvor parkte. Von hier lief ich eine Querverbindung nach Göhren. Der Hauptstraße in Göhren folgte ich bis zum Bahnhof. Dort stand der Rasende Roland abfahrbereit. Eine Dampflok mit Waggons einer Schmalspurbahn durch Rügen. Zu hören ist das Pfeifsignal der Loks im weiten Umkreis.
Mir genügte der Bus bis Thiessow zurück. In Thiessow kaufte ich mir ein Fischbrötchen. Bin ja schließlich am Meer gewesen. Auf dem letzten Kilometer bis zum Campingplatz wurde es wieder windiger.
Nach einer Dusche machte ich mir einen Kaffee und dann gleich mit Aurora auf den Weg. Gerade als ich zum Auto lief, fing es an zu schütten. 🙃 Egal. Ich wollte doch pünktlich zur Führung an der Störtebeker Brennerei sein. Die Führung hatte bereits begonnen als ich ankam, so das ich eigentlich zu spät war und diese eigentlich voll war. Eigentlich, ich konnte dann aber doch noch mit. War schon interessant. Auch die Tastings am Ende. Gekauft hatte ich daraufhin zwei Whiskys. 😀
Auf dem Weg zum Campingplatz machte ich einen Umweg um das Auto zu laden.
Wanderung: ~12 Kilometer, ~100 Höhenmeter
02. September – Von Sellin nach Baabe
Ein Morgen mit Sonnenschein. 😀 Gefrühstückt wurde dennoch im Zelt. Der Wind war außerhalb zu stark. Dafür hatte ich beide Seiten des Zeltes offen und die Sonne im Gesicht.
Mit Aurora ging es nach Baabe zum Bahnhof. Dort ist einer der wenigen kostenfreien Parkplätze in der Gegend; beliebt und gerade nur noch ein Platz war frei. Genügte mir ja. Kaum geparkt, hörte ich schon das Pfeifen des Rasenden Rolands. Also alles nötige schnell geschnappt und zum Bahnhof auf der gegenüberliegenden Seite gesprintet. So konnte ich sogar noch ein paar Bilder des ankommenden Zuges machen.
Mit dem Rasenden Roland, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Km/h kam ich zum nächsten Ort Sellin. Von dort startete die Wanderung. Durch den Ort bis zum Wald und durch diesen bis zum Jagdschloss Granitz. Der Weg im Wald war breit und angenehm. Er führt eine Zeit lang neben der Bahnstrecke entlang. Dort kam mir dann sogar ein Zug entgegen.
Das Jagdschloss auf einem Hügel, im Wald ist durchaus groß und zumindest was ich von der Eingangshalle sehen konnte gut ausgestattet. Allerdings auch ein wenig gruselig mit den unzähligen Geweihen in allen Größen an allen Wänden. Da mir nicht nach einer Besichtigung war, machte ich mich auf den weiteren Weg.
Durch den Wald kam ich am Waldrand auf eine alte Kopfsteinstraße, die zum nächsten Dorf führt. Hinter dem Dorf ging es durch Felder und an einem See entlang. Hier endlich auf einem kleinen Pfad. Bei Seedorf, einem Dorf am See (!) konnte über eine schmale Brücke die Seeseite an einer Engstelle gewechselt werden. Seedorf war nicht besonders Interessant. Der Pfad ab dem Dorfende dann schon. Schmal, an einem Schilffeld entlang und dann hügelig durch einen Wald bis zur Moritzburg. Diese ließ ich, wie zwei Tage zuvor links liegen und kam zum Fähranleger.
Die Fähre, ein kleines Boot, fährt bei Bedarf. Ich wurde direkt gesehen und das Boot kam rüber um mich auf die andere Seite dieser Engstelle zu bringen. Beim Baader Bollwerk war ich erneut beim Fischkutter “Lütt Maten”. Von der Zeit wäre ein Halt für ein Fischbrötchen eine gute Idee. Nur leider wieder nix. Diesmal war es der Ruhetag.
Weiter den schon bekannten Weg nach Baade. An diesem Tag lief ich durch den Ort um zu sehen, warum dieser Weg empfohlen wird. Fazit: Auf dem Damm um den Ort ist schöner.
Am Bahnhof angekommen parkte ich um auf die andere Seite um Aurora voll zu laden. Während des Ladens bin ich nach Baade rein zum Café Klatsch, nahe der Strandpromenade. Soooo viele Kuchen gab es da und es wurde weiter gebacken, weshalb es wunderbar duftete. Es wurde ein Kirschstreusel mit ordentlich Kirschen. 😀
Nun kam die Fahrt zurück zum Campingplatz. Wasser auffüllen usw. Einige Zeit später machte ich mich auf ins Hobbit-Land. Will heißen ich fuhr nach Groß Zicker und unternahm eine Wanderung in den Zicker Bergen. Berge ist eher Süß für die Hügel. Die beiden höchsten Punkte liegen bei je 66 Meter. Durch die gesamte Landschaft ziehen sich viele kleine und größere Weg. Meist lief ich auf einem Weg durch die Graslandschaft, der mit Wäldchen gespickt ist.
So lief ich vom Dorf Groß Zicker hoch zum ersten “Gipfel” um dann im stetigen ab und auf bis zum westlichen Ende, dem Zickerschen Höft. Ein Punkt oben an der Steilküste mit einem tollen Blick auf die Steilküste und weit über das Meer. Von dort ging es über das Nonnenloch und einem Wald hinunter zum Strand. Die letzten Meter waren dabei eine Holztreppe. Ich wollte zwar noch an die Stelle der Steilküste, die ich von oben sah, da war jedoch immer noch das Mädels, das sich in verschiedenen Posen mit dem Handy fotografierte – Nackt. Daher bin ich nur ansatzweise bis zum Punkt gelaufen, zu dem ich wollte. Das genügte bereits um einen Eindruck der Steilküste von unten zu bekommen.
Klar war es, weiter geht es über die Treppe hoch und den Wald zurück nach oben. Ab dem Nonnenloch lief ich den direkten Weg zurück nach Groß Zicker.
Groß Zicker wird zwar als Dorf mit traditionellen Häusern hervorgehoben, aber so viele sind es dann doch nicht. Die viel interessanteren Zicker Berge waren ein Ort der Ruhe. Außer dem Zirpen der Grillen war kaum ein anderes Geräusch zu hören.
Auf dem Weg wurde ich durch einen QR-Code auf einen Audio Guide aufmerksam. Es werden Sagen und Geschichten vorgetragen. U. a. woher die Bezeichnung Nonnenloch kommt – so züchtig waren die Nonnen früher nicht immer. 😅. Hier der Link zum Audio Guide.
Manchmal stimmen die Wettervorhersagen. 🫤 Regen und Wind wurden vorhergesagt. Den Wind und Regen nahm ich morgens bereits im Zelt war. Zum Frühstück konnte ich mich dennoch draußen an den Tisch setzen, da dieser mit einem weit überragenden Dach versehen ist. Obwohl bei manchem Windstoß die Tischplatte am Rand was vom Regen abbekam. Zumindest ich saß im Trockenen.
Während des Frühstücks prüfte ich erneut die Wettervorhersage über mehrere Apps und alle meinten, das es diesen und den folgenden Tag fast durchgehend regnen soll und das mit stärkerem Wind gepaart. Damit fiel die Entscheidung bereits einen Tag früher die Heimreise anzutreten.
Die einzigen zwei Stunden, an denen es nicht regnen sollte, waren morgens. Das passte wunderbar für das Packen und dem Abbauen des Zeltes. Um dann los zu fahren musste ich noch bis 9:00 Uhr warten. Der Platz und die Duschmarken mussten noch bezahlt werden. Dabei stellte sich heraus, das andere es genauso sahen und ebenfalls an diesem Tag abreisten.
Meine Heimreise endete kurzfristig in Baade. Im Hörnchens Café kaufte ich ein Hörnchen mit Vanillecremefüllung und eine Zimtschnecke für unterwegs. Die Heimreise war wenig spannend; zum Gluck aber auch nicht komplett im Regen.
Zuhause wurde alles Abends ausgepackt. Das Zelt wurde wie schon öfter in der Wohnung aufgebaut, um es an einem Haken an der Decke hängend trocknen zu lassen.
Resümee
Die Tage waren vom Wetter sehr gemischt. Weshalb es gut war, auf alles mit Kleidung eingestellt zu sein. Im September muss mit solchem Wetter durchaus gerechnet werden. Vor allem ist auf Rügen oft ein von Osten kommender, kühler Wind vorhanden. Damit sind die gefühlten Temperaturen niedriger als real. Im Winter 2025/2026 war Rügen sogar von Eis umgeben. Dies reichte in die Ostsee bis zum Horizont und auf den anderen Seite bis zum Festland.
Die Touren auf der Halbinsel Mönchgut waren sehr abwechslungsreich. Strand – steinig oder sandig, Steilküsten, Wald und Wiese. Alles ist anzutreffen. Sogar Meer 😅 Hier und da hatte ich eher den Eindruck bei mir in der Gegend unterwegs zu sein. Leicht hügelig mit Feldern und Wald. Also nicht das, was man direkt mit einer Insel verbindet.
Fällig mit dem Übernachtungspreis wurde eine Kurabgabe. Dazu lohnt es sich zu prüfen, was darin alles enthalten ist. So sind die Busse z. B. frei. Die Abendwanderung mit Naturguide war ebenfalls damit abgedeckt. Und, und, und…
2026 ist für mich das Skandinavien Jahr. Nach Kopenhagen im Mai, Lofoten und Vesterålen im Sommer kommt im letzten Monat des Sommers eine Reise nach Trondheim. Nicht alleine, sondern zusammen mit Miri, mit der ich schon länger nicht mehr unterwegs war.
Bei meiner Suche nach Festivals und ähnlichem im Sommer für die Reise auf die Vesterålen und Lofoten stolperte ich über das Matfestival und das Bryggerifestival in Trondheim. Da ich Trondheim nur von einem Ausflug während einer Hurtigrutenfahrt kenne, ist dies die Möglichkeit die Stadt mit Umgebung zu erkunden und dabei noch zwei Festivals mit einzubeziehen.
Der August ist da. Nur noch wenige Tage bis zum Reisebeginn. 😀
Zwei Fragen, die vorab schon aufgelöst werden können sind: Ekspressbus oder Flybus und Festivalpass oder Dagspass. Was?
Also, von vorne. Irgendwie muss man ja vom Flugplatz nach Trondheim kommen. Zu Fuß mit dem Gepäck ist möglich, aber eher unbequem. Angenehmer ist das mit Zug, Bus, Taxi oder Mietwagen. Von den Fahrzeiten angenehm ist der Bus und dort gibt es zwei Möglichkeiten. Der Expressbus fährt zwischen Flughafen und Trondheim Zentrum. Der langsamere Flughafenbus (Flybus) hält dafür direkt vor unserem Hotel. Über die Webseite können ganz einfach die Tickets für uns beide und beide Fahrten gebucht werden (818 NOK).
Wir werden am späteren Nachmittag in Trondheim ankommen. Somit bietet sich direkt ein Gang zum Foodfestival für das Abendessen an. Am Rand des zentralen Platzes ist das Bryggeriefestival. Dort kommt man nur mit Altersnachweis herein. Zudem wird dort mit Biermünzen bezahlt. Jetzt könnte man für jeden Tag einzeln einen Pass kaufen (Dagspass = 495 NOK) oder gleich einen Festivalpass (3 Tage = 575 NOK). Bei den Pässen sind 10 Oi!-Münzen, ein Glas (Limitierte Edition) und ein Fast Track-Zugang enthalten. Ohne Pass geht es auch, da wird dann ein Pfand für das Glas fällig und die 10 Oi!-Münzen müssten gekauft werden. Möglicherweise jedes Mal mit anstellen. Gute Frage also, zumal vorab nicht heraus zu finden ist, wie viel die 10 Münzen in NOK kosten.
05. August
Am späteren Nachmittag kam Miri in Frankfurt an. Wir sind dann direkt nach Sachsenhausen zum Klaane Sachsenhäuser. Eine urige Ebbelwoi-Wirtschaft, wie sie typisch ist für Frankfurt. Im Innenhof bekamen wir einen Platz zugewiesen. Wir fanden beide etwas lecker auf der Speisekarte, was wir bestellten.
Vor und während des Essens quatschten wir ausgiebig, schließlich hatten wir uns schon einige Zeit lang nicht mehr gesehen gehabt.
Bei mir Zuhause setzten wir in die Tat um, was wir zuvor festgelegt hatten. Die beiden Fragen: Wie kommen wir vom Flugplatz nach Trondheim und wie ist das mit dem Festivalpass. Zuerst wurde der Flybus gebucht und danach kam der Festivalpass für alle drei Tage dran.
06. August – Anreise
Früh waren wir beide vor dem Wecker wach. Einen ersten Kaffee genossen wir bei mir in der Küche. Dann liefen wir zum Bäcker um Brötchen für das Frühstück zu holen. Draußen war es angenehmer wie in der Wohnung. Die Wohnung hatte sich über Tage aufgeheizt.
Bei einem Frühstück mit verschiedenen Marmeladen, Honig und Schokocreme unterhielten wir uns über alles möglich. Noch deutlich vor 8 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt. Zuerst die Fahrt mit Aurora zu meiner Arbeit zum parken. Mit der Bahn kamen wir dann zum Flughafen. Ja, deutlich zu früh. so waren wir jedoch mit dem Gepäck nicht in der warmen Vormittags- bzw. Mittagszeit in Frankfurt unterwegs.
Die Gepäckaufgabe am Baggage Drop-Off erfolgte reibungslos. Da im Flughafen viel los war, entschlossen wir uns gleich durch die Sicherheitskontrolle zu gehen. Gewohnt bin ich es, das ich fast immer abgetastet werde, da die Scanner nicht für meine Größe ausgelegt sind. Diesmal war es nur eine einfach Nachkontrolle. Fast. Beim entgegennehmen meiner Tasche kam ein Polizist von hinten und fragte wie intensiv die Kontrolle war. Letztlich durfte ich mit ihm nochmal zur Kontrolle und die Damen, die mich abtastete bekam eine kurze Sicherheitseinweisung. Ich wurde darauf hin komplett abgetastet, wie es Vorschrift ist.
Während wir bei einem Kaffee auf den Abflug warteten, änderte sich immer wieder der Sitzplatz und/oder das Gate. Im Flieger nach München, erfolgte dann auch noch der Abflug verspätete.
In München durften wir mit einer Bahn zu einem Nebengebäude. Das ging Ruck Zuck. Wir schauten erst wo unser Abflug Gate war. Es ging gleich wieder einige Meter zurück zu einem zentralen Platz mit mehreren Essens- und Getränkestände. Eine vegetarische Rolle und ein Baguette waren unser Mittagessen. Mehr nicht, den der Flug sollte bald los gehen.
Es begann das Boarding. Ich schaute in die App um zu sehen in welcher Gruppe wir waren. Waren dann im doppelten Sinne. Kaum in der App änderte sich die Sitzplatzzuordnung. Das war so kurzfristig, das selbst die elektronische Bordkarte dies nicht mehr mitbekam. Vom Personal wurde uns das bestätigen. Die letzte Änderung war dann nicht nur eine Platzänderung, sondern auch ein Upgrade auf Business Class. 😀
Wie das so in der Business Class ist, gab es dann selbstverständlich während des Fluges ein warmes Mittagessen. Ok, wir fliegen nach Trondheim zu einem Food Festival. Warum nicht schon deutlich vorher mit sehr regelmäßigem Essen anfangen. 😂
In Trondheim kam das Flugzeug auf einem Außenplatz zum stehen. Lt. Stewardess sollte ein Bus kommen. Da kam keiner, statt dessen durften wir die wenigen Meter im Regen bis zum Flughafengebäude laufen.
Auf das Gepäck mussten wir etwas länger warten. Dann kamen wir ohne weitere Kontrolle durch den Zoll und durch einen fast leeren Flughafen zum Ausgang. Dort stand schon der Flybus. Das Ticket wurde gecheckt und wir konnten gleich rein. Kaum saßen wir, fuhr der Bus schon los. Unsere Haltestation war dann auch tatsächlich genau gegenüber dem Hotel.
Über die Straße, ins Hotel und bald darauf im Zimmer. Genug hin und her. Erst mal ganz gemütlich ankommen.
Gut eine Stunde später machten wir uns auf zum zentralen Marktplatz. Am nördlichen Eingang zum Bryggerifestival wurde das Ticket geprüft. Wir bekamen neben Bändchen, ein kleines Glas (1 DL) und ein Beutelchen mit 10 Münzen. In den zwei Zelten, die in der Mitte des Platzes standen gab es reichlich Auswahl an Getränken von vielen Brauereien. Die meisten Cidre und Biere kosteten eine Münze. Nur wenige Ausnahmen kosteten zwei Münzen.
Das 1 DL Glas hat eine angenehme Größe zum Probieren. Erst war es ein Cidre, danach folgten zwei Biere. Vor den Bieren fanden wir an einem Stand eines anderen Zeltes was zu essen.
Mit einem Schlender über die Alte Stadtbrücke (Gamle Bybrua) liefen wir zum Hotel zurück.
07. August – Bymarka
Für das Frühstück im Hotel liessen wir uns reichlich Zeit, zumal es während des Frühstücks kurz regnete.
Als wir uns auf machten auf unsere erste Wanderung in die Bymarka von Trondheim, schaute die Sonne zwischen den Wolken heraus. Wir mussten erst durch die Stadt um zum eigentlichen Anfang der Tour zu kommen. Das war ganz praktisch, da wir so in einem Supermarkt etwas für die Tour einkaufen konnten.
Vom eigentlichen Startpunkt an einem Park folgten wir einer Straße bis zu einem Bach (Ilabekken. Dort bogen wir auf einen Weg (Kantstein) nach oben, immer am wilden Bach entlang. Wir liefen durch einen Wald, von Wasserfall zu Wasserfall. 😀 Der letzte Wasserfall, war an der Staumauer, die das obere Ende des Baches ist.
Um den halben See und an einem Golfplatz ging es gemächlich weiter bergauf. Weiter oben zogen wir unsere Jacken wieder an. Aus dem T-Shirt-Wetter (12 Grad) wurde ein Nieselwetter. Kurz und leicht aber immer wieder.
Auf einer größeren Fläche, auf der viele Schafe weideten, liefen wir fast am Lavollen vorbei. Wir drehten und kehrten in der Hütte ein. Eine kleine gemütliche Hütte mit Bäckerei. Einen Kaffee mit einem Kanelboller gab es, während es draußen mal wieder nieselte.
Als wir uns auf den weiteren Weg machten kam dann die Sonne; das Nieselwetter. Es war an dem Tag sehr abwechslungsreich in diesem Bezug. Weiter liefen wir bis zum See Kobberdammen. Diesen umrundeten wir und liefen dann auf einem ähnlichen Weg zurück. Dabei kamen wir am See Baklidammen vorbei, bis wir den Stausee vom Vormittag erreichten.
Durch einen Park und mehrere Straßen erreichten wir bergab den Park, an dem die Tour begann. Quer durch die Stadt gelaufen kamen wir zum zentralen Platz. Wir liefen durch die Zelte des Matfestivalen um davon einen Eindruck zu erhalten. Danach dann ein paar Seitenstraßen bis zum Hotel.
Wir duschten, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Die Sonne schien. 😀 So erreichten wir das Matfestival. Durch die langen Zelte mit ihren Ständen sind wir mehrmals gelaufen. Hier und da fanden wir was zu essen oder zum Probieren. Empanada mit Käsefüllung und Chorizo oder Kürbis. Ein Rentierwrap, Fisch mit einer Senfsoße, Pfannkuchen mit einer Kaffeecreme. 😋
Viele kleine Happen, die am Ende doch satt machten. So gesättigt ging es dann zum Bryggerifestival. Es wurden ein Cidre und zwei Biere (Stout, Rauchbier) an diesem Abend.
Später am Abend, als es schon dunkel war, bin ich raus aus dem Hotel für eine Runde mit der Kamera. Es war gefühlt gar nicht so kalt auf der Runde.
Wanderung: 19 Kilometer, ~400 Höhenmeter
08. August – Ladestien
Wir frühstückten etwas früher. So früh war es wesentlich ruhiger und wir konnten vorne, an der Glasfront zum Fluss einen Platz ergattern.
Vom Hotel liefen wir über ein paar Straßen durch Wohn- und Industriegebiete bis wir den Ladestien erreichten. Der Ladestien ist ein Küstenweg um den Vorort Lade von Trondheim. Der Weg ist gut ausgebaut und wird viel von den Einheimischen genutzt; gerne zum Joggen.
Unterwegs sahen wir neben den Möwen, die überall sind sogar Rehe und ein Eichhörnchen. 😍
Ungefähr in der Mitte des Weges erreichten wir das Ladekaia. Den Tipp dazu hatte ich von einer Trondheimerin bekommen, die ich im Juni auf den Lofoten traf. Die Zeit bis zur Öffnung vertrieben wir uns mit der Besichtigung der Überreste der Verladeanlage sowie von Bunkern dort.
Wir nahmen zuerst je einen Kaffee und teilten uns dazu eine Zimtschnecke. 😋 Wir schauten dabei, welche Touren wir in den nächsten Tagen angehen könnten.
Es war zwar noch vor 12:00 Uhr, aber wir entschieden uns für ein frühes Mittagessen dort. Dazu bestellten wir je eine kleine Fischsuppe und ein Krabbenbrot, das wir teilten. Es wurde dabei mitgedacht und uns zwei Teller für das Krabbenbrot gebracht. Beides war sehr lecker. 😋 Zumal wir super Wetter hatten; 14 Grad und Sonne.
Voll gefuttert machten wir uns auf den weiteren Weg des Ladestien bis zu seinem Ende.
Von dort bis zum Zentrum von Trondheim nahmen wir den kürzesten Weg. Dabei liefen wir Anfangs durch Straßenzüge mit eher zweckmäßigen Wohnblocks. Je näher wir der Innenstadt kamen, desto dörflicher wurden die Gebäude. Es waren sogar Straßenzüge dabei, die nur aus einer Schotterpiste bestanden.
Über die alte Stadtbrücke erreichten wir den Eingang zum Dom. Nicht so verwunderlich, da wir den letzten Kilometer bis dort auf dem Olavsweg (Pilgerweg) unterwegs war.
Durch die Straße mit den Zelten des Matfestivals kamen wir zum zentralen Platz. Für mich fand sich dort beim Merch-Stand ein T-Shirt. Der Besuch der Tourist Information ein paar Häuser weiter brachte nichts. Das ist nur ein Infodesk mitten in einem Einkaufszentrum.
Durch die Altstadt erreichten wir bald unser Hotel.
Wie wir uns später auf den Weg zum Marktplatz machten, merkte wir vor Ort, das wir zum Essen zu spät dran waren. Da macht das Matfestival am Samstag doch tatsächlich um 17:30 Uhr schon zu. Eine Zeit, zu der wir noch gesättigt waren.
Das Bryggerifestival dagegen hat an allen Tagen bis 23:00 Uhr auf. Dort fanden wir was zu Essen. Erst danach widmeten wir uns drei Getränken. Zwei Biere und ein Cidre. Das waren: I Hope, I Think, I IPA – Raspberry Sour und Attåt Sider med Eple, Kirsebær, Solbær & Rips (Cidre mit Apfel, Kirsche, Schwarze Johannisbeere und Johannisbeere)
Während wir den Cidre tranken saßen wir auf einer Bank. Dann fing es zu regnen an. Was soll’s, wir machten es wie viele der Norweger und blieben einfach sitzen und spannten den Regenschirm auf.
Zum Hotel sind wir in einem Bogen gelaufen. Bis zu den Kais und auf dem weiteren Weg noch in einen Supermarkt um was zum Knabbern zu kaufen. Geknabbert wurde auf dem Zimmer, während wir eine Dokumentation schauten.
Wanderung: ~16 Kilometer, ~260 Höhenmeter
09. August – Wanderung bei Loholt
Heute viel das Frühstück bei uns beiden kleiner aus. Wir waren noch gesättigt vom vorherigen Tag. Während des Frühstücks schaute ich nach der Busverbindung und den Abfahrtszeiten. Das sah relaxt aus, so das wir keine Hektik hatten. Wir sind noch auf das Zimmer, haben uns entsprechend umgezogen für die Tour und die Rücksäcke gepackt.
Die Bushaltestelle ist direkt vor dem Hotel. Bezahlt wird das Ticket über eine App. Das ging ganz einfach.
Wir fuhren bis Loholt, eine Fahrt im sehr warmen Bus von ungefähr einer halben Stunde. Die Tour beginnt außerhalb, Miri hatte jedoch am Vortag diese in einer App nachgebildet und so erweitert, das Start und Stopp an einer Bushaltestelle liegen.
An der nächsten Kurve der Straße bogen wir schon ab auf einen Seitenweg durch Felder zu dem Örtchen Hildheim. Das Örtchen streiften wir an einem großen Parkplatz auf dem ein paar Autos standen. Von dort ging es auf breiten Wegen durch den Wald.
Nach ein paar Kilometern fing es an zu nieseln. Die Wettervorhersage hatte dies schon angekündigt. Der Nieselregen begleitete uns die ganze restliche Tour über, die fast komplett in einem Wald verläuft. Ab ungefähr einem Kilometer vor Hildheim kamen wir auf einen typischeren Wanderweg. Es galt dabei aufzupassen, um nicht auf den nassen Steinen oder Wurzeln auszurutschen.
Wie wir wieder am Parkplatz ankamen, war dieser fast voll. Uns sind zwar einige Personen unterwegs entgegengekommen, aber so viel nun auch nicht.
Von dort beeilten wir uns auf dem Weg durch die Felder zur Bushaltestelle um den nächsten Bus zu erreichen. Wir waren dann sogar so schnell, das wir einen Bus vorher bekamen.
Im Hotel machten wir es uns gemütlich. Nachmittags sind wir losgezogen durch Bakklandet, die Gegend ab dem Hotel in Richtung der Alten Stadtbrücke. In der Bakklandet Skydsstation kehrten wir ein. Ein altes Gebäude mit schiefen Wänden, in dem über viele Zimmer(chen) das Lokal verteilt ist. Miri bestellte sich ein Butterbrot mit Fisch, während ich eher die süße Wahl nahm – Waffel mit Rømme und Marmelade.
Ein Rundweg am Fluss entlang und über eine Brücke erreichten wir den Dom. Von dort liefen wir zur Gamle Bybrua um dahinter in das Kaffebrenneriet avd Bakklandet einzukehren. Einen doppelten Espresso für Miri, Eine leckere Schokolade und eine Zimtschnecke für mich.
Zufrieden traten wir den Rückweg zum Hotel an.
Während ich es mir gemütlich machte, verschwand Miri im Hotel-Gym.
Abends hatten wir natürlich wieder Hunger. So machten wir uns auf zu den Søstrene Carlsen. Es gab einen Salat und danach Muscheln bzw. Humus und Chef’s Pasta.
Wanderung: ~8,9 Kilometer. ~300 Höhenmeter
10. August – Trondheim
Für diesen Tag entschieden wir uns bereits am Tag zuvor für einen Stadttag. Die Regenwahrscheinlichkeit und Regenmenge sollten hoch sein. Spoiler: War nicht so.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf zu einem Spaziergang. Vom Hotel den Berg hoch und von dort die Forsvarsrunden um die Festung Kristiansen, in der wir auch waren, sowie durch verschiedene Viertel von Trondheim. Wir hatten ein gutes Timing dabei, da es erst zu Nieseln begann, als wir auf dem Weg bergab zum Hotel waren.
Zur Mittagszeit sind wir wieder los. In der Innenstadt steuerten wir zuerst das Jacobsen & Svart Kaffebrenneriet an. Zu den Kaffees bestellten wir je eine kleine Süßigkeit und ließen es uns gut gehen. Drei Mädels an einem Tisch neben uns unterhielten sich über verschiedene Reisen und Reiseziele. Witzig, da wir uns ebenfalls viel über Reisen austauschen.
Shopping. Nach dem Kaffee sind wir über mehrere Shops quer durch die Innenstadt. Gefunden hatten wir beide in verschiedenen Geschäften etwas. Dann war es wieder Zeit für einen Kaffee. Im Sellanraa Bok & Bar fanden wir etwas. Kaffee und für Miri einen Salat; für mich ein Butterbrot.
Nochmal shoppen. Jetzt wurde ich fündig und griff bei einer Regenjacke zu. Da hatte ich bei dem Hersteller eh schon seit Monaten drauf geschaut. Zumal es ein norwegische Hersteller ist und der Preis umgerechnet identisch mit dem in Deutschland war.
Von dort sind wir zum Fluss, diesen entlang bis wir ihn in Richtung Meer überqueren konnten. Am Meer folgten wir der Promenade bis zum Anlieger für die Schnellboote. Wir folgten dem Weg ab dort am Bahnhof vorbei zur Innenstadt um zum Hotel zu kommen.
Am frühen Abend machten wir uns auf für das Abendessen. Der Weg war nicht weit, da das Restaurant gegenüber dem Hotel auf der anderen Flussseite liegt. Das AiSuma bietet leckeres Essen zu gehobeneren Preisen. Daran gewöhnt man sich in Norwegen jedoch recht schnell.
Spaziergang: ~6,6 Kilometer, ~110 Höhenmeter
11. August – Bymarka
Wir nahmen uns Zeit beim Frühstück. Die gelegentlichen Regenschauer animierten nicht sich zu beeilen. Als wir das Hotel für unsere Tour verließen war es schon fast 10:00 Uhr. Kaum aus dem Hotel, kam uns feiner Sprühregen entgegen. 🙃
So ging es eine Zeit lang mit Schirm, ohne Schirm, mit Schirm, ohne …. Es nieselte immer wieder nie lange und dann war wieder eine Zeitlang nichts.
Unser Weg durch die Stadt war ähnlich der ersten Wanderung. Erst am Stadtrand liefen wir einen deutlich anderen Weg. Ein schmaler Wanderweg auf dem wir über Wurzeln und Steine liefen. Weiter oben sogar über Holzwege. Der Weg gefiel uns obwohl es immer wieder nieselte. Wir kamen durch Wald und Moorgebiete und erreichten dabei zwei Gipfle in der Bymarka. Beim Ersten war die Aussicht übersichtlich. 🙃 Trondheim konnten wir im Nieselregen gerade noch erkennen. Beim zweiten Gipfel war es schon besser mit der Weitsicht.
Zu den zwei Gipfeln liefen wir mehr oder weniger bergauf. Dann kam nach dem zweiten Gipfel ein längerer Weg bergab bis wir ungefähr bei Kilometer 8 beim Lavollen ankamen. In der Hütte machten wir es uns mit Kaffee und Kanelboller gemütlich.
Der Weg in die Stadt verlief an zwei Seen vorbei. Vom Stadtrand folgten wir dem Gubrandsdalenleden (Weitwanderweg) bis hinunter in die Innenstadt und am Fluss entlang. Am Café Kaffebrenneriet an der alten Stadtbrücke kehrten wir ein. Tee, Heiße Schokolade und was zu Essen bestellten wir.
Es war dann nur noch ein kurzer Weg bis zum Hotel.
Für das Abendessen sind wir in das Himalayan Oven. Für uns insofern etwas Besonderes, da wir einzeln und auch schon gemeinsam in Nepal und gemeinsam in Bhutan waren.
Wanderung: ~17,7 Kilometer, ~500 Höhenmeter
12. August – Bymarka und Lade
Früher wie sonst sind wir zum Frühstück. Am Abend zuvor checkte eine Gruppe ein, was zu mehr Personen beim Frühstück führen sollte. Wir hatten mit dem früheren Frühstück einen schönen Platz mit Sicht über den Fluss. Am Ende des Frühstücks buchte ich die Bustickets per App.
Wir sind vom Hotel gut zehn Minuten in die Innenstadt zur Bushaltestelle gelaufen, um uns ein Umsteigen bis dorthin zu ersparen. Der Bus fuhr bis Trollahaugen 64 und dann sollten wir umsteigen um bis Trollahaugen 10 zu kommen. Das war einfach, den wir mussten dazu einfach sitzen bleiben. 😁
Die Wanderung führte uns sehr bald in den Wald hinter Trollahaugen. Eine Wanderung bis zu einem Aussichtspunkt – St. Olavspranget – und zurück war es. Der Weg gefiel uns. Hauptsächlich waren es Waldwege (mit Wurzel). Zwischendurch liefen wir über Bohlenwege durch Sumpfgebiete. Die frische Waldluft tat wieder sehr gut. Witzig war der Anfang der Tour. Dort waren Schilder wie Hull 8 (Loch 8) und Körbe zu sehen. Es stellte sich heraus, das es ein Discgolf-Parcoure ist. Auf dem Rückweg haben wir sogar eine Gruppe spielen sehen.
Am Ende der Tour waren wir wieder bei Trollahaugen 10 um auf den Bus zu warten. Dieser kam zehn Minuten später, womit genügend Zeit zum Buchen der Tickets war. In Trondheim mussten wir für unser Ziel in Lade umsteigen. An einer Kreuzung sahen wir den anderen Bus – vor uns! Somit sind wir an der nächsten gemeinsamen Haltestelle ausgestiegen und zügig nach vorne gelaufen um den anderen Bus zu bekommen. Mit uns sind Kontrolleure eingestiegen. Gut das wir die Tickets gekauft hatten.
In Lade stiegen wir an einer Schule aus. Es folgte ein Fussweg von einem Kilometer bis wir am Ladekaia ankamen. Das hatten wir uns als Ziel für ein Mittagessen ausgesucht, das es uns beim letzten Mal dort gut gefiel.
Wir hatten beide “nur” einen Salat, fühlten uns jedoch beide sehr gesättigt. Ergo: Der Weg zurück zum Hotel über den Ladestien verlief ganz gemütlich. Am Hafen machten wir im Havet einen Zwoschenstopp für einen Kaffee. Für den Kaffee nahmen wir uns Zeit. Es war angenehm, mit der leichten Bewölkung und sogar warm (T-Shirt Wetter).
Vom Havet war es nicht mehr weit bis zum Hotel. Dort legte Miri eine längere und ich eine kurze Sporteinheit im Hotel-Gym ein.
Gegessen wurde im Bakklandet, im Kalas & Canaster. Wir teilten uns die Vorspeise, welche aus frittierter Dorschzunge bestand. Beim Hauptgericht nahmen wir beide den Fang des Tags (Fisch) mit Muschelsauce auf Tomatenbasis, Rote-Bete-Salat, Blumenkohlpüree und Kartoffeln. Dazu gab es einen roten Cidre. Zum Nachtisch wählen wir Mozzarella Pannacotta (Tomaten-Erdbeer-Kompott, Basilikumsorbet) und Sticky Toffee Pudding (Steinpilz-Karamell und Vanilleeis).
Auf dem Weg zum Hotel hat es wieder mal angefangen leicht zu nieseln.
Nach einem langgezogenen Frühstück, während dessen es immer wieder regnete, machten wir uns auf zu einem Spaziergang. In der Nähe des Hotels gibt es ein Einkaufszentrum mit einem Spezialitätengeschäft. Vor Ort war es dann nichts besonderes; nur ein Florist. 😅
Wir sind von dort mit einem Umweg zu einem Bäcker/Café geschlendert, an dem wir die Tage zuvor immer wieder vorbei kamen. Dieses Mal war es geöffnet. Vor Ort hatten wir nur etwas getrunken. Das witzigste an dem Laden ist die Toilette – diese ist mit Weihnachtsdeko vollgestopft. 😊 Am Ende kaufte ich noch Tee und einen Boller mit Erdbeere/Rhabarber.
Weiter zum nächsten Bäcker, der Abends dann eine Pizzeria ist. Dort wurden für später Zimtschnecken gekauft. Unsere Beute brachten wir ins Hotel. Wir checkten aus, ließen unsere Taschen jedoch dort.
So schlenderten wir weiter durch die Innenstadt bis wir zur Mittagszeit beim Kallas & Canastas ankamen. Dort gab es ein Krabbenbutterbrot bzw. eine Fischsuppe zu Mittag. Gemütlich und satt sind wir mit einem Bogen zum Hotel um die kurze Zeit bis zur Busfahrt in der Lobby zu verbringen.
Während wir unterwegs waren, hatte es nicht geregnet und es wurde sogar richtig warm. Mit dem aufbrechen der Wolkendecke, gab es sogar sonnige Blicke auf Hausreihen und Straßen.
Unser Bus brachte uns Nachmittags zum Flughafen. Dort mussten wir warten bis der Schalter zur Gepäckabgabe geöffnet wurde. Für viele Fluggesellschaften konnte das Gepäck per Drop-Off selbst eingecheckt werden, bei Lufthansa nicht. Warum auch immer.
Über München ging dann unser Flug zurück nach Frankfurt. Von dort mit der Bahn bis zu meinem Arbeitgeber und mit Aurora weiter nach Hause.
Resümee
Eine Woche in Trondheim lässt sich gut mit City und Wanderung in der näheren Umgebung verbinden. Die Bymarka im Westen der Stadt bietet dazu ein sehr weitläufiges Gelände. Im Osten gibt es ebenfalls genügend Wandermöglichkeiten. Selbst in Trondheim sind mehrere Stadtwege ausgeschildert und natürlich der Olavs Pilgerweg, der am Dom endet.
Der Ortsteil Lade von Trondheim mit dem Küstenweg Ladestien bietet eine angenehme Alternative zu den anderen Wanderwegen. Hier und an den Wegen am Nidelva, dem Fluss der sich durch Trondheim schlängelt, sahen wir viele Jogger. Bei Nieselwetter sogar mehr, wie an Tagen ohne Regen.
Wenn so eine Woche sich mit dem Matfestival und dem Bryggerifestval verbinden lässt, wie wir es gemacht haben ist das eine zusätzliche Abwechslung. Das Angebot des Matfestivals konnten wir leider nur an einem Tag nutzen. Am Anreisetag waren wir dazu zu spät in Trondheim angekommen und am letzten Tag des Festivals machten die doch tatsächlich am späteren Nachmittag zu. Das Bryggerifestval hingegen hatte immer bis 23:00 Uhr offen. Zwei große Zelte mit vielen Brauereien und noch sehr, sehr viel mehr Bieren, Cidres und Cocktails. Für die Getränke gab es Münzen; zu dem Festivalpass ein 1 DL Glas (was auch einzeln gekauft werden konnte). Fast alle Getränke kosteten eine Münze, nur selten mal zwei. Zehn waren beim Festivalpass dabei und mit zwei nachgekauften reichten uns die 22 Münzen für die drei Tage, Wir hatten damit genügend Abwechslung. Selbst für das Ausspülen der Gläser gab es mehrere Becken mit Wasserhähnen außerhalb des Zeltes.
Gut versorgt wurden wir in allen Restaurants. Die Preise sind durchaus höher, wie in Deutschland aber es war immer gut. Im Bakkelandet finden sich gute Restaurants und Cafés. In der größeren Innenstadt ebenfalls. Wobei Bakkelandet den deutlich ruhigeren Eindruck hinterliess.
Kosten
Die Kosten (pro Person) für Flug, Hotel und Bus (inkl. Flybus) lagen bei ~1100 €. Fast 600 € gab jede in dieser Woche für das Bryggerifestival, Matfestival und hauptsächlich für viele Essen und weitere Getränke aus. Eine Menge Geld für eine Woche, nur für Essen und Trinken, das jedoch auf einem meist gehobenem Niveau.
Alle Touren
Danke fürs gehen – Mehr laufen, besser leben
Ein paar weitere Street Arts, soweit nicht zuvor schon gezeigt…
Und zum Abschluss: Wenn man nicht alleine unterwegs ist, wird man selbst gerne als Motiv verwendet. 😅
15 Jahren ist es her, das ich zuletzt diese beiden Inselgruppen besuchte. Eine lange Zeit. In dieser Zeit ist Skandinavien für viele ein interessantes Urlaubsziel geworden – für viel, viel mehr wie 15 Jahre zuvor.
Das könnte vielleicht abschrecken, dennoch möchte ich noch einmal den Reiz dieser Inselgruppen erleben. Die Reisezeit wurde bewusst so gewählt, das ich am längsten Tag des Jahren (St. Hans) dort oben sein werden. Ein Tag ohne Nacht!
Da der Flugplatz Evenes auf den Vesterålen liegt, bot es sich direkt an diese Inselgruppe mit in die Reiseplanung zu übernehmen. Nach der Ankunft wird es daher zuerst ein paar Tage nach Nyksund gehen und am Ende der Reise noch an die Nordspitze von Andenes Øya.
Die meiste Zeit jedoch werde ich auf den Lofoten verbringen. Der Reine Blick, den ich 15 Jahre zuvor auf einem schmalen, steilen Wanderpfad erklommen habe, ist mittlerweile eine Natursteintreppe. So viel schon mal zu den Veränderungen, die vorab zu erfahren sind.
Auf der Reise werde ich meistens Zelten, und zwar auf Campingplätzen. Nur gelegentlich kommt eine feste Unterkunft dazu. Spannend wird dies insofern, als das auf den Campingplätzen vorab nicht buchbar ist. Für ein kleines Zelt sollte es hoffentlich immer eine Option geben.
Juni
Die Fluggesellschaft (Lufthansa) informiert, das der Flug mit Discovery Airlines stattfinden wird. In der E-Mail wird auf allerlei Service während und um den Flug hingewiesen.
Am Wochenende vor dem Abflug ist fleißiges packen angesagt. Da ich genügend Gepäck mitnehmen darf, sind es zwei Taschen (eine Große und eine Kleine), die ich aufgeben werden. Dazu kommt noch ein Rucksack fürs Handgepäck mit Fotokameras und sonstigem elektronischen Geräten bzw. Akkus.
Der Tag vor dem Abflug ist gekommen. Ein Online Check In war bereits nach dem Aufstehen möglich. Das ist direkt umgesetzt worden.
Baggage information These are the baggage items you have booked:
2 x carry-on item
1 x personal item
2 x checked baggage (32 kg)
Die Gepäckmenge beruht auf der Buchung eines Business Tickets. Das war ein verhältnismäßig geringer Aufpreis. So kann genügend Ausrüstung und vor allem Kleidung mit.
Am späteren Nachmittag des selben Tages brachte ich das Gepäck mit dem Auto zum Flughafen. Von meinem Arbeitsort war es eine kurze Fahrt zum Flughafen. Das Gepäck bestand aus zwei Taschen mit reichlich Gewicht. Vom Parkhaus bis zum Schalter zur Abgabe konnte die größer Tasche gezogen werden, während die kleinere als Rucksack getragen wurde. Zusammen gab ich damit 44 Kg Gepäck ab. Das ging recht flott, da ich direkt zum Schalter gehen konnte ohne in eine Warteschlange zu kommen.
In Digermulen lief ich den Wanderpfad zum Kaiserwarden nach oben. Es fing mit einem Pfad durch einen lichten Birkenwald an, der über der Baumgrenze in einen zwischen Steinen und Büschen überging. Natürlich war ein steiles Stück zu erklimmen und es ging auch wieder durch ein Feuchtgebiet. Wäre ja sonst kein vernünftiger Wanderweg für die Lofoten. 😅
Von der Spitze aus hat man einen tollen Blick auf den Raftsund. Auf der Spitze sind zwei Steinhaufen mit je einer Steinplatte. Kaiser Wilhelm II war hier zweimal, ist dort verewigt.
Am Raftsund fuhr ich nach der Wanderung zum nächstgelegenen “Campingplatz”. Dies ist ein Platz mit Self Service. Wenigen aber sauberen Toiletten und Duschen. Für den nächsten Tag jedoch gut gelegen und man kann die großen Schiffe sehen, die durch den Sund fahren. Oder eben nicht. Zumindest fuhr keines an diesem Abend vorbei.
Am späteren Abend fing es noch leicht an zu Nieseln.
Wanderung: ~4,6 Kilometer, ~380 Höhenmeter
04. Juli – Dronnigenstien auf Årsteinen
Über Nacht regnete es reichlich. Das Zelt war von außen sehr nass. Das ist für die Heimreise nicht so ideal, aber auch kein Beinbruch.
Da es nicht mehr regnete konnte ich mir mein Frühstück am Zelt zubereiten und im Zelt zu mir nehmen. Außen war es mir durch die Feuchtigkeit zu kühl. Wie so oft am Ende des Campingurlaubs hieß es alles packen. Das Zelt wurde halt nass zusammengepackt.
So fuhr ich dann an Årstein, eine Ansammlung von Häusern, südlich von Digermulen, wo ich am Vortag war. Der Wanderweg war als Dronningstien ausgewiesen, was soviel heißt das die Königin diesen gegangen war. Über eine kurze Straße und über eine Wiese ging es auf den eigentlichen Pfad. Ein schmaler Pfad, der einem Tal länger folgt. Durch den Regen waren einige Stelle reichlich feucht.
Es ging durch einen sehr lichten Birkenwald mit viel Grün wie Büsche, Gras und Farn. Genauso viel buntes war zu sehen, so viel blühte. 😀 Bis zu einem Sattel war der Pfad teils ziemlich zugewachsen. Da noch alles feucht war, war meine Hose außen gut nass, durch die wasserabweisende Wirkung waren meine Beine immer noch trocken. Vom Sattel ging es deutlicher nach oben. Es kam wieder ein Abschnitt, an dem Seile halfen weiter zu kommen. Oben folgte der Pfad einem Kamm bis zum Gipfel des Stortinden. Am Gipfel ist eine Plakette, die bezeugte das Sonja (Königin) in 2016 dort war.
Die Aussicht in den Raftsund; an der Lofotenküste entlang und in die entgegengesetzte Richtung war toll. Richtung Raftsund war alles mit dunklen Wolken verhangen, während über mir blauer Himmel und die strahlende Sonne war. Die vorherige Bewölkung hatte sich genau im richtigen Moment aufgelöst. 😊
Den selben Weg ging es zurück. Unten wechselte ich die Hose, Strümpfe und Schuhe. Das war insgesamt dann doch zu viel an Feuchtigkeit für die Schuhe gewesen. Da es schon sehr warm war mit 15 Grad, war es eh Zeit für eine kurze Hose.
Nun könnte man meinen, das der kritische Teil käme. Die Fahrt zur nächsten Ladestation, die angeblich mit nur noch 8% erreicht werden würde. Da ich selbst einen e-MINI habe, war ich in diesem Fall entspannt. An der Ladestation nutze ich die Zeit zum Laden für ein erstes packen der größeren der beiden Taschen. Sah ganz gut aus. Im gegenüberliegenden Café/Restaurant des dortigen Campingplatzes nahm ich einen Kaffee und einen Kanellboller. War ok, aber mehr auch nicht.
Kaum im Auto vielen mir die Wanderschuhe im Fußraum der Beifahrerseite auf. Ups, die sollten doch in die große Tasche. Egal, erst mal zum Hotel am Flugplatz von Evenes. Nach dem Einchecken, brachte ich einen Teil meines Gepäcks in das Zimmer. Dann beschäftigte ich mich am Auto mit der großen Tasche. Dazu wurde alles ausgepackt und auf den Boden daneben gelegt. Nun folgte das erneute packen, diesmal mit den Schuhe. Passte dann doch alles, so wie es sollte.
Nach einer ausgiebigen Dusche machte ich mich auf nach Harstad. Die zweitgrößte Stadt in der Fylke Troms nach Tromsø ist kleiner wie mein eigenes Dorf und war regelrecht ausgestorben an einem Samstag am frühen Abend. Ein paar Bilder wurden gemacht und im House Of Burger gab es einen guten Burger mit Pommes.
Danach bin ich weiter durch Harstad. Ich entdeckte ein paar schöne Street Arts.
Zurück am Hotel packe ich das Notebook und die Kameras um u. a. ein Backup der Bilder zu erstellen. Kurz vor Mitternacht legte ich mich in das Bett.
Wanderung: ~6,6 Kilometer, ~540 Höhenmeter
05. Juli – Heimreise
Nach drei Wochen das erste Mal wieder in einem Bett war komisch. So ganz ausgeruht war ich deshalb am Morgen nicht.
Das Frühstücksbuffett war umfangreich und wurde ausgiebig geprüft. 😀
Satt machte ich mich auf um ihr Evenes anzusehen. Das lohnte sich nicht. Ein paar Häuser und nichts was wirklich interessant war. Anschließend kehrte ich zurück zum Laden des Autos an einem Schnellader vor dem Hotel. Mit etwas mehr Akkukapazität wie bei der Entgegennahme des Autos gab ich es am Flughafen ab.
Dann wollte ich eigentlich mein Gepäck loswerden. Der Check-In per App war schnell durchgeführt. An einem Automaten konnte ich die zwei Gepäckklebebänder ausdrucken. Läuft. Aber leider nur bis hierher. Bei der Abgabe muss eine Airline angegeben werden und meine war nicht dabei. Mir wurde dann gesagt, das ich erst zwei Stunden vorher mein Gepäck abgegeben kann.
Somit musste ich die Zeit überbrücken. In dem kleinen Flughafen gab es jedoch keine Sitzmöglichkeit. Abgesehen davon war es sonnig und warm (13 Grad). Somit habe ich mich mit T-Shirt außen in die Sonne gesetzt und gelesen. Gegen 12:00 Uhr bin ich in das Gebäude und habe mich vor dem Schalter positioniert. Dort hatte ich angefangen weiter zu lesen, bekam jedoch recht bald das Signal, das ich das Gepäck abgeben könne.
Nun konnte ich durch die Sicherheitskontrolle. Im Bereich dahinter gab es Sitzmöglichkeiten, ein Duty Free Shop, eine Art Mini-Restaurant usw. Am Mini-Restaurant bestellte ich mir zur Mittagszeit einen Burger mit Pommes.
Nachmittags war der Flug nach Frankfurt. Vom Flugplatz nahm ich diesmal ein Taxi bis zur Firma, wo mein Auto stand. Heimfahrt, Zelt aufbauen damit es trockenen kann und ab ins Bett, denn der nächste Tag war Arbeitstag.
Resümee
Die beiden Inselgruppen der Vesterålen und Lofoten glänzen durch eine tolle Landschaft mit Bergen, die in ds Alpine gehen, mit Sandstränden und türkisfarbenen Buchten. Wo sonst kann man vom Strand direkt auf einen Berg und muss dann dabei auch noch klettern? Hier geht es.
Den Zeitraum Juni/Juli wählte ich bewusst. Klar, im Juli/August ist es wärmer und die Wahrscheinlichkeit für Regen ist niedriger, dafür aber ist die Menge an Touristen höher. Da ich keine Lust auf große Volkswanderungen hatte, war es eben der Juni.
Womit wir bei den Temperaturen wären. Es waren meist 10 – 14 Grad, mit einigen Ausreißern bis 19 Grad. Gefühlt lag es zwischen 5 und 25 Grad. Wind und Regen ändern die Wahrnehmung deutlich. Auf der anderen Seite war bei wenig oder gar keinem Wind ab 12 Grad T-Shirt Wetter und ab 15 Grad dann auch kurze Hose angesagt – und das schreibt hier eine, die gerne früh anfängt zu frieren.
Die Zeit der Mitternachtssonne hatte ich im gesamten Urlaubszeitraum. Während meines Aufenthaltes ging damit nie die Sonne unter. Wenn sich die Sonne dem Horizont näherte, wurde es kühler, vor allem wenn man im Schatten war.
Bei abendlichen Gesprächen miteinander verliert man deutlich das Zeitgefühl und wundert sich, das man Müde wird obwohl es noch hell ist. Kein Wunder, wenn ein Blick auf die Uhr zeigt, das es schon nach Mitternacht ist.
Zum Camping muss man sagen, das dies auf den Lofoten recht teuer ist. Selbst im Vergleich zu den Verhältnissen in Norwegen. Ebenso ist es fast überall in Norwegen (und Europa) so, das die Duschen im Preis enthalten sind. Auf den Lofoten und Vesterålen musste ich Duschmarken kaufen, die dann für eine begrenzte Zeit in der Dusche warmes (heißes) Wasser zur Verfügung stellten.
Was toll war, war wenn das Zelt in der Nähe des Strandes aufgebaut werden konnte. Das Rauschen der Brandung gefiel mir immer sehr gut. Der Vorteil am Meer war, das meist etwas Wind vorhanden war und somit keine Knotts. Diese Kriebelmücken sind nervig und dann beißen die auch noch. Direkt am Strand bedeutet allerdings auch, das man den Wind direkt abbekommt, was bei Windstärken bis Bft 8 ordentlich ist. Da sollte man schon ein Zelt haben, das was aushält.
Bei dem Mietwagen bekam ich ein Upgrade von einem VW ID.3 auf einen Volvo EX40 (Twinmoter Performance). Ein Auto mit über 440 PS, in einer Gegend wo maximal 80 km/h erlaubt sind. 🙃 Dafür war die Batterie größer und somit relaxter bei der Planung von Ladestationen. Der Allradantrieb erwies sich ebenfalls als ganz nett.
Vesterålen
Die ersten Tage auf den Vesterålen waren sehr ruhig. Ein schöner Einstieg in diesen längeren Urlaub. Die Berge haben im Vergleich zu den Lofoten nicht ganz das extreme Verhältnis in Bezug auf Höhe bzw. der Steilheit der Berge. Dennoch eine schöne und ruhige Wandergegend.
Am Ende war ich erneut auf Vesterålen, da dann auf Andøya. Die zwei nördlichsten Orte dort, Andenes und Bleik, sind bekannt für Safaris zu Seevögeln und Walen.
Ich erwischte dabei zwei sehr windige und regnerische Tage, sowie ein paar mit gutem Wetter. Das schlechte Wetter war zu dieser Zeit auch auf den Lofoten, so war es nicht weiter schlimm. Die Wanderungen sowie die Puffin Safari waren toll.
Lofoten
So wirklich viele Leute waren nur auf wenigen Touren unterwegs. Dies waren:
die Tour zum Reinebringen (Reine)
die Tour zum Festvågtinden (Henningsvær)
die Tour zum Ryten und Kvalvika Beach
die Tour bei Haukland/Uttakleiv
Auf alle anderen Touren waren wenige oder so gut wie gar keine anderen Personen unterwegs. Was das Wandern angeht, war es somit ganz ok, zumal es in 2026 eine Hype-Region ist und ich deutlich mehr erwartet hatte. Selbst die oben aufgelisteten Touren waren toll und sollten obwohl der Massen in Erwägung gezogen werden.
Was sich zu 15 Jahren zuvor deutlich geändert hat ist die Unmenge an Vans und Wohnmobilen, die an allen möglichen freien Plätzen an der Straße ihr Lager aufschlugen. Die Mehrzahl dieser Leute muss wohl eher in den Orten und an leicht erreichbaren Aussichtsplätzen gewesen sein. Denn sonst hätten fast alle Wanderwege überfüllt gewesen sein.
Meist verliefen die Wanderwege deutlich nach oben. Somit war sehr oft ein toller Blick auf die Küste möglich. Besonders auf den südlicheren Inseln der Lofoten bot sich damit der Blick auf Sandstrände und türkisfarbenem Meer. 😀
Oldtimer – Mir sind vergleichsweise oft Oldtimer aufgefallen. Als dann neben meinem Miet-Volvo zwei sehr alte Volvo Amazon parkten, hatte ich dies gleich genutzt und jemanden aus der Gruppe angesprochen. Die Menge an Oldtimer hing mit Oldtimer-Treffen auf den Lofoten und Vesterålen im Juni und Juli zusammen. Die zweite Frage bezog sich auf das Nummernschild und woher sie kamen. In Norwegen haben die Kennzeichen zwei Buchstaben gefolgt von fünf Zahlen. Die meisten Oldtimer hatten jedoch nur einen Buchstaben gefolgt von vier Zahlen. Das ist ebenfalls ein norwegisches Kennzeichen, das es allerdings nur gibt, wenn das Auto vor 1970 gebaut wurde.
Statistik
Die Kosten gerundet:
Flug: 600€
Mietwagen: 1700€
Ladekosten: 190€ (ausschließlich Schnelllader)
Parkgebühren: 100€
Camping: 760€
Hotel: 445€
Safari: 75€
Kaffee und Süßes: unbezahlbar.
Die höheren Ladekosten ergeben sich dadurch, das ich mehr mit dem Auto unterwegs war, wie ursprünglich angedacht – 2474 Kilometer insgesamt mit dem Auto. Aufgrund des Wetters bin ich öfter von Süd nach Nord nach Süd gefahren.
Aufgestanden bin ich zu einer Zeit, wie an einem normalen Arbeitstag, um dann zu meinem Arbeitsort nach Frankfurt zu fahren. Ist schon praktisch, dort das Auto abstellen zu können. Ein kleines Frühstück in unserer Cafeteria und es folgt die Bahnfahrt zum Flughafen.
Nur mit dem Tagesrucksack und ohne einen notwendigen Check-In verlief alles völlig relaxt. Die Wartezeit bis zum Boarding verbrachte ich in der Lufthansa Lounge. Das war ein stetiges kommen und gehen dort. Zumindest in der Nähe des Eingangs, wo ich saß.
Während des Fluges gab es ein spätes Frühstück. Vanillejoghurt mit Kürbisgranola und Kapstachelbeere. Dazu ein Kräuteromlett und Käsevariationen sowie ein Brötchen und Croissant mit Butter und Schokocreme.
Oberhalb von Trondheim konnte ich aus dem Flugzeug zwischen den Wolken die Küstenberge erkennen. Diese hatten alle noch weiße Hauben. In höheren Lagen lag damit noch Schnee. Hm, das könnte eine Auswirkung auf die höheren Berge der Lofoten und Vesterålen haben.
Die Wettervorhersage hatte leider recht gehabt. In Nordnorwegen war es bewölkt und sehr windig. Das war bei der Ladung zu merken. Vom Flugzeug ging es über eine Treppe nach unten, ein paar Meter im Freien und dann gleich in das Flughafengebäude. Bei den ersten Gepäckstücken, die auf dem Band erschienen, waren meine beiden Taschen. Der zusätzliche Flyer mit der Aufschrift Priority hat da sicherlich dazu beigetragen.
Damit war ich bei den ersten, die zur Mietwagenabholung kamen. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Netterweise bekam ich ein Upgrade auf ein größeres Auto mit mehr Reichweite. Dann hieß es den Weg nach Nyksund antreten. Mit den Verkehrsregeln in Norwegen dauerte die Fahrt für die 170 Kilometer länger wie in Deutschland. Im Urlaub völlig ok, ein wenig langweilig war es dennoch. Trüb, Windig und dann auch noch manchmal Regen. Keine nette Begrüßung in Norwegen. Erst nachdem ich einen Bergrücken nach gut 2/3 der Strecke überquerte, besserte sich das Wetter deutlich. Kein Regen, trockene Straßen und dann sogar Sonne. So geht das doch viel besser. 😀
In Sortland stoppte ich für ein Nachladen des Autos auf 80%. Die Pause konnte ich mit einer Zwischenmahlzeit verbinden.
In den verschiedenen Beschreibungen steht immer, das die Straße nach Nyksund eine Gravelroad ist. Ja, das ist sie, jedoch nur die letzten 8 Kilometer. Der Schotter ist so festgedrückt, das es sich sehr gut fahren lässt.
In Nyksund bezog ich mein Zimmer im Nyksund Ekspedisionen. In Nyksund gibt es keine Möglichkeit für ein längeres parken. Geparkt hatte ich kurzzeitig vor der Unterkunft um mein Gepäck auf das Zimmer zu bringen. Das Auto wurde danach auf dem kostenpflichtigen Parkplatz vor dem Örtchen geparkt.
So ergab sich ein kleiner Spaziergang zurück, der ausgedehnt wurde um einen Teil des Örtchens zu erkunden. Nyksund war früher ein wichtiger Fischereihafen, da die Fahrten zu den Fanggebieten kurz waren. Mit dem Aufkommen von moderneren Schiffen mit Dampfantrieb, verlagerten sich die meisten Fischer in geschütztere Häfen und Nyksund wurde unbedeutend. So unbedeutend, das Ende der 1970’ern die letzten Einwohner wegzogen und es zu einem Geisterdorf wurde. Dann kam in den 1980’ern ein Deutscher der es versuchte aufzubauen mit anderen Attraktivität als der Fischerei. Das gelang eine zeitlang ganz gut. In den 2026’ern ist es zumindest im Juni ein verschlafenes Dorf. Noch immer stehen viele der alten Hafengebäude und verfallen langsam. Die Möwen freuen sich über die Nistmöglichkeiten dort, also nicht für alle so traurig.
Man ist hier halt am Ende der Welt. Im Sommer ein Ende ohne Nacht! Je später der Tag wurde, desto freundlicher wurde das Wetter. Blauer Himmel und Sonne.
Dann kam noch Aufregung in das Restaurant. Ein Gast sah einen Orka und so sind wir alle rausgestürmt. Leider etwas zu spät.
12. Juni – Dronningruta
Morgens machte ich mir im Gemeinschaftsraum einen Kaffee und kam dabei mit einem Norweger ins Gespräch, wobei wir durch die große Glasscheibe einen tollen Blick auf den Hafen von Nyksund hatten.
Für das Frühstück war es noch zu früh. Daher unternahm ich mit der Kamera einen Spaziergang.
Zurück kam ich um 8:00 Uhr. Noch schnell die Kamera auf das Zimmer gebracht und dann zum Frühstück. An dem Tisch, an dem ich am Vorabend saß, war bereits gedeckt. Soooo viel, das muss wohl für jemand anderes sein. Nein, war tatsächlich alles für mich. Da wollte mich wohl jemand mästen. 😅
Gut gesättigt machte ich mich auf zur Wanderung. Zuerst raus aus Nyksund in Richtung des Wohnmobilstellplatzes außerhalb. Vor dem Platz steht ein Schild auf den nächsten Berghang zeigend und verweist auf die Dronningsruta. Hier ist der eine von zwei Zugangswegen zum Rundweg Dronningruta. Wer auch immer den Weg geplant hatte, dachte sich der direkte Weg ist der kürzeste und Serpentinen nach oben seien eher was für Anfänger. Ergo – gleich mal steil bergauf. Dafür befand ich mich damit gleich auf den für mich typischen norwegischen Wanderwegen. Schmal, gespickt mit Steinen, Felsen und Wurzeln. So macht das doch gleich Spaß. 😀
Gut zwei Kilometer lief ich von der Unterkunft, bis ich auf die Dronningruta kam. Entsprechend der Beschreibung, lief ich rechts lang – somit gegen den Uhrzeigersinn. Das sorgte bald für eine knifflige Stelle. Die Stöcke wurden eingepackt, denn nun war es nötig die Hände frei zu haben. Kleine Klettereinlagen und ausgesetzte Stellen wollten überwunden werden. Auf einem Teilstück waren Ketten und dann Seile zur Sicherung. Dies hätte gerne etwas mehr sein dürfen.
Erkenntnis bis hierher: Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind zwingend nötig. Das dies eine rote Tour ist, bewies sie.
Danach wurde es deutlich entspannter. Es folgte eine Hochebene, die überquert wurde und tolle Blicke erlaubte. Über einen Bogen ging es bergab in ein Tal, um auf der anderen Seite wieder hoch zu laufen. Oben war nicht ganz oben, sondern “nur” ein Sattel.
Lange zog sich der Weg parallel zum Hang langsam bergauf. Die Seite des Berges wurde immer mal wieder gewechselt. Toll, da sich so immer wieder neue Blicke ergaben.
Der Weg bergab nach Stø erlaubte an einer Stelle einen Blick auf den Sandstrand von Skipsand. Danach ging es steiler bergab mit zunehmenden Wind. Da war ich froh, bald weiter unten im nicht so freien Gelände zu sein. An der Straße bei Stø angekommen, folgte ein Stückchen Straße, dann ging es wieder auf einen Wanderweg. Immer in der Nähe der Küste verläuft dieser Wanderweg durch ein Feuchtgebiet. Holzbohlen helfen dabei keine nassen Füße zu bekommen. Auf dem Weg kommt man am Skipsand vorbei. Leider hatte ich weder Badezeug noch ein Handtuch dabei, denn sonst wäre ich glatt mal reingesprungen.
Gut 3,5 Kilometer wurden so zurück gelegt. Ich gelangte an einen See, den ich am Vormittag von oben schon gesehen hatte. Ab hier hieß es bergauf durch den Birkenwald bis ich wieder bei der Kreuzung zum Zugangsweg ankam. So folgte ich dem Zugangsweg, nahm später jedoch den Weg über Skåltofta. Es stellte sich heraus, das dieser Weg wesentlich einfacher ist wie der vom Anfang der Tour.
Relativ platt kam ich nach etwas über 7 Stunden reine Wanderzeit wieder an der Unterkunft an. Unterwegs traf ich immer wieder mal Pärchen, es waren insgesamt fünf. Davon drei zweimal. Ist halt ein Rundweg. Die Begrüßung beim zweiten Mal war immer nett und mit einem kurzen Gespräch verbunden.
Abends(!). Ist schon merkwürdig von Abends zu schreiben, wenn keine Sonne untergeht. Wie auch immer, klar gab es ein (Abend)Essen. Ich entschied mit für die Platte Smak av Nyksund. Reichlich Meerestier, Rentier und Wal.
Smak av Nyksund: Eine Symphonie aus Meeresfrüchten und Tapas. Garnelen, Kabeljauzungen/Kabeljaukiefer in Tempora, Stockfisch, Grönlandheilbutt, geräucherter Lachs, geräucherter Wal, Hering, Rentier und Clipfischkroketten. Dazu Brot und Butter.
Wanderung: ~17 Kilometer. ~870 Höhenmeter
13. Juni – Einkaufen und zwei kleine Touren
Das Frühstück war an diesem Morgen ein Buffet. Da viele Gäste über Nacht blieben, gab es so auf dem großen runden Tisch in der Mitte des Restaurants alles, was für ein gutes Frühstück nötig ist.
Da ich mir nicht ganz sicher war, mit den Öffnungszeiten einiger Geschäfte, vor allem Sportgeschäfte an einem Sonntag, beschloss ich an diesem Samstag meinen Einkauf vor zu nehmen. In Sortland wurde ich direkt im ersten Sportgeschäft fündig und kaufte eine große Dose Gas für die Campingtage. In zwei Supermärkten fand ich fast alles, was ich für meine Campingküche benötige und länger haltbar ist. Nudeln, Reis, diverse Tetrapacks (Tomaten, Kokosmilch, Kichererbsen, ..) usw. fanden den Weg in den Einkaufskorb.
Dann unternahm ich einen Spaziergang um mir die Ortsmitte anzusehen. Irgendwas muss wohl dort sein, den einige Straßen waren gesperrt. Viele Oldtimer wurden dort präsentiert und auf einem Platz gab es mehrere Food Trucks.
An der Ecke des Platzes, im Verkstedet bestellte ich mit einen Flat White und einen Kanelboller (Zimtschnecke). Die war sogar noch leicht warm. 😊 Kanelboller sind sehr typisch für Norwegen, lecker und daher ein Muss.
Eine längere Fahrt war nötig, um nach Nykvåg zu kommen. Von den Kilometern ist es nicht so weit, aber durch die Straßenführung, meist am Fjord entlang, dauert es eben etwas länger um anzukommen.
Die Wanderung zum Bufjellet ist kurz. Vom Ausgangspunkt und dem Ende oben im Fjell kann man gut den Sandstrand in der darunter liegenden Bucht sehen. Die einzige Herausforderung an der Wanderung war den Weg zu finden. Es geht über ein Geröllfeld nach oben. Der Pfad ist mal sichtbar, mal nicht, dann sind es mehrere, … irgendwann ist man oben. Runter geht es genauso.
Auf der anderen Seite von Nykvåg war die zweite Wanderung. Der Himmel war wie schon den ganzen Tag sehr bewölkt. Da jedoch die Bergspitze in den Wolken lag, war ich mir erst nicht sicher und wartete ein Zeit lang. Dann wagte ich es doch. Siehe da, es kam dann auf der Wanderung bergauf sogar die Sonne heraus. Auf dem letzten Kilometer wurde es langsam nebelig, die Sicht um mich war indes noch mehr wie ausreichend – also weiter. Oben auf dem Berg lichtete sich die Sicht wieder und es gab tolle Weitsichten in Fjorde durch Nebelschwaden.
Es folgte der lange Weg zurück nach Nyksund. Gut 1,5 Stunden brauchte ich dazu.
Nach einer notwendigen Dusche bin ich zum Essen in das Restaurant. Eine Fischsuppe wählte ich. Da wurde ich direkt nach der Bestellung vom Nachbartisch angesprochen. Es war das Paar aus England, dem ich auf der Wanderung am Vortag begegnete. Nach dem Essen kamen wir länger ins Gespräch. Es stellte sich heraus, das sie von den Orkneys sind und im Sommer mehrere Monate auf einem Schiff verbringen. Mit diesem waren sie an diesem Tag nach Nyksund gekommen.
Am morgen war der Himmel immer noch gut bewölkt in Nyksund. Nach einem Kaffee machte ich mich auf zum Parkplatz und fuhr mit dem Auto zur Unterkunft. Ein Teil meiner Sachen packte ich gleich ins Auto.
Vor dem Eingang machte es sich der Chef gemütlich mit einem Kaffee. Wir kamen ins Gespräch. So erfuhr ich, das es Anfang Juni sogar noch geschneit hatte. Er meinte, das ich von den Änderungen auf den Lofoten deutlich überrascht sein würde; es wäre eine größere Veränderung zu 15 Jahren zuvor. Deutlich mehr Touristen.
Beim Frühstück selbst kam ich noch mit zwei Australiern ins Gespräch. Bei der Abgabe des Zimmerschlüssels kam ich noch mit einer Angestellten ins Gespräch. Insgesamt eh eine freundliche Truppe dort.
Am Morgen entschied ich mich dazu nicht den Campingplatz bei Svolvær anzusteuern, sondern den bei Kabelvåg. Dieser ist besser bewertet, was die Sanitäranlagen angeht. Die Fahrt ging erst einmal bis Sortland auf den Vesterålen, um eine Ladestation anzusteuern.
Da für den Tag nicht groß was vorgesehen war, entschied ich mich für die Route durch Stokmarkes und der Fähre von Melbu nach Fiskebøl. Shit happens – ich kam genau dann an der Fähre an, als diese ablegte. Somit hatte ich eine längere Wartezeit.
Ab Fiskebøl war ich dann auf den Lofoten. Die zeigten sich bald mit ihrem tollen Terrain. Ein schmaleres Tal, mit steil nach oben gehenden Bergen, die sogar noch einzelne Schneefelder aufwiesen.
Am Campingplatz bei Kabelvåg, dem Kabelvåg Feriehus and Camping war nur ein Paar vor mir, das lediglich ein Eis kaufen wollte. Gute Idee, bei 19 Grad und strahlendem Himmel. Sommer. 😀 Da der Quittungsdrucker kein Papier hatte, sollte ich mir erst einen Platz für das Zelt auf den Zeltflächen suchen.
So bin ich dann bis zum obersten Feld gefahren. Ein stellenweise steiler Schotterweg, der mit dem Allradantrieb kein Problem darstellte. Während ich dort das Eis aß, schaute ich mich genau um, um zu entscheiden wo das Zelt hin sollte. Noch war fast alles frei.
Ein hübscher Platz war gefunden, auf dem ich das Zelt aufbaute. Danach fuhr ich zur Anmeldung für die Formalitäten. Auf dem Ausdruck gab es den Zahlencode zu den Duschen und die Info zum WiFi.
Nun konnte ich nach Kabelvåg fahren ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich noch einen Platz für das Zelt bekomme. In Kabelvåg unternahm ich einen Spaziergang. An einem Sonntag ist das ein ausgestorbenes Dorf. Es war absolut gar nichts los. Selbst die beiden Cafés hatten schon zu.
Somit hatte ich mir nach meiner Rückkehr am Campingplatz zuerst einen Kaffee gemacht. Versorgt mit dem Kaffee beschäftigte ich mich dem Umpacken der Kleidung, da diese für den Flug gut, für das Campen aber ungünstig aufgeteilt war.
Alles erledigt war es schon fast 19:00 Uhr. Zeit für das erste Essen am Zelt. Ein Curry mit Kokosmilch, Karotten, Paprika und Reis als Beilage. Mit dem schönen Ausblick schmeckte das Essen bestens. 😊
Nach dem Abwasch kam das Duschen. Dabei stellte sich heraus, das es nur vier Duschen gibt. ABER dafür sind das kleine Bäder mit Dusche, Waschbecken und Toilette.
Vor dem Schlafen gehen war noch Zeit um im Roman “Amalthea” weiter zu lesen.
15. Juni – Matmora
So um 7:30 Uhr stand ich auf. Im Zelt war es etwas heller wie am Abend. Die fast durchgehende Wolkendecke hatte sich in den letzten Stunden aufgelöst.
Auf dem Weg zu einer Toilette stoppte ich bei einem Radfahrer, der unweit von mir zeltete. Gestartet ist er in Hamburg und sein Ziel ist das Nordkap. Schon crazy, er hat vor dort Anfang Juli, zu seinem 66 Geburtstag zu sein.
Ich gehe das ruhiger an und machte mir nach der Morgentoilette mein Frühstück.
Die ausgesuchte Wanderung ist auf der anderen Inselseite. Also einmal halb um und durch die Insel. Das Wetter ist gut und das muss genutzt werden.
Die Wanderung beginnt an einem kleinen Wanderparkplatz. Es geht durch den Wald in großzügigen Serpentinen nach oben bis das Rangeldalen erreicht ist. Nun folgte ein leicht Wanderpfad, der leicht auf und ab geht bis zum Ende des Tales. Ab dort geht es in meist kurzen Serpentinen nach oben. Dabei muss auch ein Geröllfeld überquert werden oder, so dachte ich mir, bei dem Alternativweg darum. Der war zwar schön, endete jedoch dann im Geröllfeld ohne erkennbaren weiteren Verlauf. Also einmal quer über das Geröllfeld zum anderen Weg. Weiter steil nach oben bis kurz vor dem Gipfel nochmal ein Geröllfeld zu erklimmen war.
Oben am Gipfel der Matmora gab es einen wahnsinns Ausblick in alle Richtungen. 😀
Nach einer Pause versuchte ich den weiteren Weg. Der führte nach ungefähr einem Kilometer auf einem Grat. Da der Grat breit war, war es kein Problem, bis zu einer herausfordernden Stelle. Ca. 4 Meter nach unten über einen Erdweg und dann auf einem schmalen Pfad (zwei Fuß breit) am Abhang einen Fels umlaufen um dann wieder nach oben zu kommen. Bis zu dem Pfad bin ich und dann wieder zurück. Ohne Sicherung fühlte ich mich da nicht so sicher, zumal ich nicht wußte was noch kommen wird. Bevor ich wirklich zurück bin, versuchte ich es auf einem abgehenden Weg. Der war ebenfalls nicht ohne und endete dann einfach im Nichts.
Ergo: Zurück. Das bedeutete, das ich wieder hoch zur Matmora laufen durfte. Auf der anderen Seite hatte ich so erneut einen tollen Ausblick. 😀
Dann aber: Der Rückweg den Berg herunter antreten. Das klingt einfacher als es war. Durch die Steigung und dem Untergrund hieß es schön aufpassen.
Die Rückfahrt unterbrach ich in Svolvær aus zwei Gründen. Zum einen das Auto laden und zum shoppen. Von einem Kreisel abgehend kommt man relativ einfach zu einem Shopping Center. Etwas Kokosmilch hatte ich erneut gekauft. Kapern habe ich jedoch wieder nicht gefunden.
Am Campingplatz angekommen machte ich mich auf zum Duschen. Im Gesicht merkte ich da, das ich leicht weiß war. Das kam vom Salz, das ich auf der Tour ausgeschwitzt hatte.
Den One-Pot-Thunfisch gab es danach mit Nudeln und leider ohne Kapern. Gegessen wurde im Zelt, den die Sonne verschwand hinter dem Berg, womit der Zeltplatz im Schatten lag. Ohne Wind kamen gleich wieder nervende Kriebelmücken. 🫤 Mein Zelt lässt es zu, im Innenzelt einen Teil des Stoffes so zu teilen, das ein Mückenschutz immer noch vorhanden ist. So hatte ich beim Essen zumindest eine nette Aussicht.
Wanderung: ~9 Kilometer, ~890 Höhenmeter
16. Juni – Moskenes oder doch nicht!?
Es war ein schöner sonniger Morgen. Für das Frühstück hatte ich mir eine der Tisch-Bank-Kombination in der Nähe meines Zeltes geschnappt. Es folgte ein Packen aller Sachen, denn es stand ein Wechsel des Campingplatzes an.
Ziel war der Campingplatz in Moskenes um an das untere Ende der Lofoten zu kommen. Die Idee dabei war ab dort langsam in den folgenden Tagen nach Norden zu ziehen. Einen Zwischenstopp in Napp hatte ich im Navi eingeplant.
So fuhr ich los und stoppte immer wieder um Fotos zu machen. Um nicht die ganze Zeit die E10 zu fahren, bog ich auf eine vorgeschlagene alternative Route ab. Einige Kilometer vor Napp sah ich ein Schild, das mich zum Abbiegen brachte. Lofoten Wool hatte ich schon vor der Reise bei meiner Suche nach lokaler Seife entdeckt. Der kleine Laden ist voll mit Wolle und Wollprodukten. Die Wolle dazu kommt von den eigenen Schafen, sowie Schafen aus der Gegend, erfuhr ich in einem Gespräch. Seife gab es ebenfalls, die mit Schaffett hergestellt wird. Recht dünne Seifen waren das. War dann doch nicht so interessant. Dafür entdeckte ich einen schönen Schal aus Wolle mit verschiedenen Nuancen von Rot.
Auf dem, weiteren Weg nach Napp stoppte ich für weitere Fotos. Da hielt ein Auto und das Fenster ging runter. Es stellte sich heraus, das dies ein Pärchen war, mit dem ich mich in Nyksund unterhielt. Sie meinten am nächsten Tag die Tour zum Reinebringen unternehmen zu wollen. Genauso wie ich. Es wird sich also zeigen, ob man sich wieder trifft.
Napp war bald erreicht. Der Shop dort, Lofoten Seeweed hatte ich ebenfalls auf der Seifensuche entdeckt. Es gab genau eine Sorte von Seife, die ich nahm. Dazu kam dann noch dehydrierte Tang, der für Salat, Pasten usw. verwendet werden kann, sowie eine spezielle Salzvariation. All das gab es vor Ort zum probieren mit Erklärung.
Dort legte ich gleich noch eine Pause ein. In der Sonne vor dem Laden mit einem Kaffee und einem großen Cookie. Es gab dann sogar noch ein nachfüllen des Kaffees, wozu die Verkäuferin von sich aus mit der Kanne nach draußen kam. Insgesamt ein Laden mit sehr freundlicher Bedienung, die alles gut erklärte.
Als ich beim Campingplatz in Flakstad vorbeikam, schien die Sonne immer noch. Hm. Also die Wettervorhersage gecheckt und die Idee mit dem Campingplatz in Moskenes fallen gelassen. Nach der Anmeldung beim Lofoten Beach Camp suchte ich mir einen Zeltplatz im Dünenbereich vor dem Strand. Mein rotes Zelt war von weit her zu sehen. 😀
In der Beach Bar, die zum Campingplatz gehört, bestellte ich mir nach dem Aufbau einen Flat White mit einer Waffel. Die gab es mit Marmelade und Früchten. 😊
Da es noch früh am Tag war, ich jedoch keine anstrengende Wanderung unternehmen wollte, machte ich mich auf nach Å. Å ist der südlichste Ort der Lofoten. Ich kenne es noch als ein Fischerdorf in dem nicht viel los ist. Tja, das hat sich deutlich geändert. So viele Leute die dort mit Bussen angekarrt werden, ist mir neu dort.
Zurück am Campingplatz unternahm ich, was ich mir vorgenommen hatte – ins Meer gehen. Es war mittlerweile bewölkt, bei 12 Grad mit spürbarem Wind (Bft. 3). Immerhin bis zum Bauchnabel habe ich mich rein getraut. Und sogar geduckt in eine herankommende Welle. Als ich aus dem Wasser rauskam, fühlte es sich gar nicht mehr so kalt an. Dennoch, schnappte ich mir alles, was ich vorbereitet hatte und machte mich auf zu den Duschen. Die heiße Dusche war sehr angenehm. Später hatte ich nach der Wassertemperatur recherchiert und diese lag wohl bei 10 Grad.
Am Zelt suche ich mir einen größeren Stein als Windschutz für den Campingkocher um mein Abendessen zuzubereiten. Etwas einfaches. Nudel mit Pesto, das mit Knobi und Zwiebel die ich angebraten hatte verfeinert wurde.
Am späteren Abend machte ich es mir in der Beach Bar gemütlich.
17. Juni – Reinebringen
Der Wind des Abends hatte deutlich nachgelassen. Das Frühstück am Zelt war direkt angenehm. Noch zierten sich die höheren Berge und versteckten ihre Spitzen in den Wolken.
Durch die Bewölkung ging ich den Tag ganz langsam an. Alles nötige für die Wanderung wurde gepackt, um anschließend nach Reine zu fahren. Dort parkte ich auf dem Parkplatz am Hafen. Eigentlich sollte das Auto durch die Kameras automatisch erfasst werden. Die App Easy Park und die alternative Webseite gaben jedoch an, das ich nicht auf dem Parkplatz bin. Das wird sich möglicherweise später lösen.
Die Tour startete ich mit einem Umweg über den örtlichen Bäcker. Was süßes für die Gipfelpause. 😊 Der Weg führt durch Reine und danach an der E10 bis zum eigentliche Einstieg. Vom Parkplatz bis zur Spitze sollen es 2,8 Kilometer sein. Am eigentlichen Einstieg zog ich die Jacke aus um im T-Shirt den zweiten Abschnitt nach oben anzugehen.
Vor 15 Jahren hieß es für mich hier auf einem Gravelpfad nach oben kraxeln. Nun, die Zeiten haben sich geändert. Nur noch 1,1 Kilometer. Nur noch 1978 Stufen. Nur noch ein kleiner Gravelteil ganz oben. Nur noch gut 480 Höhenmeter.
Was war ich froh, das es beim Weg nach oben noch bewölkt war. Witzig war eine kleine Gruppe aus Spanien, die parallel mit mir ging. Durch die unterschiedlichen Pausen trafen wir uns oft. Die eine Spanierin meinte immer – Nur noch zwei Minuten. 😂
Oben angekommen lichteten sich die Wolken langsam. Ein paar Bilder, bevor es Zeit war für den Gipfelsnack. Ich hatte mir dazu etwas typisch norwegisches in der Bäckerei gekauft – eine Zimtschnecke. 😀 Ich aß jedoch nur einen Teil ganz oben, den anderen weiter unten. Oben war doch viel los. Nicht wie früher, wo wir nur zu fünft dort oben waren.
Als ich den weiteren Weg hinunter anging, kam mir bei den ersten Stufen jemand bekanntes entgegen. Wie am Vortag scherzhaft gesagt, trifft man sich vielleicht bei der Tour und so war es dann auch. Wir sind dann sogar nochmal ein paar Meter wieder zurück; also nach oben, denn die Sonne kam immer mehr heraus.
Die ganzen Stufen nach unten sind wir zusammen gelaufen und haben uns gut unterhalten. So kam der Abstieg gefühlt sehr kurz vor. Oben hatten wir wegen dem Wind noch Jacken an, auf dem Weg nach unten wurde es immer weniger. Unten angekommen, fühlten wir beide uns als würden wir auf einer Wolke laufen. Durch die vielen Treppenstufen fühlte sich das Laufen auf einer ebenen Fläche merkwürdig an. Der Effekt war aber bald wieder weg.
In Reine trennten sich unsere Wege. Sie lief zu ihrem Auto um zur Unterkunft zu fahren und dann ihrem Mann die Möglichkeit für die Tour zu geben, der sich um das Baby kümmerte. Meiner war der zum Parkplatz. Die App hatte immer noch keine Bestätigung, das ich dort parkte. So schrieb ich eine kurze E-Mail an die Kommune, wie es auf einem Schild auf dem Parkplatz stand.
Dann parkte ich kurz um, um das Auto zu laden. Während dessen konnte ich die Schuhe tauschen, sowie ein paar andere Dinge erledigen.
Auf Sakrisøy stoppte ich bei Anita’s Seafood Café. Ein Cappuccino mit einer warmen Zimtschnecke bestellte ich mir. Das was ich dort an Fischburgern und sonstigem Essen sah, sah gut aus. Da beschloss ich an einem anderen Tag dort zu Abend essen.
Auf dem Rückweg hatte ich leider zweimal wieder Schnarchnasen mit ihren Wohnmobilen vor mir. Bis eine geeignete Stelle zum Überholen kam, dauerte es. Die sollten sich mal bei dem Fahrer des Müllwagens vom Vormittag erkundigen. Der war mit dem Müllwagen sehr zügig unterwegs gewesen.
Am Campingplatz angekommen entschied ich mich dazu den Tag ruhig ausklingen zu lasen. Duschen und dann am Zelt einen Kaffee, sowie Lesen bis zum Abendessen. Das ganze bei sonnigem Wetter, das am Strand mit dem immer wieder auffrischenden Wind kühler wirkte. Im Zelt war es sehr angenehm. 😊
Wanderung: ~5,5 Kilometer, ~530 Höhenmeter
18. Juni – Kvalvika Beach und Nesland – Nusfjord
Heute wurde ich etwas früher wach. Eigentlich ganz gut, da die Wettervorhersage für Nachmittags gemischtes Wetter ankündigte. Wie auch immer, erst mal Frühstück.
Die Fahrt zur ersten Wanderung war eine, zu einer der Nachbarinseln. Dazu musste ich über zwei schmale, gebogene Brücken fahren. Ist immer wieder eine interessante Sache, da diese so gebogen sind, das man den entgegenkommenden Verkehr nicht sehen kann. Also vor der Brücke checken, ob was entgegen kommt.
Dann ging es durch da Örtchen Fredvang, das eher wie eine weit verstreute Ansammlung von Häusern, denn einem Dorf erscheint. Weiter die Straße bis zur einer weiteren Ansammlung von Häusern. Der Fluß Markelva ist eher ein kleiner Bach, der die geschotterte Straße quert. Das ist der Startpunkt der Tour.
Es ging durch ein Tal, dem Bach lose folgenden. Es ist am Anfang ein Weg, der immer wieder durch ein Feuchtgebiet geht. Daher ist der Weg oft mit Holzblanken ausgelegt. Wenn es nicht durch eine offene Landschaft ging, ging es durch einen Birkenwald. Vorbei an insgesamt drei Seen, bis ich zum Kvalvika Beach kam. Unterwegs sah ich Zwei ihre Zelte zusammenpacken und einige, die mir mit kompletten Gepäck begegneten. Ich war somit die Einzige, auf einer Tagestour.
Angeblich sollen in dieser Gegend Schafe weiden. Gesehen hatte ich keine, dafür aber einen Hasen.
Kvalvika Beach besteht aus drei Sandstränden. Den ersten sah ich schon von oben aus dem Tal kommend. Die nächsten zwei sind von jeweils großen Felsen getrennt. Bei dem ersten Felsbereich entschloss ich mich unten rum zu gehen. D. h. durch das Wasser. Dazu zog ich die Schuhe aus, krempelte die Hose hoch und umging die Felsen. Das kalte Wasser kribbelte ordentlich. Bei der zweiten Felsblockade zum dritten Sandstrand versuchte ich es genauso, brach aber ab, da dort das Wasser zu tief war. Ohne Hose wäre es möglicherweise gegangen, aber bei der Wassertemperatur(!).
So trocknete ich meine Füße nach der Kneipp Tour ab und machte mich oben herum um die zweite Felsblockade. Angekommen am dritten Sandstrand war mir klar, wo die ganzen Tourer mit ihrem vollen Gepäck herkamen. Noch standen hier acht Zelte in Strandnähe.
Kvalvika Beach selbst erstrahlte in der morgendlichen Sonne mit tollen Türkis- und Blautönen.
Von hier war der Weg bergauf. Wobei “der Weg” nicht so einfach zu sehen war. Es gibt in dem Wirrwarr von Steinen teils keinen Weg von unten zu sehen. Egal, einfach nach oben. Es passte schon. Auf der anderen Seite ging es länger durch ein Feuchtgebiet. Auch hier wieder auf Holzbohlen. Auf dieser Teilstrecke vom Strand bis zur Straße (Wanderparkplatz) kamen mir reichlich Wanderer entgegen. Kein Wunder, ist das doch der kürzeste Weg zu den Stränden. Schöner ist jedoch der, den ich lief.
An der Straße angekommen folgte ich dieser gut 3,8 Kilometer. Eher langweilig an der Straße, aber es gibt leider keinen alternativen Weg.
Da es gerade erst Mittagszeit war, machte ich mich auf zur nächsten Tour. Wobei, nicht ganz am Dorfende von Fredvang, vor der ersten Brücke stand ein Food Truck. Dort bestellte ich mir einen Burger. Die Lebensmittel dazu kamen angeblich alle aus der Gegend. Lecker war er zumindest.
Jetzt aber tatsächlich weiter zur nächsten Tour. Der Startpunkt ist in Nesland. Gar nicht so weit weg, durch die Schotterstraße ist es dann doch eine längere Fahrt, zumal hier dann auch Schafe neben und auf der Straße waren.
Von Nesland ging ich den Fiskersti nach Nusfjord. Der Pfad geht immer wieder auf und ab; immer wieder durch offene Landschaft oder durch Birkenwälder. Aber vor allem geht er immer in der Nähe der Küste entlang. Durch das auf und ab usw. braucht man für die gut 5,5 Kilometer einige Zeit. Abwechslungsreich wurde der Weg durch die Querung eines Felssturzes. Dort lagen riesige Felsbrocken und auf einigen war das rote T der Wegmarkierung zu sehen. Such dir deinen Weg und falle in keine der Spalten!
Später kam dann noch eine Holzleiter nach unten, mit einem Abschlussklettern an einem Seil Klettern musste eh immer mal wieder auf dem Weg.
Nusfjord war relativ ausgestorben. Nur eine Hand voll Personen war im Hafenbereich zu sehen. Mehr sah ich erst vor der Pizzeria und im alten Landhandel, der nun ein Café ist. Dort machte ich es mir mit einem Flat White und einer Waffel gemütlich. Der alte Landhandel ist ein Café, aber auch ein Museum mit dem was dort alles zu sehen ist. In ganz Nusfjord sind einige Gebäude als Museum zu begehen. So kann man nachvollziehen wie der Fischfang und die Verarbeitung einmal war. Ebenso der Walfang.
Zurück ging es fast auf dem selben Weg. Aus dieser Richtung sind die Markierungen nicht ganz identisch. So kam ich z. B. nicht mehr an der Leiter vorbei. Die spannende Felskletterei kann jedoch nicht umgangen werden. Nicht so einfach dort, irgendwie aber auch spaßig.
Die Wanderung endete somit wo sie begann, in Nesland. Zurück ging es wieder über die Schotterstraße und dann die normale Straße zum Campingplatz. Dort angekommen war die Heckscheibe völlig zugestaubt. 😂
Nach einer nötigen Dusche machte ich mir Nudeln mit Pesto. Es war schon später und zu richtigem kochen hatte ich keine Lust mehr.
Über “Nacht” zog der Himmel zu. Es sollte regnen. Leider immer wieder für die nächsten drei Tage. Damit macht ein Wechsel des Campingplatzes keinen großen Unterschied. Somit beschloss ich, drei Tage länger auf diesem Campingplatz zu bleiben und zu schauen, was gehen wird.
Wie ich morgens das erste Mal wach wurde, hörte ich leichten Regen, der auf das Zelt prasselte. Ich drehte mich um und schlief wieder ein. Als ich dann wach wurde, war es ok zum Aufstehen. Für das Frühstück saß ich im Zelt, mit der zum Strand offenen Seite.
Die Berge im Hintergrund hatten wolkenverhangene Spitzen, ansonsten sah es ganz gut aus. Dennoch verkroch ich mich zum Lesen im Zelt für einige Zeit. So ganz geheuer war mir das Wetter nicht.
Am späteren Nachmittag machte ich mich auf nach Sørvågan. Unterwegs stoppte ich in Hamnøy. Beim dortigen Bäcker kaufte ich eine Zimtschnecke und einen Kaffee. Beides gab es in der Sonne vor der alten Bäckerei.
In Sørvågan fand ich auf dem Parkplatz gerade so noch einen Platz für das Auto. Von dort machte ich mich auf die Tour. Das erstes Highlight war bald erreicht – ein schöner Wasserfall. Der Pfad querte einen kleinen Bach um dann zu einem See zu gelangen, an dem es entlang ging. Immer wieder mal über größere Steine und Wurzeln.
Am Ende des Sees nahm ich wohl den falschen Pfad und befand mich auf einem noch kleineren Pfad nach oben. Die Richtung stimmte, daher merkte ich es nicht sofort. Bis auf das knifflige Ende, dem hochklettern an einem 1,5 Meter hohen Felsblock am steileren Hang war es ein schöner Weg.
Dann war ich wieder auf dem eigentlichen Weg. Leicht bergab, um dann länger bergauf zu gehen. So im Inselinneren wurde es bald schon fast so wie in höheren Lagen in den Alpen. Viel Fels, Gras und höchstens kleine Büsche.
Der Munkebu ist ein See in einer Senke. Neben diesem ist eine DNT-Hütte, in der Mitglieder übernachten können.
Unterwegs lief ich an Schneefeldern vorbei, bei meist sonnigem Wetter. Die Gipfel der Berge ringsum versteckten sich in den Wolken. Da die Wolken eher dunkel waren, kehrte ich ohne größere Pause wieder um. Auf dem Rückweg gab es in meiner Laufrichtung auf einer Seite große helle Wolken, die sich über die Berge in das Tal bewegten. Das war schon ein tolles Naturschauspiel. Die dunkleren Wolken hinter mir aber auch.
Bergab bin ich den eigentlichen Hauptweg gelaufen. Damit kam ich über zwei längeren und steileren Felsen hinunter. Damit das gefahrlos geht, sind an beiden Abschnitten Ketten gespannt.
Wohlbehalten kam ich am Startpunkt wieder an. Morgens hielt ich zwischendurch für Fotos, was auf der Fahrt zurück zum Campingplatz nicht geschah.
Nach der Dusche machte ich mir ein Curry mit Gemüse und Reis.
An der Rezeption schaute ich kurz vorbei und buchte die Übernachtungen für drei weitere Tage. Der ursprünglich mit eingeplante Campingplatz in Moskenes entfiel damit. Denn dorthin zu wechseln, war nicht nötig, da ich die südlichen Touren bereits hinter mir hatte.
Zum Ausklang gab es an der Beach Bar an diesem Abend Live Musik.
Wanderung: ~10,3 Kilometer, ~720 Höhenmeter
20. Juni – Ryten?
Es regnete am frühen Morgen, kombiniert mit reichlich Wind. Ich drehte mich noch ein paar Mal um, bis ich, für mich sehr spät aufstand. Es wurde warm im Zelt. Der Grund: Der Regen hatte aufgehört, kaum Wind und die Sonne zeigte sich. Supi. Frühstück am/im Zelt.
Eine Recherche nach dem Frühstück ergab fast überall in der Nähe (Fahrtzeit ~1 Stunde) das selbe bescheidene Wetter. Also versuchte ich es mit einer Tour in der Nähe. So fuhr ich erneut nach Fredvang bzw. dem dahinter liegenden Indresand.
Kaum dort angekommen, fing es an leicht zu nieseln. Es gibt definitiv besser Voraussetzungen für eine Tour. Mit der Regenjacke zog ich somit los auf die Tour zum Ryten, von dem man die Sandstrände von Kvalvika sehen kann. Die Tour lt. Wanderführer macht auch einen Abstecher zum Strand, den ich auslassen wollte. Dort war ich bereits zwei Tage zuvor bei Sonnenschein.
Wie sich herausstellte, ist diese Tour sehr beliebt. Bis zu diesem Tag, die meistbesuchte während meines Urlaubs. Zu denken, ich wäre die Einzige die bei so einem Wetter los macht, ist eine Fehlannahme gewesen.
Unterwegs fluchte ich kurz, da ich die Stöcke im Auto gelassen hatte. Von der Steigung war es kein Problem, nur mit den Steinen, Felsen und dem gelegentlich rutschigen Untergrund hätten diese mehr Sicherheit geboten.
Auf dem Weg nach oben nieselte es schön weiter. Dazu kam dann ein deutlicher Wind – 5 Bft, in Böen bis 7 Bft. Da Teile des Weges über Holzblanken und teils sogar mit einem Meter Höhe verlaufen, hieß es gut aufpassen. Aufpassen war ebenfalls an ein paar leichten Kletterstellen angesagt.
Am Sattel, ab dem es weiter zum Gipfel oder nach unten zum Strand geht, hatte ich so langsam genug. Ein paar Meter lief ich noch zum See Forsvatnet, dann kehrte ich um. Es waren nur etwa 11 Grad, deutlicher Wind und Nieselregen. Den Gipfel des Ryten zu erklimmen war zusätzlich wenig anregend, da dieser in den Wolken versteckt war.
Nun also zurück, was nicht einfach war. Rutschig auf dem Erdboden, den Steinen und Felsen. Aufpassen war also angesagt.
Etwas wärmendes wäre nun gut. Zurück, über den Campingplatz fuhr ich bis Vikten. Dort gibt das Glasshytta Vikten. Eine Glassbläserhütte und Café. Die Tische des Cafés sind dabei im Shop verteilt. Ich wählte für mich einen Tisch im Raum wo der Glasbläser gerade seiner Arbeit nachging. Abgesehen davon, das dieser Bereich gut gewärmt war, konnte ich so dem Glasbläser zuschauen, wie viele andere und dabei meinen Flat White mit einem Stückchen genießen.
Sodann ging es zurück zum Campingplatz. Auf allen meinen Fahrten an diesem Tag, wie auch an den vorherigen war ich fasziniert von der Landschaft. Berge und davor Sandstrände mit türkisfarbenen Buchten. Die Wiesen mit ihren Blumen.
Am Campingplatz war es trocken und sommerlich. Sonne und kein Wind. Nach der obligatorischen Dusche gab es daher einen Kaffee am Zelt. Ich fing dann auch gleich an mit dem Abendessen. Knobi und Zwiebeln wurden in Chilli-Rapsöl angebraten. Dazu kam eine kleingeschnittene Paprika, die mitbruzeln durfte, bevor eine Packung Tomaten in Stücke darüber kamen. Ein paar Kräuter, Salz und Pfeffer. Den zuvor gekochten Reis gab es dazu.
Wie ich mit dem Spülen nach dem Essen beschäftigt war, wurde es wieder deutlich dunkler bewölkt, wie am Morgen. In der Beach Bar bei Live Musik war das weniger wichtig.
Wanderung: ~4,5 Kilometer, ~180 Höhenmeter
21. Juni – Regentag
Es regnete, wie ich wach wurde und soviel schon vorneweg, es änderte sich während des Tages auch nicht mehr wirklich. Eine kleine Regenpause gab mir die Möglichkeit am Zelt zu frühstücken. Wobei, nur die Zubereitung war im freien ohne Regen. Gegessen hatte ich im Zelt, da es schon wieder regnete.
Mit dem Spülen des Geschirrs hatte ich mir Zeit gelassen. In der Tageszeitung gab es ein paar interessante Artikel, die die Zeit überbrückten bis zur nächsten Regenpause.
Als das Geschirr gewaschen war, zog ich mich dem Wetter entsprechend an und machte mich auf nach Ytresand, das bei Fredvang liegt. Somit lag der Ausgangspunkt der Wanderung sehr nahe dem, des vorherigen Tages.
Der Wanderparkplatz war voll, nachdem ich dort parkte. Hatte gar nicht so viel an diesem Regentag dort erwartet. Die Wanderung ging an einem Berghang schräg und stetig nach oben. Auf dem Weg nach oben, bei Nieselregen gab es immer wieder schöne Blicke zurück. Der böige Wind schmälerte das Erlebnis etwas.
Dann machte der Weg einen Bogen um den Hang; jedoch weiter nach oben gehend und somit zum ersten Gipfel. Weiter in eine Senke und wieder nach oben kam ich am zweiten Gipfel an. Hier bot sich ein toller Blick auf die Sandstrände und die Berge im Dunst.
Den Weg zum letzten Gipfel hatte ich angetreten, dann wurde der Wind jedoch sehr stark, womit ich umkehrte. Alle anderen schienen an diesem Tag ebenfalls nur bis zu dem zweiten Gipfel (Røren) gelaufen zu seien. Weiter sah ich keine Person laufen. Kein Wunder, den weiter hieß noch ausgesetzter am Inselzipfel im starken Wind laufen, für eine Aussicht in die entgegengesetzte bergige Küstenlandschaft, wo doch die wesentlich interessantere Sicht bei Røren ist.
Auf dem Rückweg machte ich in Ramberg in einem Café halt.
Am Campingplatz angekommen, gab es eine Regenpause. Diese nutzte ich direkt für die Dusche.
Die Zeit bis zum Abendessen verbrachte ich mit lesen im Zelt, denn, oh Wunder es regnete.
Für das Abendessen bin ich zuerst nach Reine gefahren. Erst bekam das Auto sein “Abendessen” am Schnelllader. Auf der Insel Sakrisøy bei Reine ist Anitas Sjømat. Dort soll es mit den besten Fischburger auf den Lofoten geben. Ein Grund, dort vorbei zu schauen. Ich bestellte mir den Burger Winnie The Pooh. Ein Burger mit einem Fischpaddy, geräuchertem Lachs, Shrimps und Salat. Richtig lecker. 😋
Am Campingplatz ging ich direkt in die Beach Bar. Es waren nur noch 10 Grad, so wie an vielen Tagen zuvor, jedoch mit Regen und Wind fühlte sich das deutlich kälter an. Nach der Wettervorhersage waren es “Feels like 0”.
Da es ein Wochenendetag war, gab es wieder Live Musik. Nebenbei konnte man die Saunabesucher beobachten. Es gibt zwei Saunen mit Panoramafenster zum Strand. Die Abkühlung nach dem Schwitzen ist das Meer.
Wanderung: ~4 Kilometer, ~160 Höhenmeter
22. Juni – Relax-Tag
Als ich morgens wach wurde regnete es und stürmte. Wie an den letzten Tagen – umdrehen und weiterschlafen. 😅 Wie ich aufstand, dachte ich erst an ein Frühstück in der Beach Bar. Beim Weg zur Toilette, merkte ich, das es gerade ganz gut aussieht. Daher hatte ich mir vor dem Zelt ausreichend Wasser für den Kaffee und das Porridge gekocht. Der Kaffee war aufgesetzt und das Porridge zubereitet. Damit konnte ich alles wieder in das Zelt packen und dort Frühstücken. Das war genau die richtige Intention und der richtige Zeitpunkt. Kaum war das Zelt zu, begann es wieder zu regnen. Das machte mir ja nix, da ich Kaffee und Porridge im warmen und trockenen Zelt hatte.
Es war eh ein Relax-Tag geplant. Auszeit für die Beine; schließlich gingen alle Touren mehr oder weniger immer nach oben. Die ganze Zeit im Zelt rum sitzen wollte ich jedoch auch nicht. Daher ging es mit dem Auto auf eine erste Tour. In Ramberg kaufte ich Lebensmittel für die nächsten Tage.
In der näheren Umgebung bin ich an ein paar Orte gefahren, um zu fotografieren. Es war neblig, trüb und regnerisch; dennoch hatte das alles eine gewisse Stimmung, die ich versuchte in Fotos fest zu halten.
Zur späteren Mittagszeit bin ich in der Beach Bar eingetrudelt. Eine Waffel mit Salat und Lachs war das Mittagessen, mit einer Zimtschnecke als Nachtisch.
Im Zelt verkroch ich mich einige Zeit danach. Ein Podcast über Roswell-Aliens vorgetragen von Rahel und Christian im Stay Forever Podcast.
Ein weiterer Anlauf zu einer Fotorunde wurde gestartet. Diese endete fast gleich. Auf dem Weg vom Zelt zum Auto hatte ich keine Regenhose an und prompt fing es richtig an zu schütten. 🙃 Also mit dem Auto soweit zum Zelt wie möglich; dorthin gelaufen und umgezogen (diesmal Regenhose!). Nun konnte ich los zur Fototour.
Es gab einige schöne Stellen, die bei dem Wetter durchaus ihren Reiz hatten.
Da ich dabei wieder bis Reine kam, wurde nochmals der Akku geladen.
Am Campingplatz gibt es zwar ein Zelt in dem reichlich Platz ist, um bei so einem Wetter zu kochen und zu essen, da ich aber schon mal in Reine war, hieß das, das ich wieder durch Sakrisøy komme. Somit bin ich wieder zu Anitas Sjømat. Eine Fischsuppe wurde es an diesem Tag.
23. Juni – Kabelvåg – Svolvær
Es hatte geregnet, während ich schlief. Für das Kochen des Wassers für Kaffee und Porridge hatte ich gerade so eine Regenpause erwischt. Ergo: Frühstück im Zelt.
Es folgte ein packen aller Sache im Zelt. Die einzelnen Taschen packte ich auf einen Handwagen, den ich morgens beim Toilettengang auf dem Rückweg mitnahm. Dazu kam das schmutzige Geschirr. Dann wurde das Zelt abgebaut – im leichten Nieselregen. Es gibt schönere Momente dafür.
Mit dem Wägelchen wanderte ich zum Auto, um alles zu verladen. Erst nachdem ich den Handwagen wieder zurückgebracht hatte, wusch ich das Geschirr.
Die Abfahrt vom Campingplatz verzögerte sich noch etwas. Erst kaufte ich zur Erinnerung ein T-Shirt in der Beach Bar und genoss noch einen letzten Kaffee.
Die Fahrt nach Kabelvåg war komplett im Regen. In Borg machte ich einen ganz, ganz kurzen Stopp am Wikingermuseum. Ein Bild und weiter. Im Museum war ich 15 Jahre zuvor schon. Vermutlich hat sich in der Zwischenzeit einiges dort getan. Jedoch standen sehr viele Autos, Vans, Wohnmobile und sogar einige Reisebusse auf dem Parkplatz. Das Gedränge innen mochte ich mir gar nicht vorstellen.
In Kabelvåg baute ich mein Zelt auf dem selben Campingplatz wie eine Woche zuvor auf. Der entscheidende Unterschied: Diesmal im leichten Nieselregen.
Eigentlich wollte ich mir noch einen Kaffee kochen, bevor es weitergehen sollte. Nur mein Piezo-Anzünder wollte nicht mehr. Dann halt ohne nach Svolvær. Dort wurde ich im Sportladen leider nicht fündig für einem Ersatz. In dem Shopping Center bin ich daher noch in einen Supermarkt. Dort kaufte ich ein Feuerzeug, damit kann der Gaskocher ebenfalls angezündet werden.
Es nieselte immer noch ganz leicht, dennoch unternahm ich einen Spaziergang durch Svolvær. Der erste Gang natürlich zu einem Café. Das Deja Brew hatte ich mir ausgesucht. Es ist in einem kleinen Einkaufszentrum und gemütlich eingerichtet. Zum Flat White bestellte ich mir Pancakes mit Banane und Erdbeermouse. 😋
So konnte ich mich auf die weitere Erkundung von Svolvær machen. Das Zentrum ist ein Marktplatz, der am Hafen liegt. Das alles ist sehr übersichtlich. So groß ist die Lofoten-Hauptstadt nicht. In Geschäften fand ich neben einem T-Shirt, eine Fleecejacke. Nach ein paar Tagen mit Regen merkte ich schon die Kühle. Ein paar Fleecejacken, die ich dabei hatte waren zwar dick aber eben nicht so dick. Irgendwie irre, mir war teils kalt, während es Zuhause 39 Grad waren.
Am späteren Nachmittag hörte es auf zu regnen. Damit konnte ich mein Abendessen in Ruhe am Zelt zubereiten und dort essen.
In einem der Gemeinschaftsräume unterhielt ich mich mit einem anderen Camper während uns das Feuer des Holzofens wärmte. So ging der Abend schnell vorüber. Nur noch Duschen und ab in den Schlafsack.
24. Juni – Henningsvær
Ich wurde doch tatsächlich durch die Wärme im Zelt wach. Das hatte ich schon einige Zeit nicht mehr gehabt. Blauer Himmel und Sonne. 😀 Damit war klar, das das Frühstück auf alle Fälle vor dem Zelt sein sollte.
Die Fahrt zum Parkplatz für die Wanderung war ungefähr 20 Minuten. Es gibt dort ein paar vereinzelte kleine Parkbuchten, die alle bereits voll waren. Somit blieb nur übrig kurz vor Henningsvær auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz zu parken oder auf dem gebührenpflichtigen (und sehr teuren) nah an der Einstiegsstelle der Wanderung. Ich nahm letzteres.
Das Schild an Einsteig der Wanderung behauptet “nur” 1,4 Kilometer bis zum Gipfel des Festvågtinden. Es kamen eine Handvoll Treppenstufen, um danach über riesige Felsblöcke zu kraxeln. Hat man das geschafft, geht es nur noch geradeaus nach oben. Direkt ist eben kürzer. Das ist schon ziemlich steil auf dem Abschnitt bis zum See Heiavatnet. Immer wieder sind die Hände zu nutzen, um halt zu haben.
Ab dort sieht man schon den Pfad auf einem Kamm nach oben gehen. Ebenso geradeaus und gut besucht. Der hinter mir liegende Weg war schon anstrengend, der von dort folgende noch deutlich mehr. Je höher ich kam, desto steiler und rutschiger wurde der Weg. Dafür ist die Aussicht super.
Runter ging es den selben Weg. Am See bin ich an diesem vorbei und bis zu einer kleinen Spitze, den Nippen gelaufen. Von dort hat man meiner Meinung nach sogar den besseren Blick auf Henningsvær. Den von hier kann man mehr vom Ort erkennen als von weiter oben.
Bis zur Straße kommt ebenfalls wieder der selbe Weg, den ich hoch lief nur halt runter.
Diese Wanderweg grenzt schon ziemlich ans Limit dessen, was ein Wanderweg genannt werden kann. Es ist schon fast der leichteste Einstieg in die Kletterei.
So, nachdem ich Henningsvær von oben gesehen habe ging es natürlich auch nach Henningsvær. Ein ikonisches Fischerdorf heißt es. So wahr es nicht verwunderlich das dort viele Touristen unterwegs waren.
Neben einem Spaziergang durch den Ort gab es in dem Klatrekafeen einen Kaffee und einen Blaubeerkuchen. Das Klatre (Klettern) kommt u. a. dadurch, das dazu auch ein Shop mit Kletterartikeln gehört, sowie die Gegend um den Berg auf dem ich war auch ein Kletterberg ist.
Am Campingplatz war der Nachmittag mit relaxen und lesen bis zum Abendessen gestaltet worden.
Wanderung: ~4 Kilometer, reichlich Höhenmeter Keine Karte, da sich das GPS der Uhr in dem Einschnitt schwer getan hat mit der Aufzeichnung und einige Ausreißer zeigt.
25. Juni – Um Svolvær
Über Nacht war es wieder kühl. Im Schatten des Berges, ohne direkte Sonne spürte ich die 10 Grad deutlich anders. Ich hatte sogar die Zusatzbelüftung des Zeltes geschlossen. Das bedeutete das das Außenzelt morgens von Innen feucht war. War schon klar; besser wie frieren. Das wiederum war am frühen morgen gar nicht der Fall. Die Sonne zeigte sich beim Frühstück am Zelt von ihrer freundlichen Seite.
Später soll es lt. Wetterbericht regnen. Daher machte ich mich nach dem Frühstück gleich auf zu einer kurzen Wanderung in der Nähe. Diese startete in Osan, einem Vorort von Svolvær. Der Anfang war eher langweilig, auf einem Schotterweg bergauf bis ich nach 1,3 Kilometer den eigentlichen Einstieg erreichte. Ab hier war es dann wieder ein Pfad über Wurzel und Stein. 😀
Am Sattel entschied ich mich zuerst nach links, zu einer Spitze zu gehen. Es bot sich mir ein schönes und bewölktes Bild von Svolvær und den Inselchen drum herum.
Weiter, d. h. zurück zum Sattel und dort weiter zum nahen Tjeldbergtinden. Dort traf ich einen Local bei seiner Morgenwanderung. Still genossen wir die Aussicht.
Zurück ging es auf dem selben Weg. Nun kamen mir ein paar Personen entgegen. Zwei, die es wohl eher für einen Spaziergang hielten, so wie sie gekleidet waren. Das ist es jedoch nicht. Einfach ist der Weg schon, aber doch immer wieder feucht.
Am Auto angekommen, war es immer noch Vormittag. Nach der Wettervorhersage hatte sich der Beginn des Regens um fast zwei Stunden nach hinten verschoben. Im Wanderführer gibt es eine weitere einfache Wanderung. Von Svolvær zu einem Gipfel, mit der Option zu einem zweiten. Davor kommt man an einem See vorbei, der eine gute Aussicht bieten soll.
Somit nahm ich diese zweite Tour und beschloss sie aufgrund des kommenden Regens nur bis zu diesem See zu laufen. Auf dem steilen und felsigen Weg nach oben dachte ich schon, gut so zu entscheiden. Der Weg ist oft feucht, geht aber auch genauso oft über blanken Fels nach oben. Macht durch seine Abwechslung aber auch Spaß. Es geht durch viel grün, viel Farn, viele Birken. An einem unteren See vorbei, einem Bach mit Wasserfall entlang bis ich irgendwann oben am See war. Dort ist sogar eine große Holzplattform.
Von hier könnte man weiter auf den Tuva. Diesen Gipfel sieht man auf dem einen Foto über dem See. Oder in die andere Richtung, auf den Blåtinden. Auf den Tuva, wie erwähnt wollte ich von vornherein nicht und der Blåtinden versteckte sich schon in den dunklen Wolken.
Auf der Holzplattform war es leider zu windig für eine ausgiebige Pause. Somit machte ich ein paar Fotos und begab mich auf den selben Weg zurück. In diese Richtung waren die Felsen nochmal vorsichtiger zu nehmen; vor allem die, die schon nass waren.
Leicht durchgeschwitzt, entschied ich mich dazu den Campingplatz anzusteuern. Die Dusche war sehr angenehm. Auf den letzten Metern zum Zelt begann es dann auch leicht zu nieseln. Da war er, der angekündigte Regen.
Früher Nachmittag. In Svolvær suchte ich wieder das Deja Brew Café auf. Dort wurde ich gleich mit einem “Hallo, schön Dich wieder hier zu sehen” begrüßt. Das Café hat guten Kaffee, eine tolle Mannschaft und ist gemütlich. Hier war ich am Schreiben des Textes des Tages. Das geht am Besten mit einer Stärkung in Form von Pancakes. 😋
Es folgte ein Spaziergang durch Svolvær, bevor ich zum Campingplatz zurück kehrte.
Da es weiter regnete, machte ich es mir im Zelt gemütlich und las. Für das Abendessen packte ich alles in einen Beutel und lief zum Gebäude mit der Campingküche für alle. Dort machte ich mir ein Curry mit Gemüse und Reis. Dabei kam ich mit einer Schweizer Familie ins Gespräch. Dann kam sogar noch der Radfahrer, den ich dort zwei Tage zuvor traf.
Später lief ich zur Gemeinschaftshütte, da wir uns dort treffen wollten. Er war noch nicht dort, dafür eine Norwegerin, die es sich mit Kerzen auf dem Tisch gemütlich gemacht hatte. Wir kamen gerade ins Gespräch, als der Radfahrer zu uns traf. So waren wir – Emma, Wadim und ich – in dieser gemütlichen Hütte. Wadim sorgte für Feuer im Ofen, damit wir es bei unserer Unterhaltung gemütlich hatten und er seine Kleidung trocken bekam.
Es war bereits nach Mitternacht, als wir uns verabschiedeten und in unsere Zelte bzw. Auto verschwanden.
Guten Morgen Regen. Zum Glück nur ganz leichter Nieselregen.
Für das Frühstück machte ich mich mit meinem Beutel auf zu der einen Gemeinschaftshütte in der Nähe (eine andere wie am Abend zuvor). Dort traf ich Emma wieder, die genau aus dem selben Grund gerade dort ankam. Wir unterhielten uns erst mit einem anderen Camper und später mit einem Freund von Ihr, der sie abholte.
Ich erwähnte, das ich im August erneut in Norwegen sein werde und zwar in Trondheim. Da Emma aus Trondheim ist, gab sie mir einen Tipp für ein Café dort.
Das Zelt mit allem wurde im immer noch leichten Nieselregen abgebaut. Ich machte mich auf nach Hov. Dort auf dem Hov Gård wollte ich mein Zelt für drei Tage aufschlagen. Den Preis fand ich dann doch zu hoch, zumal es nur sehr einfache Sanitäranlagen dort gibt. Im Restaurant/Café gab es was zu Trinken und einen leckeren Karottenkuchen während ich mir die Gestaltung der nächsten Tage überlegte.
Die Entscheidung: Weiter bis zum bekannten Lofoten Beach Camp für zwei Tage und danach für einen Tag nach Hov Gård.
Damit war klar, das eine Weiterfahrt nach Flakstad kam, um dort wieder das Zelt am Strand aufzubauen. Das Zelt baute ich diesmal eher in der Nähe der Beach Bar und nicht am äußersten Ende des Strandes auf. Mit Kaffee und Lesen verbrachte ich den Nachmittag im Zelt. Es nieselte immer wieder, zum Abendessen bestand dann doch noch dieses am Tisch in der Nähe des Zeltes zu mir zu nehmen. Mein Zeltnachbar tat dies ebenfalls, womit wir uns während des Abendessens angeregt unterhielten.
Der Abend wurde in der Beach Bar verbracht. Noch war es ordentlich bewölkt, was sich über Nacht auflösen soll.
27. Juni – Uttakleiv
Der Morgen war schon wieder viel freundlicher. Es zeigte sich die Sonne und teils blauer Himmel. Dafür war der Wind etwas stärker. Aber kein Problem, ich öffnete einfach die dem Strand abgewandte Seite des Zeltes und konnte so im fast Windstillen frühstücken.
Mit dem Zeltnachbar kam ich auch an diesem Morgen wieder ins Gespräch. Am Ende fuhr ich ihn bis zum nächsten Ort. Ich hatte Zeit und für ihn war die langweilige Teilstrecke (Wandern mit vollem Gepäck) an der Straße und über zwei Brücken damit überwunden. Zurück am Campingplatz zog ich eine dünnere Hose an, um zur Wanderung zu fahren.
Die Fahrt nach Haukland dauerte länger. Zwei Wohnmobile mit gemütlicher Geschwindigkeit hatte ich vor mir. Auf der schmalen Straße nach Haukland dachten diese wohl, das der entgegenkommende Reisebus ihnen platz machen würde. Natürlich Fehlanzeige. Dann meinte eine aus dem einen Wohnmobil noch aufgeregt das ich zurück fahren sollte und ignorierte dabei, das hinter mir schon ein paar Autos waren. Wir fuhren alle zurück in Seitenwege. Nachdem der Reisebus an mir vorbei war, fuhr ich auf die Straße. An den Autos und Vans hinter dem Reisebus konnte ich ohne Probleme vorbeifahren und hatte somit die Wohnmobile abgehängt.
In Haukland machte ich mich auf den Wanderweg. Eigentlich dachte ich mir den einen Küstenweg mit dem Weg zum Himmeltindan, dem höchsten Berg von Vestvågøy zu verbinden. Der Himmeltindan versteckte sich jedoch in Wolken, womit ich beschloss nur den Rundweg zu laufen.
Auf einem alten Weg nach Uttakleiv verlief die Wanderung an der Küste entlang. Erst gegen den stärkeren Wind und auf det anderen Seite vom Berg war von diesem kaum was zu spüren. Uttakleiv streifte ich, nahm kurz die normale Straße und bog auf einen noch älteren Weg über einen Sattel ab. Dies ist der älteste Weg nach Uttakleiv, während der an der Küste der neuere ist. Zur Jahrtausendwende wurde es einfacher durch einen Tunnel. Damit konnten diese beiden Wege zu Wanderwegen werden.
Am Anfang zum Sattel stand ein Schild, das nach dem Sattel Wegarbeiten seien und man den Anweisungen folgen sollte. Soweit so gut. Am Sattel stellte sich heraus, das die Anweisung “geschlossen” hieß. Damit war der Rundweg kein Rundweg mehr. Über einen Pfad bin ich in einer Schleife zurück zum Weg nach Uttakleiv und dann den ganzen Weg zurück nach Haukland. Selbstverständlich war nun der starke Wind auf dieser Seite und somit wieder entgegen meiner Laufrichtung.
Am Ende wurde damit aus einem 8 Kilometer Rundweg ein über 13 Kilometer langer Weg.
Am Haukland Beach gab es daher eine Waffel und einen Flat White.
Uttakleiv und Haukland haben beide tolle Sandstrände mit herrlich türkisfarbenem Wasser. An beiden Stränden ist es erlaubt mit einem Zelt zu campen. Daher bieten auch beide Frischwasser, Abwaschmöglichkeiten und Toiletten. Man muss sich je nach Strand nur mit den ganzen Tagestouristen und/oder Schafen arrangieren.
Das Abendessen, Nudeln mit einer Soße aus Tomaten und Paprika sollte es am Zelt geben. Dann ging kurz vor dem Ende des Kochens das Gas aus. So bin ich mit dem Pot in die Küche für die Zelter gelaufen und habe es dort auf einer Herdplatte zu Ende köcheln lassen. Gegessen hatte ich im daneben stehenden Zelt.
Wanderung. ~13,4 Kilometer, ~320 Höhenmeter
28. Juni – Brattflogan – Hov
Das Frühstück konnte wieder am Zelt eingenommen werden. Das nötige Wasser kochte ich dazu in der Küche für die Zelter.
Das Abbauen des Zeltes war relaxt. Es war völlig trocken, was es schon länger nicht mehr war beim Zusammenpacken.
Entspannt bei Sonnenschein fuhr ich in das Slydalen (Tal) für die erste Wanderung. Der Weg von der Hauptstraße war jedoch ein geschotterter Weg und es gab ein paar Kühe, so wie viele Schafe. Die Schafe musste ich durchaus dazu bewegen, mir Platz zu machen.
Diese Wanderung ist eine leichte, die bewusst gewählt wurde. Ich wollte eine Tour in der Mitte der größten Lofoteninseln unternehmen. Es ging den Hang hoch. Links und Rechts kleine Büsche. Aufpassen musste ich eher auf den Weg, um nicht in die Hinterlassenschaften der Schafe zu laufen. Diese waren mit ihren Glocken gut zu hören; oft auch zu sehen.
Oben am Hügel, erreichte ich eine Hochebene. Diese war hauptsächlich mit Gras bewachsen. Hauptsächlich! Den was wäre eine norwegische Wanderung ohne durch ein morastiges Gebiet zu kommen. Es war schon gut, die wasserdichten Schuhe zu wählen.
Nach der Hochebene ging es erneut nach oben, bis ich den höchsten Punkt des Brattflogan erreichte. Es war zwar im Slydalen während der Wanderung schon bewölkt, es bot sich dennoch eine gute Sicht.
Same way back.
Auf dem weiteren Weg mit dem Auto kam ich am Lofotr Museum vorbei. Diesmal hielt ich dort um eine Kleinigkeit zu essen. Dort traf ich die Schweizer Familie wieder, mit der ich mich in Kabelvåg schon unterhalten hatte. Sie sind in das Museum; ich bin weiter nach Hov. Die Sonne kam wieder heraus. Es war eine schöne Fahrt mit guter Sicht auf den Berg Hoven, der als einziger Berg am Ende der Insel herausragt.
Da die Buchung schon am Tag zuvor erledigt wurde, konnte ich direkt einen Platz für das Zelt suchen. Den fand ich am Rand zum Strand. Bei der Entscheidung wurde ich von einer Norwegerin, die neben ihrem Zelt an einem Tisch saß angesprochen. Es war nicht das erste Mal, das man mich als Norwegerin vermutete aufgrund des norwegischen Kennzeichens am Auto. Wir kamen in ein längeres Gespräch (englisch und norwegisch gemixt) und stellten fest, das wir uns eventuell in ein paar Tagen auf Andøya wieder sehen.
Dann wurde tatsächlich noch das Zelt aufgebaut. Alles war soweit vorbereitet, womit ich auf die Tour zum Hoven gehen konnte. Mittlerweile war es leider wieder bewölkten das an einem Punkt der Lofoten, von dem die Mitternachtssonne gut anzusehen sei. Da sich die Bewölkung für den Rest des Tages nicht ändern sollte, machte ich mich auf die Tour.
Vom Hov Gård (Campingplatz!) lief ich über den mir dort mitgeteilten Weg. Was keiner sagte, war das der schöne Wanderpfad durch ein Feuchtgebiet läuft. Es wurde besser, als ich auf den eigentlichen Hauptwanderweg kam. Dieser war zwar hier und da matschig aber eben kein Moorgebiet. Fast ganz oben wurde es nochmals ordentlich steil, bis der Gipfel erreicht wurde.
Es bot sich eine tolle Rundumsicht. Schön wie die vielen Inseln zwischen den größeren liegen. Genauso wie der Strand am Campingplatz heraus leuchtete. 😀 Mein rotes Zelt war wieder Mal deutlich zu erkennen. 😀
Zurück dachte ich mir, lieber den Hauptwanderweg bis zum Golfplatz zu laufen um dem Feuchtgebiet aus dem Weg zu gehen. Tja, Pech gehabt. Der Hauptweg war matschiger.
Am Campingplatz kam ich mit meinen neuen Nachbarn aus der Hamburger Gegend ins Gespräch bevor es unter die nötige Dusche ging.
Auf dem Weg zum Restaurant im Hov Gård traf ich dann Beat mit Sohn (die halbe Schweizer Familie) sie warteten auf die anderen beiden. Da es der Tochter nicht gut ging, gingen nur Beat und sein Sohn zum Essen, womit mir angeboten wurde mit zu gehen. Das machte es einfacher für mich ohne eine Reservierung. Wir hatten beim leckeren Essen – ich mit Bacalao und später einem Schokodesert – ein angenehmes Gespräch. Gezahlt wurde getrennt, wobei Beat mir den Wein ausgab; ich das Brot mit Butter.
In der Nacht hatte es angefangen zu regnen. Wie ich aufstand, tröpfelte es ein klein wenig. Mit meinem Campingpot lief ich zum Restaurant. Es war kurz nach 7:00 Uhr und ab 7:00 Uhr gibt es dort ein Frühstücksbuffet, das gut aussah, mir nach dem Abendessen jedoch zu viel war.
Da ich kein Gas mehr hatte, fragte ich im Restaurant ob ich heißes Wasser bekommen könnte. Das war kein Problem. Damit bin ich zum Zelt zurück, machte mir meinen Kaffee und das Porridge.
Während des Frühstücks nieselte es, beim Abbauen des Zeltes zum Glück nicht mehr. Von meinen Campingnachbarn auf beiden Seiten verabschiedete ich mich. Die beiden Biker wollten den Weg langsam nach Hause antreten und die Norwegerin nach Stø und Nyksund. Je nachdem wie lange sie dort bleibt, kann es sein das wir uns in ein paar Tagen wiedersehen.
Im Regen fuhr ich nach Svolvær. Erstes Ziel war ein Sportgeschäft um Gas zu kaufen. Da ich in einem Einkaufszentrum war, kaufte ich gleich noch in einem Supermarkt Kaffee, Schokolade und Solo für die nächsten Tage. Solo? Solo ist eine norwegische Orangenlimonade.
Weiter ging es, immer noch im Regen bis Sortland. Zwischendurch war es sogar “nur” bewölkt. Daher prüfte ich das Wetter bei der Abbiegung nach Digermulen. Doch, leider nein, dort sollte es regnen, so wie an der Abbiegung. Daher macht ich mich direkt weiter.
In Sortland ging ich wieder zur Verkstedet. Bestellte hatte ich ein Focaccia, das warm gemacht wurde und was zu trinken.
Und weiter im mehr oder weniger reichlichen Regen. Am späteren Nachmittag kam ich in Bleik auf Andøya an. Bleik ist fast am äußersten nordwestlichen Ende diese Insel der Vesterålen. An der Rezeption wurde mir vorgeschlagen erst das Zelt aufzubauen und danach die Anmeldung zu erledige. Das habe ich gleich so gemacht, da es gerade nicht regnete. Das Zelt baute ich dort direkt am Rand zum Sandstrand mit Blick auf diesen auf.
Die Anmeldung war schnell erledigt. Dabei hatte ich gleich eine Seife gekauft, die mit dem Sand von genau diesem Strand hergestellt wurde. 😊
Jetzt erst einmal einen Kaffee und Schokolade. Den Kaffee machte ich mir in der Campingküche und im Aufenthaltsraum konnte ich auf mein Zelt, den Strand und die Insel Bleiksøya schauen. Wobei der Gipfel der Insel und die Gipfel der Berge auf Andøya alle in den Wolken waren. Wenn das Wetter besser werden sollte, wird es an einem der folgenden Tage zu eine Vogelsafari nach Bleiksøya gehen.
Ein einfaches Abendessen konnte ich mir am Zelt zubereiten und dort essen.
Ich las lange im Zelt, bevor ich einschlief.
30. Juni – Regentag
In der Nacht hat es wieder geregnet. Morgens war es eher windig. Das Wasser für das Frühstück hatte ich in einer Grillhütte, die in der Nähe des Zeltes war gekocht. Damit bin ich zurück zum Zelt und habe mein Frühstück im Zelt (geschlossen) zubereitet und zu mir genommen.
Anschließend ging es in das Gemeinschaftsgebäude für einen zweiten Kaffee. Dabei kam ich mit einigen anderen, die eintrudelten ins Gespräch. Einen Teil des Vormittags verbrachte ich im Geselligen, einen Teil mit Lesen.
Dann wollte ich mich auf eine Tour machen. Genau zu dem Zeitpunkt fing es an stärker zu regnen. Daher fuhr ich in den nächsten Ort Andenes. Erst wurde das Auto an Schnelllader um einige Prozent aufgeladen. Da es nicht besser wurde mit dem Wetter bin ich in das Lysverket Café. Ein gemütlich eingerichtetes Café, wo ich eine Zimtschnecke mit einem Flat White zu mir nahm.
Einen ganz kurzen Spaziergang unternahm ich in Andenes. Mehr nicht, den der Wind wurde stärker, bei gleichbleibenden Nieselregen.
Am Campingplatz verbrachte ich den Nachmittag so, wie den Vormittag. Kaffee, Lesen und mich mit anderen Campern unterhalten.
Der letzte Versuch des Tages für eine Wanderung endete am Ortsende. Als ich dort mit dem Auto am Startpunkt der Tour ankam, wurde der Wind so heftig, das es keinen Sinn machte eine Tour zu unternehmen.
Ergo: Zurück und das Abendessen in dem Gemeinschaftsgebäude gekocht und gegessen.
Der Rest des Tages war mit Lesen verbracht worden.
Starker Wind bedeutete an diesem Tag Windstärke von 5 -6 Bft, in Böen 8. Da wird selbst leichter Nieselregen ziemlich nervig und unangenehm.
01. Juli – Naturschutzgebiet
In der Nacht hatte es weiter geregnet. Wesentlich deutlicher war der Wind (Bft 6 (8)) zu spüren. Die Windverhältnisse änderten sich den ganzen Tag nicht. So war das Frühstück im Gemeinschaftsraum.
Am frühen Vormittag machte ich mich zu einer Wanderung in einem Naturschutzgebiet auf. Am Himmel waren Lücken in den Wolken, womit blauer Himmel zu sehen war und sogar die Sonne durchschien. Der Wanderpfad geht durch ein leicht hügeliges Gebiet mit vielen Seen und teils am Meer entlang. So lief ich in offener Landschaft mit niedrigem Bewuchs oder durch Birkenwälder. Die Runde war sehr schön und im Grunde einfach. Die Herausforderung war eher bei den heftigen Böen gerade laufen zu können.
Nach einer Pause am Campingplatz bin ich noch zu einer zweiten Tour losgefahren. Es war die Tour zum Andhauvet. Da sich schon die dunkeln Wolken ankündigten bin ich die geschotterte Straße zügig bis zum Einstieg gelaufen. Danach ging es nicht wesentlich langsamer den Wanderpfad bergauf. Je höher ich kam, desto stärker wurde der Wind. Gut 100 Meter vor dem Gipfel machte ich kehrt. Dieser letzte Abschnitt ist oben auf dem Berg im Freien und als ich dort ankam, war der Wind so stark, das ich kaum stehen konnte. Selbst auf dem Weg zurück, kam mir der starke Wind meist direkt entgegen, so das ich sehr konzentriert laufen musste.
Am Campingplatz folgte eine Dusche, bevor es nach Anderes ging. Dort wollte ich wieder in das Café vom Vortag, das leider nur bis 15:00 Uhr geöffnet hat. Da sie schon beim Abräumen war, gab es dort nichts mehr für mich. Im Einkaufsladen in Bleik ist ein Café dabei, wo ich einen Kuchen und Kaffee bekam.
Im Gemeinschaftsbereich wurde es gesellig. Später wurde dort gekocht. Wobei ich gerade anfangen wollte, wie mir gesagt wurde das die letzten Plätze für die Puffin-Tour am nächsten Tag um 16:30 Uhr vergeben wurden. Daher lies ich alles stehen und fuhr zum Schiff. Licht war dort zwar an, gesehen hatte ich jedoch keinen. Also Anrufen, den es sollte noch eine Zusatztour Ab 18:00 Uhr geben. Bei der Buchung konnten Erwachsene nicht gewählt werden. Das wurde gefixt, so das ich ein paar Minuten später dann die Tour buchen konnte. Damit war ich wesentlich beruhigter beim Abendessen. Nebenbei verlängerte ich meinen Aufenthalt am Campingplatz um einen Tag.
Am morgen konnte ich endlich wieder am Zelt mein Frühstück zubereiten und essen. Es war bewölkter, wie vorhergesagt, aber ansonsten ok.
Für die Tour auf den Måtinden wählte ich eine nicht so übliche Variante. D. h. vom Ortsende ging es auf einem Pfad eine zeitlang am Naturreservat entlang. Dann kam ich am ersten Berg an. Von dort verläuft der “Weg” an der Küste entlang. Im Grunde hat der Weg Spaß gemacht. Zwar gab es zwei Stellen, die an meiner Wohlfühlgrenze lagen, dennoch war es gut. Fast 2/3 des Weges klettert man über Felsen. Hoch, Runter und drüber. Zweimal so nah an der Wasserlinie, das ich den Eintrug habe, das dieser Weg bei Flut nicht geeignet ist.
Norwegischer Wanderweg, natürlich mit roten Punkten markiert. 😂 Wer sieht sie auf den Bilder?
Die zweite Stelle, ganz nah an der Wasserlinie ging um einen Grat. Zuerst folgte ich dem ausgetretenen Pfad nach oben. Der wurde aber ausgesetzter und sehr, sehr steil. Eine kleine Gruppe, die mir folgte fragte und wir beschlossen alle unten am Wasser entlang zu kraxeln. Das ging dann recht einfach. Danach war ich in einem Tal mit leicht hügeliger Landschaft. Bis fast zum Sandstrand ging es. Dann bog ich auf den Weg nach oben ab. Einen Hang hoch, erreichte ich eine flache Ebene mit einem See und einigen Schafen.
Die Schafe machten gemächlich Platz auf der Ebene, sowie auf dem weiteren Abschnitt bergauf. Oben am Sattel angekommen traf ich auf eine Wanderautobahn. Das ist der Weg, den die meisten von der Landstraße gehen. Bis hoch zum Måtinden folgte ich dem Strom. Die Aussicht von oben reichte sehr weit.
Zurück ging es bis zum Sattel und dann nach links, somit weg von der Wanderautobahn. Der Weg zum nächsten Gipfel verläuft auf eine weiten Ebene, auf der kein eindeutiger Weg zu sehen war. Ich folgte eher den unregelmäßigen Steinhaufen.
Nach dem Gipfel ging es auf eine Ebene bis unterhalb zum Anstieg des letzten Gipfels. Den lies ich links liegen und begab mich auf den Abstieg. Dieser war ordentlich steil; dennoch gut gehbar. So kam ich wieder in das Naturreservat. Am Rand von diesem ging es entlang bis zum Strand. Der Strandstraße folgte ich, bis ich zum Parkplatz am Rand von Bleik kam.
Eine Dusche war dann nötig. Ich lief im T-Shirt, da es warm war. Es war aber auch anstrengend.
Die Fotoausrüstung wurde gecheckt. Alles so eingestellt wie ich es für die Puffin Safari gebrauche.
Die Puffin Safari beginnt 20 Minuten vor dem eigentlichen Termin mit einer Einführung und den Sicherheitshinweisen. So stand es zumindest bei der Anmeldung. Da das Boot erst um 18:00 Uhr von der vorherigen Fahrt zurück kam, gab es die Infos an Board.
Auf der Fahrt nach Bleiksøya wurde uns einiges über die Papageitaucher erklärt. Das diese oft 40 Jahre alt werden und vermutlich bis zu 50 Jahre. Das sie einmal eine Partner gefunden, diesen ihr ganzes Leben lang haben, genauso wie es immer die selbe Bruthöhle ist.
Vor der Insel sahen wir dann schon die ersten Gruppen im Meer schwimmen. Auf der Insel hat man gar keine gesehen da oben auf der Insel einige Seeadler leben, die sich gerne von Papageitauchern ernähren. Wir standen einige Zeit vor der Insel, sind an dieser entlang und in einem Bogen zurück zum Hafen. Papageitaucher gab es im Meer reichlich zu sehen und an der Insel waren wir wohl gerade zur Fütterungszeit. Dort war ein sehr reghafter Flugverkehr. Wenn ein Papageitaucher landet, dann macht es dieser direkt in die Bruthöhle um den Seeadlern aus dem Weg zu gehen.
Die 90 Minuten auf See mit der tief stehenden Sonne, kühlten leicht aus. Die Hände waren auf alle Fälle kalt. Damit war klar, das ich im Gemeinschaftsbereich kochen werde, obwohl das Wetter zum Kochen am Zelt einlud. Apropos Zelt: Die Tage hatte ich ein bis drei Zeltnachbarn. An diesem Tag kamen so viele, das die Zeltwiese komplett voll war.
Wanderung: ~12 Kilometer, ~600 Höhenmeter
03. Juli – Bye Vesterålen
Das Wetter war gut an diesem Morgen. Nach dem Frühstück und packen von allem unternahm ich einen Strandspaziergang. Bei Bleik gibt es mehrere Sandstrände und dies über eine große Strecke. Herrlich, fast weißer Sand mit türkisfarbenen Meer. Dabei konnte ich ein paar Seevögel mit der Kamera erwischen.
Am Campingplatz verabschiedete ich mich von mehreren anderen Campern, mit denen ich mich an den vorherigen Tagen unterhalten hatte.
Von Bleik war es eine kurze Fahrt nach Andenes. Dort wird The Whale gebaut und voraussichtlich Mitte 2027 eröffnet. Die Grundstruktur des Gebäudes war bereits vorhanden. Viel mehr allerdings noch nicht. Da ich in Andenes war, wurde das mit einem Besuch im Lysverket Café verbunden.
An der Ostküste fuhr ich nach Süden. Während an der Westküste ein Gebirge über fast die gesamte Länge von Andøya geht, ist im Osten plattes Land angesagt. In ungefähr der Mitte ist Myre, das zu Dverberg gehört. Dort besuchte ich das Alveland AS. Dort wird Seife hergestellt. 😀 Ein paar in dem Laden habe ich gekauft. Zu Alveland gehört ein Café, das danach besucht wurde.
Auf dem weiteren Weg war ich am Überlegen. Am Ende von Andøya einen Campingplatz aufsuchen? Doch nach Harstad fahren, wie ich am Vortag überlegte? Oder nach Digermulen für eine Wanderung?
Harstad wäre die längste fahrt, die nach Digermulen ist deutlich kürzer und das Wetter dort sollte ganz gut werden. Somit bin ich einige Zeit später wieder auf den Lofoten gewesen.
In der Umgebung von Frankfurt gibt es reichlich Landkreise, die einladen zu Wanderungen. Mit der bekannteste Landkreis dazu ist der Taunus. Wobei dort hauptsächlich an den Taunus nördlich von Frankfurt gedacht wird.
Aber – Der Taunus ist viel mehr als nur dieser Landstrich nördlich von Frankfurt. Gerade im westlichen Teil des Taunus gibt es bis zum Rhein eine ganze Menge zu entdecken.
Das Wispertal ist es, was in zwei verlängerten Wochenenden erwandert werden wird. Der prägende Fluss ist die Wisper. Meine Touren für die beiden Wochenenden sind dem Rother Wanderführer Taunus entnommen, den ich eh schon habe. Die Wanderungen im Wispertal sind unter dem Begriff Wisper Trails zusammengefasst und auch über eine eigene Webseite erkundbar.
Die Touren des Wisper Trails sind gut ausgeschildert und es gibt immer eine Karte der Strecke, die sich meist am Anfang der Tour befindet. Das der Tourismusverband die Touren mit einer eigenen Webseite mit Beschreibung vorstellt, ist sehr gut. Die Beschreibungen sind mehr oder weniger Umfangreich und es findet sich dort eine GPX-Datei für die Tour zum herunterladen.
Wenn man zu Fuß im Wispertal auf den Touren unterwegs ist, so ist meist nach fünf bis zehn Minuten kaum bis gar nichts mehr von der Zivilisation zu hören. Je nach Streckenverlauf mindert der Lärm der Motorräder das Vergnügen. Dies kommt zum Glück nicht so oft vor.
Es war ein gemütlicher Morgen. Aufstehen, Brötchen holen und Frühstücken. Den üblichen Samstagseinkauf habe ich ausfallen lassen. Dadurch konnte ich an diesem Samstag früher los in das schöne Wispertal. Das war aufgrund der Wettervorhersage mit wechselndem Wetter gut so.
Mein erster Stopp war am Sportplatz von Hausen v.d.H., das zu Schlangenbad gehört. Der Himmel war auf der Fahrt gut bewölkt und die letzten Kilometer vor dem Parkplatz nieselte es. Am Parkplatz waren es nur noch vereinzelte Tropfen, womit ich entschied die Tour zu laufen.
Es war eine Tour hauptsächlich auf Wirtschaftswegen, gelegentlich gespickt mit Single Trails. So kam ich durch viele Felder und öfter durch den Wald. Im Gegensatz zu den Waldpassagen der Touren des vorherigen Wochenendes, waren diese sehr licht. An einem sonnigen Tag wäre ich damit sicherlich die meiste Zeit in der Sonne unterwegs gewesen.
Die Single Trails waren teils beabsichtigt, teils nicht. Durch die Felder ging es immer wieder auf ungemähten Wegen. Das bis zu hüfthohe und nasse Gras war erfrischend, der Weg damit jedoch nur grob zu erraten.
Einen Abstecher gab es auf der Tour. Das Schild kleine Basaltgrube machte mich neugierig. Dem schmalen Pfad folgte ich bis zu einem Schild und einem Loch dahinter, das völlig zugewachsen war. Ohne das Schild wäre ich an der ehemaligen kleinen Basaltgrube vorbeigelaufen. Tja, netter Pfad aber das ausgeschilderte Ziel lohnt nicht wirklich.
Ohne einen Regenschauer abzubekommen, kam ich wieder zum Parkplatz. Die Highlights der Tour waren für mich an diesem Tag die Gerüche des feuchten Nadelwaldes, des frisch geschlagenen nassen Holzes und das Zwitschern der Vögel und Zirpen der Grillen, wenn ich zwischen den Feldern unterwegs war.
Es folgte eine Fahrt bis zum Campingplatz Wisperpark. Als ich ankam, kam mir Claudia, die Besitzerin entgegen. Sie fragte ob ich den selben Platz von letzter Woche möchte und meinte noch: Du kennst ja alles andere.
Ja, das kenne ich und daher gab es erst einmal einen Kaffee und ein Erdnusseis.
Ausgeruht konnte ich dann in Ruhe mein Zelt auf dem mir bekannten Platz aufbauen.
Am späteren Nachmittag bin ich ins Nachbardorf gefahren. Der Hof Grilseifen bzw. das Flurstück 110 machten mich neugierig. Wie sich herausstellte ist in dem schönen Flurstück 110 Hüttchen eine nur geringe Mehrauswahl wie in der Hütte am Campingplatz. Neben den verschiedenen verarbeiteten Teilen der Galloways, die hier gezüchtet werden, gab es Wild in Dosen, Marmelade, Seife, Getränke, Eis und einiges mehr.
Die Zeit bis zum Abendessen machte ich mir in meiner Hängematte gemütlich.
Das Abendessen am Zelt (Easy-Chickpea-Curry) gab es dann sogar mit Sonne. Entgegen der Wettervorhersage wurde es Abends sogar richtig schön. Ein Bier zum Abschluss des Tages gab es auf einer kleinen Bank vor dem Campingplatzhauptgebäude in der Sonne. 😀
Wanderung: ~16,4 Kilometer, ~400 Höhenmeter Wisper Trail – Der Überhöhische
01. Juni – Dickschieder Wildwechsel
Die Wettervorhersage (mehrere Apps) kann man im Wispertal wohl gelegentlich vergessen. Am frühen Morgen war es gut bewölkt während ich mir meinen Kaffee und das Porridge zubereitete. Dann fing es an zu donnern …. und dann wurde es sehr windig. So wurde alles zügig in das Zelt gepackt. Kaum war alles im Zelt bzw. der Apside kamen die ersten Regentropfen. Schnell das Zelt zu. Dann fing es auch schon an heftig zu regnen. Im Zelt war ich im Trockenen, hatte meinen Kaffee und Porridge und konnte so gemütlich frühstücken, während „draußen“ das Gewitter tobte.
Es regnete am Vormittag immer wieder, aber nie lange. Also machte ich mich fertig für eine Wanderung und fuhr los nach Dickschied. Unterwegs regnete es nochmals ordentlich. In Dickschied, kurz vor dem Parkplatz stand die Feuerwehr. Ohje, hoffentlich ist nichts schlimmes passiert. Wie sich herausstellte war es eine Feuerwehrübung. Personen aus einem Auto herausholen und ein Feuer löschen waren angesagt und konnten vom anderen Ende des Parkplatzes beobachtet werden.
Es regnete nicht mehr, der Himmel war allerdings immer noch bewölkt. Ich entschied mich dennoch es zu wagen und die Wanderung “Dickschieder Wildwechsel” anzugehen.
Nach ein paar Minuten kam ich am Ortsrand an ein paar Häusern vorbei. An einem Stand ein Pferd direkt unter einem Balkon. Ist das der kleine Onkel und wohnt Pippi Langstrumpf hier? Witzig war es auf alle Fälle. Es kam dann sogar noch ein zweites Pferd heran geeilt.
Der Tourverlauf war wieder gut gewählt. Erneut ging es hauptsächlich durch die Felder, ohne den Wald auszulassen. Es gab auch wieder einige Single Trails. Bei den Pfaden durch das hohe Gras wurde die Leggings ordentlich nass. Mit dem leichten Wind, der manchmal aufböte, trocknete sie schnell.
Es wurde langsam wärmer. Die Sonne zeigte sich dann noch und machte die Tour angenehmer. Oder? Mit der Wärme stieg die Luftfeuchtigkeit; es wurde ziemlich drückend. Geregnet hatte es während meiner Tour nicht.
Top war der Single Trail um die Spitzlei mit seinem Auf und Ab. Der Abstecher zur Aussicht auf Geroldstein lohnte sich nicht, wohingegen der Weg um die Aussicht auf Dickschied vom Pfad her schön war. Er war von vielen blühenden roten Fingerhüten umsäumt.
In den Waldstücken sah ich dreimal Rehe in der Nähe vorbeihuschen. Der Titel der Tour passt also. Unterwegs passiert man kurz vor dem Ende noch den Franz Keller’s Falkenhof. Dort konnte ich viele Pferde sowie eine Sau mit Frischlingen sehen, die gerade gesäugt wurden.
Das Ende der Wanderung war an der Atzmannhütte Heidenrod. Ich hatte mich schon auf einen Kaiserschmarren eingestellt, auf den ich dann doch verzichten musste. Es war eine größere Gesellschaft in der Hütte, womit die Küche ausgelastet war. Daher gab es zum Latte Macchiato ein Stück Kuchen. Noch bevor der Kuchen kam, donnerte es und die ersten Regentropfen trafen uns, die wir draußen saßen. Wir rückten alle zusammen an dem einzigen Tisch unter dem Dach. So kam immerhin eine interessante Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen zusammen.
Für das Abendessen hatte ich mich vorab schon für das Restaurant am Campingplatz entschieden. Es sollte (stark) regnen. Das tat es dann nicht, hatte es dafür aber am Morgen, an dem nichts angekündigt war. Es gab bei Sonnenschein Schnitzel auf Salat und Pommes.
Abends im Zelt, ich war noch am Lesen, fing es an leicht zu regnen. Mit diesem leichten Regen schlief ich später ein.
Die Sonne schien bereits auf die Wiese vor dem Zelt, als ich aus diesem kroch. 😊 Super, so konnte ich wieder vor dem Zelt frühstücken.
Das packen aller Sachen erledigte ich in aller Ruhe. Die Marmeladen und das Glas Galloway Hackfleischsoße packte ich in meine Essenstonne.
Der Startpunkt bei Langenseifen liegt auf der Karte fast genau südlich des Campingplatzes. Der Höhenrücken dazwischen musste zum Erreichen des Wanderparkplatzes umrundet werden. Montags Morgens völlig lässig, da niemand unterwegs war.
Es war bewölkt und ein paar der Wolken waren dunkel. Vom Feeling eigentlich ok. Sicherheitshalber packte ich noch die Regensachen in den Rucksack. Der Start vom Wanderparkplatz geht durch ein Wäldchen und dann länger durch Felder. Getreide- und Rapsfelder waren um mich herum zu sehen. Auf den Weizenfelder waren viele Mohn- und/oder Kornblumen zu sehen. Schöne Farbtupfer im Hellgrün des Weizens.
Der Weg führt durch Langenseifen. Dabei kommt man am am Lebe-Platz und der Erfrischungsstation vorbei. Hier gibt es eine Selbstbedienung für Getränke, ein paar Bänke und Tische. Selbst eine Boule-Bahn ist vorhanden.
Von dort geht es wieder bergan durch die Felder in einem Bogen um wieder nach Langenseifen zurückzukehren. Der Weg führt an der dortigen Kapelle vorbei, die komplett aus Holz und eher einem Ei, denn einer üblichen Kapelle ähnelt.
Wieder ging es hoch durch die Felder bis zum Wald. Der Wald und damit der erste Single Trail ist nach knapp der Hälfte der Strecke erreicht gewesen. Im Wald gab es mit dem Schatten ein wenig Abkühlung, die gut tat.
Auf der anderen Seite des Waldes ging es durch Wiesen und auf einem Panoramaweg (gemäht) durch die Wiesen oberhalb von Ramschied. Über einen kleinen Pfad gelangte ich zur Hauptstraße. Am Dorfende nimmt der Weg über eine schmale Treppe, die in einen sich langsam nach oben ziehenden Pfad übergeht seine Spur.
Noch einmal durch einen ungemähten Wiesenweg und wieder in den Wald. Mehrere Kilometer später kam ich fast am Wanderparkplatz an, der wurde dann auf der ausgeschilderten Route umrundet, bis ich zu meinem Start- und nun Endpunkt gelangte.
Von dort fuhr ich nach Bad Schwalbach zu einem Bäcker. Etwas essen und einen Kaffee gab es direkt; ein Brot und ein Plunderstückchen nahm ich für Nachmittags mit.
Zuhause angekommen wurde das Zelt mal wieder zum völligen trocknen aufgebaut und alle Einlegesohlen aus den Schuhen entnommen, damit die Schuhe und die Einlegesohlen vollständig trocknen konnten.
Morgens war es für mich ein normaler Samstag. Aufstehen, Einkaufen und in Ruhe Frühstücken. Dann ging es los auf die Tour ins Wispertal. Für den Trip hatte ich bereits am Vorabend alles in Aurora verstaut. So konnte ich direkt los.
Am späteren Vormittag kam ich am Wanderparkplatz bei Nauroth an. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und es war bereits ziemlich warm. Nach eher mäßigen Tagen in der Woche zuvor, wechselte das Wetter am Tag zuvor auf Sommer. Während des Tages stieg das Thermometer bis auf 27 Grad. Dazu kam eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, die die Tour anstrengender machte, wie sie eigentlich ist.
Vom Wanderparkplatz führt der Weg am Waldrand entlang und bis zu einer alten Grube. Die Grube Rosit, war dort und große Mengen Schieferschutt sind gut zu erkennen. Das Gebiet ist mittlerweile ein Naturschutzgebiet und das mit Erfolg. Es summte um einen und viele Vögel waren zu hören.
Weiter ging der Wanderweg durch Wälder und Wiesen. Bei dem warmen und drückenden Wetter war ich froh, das der überwiegende Teil der Runde im Wald verläuft.
Es gab öfter Forst- und Landschaftswege, die zu bewältigen waren. Der meiste Teil davon ist jedoch wenig genutzt. Das machte es nicht so langweilig, da dadurch diese Wegabschnitte gefühlt keine Strecke-machen-Wege waren. Highlight war und ist die Menge an Single Trails. 😀
Nach der Wanderung begab ich mich auf den Weg zum Campingplatz. Eine ziemlich gut ausgebaute und sehr kurvenreiche Straße, die Spaß machte.
Am Campingplatz war mein Ankommen unerwartet, obwohl ich zuvor per E-Mail angefragt und die Bestätigung für das Wochenende erhielt. Wie sich herausstelle, lag der Fehler bei mir. 🙃 Hatte ich doch tatsächlich Juni und nicht Mai in der E-Mail angegeben. Plätze sind reichlich vorhanden, da der Campingplatz jedoch Autark ist, können nur eine bestimmte Menge an Personen dort unterkommen. Ein Plätzchen fand sich dennoch für mich.
Das Zelt war aufgebaut und ein paar Meter entfernt standen zwei Bäume in einem guten Abstand. Das wurde gleich genutzt und die Hängematte dort befestigt.
Später folgte das Abendessen am Zelt, nachdem ich zuvor geduscht hatte.
Der Abend klang bei einem alkoholfreien Weizen an der Wirtschaft des Campingplatzes aus.
Wie zu erwarten war das Zelt und die Wiese darum am morgen feucht vom Tau der Nacht. Um das Zelt war es noch schattig. Dreiviertelhose und eine Fleecejacke gingen dennoch ganz gut. So machte ich es mir vor dem Zelt für das Frühstück gemütlich.
Die Fahrt zum Wispersee dauerte gut 20 Minuten. Eine schöne, kurvig Strecke war das. Morgens war noch nicht so viel los, dennoch hieß es immer wieder langsam um die Kurve da diese oft nicht einsehbar waren.
Die Wanderung verlief Anfangs durch zwei Täler. Zuerst an der Wisper entlang und dann in ein Seitental. In diesem engeren Seitental führte der Weg stetig nach oben. Einmal musste ich an einer schmalen Stelle platz machen. Ein Traktor kam mir entgegen, der den Weg mähte. Der Geruch des morgendlichen Waldes wurde schlagartig durch das feuchte, gemähte Gras überdeckt. Beides Gerüche, die ich mag. 😊
Am oberen Talende lief ich durch mehrere Felder. Alles ungemähte Wiesen mit farbenfrohen Sprenkel der verschiedenen Wiesenblumen. Mal mehr Weiß, mal mehr Gelb. Über den Kamm folgte der Abstieg in das Dörfchen Wisper. Dem Weg folgte ich durch das Dorf und nahm am Ende den falschen Waldweg. 🙃 Das merkte ich recht bald, da die Beschilderung auf einen anderen Wisper Trail hinwies. Der richtige Weg ist am Dorfende ein versteckter Single Trail. Ein paar überwucherte Stufe hinunter, war ich auf einem schönen Single Trail. Es wäre schade gewesen, den anderen Weg, der auch zum Wanderparkplatz führt gegangen zu sein. So kam ich über den Single Trail in ein Nachbartal und diesem folgend erreichte ich den Wanderparkplatz wo Aurora stand.
Über reichlich kurvige Straßen fuhr ich nach der Wanderung nach Ransel, ein Ortsteil von Lorch am Rhein. Direkt neben dem Parkplatz zum Einstieg der Wanderung befindet sich das Landart Restaurant. Mit einer Portion Pommes stärkte ich mich für die nächste Wanderung – der Ranseler Höhenweg.
Mit gefülltem Magen machte ich mich los. Der Wanderweg von dort lt. GPX-Track nach rechts, ich bin nach links. Sollte bei einem Rundweg der leichten Kategorie unerheblich sein. Spoiler: War es auch.
Also, los. Vorbei an einem Traktoren- und Landwirtschaftsmuseum ging es auf Feldwegen durch die Felder. Gräser und Getreide waren es. In der Mittagssonne nicht ohne so zwischen den Feldern. Der leichte Wind machte es erträglich. Bald erreichte ich den Wald durch den es auf Forstwegen ging. Nur gut zwei Kilometer und ich war wieder auf offener Fläche unterwegs. So ging es bis kurz vor Ende der Tour weiter.
Es waren vielleicht noch 3,5 Kilometer bis zum Ziel, da bog der Weg auf eine Wiese und zwar auf eine mit einem Single Trail. Quer durch die Wiese, dann entlang dem Wald und schließlich in den Wald. Im Wald ging der Single Trail weiter. Durch den Wald hinunter zum Ranselbach.
Mitten im Wald raschelte es in der Nähe. Ich erblickte gerade so noch eine Gruppe von Rehen, die durch das Laub huschten.
Am Ranselbach kühlte ich Arme und Beine mit dem erfrischenden Wasser des Bachs. Wie immer: Wo’s runter geht, geht’s bestimmt auch hoch. Hier auch! Langsam und stetig führte der Waldweg nach oben bis zum Rand des Weges.
Aus dem Wald heraus befand ich mich in der glühenden Nachmittagssonne. Der Wind machte es wieder angenehm, durch die Felder bis zum Ausgangspunkt zu laufen.
Am Campingplatz angekommen begab ich mich zur kleinen Versorgerhütte am Eingang des Campingplatzes. Da gibt es viel Lokales. Neben Marmelade und Brotaufstrichen auch Hackfleischsoße von Galloway Rindern. Mir hatte es das Eis angetan. Davon gab es sehr viele Sorten. ABER nur Barzahlung in die Kasse. Am Campingplatz fragte ich nach dem nächsten Geldautomaten um mir Geld für Eis zu holen. Der nächste Geldautomat ist gut 10 Kilometer entfernt. Claudia (Campingplatzbesitzerin) stellte mir die vier Euro zu Verfügung, die dann mit der Campingplatzabrechnung später beglichen wurden.
Mit dem Eis machte ich mich zum Zelt, fixierte die Hängematte wieder zwischen die zwei Bäume und genoss in Ruhe das Blaubeere-Schmand-Eis. Irgendwann, ich lag noch in der Hängematte, kamen ein paar Hühner mit Hahn vorbei. Die waren sehr relaxt und hatten keine Scheu.
Später gab es am zentralen Platz neben alkoholfreien Weizen einen gegrillten Burger und Pommes.
Da war er wieder, der Abreisetag. Frühstück am Zelt und dann alles packen. Das Zelt leider feucht.
Die Fahrt nach Espenschied war schnell hinter mir gebracht. Geparkt hatte ich auf dem fast leeren Wanderparkplatz am Ortsende. Von dort aus bin ich los über Wirtschaftswege durch Felder bis zum Wald. Im Wald gab es den ersten von mehreren noch folgenden Single Trails.
Sehr schön und leicht bergab. Ein kleiner Abstecher auf einen anderen Single Trail reizte mich. So kam ich mit leichtem Umweg wieder auf den ursprünglichen Waldweg des Wispertalsteigs. Das war am Werkerbrunnen, am tiefsten Punkt des Wanderweges für dieses Tal.
Ein langer Single Trail durch den Wald bergauf endete am Waldrand, um dort auf einem Wirtschaftsweg durch die Felder weiter zu gehen. In einem großen Bogen führte der Weg zurück in den Wald, wieder heraus und in den nächsten Wald.
Auf einem Waldstück führte der Steig durch Uli’s Märchenwald. Reichlich Schilder mit Sprüchen, sowie Figürchen, Stoffherzchen und vieles mehr gab es am Wegesrand zu entdecken. Eine Schöne Idee.
Insgesamt eine schöne Strecke, bei der Temperatur mit den Anstieg jedoch schweißtreibend.
Zufrieden und K.O. kam ich am Wanderparkplatz an. In Espenschied hatte nichts auf, daher machte ich mich auf den Heimweg. Dabei kam ich wieder mal durch Geroldstein. Der dortige Biker Treff ist immer gut belagert. Zeit für ein Mittagessen und Trinken. Es gab Bratkartoffel mit Leberkäse und Spiegelei. Wie ich von Bikern erfuhr, die sich an den Tisch gesellten, ist das Fleisch aus der eigenen Schlachtung.
Die Menge war für mich genau richtig und das Gespräch mit den Bikern nett. Nicht alle Biker fahren wie die Irren durch das Wispertal mit seinen unzähligen Kurven.
Es folgte eine gemütlich und interessante Heimfahrt. Interessant, da die Entfernung nach Navi 107 Kilometer betrug, die Reichweite bei 110 Kilometern lag. Das Navi plante die Strecke jedoch ohne Ladestopp ein. Es hat mit einer Restreichweite von 12 Kilometern bis nach Hause gelangt.
Wie ich erwähnte, das Zelt wurde Nass eingepackt. Also wurde es flugs Zuhause zum Trocknen aufgebaut.
Ein neuer Mammutmarsch wird mich in eine Stadt führen, die ich bisher nicht bereist hatte. Bis auf Rømø war Dänemark ein Durchreiseland für mich. Wie ich gesehen hatte das es den Mammutmarsch mit der 42 Kilometer Distanz in Dänemark gab, war dies ein Grund einen Trip nach Kopenhagen in Betracht zu ziehen.
Gesagt, getan. Die Teilnahme wurde deutlich im Voraus gebucht. Sobald die Möglichkeit bestand einen Startzeitpunkt zu wählen – dies ist immer erst kurz vor einem Mammutmarsch möglich – nahm ich den frühesten, der zur Auswahl stand. Einige Tage später konnte ich auf den 8:30 Uhr Block umbuchen und bin somit im ersten Startblock für die 42 Kilometer.
Im April buchte ich einen Platz auf einem Campingplatz nördlich von Kopenhagen. Charlottenlund Fort Camping liegt in einem alten Fort. Die Buchung war einfach. Spannend wird es dann vor Ort. Ein übermittelter Code ist für die Schranke zum Campingplatz und gleichzeitig mit der ersten Verwendung die Ankunftsmitteilung.
Gut eine Woche vor Anreise buchte ich die Fährüberfahrt von Fehmarn nach Dänemark und zurück. Online sind die Preise deutlich günstiger, wie kurzfristig vor Ort.
Nur noch ein paar Tage. Die Wettervorhersage sieht gutes Wetter für das Wochenende voraus. Entsprechend wurde gepackt. Dennoch packte ich Regenkleidung in einen separaten Beutel, der hoffentlich unangetastet in Aurora bleiben darf.
Das wird meine erste längere Fahrt mit Aurora. Mit meinem e-MINI bin ich bisher zufrieden und vermutlich wird das mit der längeren Strecke schon passen. In der Vergangenheit hatte ich regelmäßig Fahrpausen für Toilette und/oder Kaffee gemacht. Diese Pausen werden in Zukunft dann direkt zum Laden genutzt.
01. Mai – Anreise
Durch den Feiertag ist dieses Maiwochenende ein verlängertes Wochenende. Daher bin ich lieber früher als eigentlich nötig losgefahren. Bis Hamburg lief alles gut. Leider nur bis Hamburg. Danach war stockender Verkehr oder gar Stau. Der Grund waren Baustellen und Unfälle.
Ein wenig nervös wurde ich jedoch zwischenzeitlich, da die Ankunftszeit im Navi nach der Abfahrt der Fähre wäre. Wie die Autobahn halbwegs frei war, fuhr ich daher zügiger und legte nur einen kurzen Ladestopp auf der Strecke zwischen Hamburg und der Fähre ein. So packte ich es gerade noch rechtzeitig zur Fähre.
Am Fährhafen galt es den Selbst Check In zu bewältigen, was einfach war, da ich nur die Personenanzahl bestätigen musste. Der Rest wurde durch das Nummernschild automatisch erkannt. In der Lane 3 stand ich dann nur ein paar Minuten, bevor es los ging zum boarden.
45 Minuten brauchte die Fähre bis Dänemark. Das Navi lotste mich dann direkt zur ersten Ladestation ein paar Kilometer von der Anlegestelle entfernt. Hier und in Kopenhagen lud ich jeweils nur halb um die Wartezeit zu verkürzen. Zweimal halb ist durch das Ladeverhalten nicht identisch mit einmal voll und daher schneller. Man lernt schnell bei den ersten längeren Fahrten.
In Kopenhagen steuerte ich einen Parkplatz in der Nähe des Sportheims von Lyngby an. Der Mammutmarsch Kopenhagen ist nämlich nicht in Kopenhagen sondern startet in einem Vorort. Am Sportheim ist der Start- und Zielpunkt des Marsches und wie beim Mammutmarsch Nürnberg konnte ich so schon mein Bändchen und das T-Shirt abholen.
Die letzte, kurze Fahrt anschließend brachte mich zum Campingplatz. Auf dem Satellitenbild sah das schon gut aus, wenn man dort ankommt ist das nochmal was anderes. Erst über eine schmale Brücke und dann durch den Durchgang in der Fortumrandung hat schon was. 😀
An meinem Platz angekommen, wurde das Zelt aufgebaut. Kaum stand es, gab es von einem anderen Camper einen Daumen hoch. Wie sich herausstellt, hat er das selbe Zelt.
So spät wollte ich nicht mehr selbst kochen. Das war mir vorher schon klar und meine Idee war im Restaurant am Fort zu essen. Das war dann leider nicht möglich. Es war voll und ich hätte über eine Stunde warten müssen. So bin ich die Straße entlang und zum Sprøde. Ein Thai-Restaurant. Die gebratenen Nudeln mit Gambas hatten es mir angetan. 😊
02. Mai – Mammutmarsch
Den Wecker hatte ich auf 5:46 Uhr gestellt. Da ich Abends zuvor schon früh im Schlafsack war, war ich schon deutlich vorher wach. So bin ich bereits um 5:30 Uhr zu den Toiletten gelaufen.
Blick zum Eingang des Campingplatzes
Zurück am Zelt schnappte ich mir meine kleine Tonne mit allem für das Frühstück. Die Sonne blickte gerade so über den Horizont, die 10 Grad fühlten sich aber noch nicht so warm an. Im Aufenthaltsbereich und der davor liegenden Küche war es deutlich angenehmer. Das Frühstück bestand aus einem Kaffee und einer kleinen Portion Porridge gepimpt mit Cranberries und Cashew Nüssen.
Ich nahm mir reichlich Zeit dafür. Erst um 7:15 Uhr fuhr ich zur Technischen Uni um dort zu parken. Beim Fußmarsch bis zum Start-/Ende-Gelände lief ich schon nicht mehr alleine.
Es bewahrheitete sich mal wieder als gute Idee, das ich den Check In am Tag zuvor gemacht hatte. Die Schlange war ziemlich lange am Check In. Die zu den Toiletten aber auch. Dort musste ich zum Glück nicht hin.
Um 8:30 Uhr war der Start und ich sehr weit vorne im Startblock. Noch bevor der erste See erreicht wurde, hängte ich mich an zwei Mädels mit einem guten Speed. Nach ungefähr Kilometer 11 lies ich die beiden ziehen, da ich mit einer anderen Läuferin ins Gespräch kam. Von da an ging es etwas gemütlicher; dennoch nicht langsam weiter.
Die Strecke führte erst durch einen alten Teil von Lyngby. Bald kamen wir an den ersten See und von da bis auf die letzten gut 2 Kilometer war die Strecke an Seen, durch Wälder und Graslandschaften. Eine Runde auf einem Flugfeld gehörte ebenso dazu. Oft liefen wir auf Single Trails, die durch ihren Verlauf Spaß machten.
Bei bestem Sonnenwetter kam ich, nachdem ich ungefähr für die letzten 7 Kilometer das Tempo deutlich anzog, nach 7:32 Std. im Ziel an. Wie alle natürlich mit einer großen Begrüßung, sowie Übergabe der Medaille. Im Ziel war ich vermutlich bei dem ersten Viertel derer die die 42 Kilometer gelaufen sind.
Unterwegs war an den Versorgungsstationen immer relativ wenig los und wir wurden von den Volontären feiernd begrüßt. Oft liefen wir ohne das wir jemanden vor uns gesehen hatten. Am Flugfeld übersahen wir sogar eine Markierung und hatten dadurch etwas über einen halben Kilometer extra gemacht. Die Zielzeit steht daher nicht für 42 Kilometer, sondern für 42,58 Kilometern.
Das Zielbier war somit wohlverdient. 😀
Die Pause mit dem Bier am Ende der Tour tat richtig gut. Die ersten Meter danach lief ich allerdings sehr unrund bis zur Straße. Dann ging es wieder gut bis zur Technischen Uni – allerdings sehr gemütlich.
Bevor ich unter die dringend nötige Dusche kam, quatschte ich noch mit ein paar anderen am Campingplatz, die andere Distanzen gelaufen waren. Alle bestätigten eine tolle Tour. Am Restaurant schaute ich kurz vorbei, um einen Platz für später zu erhalten. UND dann kam endlich die Dusche. 😀
Das Essen im Restaurant war super lecker. Der Preis dafür aber auch nicht ohne. War mir jedoch vorher schon klar und für mich eine Belohnung für die Leistung des Tages.
Fisch mit Gemüse und Kartoffeln – Rhabarberkuchen und Eis
Abends hatte ich Zeit für diesen Bericht sowie mich um Kleidung und anderes für die Folgetage zu kümmern.
Tour: 42,58 Kilometer, 429 Höhenmeter
03. Mai – Kopenhagen
An diesem Tag konnte ich ausschlafen. Es war morgens auch noch sehr ruhig auf dem Campingplatz. Gefrühstückt hatte ich wieder im Aufenthaltsbereich, der im alten Bunker ist.
Nun wurde das Gravel Bike aus dem Auto geholt und zusammengebaut. Es sollte auf eine Tour durch die Stadt gehen. Nach nicht einmal zehn Minuten stoppte ich für ein Bild und stellte dabei fest, das der Schlüssel zum Fahrradschloss weg war. Argh. Also zurück und am Campingplatz das Auto und Zelt mehrmals untersucht. Nichts. Dann bin ich etwas langsamer den Weg abgefahren und da lag der Schlüssel fast genau an der Stelle, wo ich festgestellt hatte das er weg ist. 🙃
Jetzt war ich wieder entspannter. Es ging mit dem Rad kreuz und quer durch die Stadt. Das ist mit dem Rad in Kopenhagen sehr gut möglich. Bei den Kreuzungen muss man ein wenig schauen wo es weiter geht, da der Radweg nicht immer klar über die Kreuzung erkennbar ist. Nach einiger Zeit hat man dafür dann schon ein Gefühl dafür. Natürlich bin ich auch die bekannte Fahrradschlange gefahren. Eine Radbrücke mit mehreren Windungen.
Das Hafengebiet dahinter wurde und wird immer noch zu Wohnviertel ausgebaut. Was ich sehen konnte waren schöne Wohnviertel in Wassernähe, von denen man schnell in der Innenstadt sein kann.
Am Ende des Hafens ging es durch ein Naturschutzgebiet. Von den Schafen und Alpakas, die dort sein sollen habe ich jedoch nichts gesehen. An das Naturschutzgebiet grenzt ein sehr großer Park an. An einem kleinen Sandstrand kam ich vorbei und stoppte. Dort war ein kleiner mobiler Kaffeestand. Einen leckeren Espresso gab es bei einer Pause.
Weiter ging es durch den Park und andere Viertel zurück zu einem Quartier mit vielen Restaurants, Cafés usw. Dort war ich bereits am Vormittag kurz gewesen für einen Kaffee und frisch gepressten Orangensaft. Am späteren Mittag stoppte ich dort für ein Essen. Eine Pizza Marina bestellte ich mir. Das Brunch Menü sah sehr, sehr gut aus, würde sich aber nur lohnen, wenn man wirklich Hunger hat. Da ich noch weiter wollte, sollte es bewusst nicht so viel werden.
Es folgte eine Strecke am Wasser entlang. Dabei kam ich ungewollt an einer der Prachtkanäle vorbei. Schön bunte Häuser und alte Boote an einem Kanal. Weniger schön, aber in Städten nicht zu vermeiden, war die große Menge an Menschen. Kurz ein paar Bilder und weiter.
Die kleine Meerjungfrau wurde besucht. Ich kam ohne große Probleme direkt davor. Im Sommer vermutlich ein Unding und mein Glück das an diesem Tag nur wenige dort waren.
Dann wollte ich nur kurz ins das Kastell, das ich auf dem Weg zur kleinen Meerjungfrau umfahren hatte. So kurz war es dann gar nicht, da dort eine Oldtimer Veranstaltung war.
Einige Straßen und Kilometer weiter war ich wieder am Campingplatz. Die Sonne schien und warm war es auch. Daher machte ich mich gleich auf zum kleinen Kiosk vor dem Campingplatz und kaufte ein Eis. Das schleckte ich am Sandstrand, der nicht weit entfernt ist.
Abends bin ich kurz mit dem Rad weg zum nächsten Türken, einen Döner holen. Auf dem Rückweg machte ich einen zusätzlich Stopp und kaufte etwas zu trinken. Nur Wasser war mir langsam genug.
Radtour: ~43 Kilometer
04. Mai – Kopenhagen
Wie angekündigt, hatte es über Nacht ordentlich geregnet. Am frühen morgen waren es vereinzelte, leichte Niederschläge bis es aufhörte. Ich drehte mich daher im Schlafsack um und stand etwas später auf. Ziemlich bewölkt war es und deutlich kühler. Aber immerhin kein Regen mehr.
Ein längeres Frühstück gönnte ich mir im Aufenthaltsbereich. Dann machte ich mich mit Regenhose und -jacke auf. Da ich kein Schutzblech am Rad habe, sollte die Hose mich schützen und abgesehen davon war die Regenkleidung ganz gut gegen den kühlen Wind.
Meine erste Idee waren ein paar Street Art Punkte anzufahren. Bis zum Ersten hat es fast geklappt. Davor hatte ich schon ein kleines Quartier mit sehr vielen Motiven entdeckt und danach bin ich eher auf Sicht und frei Nase gefahren. Gesehen habe ich dabei so einige Motive.
Dann meldete sich mein Magen langsam. Von meinem Camping Nachbarn hatte ich den Tipp zu Reffen bekommen. So suchte ich mir von dort, wo ich war einen Weg dorthin. Dabei bin ich durch Zufall wieder bei Nyhaven durchgekommen. Das ist der Kanal mit den bunten Häusern und den größeren Segelschiffen, den ich schon am Vortag gekreuzt hatte. Dort vorbei geht eine schöne Rad- und Fußgängerbrücke zu einer der vorgelagerten kleinen Inseln. Zick und Zack und bald war ich am Reffen. Mittlerweile waren die Wolken weg und es war ein sonniges und angenehmes Wetter.
Reffen st eine Ansammlung von vielen zusammengewürfelten Containern, Buden und einer größeren Halle, genannt Werkstatt. Dazu gehört noch ein großer Platz mit Tischen und Bänken. Teils auf Schotter, teils auf Sand. Die kleinen Buden machen es! Street Food in alle möglichen Richtungen und bei den Getränken gibt es ebenfalls genug Auswahl.
Der Smashed Burger mit Fries war lecker. Danach noch einen Espresso während ich es mir auf einem Liegestuhl im Sand gemütlich machte. 😀
Gemütlich machte ich mich dann auf den Heimweg. Ok, die letzten Kilometer etwas zügiger. 😁 Am Campingplatz angekommen nahm ich das Rad auseinander und packte es in Aurora.
Nyhaven
Den lile Butik suchte ich anschließend auf. Das liegt vor der Fort Anlage, gehört aber zum Campingplatz. Zeit für einen Schokocroissant und einen Cappuccino in der Sonne.
Genug gefaulenzt. Los ging es zu Fuß am Meer entlang nach Norden zu einem Jachthafen. Dort schaute ich bei Olivers Garage vorbei. Eine kleine ehemalige Autowerkstatt, in der nun ein Imbiss ist. Schon mal da, kann ich mir doch einen Burger bestellen. Der Classic Burger war lecker. 😋
Um und am Campingplatz
Nun nur noch zurück zum Campingplatz. Faulenzen, an diesem Bericht weiterschreiben und schon mal Gedanken zum Abfahrtszeitpunkt des nächsten Tages machen.
Duschen und ab in den Schlafsack.
Radtour: ~29 Kilometer Fußmarsch: ~5 Kilometer
05. Mai – Heimreise
Die letzten Tage waren durchaus anstrengend. So war ich früh im Schlafsack und damit früh wach. 6:00 Uhr, alles noch ruhig und der Großteil des Campingplatzes im Schatten. Mit meiner kleinen Tonne, in der ich alles für das Frühstück hatte, bin ich wieder zum Aufenthaltsbereich gelaufen. Kühl war es; angeblich 7 Grad.
Zurück am Zelt war es das erste Mal im diesem Jahr, in dem es für mich beim Camping hieß: Alles packen. Das ging ganz relaxt, zumal sich nun die Sonne zeigte. Durch die kühle der Nacht war das Zelt außen nass. Es wurde damit einfach in den Sack gepackt und nicht ordentlich zusammengerollt. Es muss Abends oder am nächsten morgen eh zum Trocknen aufgebaut werden.
Abfahrt war um 8:00 Uhr. Da es ein Dienstag war, bedeutete dies, das mir der Berufsverkehr bevorstehen wird. Dieser war letztlich gar nicht so schlimm. An der Fähre war ich viel zu früh, trotz das ich einen Stopp zwischendurch zum Laden eingelegt hatte.
Das wirklich letzte in Dänemark, abgesehen vom Warten auf die Fähre war ein Abstecher nach Rødby. Dort hatte ich mir zuvor schon Havfruen’s Smørrebrod ausgesucht. Zwei Butterbrote, etwas sehr typisches für Dänemark gab es damit zum verfrühten Mittagessen. Gegessen wurde bei Sonnenschein vor dem kleinen Laden.
Ich war bereits zur früheren Fähre am Hafen und da diese wohl nicht ausgebucht war, kam ich mit drauf. Sehr schön, da ich so eine Fähre ca. 40 Minuten früher bekam.
Die restliche Heimfahrt wäre fast langweilige gewesen, jedoch fing es ungefähr 75 Minuten bevor ich Zuhause angekommen wäre so zu schütten an, so das sich die Fahrt verlängerte. Es regnete so stark, das teils nur noch 60 km/h möglich waren und selbst dabei regelte die Elektronik die Leistung herunter um Aquaplaning zu verhindern.
Resümee
Der Mammutmarsch startete in einem der vielen Vororte von Kopenhagen, die in Kopenhagen übergehen ohne das man es groß merkt. Somit ging es gar nicht durch Kopenhagen, sondern sehr bald raus aus dem Ort und ab ins Grüne. Seen, Wälder und Felder; auf festen Wegen und Teils auf Single Trails. Viele mit denen ich später am Campingplatz gesprochen haben fanden die Strecke ebenso toll.
Da Kopenhagen sozusagen die Fahrradhauptstadt Europas ist, musste ein Rad mit. Damit bin ich dann die zwei Folgetage durch Kopenhagen gefahren. Das hat dort schon ein ganz anderes Level. Man sollte auf alle Fälle den anderen klar Signalisieren wenn man abbiegt oder halten möchte. Dafür gibt es an manchen Ampeln Haltehilfen. Es gibt fast an jeder Straße Fahrradwege für die jeweilige Richtung und an den Ampeln sogar extra Fahrradampeln. Die Fahrradwege sind an Kreuzungen gelegentlich mit Abbiegespuren. Das das Rad hier vor dem Auto Vorrang hat, merkt man. Oft sind Radwege so breit wie die Fahrspur für ein Auto. In schmaleren Straßen bleibt so manchmal nur eine Fahrspur in der Mitte der Straße für die Autofahrer durch parkende Autos zur Verfügung.
Insgesamt empfand ich Kopenhagen als sehr relaxt und freundlich. Es wird einiges geboten neben der Stadt gibt es direkt anschließende Naturschutzgebiete; es gibt große Parks; viele Möglichkeiten zum Schwimmen im Meer und mit Reffen eine tolle Street Food Area.