Kathmandu – Nepal – März 2017

06.04.2017 – Kathmandu

Der Flug von Paro (Bhutan) nach Kathmandu (Nepal) war kurz und ruhig. In Kathmandu liefen wir zur Gepäckausgabe und ich wartete auf meine knallig gelbe Tasche. Dann kam eine gelbe Tasche wie meine, nur nicht ganz so abgenutzt. Und noch eine und noch eine und noch eine und ……  Da war eine Reisegruppe mit uns angekommen und alle hatten dieselbe gelbe Tasche wie ich. 🙃 Kam mir bis zu diesem Tag noch nie vor! Meine Tasche war mitten unter den vielen gelben und für mich zum Glück eindeutig zu erkennen, da sie im Gegensatz zu den anderen bereits Streifen und Schrammen hatte.

Mit dem Gepäck folgten wir Kazi aus dem Flughafen zu einem Kleinbus, der uns zum Hotel Annapurna bringen sollte. Wie laut und wuselig war es hier! Nach den ruhigen Tagen in Bhutan war alles wie ein wildes Durcheinander und hektisch unterwegs. Das mehr oder weniger häufige Hupen machte es nicht besser.

Im Hotel konnten wir direkt einchecken. Wir hatten Zeit uns frisch zu machen und da es Mittagszeit war, sollte es in das Dechenling Garden Restaurant gehen. Wir trafen dazu in der Lobby. Mit Kazi voran liefen wir die Straße bis zum nächsten Zebrastreifen. Eine vierspurige Straße mit dem chaotischen Verkehr Kathmandus und da sollte es rübergehen? Kazi erklärte uns dazu die Grundregel: Eine Lücke suchen und dann gleichmäßig, geradeaus ohne stocken einfach laufen. Wir waren sehr skeptisch, aber das funktioniert tatsächlich. Durch die gleichmäßige Geschwindigkeit weiß jeder, wie er uns einzuschätzen hat und reagiert entsprechend. Im Dechenling war es im Garten ruhig und grün. Die Pflanzen spendeten zudem etwas Schatten, vor allem auch Frischluft.

Mit Kazi als Guide fuhren wir nach dem Essen in einen anderen Ortsteil von Kathmandu und wurden an einer großen staubigen Straße herausgelassen. Hier soll eine Stupa sein? Kazi zeigte uns den Weg entlang der Straße, bis zu einer schmalen Seitenstraße. Ah, da geht’s lang. Ab hier wurde es ruhiger, bis nichts mehr vom Straßenlärm wahrzunehmen war. Wir waren angekommen und blickten auf die Boudhanath Stupa.

Eine wirklich große Menge an Gläubigen umrundete die Stupa auf mehreren Ebenen. Buddhisten und Hindus nebeneinander. 

Wir vereinbarten einen Treffpunkt und erkundeten unabhängig die Stupa und die Läden in den Gebäuden drumherum. Vor der Stupa war eine große Schale mit Weihräuchern und verteilte einen intensiven Geruch. An einer anderen Stelle saßen Mönche um einen großen Haufen von Gaben, beteten und spielten auf ihren Instrumenten.

Hier und da gab es Durchgänge an der Mauer der Stupa, die zu Treppen führten, um auf die zwei höher liegenden Ebenen zu gelangen. Das nutzte ich, um die Menge von oben zu betrachten und auch dort die Stupa zu umrunden.

So langsam hieß es zum Treffpunkt zu gehen. Dort warteten schon welche aus der Gruppe und schauten beim Händler, vor dem wir uns trafen, was dieser anbot. Gebetsfahnen wurden von mehreren dort als Andenken gekauft. Auch ich hatte hier welche gefunden.

Mit der gesamten Gruppe liefen wir drei Häuser weiter und zu einem Eingang mit dem Hinweis auf ein Restaurant. Das Restaurant befindet sich auf den zwei obersten Ebenen und mit dem Hauptbereich auf einer abgestuften Dachterrasse. Von oben hatte die kreisende Menge eine beruhigende Wirkung. 

Mit der hereinbrechenden Nacht wurden die Lichter eingeschaltet und erleuchteten die Stupa.

Zurück am Hotel bin ich dann noch eine kleine Runde die Durban Marg, die Straße vor dem Hotel gelaufen. Direkt auf das Zimmer wollte ich noch nicht und bin daher zum Pool, um zu sehen, ob sich dort jemand aus der Gruppe befindet. Ja, es waren einige dort und ich gesellte mich zu ihnen für einen Schlummertrunk, um den Tag abzuschließen. Everest Bier in ungewohnten 650ml Flaschen. Da macht sich immer noch der britische Einfluss aus der Kolonialzeit bemerkbar.


07.04.2017 – Kathmandu

Früh war ich an diesem Tag wach und hatte schon meine Sachen gepackt, soweit ich konnte. Bis zum Frühstück war es noch reichlich Zeit und ich entschloss mich daher zu einem Spaziergang in Hotelnähe. Auf der fast noch leeren Durban Marg kamen mir zwei freundliche Jogger entgegen. Ansonsten war alles noch sehr ruhig und die meisten Geschäfte waren noch geschlossen.

Im Nebengebäude des Hotels, in einem großen Raum mit hohen Fenstern, wurde gefrühstückt. Nach dem Frühstück wurden die letzten Sachen gepackt. Der Tag stand zu freien Verfügung, Kazi hatte uns für diesen Tag eine Stadttour angeboten, welche wir angenommen hatte. Daher checkte ich aus und brachte mein Gepäck zum Sammelpunkt in der Lobby.

Abermals trafen wir uns in der Lobby, um dann gemeinsam im Kleinbus in den Westen von Kathmandu zu fahren. Swayambhunath, der Affentempel, ist hier. Dazu wurden wir am Fuß des Berges, auf dem die Tempelanlage steht, herausgelassen.

Am Fuß des Berges geht es über Treppen auf mehrere kleinere und größere Ebenen. Schon hier waren Affen zu sehen. Kazi warnte uns zuvor, vor den Affen aufzupassen. Es sind wilde Tiere, an den Menschen gewöhnt, aber immer noch wild.

Es waren am frühen Morgen noch nicht so viele auf dem Weg zum Tempel und wir konnten uns in aller Ruhe umsehen und die nach den Plätzen kommende lange Treppe gemütlich nach oben laufen. Uns begegneten auf dem Weg nach oben Touristen, Einheimische in Alltagskleidung und manchmal auch herausgeputzte Personen.

Oben angekommen, standen wir vor der zentralen Stupa der Tempelanlage. Um diese herum gab es mehrere kleinere Stupas und andere religiöse Bauten. Durch das verheerende Erdbeben von 2015 waren einige Gebäude beschädigt worden und noch nicht wieder komplett aufgebaut gewesen. Daher lag hier und da noch Baumaterial oder Schutt.

Um die Stupa und den kleineren Plätzen herum waren auch Händler, die Waren feil boten.

Von diesem Hauptpunkt der Tempelanlage geht ein Weg über eine Senke zu einem weiteren, viel kleineren Platz, auf dem ebenfalls zentral eine Stupa steht. Hier waren Unmengen von Gebetsfahnen von dieser zu den umliegenden Bäumen gespannt. Schon auf dem Weg zu diesem Platz waren Gebetsfahnen über unseren Köpfen zwischen den Bäumen zu sehen gewesen.

Hinter dem zweiten Platz sind wir noch ein paar Treppen heruntergelaufen, um dann an einem Platz vom Kleinbus aufgesammelt zu werden. Wir fuhren nun in einen weiteren Ortsteil von Kathmandu, nach Paten.

Auf dem Weg nach Patan lief mitten auf einer mehrspurigen Straße eine Kuh. Alle, wirklich alle fuhren um diese Kuh mit Abstand, als wäre es das Normalste in der Welt. Kein Gehupe oder ähnliches. Chaotischer Verkehr und dann doch irgendwie koordiniert.

Direkt vor dem zentralen Platz von Paten, dem Patan Durbar Square wurden wir aus dem Bus gelassen. Kazi kaufte für uns die Tickets, wie schon am Affentempel. Wir vereinbarten einen Treffpunkt und zogen dann vereinzelt zur Erkundung los. Miri und ich sind gemütlich über den Hauptplatz und in Gebäude, Gebäudeanlagen am und um den Platz gelaufen. Hier waren ebenfalls noch größere Berge von Schutt und Backsteinen. Einerseits durch Aufräumarbeiten nach dem Erdbeben, andererseits Baumaterial zum Wiederaufbau.

Der zentrale Platz von Paten ist der Religion gewidmet, was nicht zu übersehen ist. Auch hier wieder vieles aus beiden Hauptreligionen Nepals.

Vom Sammelpunkt sind wir über mehrere Seitenstraßen zu einer kurzen Sackgasse. Am Ende dieser Sackgasse ist der Eingang zum Hiranya Varna Mahavihar. Der goldene Tempel ist eindeutig als Hinduistischer Tempel zu erkennen. Der Tempel ist um einen Innenhof mit einem zentralen Gebäude. Wenn man es nicht weiß, würde man an diesem Tempel vorbeilaufen ohne zu registrieren, dass es ihn gibt, so versteckt ist er.

Der Abschluss unserer Erkundung von Kathmandu war ein zügiger Lauf durch die Freak Road (Titelbild) und deren Nebenstraßen. Kazi wollte zuerst nicht, hat auf unsere Bitte dann jedoch zugestimmt. Staubig ist es, mit den vielen zur Straße offenen Läden durchaus mit bunten Orten im grauen Gesamtbild.

Somit war unsere Tour durch Kathmandu zu Ende und es ging zurück in das Hotel.

Im Hotel hatte ich aus meiner Tasche die oben liegende Kleidung genommen und bin damit zu den Umkleiden am Pool. Dort konnte ich duschen und frische Kleidung für den Rückflug anziehen. Kathmandu ist, gerade an sonnigen Tagen, sehr trocken und staubig. Entsprechend sah meine Kleidung nach diesem Tag aus.

Geduscht und mit frischer Kleidung fühlte ich mich für den Heimflug wohler, zu dem es bald gehen sollte.


Impressionen

Ein paar Bilder, von dem, was wir auf unseren Wegen durch Kathmandu alles gesehen haben. Händler mit Bananen sahen wir sehr viele. Manche mit festen Ständen, manche auf Fahrrädern.

Ein paar Eindrücke vom Verkehr in Kathmandu.

Die Herausforderung stellt sich, sobald man eine Straße überqueren möchte. Zebrastreifen gibt es, es sind Markierungen, die nicht wirklich beachtet werden. Eine die Lücke im Verkehr suchen und dann gleichmäßig, ohne zu Stöcken über die Straße gehen. Durch das gleichmäßig Tempo ist man für andere einschätzbar und es wird ohne Murren gestoppt. Das funktionierte in der Gruppe, wie auch alleine bei meinen Spaziergängen.

Nepal – Trekking in Solo Khumbu und Kathmandu – März 2019

No Mountain To High. So zumindest der Titel eines Fotobuches von Miri, die mit mir in den Himalaya mochte. Dort ist das uns allerdings dann doch zu ambitioniert, den der Mount Everest (oben im Bild hinter der Wolke) ist nichts für eine Urlaubs-/Trekkingreise.

Nach dem Vergleich einiger Reisen in die Solo Khumbu Region in Nepal haben wir uns für ein Angebot des DAV Summit entschieden – Everest Summit Lodges – Komfort-Trekking ins Ama Dablam Basecamp. Das Ama Dablam Basecamp war nach dem Titel zwar das Hauptziel, der höchste Punkt der Reise jedoch war ein Pass etwas oberhalb. Höhenluft auf 5000 Metern schnuppern. 😀

Diese Reise hatte uns am besten gefallen in Bezug auf die Höhenanpassung und dass es mit den ausgewählten Lodges etwas komfortabler ist. Da wir getrennt buchten und in unterschiedlichen Städten wohnen, hatten wir uns einen Zeitpunkt ausgesucht und dann per Chat die Buchungen zum zeitgleich ausgeführt. Das hat problemlos geklappt. Für mich hieß es nun nach Darmstadt zum Generalkonsulat fahren und ein Visum beantragen. Dort war ich zwei Jahre zuvor schon für eine Reise nach Bhutan über Nepal. Es ist zwar möglich das Visum am Flughafen von Kathmandu bei der Ankunft zu beantragen, wenn man es vorher macht ist es entspannter.

Gebucht hatten wir Anfang September und bis Mitte März war noch reichlich Zeit. Das war auch gut so, da ich meine Ausrüstung noch erweiterte um z. B. Trekkingstöcke. Ich hatte die Zeit auch für ein Beintraining genutzt und dazu alle zwei Tage früher Feierabend gemacht, um im Hauptgebäude meines Arbeitgebers die acht Stockwerke mehrmals hoch zu laufen. Jede Stufe bewusst einzeln.

Der März näherte sich und bald war es Zeit für die Reise nach Asien.


15./16.03.2019 – Anreise und Kathmandu

Wir vereinbarten uns am Flughafen in Frankfurt zu treffen und dann ab dort die Reise gemeinsam zu unternehmen. Durch die Bahnverbindung war ich etwas früher am Frankfurter Flugplatz und wartete in Terminal 1 auf Miri. Dabei fiel mir ein Pärchen auf, das DAV Taschen hatte und sich auch auf denselben Schalter konzentrierten und dann auch tatsächlich dorthin liefen. Ob die auch diese Reise gebucht haben?

Miri meldete sich in dem Moment, dass sie gleich ankommt. Ich bin somit mit den beiden zum Check-in und habe sie auch angesprochen und gefragt, wo es hingehen soll. Und siehe da, wir hatten dasselbe Ziel und erkannten, dass wir in derselben Reisegruppe sein werden. Kurz darauf kam dann auch schon Miri zu uns in die Schlange am Schalter.

Wir gaben unser Gepäck ab und sind mit den Bordkarten in die Mitte des Terminals 1 gelaufen. Dort ist ein großer Bereich mit Geschäften, Kiosken und Restaurants. In der Mitte ist ein Stand mit Getränken und Essen, den wir ansteuerten für einen Kaffee und um zu Quatschen.

Der Flug startet pünktlich um 21:00 Uhr in Frankfurt nach Abu Dhabi. Dort hieß es für uns quer durch den kompletten Flughafen, einer Kontrolle und weiter zum Gate für den Weiterflug nach Kathmandu. Das kannten wir schon und sind so zielstrebig, ohne zu trödeln durch den Flughafen, da der Anschlussflug dies nicht zuließ.

In Kathmandu kamen wir am späteren Nachmittag an. Durch die Einreisekontrolle ging es recht flüssig, da wir unsere Visa bereits in Deutschland haben erstellen lassen. Innerhalb des Flughafens wechselten wir noch Geld an einem Stand, an dem fast nur Einheimische waren. Ist schon etwas abenteuerlich vom Ablauf für uns gewesen. Man hält das Bargeld unter einem Brett in den Laden (kann es aber die ganze Zeit sehen). So machten das alle, die gerade ganz vorne waren. Es zeigten also ganz viele Hände ihre Scheine in die Wechselstube. Dann wurde das Geld genommen, gezählt und mit einem Taschenrechner umgerechnet und anschließend gezeigt was ich bekommen würden. War ok und so bekam ich die angegebenen nepalesischen Rupien. Dasselbe dann noch für Miri.

Vor dem Flughafen warteten ganz viele Guides auf ihre Teilnehmer und wir erblickten schnell unseren und liefen zu ihm. Ein weiterer brachte uns und noch ein paar andere als Teilgruppe zum Transporter. Als wir alle im Transporter waren, ging es durch die abenteuerlichen Straßen von Kathmandu bis zur Durban Road, zum Hotel Annapurna. Abenteuerlich, durch das Gehupe und die freie Auslegung der Fahrspuren. Da wurden dann z. B. aus zwei schon mal vier Spuren gemacht. 🙃

Das Hotel ist schon älter und strahlte eine gewisse Eleganz im Eingangsbereich aus. Das die Eingangstür von einem Pförtner aufgemacht wird, um einzutreten, unterstrich dies. Eingecheckt war schnell, da alles gut vorbereitet war und so konnten wir auf das Zimmer.

Die Zeit bis zum Abendessen hatten wir u. a. mit umpacken genutzt. Gepäck, das wir für das Trekking nicht brauchten, kam in eine eigene Tasche, um sie in Kathmandu zu lassen. Dann wurden die Tasche für das Trekking und der Tagesrucksack gepackt. Für den Inlandsflug durften wir 15 Kg Gepäck mitnehmen. Allerdings aufgeteilt auf 10 Kg in einer Tasche und 5 Kg im Rucksack. D. h. Trekkingstiefel und zwei Bekleidungsschichten wurden für den nächsten Tag zum Anziehen zur Seite gelegt.

Vor dem Abendessen sind wir ein paar Meter die Durbar Marg hoch und runtergelaufen. Dann war es Zeit für das Abendessen. Das Abendessen ist zum ersten Kennenlernen der Gruppe in lockerer Atmosphäre gedacht und es sind keine Guides dabei gewesen, die sonst vielleicht zu viel zu den nächsten Tagen erzählt hätten. Nicht das das schlecht ist, es hätte vermutlich vom Kennenlernen abgehalten. Zu Essen gab es das traditionelle Dal Bhat mit viel verschiedenem Gemüse und Fleisch.


Die Reise bestand aus zwei Teilen. Die Hauptunternehmung war das Trekking im Himalaya. Danach kam die Erkundung von Kathmandu. Die Tage in Kathmandu können auch kürzer ausfallen, wenn der Flug zurück aus dem Gebirge nicht wie geplant stattfinden kann. Bei uns verlief die Reise wie geplant.


Resümee

Aus den zur Auswahl stehenden Trekkingtouren im Himalaya war die ausgesuchte genau die Richtige für uns. Die Mehrkosten für das Komforttrekking war nicht so extrem, da wir uns u. a. ein Zimmer teilten. Ein Einzelzimmer hätte fast 900 € mehr gekostet!

Die Reise von Mitte bis Ende März war ebenso genau richtig. Der Hauptansturm auf dieser Route erfolgt erst ab April und so waren wir fast immer die einzige Gruppe auf dem Weg. Lediglich am Anfang eine und an den letzten beiden Tagen in der ersten Stunde ein paar, die bergauf sind.

Nur ein kurzer Regenschauer und sonst meist Sonne. Der Schnee an den beiden Rückreisetagen machte es dann sogar noch zu etwas Besonderem für uns. Vom Wetter somit sehr gut gewesen. 😊

Die einfache Lebensart, die Freundlichkeit und die Fähigkeit, mit einfachsten Mitteln sehr schmackhafte Essen zuzubereiten waren immer wieder aufs Neue faszinierend.

Genauso faszinierend wie die Natur. Berge, mehrere tausend Meter höher und das, obwohl wir schon mehrere tausend Meter über dem Meeresspiegel waren. Klare Luft und tolle Sicht. 😀

Kathmandu hat uns beiden dieses Mal gut gefallen. Das wir mit der aufwachenden Stadt diese erkundeten machte den Wechsel vom Trekking zur Stadt sehr angenehm.

Gerne wieder. Mustang wäre da mein Favorit für das nächste Mal.


Karten

Die Touren wurden mit einem Smartphone aufgezeichnet und daher ist die Genauigkeit schwankend. Zum Zeigen der Strecken finde ich sie ausreichend.

Die Kartendarstellungen basieren auf der Anzeige in Trailrunner Mini mit OpenStreetMaps.


Lektüre

Völlig unvorbereitet bin ich seltenst unterwegs. So hatte ich mir für Nepal ebenfalls ein Buch zugelegt.

Titel: Nepal
Auflage: 3. Auflage, 2016
ISBN: 978-3-89794-356-8
Autor: Ray Hartung
Verlag: Trescher Verlag


Die Bilder im Bericht sind von mir (Canon 6D Mk2) und von Miri (Fuji X-T1).


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Nepal – Kathmandu – März 2019

29.03.2019 – Kathmandu – Thamel

Frisch gekleidet und mit bequemen Schuhen für die Stadt sind wir aus dem Hotel Annapurna auf die Durbar Marg und an der nächsten, nördlich gelegenen Kreuzung nach links auf die Tridevi Sadak bis zu einer Kreuzung mit der Thamel Marg. Wir waren somit ungefähr in der Mitte von Thamel, dem bekanntesten Ortsteil von Kathmandu, angekommen.

Wie wir schon auf dem Weg bis hierher feststellten, ist Kathmandu gerade erst am Erwachen. Beste Voraussetzung für uns nach dem Trekking, um in eine wuselige Millionenstadt zu kommen. Das Gegenteil hatten wir bereits zwei Jahre zuvor erlebt. Aus dem beschaulichen Bhutan kamen wir damals in eine sehr lebendige und volle Stadt. 

Für den heutigen Tag hatten wir uns in Thamel ein paar als religiös gekennzeichnete Orte und ein paar Plätze auf einer Karte herausgepickt. So sind wir nun die Thamel Marg nach Süden gelaufen. In der Mitte zum nächsten Platz machten wir noch einen Abstecher über kleine Seitengassen. Viele der Geschäfte auf unserem Weg machten gerade erst auf oder waren sogar noch geschlossen. Angekommen am Platz, der auch das Ende der Thamel Marg ist, war prominent in der Mitte die Stupa zu sehen, die wir uns auf der Karte als einen Anlaufpunkt ausgesucht hatten.

Die Dharmadhaatu Stupa war herausgeputzt und strahlte über den Platz. Um die Stupa waren schon ein paar Stände aufgebaut, an denen hauptsächlich Lebensmittel dargeboten wurden. Stände können in Kathmandu auch bedeuten, dass die Waren in Körben o. ä. ausgebreitet angeboten werden.

Von hier sind wir über zwei Straßen nach Südwesten zum nächsten Platz. Shree Gha. Wieder eine Stupa in der Mitte, diesmal jedoch von vielen kleineren Säulen umgeben. Am Rande des Platzes liegt zudem ein Kloster und eine Schule. Es schien gerade Pause zu sein, denn einige Schüler befanden sich vor der Schule auf dem Platz. Ein paar Mönche, vermutlich aus dem Kloster, liefen um die Stupa.

Weiter nach Süden kamen wir an einen kleinen Platz mit Schreinen, die von Gittern umgeben waren. Klein und unscheinbar war hier alles. Weiter zum nächsten Platz, mit einem Schrein auf einem gestuften Podest. Es war die Kreuzung der Chandraman Maskey Marg, die wir liefen, mit der Chittadhar Marg.

So langsam wurde es voller auf den Straßen in Thamel. 

Über die „Hauptstraße“, die Chandraman Maskey Marg sind wir weiter bis zum nächsten Platz und dann über große und sehr kleine Gassen nach Westen. Vorbei kamen wir dabei an einem weiteren religiösen Ort, der nur aus einem Schrein in einer Vertiefung einer Hauswand bestand. Der davor betende lies sich durch die Menschenmenge nicht beirren und alle liefen mit gebührendem Abstand um ihre herum.

Wir trafen auf die Gangalal Marg, welche vereinfacht dargestellt eine westlich gelegene Parallelstraße zu der bisher gelaufenen Straße ist. Auch diese war bereits voll von Menschen. Wo ist der Platz, den wir auf der Karte gesehen haben? Wir liefen hin und her, bis wir eine kleine Gasse als unseren Weg zum Platz erkannten.

Yetakha Baha entpuppte sich als Stupa auf einem riesigen, fast leeren Platz. Hinter der Stupa sahen wir dann noch Ganesh Mandir, ein Hindu Tempel. Dieser Platz war kein relativ einfach gestaltet und die umgebenden Häuser wiesen teilweise deutliche Schäden, vermutlich vom Erdbeben in 2015 auf.

Der nächste Tempel war ebenfalls ein Hindu Tempel, der Akash Bhairab. Dazu mussten wir nun wieder nordwärts gehen. Der Tempel liegt an einer viel befahrenen Straßen und nur wenige Schritte vom vorherigen Platz entfernt.

Faszinierend war der Mönch, der die ganze Zeit regungslos in der Mitte stand. Dieser Tempel war offen und wir haben die Chance genutzt und betraten ihn. Im Tempel war alles ganz ruhig und abgedunkelt.

Als wir wieder auf dem Platz waren, sind wir eine kleine Gasse von dort nach Westen gelaufen. Wo führt sie uns wohl hin?

Wir kamen auf einem langgezogenen Platz heraus. Auf diesem in der Mitte und an den Rändern waren Heiligtümer. Einige Betende waren zu sehen. Hier war es wieder ruhig und friedlich.

So langsam hatten wir Hunger bekommen und schauten uns auf der Karte an, wo das Restaurant ist, das ich am Morgen im Hotel auf der Karte gesehen hatte. Es ist das Helena’s Kitchen in der Chaksibari Marg. Dort haben wir es uns auf der Dachterrasse für ein Mittagessen gemütlich gemacht. Von oben war alles Gewusel auf der Straße gefühlt weit weg und nichts störte beim Essen.

Aus dem Restaurant heraus sind wir nach rechts und waren an der nächsten Kreuzung schon wieder in der Mitte von Thamel angekommen. Dort ebenfalls nach rechts und schon erreichten wir die Kreuzung zur Thamel Marg und schlossen so den gegangenen Kreis durch Thamel.

Der weitere Weg bis zum Hotel war identisch wie am Morgen. Jedoch machten wir in der Mitte der Straße zur Durbar Marg an der das Hotel liegt einen Abstecher. Auf der linken Seite ist eine hohe und lange Backsteinmauer. An dieser sind wir am Morgen schon vorbeigelaufen. In der Mitte ist ein Durchgang, den wir nun nahmen, um direkt wieder vor einer Mauer zu stehen. Um diese geht es zu beiden Seiten herum und an beiden Seiten waren Wasserläufe über Stufen, die bereits ein anderes Klima erzeugten. Auf der anderen Seite der Mauer waren wir dann im Garden Of Dreams.

Der Garden Of Dreams ist ein Park, umgeben von einer hohen Mauer und bildet einen Kontrast zur staubigen Innenstadt. Alles war grün oder blühte in tollen Farben und von der Stadt war kein Geräusch wahrzunehmen. Eine Oase in der Stadt, die von vielen jungen Pärchen genutzt wurde.

In diesem Park gibt es mehrere kleine Cafés und bei einem stoppten wir. Umgeben von Grün und im Schatten, bestellten wir uns einen Latte Macchiato und ein Stück Kuchen.

Von hier war es nun wirklich nicht mehr weit bis zum Hotel. Dort checkten wir ein und nahmen unsere Taschen aus dem Taschenberg in der Lobby und bezogen unser Zimmer. 

Kathmandu liegt in einem Tal und hat sehr viele staubige Straßen. Das merkt man, wenn man einen Tag in der Stadt unterwegs ist. Daher duschten wir und relaxten bis es Zeit war in die Lobby zu gehen. Einige aus der Gruppe warteten dort bereits.

Schumi hatte uns einen Tipp für das Abendessen gegeben. Das One Tree liegt ebenfalls in der Durban Marg und keine fünf Minuten vom Hotel entfernt. Von der Straße aus sieht man eigentlich nicht viel vom Restaurant außer einem längeren Gang. Dieser Gang führte uns zu einem Raum, in dessen Mitte ein dicker Stamm war und von diesem Raum aus es über eine Treppe nach oben geht. Dort waren wir im ersten Stock im Freien und doch nicht im Freien. Der Baum überdachte mit seiner Krone das gesamte Restaurant nach oben. 

Der Baum hat das Restaurant vor den Geräuschen der Straße und der staubigen Luft abgeschirmt und bot frische Luft. Wir suchten uns einen Tisch aus, der groß genug für uns alle war.

Die Speisekarten kamen recht schnell und die Getränkebestellung lief noch unkompliziert ab. Etwas komplizierter war die Essensbestellungen bei denen, die abweichende Wünsche hatten. Warum es nicht so einfach war? Es lag nicht an der Sprache, sondern an der Besonderheit des One Tree. Hier arbeiten fast ausschließlich Taube, Stumme oder zumindest im Hören eingeschränkte Personen. Nur ganz wenige können auch Hören und Sprechen. 

Wir bekamen unsere Getränke, unser Essen und den Nachtisch. Alle waren sehr freundlich und das One Tree kann man ohne Bedenken weiterempfehlen. Während des Essens tauschten wir unsere Erlebnisse des Tages aus. Manche waren wie wir unterwegs, manche machten sich einfach einen gemütlichen Tag am Pool.

Karte


30.03.2019 – Kathmandu

Die Nacht im Hotel war erholsam und vom Verkehr der Straße war so gut wie nichts zu hören. Wir hatten zwar ein Zimmer mit Fenster zum Innenhof und damit indirekt zur Straße, aber dennoch war es von der Straße abgeschirmt gewesen.

Das Frühstück gibt es in einem Raum, der mit sehr großzügigen Scheiben versehen ist, im Nachbargebäude. Dazu mussten wir aus dem Hotel heraus und über den Innenhof gehen. Am Eingang war ein Koch, der Eier in den verschiedensten Varianten, Speck und Würstchen auf Wunsch zubereitete.

Wir sind erstmal an ihm vorbei und suchten uns einen Platz zum Frühstücken. Das Buffet war reichhaltig und nach dem ersten Toast, war mir nach Ei. So suchte ich den Koch auf, der mir direkt die gewünschten Rühreier mit Kräutern zubereitete. 

Für diesen zweiten Tag in Kathmandu bot uns Schumi eine geführte Tour an, der wir alle zusagten. So trafen wir uns nach dem Frühstück zum ausgemachten Zeitpunkt in der Lobby. Ein Kleinbus brachte uns zunächst in den Ortsteil Lalitpur. Wir wurden zur Patandhoka Road gebracht. Im Hotel war es noch sonnig, auf dem Weg nach Lalitpur fing es jedoch an leicht zu regnen.

Wir hatten Glück und der Regen ließ bald nach und hörte dann ganz auf, noch bevor wir den ersten Platz erreichten. Über mehrere Straßen und Plätze auf denen Waren angeboten wurden, gelangten wir zum Hiranya Varna Mahavihar, auch Goldener Tempel genannt. Von der Straße aus durch einen unscheinbaren Zugang zu erreichen, bot sich uns ein Kleinod an. 

Der Tempel selbst ist um einen Innenhof mit einem zentralen Schrein gebaut worden. Es waren viele Hindus hier, die beteten oder anderen Zeremonien nachgingen.

Dieses Kleinod verließen wir und folgten Schumi durch einige Straßen bis zu einem Geschäft. Von außen und im Innenraum nicht sehr groß, bot es viele verschiedene, hauptsächlich religiöse Gegenstände und Klangschalen. Wegen letzteren waren wir hier und der führende Name des Geschäfts – Tibetan Singing Bowl Center. Für eine Präsentation wurden wir in den Keller geführt. Dieser Raum erschien deutlich größer. Vielleicht dadurch, dass er nicht so voll war mit Regalen und Tischen. Um einen zentralen Punkt waren mehrere Bänke, auf die wir uns setzten. Ein Meister erklärte und die Herstellung und Verwendung der Klangschalen. Dies wurde zu den Erklärungen demonstriert. 

Eine größere z. B. über den Kopf hilft bei Kopfschmerzen und Verspannungen. Dazu wurde diese mit einem Klöppel dreimal geschlagen. Ein anderes Beispiel war mit sehr großen Klangschalen. Ich stellte mich ohne Schuhe in die Schale. Mit drei kräftigen Schlägen wurde die Schale in Bewegung versetzt. Die Vibrationen gingen über die Füße, die Beine bis in den Oberkörper und entspannten dadurch den gesamten Körper.

Miri kaufte sich eine kleine Klangschale, ich eine leicht größere. Dazu gab es einen Klöppel, einen Stab sowie ein Zertifikat inkl. einiger Anleitungen der Nutzung. Da die Schalen aus massivem Metall bestehen, haben selbst die kleinen Klangschalen ein ordentliches Gewicht. Hauptbestandteil ist mit 77 % Kupfer. Meine Schale mit Zubehör wiegt fast ein Kilo, mit reichlich Papier umwickelt waren nun etwas über ein Kilo den restlichen Tag zu tragen.

Mit unserer Beute zogen wir weiter und waren bald am Patan Durbar Square angekommen. Dieser sehr touristisch geprägte Ort war am Morgen noch nicht überfüllt. Miri und mir fiel sofort auf, dass in den zwei Jahren seit unserem letzten Besuch hier viel am Wiederaufbau getan wurde. Durch das Erdbeben 2015 sind mehrere der Backsteinbauten zusammengefallen oder standen kurz davor. Noch war nicht alles so wie zuvor, jedoch schon sehr viel davon.

Wir schlenderten verstreut über den Platz und durch die Gebäude. Ausgemacht wurde zuvor eine Uhrzeit und ein Treffpunkt an einer Kreuzung zum Durbar Square.

Unser Kleinbus pickte uns auf und fuhr einmal quer durch Kathmandu nach Bodnath. Wir brauchten wenige Meter zum Gang, der zum Platz mit der bekanntesten Stupa führt. Die Boudhanath Stupa ist eine der größten Stupas in der Welt und die größte in Nepal. Um die Stupa liefen Buddhisten und Hindus, da sie aus beiden Religionen als Heiligtum angesehen wird. 

Wir sind zuerst in ein Gebäude am Rand geführt worden. Dort in einem oberen Stockwerk werden Mandalas von Hand gemalt. Uns wurde die Entstehung und die Bedeutung der Mandalas erklärt, während im selben Raum mehrere Schüler Mandalas erstellten. Wir erfuhren so, dass nur die Meister die Mandalas mit Gold bemalen dürfen. Um ein Meister zu werden, ist man fast ein Jahrzehnt Schüler.

So langsam wurden wir hungrig und besuchten eines der Restaurants in den Gebäuden um die Stupa. Die meisten, wie auch das welches wir wählten haben eine Dachterrasse. Der Himmel war zwar immer noch bewölkt, löst sich jedoch langsam auf. So ließ sich beim Essen in der Sonne das Treiben unten gut beobachten.

Abermals machten wir eine Uhrzeit und einen Treffpunkt aus. Bis dahin hatten wir reichlich Zeit, um um und auf die Stupa zu gehen.

Der Fahrer holte uns in der Nähe ab und fuhr uns zu einem anderen Stadtteil im Westen. Swayambhunath, auch Affentempel genannt, liegt auf einem Hügel. Der Fahrer ließ uns am Fuß des Hügels heraus und bot uns so die Gelegenheit, die lange Treppe nach oben zu laufen.

Die Affen, die hier leben, begründen den Beinamen Affentempel und haben sich an die Menschen gewöhnt. Dennoch sollte man aufpassen. Vor allem, wenn diese sich streiten.

Oben angekommen liefen wir um die Stupa und hatten genug Zeit, die Nebengebäude anzusehen. Ein Sadhu tauchte auf und verdeckte sein Gesicht. Erst als er Geld bekam, um mit dem Spender fotografiert zu werden, ließ er die Deckung kurz fallen.

Die gesamte Anlage erstreckt sich dahinter noch über einen weiteren Hügel, zu dem wir liefen. Auf mittlerer Höhe des zweiten Hügels wartete unser Fahrer, der uns zurück zum Hotel brachte.

Im Hotel war eine weitere Reisegruppe angekommen und mit ihrem Guide am anderen Ende der Lobby. Wir erkannten den Guide, es war Kazi. 😀 Selbstverständlich sind wir sofort hin und haben ihn begrüßt. Er erkannte uns ebenfalls direkt, waren wir doch bei seiner ersten Reise nach Bhutan zwei Jahre zuvor dabei. Dass wir bei ihm Zuhause waren und seine Frau kennengelernt hatten, hatte er bereits erfahren. Da er mit seiner Reisegruppe beschäftigt war, konnten wir uns nicht sehr lange mit ihm unterhalten, dennoch war es wieder sehr angenehm.

Die Zeit bis zum Treffen für das Abendessen nutzten wir, um so weit wie möglich unsere Taschen für die Abreise vorzubereiten. Hatten wir die Wäsche noch in Beutel nach sauberer und schmutziger Wäsche getrennt, so landete alles schmutzig und das war fast alles direkt in der Tasche. So konnten die Klangschalen und anderes mit genügend Kleidung umgebend geschützt werden. Die Taschen wurden dann gleich geschlossen, da es, na ja gebrauchte Wäsche war. 😅

Für das Abendessen sind wir in das Decheling Garden Restaurant, das neben dem Garden Of Dreams in einer Seitenstraße liegt. Gartenrestaurant ist in diesem Falle sehr zutreffend, da sich die Tische außen zwischen den Pflanzen im Grünen befanden. Für uns war allerdings ein Raum reserviert. Das Abschiedsabendessen war ein geselliges – ein Sherpa Hot Pot.


31.03./01.04.2019 – Rückreise

Das Frühstück nahmen wir wieder früh ein. Einer aus der Reisegruppe erzählte etwas von einem Teeladen und machte uns neugierig. Zuerst mussten wir jedoch auschecken. Unsere Taschen wurden wieder in der Lobby unter einem großen Netz gesammelt. 

Edgar, das war derjenige, zeigte uns führend den Weg zum Teeladen, der in nördliche Richtung vom Hotel liegt. (Lazimapat Road, kurz nach der Kumari Mai Marg)

Der Verkäufer war sehr freundlich und viel am lachen. Wir bekamen Tees zum probieren und fast alle sind mit Tee und Miri auch mit Seife aus dem Laden.

Die nächste Station war ein Marktplatz südlich unseres Hotels. Dazu sind wir zum Hotel zurück, daran vorbei und an der nächsten großen Kreuzung nach rechts gelaufen. Zwei Kreuzungen weiter waren wir am Platz mit dem Markt. Hier ist der Annapurna Ajima Temple und drumherum auf dem Platz ist Markt gewesen. Genauso wie in den angrenzenden Straßen.

Bei den angebotenen Speisen waren wir skeptisch und haben für das Mittagessen doch lieber wieder das One Tree aufgesucht. Unsere leibgewordenen Momos wurden bestellt und eine zweite Portion Dumplings. Geschmacklich identisch. Der Unterschied ist lediglich die Art, wie die Teigtaschen verschlossen werden.

Im Hotel fischten wir aus unseren Taschen die Beutel mit der letzten frischen Wäsche und verschwanden zu den Umkleiden am Pool. Dort bekamen wir Handtücher und konnten so vor der Abfahrt zum Flughafen noch Duschen.

Bevor es dann los ging zum Flughafen bekam jeder noch einen Khata.

Kazi kam extra wegen Miri und mir und so bekamen wir von ihm einen weiteren Schal zum Abschied, und nicht nur das, er begleitete uns sogar noch zum Flughafen.

Der Flug wollte pünktlich starten und so war sogar der Flieger schon an der Position zum Starten als das Flugzeug langsam wieder zum Flughafengebäude zurückfuhr. Was war? Uns wurde mitgeteilt, dass ein Gewitter auf Kathmandu zukommt und wir dieses abwarten müssen. Freundlicherweise wurde während der Wartezeit die Videofunktion im Flugzeug aktiviert. Raus aus dem Flieger durften wir leider nicht mehr. Insgesamt warteten wir fast zwei Stunden, bis es dann endlich losging. 

In Abu Dhabi verringerte sich dadurch der Zwischenaufenthalt. Es war genügend Zeit um zum Abflug Gate zu kommen und sogar um dort noch etwa zu trinken. Der weitere Flug nach Frankfurt verlief nach Plan und wir erreichten Frankfurt morgens um kurz vor 7:00 Uhr.


Graffiti

In Kathmandu sahen wir einige Graffitis, die nicht nur einfach Schriftzüge waren. Hier ein Auszug davon.

Nepal – Trekking in Solo Khumbu – März 2019

17.03.2019 – Lukla

Früh weckte uns der Wecker. Alles war schon am Vortag gepackt und so waren wir bald in der Lobby des Hotels. Das Gepäck, das in Kathmandu bleiben soll, gaben wir ab. Die Taschen für das Trekking kamen in den Bus und wir sind danach mit den Tagesrucksäcken ebenfalls in den Bus. Die Fahrt zum Flughafen war gefühlt ruhiger als am Tag zuvor. So früh schlafen noch einige.

Am Flughafen fuhren wir zum Nebengebäude für die Inlandsflüge. Mit dem Guide vorneweg, sind wir in die Eingangshalle. Diese ist an einer Front mit Schaltern und Gepäckwaagen im Wechsel versehen. Hier sind wir mit unserem Gepäck über eine Waage in eine dahinter liegende Halle. Auf die Idee über eine Waage in den nächsten Raum zu gehen wäre ich allein nicht gekommen. Hier warteten wir, während unser Guide zu einem Schalter lief. Kurz danach kam er wieder und wir folgten ihm zum Schalter. Alle Taschen inkl. Rucksäcke wurden zusammen auf eine Waage getürmt und gewogen. Und wir machten uns am Tag davor noch Gedanken über die Gewichtsaufteilung. 😂

Nun sind wir an den Rand zu einem Förderband. Dort wurden wir gebeten, unsere Taschen zu öffnen, damit diese kontrolliert werden können. Die Taschen sind danach auf dem Förderband weiter und wir nur noch mit unseren Tagesrucksäcken in die Abflughalle.

So lange mussten wir gar nicht warten, bis unser Flug aufgerufen wurde. Mit einem Bus fuhren wir gefühlt einmal über den kompletten Flugplatz zum Flugzeug. Im Gepäckteil vor dem Cockpit wurde unser Gepäck eingeladen, während wir hinten über eine Treppe mit wenigen Stufen in das Flugzeug sind. Ein schmaler Gang und links und rechts davon je ein Sitzplatz. Ich hatte netterweise den Platz direkt hinter dem Piloten bekommen. Zwischen Pilot, Co-Pilot und uns war zwar eine Wand, jedoch in der Mitte offen. So hatte ich einen guten Blick ins Cockpit und das Geschehen von Pilot und Co-Pilot.

Der Flug war nicht besonders lang und brachte uns von dem auf rund 1300 Meter liegenden Kathmandu nach Lukla auf über 2800 Meter. Vor Lukla überquerte die Maschine noch einen Bergkamm, um dahinter etwas abzusinken. In der Ferne war ganz klein Lukla zu erkennen, das schnell näher kam.

So spektakulär die Landungen in Lukla aussehen auf Videos, so unspektakulär sind diese aus dem Flugzeug. Das Flugzeug setzte auf, bremste und fuhr mit einer gefühlt hohen Geschwindigkeit auf eine Mauer zu. Kurz davor bog der Pilot ohne zu bremsen nach rechts ab und erreicht nur wenig später seine Parkposition direkt vor dem Flughafengebäude. Bei laufendem Rotor wurde das Gepäck entladen, während wir wurden um das Flugzeug zum Gebäude gelotst wurden. Nur wenige Schritten waren es bis wir im Gebäude waren um unser Gepäck zu erhalten.

Gegenüber des Flughafengebäudes wurden wir in einen schmalen Gang geführt und waren auch schon in der Everest Summit Lodge in Lukla angekommen. Zwischen den Gebäudeeingängen waren es vielleicht zwei Minuten Fußweg und doch war es eine Lodge mit eigenem Garten und ruhig. Hier konnten wir uns umsehen, bis es Zeit war für das Mittagessen.

In der Lodge haben wir den jungen Sherpa Passang Sherpa kennengelernt, der uns während des Trekkings begleitet und den Guide Suman „Schumi“ Pant unterstützen wird.

Am Nachmittag war eine Akklimatisationstour zu einer Alm. Auf diesem Weg sind wir bereits über unsere erste Hängebrücke für diesen Urlaub. Strahlend sonniges Wetter begleitete uns an diesem Tag. Die Alm Nangbu Kharka liegt auf 3100 Meter und somit fast 300 Meter höher wie unsere Unterkunft, was für die Höhenanpassung eine gute Basis war.

Zurück an der Lodge sind wir in kleinen Gruppen zur Erkundung von Lukla losgezogen. Groß ist Lukla nicht und besteht eigentlich nur aus einer Straße mit ein paar abzweigenden Wegen. Am Ortsende drehten wir um und suchen Schutz vor dem Regenschauer der einsetzte. Dieser war nur von kurzer Dauer und so ging es bald weiter.

Die eine Frau auf dem ersten Bild hielt demonstrativ etwas vor ihr Gesicht, da sie nicht fotografiert werden wollte. Mir ging es aber auch eher um die „Hauptstraße“ und die Geschäfte. 

Abends wurden wir wieder mit leckerem Essen versorgt. Hier füllte ich meine Thermoskanne, in die ich zuvor ein paar Stücke Ingwer gegeben hatte, mit heißem Wasser. Nachdem das Wasser so weit abgekühlt war, dass ich es umfüllen konnte, kam in der Trinkblase.

Satt und voller Spannung auf die nächsten Tage sind wir in unsere Zimmer.

Karte

Der Start und das Ende der Aufzeichnungen sind leider nicht immer genau und war abhängig vom GPS-Empfang des Smartphones. Für die Nachvollziehbarkeit aber besser als gar keine Aufzeichnung, wie ich finde.


18.03.2019 – Lukla → Monjo

Ein ausgiebiges Frühstück und dann packen für unseren ersten Trekkingtag. Die Taschen wurden im Vorraum gesammelt und von Schumi und Passang zu unserem Gepäcktransporteur nach draußen gebracht. Dort packte dieser immer zwei Taschen in einen Beutel, verzurrte die Beute und verteilte disee auf seine beiden Lastentiere. 

Für uns hieß es nun die Trekkingstiefel anziehen und vor der Lodge sammeln. Bevor wir losliefen, gab es noch zwei einfache Regeln.

  1. Laufen oder Fotografieren. Niemals beides zusammen.
  2. Immer bergauf warten. Besonders, wenn Lastentiere entgegenkommen.

Durch die Hauptstraße liefen wir zum westlichen Ortsende und dort weiter. Nepali flach! Also immer wieder hoch und runter sollte es gehen. Zunächst nordwestlich und bergab zum Fluss Dudh Kosi. Auf dem Weg kamen uns einige Kinder auf ihrem Weg zur Schule nach Lukla entgegen. Hier gibt es keine Straßen in der Art, wie wir sie kennen. Alles geht zu Fuß oder mit Tieren.

Wie nicht anders zu erwarten, gab es wieder eine Hängebrücke zu überqueren. Heute hieß es jedoch warten um die Lastentiere vorbeizulassen.

Gegen Mittag machten wir halt in einem kleinen Ort. Kurz vorher hatte es angefangen zu regnen und da kam uns die Pause gerade recht. Die Getränkewünsche wurden aufgenommen und einfache Speisekarten verteilt. Miri und ich entschieden uns für Momos – gefüllte Teigtaschen. Die Getränke, für uns Tee, kamen schnell, das Essen dauerte einige Zeit. Nicht das sie hier langsam waren, nein, alles wurde frisch zubereitet. Auf Nachfrage gab es vom Guide das OK für hier und für die restliche Tour auch in die Küchen schauen zu dürfen.

Wir hatten uns bewusst für ein kleines Mittagessen entschieden. Zum einen hatten wir noch Musliriegel dabei, vor allem wollten wir für die weitere Tour fit bleiben. Es ging nämlich, wie nicht anders zu erwarten, erst einmal nach Oben. Der Regen war nur von kurzer Dauer und nach unserem Mittagessen zum Glück schon wieder vorbei.

Auf dem Weg kamen wir immer wieder an Manisteinen und kleineren Stupas sowie einmal an einer Gebetsmühle vorbei. Immer links herum! 

Bisher liefen wir rechts vom Fluss, der übersetzt Milchfluss heißt und durch seine Farbe ein wenig an Milch erinnert. Vor Phakding überquerten wir den Fluss. Nur noch durch Phakding und einer weiteren Siedlung führte der Weg bis Monjo, unserem Tagesziel. Die Lodge ist am Hauptweg durch den Ort und wir wurden am Eingang bereits erwartet.

Wie es sich in Nepal gehört, zogen wir die Schuhe aus und wurden in den Hauptraum geführt. Dort gab es Tee, Kaffee und Kuchen. Während wir uns dort erholten von der Tour, kam auch unser Gepäck schon.

Insgesamt waren es nur rund 10 Kilometer, die Beschaffenheit des Weges und die Höhe, obwohl erst auf ungefähr 2800 Meter waren zu spüren. 

Bis hierher sind uns außer Einheimischen nur ein paar vereinzelte Touristen begegnet. Unsere Hoffnung, dass vor April noch nicht soviel los sein wird im Solo Khumbu hat sich zumindest bisher bewahrheitet. Ab April geht der große Run auf das Everest Base Camp los und da soll es hier sehr voll sein. Wir mussten lediglich an den Hängebrücken die entgegenkommenden Lastentiere abwarten, was nie lange dauerte.

Der restliche Nachmittag stand zur freien Verfügung und wir bezogen unsere Zimmer und ruhten uns aus.

Das Abendessen gab es im Hauptraum. Dal Bhat mit viel Gemüse und Fleisch. Während des Essens und auch danach sprachen wir über den Tag, wie wir diesen selbst wahrgenommen hatten. Schön war es für uns, dass Schumi und Passang bei den Frühstücken und Abendessen immer dabei waren. So konnten wir diese fragen bzw. bekamen zusätzliche Infos.

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19.03.2019 – Akklimatisation

Akklimatisation. Bei dem Wort muss ich mich immer konzentrieren. Höhenanpassung finde ich viel angenehmer. Wie auch immer, das ist der Grund, weshalb wir in Monjo für zwei Übernachtungen geblieben sind. So hieß es nach dem Frühstück nur den Tagesrucksack packen. 

Ein sonniger Tag um von ~2850 Meter hoch auf fast 3600 Meter zu laufen. Wir sind dazu von der Lodge aus nach Osten durch einen Nadelwald bergauf bis zu einer Alm und sogar noch weiter. Der Weg nach der Alm war allerdings nicht mehr befestigt und sehr steil. Als es kaum noch eine gute Möglichkeit zum Weiterlaufen gab, machten wir Pause und aßen, was wir in unseren Picknickpakten mitbekommen hatten.

Auf unserem Weg zurück nach Monjo sind wir einer älteren Frau, geschätzt über 70 Jahre alt begegnet. Diese hatte Holz für den Ofen dabei. Beachtlich, in dieser Höhe und noch so aktiv.

Zurück in der Lodge gab es wieder Tee, Kaffee und Kuchen. 😀

Da der Ausflug nicht allzu lange war, war noch genug Zeit den Ort vor dem Abendessen zu erkunden. Dabei entdeckten wir, wie auf einem Platz neben der Hauptstraße Metall verflüssigt und in Form gegossen wurde. An diesem Platz war einiges los und die Töpfe scheinbar begehrt.

Im ersten Bild ist die „Hauptstraße“ zu sehen, mit einem der typischen Träger. Lastentiere haben nur die Wohlhabenderen, alle anderen tragen die Lasten auf dem Rücken. Die Stapel auf den Rücken sind zum Teil beachtliche Türme und ließen uns immer wieder staunen.

Den Tag schloss ein leckeres Abendessen und eine Dusche ab, bevor es ins Bett ging. Da wir nicht direkt einschlafen konnte, starteten wir mit einem Hörbuch, das Miri dabei hatte. Mit Timer, da klar war, dass wir irgendwann automatisch einschlafen würden.

Karte


20.03.2019 – Monjo -> Namche Bazar -> Mende

Es sollte weitergehen und so packten wir schon einmal alles so weit und gingen dann zum Haupthaus um zu frühstücken. Die Lodge teilt sich in zwei Gebäude und die Zimmer sind in einem zweiten dahinter liegenden Gebäude.

Nach dem Frühstück, noch einmal auf die Toilette und alles fertig packen. Die Taschen wurden vor dem Gebäude gesammelt, damit unser Träger diese dort holen kann. Während wir darauf warteten, dass sich alle einfinden, kam ein Hubschrauber und landete neben der Lodge. Wer wird dort wohl aussteigen? Das Geheimnis lüftete sich einige Minuten später – es war ein buddhistischer Abt. Was sein Ziel war, hatten wir nicht mehr erfahren können.

Wir waren nicht die einzigen, die früh morgens auf dem Gelände der Lodge unterwegs waren. Ein kleiner Jung spielte zwischen den Häusern.

Es hieß nun loszugehen. Am Ortsende von Monjo waren an einer Mauer viele Trägergestelle mit Waren aufgereiht. Hier war wohl ein Frühstückshalt.

Den nächsten Ort, den wir erreichten, war Jorsale. Am Ende des ersten Ortsteils war der Zugang zum Sagamartha Nationalpark. Während Schumi die Permits bezahlte warteten wir, den ohne geht es nicht weiter. Der Zugang zum Sagarmatha Nationalpark führt durch einen überdachten Bereich, an dessen Seiten Gebetsmühlen waren und dessen Wände wie auch die Decke bemalt waren.

Hiernach geht es zunächst bergab, um über eine Brücke auf die andere Seite des Milchflusses und damit zur zweiten Ortshälfte von Jorsale zu kommen.

Jorsale sagte den anderen nichts, Miri und mir jedoch schon. 2017 waren wir in Bhutan und unser damaliger Guide Kazi Sherpa, kommt aus Jorsale. Zusammen mit seiner bhutanesischen Frau betreibt er die Nirvana Lodge, in der wir in Jorsale vorbeikamen. Kazi hatte uns zuvor jedoch schon mitgeteilt, dass er mit einer anderen Gruppe im Himalaya unterwegs sein wird. Zum Einkehren war es ebenfalls zu früh und so sind wir weiter am Milchfluß (Dudh Kosi) gelaufen.

Das nächste Highlight war die Hillary Bridge, über die alle gehen, die aus Nepal zum Mount Everest möchten. Durch die heftigen Erdbeben 2015 war die ursprüngliche Brücke mitsamt eines Felsblockes eingestürzt. Wir konnten noch den Ansatz der alten Brücke am anderen Ufer erkennen.

Apropo Hängebrücke. In Europa gibt es ebenfalls einige Hängebrücken und teils weisen diese auf den Nepalesischen oder Tibetischen Stil hin. Wer einmal über die Geierlay Brücke oder die Highline 179 gegangen ist, kann die Konstruktion der Brücken nachvollziehen. Die Brücken in Nepal, über die wir sind, hatte immer einen geschlossenen Boden, damit die Tiere diese überqueren. Die Seiten hatten immer oben ein stabiles Stahlseil, seitlich zum Boden jedoch oft nur einen dünnen Gitterzaun. Was sie nicht haben, sind die vielen seitlichen Streben der europäischen Hängeseilbrücken. D. h. diese Hängeseilbrücken schwanken schön. 😀

Auf die nächsten 3 Kilometer kamen fast 400 Höhenmeter. Von etwa 2950 Meter hoch bis auf 3350 Meter. Angekommen waren wir nun am Ortseingang von Namche Bazar, der Sherpa Hauptstadt. Diese erstreckt sich an einem Berghang über eine größere Fläche. 

Neben diesem Ortseingang verläuft ein Fluss in einem gefassten Becken und dieser Bereich wurde just in dem Moment, in dem wir kamen, von einigen zum Waschen der Kleidung genutzt. Bis in die Mitte von Namche Bazar geht der weitere Weg an einer großen Stupa und mehreren großen, vom Wasser angetriebenen Gebetsmühlen vorbei.

Die Hauptstraße in der Ortsmitte, ist nicht besonders breit, dennoch kommt hier alles durch – auch die Lastentiere!

Es war Mittagszeit und wir hatten Hunger. Schumi führte uns dazu zum Hotel Namche am Ende der Hauptstraße. Vom Essensraum hatten wir einen tollen Blick über Namche Bazar.

Gut gegessen und viel getrunken hieß es anschließend Namche Bazar nach Nordwesten und nach oben zu verlassen. Einige Meter oberhalb hatten wir dann noch eine tolle Aussicht auf Namche Bazar, bevor es um eine Ecke ging und die Stadt für uns verschwand. Auf dem weiteren Weg passierten wir eine kleine Siedlung und vor Mende verlief der Weg herunter in eine Senke. Auf der anderen Seite waren 300 Höhenmeter auf einer steileren Passage hinter uns zu bringen. Dabei schwächelte ich ein wenig und Passang trug meinen Rucksack die letzten Meter bis zur Lodge. Oben angekommen, auf einem Plateau, waren wir an unserer Lodge. Der Ort Mende selbst ist eine verstreute Häusersiedlung dahinter und das Zuhause von Passang, unserem Sherpa.

Im Eingangsbereich der Lodge waren wieder die Schuhe auszuziehen. Nach rechts kamen wir in den Gastraum, in dem Kaffee/Tee und frischer Kuchen auf uns wartete.

Unser Gepäck kam während dessen an und so konnten wir die Zimmer für die folgenden zwei Nächte beziehen. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir mit dem Erkunden der näheren Umgebung. Vor dem Abendessen traf sich wieder alles im Gästeraum und war gespannt auf das Abendessen. Zuvor gab es aber noch ein Bild von Wickie, den die Mädels dort toll fanden.

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21.03.2019 – Akklimatisation

Wie eingangs erwähnt, hatten wir uns diese Tour ausgesucht, da sie mehrere Tage zur Höhenanpassung beinhaltete. An diesem Tag war es wieder so weit. Ein Tagesausflug zum Thame Kloster.

Der Weg von Mende bis Thame verlief relativ flach und erst bei der halben Umrundung von Thame zum Kloster ging es nach oben. Nicht so, dass es eine große Herausforderung war, aber schon merklich. Für diesen Ausflug wurden wir morgens schon mit bestem Wetter begrüßt und dies hielt sich den ganzen Tag. Zwischen 3700 Metern und 4000 Metern bei klarem, sonnigen Wetter zu laufen und doch noch von deutlich höheren Bergen umgeben zu sein war beeindruckend. 😀

Auf dem Bergrücken zum Kloster kamen wir an einer größeren Stupa vorbei und folgten einer längeren Manimauer bis zum Kloster. Wir erreichten das Kolster, welches am Berghang liegt und hatten nun noch einige Schritte auf der Treppe zum Eingang. Das Kloster selbst ist schlicht, wie wir es von den buddhistischen Klöstern kennen. Einzig der Gebetsraum fällt immer heraus.

Vom Kloster ging es zunächst herunter nach Thame, um dort zu Mittag zu essen und um wieder reichlich zu trinken. Um Thame konnten wir einige bei den ersten Tätigkeiten des Jahres auf den Feldern beobachten und Nutztiere, außer Yaks gab es auch.

Die Küchenbilder geben die Herstellung unserer geliebten Momos wieder.

Von Thame sind wir über einen Bogen wieder auf unseren Weg gekommen, der uns zurück nach Mende brachte. Ja, es gab wieder Kaffee, Tee und Kuchen bei der Ankunft. 😀

Damit wir es schön warm haben, wurden die Haupträume in den Lodges immer geheizt. In dieser Lodge hatte ich schon beim ersten Betreten einen leichten Geruch wahrgenommen, nur war ich mir nicht ganz sicher, wo dieser herkam. Das wurde an diesem Nachmittag dann klar.

Getrocknete Yak-Fladen wurden für den Ofen verwendet. Daher kam also der Geruch. Diese Lodge lag zwar in einem Waldgebiet und die Notwendigkeit, mit Yak-Fladen zu heißen ist nicht unbedingt nötig, aber wenn sie schon da sind, so ist dies wohl einfacher als Holz zu schlagen.

An diesem Abend gab es nach dem Abendessen (Sherpa Hot Pot) noch ein Kulturabend. Dazu wurde alles im Hauptraum zur Seite gestellt und die Angestellten sowie ein paar weitere Einheimische spielten traditionelle Musik und tanzen dazu. Nett, hätte aber auch nicht sein müssen. Die Stimmung war zwar locker, aber man merkte schon, dass dies nur für uns war und daher irgendwie das lockere von einem Fest o. ä. fehlte.

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22.03.2019 – Mende -> Khumjung -> Tashinga

Early Bird – also für Miri und mich mehr als early. Allgemein sind wir früh raus und hatten unsere Touren nach dem Frühstück zum Großteil am Vormittag hinter uns gebracht. Das war auch gut so, da morgens das Wetter immer gut war und erst am Nachmittag Wolken aufzogen.

Heute jedoch hatten wir uns den Wecker eine Stunde früher gestellt. Wir wollten vor dem Frühstück eine Runde um die Lodge drehen und die aufgehende Sonne begrüßen. So sind wir also früh aufgestanden und raus aus der Lodge. Alles war noch ruhig und der Himmel zeigte, dass die Sonne bald hervorkommen wird. An der Lodge waren Eiszapfen am Dach und der Boden ringsum war ebenfalls leicht gefrostet. Kalt war es, aber darauf waren wir eingestellt. Durch die Kälte waren wir von einer sehr klaren Luft umgeben.

Da es hier keine eindeutigen Wege gibt, hatten wir uns frei Nase im Bereich um die Lodge bewegt. Wie wir zurück zur Lodge kamen, hörten wir das Tropfen des schmelzenden Eises vom Dach. 

Beim Frühstück hatten wir davon den anderen berichtet und waren selbst froh so früh aufgestanden zu sein, um den Sonnenaufgang draußen im Himalaya zu erleben.

Auf Wiedersehen Mende. Unser Weg führte grob fast wieder zurück nach Nasche Bazar. Bevor wir Namche Bazar erreicht hätten wechselten wir die Richtung nach Osten und dann nach Nordosten um nach Khumjung zu gelangen. Ein Ort auf rund 3900 Metern und damit leicht höher gelegen wie die Lodge der letzten beiden Tage. Bevor wir Khumjung erreichten, kamen wir an einem Aussichtshügel vorbei. Von hier hatten wir das erste Mal freie Sicht auf den Mount Everest. Ok, nicht ganz frei. Wie oft war die Spitze auch an diesem Tag mit Wolken verhüllt. Der Blick auf die umgebenden 6000’er mit ihren schneebedeckten Flanken war dafür umso schöner.

Am Ortseingang von Khumjung passierten wir die Edmund Hillary School. Ein großes, gefördertes Schulgelände, was in dieser Region, in dieser Größe nicht üblich ist. Wir schauten uns dort um und folgten dem Hauptweg fast ganz durch Khumjung bis zu einem Restaurant. Es war zwar kühl aber sonnig und daher entschieden wir uns alle im Freien zu Essen. Dick eingehüllt saßen wir auf einfachen Stühlen an Tischen umgeben von einer großartigen Landschaft. Nebenan, getrennt durch eine Steinmauer waren einige der Lastentiere, die wir auf unseren Wegen regelmäßig sahen.

Die Toilette hier war in einem einfachen Verschlag abseits. Ein Loch im Holzboden war die Toilette, umgeben von Yakfladen innerhalb des Verschlags. Der Geruch der Yakfladen verdrängte den Geruch aus der Gruppe und war dennoch nicht unangenehm.

Der weitere Weg führte uns weiter nach Nordwesten Richtung Tashinga. Dazu mussten wir in einer Schleife nochmals durch Khumjung und erreichten dabei ein Kloster. In diesem Kloster war es uns ausnahmsweise erlaubt im inneren zu fotografieren, was für buddhistische Klöster völlig unüblich ist. 

Auf unseren Wegen kamen Lastentiergruppen mit den verschiedensten Waren entgegen. Wenn, wie man im Bild sieht, diese mit Gasflaschen entlang trotteten, sah dies leicht aus. Genau das war ein Grund für die Regel Uphill wait. Diese Lastentiere mit ihrem Gepäck würden es vermutlich nicht mal spüren, wenn sie einen durch die normalen Wankbewegungen herunterschubsen würden.

Als wir in Tashinga unsere Lodge erreichten, zog sich der Himmel bereits zu. Wir waren daher froh, im Warmen mit Kaffee/Tee und Gebäck begrüßt worden zu sein.

Nach und nach verschwanden alle in ihre Zimmer, um sich frisch zu machen und zu duschen. Weit vor dem Abendessen traf sich alles wieder im Hauptraum und versammelte sich um den Ofen, war es doch die einzige dauerhafte Wärmequelle und nach dem Duschen in den kühlen Zimmern zu kühl. So saßen wir, tranken Tee und quatschten, bis zum Abendessen geladen wurde.

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23.03.2019 – Tashinga -> Kloster Tengpoche -> Pangpoche

Frühstück und wieder packen. Wie meist machten wir uns kurz vor unserem Gepäckträger mit seinen zwei Lastentieren auf den Weg zu unserer nächsten Lodge, der höchstgelegenen für diesen Trip. 

Zuerst liefen wir einen schmalen Weg hinunter zum Hauptweg und von dort stetig bergauf bis Tengpoche. Es waren rund 500 Höhenmeter auf nicht einmal 4 Kilometer. Wir liefen allerdings an diesem Tag in einem gemächlicheren Tempo und so war es fast Mittagszeit bei unserer Ankunft in Tengpoche. 

Wir besichtigten zuerst noch das Kloster in Tengpoche und schauten uns in der kleinen Siedlung um, bevor es an das Mittagessen ging.

Eine andere vom DAV angebotene Trekkingtour hätte hier ihren höchsten Punkt und es hieße dann wieder zurück nach Lukla. Miri und ich waren froh, nachdem wir nun hier waren diese Tour nicht gewählt zu haben. Klar es wäre weniger anstrengend, aber wir hatten beide das Gefühl, dass es schade wäre hier um zudrehen.

Für uns hieß somit Tengpoche weiter bergauf zu verlassen. Na ja, erst einmal ging es wieder etwas nach unten, aber tendenziell nach oben. Immer wieder hatten wir auf dem Weg einen Blick auf „unseren“ Berg. Die Ama Dablam ist mit ihrem Profil sehr gut erkennbar.

Einige Stunden später erreichten wir unsere Lodge in Pangpoche, direkt an de „Hauptstraße“. Das Schild neben dem Eingang wies auf die Höhe hin – 3998 Meter. Unsere Zimmer und der Hauptraum waren auf der Höhe des Hauptweges. Im Aufenthaltsraum im ersten Stock war man somit auf 4000 Meter und hatte von dort einen Blick von oben auf die „Hauptstraße“.

Auch hier gab es zur Begrüßung wieder etwas zu trinken und zu essen. Komfort Trekking! 😀

Bis zum Abendessen hatten wieder reichlich Zeit und nutzten diese zur Erkundung von Pangpoche. Direkt vor der Lodge gabelte sich der Hauptweg und Wickie wollte unbedingt ein Bild mit sich an dieser Stelle.

Auf der Höhe der Baumgrenze, wird wesentlich mehr mit Yakdung geheizt, der an mehreren Stellen im Ort gestapelt wurde. Auf den Feldern werden im Sommer hauptsächlich Kartoffeln angebaut, die sich zur Einlagerung unter den vielen Erdhügeln befinden. Bis zum Abendessen dösten wir ein wenig im oberen Aufenthaltsraum in der wärmenden Sonne.

Während des Abendessens wurde uns mitgeteilt, dass über Nacht mit Minustemperaturen zu rechnen ist und daher die Wasserleitung im Ort abgedreht wird, damit keine Leitungen einfrieren. Hier kam der Luxus des Komforttrekking zu tragen. Wir wurden gefragt, ob wir eine Wärmflasche später mit auf die Zimmer nehmen möchten. Das wurde von allen dankend angenommen.

Kaum waren wir auf unserem Zimmer, klopfte es. Ein Angestellter brachte uns zwei 10 Liter Eimer mit heißem Wasser. Wir hatten nun genügend Wasser zum Waschen und für die Toilette. 😀

Wir hatten beide ein Inlett dabei, mit dem wir uns mitsamt der Wärmflasche ein die Betten verzogen. 

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24.03.2019 – Akklimatisation nach Dengpoche

Dieser Morgen begrüßte uns mit einer beschlagenen, leicht gefrosteten Fensterscheibe. Es klopfte. So früh am Morgen hatten wir nicht erwartet, dass jemand an der Tür klopfte. Es war ein Angestellter mit zwei weiteren 10 Liter Eimern voll heißem Wasser. Da Miri noch in ihrem Schlafzeug war, schaute der Angestellte ganz verlegen auf den Boden. 😅

Das Frühstück gab uns Kraft für unsere letzte Tour zur Akklimatisation. Dazu liefen wir den Hauptweg von Pangpoche nach Dengpoche. Wir ließen damit rund 400 Höhenmeter bis Dengpoche hinter uns. Dies ist der Weg, den alle gehen, die zum Mount Everest Base Camp wollen. Für uns jedoch war es nur eine Tagestour bis Dengpoche und zurück nach Pangpoche.

Vor Dengpoche verließen wir den Hauptweg, um über einen kurzen Umweg um auf einen Aussichtshügel zu gelangen. Vom Aussichtshügel liefen wir nach Dengpoche und dort in ein einfaches Restaurant zum Mittagessen.

Kurz vor der Ankunft in unserer Lodge in Pangpoche war ich kurzzeitig unkonzentriert und stolperte. Ich kam mit einem Knie auf den Boden auf. Das war es auch schon. Eigentlich nichts Tragisches nur hatte ich mir dazu einen der frischen Yakhaufen ausgesucht. 😂 In der Lodge versuchte ich die Hose am Knie so gut wie möglich zu reinigen und wechselte zur Ersatzhose. Der Geruch war doch sehr intensiv.

An diesem Nachmittag trafen eine Trekkinggruppe auf Ihrem Rückweg und eine kleine Erkundungsmanschaft in der Lodge ein. Mit einigen Mädels aus der Trekkinggruppe unterhielten wir uns im oberen Aufenthaltsraum. Diese kamen von der großen Tour über das Mount Everest Basecamp und dem Gipfel des Kala Pattar. Die letzte Nacht im Zelt war so kalt, dass ihnen das Wasser in den Trinkbeuteln gefroren war. So wie sie berichteten, werden sie sicherlich noch lange an diese Trekkingtour denken. 👍

Mit der Hauptperson der Erkundungsmanschaft unterhielten wir uns später im Hauptraum. Es war ein Veranstalter für Touren zur Besteigung der Ama Dablam. Er war hier, um die Änderungen zu erkunden und die Planungen für die nächsten Touren anzupassen.

Vor dem Abendessen legten wir abermals eine Ortsrunde ein.

Beim Abendessen dreht sich fast alles um den nächsten Tag, unseren „Gipfel“-Tag. Wir bekamen auch an diesem Tag eine Wärmflasche mit auf die Zimmer. Einer aus der Gruppe meinte das wäre doch zu warm, wir antworteten fast alle ohne zu zögern mit NEIN. 😅 Die beiden Wassereimer bekamen wir auch wieder.

Karte


25.03.2019 – Ama Dablam Basecamp und Pass Sherkim Peak

Da war er, unser „Gipfeltag“. Wir folgten zuerst dem Weg wie am Vortag nach Dengboche, allerdings nicht sehr lange. Nach nicht einmal einem Kilometer bogen wir rechts ab, hinunter zum Fluss Imja Kola und dort über eine Brücke. Von hier an hieß es nun immer nach oben. Rückwärtsgewandt hatten wir einen guten Blick auf den Weg nach Dengboche und die dahinterliegenden Berge. 

So liefen wir über Wege, die nicht so ausgetreten waren wie bisher. Wir erreichten nach einiger Zeit einen Aussichtshügel, an dem wir eine Rast einlegten. Von hier bot sich uns ein tolles Bild auf die Ama Dablam.

Nicht lange nach diesem Rastpunkt gelangten wir in ein Sandfeld, das einem Dünengebiet an einer Küste nicht unähnlich war. Geologisch ist es erklärbar, vor Ort dann aber doch erstaunlich.

Hinter dem Sandgebiet erreichten wir einen kleinen, schmalen Bach, dem wir bis zum Ama Dablam Base Camp folgten – auf Karten gerne mit ABC abgekürzt. Die fast komplett ebene Fläche, auf der sich im Sommer das Basecamp befindet, war leer. Im März finden keine Touren auf die Ama Dablam statt und so waren wir hier völlig alleine auf 4600 Meter.

Wir überquerten die Ebene und steuerten aus unserer Perspektive einen Kamm an der rechten Seite an. Am Rande der Ebene wurde es anstrengend, da wir nun den Hang hoch auf den Kamm durch ein Schneefeld mussten. Es waren nicht sehr viele Höhenmeter, aber die Stöcke waren nur bedingt nutzbar durch den Schnee. Oben angekommen folgten wir dem schneefreien Kamm bis zum Shrekim Peak. Der Sherkim Peak ist eher ein Pass, den ein Gipfel auf dem Weg vom Ama Dablam Base Camp zum nächsten Camp. Für uns war es der höchste Punkt der Reise – 5000 Meter. 😀

Hier auf 5000 Meter machten wir Rast für unsere Mittagspause. Dazu hatten unsere Guides Tee und Lunchpakete dabei. 

Das Panoramabild am Anfang dieses Reiseberichtes ist oberhalb des Ama Dablam Base Camp und etwas unterhalb der 5000 Metern aufgenommen worden. Umgeben von niedrigen Wacholdersträuchern, die einen intensiven Duft von sich gaben.

Der Weg zurück, war der Kamm, den wir hoch gelaufen waren. Den Nebel, den wir aufziehen sahen, erreichte uns ungefähr auf Höhe des Basecamps. Ungefähr, da wir auf dem Rückweg einen Bogen liefen und damit am Basecamp vorbei, einen anderen Weg durch das Sandgebiet.

Mit dem Nebel wurde es merklich kühler.

Wie man auf der Karte sehen kann, war der Bogen nur um das Basecamp, durch die Dünen. Ab dem Aussichtspunkt liefen wir denselben Weg zurück, auf dem wir am Vormittag hoch liefen.

Rund 1000 Höhenmeter Unterschied waren hinter uns, als wir wieder an der Lodge ankamen. Tatsächlich waren es natürlich etwas mehr, durch die vielen kleinen Senken, durch die wir liefen.

Erschöpft und zufrieden genossen wir unseren Tee und den Kuchen, der auf uns wartete.

Noch vor dem Abendessen wurde es trüb draußen und es fing an zu schneien. Während des Abendessens hatten wir bereits einen Blick auf eine leicht schneebedeckte Landschaft um uns herum.

Wir bekamen auch an diesem Abend wieder eine Wärmflasche und jede von uns einen Eimer voll heißem Wasser auf das Zimmer. 

Wie wird es morgen früh wohl aussehen?

Karte


26.03.2019 – Pangboche -> Kloster Tengpoche -> Tashinga 

Es hatte über Nacht weiter geschneit und wir merkten schon beim Aufstehen, dass es zum vorherigen Morgen etwas wärmer war. Klopf, Klopf. Ah ja, da kamen auch wieder unsere zwei Eimer mit heißem Wasser.

Heute war unser erster Tag, der Rückreise nach Lukla, weshalb wir nach dem Frühstück unsere Taschen packten und im Vorraum der Lodge sammelten. Wir warteten im Inneren der Lodge und einige Außen, bis sich alle eingefunden hatten. Unser Marsch begann in einer weißen Winterlandschaft. Es war ein trockener Schnee und es ließ sich sehr gut darauf laufen.

So ganz anders kam uns die Landschaft an diesem Morgen auf dem Weg vor.

Einige hundert Meter vor dem Kloster Tengboche machten wir eine kurze Rast, um hauptsächlich zu trinken. Dazu hatten wir alle Tee dabei. Wickie gefiel es sichtlich in der weißen Landschaft.

Das Schild bei Tengboche, das den Weg nach Namche Bazar zeigt, war noch halb verschneit. Je weiter wir nach Tashinga liefen, desto weniger wurde der Schnee.

Schon einige Zeit vor Erreichen der Lodge in Tashinga war kaum noch Schnee um uns herum. Nur die Spitzen der Berge behielten ihre weißen Kappen, die sie schon seit unserer Ankunft im Himalaya hatten. 

Auf den Tee und das Gebäck freuten wir uns heute Nachmittag ebenso wie auf den wärmenden Ofen in der Lodge. Unser Gepäck war heute früher als wir angekommen und die beiden Lastentiere ruhten auf einer Fläche neben der Lodge.

Schumi hatte schon bemerkt, dass einige von uns die Momos gerne essen und vor ein paar Tagen etwas vorgeschlagen: Wie wäre es, wenn wir selbst unsere Momos für ein Abendessen zubereiten? Das Angebot wurde freudig aufgenommen und so trafen sich alle vor dem Abendessen im oberen Küchenbereich. Der eigentliche Kochbereich in dieser Lodge ist ein paar Stufen niedriger und hinter dem oberen Küchenteil. Dort wurde zuvor die Gemüsefüllung vorbereitet.

Ein Angestellter rollte den Teig zu kleinen Teigfladen vor dem Fenster. Dazu bewegte er mit der rechten Hand den Metallstab in einer konstanten Bewegung nach vorne und zurück. Mit der linken Hand legte er die Teigkugeln dann so vor den Metallstab und drehte diese, dass Ruck Zuck aus einer Teigkugel ein Teigfladen wurde.

Diese Teigfladen nahmen wir in die Hand, gaben einen Teelöffel vom Gemüsebrei in die Mitte darauf. Nun folgte der schwierigere Part. Das Kunstvolle zusammenfalten des Teigfladens. Schumi zeigte uns dies in langsamen Schritten. Die Momos legten wir dann in einen Korb für das spätere Dämpfen.

Unsere Momos waren zwar nicht alle so perfekt von ihrer Form, aber es war unsere selbstgemachte Vorspeise. 😀

Es war ein sehr geselliges Abendessen und was die Mannschaft der Lodge zubereitete war reichlich und sehr lecker.

Diese Lodge hat zwar keinen direkten Stromanschluss, verfügt aber über einen Generator, der Abends für zwei Stunden lief. So waren unsere Betten in den Zimmern wieder schön vorgewärmt als wir uns in die Zimmer zurückzogen.

Karte


27.03.2019 – Tashinga -> Namche Bazar -> Monjo

Erneut hatte es über Nacht geschneit und so war wieder alles um uns herum weiß. 😊

Es hieß auch wieder die Taschen packen, da es weiter zur nächsten Lodge gehen sollte.

Von der Lodge aus liefen wir in einem Bogen über einen schmalen Pfad durch den Schnee, bis wir den Hauptweg nach Namche Bazar erreichten. Wie am Vortag war der Weg anfangs wieder deutlich mit Schnee bedeckt. In Namche Bazar war jedoch kaum noch was vom Schnee zu sehen und hinter Namche Bazar nur noch an den feuchten Wegen zu erkennen.

In Namche Bazar kehrten wir zur Mittagszeit wieder im Hotel Namche zum Essen ein.

Der Weg ab Namche Bazar war wieder etwas steiler, bergab jedoch nicht so anstrengend. 😁 Wie bereits erwähnt, anfangs noch etwas feucht und mit kleineren Pfützen gesät. 

Etwas über 4 Kilometer waren wir gelaufen, als wir Jorsale erreichten. Von Namche Bazar kommend liegt die Nirvana Lodge am Anfang von Jorsale auf der rechten Seite. Eigentlich waren wir vom Mittagessen noch satt, zu einem gemeinsamen Teller Kaiserschmarren konnten alle dennoch überredet werden. So sind wir zur Nirvana Lodge abgebogen und haben dort die Frau von Kazi begrüßt. Wir setzten uns an einen großen Tisch vor dem Eingang und erhielten zuerst zwei Kannen Ingwertee und nicht lange danach zwei Teller mit Kaiserschmarren, die in die Tischmitte kamen. Jeder bekam eine Gabel und so hatten wir einen leckeren Nachtisch bekommen. 😃

Anschließend gab es noch eine Führung auf dem Gelände. Die beiden bauen auf ihrem Land viel Gemüse und Obst an. Im hinteren Ecke war dann ein Gehege für zwei Tiere, die neugierig auf uns zukamen.

Nach dieser sehr angenehmen Pause wollten wir zahlen. Kazis Frau hatte mittlerweile mitbekommen, dass Miri und ich Kazi kennen. Er selbst war ja gerade auf einem Trekking und nicht vor Ort. Als Freunde von Kazi wollte sie von uns nichts für den Kaiserschmarren und den Tee in Rechnung stellen. Wir alle steckten dafür einen Schein Nepalesischer Rupien in die Tip-Box.

Monjo, unser Tagesziel ist der nächste Ort hinter Jorsale und war bald erreicht. Wir wurden wieder begrüßt und zum Tee und Kaffee geladen.

Wir verbrachten den Nachmittag mit einer kleinen Erkundungstour im Ort, bis es später zum Abendessen ging.

Karte


28.03.2019 – Monjo -> Lukla

Unser letzter Trekkingtag brach an. Man merkte es bereits ein bisschen am Abend und am heutigen Tag an der Stimmung. So anstrengend wie die Tage waren, so waren sie doch mit vielen tollen Phasen gefüllt gewesen.

Die Tour an diesem Tag war wie fast alle Tage wieder mit Sonnenschein, der uns begleitete. Auf dem Weg nach Lukla machten wir Mittags wieder in dem Restaurant halt, in dem wir auch zu Beginn des Trekkings stoppten.

Auf dem weiteren Weg machten wir in einem Ort einen kleinen Umweg und liefen damit an einer Schule vorbei. Es war gerade Pause und einige der Schülerinnen kamen zu uns an den Zaun. Fragt sich, wer nun neugieriger war. 🙃

In Lukla bezogen wir unsere Zimmer wieder in derselben Lodge, gegenüber dem Flughafen. Den Tee und Kaffee gab es zur Begrüßung im Garten der Lodge.

Auch hier waren Miri und ich wieder Nachmittags im Ort unterwegs. Einige andere aus unserer Gruppe ebenfalls und so liefen wir uns gelegentlich über den Weg.

Das Beachtliche an dem Turm mit dem Gerüst ist, dass wir dort zu Beginn des Trekkings in Lukla durchliefen und auf dem Turm damals Konturzeichnungen aufgemalt wurden. Nun, am Ende des Trekkings war der obere Teil bereits kunstvoll bemalt. 

Den Flughafen beobachteten wir eine Zeit lang von oberhalb und sahen so auch Flugzeuge landen und starten. 

Vor dem Abendessen trafen wir uns alle, ohne Schumi und Passang um Umschläge für die Trinkgelder vorzubereiten. Wir waren uns mit der Geldmenge nicht sicher, klar war uns jedoch die Hierarchie und damit die Verteilung des Geldes.

An diesem Tag war unser letztes Abendessen im Solo Khumbu. Dazu wurde wieder reichlich aufgetischt. Zum Nachtisch gab es noch einen frisch zubereiteten Kuchen. Ist schon irre, was die hier alles nur in Töpfen zubereiten. 

Vor dem Nachtisch baten wir, dass der Träger noch zu uns in die Stube kommt. Nun wurden die Umschläge mit dem Trinkgeld verteilt und natürlich mit entsprechenden Kommentaren für die gute Unterstützung begleitet.

An diesem Abend hieß es noch das Gepäck für den morgigen Rückflug vorbereiten, um es am nächsten Tag entspannter angehen zu können.

Eine ruhige und erholsame Nacht erwartete uns.

Karte


29.03.2019 – Rückflug nach Kathmandu

Früh, sehr früh morgens sind wir aus den Betten und zum Frühstück.

Zum Abschied vom Solo Khumbu und vom Trekking bekamen wir weiße Khatas, wie es üblich ist. Danach verabschiedeten wir uns von Passang, der zurück nach Mende, nach Hause lief. Er wird die Strecke innerhalb eines Tages laufen, wo wir mehrere Tage unterwegs waren. Eine Höhenanpassung ist bei ihm nicht nötig.

Wir nahmen mit Schumi den kurzen Weg zum Tenzing-Hillary-Airport. Das Einchecken war easy und so hieß es im Warteraum auf den Flieger warten. Witzig hier ist, dass es zwei Türen gibt, mit der Beschriftung Gate 1 und Gate 2. Die Türen liegen nicht mal zwei Meter auseinander und führen auf denselben schmalen Weg vor das Gebäude.

Da kam auch schon unsere Maschine. Bei laufendem Motor wurde diese entladen und beladen. Zuerst sind die Fluggäste nach Lukla ausgestiegen und wir wurden ein paar Minuten später zum Flugzeug gelotst. 

Der Rückflug an sich war ruhig und bot eine tolle Sicht auf den Himalaya. Uns wurde gesagt, das an diesem Tag die letzten Direktflüge von und nach Kathmandu sein sollen. In Zukunft soll ein Flug immer über einen dritten Flugplatz gehen.

In Kathmandu angekommen, wartete unser Fahrer bereits. Die Fahrt in das Hotel verlief schnell, noch war in Kathmandu nicht viel los. 

Wir kamen zur Frühstückszeit im Hotel an. D. h. wir konnten noch nicht auf die Zimmer. Unser Gepäck wurde daher im Eingangsbereich gestapelt und mit einem Netz versehen. Wir bekamen hier unser in Kathmandu gelassenes Gepäck und Miri und ich sind damit nach hinten zum Pool. Dort in den Umkleiden hatten wir uns umgezogen, um Kathmandu mit frischer Kleidung zu erkunden.

Hier endete unser Trekking und es folgten zweieinhalb Tage Kathmandu.


Akklimatisation

Für die Höhenanpassung ist es wichtig, viel zu trinken. Daher habe ich mir, wenn wir zu einer Lodge kamen, nachmittags eine Thermoskanne (1L), in der ich etwas Ingwer hatte, mit heißem Wasser füllen lassen. Die Thermoskanne ließ ich zum Abkühlen offen im Zimmer stehen. Abends füllte ich das Ingwerwasser in den Trinkbeutel und ließ die Thermoskanne nochmals mit heißem Wasser füllen. Das warme Ingwerwasser wurde dann am morgen ebenfalls in den Trinkbeutel gefüllt.

Während der Mittagspausen bestellten Miri und ich uns eine große Kanne Ingwer-Honig-Tee. Dazu kamen noch der Kaffee am Morgen und Nachmittag sowie das, was wir zum Abendessen tranken.

Somit kam ich im Durchschnitt auf rund 3 Liter Flüssigkeit pro Tag, was ausreichte.

Probleme in Bezug auf eine Höhenkrankheit hatte ich nicht.
Das lag vermutlich auch an der Tour. Entweder war die Höhendifferenz zwischen den Übernachtungen nicht zu groß oder es war danach mindestens ein Anpassungstag auf dieser Lodge.

Malta – Gozo und Valetta – Dezember 2019

Am Ende des Jahres dem Nass-Grauen des Rhein-Main-Gebietes entkommen und Sonne genießen ist schon was Tolles. Für 2019 suchte ich mir dazu einen der sechs Kleinststaaten der EU heraus – Malta. Politisch gehört es zur EU, geographisch zu Afrika. Durch die Nähe zu Afrika ist auch im Winter mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen zu rechnen. Worauf man sich einstellen muss, ist jedoch, dass es auch sehr windig werden kann.

Malta ist ein Staat, der aus drei Inseln besteht – Malte, Gozo und dazwischen das kleine Comino. Während Malta (Insel) die höchste Bevölkerungsdichte in Europa aufweist ist, ist Comino unbewohnt und Gozo liegt dazwischen. Vor allem Gozo hat es mir nach den Beschreibungen angetan, da dort mehr Naturwanderungen möglich sein sollen. (Das Titelbild zeigt einen Blick von der Inselhauptstadt Victoria auf das nördliche Gozo)

Die Suche nach einem Hotel, das am Meer liegt oder zumindest in dessen Nähe zu bezahlbaren Preisen war schnell gefunden. Einen entsprechenden Flug dazu allerdings nicht. Am Ende buchte ich eine Pauschalreise – Flug mit Transfer zum Hotel und Hotel. Dies war im Paket günstiger als Einzelbuchungen.

Vorbereitend machte ich mir eine Liste der Wandertouren und Stadtbesichtigungen. Dabei stellte sich heraus, dass auf Gozo eine brauchbare Busverbindung existiert. Alle Buslinien führen in/von der Mitte der Insel, also über Victoria. Vorab konnte ich bereits eine Wochenkarte bestellen. Diese macht es wesentlich einfacher vor Ort und ein Mietwagen war dadurch nicht nötig. Die Buskarte nannte sich Explore Card – wie passend!


24. Dezember

Für einige ist es Weihnachten, für mich war es der Abreisetag. Diesen Tag konnte ich ziemlich relaxed angehen, der Flug war für Abends angesetzt.

Am späten Nachmittag machte ich mich daher mit dem Auto auf den Weg nach Frankfurt und von dort mit der Bahn zum Flughafen. Am Flughafen war das Einchecken problemlos und ohne allzu lange Warteschlange erledigt. Air Malta flog direkt und Abends mit nicht so vielen Passagieren.

In Malta angekommen, rief ich die mir mitgeteilte Nummer an. Ein Transfer zum Hotel gehörte nämlich zur Pauschalreise. Der Fahrer kam kurz darauf und brachte mich nach Ic-Cirkewwa. Das ist am westlichen Ende von Malta und dort geht die Fähre ab nach Gozo, was sie auch kurz nach meinem Eintreffen machte. Während der Fahrt rief ich die zweite Nummer an und teilte mit, wann die Fähre in Gozo ankommen wird. In Mgarr musste ich noch ein Weilchen warten, bis der Fahrer kam. Dieser brachte mich zum Hotel San Andreas in Xlendi. Kurz nach 1:00 Uhr in der Nacht war ich dann in meinem Zimmer und ziemlich k. o.

Gesehen hatte ich von Malta und Gozo während der Fahrt durch die Dunkelheit natürlich nicht wirklich etwas. Ich konnte mich aber schon einmal an die für mich komischen Ortsnamen gewöhnen. Xlendi, wo das Hotel direkt am Meer ist, spricht sich Schlendi aus. Damit wird das schon wesentlich angenehmer.

Ach ja, eines ist mir in der ersten Nacht gleich aufgefallen. Durch die Lage direkt am Meer und dem Wind ist es Nachts doch kühl. Wie in südlichen Ländern oft bestand auch hier die Bettdecke lediglich aus einem dünnen Tuch und einer Tagesdecke. Im Schrank fand ich zum Glück noch eine Wolldecke, um sie auf die dünne Decke zu legen.


25. Dezember

Ich gehöre der Fraktion „Früher Vogel“ an und war wie so oft bei Urlauben die Erste beim Frühstück. Das Frühstücksbuffet war im Restaurant aufgebaut und es fand sich was Süßes zum Frühstück für mich.

Draußen war es windig und daher blieb ich innen, allerdings direkt am Fenster und somit mit Blick auf die Bucht von Xlendi. Die Weihnachtsdeko am Fenster war ein Hinweis auf die Jahreszeit. Die aufgehende Sonne, der blaue Himmel und die vorausgesagten Temperaturen eher nicht – zumindest nicht, wenn man aus Deutschland kommt.

Die vorab ausgewählten Touren für die kommenden Tage waren meist an der Küste oder zumindest in der Nähe. Die Tour für diesen Tag sollte von Mgarr, also dort wo der Fährhafen ist, an der Küste entlang bis Xlendi gehen. Dazu nahm ich nach dem Frühstück den Bus, welcher in der Nähe des Hotels stoppte und nach Victoria fuhr. Die Endstation des Busses ist der Busbahnhof in Victoria und somit ziemlich genau in der Inselmitte. Hier wechselte ich in den nächsten Bus, der nach Mgarr ging. Die Haltestelle am Hafen war meine. So konnte ich den Hafen dann auch im Hellen sehen. Ein Hafen mit Fähren, Ausflugsboten und ein paar Fischerbooten.

Los ging es auf der ersten Tour ein paar Straßen durch Mgarr in südwestlicher Richtung bis zum Ortsende. Hier dann immer am Meer entlang an einer Küste mit wenig Bewuchs noch flach so, dass ich zum Meer gelangen konnte.

Je weiter ich kam, desto mehr wurde aus der Küste eine Steilküste. So gelangte ich an eine Bucht, die ich umgehen musste, indem ich zum Ende der Bucht hinunter an den Strand einem schmalen Pfad folgte.

Am Ende der Bucht war nicht nur ein kleiner Sandstrand, sondern auch eine Tauchschule. Einige Tauchschüler machten sich gerade für die Fahrt nach draußen bereit. Ich jedoch folgte weiter dem Pfad, um auf der anderen Seite der Bucht wieder nach oben zur Steilklippe zu gelangen. Diese wurde nun immer imposanter und höher.

Einige Zeit später kam ich an einer Stelle mit Bäumen vorbei, die Schatten spendeten, was bisher auf der Tour eine rare Sache war. Es war auch Zeit für eine Pause und so legte ich diese hier ein. Durch die Bäume hatte ich eine gute Sicht auf die Kirche von Ix-Xewkja während meiner Pause.

Nach der Pause endete der Weg an der Klippe des Ta’ Cent Cliffs und führte in das Inselinnere und durch Ta’ Sannat. Hinter Ta’ Sannat kam ich dann wieder an die Klippen. Nicht lange und es ging wieder über eine kleine Schleife ins Inselinnere, der Weg zurück an die Klippe war kurzzeitig sehr anstrengend. Es kam ein sehr starker Wind von der See, der das weitergehen, fast unmöglich machte. Hinter einer Biegung war es jedoch wieder nur windig und so konnte ich den Weg fortsetzten. Wie gut, dass ich den Windbreaker dabei hatte.

Weiter ging es, bis ich ungefähr auf der Höhe von Munxar war. Dies ist nicht weit von Xlendi entfernt. Hier war der Weg an der Klippe plötzlich gepflastert und ich traf einige Spaziergänger. Als der gepflasterte Weg aufhörte und es weiter auf einem Pfad an der Klippe entlang ging, waren keine Spaziergänger mehr zu sehen. Erst kurz bevor der Einschnitt zur Xlendi-Bucht begann, begegneten mir wieder Personen. Hier flachte sich die Steilklippe wieder ab und am Bogen zur Bucht konnte ich meine ersten Salzfelder auf Gozo betrachten.

Von hier waren auch schon die ersten Gebäude von Xlendi zu sehen. Am späteren Nachmittag erreicht ich dann Xlendi. Ich bin jedoch nicht direkt zum Hotel, sondern noch kurz an der Bucht entlang und über zwei, drei Seitenstraßen letztlich zum Hotel. Dabei entdeckte ich in einer kleinen Gasse ein für Malta typisches Fischerboot.

Die erste Tour am Meer hatte mir trotz Wind sehr gut gefallen, den die Sonne und die freie Sicht machten es sehr angenehm. Zur Belohnung gab es noch einen Kuchen. 😀

Da ich Halbpension gebucht hatte, war das Abendessen im Restaurant, in dem das Frühstück war, inbegriffen. Es gab ein paar wenige Menüs für die Woche und so wählte ich ein erstes für diesen Abend.

Noch nicht ganz müde, beschloss ich zum Sonnenuntergang einen Spaziergang zu unternehmen und somit den Tag abzuschließen.

Tour ~17 Kilometer


26. Dezember

Das Frühstück war auch an diesem Tag mit einem strahlenden Sonnenaufgang verbunden. Heute musste ich auch nicht darauf achten, den Bus nach Victoria zu bekommen. Die Tour startete direkt am Hotel. Es ging am Kai entlang und auf der westlichen Seite der Bucht den Berg zur Steilklippe nach oben. Allerdings sehr gemächlich, da ich mich immer wieder umdrehte und die Aussicht genoss.

Kaum über den Berggrat gekommen führte der Weg schon wieder in das Landesinnere auf einem Feldweg nach Santa Lucija. In Santa Lucija wechselte ich die Richtung wieder nach Nord-Westen bis nach Ta’ Kercem. Auf dem Weg kam ich an verlassenen Fahrzeugen und lustigen Straßenschildern vorbei. In den Orten führte der Weg durch kleine Gassen und breite Straßen. Morgens waren kaum Menschen auf den Feldern oder in den Orten zu sehen.

Hinter Ta’ Kercem führte der Weg nach Westen und einen Hügel hoch. Hier legte ich einen Abstecher zu Höhlen, in denen Funde menschlichen Lebens mit über 7000 Jahren entdeckt wurden. Die Höhlen befinden sich im Tafelberg Ghajn Abdul, wobei Berg relativ ist (146 Meter). Die Höhlen selbst waren gar nicht so spektakulär, der Ausblick jedoch entschädigte für den Umweg.

Nach diesem Abstecher nahm ich den Weg südwestlich, der mich fast an die südwestlichste Stelle der Küste führte. An der Küste ging es wieder an der Steilklippe entlang bis zum südwestlichsten Punkt Wardija Point. Kurz danach auf dem Weg nach Norden konnte ich schon Fungus Rock ein erstes Mal sehen. Bald kam ich an den Rand der Dwejra Bucht. Diese zu umrunden bedeutet in eine Senke herabzusteigen. In der Senke kam ich zum Dwejra Tower. Diesen bin ich nach oben und legte dort eine Pause ein, mit Blick über die Bucht und auf den Fungus Rock.

Nach der Pause lief ich an der Küste bis fast zu den Überresten des Azure Window. Hier war eine große natürliche Steinbrücke zu einem Felsen, bis 2017 alles nach einem Sturm einstürzte. Wer sehen möchte, wie es aussah, kann z. B. Game Of Thrones (Hochzeit von Daenerys und Kahl Drogo) schauen. Das Azure Window sieht man dort im Hintergrund.

Nicht weit hiervon befindet sich eine Kapelle und ein Restaurant sowie ein großer Parkplatz. Da es ein beliebter Ausflugspunkt ist, ist hier immer was los. Auf der anderen Seite war es ein guter Moment für eine kleine Mittagsmahlzeit.

Gestärkt lief ich an der Kapelle vorbei zum dahinter liegende Inland See. Dieser ist fast vom Meer getrennt. Fast, da es einen Tunnel als Verbindung zum Meer gibt. Vom Inland See bin ich zurück zum Azure Window und schaut dort einige Zeit der Brandung zu. Es war zwar gerade eine Busladung Touristen dort, aber diese verteilten sich zum Glück so, dass es nicht überfüllt war. Von hier machte der Weg einen Bogen und folgte dem Bergrücken an der Küste nach oben.

Nun hieß es einige Kilometer an der Steilküste entlang laufen. In Höhe des Ortes Gharb, noch vor dem nordöstlichen Ende der Insel lief ich in einer Schleife wieder etwas zurück, um nach Gharb zu gelangen. Der Weg der Schleife war insofern interessant, als ich an ausgehöhlten Hängen entlang lief.

Der Weg nach Gharb führte durch bewirtschaftete Hänge. In Gharb erwartete mich ein Dorf mit ruhigem Leben. An einem Platz mit einer Säule fanden sich einige Musiker ein. Scheinbar warteten sie auf etwas. Gespielt hatten sie zumindest nicht, während ich vorbei kam.

Bis zur unscheinbaren Bushaltestelle war es nicht weit. Dort angekommen, stellte ich fest, dass der nächste Bus erst in fast einer Stunde abfahren würde. Ein Blick auf die Landkarte zeigte mir, dass die Straße nach Victoria nicht allzu lange ist und so beschloss ich den Weg an der Straße nach Victoria zu gehen.

Dadurch kam ich in Victoria am Ortseingang zu einem Supermarkt. In diesem fand ich eine große Käsetheke und kaufte an diesem Tag dennoch nur ein Eis, welches ich auf dem Weg zum Busbahnhof aß. Vom Busbahnhof fuhr dann der Bus, der mich nach Xlendi brachte.

Wie am Vortag folgte nach dem Abendessen noch eine Runde an der Bucht und durch ein paar kleine Straßen.

Tour 24 Kilometer


27. Dezember

Victoria hatte ich in den letzten Tagen bereits mit den Busfahrten zum Teil gesehen und der Bereich um den Busbahnhof war mir nicht mehr fremd. Wie aber sieht der Rest der Inselhauptstadt aus? Das galt es an diesem Tag zu entdecken.

Nach dem üblichen Frühstück nahm ich daher den Bus nach Victoria. Heute aber nicht bis zum Busbahnhof, sondern bewusst nur bis zum Ortsanfang von Victoria. Hier hieß es nun durch ein paar Seitenstraßen zu einem Park zu laufen, den ich in genauer erkunden wollte. Der Villa Rundle Gardens liegt östlich vom Busbahnhof und ist hübsch angelegt. Auch jetzt noch nach Weihnachten war er entsprechend geschmückt.

Über die Hauptstraße nach Westen und ein paar zusätzlichen Seitenstraßen kam ich zur Zitadelle, die Victoria überragt. Am frühen Vormittag war es hier noch sehr leer und auch in den vielen kleinen Museen innerhalb der Zitadelle war kaum etwas los. So konnte ich viele Wege und Museen in der Zitadelle erkunden.

Die noch ruhigen Gassen waren auch so ruhig, weil viele Händler ihre Geschäfte noch nicht geöffnet hatten. Das ein oder andere merkte ich mir, um es später nochmal zu besuchen, wenn es geöffnet haben wird.

Südlich der Zitadelle, getrennt durch ein paar kleine Straßen und die Hauptstraße, liegt die Altstadt. Ein größerer Platz trennt die Hauptstraße von der Altstadt. Hier befanden sich viele Händler mit ihren Ständen. Touristisch geprägt, aber zum Teil auch Händler für den täglichen Bedarf wie z. B., Gemüse und Obst. Die Altstadt selbst hat im Kern einen großen Platz vor der St. Georgs Basilika. Hier finden sich einige Cafés und Restaurants. Ich bin jedoch weiter und durch die vielen kleinen Gassen der Altstadt gelaufen.

Um die Mittagszeit bin ich zum Platz vor der Basilika gelaufen und habe mir eines der Cafés ausgesucht für eine Mittagsmahlzeit. Auf meinem Weg durch die Altstadt bin ich zuvor fündig geworden bei der Suche nach einer Postkarte. Ich fand auch ein Geschäft mit einigen Seifen aus Malta. Als Seifenfan, konnte ich nicht einfach so daran vorbeigehen und kaufte drei Stück.

Das Essen wurde mit einem Espresso abgeschlossen, den ich beim Schreiben der Postkarte von Wickie nach Wien trank.

Die Zitadelle und die Altstadt hatte ich nun gesehen. So lief ich anschließend durch einige Straßen um die Altstadt und Ziitadelle. Diese Straßen waren in der Art, wie man sie in jeder anderen Stadt finden könnte. Auf meinem Weg gelangte ich auch wieder zu dem Supermarkt vom Vortag.

Diesmal sah ich mir die Käsetheke nicht nur an, sondern kaufte auch ein paar typische maltesische Käse. Es waren kleine runde Käse mit Salz oder Pfeffer. Ein Brötchen fand sich ebenfalls.

Anschließend bin ich noch eine halbe Stunde umhergegangen bis ich mir am Ortsrand der Straße nach Zeebug eine Pause gönnte. Hier aß ich das Brötchen und den Käse. Sehr lecker. 😀

Auf meinem Weg zurück zur Zitadelle kam ich an zwei Stellen, die etwas herausfielen.

Das Erste war ein buntes Fenster mit einem Weihnachtsbaum in einem Vorraum. Dies konnte ich sehen, da die Tür offen war. Es ist grundsätzlich ein öffentliches Gebäude und zumindest in den Vorraum darf jeder. Ob die Polizei es mag, dass der Vorraum der Polizeistation fotografiert wird, wollte ich jedoch nicht herausfinden. Daher bin ich nur kurz für ein Foto in den Vorraum und dann gleich wieder heraus.

Das Zweite war die Tankstelle. Bisher hatte ich keine einzige Tankstelle gesehen, da ich eine Tankstelle in der Art erwartete, wie sie in Europa meist üblich ist. Fehlanzeige. Die Tankstelle bestand aus Tanksäulen am Straßenrand – so geht es wohl auch.

Zurück an der Zitadelle erkundete ich diese ein weiteres Mal. Das Nachmittagslicht ließ vieles anders wirken wie am Vormittag. Innerhalb der Zitadelle gibt es ein Café, das ich später aufsuchte. Bei den Kuchen suchte ich mir einen aus und bestellte diesen mit einem Latte Macchiato ohne genau zu wissen, was es für ein Kuchen war. Es stellte sich heraus, dass es ein Möhrenkuchen war. Dass dieser mit einer Eiskugel serviert wird, war eine weitere Überraschung. Auf alle Fälle zu empfehlen.

Das Titelbild dieses Reiseberichtes ist übrigens in der Zitadelle aufgenommen worden und zeigt den nördlichen Inselabschnitt.

Ein weiteres Mal bin ich durch Seitenstraßen gelaufen. Überall war mehr oder wenig weihnachtlich geschmückt. Was ebenfalls oft zu sehen war, waren Fliesen mit christlichen Motiven an den Gebäuden.

So langsam wollte ich den Rückweg angehen. Die Abfahrt des nächsten Busses war jedoch noch lange hin. An der Ecke Hauptstraße, Straße zum Busbahnhof war ein Café, das mir die Tage zuvor schon auffiel. Hier kehrte ich auf einen Cafe Latte ein, um die Zeit bis zur Busabfahrt zu überbrücken.

Als die Zeit für die Abfahrt näher kam, bin ich den kurzen Weg zur Bushaltestelle gelaufen und konnte den Bus direkt nehmen.

Tour 13 Kilometer


28. Dezember

Am Tag zuvor hatte ich von der Zitadelle auf den nördlichen Teil von Gozo blicken können. Genau diese Gegend war auf einer heutigen Wanderung vorgesehen. Der Bus von Xlendi brachte mich nach Victoria zum Busbahnhof. Dort nahm ich den nächsten Bus nach Marsalforn an der Nordküste.

Durch Marsalaforn ging es zuerst nach Westen und aus dem Ort heraus. An einer Kreuzung kurz hinter dem Ortsende folgte ich dem Weg nach links in das Landesinnere. Von hier hatte ich stellenweise einen Blick auf den Tafelberg, der ein erstes Ziel der Tour war. Zuvor ging es jedoch in eine Wied, eine kleine Schlucht. Der Weg machte einen Knick und führte nun wieder nach Westen. So hatte ich den Tafelberg nördlich passiert. Kurz vor der Landstraße von Victoria nach Zeebug bog ich zum Tafelberg ab. Der Weg nach oben war mit etwas suchen verbunden, jedoch auch nicht völlig unsichtbar.

Auf dem Tafelberg hat man eine tolle Aussicht auf die Insel und ich hatte diesen einmal umrundet, was nicht immer einfach war. Es gibt zwar Wege, diese werden scheinbar nicht oft genutzt und waren zum Teil von Disteln und Kakteen überwuchert. Ein Weg herum hat sich allerdings immer gefunden.

Der Weg vom Tafelberg zur zuvor genannten Kreuzung war identisch mit dem Weg zum Tafelberg. Hier hieß es dann jedoch nach Westen und somit zu einem Ortsteil von Zeebug zu kommen. Unterhalb des Ortes hatte ich ein Gebäude von einer Mauer umringt entdeckt. Mir war nicht klar, was es ist. Wie ich dort ankam, erkannte ich, dass es ein Friedhof ist.

Zum Ort musste ich nun einen leicht steilen Pfad hochlaufen. Im Ort nach links und somit die westlichste Straße des Orts in nördlicher Richtung bis fast zum Ende, um dort wieder nach Westen den Ort zu verlassen. Über eine Senke kam ich zu einem alleine stehenden Haus und nach diesem hieß es nach Norden laufen.

So näherte ich mich immer mehr der Küste auf einem asphaltierten Weg. Hier war ich dennoch alleine. Kein Auto oder irgendetwas anderes begegnete mir. Kurz vor der Küste traf ich auf das Ende des Wied Il-Gnasi. Eine in den Fels eingelassene Treppe brachte mich zum unteren Ende des Wied.

Die hereinbrechenden Wellen gaben wieder ein tolles Schauspiel und dass ich hier nicht alleine war, zeigte, wie beliebt dieser Ort ist.

Zurück, oben auf dem Weg brachte dieser mich bald an die nördliche Steilküste und dort zu den ersten Salzfeldern. Diese werden hier noch für die Salzgewinnung genutzt und daher hieß es einen Bogen drumherum laufen. Der Steilküste folgte ich nach Osten. Wie sich zeigte, war nicht jeder bereit, zu laufen. Zum Glück kam dies nur zweimal vor, dass mir ein Geländewagen begegnete.

Einmal ging es für ein kleines Stück nicht an der Küste entlang. Hier kam ich an einem Steinkreis vorbei. Da hatte sich jemand einiges an Mühe gemacht, um die Steinhäufchen ordentlich im Kreis aufzubauen.

Danach kam ich wieder an die Küste und es folgten weitere Salzfelder. Je näher ich Marsalaforn kam, desto flacher wurde die Küste. Hier begegnete ich dann auch Spaziergängern aus Marsalaforn. Der Anfang von Marsalaforn war deutlich an der alten Verteidigungsanlage zu sehen (unteres Bild!).

Durch kleinere Pausen, während derer ich etwas aß, kam ich in Marsalaforn nicht ausgehungert an. Für einen Kuchen ist aber eigentlich immer Platz. 😊

Insgesamt war ich doch recht zügig unterwegs gewesen. Somit ergab sich die Frage ins Meer gehen oder weiter wandern. Zum Schwimmen ins Meer war es zu unruhig, somit bin ich dann einfach ein paar Kilometer an der Küste weiter gelaufen.

Am Hafenende kamen ein paar Häuser und dann hieß es auch schon einen geschotterten Weg nach oben laufen. Am Wegesanfang lief ich an einem Brett mit Steinen vorbei. Diese waren nummeriert, aber warum und welcher Sinn dahinter lag, ist mir nicht bekannt.

Der Küstenabschnitt hier ist keine Steilküste, er gleicht eher einer Bergflanke. Der Weg verlief meist in der mittleren Höhe. Hier war es völlig anders als auf dem Küstenweg zuvor. Zuvor war viel Stein, Geröll und kaum Bewuchs. Hier aber war es grün!

In ungefähr der Mitte des Weges war dieser nicht weiter passierbar. Er war von Geröll überdeckt. Etwas unterhalb sah ich jedoch schon einen weiteren Weg. Zu diesem musste ich mir nur einen Pfad nach unten suchen, was mir auch gelang. Weiter ging es auf diesem Weg wie zuvor.

Mein Ziel war der bekannteste Sandstrand auf Gozo – Ramla Bay. Am Wasser entlang bis zur Mitte des Strandes lief ich und dann zu den Dünen. Durch diese durch und dann wieder etwas nach links brachte mich der Weg nach oben in eine Höhle mit einem Blick auf den Strand.

Am hinteren Ende der Höhle kam ich durch einen schmalen Gang oberhalb der Höhle auf einer Ebene heraus. Da mich der weitere Weg jedoch nur über einen großen Bogen zu einer Bushaltestelle gebracht hätte, wählte ich nun wieder denselben Weg durch die Höhle zum Strand zurück. Von dort geht ein Weg ins Inselinnere und bald war ich an der Bushaltestelle. Auf den nächsten Bus nach Victoria musste ich gar nicht mehr so lange warten.

Als ich in Victoria ankam, setzte bereits die Dunkelheit ein und ich konnte den Ort zumindest vom Bus bis Victoria und dem nach Xlendi mit Beleuchtung erleben. Überstrahlt wird alles von der deutlich beleuchteten Zitadelle.

Im Hotel erwartete mich das Abendessen und heute kein Spaziergang danach.

Tour: ~19 Kilometer


29. Dezember

Der Staat Malta besteht aus drei Inseln. Die unterschiedlichen Seiten Gozo’s hatte ich die letzten Tage kennengelernt. Die kleinste der drei Inseln, Comino, ist beliebt für einen Badeausflug oder einer Rundwanderung. Damit war klar, dass ich nach dem Frühstück mal wieder den Bus nehmen würde. Mgarr war das Ziel der ersten Busfahrt des Urlaubs und heute wieder.

In Mgarr angekommen, war ich noch deutlich vor der ersten Fährabfahrt am Hafen. Die Ausflugsfähre geht gegenüber der großen Fähre von Malta im alten Hafen ab. Das Schild ist eigentlich nicht zu übersehen und als die Fähre zur ersten Fahrt des Tages kam, war auch deutlich auf ihr zu sehen, dass Comino das Hauptziel ist.

Die Überfahrt dauerte nicht lange und endet in einer kleinen, geschützten Bucht – der Kristallbucht. Eigentlich legt die Fähre in der Blauen Lagune an. Bei Seegang dort wird wie an diesem Tag auf die Kristallbucht ausgewichen. Nur wenige waren mit mir auf dieser Fähre und kurz nach den ersten Metern war ich schon fast wieder alleine unterwegs. Die Insel wollte ich in umgekehrten Uhrzeigersinn umrunden und bin daher vom Anleger nach links losgelaufen.

Es ging über eine zerklüftete, steinige Küste los und keinen 3/4 Kilometer später kam ich an der Blauen Lagune an. Lt. Wanderführer gibt es hier reichlich Imbissbuden. Ok, das hat dann jemand geschrieben, der im Sommer hier war. Im Winter ist hier tote Hose. Aber das Meer der Blauen Lagune an diesem Tag ohne Menschenmenge hatte was.

Kurz hinter der blauen Lagune wurde es wieder deutlich steiniger. Im Vergleich zu den Tagen zuvor konnte ich hier aber fast auf Höhe des Meeres unterwegs sein. Über einen Bogen und einen ersten kurzen Abstecher in das Inselinnere kam ich zu einer Bucht mit einem Hotel. Die Hotelanlage mit ihren Bungalows war jedoch gerade geschlossen und befand sich in eine Umbauphase. Da hier Sitzplätze waren, bot sich eine erste Pause geradezu an.

Von hier ging es nicht direkt am Meer weiter, sondern etwas mehr in das Inselinnere. Einige Zeit später kam ich an der Kapelle „Our Lady’s Return From Egypt“ an. Hier bog ich nach links ab zur fast schon zu sehenden Santa Marija Bay. Hier waren nun auch tatsächlich ein paar Gebäude und es wurde zum Teil Grün. Von der Bucht aus machte ich noch einen Abstecher zu einer Steilklippe, um die Aussicht von dort zu erlangen. Nett, aber durch die Touren an den Steilklippen der letzten Tage nichts so Besonderes mehr.

Denselben Weg nahm ich zurück zur Kapelle. Hier kamen mir dann auch die ersten entgegen, die die Inseltour in die andere Richtung angegangen sind. Von der Kapelle aus hieß es nun direkt in das Inselinnere weiterzugehen. Hier waren Täler, nicht besonders ausgeprägt, dafür aber grün und zum Teil sogar bewirtschaftet. Im Inselinneren traf ich auf eine Kreuzung und folgte dem Weg nach Osten zur höchsten Erhebung von Comino. Imposante 75 Meter. 😅 An der nächsten Kreuzung, wechselte ich jedoch wieder die Richtung und bin nach Süd-Osten weitergelaufen. So kam ich zwar nicht auf die Erhebung, dafür allerdings direkt an eine alte, nicht mehr im Betrieb befindliche Schweinezuchtanlage. Das hatte mich aus photographischen Gründen gereizt (Lost Place!). Leider ist das gesamte Gelände gut eingezäunt. Also ging es direkt weiter zur Küste bergab. Bergab, da die Schweinezuchtanlage auf einem Hügel liegt.

An der Küste traf ich wieder auf den Rundweg. Hier machte ich ebenfalls einen Abstecher, um zu einer alten Wehranlage zu kommen, die ich schon von oben gesehen hatte. St. Mary’s Gun Battery nennt sich die Wehranlage, von der noch Reste erhalten sind.

Der Rundweg verlief nun fast geradewegs nach Westen, an die dortige Küste. Dabei entfernte ich mich langsam vom Meer, ohne es wirklich komplett aus den Augen zu verlieren. Der St. Mary’s Tower war schon von weitem zu sehen und zu diesem hieß es ganz langsam dem Weg nach oben zu folgen. Je mehr ich mich dem Turm näherte, desto spärlicher wurde wieder der Bewuchs um mich herum. Es war deutlich, dass ich mich wieder der kargen Seite der Insel näherte. Vom Turm bin ich noch ein kleines Stück weiter nach Westen, um ein Bild der Kristallbucht aufnehmen zu können. Sehr weit bin ich dazu nicht gegangen, da ich hier oben dem Wind schonungslos ausgesetzt war. Auf der ganzen Tour war kaum ein Lüftchen zu spüren und hier oben tobte der Wind.

Der Weg vom Turm zur Bucht und dort zum Anleger war nicht mehr weit. Er führte an der Steilküste um die Bucht und dort dann einen Pfad nach unten. Hier traf ich einige, die mit mir auf die Insel gekommen waren, wieder.

Am Anleger hieß es geduldig sein. Die erste Fähre, die anlegte, brachte weitere Besucher nach Comino, war jedoch nicht meine zurück. Meine wartete in der Bucht.

Normalerweise nimmt die Fähre dann noch ein paar Buchten und Höhlen mit, bevor es nach Gozo geht. Durch die See wurde diese Sightseeing Tour allerdings gekürzt – komplett gestrichen wurde sie jedoch nicht.

Zurück in Mgarr bin ich in Hafennähe auf die Suche nach einem Restaurant gewesen. Hatte ich doch Hunger nach der Inselumrundung. Im One80 Kitchen bin ich fündig geworden. Bot dies doch einen Platz im Freien mit Blick auf den Hafen an. Es liegt zwar direkt an der Hafenstraße, groß Verkehr war jedoch keiner. Mein Tisch war direkt neben der Tour in der Sonne. 😀

So gestärkt konnte ich eine zusätzliche Tour angehen. Diese begann am Ende des Parkplatzes, und somit am östlichen Ende von Mgarr. Der Küstenweg hier unterschied sich nicht große von dem auf der anderen Seite von Mgarr. Dennoch wirkte es anders durch die Nachmittagssonne.

So folgte ich dem Pfad bis zur nächsten Siedlung mit Strand – Hondog Ir-Rummien Bay. Die Zufahrtsstraße zu den Häusern nahm ich, um oberhalb nach Osten in einen Pfad abzubiegen. Dieser Pfad führt an der Siedlung vorbei zu einer Senke, zum Meer. An einer Stelle waren sogar ein paar Eisenstangen in den Fels getrieben, um die Überquerung eines großen Felsens zu erleichtern. Auf der anderen Seite ging es nun wieder am Meer entlang. An ein, zwei Stellen hieß es noch auf die Gischt aufpassen und das Passieren mit dem Wellengang abzustimmen.

Nicht lange und ich erreichte die in der Beschreibung des Wanderführers erwähnten Salzpfannen. Kurz dahinter war ein Stück, bei dem es unterhalb einer steilen Küste auf einer Schrägen zu gehen hieß. Bis zu einem gewissen Punkt hätte ich es mir zugetraut. Durch den Wellengang war ich mir allerdings nicht sicher, ob ich denn auch trocken und ohne Schwimmeinlage auf der anderen Seite ankommen würde.

Somit bin ich dann die wenigen Meter zu den Salzpfannen zurück und habe dem Schauspiel der Wellen bei einer Pause zugesehen.

Nicht weit von den Salzpfannen in westlicher Richtung gab es einen kleinen Pfad von der Küste weg. Diesen nahm ich und kam oberhalb der Küste an einer Straße heraus. Der Straße folgte ich bis Il-Qala. Von Il-Qala kam ich mit dem Bus zum Hotel nach Xlendi.

Touren ~10 Kilometer und ~7 Kilometer


30. Dezember

An diesem Tag brachte mich der Bus zum dritten Mal nach Mgarr. Diesmal war es jedoch die große Fähre nach Malta, die ich nahm.

In Ir-Cirkewwa angekommen, lief ich wie die meisten zum Busbahnhof. Es war mir nicht direkt ersichtlich, wo die Linie 41 losgehen soll. Auf Nachfrage wurde mir der Weg gezeigt. Den Bus erreicht ich noch rechtzeitig und einen Sitzplatz hatte ich auch noch bekommen. 😀

Nun folgte eine Fahrt von etwas über eine Stunde durch Malta, bis ich in Valetta, der Hauptstadt Maltas ankam. Der Busbahnhof in Valetta ist netterweise in der Nähe des Eingangstores zur Altstadt. Dazu muss man vom Bus lediglich über einen Platz gehen. Hier erwartete mich ein Rummel! Damit hatte ich indessen überhaupt nicht gerechnet.

Durch den Platz, in die Altstadt bin ich gleich nach Links und hoch zur Festungsmauer. An dieser Stelle liegt Hastings Gardens direkt an der Festungsmauer und trennt diese von der ersten Häuserzeile durch einen Park. Hier war es wieder ruhig. Der Rummel nach den letzten ruhigen Tagen auf Gozo war dann doch zu viel auf einmal. Über eine parallel verlaufende Straße zu den Hastings Gardens bin ich dann wieder zurück zur Hauptstraße, welche ungefähr in der Mitte der Altstadtinsel verläuft. So war das ankommen in der Stadt angenehmer. Das erinnerte mich an das Gewusel von Kathmandu nach vielen Tagen im beschaulichen Bhutan. Von Ruhe in ein Gewusel geschubst.

Die Gassen der Altstadt gefielen mir und Wickie erst recht. Nachdem er einen Kollegen gesehen hatte, wollte er doch unbedingt ein Bild von sich mit ihm. Für mich immer lustig, wie die Personen um mich herum reagieren. Wickie wurde bisher fast überall erkannt und mit einem Schmunzeln beantwortet. 😊

So lief ich weiter durch die verschiedensten Gasse, mit einem groben Plan im Kopf. Die typischen Erkerfenster waren oft zu sehen, auf meinem Weg zu den Upper Barracca Gardens, zur Kathedrale, dem Großmeistergebäude oder dem Weg zur alten Festung. Unterwegs sah ich sogar eine alte, typisch englische Telefonzelle und sogar einen MINI. 😀

Zur Mittagszeit suchte ich mir in der Nähe der Festungsanlage ein Restaurant. Ich hatte Glück und musste nur ein paar Minuten warten. Das Valletta St Paul’s AFT, ist nicht nur gut bewertet, sondern auch noch sehr beliebt. Insofern mehr als Glück einen Platz erhascht haben zu können.

Von hier war es nicht mehr weit zur Festungsanlage. Um die Festungsanlage geht außerhalb dieser ein Weg am Meer entlang. Dabei kam ich an einem Shooting vorbei. Mit der Umrundung wurde es aber nichts. Auf einem breiten gepflasterten Weg in der Nähe des nördlichen Zipfels kam mir bereits Wasser entgegen. Nicht hoch und daher vorerst kein Problem. Hinter der nächsten Ecke war dann jedoch kein Weiterkommen, ohne eine ordentliche Dusche abzubekommen.

Also wieder zurück und die Festung zur Altstadt hin passieren, um auf die andere Seite der Festung zu gelangen. Von dort über Seitenstraße kam ich zurück zur Mitte der Altstadt und einem Nachmittagskaffee.

So langsam wurde es Zeit, die Rückreise anzutreten, zumal sich der Himmel langsam verdunkelte. Dazu lief ich wieder zum Rummel, durch diesen zum Busbahnhof und fand diesmal meinem Bus nach il-Cirkewwa recht schnell.

Noch bevor der Bus losfuhr, fing es dann auch an zu regnen.

Für mich zeigte es sich wieder, dass es gut ist nicht unbedingt den üblichen Sightseeingweg zu nehmen, sondern nur einzelne Punkte herauszupicken und den Weg dorthin frei zu suchen. So habe ich bisher meist mehr von einer Stadt gesehen, wie nur die Seiten, die aus Medien bekannt sind.

Als die Fähre in Mgarr eintraf, war es bereits dunkel und die Stadt von der abendlichen Beleuchtung erfüllt. Bis zur Abfahrt des Busses hatte ich noch Zeit, um in Hafennähe herumzulaufen.

Tour: 8 Kilometer


31. Dezember

Der Heimreisetag war gekommen! Nach einem frühen Frühstück um dem Packen meiner Tasche hatte ich noch genügend Zeit für einen Ausflug zu einem Aussichtspunkt über die Bucht von Xlendi.

Um 10:45 Uhr sollte mein Fahrer mich am Hotel abholen. Einige Zeit vorher war ich schon in der Lobby und hatte bei einem Blick vom Eingang noch nichts sehen können. Beim Warten im Restaurant, das nach dem Frühstück eigentlich geschlossen hat, kam ich mit einer Angestellten ins Gespräch. Dabei presste sie frische Orangen für einen Saft und gab mir das Glas. Das hatte ich nicht bestellt, bedankte mich doch für die Geste. Genau in dem Moment kam allerdings der Fahrer. 🙃

Dieser brachte mich nach Mgarr zur Fähre und in Ic-Cirkewwa wartete der nächste Fahrer, der mich zum Flughafen brachte. Dort kam ich mehr als ausreichend früh an und konnte daher noch etwas Essen und einen Kaffee zu mir nehmen, bevor der Rückflug am späten Nachmittag startete.

Bis ich letztlich Zuhause ankam, war es schon nach 23:00 Uhr und ich ziemlich müde. Daher bin ich kurz danach ins Bett, nur um eine halbe Stunde von Geböller geweckt zu werden. Stimmt ja, ist ja Silvester! 😂


Resümee

Es war eine schöne Zeit auf Malta. Wie vorausgesagt ist es im Winter dort windig, aber mit der entsprechenden Kleidung kein Problem.

Am Nachmittag des ersten Tages kam eine Dame vom Reisebüro, um mir Vorschläge für die nächsten Tage und Angebote für Touren zu machen. Ich sagte ihr am Abend zuvor schon, dass das nicht nötig ist. Tja, nun halt nochmal. So ganz begeistert war sie nicht, da sie nur meinetwegen nach Xlendi kam, aber erwähnt hatte ich ihr ja das es nicht nötig ist. Ansonsten bot die Reise über den Veranstalter die Annehmlichkeiten der Transfers von und zum Hotel. Gerade für die Anreise in der Nacht sehr hilfreich.

Was mir in diesem Urlaub besonders auffiel, war das sehr viel weihnachtlich geschmückt war. Ob die Vergangenheit und der Bezug zum Malteserorden der Grund ist, ist mir nicht bekannt.


Karte


#malta #gozo #comino #xlendi #victoria #valetta #ramlabay #azurwindow #steilküste #canon #canoneos6dmk2 #tamron #tamronsp35 #35mm

Deutschland/Österreich – Allgäu/Tirol – Juli 2021

Im Juni 2021 kamen eine Freundin und ich auf die Idee, auf die Färöer zu reisen. Gesagt, getan. Kurz nach dem Färöerurlaub wurde ich von einer anderen Freundin gefragt, ob ich Lust hätte, mit ins Allgäu zu kommen. Die Ferienwohnung ist bereits gebucht und zwei Zweit macht es mehr Spaß. Na klar, komme ich mit. 😀

In der kurzen Zeit bis zum Urlaub hatten wir uns schon überlegt, was wir während der Woche essen möchten und entsprechend nicht verderbliche Zutaten vorab eingekauft.

Zur Ferienwohnung hatte ich zuvor ein paar Bilder gesehen. Einfach aber ausreichend und der Möglichkeit auch davor im Freien sitzen zu können.

Los geht’s…


21. August – Anreise

Gepackt hatten wir bereits am Vortag alles, sodass wir heute früh loskonnten. Zuerst habe ich noch alles ins Auto gepackt und dann bei Melli Ihr Gepäck dazu. Unsere Idee war es früh loszufahren und dadurch zum einen den Stau im Allgäu zu umgehen, zum anderen um eine erste Tour zu gehen bevor wir die Ferienwohnung beziehen.

Unser Ziel war daher der Grüntensee bei Wertach. Genauer der Parkplatz beim Buron Kinderpark. Von hier ging es zu Fuß stetig bergauf bis zu einer Stelle mit einem tollen Blick über den Grüntensee, und die unter uns liegende Buron Hütte. Hier machten wir Rast.

Nun ging der Weg durch ein Wald- und Wiesengebiet bis zur Alp Obere Reuterwanne. Kurz danach wechselten wir die Richtung und liefen in einem weiten Bogen wieder zurück, bis wir auf die Landstraße trafen, die wir schon kannten. Eigentlich geht die Rundtour von hier weiter bis zum Grüntensee und in Ufernähe bis zum Buron Kinderpark. Eigentlich. Wir nahmen jedoch den Fußgängerweg parallel zur Landstraße und kürzten somit etwas ab. Der Grund hierfür war, dass wir langsam unterwegs waren und nicht zu spät bei der Ferienwohnung ankommen wollten. Für die Einstiegswanderung jedoch auch so eine schöne Tour bei bestem Wetter.

Zurück am Auto fuhren wir bis Oy-Mittelberg, was nicht weit weg vom Grüntensee liegt. Dort über ein paar Nebenstraßen zum Ortsrand, wo wie Ferienwohnung im Souterrain lag. Da das Haus an einem leichten Hang steht, war die Wohnung zwar im Keller, aber ebenerdig zu betreten und mit Blick auf die Allgäuer Berge. Die Vermieterin begrüßte uns herzlich und zeigte uns alles. Selbst Liegestühle für den Garten waren vorhanden. Die Frage, ob wir einen Kaffee möchten beantworteten wir mit Ja und kurze Zeit später war Kaffee, sowie Kuchen auf dem Tisch vor der Wohnung. 😄

Während des beziehen der Wohnung und auch noch später entdeckten wir kleine Gesten wie etwas zu Naschen auf dem Tisch zur Couch, einem kleine Gläschen selbstgemachte Marmelade (Obst aus dem eigenen Garten) oder den Betthupferln und Obst in einer Schale.

Für das erste Abendessen hatten wir alles dabei und mussten somit nicht nochmal für einen Einkauf weg.

Tour: ~650 Höhenmeter, ~11,5 Kilometer


22. August

Heute ging es zum Attlesee und so fuhren wir bis nach Nesselwang zum Alpenseehof. Vom Parkplatz war der Attlesee schon zu sehen, leider aber auch reichlich dunkle Wolken. Dies hielt uns dennoch nicht ab, loszugehen.

Zuerst ging es zum See und dort dann links herum und anschließend durch Wiesen und Wäldchen bis zum Kögelweiher.

Der weitere Weg in östliche Richtung führte uns mehrere Kilometer lang weiter über Wiesen und durch Wälder im regelmäßigen Wechsel. Kurz hinter Schweinegg am Waldrand legten wir eine erste Rast ein.

Sodann ging es durch den Wald und weiter, bis wir zu zwei alten Burgruinen kamen. Zuerst sind wir zur Burgruine Eisenberg und dann zur Burgruine Hohenfreyberg gelaufen. Beide Burgruinen liegen in sichtbarem Abstand voneinander und sind auch ein beliebtes Ausflugsziel, weshalb hier wesentlich mehr andere Personen unterwegs waren.

Nun, vom östlichsten Punkt der Wanderung erfolgte der Rückweg, zuerst noch eine Zeitlang durch einen Wald, die meiste Zeit jedoch auf Wegen durch Wiesenlandschaft. An einer einladenden Bank machten wir auf diesem Wegabschnitt eine zweite Pause und schauten Schafen am Horizont zu.

Zurück zu Svarta, fuhren wir bis nach Oy-Mittelberg und dort in die Nähe des Dorfplatzes. Hier hatten wir zuvor schon ein Café gesehen und dies war unser Ziel für einen Kuchen und einen Latte Macchiato.

Tour: 370 Höhenmeter, 16 Kilometer


23. August

Bei aufgehender Sonne frühstückten wir, bevor es nach Füssen ging. Noch strahlte die Sonne und am Rand von Füssen überquerten wir die Lech am Lechfall. Auf der anderen Flussseite liefen wir kurz an der Hauptstraße entlang, um dann dem Auwaldpfad zu folgen. Dieser liegt unterhalb der Landstraße zur Lech. Ein schöner Pfad, der immer wieder zu Erkundungen einlädt. Z. B. mit einer kurzen Floßfahrt. Direkt neben dem Walderlebnispfad und somit ganz kurz vor der österreichischen Grenze kamen wir wieder an die Landstraße heraus und überquerten diese. Nun ging es langsam im Wald bergauf.

Der Weg führte lange durch Wald eine Zeitlang oberhalb des Schwansees, den wir links neben uns meist nur erahnen konnten und rechts dem Alpsee, den wir nach einigen Kilometern erreichten. Dort machten wir einen Abstecher zu einer Aussichtsplattform und hatten einen ersten Blick auf Hohenschwangau und Schloß Neuschwanstein über den See.

Wir folgten dem nun leicht voller werdenden Weg bis Hohenschwangau und suchten uns dort am See einen Platz für eine Pause.

Nach der Pause ging es für uns zügig durch das volle Hohenschwangau bis ungefähr zur Mitte des Ortes. Dort geht der Weg ab, dem wir in den Wald folgten. Am Ende kamen wir oberhalb von Schloss Neuschwanstein heraus. Hier war auch der Abzweig zur Marienbrücke und dem Pöllatfall. Leider war dieser Weg aufgrund von Sanierungsarbeiten gesperrt. Wir folgten somit dem Hauptweg noch eine kurze Weile bis zum Schloss und machten vor diesem eine weitere Pause. Danach ging es auf den befestigten Weg um das Schloss und von diesem herab. Wir folgten nur kurz dem Hauptweg nach dem Verlassen des Schlossgeländes, um dann in einen Waldweg abzubiegen. Hier wurde es wieder merklich ruhiger.

Der Pfad durch den Wald führte uns zu einem großen Parkplatz an einer Zugangsstraße zu Hohenschwangau. Von hier gingen wir die Hauptstraße Richtung Alpsee und zwar wieder bis zur Ortsmitte. Nur dieses Mal bogen wir in die andere Richtung ab. Einige Meter oberhalb der Hauptstraße erreichten wir Schloss Hohenschwangau. Dort hieß es für ein kurzes Stück die Maske aufsetzen, da es durch den Schlossgarten ging. Nach dem Schlossgarten führte der Weg durch den Wald und zurück auf den Weg, den wir schon nach Hohenschwangau gegangen waren. An diesem Weg angekommen, ging es jedoch gleich wieder nach rechts ab und in Serpentinen bergab. Wir kamen dadurch an das östliche Ende des Schwansees und folgten diesem am östlichen Ufer bis zum nordöstlichen Ende. Auf ungefähr halber Höhe machten wir auf einem Steg eine Rast, während die Sonne sich wieder etwas zeigte.

Vom See ging es weiter durch den Wald. Wir kamen am Ende des Waldes in der Nähe der Lechbrücke in Füssen heraus und folgten der Straße zur Brücke und über diese nach Füssen hinein. In Füssen ging es an der Lech entlang und zwischen Hohes Schloß und einem Park Richtung Innenstadt. Wir bogen dann jedoch nach links ab und liefen somit parallel zur Lech. Es war nur noch eine kurze Strecke bis zum Parkplatz gewesen.

Über einen kleinen Umweg fuhren wir zurück zur Ferienwohnung. Der Umweg war dem Besuch eines Käseladens in Oy-Mittelberg geschuldet. Hausmann’s Käse Wein – eine ordentliche Auswahl bot sich uns und wir fanden auch etwas für die nächsten Wanderungen.

Tour: ~500 Höhenmeter, ~18 Kilometer


24. August

Ein neuer Tag im Allgäu und leider kein Sonnenschein. Wir hatten ausgiebig gefrühstückt und uns dabei Zeit gelassen. Danach fuhren wir nach Schwangau. Vom Ortsrand ging es einmal quer durch den Ort in den Kurpark und durch diesen durch. Am Ende des Kurparks kamen wir bei der Königlichen Kristall-Therme heraus. Hier folgten wir dem festen Weg in den nächsten Ort. Durch diesen hindurch gelangten wir an die Auen der Lech. Dies war bereits der Übergang der Lech in den Forggensee. Dem Forggensee folgten wir am östlichen Ufer, an Waltenhofen vorbei bis zu einer Spitze mit einem Campingplatz. Um diese Landzunge herumkamen wir an Brunnen vorbei zu einem zweiten Fluss in den See. Dies war ein guter Punkt für eine Rast.

Von dieser Flussmündung ging es lange am Fluss entlang durch eine Wiesenlandschaft. Dabei querten wir die Landstraße nach Schwangau und verließen den Weg am Fluss hinter dem Zeltplatz Falkencamp. Von hier war Schwangau bereits zu sehen und mit einem Wechsel der zwei fast parallel laufenden Wege gelangten wir wieder zum Ausgangspunkt zurück. Auf diesem Abschnitt hatten wir einen Ausblick auf unser gestriges Ziel gehabt – Schloss Neuschwanstein.

Auf der Rückfahrt machten wir bei einem Bäcker halt und kauften Stückchen, die es in der Ferienwohnung mit einem Kaffee gab.

Tour: < 100 Höhenmeter, ~13 Kilometer


25. August

Das Wetter war heute immer noch nicht von Sonnenschein überzeugt. Na ja, wird schon. Ins Tannheimer Tal sind wir gefahren, und zwar nach Schattwald. Es ging auf eine Tour mit einer Gratwanderung.

Anfangs liefen wir durch Felder und stetig bergauf. Hier war es nur leicht bewölkt und die Sonne zeigte sich immer wieder. Je näher wir dem Gipfel des Bschießer kamen, desto steiler und nebliger wurde es. Oben am Gipfel angekommen, zeigte sich, dass wir nicht die Einzigen hier waren, die an diesen Tag hier unterwegs waren. Für eine Rast suchten wir uns daher einen ruhigeren Platz unterhalb des Gipfels.

Von hier ging es auf einem Grat bis zum Ponten und dann weiter bis zur Rohnenspitze. Also zumindest nach dem Text der Tourenbeschreibung. Sehen konnten wir nicht wirklich viel. Am Ponten machten wir eine ganz kurze Pause im Nebel. Bei der Rohnenspitze klarte es kurzeitig auf und wie einige andere nutzten wir diesen Punkt für eine weitere kurze Rast. Durch den Nebel konnten wir immer nur wenige Meter im Umfeld sehen, dennoch hatte es etwas auch ohne eine Aussicht.

Nach der Rast folgte der lange Abstieg. Kaum losgegangen, zog auch schon wieder der Nebel auf und so ging es mehrere Kilometer im Nebel bergab. Ab der halben Strecke wurde es wieder klarer und wir konnten in der Ferne unseren Ausgangspunkt schon erahnen. Mehrere Kilometer später waren wir dann am Ausgangspunkt zurück.

Neben dem Parkplatz ist ein Restaurant/Café, das wir, nachdem wir die Schuhe gewechselt hatten, aufsuchten. Im geschützten Außenbereich gab es eine Belohnung.

Tour: 1170 Höhenmeter, ~14 Kilometer


26. August

An unserem letzten Tag begrüßte uns morgens die Sonne. 🌞 Die Starzlachklamm bei Winkel hatten wir uns für diesen Tag ausgesucht. Am Ende von Winkel gibt es dazu einen Parkplatz, der nicht so groß ist und je nach Uhrzeit auch reichlich voll. Über eine kleine Zugangsstraße sind wir dort hingelangt und hatten Glück und direkt einen Parkplatz gefunden.

Zuerst ging es auf einem breiteren Weg mehr oder weniger direkt an der Starzlach entlang durch den Wald bis zu einem Becken mit einem Wasserfall. Hier befindet sich der offizielle Eingang zur Starzlachklamm. An der Hütte oberhalb des Beckens haben wir für den Zugang gezahlt. Ab hier wurde der Weg wesentlich schmaler und die Starzlach wurde immer wilder. Es waren an diesem Tag auch einige Canyoning Gruppen unterwegs, die wir beobachten konnten.

Am oberen Ende der Klamm kamen wir auf einer Wiese heraus. Der Weg wurde nun wieder sehr viel breiter und führte zu einer nahegelegenen Alm. An der Alm war allerdings reichlich betrieb, und wir entschlossen uns daher direkt weiterzugehen. Dazu folgten wir einem schmalen Pfad über die Wiese hinter der Alm bergauf. Oben kamen wir an einem Waldweg heraus, den wir bergab nahmen. Die Straße bis zu einem Berggasthof war hauptsächlich geteert. Hinter dem Berggasthof bogen wir von der Straße nach links ab in einen Wanderweg durch Wald und über Wiesen. Ganz so einfach war es dann aber doch nicht, da der ursprünglich Weg nicht mehr ganz begehbar war. Mit einer Gruppe, die wir hier trafen, suchten und fanden wir einen alternativen Weg. Einige Zeit später kamen wir dann wieder auf den Weg aus der Tourenbeschreibung zurück. Letztlich gelangten wir so auf den Zugangsweg zur Klamm, ungefähr in der Mitte zwischen Parkplatz und Zugangshütte. Der Weg von hier zum Parkplatz war bekannt und schnell hinter uns gebracht.

Nun sind wir direkt nach Sonthofen, um die Zeit bis Nachmittags zu überbrücken. Zuerst schlenderten wir durch die Altstadt und kehrten dann ein. Ein Kaiserschmarren in den Bergen ist schon Pflicht und den gab es hier: ’s handwerk – craft food & beer. Ein sehr gemütlich eingerichteter Innenbereich, der zumal ziemlich leer war, lud uns zum Verweilen ein.

So gestärkt konnten wir nun zur Holzalpe am Rand von Sigishofen. Wie wir ankamen, war jedoch die Tür verschlossen. Allerdings hing dort ein Hinweis, dass man es über den Seitenzugang und der dortigen Klingel versuchen sollte. Das haben wir dann auch getan und ein älterer Herr begrüßte uns freundlich. Er führte uns durch die Werkstatt in den Verkaufsraum. Dort war ein langes Regal mit ganz vielen selbstgemachten Seifen, was der Grund für unseren Besuch hier war. Die Auswahl ist wirklich groß und es war gar nicht einfach sich zu entscheiden, welche Seife wir mitnehmen wollten.

Im oberen Stockwerk befindet sich zusätzlich ein großer Raum mit reichlich Holzschmuck, Frühstücksbretter usw. Schön, was hier zu sehen war. Für uns jedoch nichts, das uns gerade direkt ansprach. Mit jeweils einer größeren Menge an Seife aus Kuhmilch sind wir dann zurück zur Ferienwohnung gefahren.

Tour: 260 Höhenmeter, ~5 Kilometer


27. August – Abreise

Der Abreisetag begrüßte uns mit freundlichem Wetter. Nach dem Frühstück packten wir und reinigten die Wohnung. Nachdem wir uns von unserer Vermieterin verabschiedet hatten, hieß es nach Hause zu fahren.


Resümee

Die Woche war durchwachsen, was das Wetter angeht. Dennoch haben wir uns nicht klein kriegen lassen und waren jeden Tag unterwegs. Die Touren waren teils schon länger oder die letzte große Tour, mit reichlich Höhenmetern versehen, aber über alle hinweg waren wir in diesem Urlaub gemütlich unterwegs und haben eher mehrere kleine Pausen eingelegt.

Was wir in diesem Urlaub kennengelernt haben, sind Brötchen mit Salz und Pfeffer. 😋 Diese haben wir öfter gekauft und mit Käse für die Pausen mitgenommen.

In 2020 waren wir in Pfronten und nun in Oy-Mittelberg im Allgäu. Es wird sich zeigen, in welche Ecke des Allgäus es uns das nächste Mal treiben wird.


Karte der Touren


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Spanien – Lanzarote – Dezember 2020

Das erste Pandemiejahr neigte sich dem Ende zu. Reisen in 2020 war nicht einfach, unmöglich jedoch auch nicht. Für das Ende des Jahres hatte ich mir was Sonniges vorgestellt. Meine Entscheidung fiel auf die Kanaren und dort auf Lanzarote. Zum einen, weil ich dort noch nicht war und zum anderen, weil die Insel sehr niedrige Inzidenzwerte hatte und auch nicht übermäßig viele Urlauber anlockte.

Die Pauschalreisen (Flug und Hotel), die ich fand, waren alle in größeren Hotels. Größere Menschenansammlungen, also größere Hotels, wollte ich jedoch vermeiden. Somit schieden die Pauschalangebote aus. Bei meiner Suche entdeckte ich ein kleines Hotel in einem kleinen Fischerdorf an der Ostküste. Das Hotelito del Golfo in El Golfo. Gerade einmal acht Zimmer! Gebuchte hatte ich dann Anfang Dezember.

Den Flug buchte ich bewusst erst eine Woche vor Abreise, um zur Not die Reise auch nicht durchzuführen, sollten die Bedingungen gegen eine Reise sprechen.

Die Wandertouren, die ich mir vorab herausgesucht hatte, waren über die Insel verstreut. Der öffentliche Busverkehr stellte sich als nicht so optimal heraus und somit war ein Mietwagen meine Wahl. Dieser war schnell gefunden und gebucht.

Jetzt hieß es noch ein paar Tage warten, bis kurz vor Abreise. Voraussetzung für die Einreise war ein negativer PCR-Test, welcher nicht älter als 72 Stunden sein durfte. Der Flug sollte am 23. Dezember gehen und am 19. Dezember am sehr späten Nachmittag bin ich daher an den Frankfurter Flughafen gefahren, um den PCR-Test vornehmen zu lassen. Dies hatte ich dort machen lassen, da der Nachweis der Person (Ausweisnummer) von den Kanaren gefordert war. Am Folgetag kam dann per E-Mail die Benachrichtigung, dass das Testergebnis vorliegt. Negativ war es. Praktisch war es, dass es von einem Portal in einer Vielzahl von Sprachen heruntergeladen werden konnte. Dies tat ich einmal auf Spanisch und einmal auf Englisch.

Nun konnte die Tasche gepackt und auf den 23. Dezember gewartet werden.


23. Dezember

Der Tag der Abreise war gekommen. Von der Abflugzeit wäre es problemlos möglich gewesen, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Der Rückflug jedoch war für Abends angesetzt und da war es fraglich, ob ich den letzten Zug nach Hause noch bekommen würde. Ich entschloss mich daher mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren. Von dort brachte mich die S-Bahn zum Flughafen. Das Einchecken war jedoch mit kleiner Diskussion verbunden. Eigentlich sollte man sich vorher online registrieren. Dabei hatte die Webseite jedoch auch nach mehreren Versuchen ein Problem. Abgesehen davon konnte man eine Angabe nicht wieder ändern, wenn man sich z. B. vertippt hat. Die Idee mit der Registrierung ist nachvollziehbar, die Umsetzung mehr als mangelhaft gewesen. Ich bekam daher mit meiner Boarding-Karte das Anmeldeformular in Papierform, um es auf Lanzarote abgeben zu können.

Es war genügend Zeit um nun noch in der Mitte des Frankfurter Flughafens zu einem Bistro zu gehen und dort etwas zu Trinken und Essen. Der Abflug war wie geplant und die Ankunft verzögerte sich nur um einige Minuten, da der Flug etwas länger brauchte. Am Flughafen gelangten wir in eine Schlange, die fast bis zu den Gepäckbändern, eine Etage tiefer ging. Die Anmeldung wurde auf der unteren Etage entgegengenommen und anschließend wie bei allen noch die Temperatur gemessen. Erst danach war der Weg frei zum Gepäckband.

Nach dem Erhalt der Tasche hieß es den Mietwagen entgegennehmen. Da der Mietwagen reserviert war, waren es nur noch die üblichen Formalitäten und raus aus dem Flughafen zum Parkdeck. Dort dann regelmäßig auf die Fernbedienung gedrückt, um zu sehen, welches mein Auto ist. Da war es, ein weißer VW Polo.

Nun hieß es noch durch die halbe Insel bis zum Hotel zu fahren. Zwischendurch hielt ich kurz an einem Supermarkt, um Wasser für die Woche einzukaufen.

Die Sonne ging während der Fahrt unter und ich kam im Dunkeln am Hotelito an. Per E-Mail hatte ich zuvor erfahren, wo mein Zimmer ist und dass die Tür offen sei. Vom Parkplatz ein paar Treppenstufen hoch, nach rechts, dann am Pool vorbei und zur ersten Terrasse links. Die Tür war tatsächlich offen und so bezog ich das Zimmer.

So langsam stellte sich Hunger ein. Hier im Fischerdorf sollte es mehrere Restaurants geben. Dazu bin ich die Hauptstraße entlang gelaufen und habe das erste Restaurant gewählt, das offen hatte und mir zusagte. Fisch gab es zur Einstimmung. Danach noch ein kleiner Ortsspaziergang und zurück zum Hotel.


24. Dezember

Das Frühstück gibt es erst ab 8:00 Uhr und ich war schon deutlich früher wach. Da die Sonne sich bereits zeigte, konnte ich so die Zeit bis zum Frühstück mit einer kleinen Erkundung vertreiben.

Bei der Beschreibung des Hotels und den Rezessionen wurde das Frühstück immer besonders herausgestellt. Ich war gespannt, ob sich das bestätigen wird. Ein Tisch an den fast bodenhohen Fenstern suchte ich mir aus und dann wurde der Tische mit vielen leckeren Köstlichkeiten gefüllt und einen Kaffee gab es direkt aus der großen Kaffeemaschine. Hier gab es kein Buffet. Alles wurde immer an den Tisch gebracht. Lecker und sehr reichlich.

Meine erste Wanderung sollte im Nordwesten von Lanzarote sein. Startpunkt war ein Wanderparkplatz in der Nähe von Máguez. Bei sonnigem Wetter ging es so die kurze Strecke bis zur Kante des Famarakliffs und von diesem in Serpentinen herab. Unten angekommen war es ein fast flacher Weg bis zu einem Strand und von dort nicht weit entfernt zu alten Salzfeldern (Salinas del Rio). Hier wird kein Salz mehr gewonnen, die Felder selbst sind jedoch noch zu erkennen.

Von den Salzfeldern zurück war ich alleine an diesem Strand und genoss das Wetter und die Aussicht auf das Meer und die Nachbarinsel La Graciosa bei einer Rast.

Der Weg von hier zurück zum Parkplatz ist derselbe wie hierher.

Eine schöne Wanderung für den ersten Tag und danach ging es gemütlich zurück zum Hotel. Der Fischerort El Golfo, in dem das Hotel lag, konnte ich so noch bei Tageslicht erkunde, bevor es in eines der Restaurants zum Abendessen ging.


25. Dezember

Ausgeschlafen, geht es morgens zum Frühstück. Gut gesättigt geht es nach Femés, einem Bergdorf im Süden von Lanzarote. Hier beginnen einige Touren durch das Ajaches-Massiv. Eine davon war meine heutige. Angekommen in Femés fand sich direkt vor der Kirche ein Parkplatz. Die Tour startete hier und führte nach Westen in die Berge hoch. Wobei hoch, nur um die 100 Höhenmeter in diesem Fall bedeutete. Oben angekommen hat man einen weiten Blick in ein Tal bis zur Westküste. Durch Calima war dieser leicht eingeschränkt, aber immer noch sehr weit. Nun wurde aus dem breiten Weg, der auch Zufahrtsstraße zu den Stallungen hier oben ist, ein schmaler Wanderweg am Rand des Talendes entlang, sodass man immer in das Tal Valle de la Higuera hineinsehen konnte. Dieser Weg führt bis kurz vor den Pico de la Aceituna. An diesem Bergkegel ging es jedoch nicht hoch, sondern in einem Bogen rechts herum. Somit kam ich auf die andere Seite des Bergrückens und hatte jetzt eine Aussicht bis zur Süd- und Ostküste von Lanzarote.

Um den Berggipfel herum gelangte ich auf der anderen Seite wieder in das Tal. Nun ging es jedoch leicht bergab auf einem Sattel, nur um dann wieder etwas nach oben zu laufen. Der Pico Redondo war schon zu sehen und ab diesem Punkt war der Abstieg in das Tal. Auf der anderen Talseite ging es wieder hoch und zu einem Abstecher. Ein Aussichtspunkt auf dem Morro de la Loma. Vom Abstecher zurück führte der Weg in die Mitte des Tales Valle de la Higuera. Von unten ging es auf einem längeren Weg hoch zu der Stelle, an der ich das erste Mal das Tal erblickte. Die Stallungen waren eine deutliche Markierung zur Orientierung. Von hier folgte ich dem breiten Weg hinunter nach Femés zur Kirche und zum Ende dieser Tour.

Diese Wanderung wird im Wanderführer als extrem karg bezeichnet und das ist sie auch. Hier kann man abschalten und in einen meditativen Trott kommen, ohne von einer Vegetation abgelenkt zu werden.

Weiter ging es von hier mit dem Auto nach Mancha Blanca. Also nicht ganz. Vor dem Ort ist eine Straße in das Vulkangebiet, die zu einem Parkplatz führt. Auf dem Weg dorthin finden sich auch vorher schon einige kleine Buchten zum Parken. Ich hatte Glück und hatte einen Parkplatz am Ende gefunden. Fast dort, wo der Wanderweg beginnt.

Dieser Wanderweg führt zur Caldera Blanca. Dies ist ein Vulkankegel, der sich durch seine helle Farbe von der dunklen Vulkangegend abhebt. Zuerst läuft man recht lange auf einem Weg durch ein riesiges Lavafeld. Hier gibt es bis zum Montaneta Caldereta keine Abzweigung. Dort angekommen geht es einen Weg etwas den Berg herauf und nach links. In einem Bogen führt der Weg nun zum Fuß der Caldera Blanca. Hier ist Teils staubiger Boden vorhanden und gelegentlich kann man auch Pflanzen zu erblicken.

Vom Fuß der Caldera Blanca geht ein schmaler Weg nach oben an den Kraterrand und auf diesem um die Caldera. Kurz bevor die Caldera einmal komplett umrundet ist, führt ein Pfad an der Nordseite vom Kraterrand nach außen und unten. Unten angekommen ist es ein breiter, auch von Fahrtzeugen genutzter Weg. Zumindest waren Fahrspuren und Reifenabdrücke zu sehen. Eine halbe Stunde später gelangte ich an eine Kreuzung und von dieser auf demselben Weg wie am Anfang durch das Lavafeld zum Parkplatz zurück.

Ein Tag mit zwei Wanderungen durch karge und unwirklich erscheinende Gebiete neigte sich langsam dem Ende. Von Mancha Blanca fuhr ich am Rande des Timanfaya Nationalparks entlang Richtung El Golfo. Am Eingang des Nationalparkes machte ich allerdings einen kurzen Stopp, auch um mich nach Touren durch den Nationalpark zu informieren, da nur geführte Touren in diesem Gebiet erlaubt sind. Leider waren dies nur geführte Bustouren und auf die Enge eines Busses verspürte ich keine Lust aufgrund der Pandemie. So fuhr ich direkt zum Hotel weiter.

Nach dem Duschen und Umziehen ging es zum Essen. Heute jedoch nicht in El Golfo, sondern im nahe gelegenen La Hoya. Die Straße dazu führt durch ein Vulkangebiet und am Meer entlang. Nach La Hoya öffnet sich dann eine große Bucht, mit vielen Salzfeldern. Am nördlichen Ende ist das Restaurant Mirador de Las Salinas. Hier kann man gut Essen und dabei den Sonnenuntergang mit Blick über die Salzfelder genießen.

Der QR-Code im Restaurant war mir neu. Das ist der Zugang zur Speisekarte gewesen. Eine gute Idee, wie ich finde.


26. Dezember

Das heutige Frühstück im Hotel ließ ich ausfallen, wollte ich doch auf die kleine Nachbarinsel La Graciosa. Die Fähre dorthin geht in Órzola ab. Von El Golfo ist das am entgegengesetzten Ende von Lanzarote und daher der Grund für meinen frühen Aufbruch. Die Fahrt einmal quer über die Insel dauerte knapp eine Stunde und die letzten 20 Minuten wurde es doch tatsächlich zum Teil Grün.

In Órzola gibt es ein paar kostenpflichtige Parkplätze, der richtige war zum Glück schnell gefunden. Der Weg vom Parkplatz bis zur Fähre war nicht lang und die Abfahrt begann in Kürze. Bevor es auf die Fähre ging, wurde die Temperatur gemessen und jeder bekam einen Spritzer Desinfektionsmittel auf die Hand.

Auf La Graciosa kommt man im Hauptort der Insel an. Hier gibt es nur im Bereich um den Hafen feste Plätze und Straßen. Alle anderen Straßen sind fest gedrückte Sandwege. Soweit bin ich jedoch zuerst gar nicht gegangen. Von der Fähre lief ich nach Links. Am Rand des Hafens ist eine Panaderia, die sich großer Beliebtheit erfreute. Brav stellte ich mich an der Schlange an. Meine Wahl fiel auf etwas Süßes. Im Café nebenan bekam ich noch einen Kaffee und so frühstückte ich auf der Hafenmauer.

Die Wandertour geht vom Hafen an der Küste entlang in nördlicher Richtung. Zuerst durch eine breite Seitenstraße und am Ende dieser auf einem markierten Weg durch die Dünen, immer in Küstennähe. Sehr windig war es an diesem Morgen und der Windbreaker mit Kapuze leistete gute Dienste. Nach einiger Zeit endete das Dünengebiet und geht in eine schroffe Felsenküste über. Hier hieß es an einigen Stelle langsam und vorsichtig gehen, war doch der Weg an einer Klippe. Schmal und teilweise sogar abgebrochen Stellen hieß es zu überwinden. Nachdem dieses Stück hinter mir war stellte sich wieder eine Dünenlandschaft ein und eine Siedlung von Ferienhäusern kam näher.

Die Siedlung wurde über die einzige Straße durchquert und am Ende ging es nach Westen und nicht mehr direkt am Meer entlang. Die Strecke hier war anfangs durch ein flaches Feld mit vielen Steinen und ging dann über in ein sehr weitläufiges Dünengebiet. Dünen, so weit ich sehen konnte. Am nordwestlichen Wendepunkt der Tour ging es ab in die Dünen zu einem Aussichtspunkt (Château). Hier ist ein felsiger Einschnitt mit einer natürlichen Brücke, unter der sich die Wellen des Meeres brechen. Zeit für eine Pause im Sand.

Zurück auf dem Hauptweg, führt dieser nach Süden. Nach einiger Zeit wurde der Sand immer weniger und ging in eine rötliche Staubebene über. Am Horizont, immer näher kommend, war der Montana Bermeja zu sehen. Zuerst ging es um den Berg herum, um dann von der Südseite diesen hochzugehen. Wobei Hoch relativ ist – 152 Meter. Dennoch hat man von hier aus eine tolle Aussicht, da doch alles andere deutlich flacher ist. Auch das nächste Zwischenziel war schon auf dem Weg nach oben zu erkennen und von hier oben noch deutlich zu sehen. Der Strand Playa de las Conchas. Somit ging es wieder auf demselben Weg vom Berg herunter und zum Strand. Kurz vor dem Strand kommt man an einen kleinen Parkplatz. Für die, die nicht hierherlaufen möchten. Ich bin daran vorbei und zum Strand.

Ein ganz feiner und tiefer Sand erwartete mich am Strand. Das Laufen hier ist ein wenig anstrengend durch den feinen Sand. Nach einer Weile fand ich ein windgeschütztes Plätzchen für eine Rast. An Baden ist an diesem Strand nicht zu denken. Die Wellen sind wie an diesem Tag meist ausgeprägt und die Strömung würde einen sofort wegreisen.

Vom Strand ging es zuerst zum kleinen Parkplatz, an dem auch einige Jeeps standen, die mit Fahrer für Ausfahrten gemietet werden können. Ich bin dann die geschotterte Straße quer über die Insel zum Ausgangsort der Wanderung gelaufen. Dieser Streckenabschnitt ist gerade im Inselinneren sehr staubig und entsprechend wendete ich mich bei vorbeifahrenden Autos ab um nicht alles ins Gesicht zu bekommen.

In Caleta del Sebo angekommen ging es bis zum Hafen und damit zum Ende der Tour. In Hafennähe sucht ich mir ein Restaurant in einer Nebenstraße, um etwas zu essen. Anschließend ging es wieder zum Hafen und dort zum Café des frühen Vormittags für einen Cappuccino.

Die Fähre am späteren Nachmittag fuhr in einem Bogen nach Lanzarote, sodass ich das Famarakliff, an dem ich meine erste Wanderung hatte, in der Nachmittagssonne bestaunen konnte.

In Órzola hieß es dann zum Parkplatz laufen, um anschließend nach EL Golfo zum Hotel zu fahren.

Danach saß ich noch einige Zeit auf der Mauer zum Zimmer und las. Bzw. ich unterhielt mich mit einer Engländerin, die wagemutig in den Pool ist. Ihrer Aussage nach sehr frisch. 😅


27. Dezember

Heute gab es wieder ein leckeres und ausgedehntes Frühstück. 😀

Für heute stand eine Wanderung an, die mich wieder in den Norden führte. Wie schon an einem anderen Tag durchfuhr ich dabei eine Weinanbauregion, die hier so völlig anders aussieht. Jeder Weinstock ist in seiner eigenen Mulde, vor dem Wind geschützt.

Der Ausgangspunkt der Wanderung war in Urbanización Famara. Ein Ort am südlichen Ende des Famarakliffs. Hier parkte ich in einer Seitenstraße, am Ortsrand, an dem der Rundweg der Wanderung begann.

Zuerst ging es langsam in ein Tal und leicht bergauf. Je mehr ich mich dem Talende näherte, desto grüner wurde es. Der Wanderweg wurde nun stellenweise etwas steiler. Vereinzelt kamen mir andere Wanderer entgegen. Zurückschauend wurde der Ort immer kleiner und zu einem weißen Fleck in der Landschaft. Oben am Talende kam ich auf einen breiten Schotterweg. Diesem folgte ich ein kurzes Stück nach links und damit entgegen der Wanderroute, um zu einem Aussichtspunkt abzubiegen. Der Weg führte auf ein Plateau des Famarakliffs mit einer tollen Aussicht auf die Küste.

Zurück zum Schotterweg und nun diesen in die andere Richtung folgend führt der Weg mit Sicht in das Tal, das mich hierherführte. So ging es hier am höchsten Berggipfel vorbei, auf dem eine Radarkuppel ist und somit auch nicht zugänglich war. An ein paar Stellen kommt man an alten Höhlen vorbei, zu denen es Pfade gibt. Für mich ging es jedoch auf dem Hauptweg weiter bis zu einer Kapelle, der Ermita de las Nieves. An dieser Stelle hat man wieder eine schöne Aussicht und sie bot sich für eine Pause an.

An der Kapelle ging der Schotterweg in einen geteerten Weg über. Diesem folgte ich kurz, bis es wieder auf einen Schotterweg ging, weiter es bis zum Pico de Maramajo. Vom Weg her war der Pico, also der Berg nur eine leichte Erhebung. An der Seite des Pico de Maramajo folgte ich dem schmalen Wanderweg nach unten. Auf der Ebene unten angekommen gelangte ich zur Schotterstraße, die nach Urbanización Famara führt. Dort war es noch eine Seitenstraße bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Nach der Dusche im Hotel machte ich noch einen Ausflug mit dem Auto an der Küste von El Golfo nach Süden entlang. Hier und da sind Buchten, die von der Straße aus zugänglich sind und meist ist in deren Nähe auch eine Parkbucht.

Noch ein wenig weiter an La Hoya mit den Salzfeldern vorbei, gelangt man an eine große Ebene mit Parkplätzen. Von hier kann man zu einzelnen Buchten laufen, die natürliche Becken zum Baden bieten. Das wollte ich doch unbedingt machen und ja, das Wasser im Winter ist seeehr erfrischend. Immerhin kurz im Meer gewesen. Zurück zum Hotel dachte ich mir, die Badesachen sind schon nass und da kann ich ja den Pool noch testen. Brrr. Meerwasserpool – Das bezieht sich auf das Wasser, aber auch auf die Temperatur. Die Engländer bekamen das vom Balkon oberhalb des Pools mit und fragten schelmisch, ob es kalt ist. 😅 Ja, aber einmal drinnen gewesen. Nun schnell unter die warme Dusche.

Für das Abendessen nahm ich den kurzen Weg auf die gegenüberliegende Straßenseite zum Restaurants Costa Azul.


28. Dezember

Ein neuer Tag und wieder ein sehr leckeres und üppiges Frühstück. 😀

Es folgte wieder eine Fahrt in den nördlichen Teil der Insel. Ein Rundweg, ausgehend von Haría. Angekündigt mit der Beschreibung „Tal der tausend Palmen“ stellte ich mir diese Tour relativ grün vor. Wo so viele Palmen sein sollen, muss doch Wasser sein und der Rest auch grün!

In Haría fand sich in der Nähe des Ausgangspunktes der Wandertour ein Parkplatz. Es ging aber nicht direkt auf die Wanderung, denn ich war in Haría an einem Platz vorbeigefahren und hatte dort eine Weihnachtsgeschichte gesehen. Das wollte ich mir zuerst genauer ansehen. Ob man nun an Weihnachten im religiösen Sinne glaubt oder nicht, die hier gestaltete Geschichte mit Elementen der Insel wie Lava und Gebäude ist auf alle Fälle sehr schön gemacht.

Nun ging es los auf die Wanderung. Zuerst durch mehrere Gassen. Hier und da waren die kargen Bäume oder auch Kakteen weihnachtlich geschmückt. Am Ortsrand wurde die Gasse zu einem Schotterweg, der langsam nach oben zum Famarakliff führte. Ab dem Ortsrand kam ich an mehreren bewirtschafteten Feldern vorbei, die die Gegend tatsächlich etwas grün erscheinen ließen. Mit der Sonne in Laufrichtung jedoch ein wenig blass. Zurück geschaut nach Haría, mit der Sonne im Rücken war es schon wesentlich grüner. Der Weg machte an einer Mauer, direkt am Kliff, eine Kehre. Im Grunde bin ich hier einem Tal zu seinem hohen Ende gelaufen und jetzt auf der anderen Seite wieder zurück. Jedoch nicht ohne vorher noch einen Blick von der Mauer über das Kliff auf das Meer zu erhaschen. Etwas trübte Calima die Weitsicht, dennoch toll. Weiter führte der Weg raus aus dem Tal und parallel zur Küste nach Süden. An einer markierten Stelle hieß es dann den breiten, festen Weg verlassen und einer Schlucht nach oben folgen. Hier war ein wenig klettern über große Felsen und suchen eines Weges angesagt. Dieser Pfad scheint nicht so oft genutzt zu werden. Oben angekommen geht es auf einem gepflasterten Weg weiter nach Süden zum Mirador del Bosquecillo. Ein großer Platz mit vielen Sitzmöglichkeiten. Auch Grillstellen und ein kleiner Spielplatz befinden sich hier. Die Aussicht von der Kante ist wieder atemberaubend.

Der Weg von diesem Aussichtspunkt zurück nach Haría ging zuerst auf einem gepflasterten Weg. Dann verließ ich diesen und folgte einem staubigen Pfad durch einen ausgetrockneten Flusslauf – Barranco de Elvira Sánchez. Auf diesem Abschnitt säumten sehr viele Kakteen den Weg.

In Haría angekommen, lief ich wieder durch einige Gassen zurück zum Ausgangspunkt. In der Nähe ist ein Platz mit einigen Cafés und Restaurants. Dort gönnte ich mir vor der Heimfahrt noch einen Kaffee.

Zum Abendessen wählte ich wieder das Restaurant Mirador de Las Salinas, mit einem vorherigen Spaziergang dort und dem Besuch des „Werksverkaufs“ der Salzgewinnung.


29. Dezember

Die Sonne grüßte und während des Frühstücks kam ich wie an ein paar anderen Tagen mit weiteren Gästen ins Gespräch. Das Frühstück fiel heute etwas gemächlicher aus. Der Grund dafür war ein Besuch eines Geschäftes in Yaiza, das nur an wenigen Tagen und dann auch nur zwischen 10:00 und 14:00 Uhr geöffnet hat.

In Yaiza war das Geschäft schnell gefunden. Ein wenig unscheinbar von außen, aber nicht so verwunderlich. MAMA PEPA Jabonería artesanal war mein Ziel, bin ich doch Seifenfan und nutze diese seit einiger Zeit ausschließlich und kam somit von Duschgels weg. Mama Pepa gehört zu denen, die ihre Seifen selbst herstellen. Kurse werden ebenso angeboten und mit der Besitzerin hatte ich mich gut unterhalten. Im großen Innenraum, in dem die Kurse abgehalten werden, kann man durch ein großes Fenster in einen weiteren Raum sehen und dort bei der Herstellung, Verpackung usw. zusehen. Eigene Seifenherstellung ist bei Mama Pepa immer auch mit lokalen Zutaten verbunden. Mit Salz, Vulkanasche, Kamelmilch oder Kaktussaft. Einige Seifen haben mir zugesagt und wurden gekauft.

Nach dem erfolgreichen shoppen ging es nach Mancha Blanca. Dabei fuhr ich wieder die Landstraße wie an einem vorherigen Tag, die durch Weinfelder führt. Kurz vor Mancha Blanca bog ich auf einen Parkplatz ab.

Hier war der Anfangs- und Endpunkt einer fast flachen Tour durch ein Vulkangebiet mit viel Vulkangestein und einigen Vulkankegeln. Mit anderen Worten – Schatten Fehlanzeige! Zu Beginn ist der Weg breit und die Umgebung mit grobem Vulkangestein bedeckt. Um die Vulkankegel führte der Weg öfter durch feinen Vulkansand und die Kegel zeigten sich in verschiedenen Farben, je nach Sonnenstand.

Nach der Tour fuhr ich zuerst eines der Weingüter an, die an der Straße durch die Weinfelder liegen um etwas zu Trinken und zu Essen. Anschließend ging es zum Hotel.

Es war noch viel zu früh für das Abendessen und so entschloss ich mich zuerst vom Hotel zum Aussichtspunkt mit Blick auf den Lago Verde zu laufen und danach noch einen Spaziergang durch El Golfo anzuhängen. Am Ortende stoppte ich nicht, sondern lief noch etwas weiter. Die ganze Zeit die Brandung und den Sonnenuntergang im Blick.

Dann aber ging es tatsächlich zum letzten Abendessen und wieder in das Restaurant Costa Azul.


30. Dezember

Mit einem ausgiebigen Frühstück begann ich den Tag. Danach folgte das Packen der Tasche und dem anschließenden Zahlen der Unterkunft. Nachdem das Zimmer bezahlt war, gab es sogar noch eine Jutetasche mit Aufschrift des Hotelito del Golfo zur Abreise.

Der Heimflug war für den späten Nachmittag angesetzt und somit noch genügend Zeit für einen Ausflug in die alte Hauptstadt Teguise. Hier schlenderte ich durch den Ort, der am morgen noch verschlafen wirkte. Um die Mittagszeit kehrte ich in ein Restaurant in der Nähe der Kirche ein. Den Abschluss des Essens bildete ein Espresso.

Nur war es Zeit nach Arrecife zum Flughafen zu fahren. Kurz vor dem Flughafen tankte ich das Auto voll und am Flughafen war die Abgabe damit nur noch eine Formsache mit der Übergabe des Schlüssels.

Vor dem Abflug hieß es noch, sich auf einreiseanmeldung.de anzumelden.
Der Flug von Arrecife nach Frankfurt verlief planmäßig. Mit dem Gepäck bin ich ohne weitere Kontrolle zum Regionalbahnhof im Flughafen gelaufen. Von dort mit der S-Bahn nach Frankfurt und mit dem Auto nach Hause. Den letzten Zug nach Hause hätte ich tatsächlich nicht mehr erreicht und daher war ich froh, dass das Auto in Frankfurt stand. Um kurz vor 24:00 Uhr fiel ich nach dem langen Tag ins Bett.


Resümee

Vor dem Urlaub stellten sich viele Fragezeichen ein, war es doch der erste Urlaub in der Pandemie mit Flug. Kaum angekommen auf Lanzarote war alles relaxt und das Urlaubsgefühl stellte sich schnell ein. Auch die Wahl des Hotelito del Golfo hat sich als sehr gut herausgestellt.

Die große Restaurantauswahl in El Golfo indes war zwar eingeschränkt, da einige Restaurants geschlossen hatten. Genügend Auswahl war dennoch vorhanden. El Golfo ist ein beliebtes Ausflugsziel auf Lanzarote, aber tagsüber war ich auf der Insel unterwegs und morgens bzw. Abends ist es ruhig gewesen. An der Westküste gelegen, gab es immer schöne Sonnenuntergänge und selbst danach war es noch warm genug um im Freien sitzen zu können.

Von den Regelungen aufgrund der Pandemie war nur wenig zu bemerken. Klar, die üblichen Desinfektionsspender waren an allen Eingängen, aber mehr auch nicht wirklich. Eine Maske war nur selten nötig. Einzig eine paar Örtlichkeiten wie den Timanfaya Naturpark, den Kaktusgarten oder die Lavagrotten Jameos del Agua habe ich um Menschenmengen zu vermeiden nicht besucht. Beim nächsten Urlaub werde ich dies sicherlich nachholen.


Karte mit den Touren


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Spanien – Fuerteventura – Dezember 2021

Der Winter naht. Im Rhein-Main-Gebiet seit Jahren ein Zeichen für dunkles und graues, nasses und kaltes Wetter. Zuhause Trübsal blasen und sich dem Winterblues hingeben mag manchen gefallen, mir nicht und so nehme ich mir seit einigen Jahren eine Auszeit kurz vor Jahresende.

Mir war mehr nach Wärme und daher suchte ich wie in den Jahren zuvor ein Ziel im Süden das dies versprach, ohne all zu weit weg zu sein. Im vorhergehenden Jahr war es Lanzarote und so entschied ich mich für Dezember 2021 für Fuerteventura. Beide Inseln warten mit einer großen Kargheit auf. Nicht jedermanns Sache aber durchaus ein Kontrast wenn man ansonsten im Jahr im Grünen unterwegs war.

Nach dem Kauf des gerade erst aktualisierten Wanderführers stellte ich fest, dass es vielleicht besser ist zweimal nach Fuerteventura zu kommen um von der Unterkunft nicht zu lange Fahrten zu den Wandertouren haben. Für die Ruhe und auch mit Blick auf die Pandemie entschied ich mich für eine kleine Unterkunft. Zwei Rurals, alte umgebaute Gebäude hatte ich entdeckt. Eines im Süden kurz vor der Halbinsel Janida und eines im Norden. Zum Zeitpunkt der Buchung war das Rural im Süden jedoch bereits ausgebucht und so buchte ich eine Woche im Hotel Rural Mahoh. Das Video auf der Webseite des Hotels versprach ein schönes Ambiente und mit wenigen Zimmer. Genau das was ich suchte. Einen Mietwagen buchte ich kurz danach, was wohl im Nachhinein eine gute Idee war. Die meisten Mietwagenunternehmen hatten auf den Kanaren ihre Flotte verkleinert und nun, da wieder mehr Urlauber kommen das Problem ihre Flotten zu vergrößern.


23. Dezember

Endlich war der Tag der Abreise gekommen. Der Flug war für den frühen Vormittag geplant und so hieß es sehr früh aufstehen, mit dem Auto nach Frankfurt fahren und von dort mit der S-Bahn zum Flughafen. Praktisch, wenn der Firmenparkplatz groß genug ist und rund um die Uhr ein Pförtner vor Ort ist.

Den Check-In hatte ich bereits am Vortag getätigt. Wie im November bei der Reise nach Madeira war es bei einer Reise nach Spanien ebenfalls Pflicht sich beim dortigen Gesundheitsamt anzumelden. Für die Anmeldung wird eine Sitzplatznummer benötigt und ohne diese gibt es keinen QR-Code, der für die Einreise nötig ist. Somit war man gezwungen, Online einzuchecken, da der QR-Code für die Gepäckabgabe vorzulegen war.

Somit brauchte ich nur noch mein Gepäck beim Drop-In abzugeben. Eigentlich! Die Schlange vor dem Schalter war etwas länger und ein paar haben wohl auch mit dem Angestellten am Schalter diskutiert. Jedenfalls ging es sehr, sehr langsam voran. So langsam, dass die für den Flug nach Fuerteventura bereits vom Personal an den Schaltern für Check-In und Drop-In aufgerufen wurden. Nach langer Wartezeit konnte ich dann mein Gepäck abgeben. Dabei wurde dann auch der QR-Code geprüft. Nun war es schon so spät, dass der Weg zum Gate so schnell wie möglich erfolgen sollte. Getan und an einer Stelle falsch abgebogen. 😕 Dadurch kam ich in eine Passkontrolle und noch einer weiteren. Ein Mitarbeiter des Flughafens war sehr hilfsbereit und schaute, ob ein boarden noch möglich war. Leider Fehlanzeige. 😡 Er sagte mir dann auch, dass es öfter vorkommt, dass Flüge aufgrund einer nicht ganz deutlichen Wegmarkierung verpassen werden. Er hat mir aber auch gleich den Tipp für einen Flug einer anderen Fluggesellschaft gegeben, die noch an diesem Vormittag fliegen sollte.

Somit bin ich erst einmal zurück zu Condor und habe dort erfahren, dass ich neu buchen müßte und der nächste Flug am Folgetag sein wird. Alternativ könnte das Gepäck umgeroutet werden. Daher habe ich mich in eine ruhige Ecke begeben und dort nach weiteren Flügen gesucht und den Flug von Eurowings zwei Stunden später gleich gebucht. Mit der Flugnummer konnte dann das Gepäck umgeroutet werden. Nächster Schritt war direkt zum Expressschalter von Eurowings zu gehen. Hier waren nur zwei weitere Personen vor mir und das Einchecken ging schnell, da ich ja kein Gepäck zum Aufgeben mehr hatte. Nun direkt zum Gate….. Dort angekommen hatte ich noch reichlich Zeit und bin ein kleines Stück den Weg zurück um mir einen Latte Macchiato und ein Croissant zu holen. Damit dann wieder zum Gate und gefrühstückt. So langsam beruhigte sich mein Puls wieder.

Am Gate nebenan war bereits der Flug nach Madeira ausgewiesen. Da war ich doch erst einen Monat vorher. 😀

Eine Ansage verkündete, dass sich das Boarding etwas verzögern wird, da es Probleme beim Tanken gab. Auf die 10 Minuten kam es mir nun auch nicht mehr drauf an. Obwohl der Check-In so spät war, hatte ich einen Platz am Notausgang bekommen. Für mich sehr angenehm, mit der größeren Freiheit dort. Wir rollten zur Startbahn und standen dann im Stau an der Stelle, an der die Flugzeuge gegen eine Vereisung besprüht wurden. Es wurde mitgeteilt, dass es eine allgemeine Verschiebung einiger Abflüge gab und es daher nicht gleich losgeht. Somit hatten wir letztlich rund 45 Minuten später wie geplant abgehoben. Hier darf ich Eurowings dennoch loben, die Begleiter und der Pilot waren immer freundlich und haben uns regelmäßig auf dem Laufenden gehalten. Es gab sogar eine Ansage beim Überfliegen der Alpen und welche Berge man gerade sehen kann!

In Fuerteventura angekommen hieß es den Weg zu den Gepäckbändern nehmen. Kurz vorher an einer Tür wurde kontrolliert, ob der QR-Code für die Einreise vorhanden ist. Ein paar Meter weiter ist man durch eine Schranke gelaufen, die die Temperatur misst und noch ein paar Meter weiter wurde der QR-Code inhaltlich geprüft. Dass dieser sich bei mir auf einen anderen Flug an diesem Tag bezog, war aber kein Problem. Nun zum Gepäckband und warten … warten … und warten. Ein paar andere und ich hatte vergeblich gewartet. Die Ground Force war daher unsere Anlaufstelle. Eine Gruppe aus fünf Personen von Oslo kommend hatte zuerst ihre Daten angegeben. Danach ich. Uns wurde mitgeteilt, dass nach dem Gepäck geforscht wird und es dann vermutlich am nächsten Tag zum Hotel gebracht wird. Auf dem Weg Richtung Ausgang ging die Dame von der Ground Force mit mir, da sie ebenfalls fast bis zum Ausgang musste. Wir gingen an einigen Gepäckbändern vorbei und auf einem, der nicht zu meinem Flug gehörte, lag eine orange Tasche. Mooooment! Schon auf dem Weg zur Tasche erkannte ich, dass es sich tatsächlich um meine handelte. Juhu. 😀 Die Dame von der Ground Force konnte somit das Formular direkt wieder entsorgen. Scheinbar wird das Gepäck auf einem Flug durchaus mitgenommen, auch wenn man selbst nicht im Flugzeug sitzt.

Das Mietwagenunternehmen hatte ich bereits in Frankfurt per e-mail informiert, dass ich später komme. Sie schrieben, dass sie die Info an das lokale Büro weitergeben. Mit dieser Info bin ich mit meinem Gepäck zur Mietwagenausgabe. Dort noch die üblichen Formalitäten wie Ausweis und Führerschein vorgelegt und dann den kurzen Weg zum Mietwagen genommen. Es war ein Opel Corsa mit Automatik. Im Gegensatz zu den Färöern hat diesmal die Buchung eines Kleinwagens auch tatsächlich zu einem Kleinwagen geführt. Auf Inseln sind mir die lieber, da dort mit engen Straßen zu rechnen ist und ein fremdes kleines Auto angenehmer ist.

Die anschließende Fahrt zum Hotel war unkompliziert. Am Hotel angekommen, war zunächst keine Rezeption, sondern nur der Eingang zum Restaurant zu erkennen. Ok, dort hinein. Wie sich herausstellte, ist die Rezeption ein kleiner Raum im Restaurant. Auch hier waren die Formalitäten schnell erledigt und ich wurde zu meinem Zimmer geführt. Zimmer Nummer 1 – Bayuyo.

Da es schon später Nachmittag war haben ich außer auspacken und Einkaufen im gegenüberliegenden Supermarkt nicht viel unternommen. Für das Abendessen hatte ich mich bereits beim Einchecken angemeldet. Nach dem reichlichen Abendessen ging es dann ins Bett. War ein langer und erlebnisreicher Tag.


24. Dezember

Der frühe morgen grüßte mit den ersten Sonnenstrahlen und um 8:00 Uhr war im Frühstücksbereich noch nichts los. Der Frühstücksbereich ist im hinteren Restaurant und im Freien. Für die kleine Anzahl an Gästen gibt es ein Frühstücksbuffet mit genug Auswahl für jede Geschmacksrichtung. Den Kaffee oder eine Kaffeevariation gibt es Immer frisch gemacht an einer großen Maschine mit gutem Kaffee.

Für den ersten Tag hatte ich mir die Tour auf der Nachbarinsel Isla Lobos vorgenommen. Die Fähre dorthin geht nur bei ruhiger See und so hätte ich dann noch einen weiteren Versuch in diesem Urlaub.

Die Anzahl der Personen auf Isla Lobos ist begrenzt, weshalb man sich zuvor selbst oder aber mit dem Fährticket dazu registrieren muss. Ich hatte das bereits am Abend zuvor selbst vorgenommen. Die Anmeldung ist im übrigen kostenfrei.

Nach dem Frühstück folgte somit die Fahrt nach Corralejo, im Nord-Osten von Fuerteventura. In der Nähe des Hafens gibt es einige Straßen mit Parkstreifen. Dort ist eigentlich immer was frei. Der Weg von dort, wo ich das Auto parkte, bis zum Hafen war kurz und direkt am Anfang des Hafens erblickte ich auch schon den kleinen Stand, an dem man die Fährtickets kaufen kann. Tja, die freundlich Frau sagte mir jedoch, dass heute und an den folgenden zwei Tagen aufgrund des Wellenganges keine Fähre gehen wird. Hm. Also Plan B.

Plan B war die für den nächsten Tag geplant Tour zu nehmen. Gedacht war diese mit einer Änderung als Rundtour ab Lajares im nördlichen Inselinneren. Da ich nun schon in Corralejo war, konnte ich diese auch so gehen wie sie vorgeschlagen wird, von Lajares nach Corralejo. Der Abfahrtspunkt des Busses, um nach Lajares zu kommen, liegt am anderen Ende der Stadt vom Hafen aus gesehen. So weit ist es dann allerdings auch nicht. Also los, durch die noch ruhige Stadt zur Bushaltestelle. Die Buslinie beginnt hier und so war der Bus noch leer. Während der Fahrt kamen auch nicht sehr viel weitere Fahrgäste hinzu, sodass genügend Platz war. Auch wenn man dem Busfahrer sagt, wo man hin möchte, hat das scheinbar nur Auswirkung auf den Preis. Er merkt sich wohl nichts und man muss auf alle Fälle rechtzeitig signalisieren, wenn man an der nächsten Haltestelle heraus möchte. Nicht so einfach, wenn man die Haltestellen nicht kennt. Auf der Fahrt kam ich sogar an meinem Hotel vorbei. In Lajares ging es in den Ort und am Ende über den Kreisel zurück. Mein Signal wurde nicht gleich erkannt und zum Glück hatten Fahrgäste in der Nähe des Fahrers diesen darauf aufmerksam gemacht, dass ich aussteigen möchte. So hielt er, etwas stärker bremsend am Ortsausgang hinter der Bushaltestelle und ließ mich raus.

Jetzt hatte ich ein zusätzliches Ortstürchen vor mir, den die Wanderung beginnt am anderen Ende. Auf dem Weg dorthin war deutlich zu erkennen, was in den Beschreibungen zu Lajares steht. Ein Surfer Ort. Mehrere kleine Restaurants, Cafés und Verkaufs- bzw. Reparaturläden für Surfer.

Am Ortsende ist ein kleiner Parkplatz, von dem der Wanderweg losgeht. Ziemlich breit und gefühlt eine Wanderautobahn. Die meisten gehen jedoch nur bis zum ersten oder zweiten Vulkankegel, danach wird es deutlich einsamer. Auf diesem Weg ist mir morgens auch eine Kamelkarawane entgegengekommen.

Am ersten Vulkankegel ging es vorbei und am zweiten Vulkankrater hoch auf eine Aussichtsplattform. Der Krater hat eine beachtliche Größe und andere Wanderer in der Ferne am Kraterrand sehen von hier aus wie winzige Ameisen. Weiter führt der Weg wieder vom Kraterrand herunter und Richtung Norden. Eine Zeitlang geht es über einen geschotterten und selten befahrenen Weg. Hier und da sind einsame Gebäude oder Gehöfte zu sehen. Der Abzweig zum Gipfel des Bayuyo ist etwas undeutlich. Von dort kommende Wanderer machten es mir allerdings einfacher, den Einstieg zu erkennen. Hier geht es durch eine Gerölllandschaft langsam nach oben bis auf den flachen Gipfel des Bayuyo von dem aus man eine gute Sicht auf Corralejo und die dahinter liegende Isla Lobos hat. Auch in der anderen Richtung kann man sehr weit über Fuerteventura sehen. Ein guter Punkt für eine Rast, zumal ich alleine war. Ähm, nicht lange. Da kam ein Trio, angeführt von einer farblich deutlich herausstechenden Person. Wie sie näher kamen, stellte er sich als Capitan Canarias vor. (Er kann für Touren gebucht werden.) Wickie hat es sich nicht nehmen lassen und wollte unbedingt ein Bild mit ihm. Klar, kein Problem. 😊

Der weitere Weg verlief ein Stück am Kamm entlang und dann bergab, um über eine große Schleife nach Corralejo zu führen. Die letzten Kilometer vor Corralejo wird der Weg eher uninteressant und geht am Ende die Hauptstraße entlang bis zur Bushaltestelle vom Anfang.

Noch früh am Tag entschloß ich mich noch einmal nach Lajares zu fahren, hatte ich dort doch eine Panaderia gesehen die auch gut bewertet ist. Es gab etwas Süßes und einen Latte Maccichato.

Wenn schon auf einer Insel sollte doch ein kurzer Abstecher zum Meer nicht fehlen. So ging es dann weiter nach El Cotillo. Ein Surferörtchen direkt am Meer mit größeren Stränden. Den Strand, den ich mir ausgesucht hatte, war und ist wohl sehr beliebt und daher waren viele dort. Ein wenig dort umhergelaufen, der Brandung zugeschaut und kurz mit den Beinen im Wasser gewesen war es ein entspannter Abschluss des Tages.

Für das Abendessen dachte ich mir wieder in das Restaurant, welches zum Hotel gehört zu gehen. Dort angekommen fragte ich nach einem Tisch für später, da es gerade voll war und um vorher Duschen zu können. Es gab nur keinen mehr, denn es war Weihnachten und so wurde mir gesagt das um 18:00 Uhr geschlossen wird, damit alle bei Ihren Familien den Abend verbringen können. Mit ein paar anderen Zimmern teilte ich mir eine Innenhofecke, in der ein Tisch mit Stühlen war. So kam ich auf die Idee zu fragen, ob ich etwas für dort haben könnte. Das ging und die Entscheidung für das Kaninchen war schnell gefallen. Nun führte mein Weg zu meinem Zimmer und einer schnellen Dusche. Kaum fertig, kam auch schon mein Essen. 😀


25. Dezember

Mein Teller vom Abendessen stand immer noch auf dem Tisch. Daher nahm ich diesen mit zum Frühstücksbereich, um ihn dort abzugeben. Das Frühstück war auch an diesem Tag wieder mit der aufgehenden Sonne verbunden.

Betancuria, die alte Hauptstadt, war der Ausgangspunkt der Tour für diesen Tag. Auf der Fahrt dorthin kam ich an einer Molina vorbei und hatte dort gehalten, um ein paar Bilder zu machen. Auf Fuerteventura gibt es zwei Arten von Mühlen, Molinas und Molinos. Also weibliche und männliche. Die Molinas sind flache Gebäude mit einem Windrad darauf und zeichnen sich durch eine höhere Mahlleistung aus. Die Molinos hingegen sind runde Türme, an deren Dach das Windrad befestigt ist. Bei den Molinos kann das Windrad mit Dach gedreht werden.

Weiter der Straße entlang bis zu einem Pass und kurz zuvor an einer Kreuzung nahm ich die Gelegenheit wahr zu einem Aussichtspunkt abzubiegen. Vom Morro de la Cruz hat man eine tolle Aussicht über weite Teile Fuerteventuras und früh morgens noch genügend Ruhe.

Die weitere Straße bis Betancuria war wie zum Pass hoch kurvig und wäre bestimmt spaßiger mit meinem MINI gewesen. An das Schwanken des Mietwagens musste ich mich noch gewöhnen. Der Parkplatz ist am südlichen Ortsrand von Betancuria. Ein schmaler Weg führt in die Ortsmitte, von hier aus und war mein Start der Wanderung. Es ging jedoch nicht in die Ortsmitte, sondern vorher ab in eine Seitenstraße, über die Hauptstraße und dann eine Straße den Berg hoch welche in einen Schotterweg überging. So führte der Weg das Tal bis zum Ende und dort auf einen Pass. Ziemlich windig war es hier und der nächste Abschnitt am Bergkamm hoch zum Gipfel war stürmisch. Am Pass und hier oben auf dem Gipfel hat man eine tolle Aussicht auf die Betancuria Berge. Der Weg auf der anderen Seite herunter war zumindest etwas geschützt. Am tiefsten Punkt, bevor es zum nächsten Gipfel hoch geht führt mich der Weg jedoch in das nächste Tal hinab. Hier sollte der einzige Wald Fuerteventuras sein. Sollte. Was ich sah, waren fast ausgetrocknete Bäume mit großen Abständen. Geregnet hat es hier wohl schon länger nicht mehr!

Der Weg senkt sich in das Tal herab zu einem großen Waldpicknickplatz. Aufgrund der Pandemie ist dieser geschlossen gewesen und war leer. Für mich jedoch ein guter Platz für eine Pause. Um den Picknickplatz sind die Bäume dann auch tatsächlich grün. 😊

Der Wanderweg führt von hier nicht die Schotterpiste vom Picknickplatz zur Landstraße entlang, sondern auf einem kleinen Pfad oberhalb, sodass man letztlich in das nächste Tal gelangt. Hier dann runter und auf einem festen Weg bis zur Landstraße. Im Gegensatz zum Wanderführer bin ich jedoch nicht nach Vega de Rio Palmas, sondern zurück nach Betancuria gelaufen. Eine alte sandig-staubige, geschotterte Piste führt dem Barranco (Flußbett) entlang und ende kurz vor dem Parkplatz an der Landstraße. Das Auto und damit das Ende der Tour waren kurz danach erreicht.

Die anschließende Fahrt bis nach Vega de las Palmas war kurz. Im Ort war es noch eine längere kleine Straße bis fast zum Ende. Dort liegt das Casa Naturaleza. Ein Restaurant mit einem grünen Garten und einem Teich. Kontrastreicher könnte es fast nicht gehen.

Nicht weit entfernt, gerade einmal ein paar Häuser weiter ist der Ortsrand und der Anfangspunkt der nächsten kurzen Tour zur Wallfahrtskapelle „Der Jungfrau de la Pena“. Breit und eben ist der Weg die meiste Zeit entlang des Barranco bis zu einem Stausee. Wobei Stausee nicht so wirklich zutrifft. Was sich mir bot, war eine größere ausgetrocknete Fläche, an deren Ende eine Staumauer zu sehen war. Angekommen an der Staumauer, änderte sich die Tour schlagartig. Die Staumauer war von der anderen Seite sehr hoch und so hieß es nun in Serpentinen nach unten gehen in eine Schlucht. Nicht ganz bis zum Boden, da dort tatsächlich ein Bach mit Wasser war. So ging es einige Zeit an der rechten Seite der Schlucht entlang und die Wallfahrtskapelle mit ihrem strahlenden Weiß war immer wieder zu erblicken. Kurz vor der Wallfahrtskapelle führt ein nicht so deutlicher Weg hinab zu ihr.

Viele dieser schwarzen Gesellen sind hier anzutreffen und zum Teil gar nicht so scheu.

Zurück auf dem Weg führte er mich bis an den Anfang der Schlucht und dort über einen Bogen hinab, fast bis zur Straße. Kurz vor der Straße geht ein Weg ab, der über den Bachlauf zum Weg auf der anderen Seite geht. Einzig der Beginn des Weges ist nicht wirklich gut zu erkennen. Dank Karte und GPS konnte ich dann die ersten Meter erahnen. Diese gegangen, war der weitere Weg dann erkennbar.

Auf der anderen Bachseite geht der Weg Mitten durch die Schlucht hoch zur Wallfahrtskapelle. Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig. Der Weg hierhoch ist nicht markiert und geht über große Felsblöcke. Eine willkommene Abwechslung. An der Wallfahrtskapelle angekommen ist der bekannte Weg der, der zum Ausgangspunkt der Wanderung zu nehmen ist.

Auf der Fahrt zum Hotel erblickte ich oberhalb von Villaverde zwei Molinos und da es noch hell war habe ich vom Hotel einen Spaziergang dorthin unternommen. Zurück am Hotel kam ich auf die Idee den Pool noch zu testen. Brrrr. Also nur kurz rein, ein paar Züge und wieder raus. Die letzten Sonnenstrahlen begleiteten mich zum Zimmer und dann mit Kamera kurz wieder zurück.

Da ich Mittags schon warm gegessen hatte und keinen so großen Hunger hatte, entschied ich mich für einen Salat mit Shrimps und Mango. Lecker. 😀

Nach dem Abendessen machte ich noch einen kleinen Spaziergang durch Villaverde. Die Gebäude im Ort liegen sehr verstreut und im Dunkeln kommt man leider nicht weit. Es gibt nur gelegentlich Bürgersteige und mit Straßenlaternen haben dies es dort auch nicht so sehr. Es war somit kein besonders langer Spaziergang.


26. Dezember

An diesem Morgen traute sich die Sonne nicht so recht durch die Wolkendecke zu schauen. Das Frühstück schmeckte dennoch. 😊 Während des Frühstücks informierte ich mich über das Wetter an der Westküste. Ich war auf einer Insel und mindestens eine Küstenwanderung sollte schon sein, finde ich. Die Wettervorhersage sah ganz gut für die Westküste aus und so entschied ich mich nach Puertito de los Molinos zu fahren.

Auf dem Weg wurde es teilweise noch bewölkter und ganz leichter Nieselregen stellte sich ein. Am Hafenörtchen war immerhin schon blauer Himmel über dem Meer zu sehen und die Sonne zeigte sich. Am Ortsanfang gibt es einen großen Schotterparkplatz, von dem ich startete. Der Wanderweg zweigt noch vor dem ersten Gebäude nach rechts ab. Dieser breite Schotterweg führt einen hoch über das Dörfchen und auf die Ebene darüber.

Ab hier geht der Weg immer entlang der Steilküste. Oft auf einem Weg, der von Autos genutzt wird. An einer Stelle parkte auch eines und zwei Personen waren am Angeln. Die Brandung zeigte heute ein tolles Schauspiel in jeder neuen Bucht 😀, während die Sonne immer stärker wurde. Mein Ziel war eine Bucht mit Sandstrand – Playa de Jarubio.

Die letzten Meter von der Hochebene hinunter zum Strand sind nicht so einfach zu finden, aber unmöglich nun auch wieder nicht. Am Strand war ich nicht alleine. Es gibt einen ausgewaschenen Weg über die Hochebene, über den ein paar Personen mit zwei Autos hierher gefunden hatten. Dennoch war es hier sehr ruhig. So konnte ich meinen Rucksack und die Schuhe am einen Ende lassen und den Strand im Wasser barfuß einmal hoch und runter laufen.

Nach einem Snack ging es dann denselben Weg wieder zurück. Eines der ersten Gebäude des Fischerörtchens ist ein Restaurant, welches ich für das Mittagessen ansteuerte. Hier hat man von der großen Terrasse aus eine super Aussicht auf das Meer. Die Küche ist einfach, aber lecker.

Nun folgte eine Fahrt in ein südlicheres Küstenörtchen. Playa de Valle. Dies ist eher eine Ansammlung von ein paar Gebäuden als ein eigener Ort. Am Kieselstrand sind ganz vorne zwei Gebäude und genau dazwischen ist ein kleiner Weg nach oben um auch hier wieder oben an der Steilküste entlangzulaufen. Zuvor jedoch ging ich noch direkt auf die Felsen an der Küste, um der Brandung zuzuschauen.

Auf diesem Wanderweg galt es jedoch mehrere Einschnitte zu umgehen bzw. große zu durchqueren. Bei den Durchquerungen der Einschnitte hat man oft die Möglichkeit bis ans Meer zu kommen. Dadurch gestaltete sich diese Tour deutlich anstrengender – auch da hier der Weg meist nicht klar erkennbar war. Diese Wanderung war wie die Erste an diesem Tag ein hin und wieder zurück Weg.

Auch an diesem Tag gab es Abends wieder einen leckeren Salat.


27. Dezember

Der Tag begrüßte mich mit Sonnenstrahlen. Es war in Villaverde schon viel freundlicher, als am Morgen zuvor. Während des Frühstücks schrieb ich eine E-Mail an das Fährunternehmen, um zu erfahren, ob die Fähre nach Isla Lobos heute fährt. Noch während des Frühstücks kam die Antwort – Ja. 😊 Somit war klar, wo die heutige Wanderung sein wird.

Den Weg nach Corralejo kannte ich bereits vom ersten Tag und es fand sich fast an derselben Stelle ein Parkplatz. Die Anmeldung für die Insel hatte ich bereits beim Frühstück erledigt und so benötigte ich nur noch die Fährkarte, welche ich diesmal am Tickethäuschen am Hafenrand tatsächlich bekam. Die Fähre ist von dort schnell erreicht. Bei strahlendem Wetter konnten wir so die Fahrt nach Isla Lobos genießen.

Die Anlegestelle auf der Insel ist ein betonierter hoher Klotz mit zwei Treppen an den Seiten. Zum Meer ist diese Stelle offen und mir war nun klar, warum die Fähre bei stärkerem Wellengang hier nicht anlegen kann. Heute war es ruhig und mit einem kleinen Hopp war man schon auf der Treppe der Anlegestelle.

Der Rundweg um bzw. durch die Insel kommt an der Anlegestelle vorbei und wie viele bin ich zuerst nach rechts gelaufen, um zum einzigen Dorf auf der Insel zu gelangen. Bereits das Wegstück dorthin zeigte die vulkanische Vergangenheit der Insel sehr deutlich.

Groß ist der Ort nicht. Eigentlich ist die Bezeichnung Ort schon übertrieben. Daher bin ich fast direkt weiter. Nun kommt man auf die östliche Seite der Insel. Hier wechseln sich größere Flächen mit Büschen und Dünen ab. Am nordöstlichen Ende nahm ich den Abstecher zum alten Leuchtturm. Dieser liegt mit einem verfallenen zweiten Gebäude auf einem Hügel. Die Aussicht von hier geht über die halbe Insel und lohnt sich.

Weiter auf dem Rundweg, bis zu einer Kreuzung kamen mir nun vereinzelt andere entgegen, die den Rundweg in umgekehrter Richtung gingen. An dieser Kreuzung nahm ich ebenfalls die Möglichkeit wahr und folgte dem Weg zum Montana de la Caldera. Ein steiniger und gerölliger Weg führt den Berg hoch. Am Ende des Weges ist eine Gipfelmarkierung und hier, gerade etwas über 1000 Meter über dem Meer bietet sich dennoch eine tolle Aussicht.

Zurück auf dem Hauptweg ging es gefühlt auf einer Autobahn bis zur Anlegestelle, so breit und eben war der Weg. Kurz vor der Anlegestelle kommt man an einer Bucht mit einem größeren Sandstrand vorbei. Dieser war mir jedoch zu voll.

Da bis zur Abfahrt der Fähre noch reichlich Zeit war, bin ich weiter zum Dörfchen. Dort versuchte ich etwas zu Essen zu bekommen, dies hätte aber zu lange gedauert und daher entschied ich mich lediglich für ein Getränk und machte mich zu einem Becken in der Nähe mit etwas Sandstrand. Aufgrund der Zeit bin ich hier nur durch das Wasser gelaufen. War aber mit den Fischen schon lustig.

Dann war es Zeit für die Fähre, die pünktlich kam. Es geht noch eine weitere zu einem späteren Zeitpunkt, aber 3 Stunden hier vor Ort waren mir zu langweilig und daher wollte ich diese nehmen. Die Fährfahrt war wieder entspannt und in Corralejo fand ich schnell ein Restaurant in Hafennähe für ein Mittagessen.

Unterhalb von Corralejo gibt es ein riesiges Dünengebiet mit einem ebenso großen Strand, welchen in nach dem Essen ansteuerte. Wie die meisten parkte ich an der Verbindungsstraße von Corralejo zum nächsten Ort. Es wurde bewölkter und etwas windiger, was einige jedoch mit Begeisterung aufnahmen. Zum Baden ist es hier, ohne Bucht, zu stürmisch gewesen.

Danach ging es wieder in die bekannt Panaderia für ein Stückchen Kuchen und etwas für Abends.


28. Dezember

Ein neuer sonniger Tag wartete darauf entdeckt zu werden. Wickie brauchte jedoch noch eine Postkarte und eine Briefmarke. Auf dem Weg nach Casillas del Ángel hielt ich daher in Antigua. Hier gibt es in einer Seitenstraße einen kleinen Schreibwarenladen. Eine Postkarte war schnell gefunden und ein Stift ebenso. Nur Briefmarken gab es nicht. Vom Verkäufer erfuhr ich wo die Post ist und dass ich dort Briefmarken bekommen könnte. Also einmal quer durch den Ort zur Post. Eine Briefmarke bekam ich dort. 😀 Zurück zum Auto ging es über andere Seitenstraßen. U. a. an einem Platz mit Weihnachtsdeko und einem Café vorbei. Hier traf sich scheinbar der halbe Ort zum morgendlichen Kaffee und Schnack. Dorfleben eben.

Nur ein paar Kilometer weiter war Casillas del Àngel erreicht. Ein Parkplatz fand sich in der Ortsmitte an einem großen Platz, welcher auch der Ausgangspunkt der Wandertour war. Von hier geht es eine schmale Straße entlang, die bald in einen Schotterweg überging, jedoch immer noch zu vereinzelten Häusern führte. In einem leichten Bogen ging es bergauf bis auf eine Anhöhe. Hier war es schon sehr windig und ich war froh meine Windbreaker Jacke dabei zu haben. Der Weg weiter führte dann zum Glück am Berg entlang und damit aus dem Freien und dem Wind heraus. Hier wurde es sofort angenehmer. Der Weg schlängelt sich am Berg entlang und geht anschließend hinunter nach Tefia. Durch diese große Schleife bin ich damit um die Berge herumgelaufen.

In Tefia geht es am Ortsrand entlang bis zur Kirche und an dieser wieder weg vom Ort in die Berge. Der geschotterte Weg steigt auf der Ebene vor den Bergen leicht an. Der Wind wurde hier wieder etwas stärke und es gab nichts das den Wind blockte. Am Fuß der Berge wurde es weniger windig, dafür ging der Weg nun in einen schmalen Pfad über, der deutlich steiler wurde. Der Weg windet sich entlang dem Berg bis zu einem Pass. Die letzten Meter am Pass zeigten nochmals deutlich, welche Winde heute unterwegs waren. Kaum den Pass überquert, war es fast windstill.

Es folgte ein langer gemächlich nach unten führender Weg in das breite Tal. Hier und da waren sogar Brücken an ausgewaschenen Einschnitten zur Überquerung. Nach einigen Kilometern kamen zwei auseinander liegende Gebäude und beim zweiten ging es rechts ab. Kurz danach verlor sich der Weg ein wenig. Der Anfang zum Aufstieg des nächsten Passes war jedoch gut von weitem zu sehen und schnell erreicht. Der Weg hoch war teils wie eine Steintreppe, die sich mit längeren Geraden und Kurven nach oben führt. Auch dieser Übergang ist wieder etwas stürmischer. Hier war es kurz nach der Überquerung des Passes wieder fast windstill und die Sonne zeigte sich deutlich, so dass es nun tatsächlich wieder so warm wurde, dass ich im T-Shirt laufen konnte. Der Weg zurück nach Casillas del Ángel geht am Fuß der Berg in einen breiten Schotterweg über, der direkt in den Ort führt und dort über zwei Straßen zum Parkplatz.

Nach der Tour ging es wieder in die bekannte Panaderia. Eine leckere Belohnung und einen Cappuccino gab es.

El Cotillo ist schon bekannt und es führt mich dieses Mal jedoch bis an das Ende, bis zum Leuchtturm Faro del Tostón. Hier gibt es reichlich Sanddünen, aber auch kleinere und größere Becken umgeben von Lavagestein. Ich suchte mir eine ruhige Stelle und zog mich um, wollte ich doch auch einmal im Meer schwimmen gehen. Anfangs war das Wasser schon kühl, sobald ich komplett im Wasser war und mich bewegte, war es angenehm. Danach verzog ich mich in eine der Steinkreise, die vor dem Wind, der nur ganz leicht wehte, schützten.

Das Abendessen war an diesem Tag im Azzuro. Ein Restaurant am Ende von El Cotillo in Richtung des Leuchtturms. Von meinem Badeplatz also schnell erreicht. Ich hatte nicht reserviert, bekam jedoch einen Tisch, der gerade frei wurde. Alles wurde vorher noch gereinigt, bevor ich mich setzen durfte. Das Essen hier ist gut und die Aussicht Abends ein Traum für einen Tagesabschluss.


29. Dezember

Der letzte Wandertag und wieder zeigte sich schon beim Frühstück die Sonne. 😊 Für diese Reise war nur der Norden und zum Teil die Mitte Fuerteventuras das Ziel. Der höchste Berg ist im Süden, der zweithöchste in der Mitte der Insel und genau der war das Ziel für diesen Tag. Der Gran Montana.

Tiscamanita nennt sich der Ort, an dem die Tour begann und ein Parkplatz in einer Seitenstraße war schnell gefunden. Zuerst entlang einer Straße bis zum Ortsrand und dann weiter zu den Bergen führte die Straße bis zu einem Rasthäuschen. Ab hier begann dann ein schmaler Wanderweg nach oben. Es ging stetig bergauf, jedoch nicht zu steil und so war der erste Pass bald erreicht. Von hier bog ich nach links ab und aufwärts, auf den Gran Montana. Die letzten Meter vor dem Gipfelplateau waren wie auch oben ziemlich windig. Eine tolle Aussicht bot sich hier. Die Suche nach einem windgeschützten Platz dauerte dafür etwas länger. Gefunden hatte ich aber dann doch einen für eine Rast.

Vom Gran Montana ging es wieder herunter zum Pass und danach ein wenig bergauf auf den Morro Jorado. Vom Morro Jorado bis zum Morro Rincon del Atajo ist der Weg auf einem Grat mit guter Aussicht zu beiden Seiten. Am Morro Rincon del Atajo angekommen, bog ich ab. Nun ging es langsam den Berg hinunter nach Agua de Bueyes. Dieser Ort besteht nur aus ein paar Häusern und es war nichts los.

Der letzte Abschnitt bis nach Tiscamanita war eine breite Schotterstraße parallel zur Hauptstraße. Die Schotterstraße endet am Parkplatz vor Tiscamanita und hier war es nur noch eine Seitenstraße hoch bis zum Auto. Von dort ging ich noch an die Hauptstraße zu einem kleinen Restaurant. Diese bot jedoch nur das Tagesmenü an, welches mir zu dem Zeitpunkt zu viel war. So trank ich dort nur etwas und machte mich danach auf zur weiteren Reise.

Ein letztes Mal bin ich von hier nach El Cotillo und an die Küste um den Leuchtturm gefahren. Es war schon spät und so machte ich dort noch einen Spaziergang und schaute den Wellen zu.

Das Abendessen war wieder im zum Hotel gehörenden Restaurant. Ein Steak mit leckerem Nachtisch. Da ich einen Tisch mit Blick auf den Grill hatte, konnte ich das Grillen des Steaks beobachten. Dieses wurde zuerst von einem großen Stück Fleisch abgetrennt und landete dann direkt auf dem Grill und kurze Zeit später bei mir auf dem Tisch. Zuvor allerdings noch eine Vorspeise – gegrillte Chorizo. Ich weiß, etwas fleischlastig an diesem Abend. 😅

Nach dem Essen zahlte ich die offene Rechnung der Essen und Getränke der Woche, um es am nächsten Morgen einfacher zu haben.


30. Dezember

Ein letztes Frühstück bei aufgehender Sonne im Hotel. Dann folgte das Packen der Tasche. Da der Flug erst für Nachmittags angesetzt war, hatte ich Zeit und konnte somit einen kleinen Umweg fahren. Über La Olivia hoch auf einen Parkplatz und zu einem Aussichtspunkt – Mirador de Vallebrón. Der Ausblick von hier auf die Ebene vor der Ostküste ist weit, obwohl der Aussichtspunkt nicht auf einem Berggipfel ist. Wer hier vorbeikommt, sollte den Abstecher machen.

Von dort fuhr ich nach Puerto del Rosario, die Hauptstadt von Fuerteventura. Einen Parkplatz zu finden war nicht schwer, es war der große, öffentliche am Hafen. Von hier unternahm ich einen Spaziergang durch die umliegenden Straßen und kehrte in einem Café mit Blick auf den Hafen ein.

Während meinem weiteren schlendern durch die Gassen hörte ich laute Musik. Weihnachtsmusik und Pop. Es musste etwas sein, das sich bewegte, da der Ursprung der Musik sich änderte. Und da war er, der Ursprung. Ein großer Bus mit reichlich Lautsprechern, der durch die Gassen fuhr. Verrückt.

Nun war es Zeit, zum Flughafen zu fahren. Die Abgabe des Autos war einfach und unkompliziert. Im Flughafen suchte ich dann zuerst die Schalter, um meine Tasche abgeben zu können und die Bordkarte zu erhalten. Auf der Tafel war jedoch mein Flug überhaupt nicht aufgelistet. Dafür gab es zwei andere zur selben Zeit. Hm. Lufthansa wollte scheinbar nicht. Am Infoschalter erfuhr ich, dass es der Eurowingsflug ist und sollte bei der Ground Force nachfragen, ob ich auch tatsächlich dafür gebucht war. Also an das andere Ende der Schalter zur Ground Force. Dort wurde bestätigt, dass der Lufthansa Flug von Eurowings übernommen wird und ich bekam gleich noch die Info an welchen Schalter ich gehen sollte. Ich hatte Zeit und somit Zeit für einen Cappuccino. Danach ging ich zum Schalter, an dem nur eine kurze Schlange war. Das Einchecken ging schnell und unkompliziert vonstatten. Die Anmeldung in Deutschland (Einreiseanmeldung) hatte ich schon während des Frühstücks erledigt.

Hinter den Schaltern geht es über reichlich Umwege zur Security und dann einen Stock höher in den Abflugbereich. Hier gibt es einige Bistros, von denen die Hälfte jedoch geschlossen waren. Das Bistro auf der Dachterrasse war offen und mein Ziel für ein Baguette und etwas zu trinken.

So verging die Zeit bis zum Abflug schnell. Der Flug selbst startet planmäßig und kam pünktlich in Frankfurt an. Hier war das Gepäck, diesmal ohne Probleme schnell auf dem Band und los ging es nach Hause.


Resümee

Es war nicht meine erste Reise am Jahresende in den Süden und auch diesmal wieder schön. Klar, Fuerteventura ist sehr karg, aber gerade das war wieder das reizvolle. Oder besser gesagt das nicht ablenkende. Die Reisen während des Jahres waren alle im Grünen oder im bunten Herbst. Hier war der Kontrast dazu.

Ich war nur im Norden und in der Mitte der Insel unterwegs. Der Süden kommt in 2022. Ja, es wird im Süden nicht viel grüner als das, was ich gesehen habe, aber die angedachten Reisen in 2022 bieten dazu die ausreichenden Kontraste.

Und – nicht gleich völlig aufgeben, wenn man einen Flug verpasst. Es gibt immer eine Alternative.


Karte mit den Touren.


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Italien – Lombardei (Gardasee) – Oktober 2021

Südafrika. Ja, richtig gelesen. Im Oktober 2021 stand mein dritter Versuch für eine Südafrikatour an. Gebucht, bezahlt und die Bedingungen vor Ort sahen gut aus. Doch leider zu früh gefreut. Mangels der erforderlichen Mindestteilnehmerzahl wurde die Reise vom Veranstalter abgesagt.

So beginnt bereits der Bericht zur Reise nach Madeira. Doch auch hier passt es, denn die ursprüngliche Reise wäre über zwei Wochen gegangen. Der Ersatz Madeira war eine 10 Tage Reise und somit hatte ich noch ein paar Tage Urlaub zur freien Verfügung. Mit einem weiteren Tag wurde daraus eine Woche Lombardei im Oktober.

Das südliche Ende des Gardasees ist im Vergleich zu Frankfurt im Oktober wärmer und die Zeit von Sonnenaufgang zu Sonnenuntergang ist etwas länger – gefühlt deutlich länger! Dennoch hatte ich mich gegen das Zelt und für eine feste Unterkunft entschieden. Durch die frühe Dunkelheit ab ca. 18:00 Uhr, war es mir so lieber.

Aber wo? Im Oktober 2020 war ich im Süd-Osten des Gardasees, genauer gesagt in Bardolino. Daher ging es diesmal in den Süd-Westen. Meine Suche führte mich zu einem kleinen Hotel etwas oberhalb des Sees in Cecina, welches nahe Toscolano Moderna liegt. Dies ist ein kleines Bergdorf und das Hotel verfügt nur über ein paar Zimmer. Schon mal gute Voraussetzungen um den möglichen Touristenmassen aus dem Weg zu gehen. Zusätzlich gehört ein gut bewertetes Restaurant zu dem Hotel. Somit buchte ich die Woche direkt über die Webseite des Hotels Albergo Cavallino 10. Daraufhin erfolgten noch ein paar E-Mails zur Klärung von Einzelheiten. So war meine geplante Anreise an einem Tag, an dem das Restaurant geschlossen hat und keine weiteren Gäste im Hotel waren. Wir vereinbarten eine Uhrzeit und tauschten die Telefonnummern aus, für den Fall das etwas dazwischen kommt.

Der Kauf der Vignette für Österreich erfolgte Online. Für die zusätzliche Mautgebühr, die für die Überquerung des Brennerpasses fällig wird, hatte ich mich schon im Jahr zuvor in Österreich angemeldet. So kann man einfach durch die Mautstelle fahren und es wird kurz danach automatisch abgebucht. Zur Bestätigung gibt es eine E-Mail.


Tag 1

Der 19. Oktober kam und nach einem morgendlichen Kaffee ging es dann sehr früh los Richtung Süden. Die Fahrt war lang aber zum Glück wenig Ereignisreich. Am nördlichen Ende des Gardasees angekommen stellte sich schon ein Urlaubsgefühl ein, war die Landschaft eine andere und die Sonne grüßte. Von dort ging es an der Via Gardasena immer dem Gardasee am westlichen Ufer entlang. Bis ich Gargnano erreicht. Hier meinte das Navi man solle rechts abbiegen, was ich tat. Danach ging es durch Gargnano und die Straße wurde immer schmaler bis sie nur noch so breit war wie für ein Auto. Lt. Beschilderung nur noch für Fahrzeuge bis 2 Meter Breite. Hoffentlich kommt keiner entgegen! Zwei andere folgten mir auf der schmalen Straße, welche sich schön durch das Gebiet zwischen den Orten schlängelte. Und dann kam doch noch jemand entgegen. Nach einem Hinweis des entgegenkommenden Fahrers sind wir drei dann alle rückwärts bis zu einer Einfahrt gefahren. Dort sind dann die beiden uns entgegenkommenden hinein gefahren, so das wir wieder freie Bahn hatten.

In Cecina angekommen stand ich an einer Kreuzung und das Navi zeigte geradeaus. Da war eine sehr schmale, auf beiden Seiten von hohen Mauern eingefasste Kopfsteinstraße. Zuerst hieß es warten und die beiden Fußgänger, die entgegenkamen abwarten. Nun weiter durch die schmale Straße, welche nach kurzer Zeit wieder breiter wurde und zu einer Y-Kreuzung führte. Dort entschied ich mich für rechts, da die Angabe des Navis nicht ganz eindeutig war. Nun wurde die Straße im Ort wieder schmaler und führte durch den alten Ortskern von Cecina. Kurz vor dem Hotel geht es rechts eine kurze Straße hoch zu einem Parkplatz. Puh, geschafft. (Anmerkung: Wie ich an einem anderen Tag feststellte ist ein Teil der gefahrenen Straße nur für Autos bis 1,8 Meter frei gegeben. Geht auch mit einem MINI mit 1,92 Meter breite 😅)

Vom Parkplatz waren es wenige Meter bis zum Hotel, wo ich bereits erwartet wurde. Zuerst erfolgten die Formalitäten wie die Überprüfung der Impfung. Für das Hotel war diese zwar nicht notwendig, für das Restaurant jedoch schon. Hierbei stellte sich schon heraus das nicht alle im Hotel/Restaurant Englisch, geschweige denn Deutsch sprechen.

Nun wurde ich zu meinem Zimmer über dem Eingangsbereich geführt. Klein, sauber und für mich völlig ausreichend. Kurz darauf stellte ich fest, dass beide Lampen neben dem Bett nicht funktionierten. Wie sollte ich das jetzt mitteilen? So erschien es mir sinnvoll ein Bild einer der Lampen mit dem Smartphone zu machen. Damit ging ich zur Rezeption und meinte in einfachen Worten, dass sie nicht funktionieren. Die Dame war fleißig am Reden – in Italienisch – kam mit mir nach oben und organisierte nach eigener Prüfung neue Birnen für die Lampen. Dass ich kein Italienisch kann, hat sie nicht davon abgehalten meist italienisch mit mir reden zu wollen. 😂

Nach einem Spaziergang runter nach Toscolano Modena und zurück bin ich in das gegenüber liegende Ristorante Pizzeria La Macina. Hier gibt es eine sehr große Auswahl an Pizzen und der Steinofen ist von fast allen Plätzen zu sehen. Recht schnell hatte ich meine Pizza und war zufrieden für diesen Tag.


Tag 2

Zum Frühstück, welches im Restaurant serviert wird, war ich alleine. Dazu gibt es eine kleine Auswahl von verschiedenen Arten, unter denen man eine auswählt. Dies und der Kaffee wird einem an den Tisch gebracht. Vielleicht etwas ungewohnt gab es zuerst immer eine warme Brioche (Croissant). Dazu das Frühstück, was man gewählt hatte.

Die erste Wanderung begann etwas nördlich, oberhalb des Gardasees in Muslone. Durch Muslone hindurch und dann immer Bergauf, einem alten Karrenweg entlang. So erreicht man nach einiger Zeit den Gipfel des Berges, von dem es dann nach unten in das nächste Dorf Piovere ging. Vom fast höchsten Punkt aus führt ein kleiner Weg zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen schönen Blick über den Gardasee hat und wenn wie bei mir nichts los ist auch ein guter Punkt für eine Rast ist. Bis hierher war es jedoch leicht diesig. Im Aufstieg, der zum großen Teil im Wald verläuft, fiel dies nicht so auf, hier am Aussichtspunkt dann doch. Wie es nach unten, nach Piovere, ging, wurde es klarer und sonniger. Zurück führte der Weg relativ gerade (eben) von Piovere nach Muslone. Auf diesem Teilstück war es dann sonnig und ich hatte einen schönen Blick den Hang herunter und über den See. Hier zeigten sich zum ersten Mal für mich in diesem Urlaub die Herbstfarben der Natur.

Nach dieser Wanderung fuhr ich nicht direkt zurück zum Hotel, sondern nach Toscolano Moderna, um etwas zum Trinken und Essen für die nächsten Tage einzukaufen. Über eine Seitenstraße ging es dann in Toscolano Moderna den Berg hoch und über eine weitere Seitenstraße nach Cecina. Dies ist die offizielle Umleitung gewesen, da die Hauptstraße von der Gardasena nach Cecina wegen Bauarbeiten gesperrt war. Diese Zufahrt ist zwar auch an einer Stelle etwas enger, aber bei weitem nicht so wie die Zufahrt von der anderen Seite am Anreisetag.

Im Hotel gab es einen Kaffee bevor es unter die Dusche ging. Ausgeruht ging ich Abends in das angeschlossene Ristorante Cavallino 10. An diesen Abend entschied ich mich für Fisch – Fritto misto di lago e verdure. Frittierten Fisch aus dem See. Etwas mühselig durch die Gräten! Zum Abschluss gab es noch etwas Dulce, also süßes.

Um direkt ins Bett zu gehen war es noch zu früh und so entschloss ich mich dazu einen Spaziergang durch das Örtchen zu machen. Ruhig, sehr ruhig und verschlafen ist es hier am Abend. Auf dem Weg entdeckte ich noch ein größeres Hotel, das, wie es schien, nur zu einem Bruchteil belegt war.


Tag 3

Nach einer ruhigen Nacht zeigte sich der Morgen Wolken verhangen und die Wettervorhersage deutete auf keine wirklich Verbesserung während des Tages hin. Also erst einmal in Ruhe und ausgiebig Frühstücken.

Für mögliche Regentage hatte ich mir im Vorfeld bereits etwas überlegt und dies an diesem Tag umgesetzt. Es ging nach Gardone Riviera, was südlich von Toscolano Moderna liegt. Ich hatte den Tipp zum Giardino Botanico, bekannt als Heller Garden vor Reiseantritt bekommen. Dies ist ein botanischer Garten gestaltet von einem Künstler, weshalb der Garten auch einige Kunstobjekte aufweist. Aber auch von der Gestaltung und Anordnung merkt man, dass es nicht der typische Botanische Garten ist, der einem Wissen über die Pflanzenwelt vermitteln möchte. Nass war es noch, dennoch hatte es seinen Reiz dort.

Von hier aus ging es dann zurück und durch Toscolano Moderna in ein dahinterliegendes Tal – dem Papiermühlental. Tief hingen die Wolken und anfangs regnete es kurzzeitig, sodass kaum jemand hier unterwegs war. Die Fahrt in das Tal geht am Ende in einen geschotterten Weg über, der durch mehrere kurze Tunnel führt. Hinter dem letzten Tunnel ist ein Parkplatz und kurz danach das alte Papiermühlenwerk, von dem aus ein Wanderweg startet. Das Papiermühlenwerk und das Bistro dort waren leider geschlossen. So ging es direkt auf die Tour unten im Tal am Fluss entlang. Weiter hinten im Tal gelangte ich über einen Weg dann hoch in das Dorf Gaino. Ein kurzer Abschnitt führt durch das Dorf und da ein paar Straßen gesperrt waren musste ich mir eine alternative Route dort suchen bis zum eigentlichen Weg, der am Dorfrand mit einem Blick über das Tal weiter ging. An einer Stelle am Ortsrand geht es lt. Wanderführer rechts herum in das Tal zurück. Der Weg allerdings ist hier mittlerweile zugewuchert und so musste hier ebenfalls eine Alternative gefunden werden. Dazu führte der eigentliche Weg mich noch eine Zeitlang oberhalb des Tals entlang und dann in einem großen Bogen zurück, sodass ich wieder auf den mir bekannten Weg im Tal, am Fluss gelangte. Von hier war es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt zurück.

Am Abend ging es wieder in die Pizzeria, mit einem anschließenden größeren Spaziergang durch Cecina.


Tag 4

Dieser Tag begann wieder mit freundlicherem Wetter. Heute war ich mutig und bestellte das Full English Breakfast. Kann man essen, ist aber immer noch nicht meines. 😅 Die Wanderung sollte heute von Capovalle, einem Bergdorf über den Monte Stino und wieder zurückführen. Capovalle liegt in den westlichen Gardaseebergen und somit war eine längere Anfahrt wie in den Tagen zuvor nötig. Die Straße führte auch an einem langen Stausee entlang, mit einer sehr kurvenreichen Strecke. Wie geschaffen für einen MINI und morgens noch so schön leer. 😊

Am Ortseingang vor Capovalle gibt es einen Parkplatz den ich ansteuerte. Es gibt zwar noch einen oberhalb, dennoch war mir dieser lieber, da ich dadurch durch das Örtchen gehen musste und es mir ansehen konnte. Die Wanderung beginnt oberhalb und führt dort nach rechts – wenn den die Absperrung nicht wäre. Auf der Landkarte konnte ich erkennen, dass es einen weiteren Weg, mehr oder weniger parallel weiter oben gibt. Dazu hieß es die Straße zurück zulaufen und einen kleinen, unscheinbaren Trampelpfad bergauf gehen. Dieser ging dann tatsächlich wieder nach rechts und führt mich in die richtige Richtung. Der erste Teilabschnitt bis zum Refugio Monte Stino ist eine Bergstraße, auf die ich wieder gestoßen bin. Hier war nichts von einer Baustelle zu sehen und so bin ich weiter.

Nach einer Stunde kam ich an ein paar Fahrzeugen vorbei und da war sie dann, die Baustelle. Hier wurde ein Kabel verlegt und somit die schmale Straße für Autos nicht mehr nutzbar. Die Bauarbeiter waren nett und ließen mich passieren. So konnte ich den Weg wie geplant weiter gehen. (Auf der Landkarte ist ein Wanderweg fast parallel eingezeichnet und wäre eine Ausweichroute gewesen). Am Rifugio Monte Stino war ich alleine. Die Straße war gesperrt und somit konnte kaum einer hierher kommen. Abgesehen von Ausnahmen wie einem Mountain Biker oder mich. Hier machte ich Rast, bot der Außenbereich des Rifugios doch einige Sitzplätze.

Nun ging es auf den folgenden Kultur-Abschnitt. Hier oben in den Bergen war einmal die Grenze zwischen Österreich und Italien. Daher gibt es hier alte Schützengräben und Hinweistafeln bis zum Monte Stino und einer Gedenkstätte in der Nähe. Der Monte Stino entpuppte sich als ein Grashügel unter mehreren, umgeben von Schützengräben und das Gefühl auf einem Gipfel zu sein kommt hier nicht auf. Von der Gedenkstätten führt ein kleiner Stieg auf eine Aussichtsplattform. Von hier hat man einen tollen Blick über den Lago d’Idro – den Idrosee. Eine Rast bei der die Sonne und die Aussicht genossen werden konnte.

Der Weg weiter führt nun südlich am Berg entlang des Idrosees bis zu einer Stelle an der man über einen Pass zurück nach Capovalle gelangt.

Eine schöne und in der Sonne nach dem gestrigen Regentag wieder aufmunternde Tour. Zurück ging es über dieselbe Straße zum Hotel und einem Cappuccino am Nachmittag.

Für das Abendessen entschied ich mich an diesem Tag für das zum Hotel gehörende Ristorante. Meine Wahl fiel auf das Risotto mit Pilzen. Lecker. Hier hätte ich mich reinsetzen können. Und was wird es danach gegeben haben? Richtig, ein abendlicher Spaziergang durch Cecina.


Tag 5

Die Sonne grüßt und die Fahrt zum Ausgangspunkt für heute ist fast ähnlich zum Vortag. Ausgangspunkt ist jedoch nicht Capovalle, sondern das Rifugio Cima Rest in der Nähe von Magasa. Dazu fährt man vom Gardasee aus in die westliche Bergwelt, ausgeschildert nach Magasa. An einer Kreuzung kurz vor Magasa gibt es die Möglichkeit nach Magasa oder in die Richtung des Rifugios zu fahren. Am Rifugio war am frühen Morgen wenig los und der Parkplatz davor fast leer.

Kurz noch zum Rifugio und einen Blick auf den höchsten Punkt der Tour geworfen und einen Espresso genossen. Von hier heißt es fast 1000 Höhenmeter nach oben. Die ersten Meter an der Straße entlang und dann auf einem Seitenweg an ein paar Häusern vorbei, begann der Wanderweg. Den Großteil der Steigung läuft man an bzw. durch einen Buchenwald. Jetzt, im Herbst zeigt sich dieser in seinen schönsten Farben. 😀 Nachdem ich die Baumgrenze hinter mir gelassen hatte, kam ich auf ein Gelände mit Almwiesen und hat wieder einen direkten Blick auf den Monte Caplone. Von hier ist es nicht mehr so weit. An der Kreuzung vor dem Monte Caplone zeigt ein Schild zum Gipfel und die ersten Meter sind sehr gut zu erkennen. Dann allerdings heißt es konzentriert sein. Der weitere, teils steile Weg zum Gipfel ist nicht immer so einfach zu erkennen.

Oben angekommen hatte ich vom höchsten Gipfel der westlichen Gardaseeberge eine tolle Aussicht. Hier oben ist nicht viel Platz, aber ein Plätzchen für eine Rast war dennoch schnell gefunden.

Nun ging es erst einmal wieder denselben Weg zurück. Jedoch nicht über die Almwiesen bergab, sondern eine Zeitlang unterhalb des Berggrades nach Westen. Dieser Weg ist ein alter Militärweg, breit und geschottert. Mountain Biker sind oft auf diesem Weg zu sehen. Angekommen am Bocca die Cablone zweigte ich ab in das Tal zum Rifugio. Dieser Schotterweg führt in vielen Serpentinen langsam herunter bis an eine Kurve an der ich zu einem älteren, verlassenen Gebäude abbog. An diesem vorbei und über Wiesen teils weglos kam ich letztlich wieder oberhalb der Häuser vom Anfang heraus. Von hier ab ist es der befestigte und bekannte Weg zurück zum Rifugio. Die Tour schloß ich dort mit einer kleinen Belohnung in der Sonne ab.

Hiernach ging es nach Toscolano Moderna, um für Wickie eine Postkarte zu kaufen. Wie praktisch, dass es am Rand des Hafens einen Eisstand gibt. Dort holte ich mir noch ein Eis um aß es mit Blick auf den See.


Tag 6

Ein neuer sonniger Tag wartete darauf eine Tour mit Sicht auf den Gardasee zu füllen. Pieve ist der Ausgangsort und normalerweise durch eine Fahrt durch die schöne Brassaschlucht zu erreichen. Normalerweise! Eine Sperrung aufgrund von Bauarbeiten ließ dies jedoch nicht zu und so musste der nicht minder erlebnisreiche Weg über Limone Sul Garda und kleinen Bergstraßen erfolgen. Am Ortseingang von Pieve gibt es einen großen Parkplatz der genutzt wurde. Die Wanderung führte zuerst durch den Ort, bis zu einer Aussichtsplattform neben einem Ristorante. Von hier hat man einen tollen Blick über den Gardasee. Die Aussichtsplattform ist auf dem dritten Bild oben bei den Gebäuden zu erahnen.

An der Aussichtsplattform geht am Rand ein kleiner Weg in Serpentinen nach unten und erreicht dann die alte Straße entlang des Gardasees. Hier könnte man weiter nach unten zur jetzigen Gardesana gehen. Der eigentliche Weg führt jedoch nach Süden auf der alten Straße entlang. An einigen Kurven stehen Bänke, die zu einer Rast mit toller Aussicht einladen. Auch kommt man so durch ein paar alte Tunnel. Eine Taschenlampe ist jedoch nicht nötig. Die Straße endet in Campione. Dort konnte ich den Windsurfern zusehen und einen Espresso genießen.

Der nächste Abschnitt führt durch eine Schlucht mit schmalen Wegen und an Wasserläufen nach oben. Pregasio als nächstes Ziel liegt etwas über 400 Meter höher und jede Stelle mit freier Sicht auf den Gardasee ist immer wieder schön. Ab dem höchsten Punkt geht es mehr oder weniger auf einer Höhe zum Ausgangsort Pieve zurück. Achtung, nicht immer ist der Weg direkt erkennbar.

Da dies nur eine kurze Tour war, war Zeit Cecina einmal bei Tage zu erkunden.

Abends gab es Bigoli mit Fisch aus dem See und gesalzener Zabajione. Ein Gedicht. 😀 Vor dem zu Bett gehen war noch der übliche Rundgang durch Cecina.


Tag 7

Der letzte Wandertag brach an und zeigte sich leicht bewölkt. Die Anfahrt war ähnlich wie am Vortag und führte nach Vesio. Von hier hieß es einen alten geteerten Weg hoch zum Passa Nota zu laufen. Gemütlich ging es zuerst an einem Fluss entlang langsam aufwärts bis zu einem letzten Parkplatz. Ab hier ging es in vielen Kehren hoch und das letzte feste Teilstück war eine Steinstraße. Kurz vor dem Pass erreichte ich das Rifugio degli Alpini (Guardia di Finanza). Ein guter Punkt für eine Rast. Da das Rifugio im Oktober schon zu war, hatte ich dort meine Ruhe. Zum Glück waren die Tische und Bänke noch aufgestellt und so konnte dort eine Pause an einem Tisch einlegen. Nach der Pause ging es noch ein Stück weiter und am Pass selbst nach links. Es folgte eine wegloser Anstieg zur Malga Bestana mit einer wunderbaren Aussicht über die Berge und mit Blick auf den Ledrosee. Zurück ging es denselben Weg bis zum Rifugio und dort dann einen breiten Höhenweg entlang in Richtung Gardasee. Bevor der Weg in mehreren Kehren nach unten geht, durchquerte ich noch einige kurze Tunnel, die die Strecke mit ihrer Sicht über das Tal zusätzlich würzten.

Nach dieser doch recht langen Tour ging es direkt zurück in das Hotel.

Das letzte Abendessen sollten wieder Nudeln werden. Tagliatelle mit Wildschein. Wie die Bigoli am Vortag selbst gemacht und so wie sie sein sollten – bissfest.


Tag 8

Heute war wieder Dienstag und das Restaurant geschlossen. Da ich zudem die einzige im Hotel war, gab es das Frühstück diesmal in der Eingangsbar direkt von Andrea dem Koch. Bezahlt hatte ich am Vorabend bereits alles, sodass es nach dem Frühstück gleich losgehen konnte mit der Heimfahrt. Ohne große Vorkommnisse bin ich dann Abends Zuhause angekommen und habe noch alles ausgepackten können.


Resümee

Auch das zweite Mal im Herbst am Gardasee war eine schöne Zeit. Der Herbst am Gardasee zeigte sich in diesem Jahr meist sonnig und warm. Die Hänge am See und die Berge im Hinterland waren von der Pflanzenwelt in schöne bunte Herbstfarben gesetzt.

Meist habe ich bei Ankunft im Hotel den Weg zur Bar genommen und mir einen Cappuccino oder Kaffee gegönnt. Dabei kam ich fast jedes Mal mit den Angestellten ins Gespräch. Nicht immer einfach, wenn ich kein Italienisch kann und die andern nur wenig Deutsch oder Englisch. Hat aber letztlich immer irgendwie geklappt und machte es auf seine eigene Weise sympathisch.😊


Karte des Gebietes


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Portugal – Madeira – November 2021


13.11.21 – Tag 1

Am ersten Tag ging es nach dem Frühstück los zur Wanderung am Ostkap. Beim Restaurant vom Vortag erhielten wir dazu ein Essenspaket. Die Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung war nicht allzu lang und da wir hier früh los sind waren erst wenige andere vor uns schon dort. Raus aus dem Bus und los ging es auf die Tour. Das Ostkap haben bestimmt viele schon in sattem grün auf Bildern gesehen. Wir jedoch waren im Herbst hier und so erwartete uns eine ausgedörrte hügelige Grasfläche. Kurz vor dem Ende des Ostkaps gibt es ein Café welches in dieser Trockenheit einer Oase glich. Das Bild oben gibt die Aussicht vom östlichsten Punkt auf die kleine vorgelagerte Insel wider. Ein wenig die Strecke zurück haben wir es uns in einer windgeschützten Kuhle für eine Pause gemütlich gemacht. Susanne, unsere Reiseleiterin hatte dazu für uns einige Spezialitäten wie Bollo de Mel, Käse usw. mitgenommen und verteilt. Genüsslich war unsere Pause in der Sonne mit den vielen Leckereien. Dennoch langsam mußten wir los, den der Bus sollte uns am Ausgangspunkt der Tour wieder abholen. Auf dem Rückweg kamen uns einige entgegen. Teils Einzeln teils in Gruppen. Zurück am Ausgangspunk war dieser nun vollgeparkt. Früh los zu gehen war gut um mehr Ruhe zu haben.

Am frühen Nachmittag zurück im Hotel hatten wir einen freien Nachmittag. Dieser wurde mit zwei anderen aus der Gruppe für einen Spaziergang durch Machico, eine Kaffeepause und einen Einkauf genutzt. Der Nachmittag klang bei einem kleinen Bier an einem der wenigen Sandstrände Madeiras aus. Am Abend trafen sich dann alle im Restaurant Mercado Velho. Ein paar Abendessen wie dieses gehörten zur Reise und so gab es ein Menü mit vielen typischen madeirensischen Spezialitäten wie z. B. Degenfisch mit Banane.


14.11.21 – Tag 2

Für den zweiten Tag war die erste Wanderung an einer Levada vorgesehen. Eine Levada ist ein Kanalsystem das nur eine geringe Höhendifferenz hat um Wasser über weite Strecken fließen zu lassen. D. h. Aber auch das diese allen Biegungen und Kerben folgt die die Berge haben. Nun es ging also eine zeitlang an einer Levada entlang. Selbig ist nicht unbedingt so spektakulär aber die Aussicht während des Verlaufes wechselt regelmäßig und das ergibt den Reiz der Levadawanderungen. Vor allem bedeutete es das wir heute und auch die nächsten Tage im Grünen unterwegs waren. Nach knapp 1 1/2 Stunden bogen wir von der Levada ab um in ein Tal hinein zu wandern an deren Ende wir dann über einen Einschnitt, den Boca do Risco, an die nördliche Steilküste gelangten. Von dort ging es an der Küste entlang bis Porto da Cruz.

In Porto da Cruz konnten wir in die alte Zuckerrohrfabrik schauen und zum Teil auch betreten. Alte Maschinen zur Verarbeitung die immer noch genutzt werden waren zu sehen. Hier wird nach der Ernte aus dem Zuckerrohr der Rohstoff für den Zuckerrohrschnapps. Wird kein Zuckerrohr verarbeitet so dient dies hier als eine Art Museum.

Zurück zum Hotel ging es mit dem Bus und Abends dann wieder in das bekannte Restaurant vom Vortag.


15.11.21 – Tag 3

Für diesen Tag war keine Wanderung sondern ein Ausflug nach Funchal, der Hauptstadt Madeiras vorgesehen. Zuerst ging es oberhalb der Stadt in den schönen botanischen Garten – Jardim Botânico da Madeira-Engº Rui Vieira. Dieser ist auf alle Fälle ein Besuch wert, zumal von hier aus auch ein Blick über Funchal möglich ist.

Eine kurze Busfahrt brachte uns in die Innenstadt. Zuerst gingen wir in die Markthalle um anschließend im alten Kern von Funchal zu schlendern und ein Restaurant für das Mittagessen zu suchen. Unweigerlich kommt man dabei an all den bemalten Türen vorbei die auf Projecto artE pORtas abErtas zurück zu führen sind.

Anschließend trafen wir uns wieder an der Markthalle von der es zu einer Führung bei Blandy’s Weinlodge ging. Dort lernte wir das der maderensische Wein nicht im Keller sondern in oberen Stockwerke reift. Je älter je höher war das Stockwerk in dem das Faß ruht. Durch diesen Reifungsprozess oxidiert der Wein bereits und daher ist nach der Abfüllung in die Flaschen mit keiner geschmacklichen Veränderung zu rechnen. Man kann sogar die geöffnete Flasche wieder verschließen und später erneut öffnen ohne das es einen geschmacklichen Unterschied gibt. Am Ende der Führung war eine kleine Weinprobe mit zwei Weinen. Lecker. 😊


16.11.21 – Tag 4

Vom dritthöchsten Berg Madeiras zum höchsten Berg sollte es gehen – von Pico do Arieiro zum Pico Ruivo. Die Tour begann bei Sonnenschein und gefühlt über die Wolken – immerhin waren wie auf rund 1800 Metern. In die Wolken führte uns die Tour, so das wir am Pico Ruivo dann völlig im Nebel waren. Dennoch war es eine schöne Tour durch das Wolken- und Nebelspiel anfangs und der Ruhe im Nebel im späteren verlauf. Was beim Abschnitt mit den Überresten des Waldbrandes vor ein paar Jahren mystisch erschien.

Mit dieser Tour wechselten wir das Hotel. Unser neues Hotel erreichten wir nach einem Stopp zu einem Kaffee in São Vincente an der Nordküste.

Hier gab es an diesem wie auch am folgenden Tag das Abendessen in Form eines Menüs im Hotel. Hauser hatte sogar etwas mehr gezahlt damit wir das Menü an die beiden Tische bekamen und nicht zum Buffett gehen mussten. 👍 So sollte es gemütlicher und etwas hygienischer sein. OK, für den Nachtisch ging es dann doch ans Buffett. 😊 Leider muß man sagen das diese zwei Tage die mit dem bescheidensten Abendessen waren. Nicht das es schlecht war, richtig warm war es jedoch auch nicht.


17.11.21 – Tag 5

Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus über den Encumeada-Pass zur Hochebene Paul da Serra. Durch den Lorbeerwald von Rabacal führte uns die Wanderung über zwei Levadas. Dabei kamen wir auch an einem schönen Wasserfall über mehrere Ebenen vorbei. Ein leichter Regenschauer während der Wanderung hielt uns jedoch nicht ab weiter zu gehen. Ziemlich am Anfang ging es für uns zum ersten Mal durch einen Levada Tunnel. Moosbewachsene Wände zeigten den Eingang. Ohne eigenes Licht wäre es allerdings nicht möglich gewesen komplett durch zu gehen.

Nach der Wanderung folgte eine Busfahrt nach Porto Moniz. Dort konnte, wer Lust hatte in den Naturbecken schwimmen gehen. Das Schwimmbad im Zentrum mit weiteren Naturbecken war jedoch aufgrund des Wellenganges geschlossen. Ich hatte es mir daher gemütlich gemacht und den Wellen zugeschaut.


18.11.21 – Tag 6

Es war Regen angesagt worden für diesen Tag. Auf der anderen Seite stand eine Tour durch São Vincente an in dem unser Hotel lag. Also hatten wir uns gewappnet und gingen bei bewölktem Himmel los zum Kirchturm von São Vincente der auf einem Hügel gut sichtbar über dem Ort thront. Tja, auf dem Rückweg zeigte sich das die Wettervorhersage recht hatte und es begann zu regnen. Daher war der Gang durch die Altstadt etwas zügiger. Letztlich kamen wir dann zu einer weiteren kleinen Weinprobe im Porto de abrigo an. Ein Weinlokal in einem alten urigen Gebäude. Die Weine waren lecker und zur Aufwärmung gab es danach noch Punchas – ebenfalls typisch für die Insel. Vereinfacht ein Fruchtsaft aus frischen Orangen, Limetten, Tangerinen oder Ananas bzw. der Regional aus Orange und Limette. Aufgefüllt und hier nicht gerade sparsam wird mit Zuckerrohrschnapps. 😀🤪

Das Abendessen war an diesem Abend nicht eingeplant vom Veranstalter. Die Gruppe teilte sich aufgrund der unterschiedlichen Uhrzeit für ein Abendessen in zwei Teile. So lief ich mit der ersten Gruppe los. Unser Ziel war das Restaurant Taberna de São Vincente. Ein eher typisch eInheimisches Restaurant wie es in südlichen Ländern üblich ist mit einem großen Raum und reichlich Tischen darin.

Kaum dort angekommen wurden von den Mitarbeitern schnell einige Tische zu einem großen zusammengestellt. Als wir saßen kam auch die zweite Gruppe, ohne das das Restaurant abgesprochen war. Wir waren somit wieder alle zum Essen zusammen. Nach der Getränkebestellung ging es an die Wahl des Essens. Leider war nicht alles verfügbar. Anstatt uns alleine zu lassen hat sich die Wirtin dann zu uns auf die Bank gesetzt und Hilfe gegeben bei der Auswahl. Genauso kam dann der Vorschlag von Ihr ob sie mehrere Teller mit Gemüse, Salat und Kartoffeln in die Mitte stellen soll. Das wurde direkt angenommen und so wurde dieses Abendessen zu einem sehr geselligen.


19.11.21 – Tag 7

Regen wurde für den Inselteil angesagt an dem die nächste geplante Tour anstehen sollte. Da es an der Südküste besser aussah wurden dieser Tag mit dem Nächsten getauscht. Es führte uns somit zur Südküste in das Tal Ribeira Brava. Hier startete die Wanderung im Ort durch Straßen an denen immer wieder Bananenplantegen zwischen den Häusern waren und dann zeigte der Weg immer weiter nach oben. Je höher wir kamen umso mehr änderte sich der Anbau. Nun waren es Kartoffeln und Gemüse. Die erste Etappe führte uns in das kleine Dorf Eira do Mourao und bis kurz danach zu einer Kurve. Dort gab es eine kleine Pause mit Überraschung. Ein fahrender Bäcker kam vorbei und hielt spontan. Erst hatten wir nicht verstanden was er wollte, dann jedoch hatten fast alle die Gelegenheit wahr genommen einen Muffin oder Bollo (kleines Brot) zu kaufen.

An dieser Kurve war nun unser Einstieg für die Tour immer entlang der Levada Norte, immer entlang der Südküste. Der Weg selbst war einfach, die Aussicht wechselte vom Blick über die Südküste, durch bewirtschaftete Felder, an Eukaplytusbäumen vorbei, durch Wälder und Orte. Bei einem Ort nach ungefähr einem drittel der Strecke machten wir an einem Café halt. Auf der sonnigen Dachterrasse mit bester Aussicht war die Pause sehr angenehm. Hier trafen wir die, die nicht die gesamte Strecke laufen wollten. Weiter ging es an der Levada Norte, entlang der Südküste. Nach weiteren zwei Stunden machten wir unsere größere Pause an der Levada mit ebenso schönem sonnigen Ausblick wie bisher an diesem Tag. Weiter ging es dann bis Cabo Girão um dort die Levada zu verlassen und den kleinen Anstieg zum Skywalk zu nehmen. Diesen erreichten wir nach fast 17 Kilometern bei bestem Wetter.

Angekommen am Skywalk Cabo Girão bot sich ein Blick über Funchal und direkt vom Skywalk der Blick 580 Meter nach unten von Europas höchster Steilklippe.

Nach dieser langen und erlebnisreichen Wanderung ging es entspannt mit dem Bus zurück an die Nordseite zum Hotel. Für diesen Abend stand nur noch das Essen im Hotel an. Wir alle waren froh, die zwei letzen Tage getauscht zu haben und so einen sonnigen Südküstentag erlebt zu haben.


20.11.21 – Tag 8

Durch den Tausch stand heute die letzte Gipfeltour an. Wir fuhren zuerst an die Südküste um oberhalb eines Dorfes am Miradouro Boca da Corrida die Wanderung in Angriff zu nehmen. Bevor es los ging genossen wir noch den Blick hinab in das Nonnental, in dem unser Ziel für die heutige Tour war. Also los, leicht bergauf um dann relativ eben bis zum Sattel Boca de Cerro zu gelangen. Hier wurde eine Pause eingelegt schließlich kam nun der steilere und vor allem ausgesetztere Teil zum Gipfel des Pico Grande.

Je höher wir kamen um so nebeliger wurde es. Am Gipfel bot sich dann nur noch hin und wieder ein wenig Aussicht. Obwohl die letzten Meter mit Klettern verbunden sind, sind wir dennoch fast alle ganz oben gewesen.

Pause. Am Fuß des Gipfels legten wir unsere große Pause ein bevor es an den Weg zurück zum Sattel Boca de Cerro ging. Von Dort führte ein langer Weg hinunter in das Nonnental. Kurz vor dem Sattel und bis in das Nonnental hinunter war es an diesem Tag auch ein Teil des MIUT (Madeira Island Ultra Trail). Die Läufer, die hier auf ihrer 115 Kilometer langen und über 8000 Höhenmeter umfassenden Strecke unterwegs waren wurden immer von uns alle angefeuert.

Unten im Nonnental angekommen zeigte der Weg in das Dörfchen Curral Das Freitas. Direkt eines der ersten Häuser war unser Ziel für das frühe Abendessen. Auf der einen Straßenseite ein Restaurant mit Gemischtwarenladen und auf der anderen Seite ein Platz mit Tischen und Stühlen sowie einem Gebäude mit einem großen Raum. Nach der Gipfeltor gab es erst einmal ein gepflegtes Zielbierchen. 😀 Als das Essen fertig war zum Servieren ging es in das Gebäude. Dort war ein langer Tisch mit Bänken schon vorbereitet worden. Wein in Tonkrügen, Wasser sowie Brot und Butter waren neben Tellern und Besteck schon dort. Heute gab es ein types Essen für Madeira. Espetadas – Fleischspieße gegrillt an Lorbeerstöcken. Dazu reichlich Gemüse und Salat. Zum Nachtisch noch Maronenkuchen und einen selbstgemachten Kirschlikör.

Auf der Heimfahrt hatten wir die Idee für einen Trunk in das Weinlokal einzukehren. Dazu brachte uns der Busfahrer sogar bis direkt vor die Tür. Das ist Service! 😀 Dort griffen wir zu unserem Lieblingsgetränk – Punchas.

Wie die ersten zum Hotel gehen wollten fiel Ihnen eine Ankündigung für diesen Abend auf. Ein Fado Abend mit einer Sängerin wurde beworben. Daher entschieden ein paar später wieder zu kommen. Ein paar und wie ich blieben und genossen noch einen Puncha. 😀


Der Fado Abend

Fado ist ein musikalischer “Vortrag” aus Portugal. Gesungen wird über das täglich Leben, begleitet mit wenigen Instrumenten – so wie an diesem Abend. Eine Sängerin war mit zwei Gitarristen angekündigt. Bei Fado ist normalerweise immer eine zwölfsaitige Gitarre dabei und fällt daher mit der unüblichen Anzahl der Saiten und ihrem Klang hervor.

Die Sängerin war jedoch nicht alleine an diesem Abend. Es gab immer wieder kleine Pausen und oft wurde dann einer der anderen drei Sänger vorgestellt. In der ersten Pause unterhielt ich mich mit dem Musiker der zwölfsaitigen Gitarre, welcher begeistert von Fado berichtete. Um was es inhaltlich in den Gesängen geht und und wie sie vorgetragen werden.

21.11.21 – Rückreise

Sehr früh an diesem Tag gab es das Frühstück. So früh, das dies extra für uns vorbereitet wurde. Danach folgte die Fahrt zum Flughafen um uns dort von der Reiseleitern und dreien aus der Gruppe zu verabschieden. Diese blieben noch ein paar Tag länger auf Madeira.


Für alle andere folgte der Flug nach Lissabon und dann nach Frankfurt, Düsseldorf oder Wien über München.


Resümee

Ungeplante Reisen können gerade mit Reiseveranstaltern auch zu einem besonderen Erlebnis werden. Bei einer so einfach eingestuften Reise nicht unbedingt üblich hat es dennoch bei uns von der Gruppe her gut zusammengepasst.

Klar sieht man in Prospekten oder Social Media häufig eher die farbigen Bilder vom Frühjahr oder Sommer. Das sollte einen dennoch nicht abhalten im Herbst oder Winter nach Madeira zu reisen. Der Herbst zeigt hier ebenfalls sein Farbenspiel. Netter Nebeneffekt im Herbst ist das dann weniger los ist.



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