In der Umgebung von Frankfurt gibt es reichlich Landkreise, die einladen zu Wanderungen. Mit der bekannteste Landkreis dazu ist der Taunus. Wobei dort hauptsächlich an den Taunus nördlich von Frankfurt gedacht wird.
Aber – Der Taunus ist viel mehr als nur dieser Landstrich nördlich von Frankfurt. Gerade im westlichen Teil des Taunus gibt es bis zum Rhein eine ganze Menge zu entdecken.
Das Wispertal ist es, was in zwei verlängerten Wochenenden erwandert werden wird. Der prägende Fluss ist die Wisper. Meine Touren für die beiden Wochenenden sind dem Rother Wanderführer Taunus entnommen, den ich eh schon habe. Die Wanderungen im Wispertal sind unter dem Begriff Wisper Trails zusammengefasst und auch über eine eigene Webseite erkundbar.
Die Touren des Wisper Trails sind gut ausgeschildert und es gibt immer eine Karte der Strecke, die sich meist am Anfang der Tour befindet. Das der Tourismusverband die Touren mit einer eigenen Webseite mit Beschreibung vorstellt, ist sehr gut. Die Beschreibungen sind mehr oder weniger Umfangreich und es findet sich dort eine GPX-Datei für die Tour zum herunterladen.
Wenn man zu Fuß im Wispertal auf den Touren unterwegs ist, so ist meist nach fünf bis zehn Minuten kaum bis gar nichts mehr von der Zivilisation zu hören. Je nach Streckenverlauf mindert der Lärm der Motorräder das Vergnügen. Dies kommt zum Glück nicht so oft vor.
Es war ein gemütlicher Morgen. Aufstehen, Brötchen holen und Frühstücken. Den üblichen Samstagseinkauf habe ich ausfallen lassen. Dadurch konnte ich an diesem Samstag früher los in das schöne Wispertal. Das war aufgrund der Wettervorhersage mit wechselndem Wetter gut so.
Mein erster Stopp war am Sportplatz von Hausen v.d.H., das zu Schlangenbad gehört. Der Himmel war auf der Fahrt gut bewölkt und die letzten Kilometer vor dem Parkplatz nieselte es. Am Parkplatz waren es nur noch vereinzelte Tropfen, womit ich entschied die Tour zu laufen.
Es war eine Tour hauptsächlich auf Wirtschaftswegen, gelegentlich gespickt mit Single Trails. So kam ich durch viele Felder und öfter durch den Wald. Im Gegensatz zu den Waldpassagen der Touren des vorherigen Wochenendes, waren diese sehr licht. An einem sonnigen Tag wäre ich damit sicherlich die meiste Zeit in der Sonne unterwegs gewesen.
Die Single Trails waren teils beabsichtigt, teils nicht. Durch die Felder ging es immer wieder auf ungemähten Wegen. Das bis zu hüfthohe und nasse Gras war erfrischend, der Weg damit jedoch nur grob zu erraten.
Einen Abstecher gab es auf der Tour. Das Schild kleine Basaltgrube machte mich neugierig. Dem schmalen Pfad folgte ich bis zu einem Schild und einem Loch dahinter, das völlig zugewachsen war. Ohne das Schild wäre ich an der ehemaligen kleinen Basaltgrube vorbeigelaufen. Tja, netter Pfad aber das ausgeschilderte Ziel lohnt nicht wirklich.
Ohne einen Regenschauer abzubekommen, kam ich wieder zum Parkplatz. Die Highlights der Tour waren für mich an diesem Tag die Gerüche des feuchten Nadelwaldes, des frisch geschlagenen nassen Holzes und das Zwitschern der Vögel und Zirpen der Grillen, wenn ich zwischen den Feldern unterwegs war.
Es folgte eine Fahrt bis zum Campingplatz Wisperpark. Als ich ankam, kam mir Claudia, die Besitzerin entgegen. Sie fragte ob ich den selben Platz von letzter Woche möchte und meinte noch: Du kennst ja alles andere.
Ja, das kenne ich und daher gab es erst einmal einen Kaffee und ein Erdnusseis.
Ausgeruht konnte ich dann in Ruhe mein Zelt auf dem mir bekannten Platz aufbauen.
Am späteren Nachmittag bin ich ins Nachbardorf gefahren. Der Hof Grilseifen bzw. das Flurstück 110 machten mich neugierig. Wie sich herausstellte ist in dem schönen Flurstück 110 Hüttchen eine nur geringe Mehrauswahl wie in der Hütte am Campingplatz. Neben den verschiedenen verarbeiteten Teilen der Galloways, die hier gezüchtet werden, gab es Wild in Dosen, Marmelade, Seife, Getränke, Eis und einiges mehr.
Die Zeit bis zum Abendessen machte ich mir in meiner Hängematte gemütlich.
Das Abendessen am Zelt (Easy-Chickpea-Curry) gab es dann sogar mit Sonne. Entgegen der Wettervorhersage wurde es Abends sogar richtig schön. Ein Bier zum Abschluss des Tages gab es auf einer kleinen Bank vor dem Campingplatzhauptgebäude in der Sonne. 😀
Wanderung: ~16,4 Kilometer, ~400 Höhenmeter Wisper Trail – Der Überhöhische
01. Juni – Dickschieder Wildwechsel
Die Wettervorhersage (mehrere Apps) kann man im Wispertal wohl gelegentlich vergessen. Am frühen Morgen war es gut bewölkt während ich mir meinen Kaffee und das Porridge zubereitete. Dann fing es an zu donnern …. und dann wurde es sehr windig. So wurde alles zügig in das Zelt gepackt. Kaum war alles im Zelt bzw. der Apside kamen die ersten Regentropfen. Schnell das Zelt zu. Dann fing es auch schon an heftig zu regnen. Im Zelt war ich im Trockenen, hatte meinen Kaffee und Porridge und konnte so gemütlich frühstücken, während „draußen“ das Gewitter tobte.
Es regnete am Vormittag immer wieder, aber nie lange. Also machte ich mich fertig für eine Wanderung und fuhr los nach Dickschied. Unterwegs regnete es nochmals ordentlich. In Dickschied, kurz vor dem Parkplatz stand die Feuerwehr. Ohje, hoffentlich ist nichts schlimmes passiert. Wie sich herausstellte war es eine Feuerwehrübung. Personen aus einem Auto herausholen und ein Feuer löschen waren angesagt und konnten vom anderen Ende des Parkplatzes beobachtet werden.
Es regnete nicht mehr, der Himmel war allerdings immer noch bewölkt. Ich entschied mich dennoch es zu wagen und die Wanderung “Dickschieder Wildwechsel” anzugehen.
Nach ein paar Minuten kam ich am Ortsrand an ein paar Häusern vorbei. An einem Stand ein Pferd direkt unter einem Balkon. Ist das der kleine Onkel und wohnt Pippi Langstrumpf hier? Witzig war es auf alle Fälle. Es kam dann sogar noch ein zweites Pferd heran geeilt.
Der Tourverlauf war wieder gut gewählt. Erneut ging es hauptsächlich durch die Felder, ohne den Wald auszulassen. Es gab auch wieder einige Single Trails. Bei den Pfaden durch das hohe Gras wurde die Leggings ordentlich nass. Mit dem leichten Wind, der manchmal aufböte, trocknete sie schnell.
Es wurde langsam wärmer. Die Sonne zeigte sich dann noch und machte die Tour angenehmer. Oder? Mit der Wärme stieg die Luftfeuchtigkeit; es wurde ziemlich drückend. Geregnet hatte es während meiner Tour nicht.
Top war der Single Trail um die Spitzlei mit seinem Auf und Ab. Der Abstecher zur Aussicht auf Geroldstein lohnte sich nicht, wohingegen der Weg um die Aussicht auf Dickschied vom Pfad her schön war. Er war von vielen blühenden roten Fingerhüten umsäumt.
In den Waldstücken sah ich dreimal Rehe in der Nähe vorbeihuschen. Der Titel der Tour passt also. Unterwegs passiert man kurz vor dem Ende noch den Franz Keller’s Falkenhof. Dort konnte ich viele Pferde sowie eine Sau mit Frischlingen sehen, die gerade gesäugt wurden.
Das Ende der Wanderung war an der Atzmannhütte Heidenrod. Ich hatte mich schon auf einen Kaiserschmarren eingestellt, auf den ich dann doch verzichten musste. Es war eine größere Gesellschaft in der Hütte, womit die Küche ausgelastet war. Daher gab es zum Latte Macchiato ein Stück Kuchen. Noch bevor der Kuchen kam, donnerte es und die ersten Regentropfen trafen uns, die wir draußen saßen. Wir rückten alle zusammen an dem einzigen Tisch unter dem Dach. So kam immerhin eine interessante Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen zusammen.
Für das Abendessen hatte ich mich vorab schon für das Restaurant am Campingplatz entschieden. Es sollte (stark) regnen. Das tat es dann nicht, hatte es dafür aber am Morgen, an dem nichts angekündigt war. Es gab bei Sonnenschein Schnitzel auf Salat und Pommes.
Abends im Zelt, ich war noch am Lesen, fing es an leicht zu regnen. Mit diesem leichten Regen schlief ich später ein.
Die Sonne schien bereits auf die Wiese vor dem Zelt, als ich aus diesem kroch. 😊 Super, so konnte ich wieder vor dem Zelt frühstücken.
Das packen aller Sachen erledigte ich in aller Ruhe. Die Marmeladen und das Glas Galloway Hackfleischsoße packte ich in meine Essenstonne.
Der Startpunkt bei Langenseifen liegt auf der Karte fast genau südlich des Campingplatzes. Der Höhenrücken dazwischen musste zum Erreichen des Wanderparkplatzes umrundet werden. Montags Morgens völlig lässig, da niemand unterwegs war.
Es war bewölkt und ein paar der Wolken waren dunkel. Vom Feeling eigentlich ok. Sicherheitshalber packte ich noch die Regensachen in den Rucksack. Der Start vom Wanderparkplatz geht durch ein Wäldchen und dann länger durch Felder. Getreide- und Rapsfelder waren um mich herum zu sehen. Auf den Weizenfelder waren viele Mohn- und/oder Kornblumen zu sehen. Schöne Farbtupfer im Hellgrün des Weizens.
Der Weg führt durch Langenseifen. Dabei kommt man am am Lebe-Platz und der Erfrischungsstation vorbei. Hier gibt es eine Selbstbedienung für Getränke, ein paar Bänke und Tische. Selbst eine Boule-Bahn ist vorhanden.
Von dort geht es wieder bergan durch die Felder in einem Bogen um wieder nach Langenseifen zurückzukehren. Der Weg führt an der dortigen Kapelle vorbei, die komplett aus Holz und eher einem Ei, denn einer üblichen Kapelle ähnelt.
Wieder ging es hoch durch die Felder bis zum Wald. Der Wald und damit der erste Single Trail ist nach knapp der Hälfte der Strecke erreicht gewesen. Im Wald gab es mit dem Schatten ein wenig Abkühlung, die gut tat.
Auf der anderen Seite des Waldes ging es durch Wiesen und auf einem Panoramaweg (gemäht) durch die Wiesen oberhalb von Ramschied. Über einen kleinen Pfad gelangte ich zur Hauptstraße. Am Dorfende nimmt der Weg über eine schmale Treppe, die in einen sich langsam nach oben ziehenden Pfad übergeht seine Spur.
Noch einmal durch einen ungemähten Wiesenweg und wieder in den Wald. Mehrere Kilometer später kam ich fast am Wanderparkplatz an, der wurde dann auf der ausgeschilderten Route umrundet, bis ich zu meinem Start- und nun Endpunkt gelangte.
Von dort fuhr ich nach Bad Schwalbach zu einem Bäcker. Etwas essen und einen Kaffee gab es direkt; ein Brot und ein Plunderstückchen nahm ich für Nachmittags mit.
Zuhause angekommen wurde das Zelt mal wieder zum völligen trocknen aufgebaut und alle Einlegesohlen aus den Schuhen entnommen, damit die Schuhe und die Einlegesohlen vollständig trocknen konnten.
Morgens war es für mich ein normaler Samstag. Aufstehen, Einkaufen und in Ruhe Frühstücken. Dann ging es los auf die Tour ins Wispertal. Für den Trip hatte ich bereits am Vorabend alles in Aurora verstaut. So konnte ich direkt los.
Am späteren Vormittag kam ich am Wanderparkplatz bei Nauroth an. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und es war bereits ziemlich warm. Nach eher mäßigen Tagen in der Woche zuvor, wechselte das Wetter am Tag zuvor auf Sommer. Während des Tages stieg das Thermometer bis auf 27 Grad. Dazu kam eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, die die Tour anstrengender machte, wie sie eigentlich ist.
Vom Wanderparkplatz führt der Weg am Waldrand entlang und bis zu einer alten Grube. Die Grube Rosit, war dort und große Mengen Schieferschutt sind gut zu erkennen. Das Gebiet ist mittlerweile ein Naturschutzgebiet und das mit Erfolg. Es summte um einen und viele Vögel waren zu hören.
Weiter ging der Wanderweg durch Wälder und Wiesen. Bei dem warmen und drückenden Wetter war ich froh, das der überwiegende Teil der Runde im Wald verläuft.
Es gab öfter Forst- und Landschaftswege, die zu bewältigen waren. Der meiste Teil davon ist jedoch wenig genutzt. Das machte es nicht so langweilig, da dadurch diese Wegabschnitte gefühlt keine Strecke-machen-Wege waren. Highlight war und ist die Menge an Single Trails. 😀
Nach der Wanderung begab ich mich auf den Weg zum Campingplatz. Eine ziemlich gut ausgebaute und sehr kurvenreiche Straße, die Spaß machte.
Am Campingplatz war mein Ankommen unerwartet, obwohl ich zuvor per E-Mail angefragt und die Bestätigung für das Wochenende erhielt. Wie sich herausstelle, lag der Fehler bei mir. 🙃 Hatte ich doch tatsächlich Juni und nicht Mai in der E-Mail angegeben. Plätze sind reichlich vorhanden, da der Campingplatz jedoch Autark ist, können nur eine bestimmte Menge an Personen dort unterkommen. Ein Plätzchen fand sich dennoch für mich.
Das Zelt war aufgebaut und ein paar Meter entfernt standen zwei Bäume in einem guten Abstand. Das wurde gleich genutzt und die Hängematte dort befestigt.
Später folgte das Abendessen am Zelt, nachdem ich zuvor geduscht hatte.
Der Abend klang bei einem alkoholfreien Weizen an der Wirtschaft des Campingplatzes aus.
Wie zu erwarten war das Zelt und die Wiese darum am morgen feucht vom Tau der Nacht. Um das Zelt war es noch schattig. Dreiviertelhose und eine Fleecejacke gingen dennoch ganz gut. So machte ich es mir vor dem Zelt für das Frühstück gemütlich.
Die Fahrt zum Wispersee dauerte gut 20 Minuten. Eine schöne, kurvig Strecke war das. Morgens war noch nicht so viel los, dennoch hieß es immer wieder langsam um die Kurve da diese oft nicht einsehbar waren.
Die Wanderung verlief Anfangs durch zwei Täler. Zuerst an der Wisper entlang und dann in ein Seitental. In diesem engeren Seitental führte der Weg stetig nach oben. Einmal musste ich an einer schmalen Stelle platz machen. Ein Traktor kam mir entgegen, der den Weg mähte. Der Geruch des morgendlichen Waldes wurde schlagartig durch das feuchte, gemähte Gras überdeckt. Beides Gerüche, die ich mag. 😊
Am oberen Talende lief ich durch mehrere Felder. Alles ungemähte Wiesen mit farbenfrohen Sprenkel der verschiedenen Wiesenblumen. Mal mehr Weiß, mal mehr Gelb. Über den Kamm folgte der Abstieg in das Dörfchen Wisper. Dem Weg folgte ich durch das Dorf und nahm am Ende den falschen Waldweg. 🙃 Das merkte ich recht bald, da die Beschilderung auf einen anderen Wisper Trail hinwies. Der richtige Weg ist am Dorfende ein versteckter Single Trail. Ein paar überwucherte Stufe hinunter, war ich auf einem schönen Single Trail. Es wäre schade gewesen, den anderen Weg, der auch zum Wanderparkplatz führt gegangen zu sein. So kam ich über den Single Trail in ein Nachbartal und diesem folgend erreichte ich den Wanderparkplatz wo Aurora stand.
Über reichlich kurvige Straßen fuhr ich nach der Wanderung nach Ransel, ein Ortsteil von Lorch am Rhein. Direkt neben dem Parkplatz zum Einstieg der Wanderung befindet sich das Landart Restaurant. Mit einer Portion Pommes stärkte ich mich für die nächste Wanderung – der Ranseler Höhenweg.
Mit gefülltem Magen machte ich mich los. Der Wanderweg von dort lt. GPX-Track nach rechts, ich bin nach links. Sollte bei einem Rundweg der leichten Kategorie unerheblich sein. Spoiler: War es auch.
Also, los. Vorbei an einem Traktoren- und Landwirtschaftsmuseum ging es auf Feldwegen durch die Felder. Gräser und Getreide waren es. In der Mittagssonne nicht ohne so zwischen den Feldern. Der leichte Wind machte es erträglich. Bald erreichte ich den Wald durch den es auf Forstwegen ging. Nur gut zwei Kilometer und ich war wieder auf offener Fläche unterwegs. So ging es bis kurz vor Ende der Tour weiter.
Es waren vielleicht noch 3,5 Kilometer bis zum Ziel, da bog der Weg auf eine Wiese und zwar auf eine mit einem Single Trail. Quer durch die Wiese, dann entlang dem Wald und schließlich in den Wald. Im Wald ging der Single Trail weiter. Durch den Wald hinunter zum Ranselbach.
Mitten im Wald raschelte es in der Nähe. Ich erblickte gerade so noch eine Gruppe von Rehen, die durch das Laub huschten.
Am Ranselbach kühlte ich Arme und Beine mit dem erfrischenden Wasser des Bachs. Wie immer: Wo’s runter geht, geht’s bestimmt auch hoch. Hier auch! Langsam und stetig führte der Waldweg nach oben bis zum Rand des Weges.
Aus dem Wald heraus befand ich mich in der glühenden Nachmittagssonne. Der Wind machte es wieder angenehm, durch die Felder bis zum Ausgangspunkt zu laufen.
Am Campingplatz angekommen begab ich mich zur kleinen Versorgerhütte am Eingang des Campingplatzes. Da gibt es viel Lokales. Neben Marmelade und Brotaufstrichen auch Hackfleischsoße von Galloway Rindern. Mir hatte es das Eis angetan. Davon gab es sehr viele Sorten. ABER nur Barzahlung in die Kasse. Am Campingplatz fragte ich nach dem nächsten Geldautomaten um mir Geld für Eis zu holen. Der nächste Geldautomat ist gut 10 Kilometer entfernt. Claudia (Campingplatzbesitzerin) stellte mir die vier Euro zu Verfügung, die dann mit der Campingplatzabrechnung später beglichen wurden.
Mit dem Eis machte ich mich zum Zelt, fixierte die Hängematte wieder zwischen die zwei Bäume und genoss in Ruhe das Blaubeere-Schmand-Eis. Irgendwann, ich lag noch in der Hängematte, kamen ein paar Hühner mit Hahn vorbei. Die waren sehr relaxt und hatten keine Scheu.
Später gab es am zentralen Platz neben alkoholfreien Weizen einen gegrillten Burger und Pommes.
Da war er wieder, der Abreisetag. Frühstück am Zelt und dann alles packen. Das Zelt leider feucht.
Die Fahrt nach Espenschied war schnell hinter mir gebracht. Geparkt hatte ich auf dem fast leeren Wanderparkplatz am Ortsende. Von dort aus bin ich los über Wirtschaftswege durch Felder bis zum Wald. Im Wald gab es den ersten von mehreren noch folgenden Single Trails.
Sehr schön und leicht bergab. Ein kleiner Abstecher auf einen anderen Single Trail reizte mich. So kam ich mit leichtem Umweg wieder auf den ursprünglichen Waldweg des Wispertalsteigs. Das war am Werkerbrunnen, am tiefsten Punkt des Wanderweges für dieses Tal.
Ein langer Single Trail durch den Wald bergauf endete am Waldrand, um dort auf einem Wirtschaftsweg durch die Felder weiter zu gehen. In einem großen Bogen führte der Weg zurück in den Wald, wieder heraus und in den nächsten Wald.
Auf einem Waldstück führte der Steig durch Uli’s Märchenwald. Reichlich Schilder mit Sprüchen, sowie Figürchen, Stoffherzchen und vieles mehr gab es am Wegesrand zu entdecken. Eine Schöne Idee.
Insgesamt eine schöne Strecke, bei der Temperatur mit den Anstieg jedoch schweißtreibend.
Zufrieden und K.O. kam ich am Wanderparkplatz an. In Espenschied hatte nichts auf, daher machte ich mich auf den Heimweg. Dabei kam ich wieder mal durch Geroldstein. Der dortige Biker Treff ist immer gut belagert. Zeit für ein Mittagessen und Trinken. Es gab Bratkartoffel mit Leberkäse und Spiegelei. Wie ich von Bikern erfuhr, die sich an den Tisch gesellten, ist das Fleisch aus der eigenen Schlachtung.
Die Menge war für mich genau richtig und das Gespräch mit den Bikern nett. Nicht alle Biker fahren wie die Irren durch das Wispertal mit seinen unzähligen Kurven.
Es folgte eine gemütlich und interessante Heimfahrt. Interessant, da die Entfernung nach Navi 107 Kilometer betrug, die Reichweite bei 110 Kilometern lag. Das Navi plante die Strecke jedoch ohne Ladestopp ein. Es hat mit einer Restreichweite von 12 Kilometern bis nach Hause gelangt.
Wie ich erwähnte, das Zelt wurde Nass eingepackt. Also wurde es flugs Zuhause zum Trocknen aufgebaut.
Das durch den Christi Himmelfahrt Feiertag verlängerte Wochenende stand bevor. So weit weg wollte ich nicht fahren und schaute daher nach Touren in der weiteren Umgebung. Der Spessart und der Odenwald liegen südlich und sind schnell erreichbar. Für das kommende Wochenende wählte ich den Spessart.
Der Campingplatz bei Wiesen hatte ich schon Anfang des Jahres entdeckt, bei der Suche nach Campingplätzen die ganzjährig geöffnet haben. Im Mai haben bereits viele weitere Campingplätze geöffnet, zu diesem wollte ich dennoch.
09. Mai
Vor dem Mittag, nach einem ausgiebigen Frühstück fuhr ich in den Spessart. Knapp eine Stunde später war ich schon am Camping Resort im Spessart, das direkt neben dem Wiesbüttsee liegt. Die Westseite des Wiesbüttsees ist gleichzeitig die Grenze zwischen Bayern und Hessen.
Allerdings liegt der Campingplatz an einer Kreisstraße, die Freude am MINI-Fahren bereitet und genauso beliebt bei Motorradfahrern ist. Der Platzwart meinte, das Abends und Nachts nur wenig Verkehr auf der Straße sei. Der Check-In war kurz, da er sich zur Mittagszeit um die Handwerker kümmern musste, die selbst an diesem Feiertag arbeiteten.
Mein Zelt stellte ich auf der zugewiesenen Rasenfläche auf, bevor es auf die erste Tour gehen sollte. Diese startet lt. Wanderführer in Bieber, ich entschied mich jedoch an dem fast südlichsten Punkt der Tour zu starten, Damit verkürzte sich die Fahrtstrecke bis zur Wanderung deutlich.
Vom Parkplatz den ich fand geht lt. Karte ein Weg zum Schwarzbach, an dem die Wanderstrecke bis Bieber entlang läuft. Ich hatte es zumindest versucht! Die Tour im Wanderführer ist wohl schon etwas älter, den am Schwarzbach geht kein wirklicher Weg entlang. Somit beschloss ich auf einen höher liegenden Weg auszuweichen. Damit kam ich zwar nicht an der Eisenschmelze vorbei, aber dafür sicher nach Bieber.
In Bieber stehen viele Schilder, die alte Zugänge zu Bergwerkstunnel markieren. In früheren Zeiten wurden durch die niedrigen Tunnel von Kleinwüchsigen und Kindern Erze zu Tage gefördert. Das hatte die Gebrüder Grimm angeregt und wer kennt nicht Schneewittchen und die sieben Zwerge?
Durch Bieber hindurch gelangte ich am anderen Ende des Ortes auf einen nach oben führenden Weg. In der Sonne ging es am Waldrand entlang und nach einiger Zeit in den Wald. Es erwartete mich die erste und einzige deutliche Steigung der Tour. Im Wald lief ich fast auf dem Bergrücken um Bieber und gelangte nach Röhrich, einem Ortsteil von Bieber. Halt. Zuvor kam ich im Wald an einer großen Kreuzung an, an der auf einer angrenzenden Lichtung Tische und Bänke standen. Ein guter Ort für eine Pause.
Röhrich streifte ich im Grunde nur, um auf der anderen Seite wieder bergauf in den Wald zu kommen. Der Weg nach oben war im Grunde einfach und dennoch an diesem Tag leicht mühsam. Die Sonne schien bis ich den Wald erreicht und strahlte eine deutliche wärme aus. Im Wald zuvor und immer wenn die Sonne von Wolken verdeckt wurde, wurde es merklich kühler. Ein Wetter also, bei dem entweder Zuviel angezogen wird oder eine Erkältung drohen kann.
Oben im Wald lief ich an der Mauritius-Kapelle vorbei. Durch den Wald kam ich zu einem Stausee.Von diesem führt ein Bach bis zur Lochmühle und ein Weg oberhalb brachte mich genau dorthin. Nun folgte noch ein kleines Stück und ich war wieder am Ausgangspunkt meiner Wanderung.
Was sich so einfach anhört, hätte mit der GPS-Route aus dem Wanderführer auch sein können. Nur sind nicht alle Wege wirklich begehbar gewesen und an einer Stelle fand ich eine wesentlich interessantere Strecke. Somit war die Route aus dem Wanderführer eher eine Orientierung.
Am Campingplatz gab ich dem Platzwart den Zettel mit meinen Daten und zahlte für den Platz. Danach unterhielten wir uns noch angeregt über die Bauarbeiten und als eine Dauercamperin vorbei kam über vieles weitere mehr.
Es gab noch einen Kaffee, bevor ich mich an das Abendessen machte, ein Auberginen-Kichererbsen-Curry machte.
Tour: ~15,5 Kilometer, ~370 Höhenmeter
10. Mai
Früh morgens wurde ich von dem Gezwitscher der Vögel wach. Wie der Platzwart es sagte, war es gegen Abend immer weniger Verkehr geworden und hörte mit Einbruch der Dunkelheit fast vollständig auf.
Es war kühl und vor allem feucht. Das Zelt war von außen mit einem feinen Wasserfilm versehen und die Füße wurden beim Gang durch die Wiese zur Toilette leicht nass. Zurück am Zelt machte ich es mir gemütlich und bereitete mein Frühstück mit Kaffee und Porridge zu. Während ich aß kam langsam die Sonne soweit über die Bäume, das ich im Zelt nicht mehr im Schatten saß.
Nach Partenstein sollte es gehen. Eigentlich ganz einfach: die Kreisstraße vom Campingplatz bis zur nächsten Landstraße und dann immer gerade aus. Nur stellte sich an der Kreuzung heraus, das die Landstraße gesperrt ist. Also der Umleitung nach. Das war ganz lustig, da morgens kaum Verkehr war und die Straßen MINI-Spaßfaktor haben. 😀
In Partenstein einen Parkplatz zu finden war schwieriger wie erhofft. An einer großen Mauer war ein Parkplatz frei und den schnappte ich mir. Von dort lief ich in den Supermarkt, da dieser der einzige Bäcker im Ort zu sein schien. Etwas für die Tour und zum Kaffee am Nachmittag hatte ich bei der kleinen Auswahl für mich gefunden.
Zurück bei Svarta wechselte ich die Schuhe und schon ging es los auf die Wanderung. Durch den Ort lief ich nur kurz bis ich den Ortsrand erreichte. Ein Weg neben einem kleinen Bach folgte ich zum Wald. Im Wald hieß es bergauf nach oben auf den Lohrberg laufen. Der Wanderführer schlug dazu den direkten, also steilsten Weg vor. Einige Höhenmeter weiter oben, kam ich am “Gipfel” des Lohrbergs vorbei. Der Gipfel selbst ist eine unscheinbare Stelle im Wald.
Weiter ging es auf verschiedenen Wegen im Wald bis zu einem lang gezogenen Naturschutzgebiet in einem Tal. Die große offene Grasfläche bot einen schönen Kontrast zum Wald. Das i-Tüpfelchen machte ein rotes Eichhörnchen, das sich kurz blicken lies. 😀 Am Ende des Natuschutzgebietes fanden sich mehrere Bänke in der Sonne mit einer guten Aussicht in das Tal. Nach etwas über 11 Kilometer machte ich hier meine Rast.
Bald erreichte ich Frammersbach, das an diesem Tag sehr verschlafen wirkte. Es war kaum etwas los. Auf meinem Weg entdeckte ich eine Verbindungstreppe zu zwei Straßen am Hang, die parallel zur Hauptstraße verlaufen. Ergo, bin ich die Treppe hoch und oben weitergelaufen, das war viel angenehmer wie an der Hauptstraße entlang zu laufen. Am Ende der Straße kam ich wieder auf den vorgegebenen Weg und gleichzeitig war es der Ortsausgang. Ein alter Fuhrmannsweg durch den Wald nach oben. Diese Fuhrmannswege waren früher die Verbindungen zu den Fernwegen für die Fuhrmänner, die Waren von A nach B brachten. Und da man früher sehr christlich war, befindet sich bis heute oben auf dem Berg die Kreuzkapelle, welche der Wendepunkt der Strecke war.
Von dieser war es noch ein langer Weg bis Partenstein. An einer Stelle wurde Abwechslung geboten. Der eingezeichnete Weg war nicht mehr wirklich zu erkennen. Dennoch versuchte ich ihm zu folgen, Zum Glück war es nur der Anfang, der so unscheinbar und verwachsen war. Weiter wurde es sogar noch richtig interessant, da sich der Weg und der Untergrund immer wieder veränderte. Wobei das für die gesamte Wanderung zutrifft: Geteerte Straßen, Waldwege, die mal geschottert waren, mal natürlich und manche Wege waren breit, andere schmal. So macht es doch Spaß.
Kurz vor Partenstein kam ich am Schloßberg mit der Burgruine Bartenstein an. Dort bin ich hoch und durch die Ruine und einer Brücke zurück auf den Weg. Jetzt war es nur noch ein schmaler Pfad nach unten in den Ort. Ein paar Straßen weiter war ich wieder bei Svarta und am Ende der Wanderung.
Für den Rückweg zum Campingplatz wählte ich einen anderen Weg wie am Morgen. Auch dieser bereitete mit seinen vielen Kurven Freude beim Fahren. Am Campingplatz war nach der Dusche Zeit für einen Kaffee und das Stückchen vom Morgen. Herrlich in der Sonne mit dem Geruch des frisch gemähten Grases. Während ich meinen Kaffee trank kam der Platzwart auf einen Smalltalk vorbei. Da ich dabei war mir ein Restaurant für das Abendessen zu suchen, bekam ich so zusätzlich mehrere Tipps. Außerdem sagte er mir, nachdem ich ihm meinen Plan für den nächsten Tag sagte, das ich das Zelt solange stehen lassen kann und mich nicht beeilen muss. Super, so kann es dann trocknen bevor es abgebaut wird.
Das Abendessen. Eigentlich dachte ich, ich fahre nach Wiesen um dort gut bürgerlich zu Essen. Zwei Tipps ließen mich das überdenken. Wild oder eine ordentliche Portion Schnitzel? Es wurde das Schnitzel!
Puh, die haben im Gasthaus Stern in Flörsbach Portionen für hungrige. Ein paar ältere aus dem Dorf trafen nach und nach ein und unterhielten sich über die Geschehnisse der letzten Tage. Top-Thema war ein Brand in der vorherigen Nacht zu der Feuerwehren aus den umliegenden Orten kamen. Dorf-Talk halt.
Mehr wie satt, war mir nach einem kleinen Spaziergang. Neben dem Campingplatz liegt der Wiesbüttsee, ein Stausee errichtet vor mehreren Jahrhunderten um “…den Künsten zur Hebung der Grubenwasser im Lochborn, dem Kobaltpochwerk … dem Lettenpochwerk sowie der Biederer Hütte und dem Hammerwerk genügend Aufschlagwasser zu liefern”. Mit anderen Worten, der Stausee hat mehrere Werke, die ihre Tätigkeiten mit Wasserkraft bedienten bedient. Zu lesen ist dies auf einem Schild am See.
Ich machte es mir danach im Zelt am früher Abend gemütlich, als ich Besuch bekam. Elke und Oliver sind an diesem Tag angereist und luden mich auf einen Wein ein. Es war ein kurzweiliger Abend an einem kleinen Lagerfeuer.
Tour: 22 Kilometer, ~560 Höhenmeter
11. Mai
Dem Frühstück folgte ein Packen aller Sachen im Zelt. Die Packsäcke lies ich im Zelt und das Zelt blieb stehen, da ich dies durfte. Auf zur Tour des Tages direkt vom Campingplatz aus. Eigentlich sollte die Tour am See entlanggehen. Ich entdeckte ziemlich am Anfang einen kleinen Pfad, dem ich folgte. Dieser war von der Beschaffenheit interessanter, auch wenn er etwas weiter vom See entfernt ist wie der breite Weg am See.
Es folgte mehrere Waldwege, bis ich oberhalb von Wiesen aus dem Wald heraus kam. Die Wege bis hierhin waren angenehme Waldwege und kleinere Pfade. Kurz bevor es aus dem Wald ging, sah ich ein rotes Eichhörnchen über den Weg huschen. Hinunter nach Wiesen wurde der Weg zu einer Teerstraße, auf der es durch den Ort zur Hauptstraße ging. Entlang dieser Straße kam ich beim “Der Bäckerladen” vorbei. Wunderbar. Ein Brot für Zuhause und etwas Süßes fand sich. An einer Kreuzung später war “Der Dorfladen”. Ein paar Frischkäse sahen interessant aus, mit auf die restliche Wanderung wollte ich davon dann doch nichts nehmen, bei dem warmen Wetter.
Weiter durch Wiesen und an einer Seitenstraße ab führte mich der Weg hoch zur Kreuzkapelle. Am Waldrand und im Wald waren es noch einige Kilometer bis zum Campingplatz. Die restlichen Kilometer waren jedoch eher Schotterautobahn im Wald und nicht besonders schön zum Laufen. Bis kurz vor diesem Weg kam mir doch tatsächlich eine größere Wandergruppe entgegen. Die Erste und Einzige an diesem Wochenende.
Am Campingplatz angekommen packte ich ich alles in den Trekkingrucksack und verstaute dies in Svarta. Zuletzt wurde das Zelt abgebaut und verstaut. Nun widmete ich mich noch dem süßen Stück aus der Bäckerei. 😊
Ich verabschiedete mich von Elke und Oliver und fuhr anschließend nach Hause.
Tour: ~11,3 Kilometer, ~200 Höhenmeter
Resümee
Der Spessart liegt nah und ist damit ein willkommenes Ziel für (verlängerte) Wochenenden. Viele Wanderwege verlaufen im Wald und werden immer wieder von Wiesen und Naturschutzgebieten aufgelockert. In dieser Gegend sind genauso viele Wege für Fahrradtouren ausgeschildert.
Ein wenig verwundert war ich, da mir nur ganz selten andere zu Fuß oder auf dem Fahrrad entgegen kamen. Ich hatte doch etwas mehr dort erwartet, war aber auch nicht wirklich traurig darüber. Was mir deutlich am Campingplatz und auf den Touren auffiel, war das frische Grün des Frühlings und das Gezwitscher der vielen Vögel.
Das Hauptgebäude und die Sanitäranlagen des Campingplatzes werden derzeit umgebaut, weshalb der Campingplatz offiziell geschlossen hat. Für Dauercamper und bei Nachfrage ist ein campen dennoch möglich. Dadurch war es sehr friedlich auf dem Gelände.
Reichlich plus auf meinem Zeitkonto hatte ich und eine Auszeit für ein verlängertes Wochenende wäre doch was. In einem Bericht hatte ich gelesen, dass bei Willingen eine neue Hängebrücke gebaut und diesen Sommer geöffnet werden sollte. Die zu diesem Zeitpunkt längste Fußgängerhängerbrücke der Welt.
Na, das wäre doch ein Ziel für ein Wochenende und ein paar Wanderungen in der Gegend werden sich schon finden. Und so war es auch.
25. August
Viel zu packen war für das Wochenende nicht und die Campingsachen liegen eh immer bereit für einen Ausflug. Zuerst frühstückte ich gemütlich und am späteren Nachmittag machte ich mich auf die Reise nach Heringhausen an den Diemelsee.
Ich kam genau in der Mittagspause des Campingplatzes an. Auf der Webseite steht nur, dass bei Reservierungen ab 14:00 Uhr der Platz zur Verfügung stehen wird. Wie die sonstigen Öffnungszeiten der Rezeption sind, war nicht zu erfahren. Nun, von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr ist Mittagspause und die Angabe „14:00 Uhr – nach Bedarf“ ließ mich nur einen Spaziergang am See machen, um die Zeit bis 14:00 Uhr zu überbrücken.
Ich bekam einen der wenigen noch grünen Plätze unter zwei Bäumen zugewiesen. Das Zelt wurde sofort aufgebaut, um die Regenpause zu nutzen. Hat fast geklappt. Ich war noch am Aufbauen, als es anfing zu regnen. Erst leicht und dann immer stärker werdend. Das Zelt mit Außenzelt stand und im Zelt konnte ich gemütlich die Tasche, geschützt, vorm Regen auspacken und das Zelt „einrichten“.
So wirklich aufhören wollte der Regen nicht. Dennoch eine Runde um den See wagen? Ja! Es war nicht wirklich kalt und gegen den Regen gibt es einen Regenponcho. Also Rucksack gepackt, Poncho übergezogen und durch den Campingplatz zum See, auf die Runde um den See. Der leichte Regen, ohne Wind, war nicht weiter schlimm auf den ersten Kilometern.
Nach knapp einem Kilometer erreichte ich die Brücke über den See und kaum einen weiteren Kilometer später hörte der Regen fast ganz auf. Nur noch gelegentlich kurze Phasen ließen mich den Poncho weiter anlassen.
Der Weg am See entlang verläuft meist nur ein paar Meter über dem Wasserspiegel und ist befestigt. Insgesamt dennoch sehr abwechslungsreich, durch die unterschiedlichsten Umgebungen. Über eine Brücke, an Campingplätzen oder kleinen Siedlungen vorbei.
Ab Kotthausen, was von meinem Startpunkt der entfernteste Ort am See ist, war es wie erwähnt ein Weg am See. Ab Kotthausen ging es an einem Bauernhof vorbei nach oben. Von hier bis fast zur Staumauer, gut einem Drittel der Tour, führte mich der Weg oberhalb durch Wiesen und einem Wald mit Blick auf den See.
Nun kam auch die Sonne wieder heraus und es wurde merklich wärmer.
An der Staumauer gab es zwei Möglichkeiten auf die andere Seite zu gelangen. Die einfach wäre über die Staumauer, die andere, die ich wählte, war der Weg hinter der Staumauer herunter zum Wasserkraftwerk und auf der anderen Seite wieder rauf. Das Wasserkraftwerk ist schon etwas älter und lässt sich alleine betrachtet gar nicht mal als Kraftwerk identifizieren. Hübsch angelegt, mit einem Garten herum.
Nach weiteren knapp vier Kilometern kam ich wieder am Campingplatz an.
Der Weg am See bei Heringhausen ist mit einem schönen Pflaster gelegt und sehr beliebt. Ende August war dieser jedoch nicht allzu überbevölkert.
Für den Abend war nochmals Regen angesagt und so entschloss ich mich in der Gaststätte Seeblick, die vor dem Campingplatz liegt zu Abend zu essen. Ohne Reservierung hatte ich Glück noch einen Platz an der Theke zu bekommen. Die Portionen sind hier, sind gut und reichlich.
Tour ~14 Kilometer
26. August
Wach wurde ich von alleine und wenn nicht, wäre dies durch die Kirchenglocken geschehen, die pünktlich um 7:00 Uhr vom Kirchturm nebenan zu hören waren. Leichter Wind mit gelegentlichen Böen und fast wolkenloser Himmel begrüßten der Morgen. Durch den Regen des Vortages war es nicht mehr ganz so warm und ich frühstückte daher im Zelt. Den Gaskocher in der Apside aufgestellt, Wasser für den Kaffee gekocht und danach mein Porridge zubereitet, war es ein angenehmer Morgen, zumal die Sonne direkt in das Zelt schien.
Meine Tour für diesen Tag war so geplant, dass ich über den Sky Walk bei Willingen kommen würde. Die Brücke ist normalerweise ab 9:00 Uhr geöffnet. Je nach Wetter kann dies aber auch abweichen. Ein Blick auf die Homepage zeigte, dass die Hängebrücke geschlossen ist. War wohl auf der Brücke zu windig. Vielleicht ändert sich das noch und wenn nicht, gibt es eine Alternative, um das Tal zu durchqueren, um die geplante Wanderung durchführen zu können.
Zuerst hieß es zu einem Wanderparkplatz nahe der Graf Stolberg Hütte zu fahren. Das war gar nicht so einfach. Im ersten Dorf nach Heringhausen kam ich an einem Bäcker vorbei, bei dem ich spontan ein Stückchen für eine Rast kaufte. Bis hier war noch alles ok. Die erste Abfahrt nach Titmaringhausen war gesperrt und so fuhr ich geradeaus weiter. Im nächsten Ort war die Abfahrt ebenfalls gesperrt. Erst im dritten Dorf gab es über eine Seitenstraße einen Weg nach Titmaringhausen. Einspurig, kurvig und ziemlich abgelegen. Eher das, was man als Promileweg bezeichnen würde. Zumindest war die Aussicht schön, den der Weg führt über einen Hügel mit Weitsicht. In Titmaringhausen ging es über ein paar Straßen wieder auf eine ebenso schmale Straße in einen Wald. Richtig hier? Wird schon! Nach einiger Zeit kam ich an einem Wanderparkplatz an, auf dem nur ein einziges Auto parkte. Da ist doch noch Platz für Svarta und schon parkte ich dort.
Über einen Verbindungspfad ging es einen Hügel hoch zur Graf Stolberg Hütte. Reichlich Tische und Stühle standen draußen und eine Tür war offen. Gut, eine Option für eine Einkehr nach der Wanderung wäre gegeben.
Von hier lief ich auf Wirtschaftswegen durch den Wald und erreichte nach drei Kilometern den Sky Walk. Ein Blick auf die Brücke und ich erspähte schon ein paar Personen auf der Brücke – sie ist also offen.
Mit einer Frau kam ich ins Gespräch und sie bestätigte, dass die Hängebrücke an diesem Morgen erst um 9:20 Uhr geöffnet wurde. D. h. sie war gut 20 Minuten zuvor geöffnet worden und das erklärte auch, warum noch so wenige auf und an der Brücke zu sehen waren.
Über einen QR-Code am Zugang kam ich auf eine Webseite und über die erhielt ich mein Ticket. Das war der einfache Part. Dass der Strichcodeleser nicht direkt reagierte, der eher ärgerliche Part. Es dauerte ein paar Versuche, bis der Ton zur Erkennung ertönte.
Für die Überquerung konnte ich mir Zeit lassen, da, wie beschrieben, noch nicht viel los war. In der Mitte der Brücke war ich froh, noch meinen Windbreaker angehabt zu haben. Es war ziemlich windig und mit der übergezogenen Kapuze viel angenehmer.
Der Sky Walk wird vom Baustil mit der Geyerlay Brücke und der Highline 179 verglichen und das kann ich bestätigen, da ich auf diesen auch schon unterwegs war. Diese Hängebrücken bewegen sich ein ganz klein wenig und haben einen Gitterrostboden. In Nepal und Bhutan sind die Hängebrücken, über die ich lief, wesentlich flexibler; ergo bewegen sich deutlich mehr und sie haben einen Boden, der nicht zu durchblicken ist. Das hat praktische Gründe, da sonst die Lastentiere sich weigern würden über die Brücken zu laufen. Vom grundsätzlichen Stil sind sie sich dennoch ähnlich.
Zurück zu Deutschland und dem Sky Walk. Angekommen am anderen Ende der Hängebrücke befand ich mich neben der Skisprungschanze von Willingen, hier standen einige Tische und Bänke und ein Pärchen verkaufte Kaffee und Kuchen. Einen Kaffee kaufte ich mir und aß das Stückchen vom Bäcker etwas abseits, dennoch mit Blick auf den Sky Walk.
Nach der Pause folgte ein Anstieg auf einem Waldwirtschaftsweg und über diesen, mit einer kurzen Phase eines Wanderpfades gelangte ich zum Wasserbecken in der Nähe der oberen Gondelbahn von Willingen. Einmal drumherum und schon war ich am Hochheideturm des Wasserbeckens, dessen Aussichtsplattform ich bequem per Lift erreichte. Schon beim Umlaufen des Wasserbeckens ergaben sich tolle Weitsichten und noch ein Stück weiter dann von der Aussichtsplattform.
An der K1 Hütte neben der Ettelsberg Seilbahn war reichlich betrieb. Vor allem die Seilbahn mit den Sesselliften war bei den Mountainbikern sehr beliebt. Den Berg hoch hingen die Räder hinten an den Sesseln.
Mein Weg führte mich an der K1 Hütte vorbei um den Ettelsberg. Anfangs durch Heide und danach auf Waldwirtschaftswegen zurück zur Graf Stolberg Hütte. Um den Ettelsberg hieß es jedoch aufpassen. Mit Schildern wurde deutlich auf die Querung der Downhill Strecken hingewiesen.
Die ruhige und einsam liegende Graf Stolberg Hütte war, wie ich dort wieder ankam nicht mehr so einsam und ruhig. Reichlich wanderndes und Rad fahrendes Volk hatte sich eingefunden. So viele, dass ich im Außenbereich gar keinen Sitzplatz gefunden hatte und gerade so noch einen in der Hütte.
Ein Snack zur späteren Mittagszeit sollte meine Wanderung an diesem Tag abschließen.
Der fast leere Wanderparkplatz war danach dann wie zu erwarten fast voll.
Gerade als ich losfahren wollte, kam ein Krankenwagen mit Blaulicht auf dem Single Track entgegen. Ich hatte ihn schon so früh gesehen, dass ich die 50 Meter zurückfahren konnte, ohne dass der Krankenwagen seine Geschwindigkeit ändern musste. Danach war der Weg frei und die Straße führte mich bis nach Usseln, einem Ortsteil von Willingen. Die Hauptstraße erreicht ich an der Straßenkreuzung, an der das Milchmuseum zu finden ist.
Anstatt auf die Hauptstraße zu biegen, nahm ich den Weg auf den Parkplatz zum Café und Museum für einen Zwischenstopp. Das Museum ist ganz nett gemacht und zeigt die Verarbeitungsarten der Milch. Im Laden, der leider schon geschlossen hatte, gibt es reichlich Milchprodukte zu kaufen, soweit ich das durch die Glastür sehen konnte. Im Café, das Teil des Museums ist, gönnte ich mir einen Cappuccino bevor es danach zurück zum Campingplatz ging.
Nach einer erfrischenden Dusche unternahm ich einen Spaziergang am See und machte es mir für den restlichen Nachmittag mit einem Kaffee auf einer Decke vor dem Zelt gemütlich. Später folgte noch ein zweiter Kaffee, den ich mitnahm und auf der längsten Holzbank Hessens (34,5 Meter lang), am See zu mir nahm, während ich in meinem Krimi weiter laß.
Für das Abendessen kam der Campingkocher zum Einsatz: One Pot Thunfisch mit Nudeln.
Tour: ~12,8 Kilometer, ~400 Höhenmeter
27. August
Da es an diesem Morgen ebenfalls kühl war, hatte ich es mir zum Frühstück wieder im Zelt gemütlich gemacht. Wie immer stand am Abreisetag der Abbau des Zeltes an. Außen war es trocken, nur innen war das Außenzelt nass und der Boden Footprints. So packte ich das Zelt wie schon so oft in einen Kompressionssack. Dadurch bleibt alles andere trocken in der Tasche.
Kurz vor 9:00 Uhr war ich mit allem fertig und genau passend zur Öffnungszeit der Rezeption. Der Aufenthalt auf dem Campingplatz wollte noch bezahlt werden.
Svarta durfte ich auf einem Parkplatz auf dem Campingplatz stehen lassen und den Schlüssel für den Sanitärbereich konnte ich ebenfalls behalten und sollte ihn nach der Wanderung in den Briefkasten werfen. Sehr entgegenkommend. 👍
Vom Campingplatz lief ich über den Weg am See zur Hauptstraße, folgte dieser kurz und bog in der Kurve am Ortsanfang ab. Dort ist ein Wanderparkplatz und für mich war es der Einstieg in die Heringhausen Panoramatour.
Irgendwie war es schon klar, dass Panorama mit Höhenmeter in Verbindung steht, und dass ein Pfad mit einem stärkeren Anstieg im Wald den Anfang machte, nicht verwunderlich. Hin und wieder zeigte sich sogar die Sonne am ansonsten wolkenbedeckten Himmel und zauberte Lichtflecken in den Wald.
Immer höher ging es im Wald. Der Route folgend nahm ich den Abstecher zu einem Aussichtspunkt und wurde an einer Hütte mit einem schönen Ausblick belohnt. Entgegen der Tour lief ich nicht wieder zurück, sondern folgte einem kleinen Pfad an der Kante des Hügels und entdeckte so zwei Bänke mit noch wesentlich besseren Ausblicken.
Über zwei Waldwirtschaftswege kam ich dann auf den eigentlichen Panoramaweg zurück und folgte diesem. Es gab noch zwei weitere Abstecher mit Ausblicken auf die Staumauer, die wohl eher in der Vergangenheit einen Ausblick gewährten. Mittlerweile sind diese Ausblicke so zugewachsen, dass der See zwar zu erkennen ist, aber nicht mehr so wie am ersten Aussichtspunkt.
Einige Kilometer später verließ der Weg den Wald und führte am Waldrand und durch Felder eine Schleife. An einem Abbiegepunkt am Waldrand steht eine Bank, die für mich der Punkt einer Rast war. Bis hierher hatte es immer wieder ganz kurz geregnet und danach nicht mehr.
Die weitere Schleife führte mich an einem Waldrand entlang, von dem aus Adorf zu sehen war. Weiter über Felder und dann wieder durch einen Wald kam ich oberhalb von Heringhausen heraus, mit einem letzten Blick von oben auf den Diemelsee.
Eine schöne, gute ausgeschilderte Tour ist der Panoramaweg und bietet mit Blick auf den Diemelsee und den Feldern im Hinterland viel Verschiedenes für das Auge.
Am Campingplatz gab ich den Schlüssel zurück und lief wieder zur Hauptstraße. Nicht weit vom Campingplatz ist das Fach Werk, ein Café zu finden. Eine recht junge und sehr freundliche Gruppe betreibt das Café. Eine Waffel und ein Latte Macchiato waren mein Abschiedsessen von Heringhausen.
Tour: ~13,8 Kilometer, ~450 Höhenmeter
Resümee
Der Diemelsee war in zwei Stunden erreicht und die Region bietet einiges, nicht nur für ein Wochenende. Der Campingplatz liegt zwar an der Hauptstraße, besonders viel Verkehr herrschte zum Glück nicht. Daher war ich mit dem Campingplatz an sich für die Tage, die ich dort verbracht hatte, zufrieden.
Beim Sky Walk spekulierte ich auf das Ferienende und auf das angekündigte durchwachsene Wetter. Erst im Juli 2023 geöffnet zieht der Sky Walk bereits viele an und ist damit im Sommer hoch frequentiert gewesen. Meine Spekulation ging auf und es war sehr relaxt am und auf dem Sky Walk.