Schweiz – Biel – Juli 2019

Eine Freundin hatte in 2019 die Möglichkeit für ein paar Monate in der Schweiz zu arbeiten und dies wahr genommen. So bot sich die Möglichkeit, Sie während dieser Zeit für Wochenendtrips in der Schweiz zu besuchen. 

Eine Wohnung hatte sie in Biel im fünften Stock und nicht weit entfernt bis zum Bieler See. Für das Wochenende ab dem 19. Juli entschied ich mich mit der Bahn anzureisen. Die Verbindung ist nicht besonders kompliziert und es war nur ein Umstieg in Basel notwendig. In Biel wurde ich von Miri am Bahnhof bereits erwartet.

Bei Ihr Zuhause packten wir alles für ein Picknick am See, den es war schon später Nachmittag.


20 Juli – Twannbachschlucht

Für diesen Tag war ein Wanderung von Biel über das Hinterland und oberhalb des westlichen Seeufers durch die Weinberge zurück geplant. Die Wettervorhersage deutete auf gutes Wetter hin und der Morgen begrüßte uns mit Sonne.

So sind wir von der Wohnung zur Talstation der Zahnradbahn gelaufen, um dort zu Fuß nach oben zu gelangen. Über eine Schleife zum Pavillon Felseck sind wir anschließend einen Teil des Weges auf einem schmalen Pfad entlang der Zahnradbahnstrecke gelaufen. Bei ungefähr 2/3 der Zahnradstrecke überquerten wir diese, um nach Süden, weit oberhalb des Bieler Sees zu laufen.

Durch Wald und Wiesen liefen wir bis ungefähr zur Mitte des Bieler Sees. Dort, begann für uns der Abstieg zum See nach Twann, durch die Twannbachschlucht. Eine schöne Schlucht mit einem kleinen Bach in dessen Mitte.

Durch Twann liefen wir zum See, um dort eine Pause einzulegen. Der Weg durch Twann, führte uns an Weinreben vorbei. Von Twann zurück nach Biel liefen wir ein kurzes Stück am See entlang, um dann über Wege durch die Weinberge nach Biel zurückzugelangen.

Nach dieser größeren Runde haben wir uns Abends Linguine mit einer cremigen Auberginen-Soße gekocht.

Noch munter unternahmen wir nach dem Essen einen Spaziergang durch Biel, bevor es ins Bett ging.

Karte

Aufgenommen mit Locus und dargestellt über Trailrunner Mini und einer OpenStreet Map.


21. Juli – Biel

Eine Idee für diesen Tag war die Taubenlochschlucht am Rand von Biel. Da es Nachts geregnet hatte und die Wettervorhersage nicht so eindeutig war, entschieden wir uns nicht in eine Schlucht zu gehen. Die Feuchtigkeit in einer Schlucht ist nicht unbedenklich und riskieren muss man es nicht unbedingt.

So war die Alternative eine reine Stadttour. Wenn ich schon in Biel bin, warum nicht auch die Stadt am See erkunden, die ein wenig südliches Flair versprüht. Mit einer Schleife am Bahnhof vorbei sind wir in die Altstadt und dann meist an der Schüss (Fluss) entlanggelaufen. Am Omega-Museum kamen wir dadurch auch vorbei. Das hatten wir links liegen lassen und sind zum Park am Fluss, um dort eine Pause einzulegen. Das Omega-Museum mit seinem spiegelnden und gewölbtem Glasdach ist vom Park aus gut zu sehen und übt eine Faszination durch die Spiegelungen hervor.

Die Wolken am Himmel sahen zwar bedrohlich aus, zogen zu unserem Glück aber ohne Regen vorbei. So sind wir ohne nass zu werden in einem Bogen zurück zum See gelaufen. Am See liefen bereits Vorbereitungen zu einem Festival, für das kommende Wochenende.

Ganz schön viel los in der Stadt, in der zwei große Uhrenhersteller ihre Werke haben und in der viel am See veranstaltet wird. Der Park am See war wieder sehr belebt und ein ruhiges Plätzchen zu finden, um die Füße im See baumeln zu lassen war gar nicht so einfach. Aber geschafft hatten wir es. 😀


22. Juli – Heimreise

Ein kurzes Wochenende war zu Ende. Nach dem frühen Frühstück brachte mich Miri noch zum Bahnhof. Sie machte sich auf den Weg zur Arbeit und ich fuhr mit der Bahn nach Hause.


Resümee

Ein Wochenende in Biel geht eigentlich immer, vor allem wenn es eine günstige Unterkunft bei Freunden gibt. Da es oft Veranstaltungen in Biel im Freien gibt, lohnt es sich im Sommer genau so ein Wochenende zu wählen, vorausgesetzt man mag auch Trubel.


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Luxemburg – Luxemburgische Schweiz/Müllerthal – Mai 2019

2018 nahm ich an der Trier Reloaded Ausfahrt teil. Eine privat organisierte MINI-Ausfahrt um Trier, bei der ich die Mosel und die Saarschleife kennenlernte. Beim nächsten Mal könnte ich das doch mit einer Verlängerung und ein paar Wanderungen kombinieren. Dirk, der Organisator, machte mich auf die nahe gelegene luxemburgische Schweiz aufmerksam.

So kam es, dass ich die luxemburgische Schweiz im Mai des Folgejahres für ein verlängertes Wochenende besuchte. Das Müllerthal im Nordosten von Luxemburg ist die Gegend, die auch luxemburgische Schweiz genannt wird. 


30. Mai – Anreise + Müllerthal

Am 30. Mai 2019 war Christi Himmelfahrt und mein Anreisetag. Viel Verkehr war nicht und so kam ich gut bis Luxemburg durch. Nur in Luxemburg war es nicht so einfach nach Berdorf zu gelangen. Ein Erdrutsch im Jahr zuvor, nach sehr starkem Regen hatte einige Straßen in Mitleidenschaft gezogen bzw. zerstört. So kam ich nur über einen Bogen nach Berdorf.

Vorab hatte ich in Berdorf einen Campingplatz entdeckt, den ich ansteuerte. Dieser war jedoch komplett belegt. Da es in Berdorf noch einen zweiten Campingplatz gibt, fuhr ich dorthin. Bei Camping Belle-Vue 2000 war eigentlich auch alles schon belegt. Eigentlich! Bis auf eine Wiese, die noch in der Vorbereitung war und an diesem Wochenende dennoch verwendet wurde. Dort konnte ich mein Zelt aufschlagen. Wie ich lernte ist das Wochenende um Christi Himmelfahrt in Luxemburg das erste Wochenende, an dem fast alles auf einen Campingplatz macht. Nochmal Glück gehabt, dass ich einen Platz bekommen habe.

Noch an diesem Nachmittag unternahm ich eine Tour durch das Müllerthal mit seinen Felsen. Ich war nicht lange unterwegs, als mich der Weg durch bzw. an mehreren Felsen vorbei führte. Ein wenig kamen hier die Erinnerungen an die Sächsische Schweiz im Herbst des vorherigen Jahres auf. Schmale Durchgänge zwischen hohen Felsen und entlang hoher Felswände, an denen sich Kletterer versuchten, waren Teil der Wanderstrecke.

Für den ersten Tag war das ein schöner Einstieg in das Müllerthal und machte mich neugierig auf die noch bevorstehenden Touren.


31. Mai – Müllerthal

Als ich morgens aus dem Zelt kroch, war alles ziemlich neblig. So machte ich mich noch vor dem Frühstück mit der Kamera auf und auf die benachbarte Wiese. Noch bevor ich Berdorf für die Wanderung verließ, besuchte ich den sehr markanten Aquatower am Ortsrand.

Durch ein schönes Tal fuhr ich nach Müllerthal, eher eine Ansammlung von Häusern, den einem Ort. 

Die Wanderung führte in einer großen Schleife über Consdorf zurück nach Müllerthal. Auch auf dieser Wanderung ging es wieder an Felsen entlang und sogar durch einen kurzen Tunnel. Highlight der Tour war der Schießentümpel, ein Wasserfall unter einer Brücke, über die der Wanderweg führte. Da die Brücke relativ einfach mit dem Auto erreichbar ist, waren dort einige zum Fotografieren um den Wasserfall aktiv.

Nach dem Wasserfall wurde es dann auch wieder viel ruhiger, bis ich zurück nach Müllerthal kam.

Während meines Norwegen Urlaubes 2015 in Jotunheimen hatte ich ein Paar aus Luxemburg kennengelernt. Wir standen noch immer in lockerem Kontakt und so nahm ich mir vor, diese am Nachmittag zu besuchen.  Die Fahrt nach Senningen erfolgte über Landstraßen, da es nicht so weit weg war.

Da ich mich vorab angekündigt hatte, gab es sogar Kuchen zum Nachmittagskaffee auf der Terrasse. Es war schön, die beiden wiederzusehen.

Tour:  ~14 Kilometer


01. Juni – Beaufort

An diesem Tag fuhr ich in das nicht allzu weit entfernte Beaufort. Unterhalb der Burg fand ich einen Parkplatz, von dem die Tour startete. Am Parkplatz kam mir noch eine Gruppe mit alten Fiat 500 entgegen, die auf einer Ausfahrt waren – zumindest ließen die Aufkleber dies vermuten.

Die Wanderung, hauptsächlich durch den Wald auf breiten Wegen, war angenehm, bis auf das letzte Stück allerdings nicht besonders herausragend. Am Ende lief der Weg an einem Bach entlang, der noch naturbelassen war und den Weg bis zum Parkplatz auflockerte.

Nach der Wanderung folgte die Besichtigung der Burg. Diese ist schön restauriert und lohnt einen Besuch.

Für den späteren Nachmittag und Abend hatte ich mich mit Marion und Dirk in Trier verabredet. Die beiden kannte ich u. a. von der MINI-Ausfahrt in und um Trier. So bin ich zuerst mit Dirk von Trier in einem alten MG mitgefahren und in der zweiten Hälfte des nicht so direkten Weges zum Landgasthaus Lenerz in Lorich für das Abendessen bei Marion in einem MINI Cabrio. 

Wickie hatte dabei wieder seine Geschwister, Caramba und Brünhilde getroffen. Die drei hatten sich schon länger nicht mehr gesehen und viel zu reden gehabt, während wir aßen.

Tour: ~12 Kilometer


02. Juni – Echternach

Die Wanderung des letzten Tages fiel eher unter den Punkt Kultur. Über die Innenstadt von Echternach lief ich zum Lac d’Echternach und wieder zurück. Bei wieder gutem Wetter ein angenehmer Weg, um Echternach und dessen Umgebung zu erleben.

In Echternach waren schon die ersten Eisdielen offen und an einer konnte ich nicht einfach vorbeigehen. Lecker. 😊

Tour: ~14 Kilometer


03. Juni – Heimreise

Ausgeschlafen und nach dem Frühstück packte ich das Zelt und alles andere und begab mich auf die Heimreise nach diesem verlängerten Wochenende.


Resümee

Für einen Kurztrip ist das Müllerthal immer gut. Es bietet neben vielen Wanderwegen reichlich Kultur und ältere Städte zu Abwechslung. Die Landschaft ähnelt in gewisser Weise an manchen Stellen der Sächsischen Schweiz mit ihren Felsformationen. Nicht ganz so imposant, aber dennoch mit ihren Spalten und Pfaden an den Wänden schön. 


Ohne Notizen gestaltete sich die Beschreibung nicht so einfach und ist daher kompakter als andere Reisebeschreibungen von mir.


Buch

Dumont – Luxemburg Direkt



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Südafrika – Überquerung der Drakensberge – Oktober 2022

Kaum zu glauben, dass diese Reise doch noch einmal stattfinden würde. Gebucht hatte ich die Reise im November 2019 für Oktober 2020. Damals war von einer Pandemie noch nichts zu ahnen. Im Frühjahr 2020 sah das dann schon anders aus und gerade Südafrika war, wie es zur Pandemie (Covid-19) kam, eines der Hochrisikogebiete. Nicht nur das, dort entwickelte sich eine infektiösere Variante, die ein Reisen nach Südafrika erst einmal nicht als ratsam erscheinen ließ.

So verschob ich die Reise um ein halbes Jahr, in der Hoffnung, dass es dann besser aussehen würde. Dem war dann leider nicht und im Halbjahresrhythmus verschob sich die Reise mehrmals. Zweimal aufgrund der Pandemie und der Einstufung als Hochrisikogebiet und zweimal, da die Mindestteilnehmerzahl von sieben Personen nicht erreicht wurde.

Während die Südafrikareise verschoben und verschoben wurde, habe ich mich nicht Zuhause schmollend in die Ecke gesetzt, sondern die Welt erkundet, wo es während der Pandemie möglich war. Wie zum Beispiel Deutschland (Allgäu, Allgäu), Italien (Venezien, Gardasee, Gardasee), Österreich, Portugal (Madeira), Färöer oder zuletzt Andorra.

Jetzt, im Oktober 2022, im fünften Anlauf hat es dann doch tatsächlich geklappt, dass weder die Pandemie noch die Mindestteilnehmerzahl ein Hinderungsgrund waren.

Der Flug stand somit für den 9. Oktober über Istanbul nach Kapstadt an.
Kleine Anekdote: Anfangs wäre die Reise mit South African Airlines gewesen. Nach der Insolvenz aufgrund der Pandemie änderte sich die Fluggesellschaft und es ging mit Turkish Airlines auf die Reise.

Dies ist eine geführte Reise von Hauser Exkursionen – Südafrika – Überquerung der Drakenberge (nicht gesponsert!) – gewesen.


09. und 10. Oktober – Anreise

Alles war gepackt und am frühen Nachmittag fuhr ich nach Frankfurt. Svarta wurde auf dem Parkplatz meines Arbeitgebers geparkt und für den weiteren Weg bis zum Flughafen nahm ich die Bahn. Da es im Sommer am Frankfurter Flughafen zu einem Gepäckproblem und langen Wartezeiten an den Schaltern kam, war ich bewusst früh am Flughafen. Die Situation hatte sich mittlerweile so weit gebessert, dass der Schalter erst drei Stunden vor dem Abflug aufmachte. Da ich so früh dort war, war ich die Erste in der Reihe vor dem Schalter und es war dann auch alles schnell erledigt, nachdem er öffnete. So konnte ich mir noch etwas zum Essen und Trinken im Flughafen kaufen, es war ja bereits später Nachmittag.

Der Flug mit Turkish Airlines erfolgte über Istanbul nach Kapstadt. Selbst im langen Flug von Istanbul nach Kapstadt waren die Sitze im Flugzeug mit normalem Abstand. Das kenne ich von Langstreckenflügen anderer Fluggesellschaften anders. Ging aber auch. Der Service mit Getränken und Essen war wiederum gut.

Im Flughafen von Kapstadt hieß es, den Guide finden. Er stand in der Schlange derer, die auf Gäste warteten und hielt einen Zettel mit dem Namen des Reiseanbieters hoch. Die anderen der Reise kamen kurz nach mir ebenfalls dort an. So liefen wir zusammen zum Kleinbus und wurden zum Hotel gebracht. Etwas zu früh, um die Zimmer zu beziehen. Wir warteten auf der Terrasse des Hotels bei einem Kaffee, bis die Zimmer bezugsfertig waren.

Das Gepäck brachten wir auf die Zimmer und kurz danach waren wir wieder in der Lobby für einen Spaziergang durch die Innenstadt von Kapstadt. Wir mussten gar nicht so lange laufen, bis wir die Innenstadt erreichten. Durch diese liefen wir mit einem zügigen Tempo. Deutlich war zu sehen, dass alte und neue Gebäude sich die Innenstadt teilen. Auf größeren Straßen und Plätzen wurden Waren aller Art angeboten. Aber auch Aufpassen war angesagt – Taschendiebstahl!

Am Rand der Innenstadt kamen wir am Rathaus mit dem lebensgroßen Denkmal Nelson Mandelas vorbei. Auf dem gegenüberliegenden Platz war ein großer Markt, den wir links liegen ließen und weiter zur alten Festung liefen. Diese besuchten wir und konnten so einen Einblick in die Historie der Region gewinnen.

In demselben zügigen Tempo liefen wir dann von der Festung wieder zum Hotel zurück. Es war deutlich, dass der Guide diesen Spaziergang ungern macht, auch wenn er uns dabei durch Seitenstraßen führte, die eher nach Gosse aussahen und auch so rochen. 

Nun kam der entspannte Teil der Stadtbesichtigung, es ging zur Victoria & Alfred Waterfront. Unweit des Hotels gelegen, ist dies die Touristenecke mit gepflegten Wegen, Hotels und vielen Restaurants.  Gleich zu Beginn bot sich uns an, an einem Geldautomaten, Geld (Rand) zu bekommen. Bei einem Umrechnungskurs von 1 zu 17 bekamen wir einen ganzen Stapel an Geldscheinen.

Die Wege in der Waterfront waren ziemlich voll und es war auch direkt zu sehen, dass es die gehobenere Gesellschaft war, die hier unterwegs war. Sobald es Dunkel wird, sollte man in Kapstadt nicht mehr auf der Straße sein. Hier jedoch ist es kein Problem.

Mit einbrechender Dunkelheit sind wir zum Cap Town Fish Market. Es war wohl in der Vergangenheit ein Fischmarkt, heutzutage jedoch ist es ein Restaurant in der Waterfront. Zum Abendessen am Meer wählten wir alle Fisch.

In der Waterfront gibt es ein großes Einkaufszentrum, das wir in geteilter Gruppe besuchten. Wir wollten noch Wasser beim Pick ’n Pay kaufen, der just in dem Moment schloss, in dem wir ankamen.🙃

Auf dem Weg aus dem Einkaufszentrum kamen wir an einer Gelateria (heißt dort tatsächlich so!) vorbei. So einfach vorbei ging natürlich nicht und so kauften wir uns ein Eis. Die Bezahlung war ausschließlich mit Karte möglich! Von so was kann man in Deutschland nur träumen.

Es folgte noch der Weg zum Hotel und ab ins Bett. 

Tour: ~6 Kilometer


11. Oktober – Stellenbosch

Am Vortag machte unser Guide den Vorschlag, die Touren der nächsten zwei Tage zu tauschen, um so das jeweils bessere vorhergesagte Wetter nutzen zu können. Wir stimmten dem zu und so machten wir uns nach dem Frühstück im Hotel auf eine Fahrt zum Jonkershoek Nature Reserve. Vorher kamen wir durch Stellenbosch und nutzen die Gelegenheit dort Wasser für die nächsten Tage zu kaufen. Das Leitungswasser in Kapstadt kann man zwar trinken, schmecken tut es jedoch nicht besonders.

Der Morgen in Kapstadt begrüßte uns mit reichlich Nebel. Umso mehr waren wir erfreut, dass es während der Fahrt immer besser wurde. Am Naturpark angekommen kümmerte sich unser Guide um den Eintritt, während ich im Café, in dem der Kaffee selbst gebrannt wird, einen Espresso trank.

Im Naturpark ging es auf einem Schotterweg weiter, bis fast zum Ende des als Schleife ausgelegten Weges. Dort begann unsere erste richtige Wanderung in Südafrika bei sonnigem Wetter. 

Der Weg zum zweeten Wasserfall ist nicht besonders schwierig und genau richtig für einen Einsteig. Kurz vor dem Wasserfall geht der Weg durch das Flussbett, sodass ein wenig Abenteuerfeeling aufkam.

Wo es einen zweeten Wasserfall gibt, gibt es auch einen eerste Wasserfall. Genau diesen ersten Wasserfall nahmen wir auf unserem Rückweg mit. Nicht so abenteuerlich gelegen wie der andere, aber den Abstecher durchaus wert. 

Die Landschaft im Tal sieht auf den Bildern etwas dunkel aus als sie eigentlich ist. Das liegt daran, dass die Bäume hier fast alle einem Brand zum Opfer gefallen sind und nur noch die schwarzen Baumstümpfe übrig blieben.

So langsam stellte sich der Hunger ein und wir fuhren vom Naturpark zurück in Richtung Stellenbosch. An der Landstraße gelegen, ist das Ride In. Schon an der Einfahrt begrüßte uns ein Meer an Blumen. Das Ride In mit seiner Anlage ist sehr gepflegt und alles leuchtete in den buntesten Farben und stellte einen deutlichen Kontrast zum hinteren Tal dar. Wie aus dem Namen zu erahnen ist, sind sie auf Radfahrer ausgerichtet, aber nicht nur. 

Gestärkt mit einem Curry Burger und Pommes sind wir danach nach Stellenbosch und gleich wieder über eine Seitenstraße heraus auf das Weingut Lanzerac gefahren. Eine Allee führte uns zu dem Gelände und damit zu unserer Weinprobe. Gut, dass wir vorher ordentlich zu Mittag gegessen hatte. 

Zur Weinprobe gab es einen Rosé, zwei Weißweine und zwei Rotweine. Bevor uns eingeschenkt wurde, wurde immer erklärt, welche Nuancen der Wein geschmacklich bietet. Eine Besichtigung des Weinkellers war am Nachmittag leider nicht mehr möglich.

Die Weinprobe war für uns eine gesellige Runde, die dann auch sein Ende hatte nach dem letzten Wein. Gut, dass es zum Wein reichlich Wasser gab, denn sonst hätten wir den Alkohol deutlicher gespürt. 

Nach der Weinprobe sind wir nach Kapstadt in unser Hotel zurückgefahren. Für diesen Tag stand nichts mehr an und so bin ich noch ein wenig in der Hotelnähe am Kanal entlang gelaufen, bevor wir uns Abends zum Essen im Hotel zusammen fanden.

Tour: ~8,4 Kilometer


12. Oktober – Tafelbergüberquerung

Der Tausch der zwei ersten Touren war eine gute Wahl. Der Morgen begrüßte uns mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages. Hätte die Wettervorhersage nicht leichten Nebel am Morgen vorhergesagt, wären wir bereits auf der Tour und nicht beim Frühstück. So aber konnten wir in Ruhe frühstücken und unsere Essenspakete für Mittags vom Hotel entgegennehmen. 

Vom Hotel fuhren wir bis zur Talstation der Gondel, die zum Tafelberg hoch führt. Bereits hier hatten wir einen tollen Blick über die Bucht, in der Kapstadt liegt.

Es war uns schon klar, dass wir selbstverständlich nicht die Gondel nehmen, sondern den anspruchsvollsten Wanderweg nach oben. Dieser beginnt am Rande des Parkplatzes der Talstation und führt zuerst über Treppen bis zu einer Kreuzung nach oben. Hier liefen wir gerade nach oben weiter, auf dem mit India Venstre ausgeschriebenen Weg. Ab hier ist es dann kein durchgehender Wanderweg mehr, sondern ein Weg, der abschnittsweise mit leichten Klettereinlagen gespickt ist.

Dieser Weg nennt sich India Venstre, da es eine Felskombination mit einem Loch auf dem Weg gibt, das mit etwa Fantasie dem Umriss von Indien entspricht. 

Nach den letzten Klettereinlagen kamen wir bald am Felssockel unterhalb des Tafelbergplateaus an. Nun liefen wir rechtsherum immer fast auf Sockelhöhe bis zu einem Taleinschnitt und dann auf das Plateau. Auf dem Plateau war es ein befestigter Weg bis zur oberen Gondelstation. 

Bei einem Cappuccino konnte ich dort die Aussicht über Kapstadt in mehrere Himmelsrichtungen genießen. 

Auf dem Wanderweg waren wir fast alleine, was hier oben dann nicht mehr der Fall war.
Der höchste Punkt des Tafelberges liegt allerdings am anderen Ende, von der Gondelstation aus gesehen. Richtig, das war unser nächstes Ziel. Je weiter wir uns von der Gondelstation entfernten, desto weniger Menschen begegneten uns. Der höchste Punkt ist mit einem Steinhaufen markiert und der Weg dorthin führt u. a. durch ein Sumpfgebiet. Das war im ersten Moment etwas irritierend, zumal wir in der prallen Sonne unterwegs waren. 

Am „Gipfel“ machten wir Rast und widmeten uns dem Inhalt der Essensboxen und hatten dabei einen super Ausblick von oben in das Landesinnere.

Von hier liefen wir auf der anderen Seite des Tafelbergs nach unten. Ein langgezogener Weg durch eine blühende Landschaft, bis wir zu einer Schlucht mit schattenspendenden Bäumen kamen. Der Trail „Skeleton Gorge“ brachte uns durch die Schlucht hinunter bis zum botanischen Garten von Kirstenbosch.

Angekommen am botanischen Garten waren wir ziemlich fertig, da wir nicht gerade langsam über den Tafelberg sind und das bei reichlich Sonnenschein! Die Stöcke konnte ich nur am Anfang kurz einsetzen, ansonsten waren diese eher hinderlich. D. h. die Tour ging deutlich mehr auf die Beine wie gedacht.

Es war bereits später Nachmittag und das Abendessen zeitlich nicht mehr weit entfernt. Wir fuhren von Kirstenbosch nach Kapstadt. Das Banana Jam Café erreichten wir bald. Café? Vom Namen sollte man sich nicht irritieren lassen! Hier gibt es super leckere Cocktails und mehrere selbst gebraute Biere. Wie praktisch, dass wir zur Happy Hour ankamen. 😀

Gut gegessen haben wir hier ebenfalls. Der Nachos-Teller für alle. Danach hatte ich Muscheln zur Vorspeise und Nudeln mit Fleisch in einer speziellen, hauseigenen leckeren Soße als Hauptgericht.

Ausgepowert, gestärkt und mit leichter Wirkung des Alkohols sind wir zum Hotel zurück und in die Betten gefallen.

Tour: ~11,7 Kilometer, ~880 Höhenmeter hoch und ~1100 Höhenmeter runter


13. Oktober – Kap der Guten Hoffnung

Wenn man schon in Kapstadt ist, gehört ein Ausflug zum Kap der Guten Hoffnung einfach dazu. So sind wir mit einer Frühstücksbox vom Hotel mit diesem Ziel losgefahren. 

Wir waren gespannt, den Kapstadt und Umgebung waren in Nebel gehüllt. Wird es am Kap auch so sein und was könnten wir dort dann sehen? Nun, je näher wir dem Kap kamen, desto klarer wurde es. Am Eingang zum Nationalpark des Kaps war es dann schon nebelfrei. Mitten im Nationalpark liegt eine Infostation, an der wir kurz hielten. Hier sahen wir nur einige Meter entfernt ein Blesbok grasen.

Am Kap selbst, waren wir die Ersten, abgesehen von ein paar Rangern. Selbst ein Teil der Angestellten des Restaurants kamen erst, als wir uns an unsere Frühstücksboxen machten. Normalerweise muss man beim Essen hier sehr aufpassen und die Gibbons gut im Auge behalten. Die scheinen aber auch die Uhrzeit zu kennen, ab der es sich lohnt hierher zu kommen. Wir sahen am gesamten Vormittag keinen einzigen Gibbon!

Nach unserem Frühstück spazierten wir zum Leuchtturm, der oberhalb des Parkplatzes liegt. Dies ist der alte Leuchtturm, der neue liegt unterhalb und ist von dort nicht zu sehen und auch nicht zugänglich. Der Grund für den neuen Leuchtturm ist, dass der alte Leuchtturm bei Nebel einfach zu hoch liegt und nutzlos ist. Hier hatten wir den Blick auf Cap Point, dem eigentlichen Kap der guten Hoffnung.

Vom Leuchtturm sind wir dann einen Weg, westlich zu einem Strand gelaufen. Hier waren wir ganz alleine und konnten das Meer mit seiner Brandung genießen. Warum wir hier alleine waren, zeigte uns der Rückweg. Die lange Holztreppe hieß es bis nach oben zu laufen.

Der weitere Weg führte uns dann zum tatsächlichen Kap der Guten Hoffnung, dem südwestlichsten Punkt von Afrika.

Am Ende erreichten wir einen Parkplatz, der bereits recht voll war. Von hier bis zum Kap ist es nur ein kurzer Spaziergang und daher ist dies eine beliebte Anlaufstelle.

Unser Guide verließ uns am Strand und holte den Bus, um diesen zu dem genannten Parkplatz zu fahren. Auf den folgenden Kilometern nach dem Parkplatz sind wir langsam gefahren und hielten immer wieder an. Verschiedene Wildtiere wie Kudus und Strauße waren zu sehen.

Damit war unser Kap-Ausflug jedoch noch nicht zu Ende. Wir fuhren zur Infostation, an der wir am Morgen schon waren. Ein schmaler Pfad führt hier an der Küste entlang Richtung Kap. Auf dieser Seite war alles Grün und Gelb. Der Weg war anfangs sandig und nur am Ende eher steinig und somit gut zu laufen.

Unser Guide fuhr während dessen zu einem Parkplatz und kam uns von dort entgegen. Je nachdem, wenn man fragt, sind wir hier schon am Indischen Ozean entlang gelaufen oder waren noch am Atlantik. Für einige ist der Indische Ozean jedoch erst ab dem tatsächlich südlichsten Punkt von Afrika, der weiter östlich liegt, zu sehen.

Jetzt war unser Kap-Ausflug dann aber wirklich zu Ende. Auf dem Rückweg fuhren wir zuerst nach Simon’s Town, um dort in einem Restaurant am Hafen zu Mittag zu essen. Anschließend liefen wir zu einer Pinguinkolonie am Rand der Stadt.

Dies war nicht meine erste Pinguinkoloniedie ich besuchte. Viele Jahre zuvor, am südlichen Ende von Südamerika, war ich schon einmal auf einer Insel mit einer Pinguinkolonie. Von daher wusste ich, welches Geruchserlebnis mich erwarten würde. So putzig die Pinguine aussehen, so intensiv riecht es in einer Kolonie.

Eine unaufgeregte Fahrt bracht uns nach Kapstadt zurück. Den freien Nachmittag verbrachte ich in der Victoria & Alfred Waterfront, auf der Suche nach Seife. Die Angewohnheit im Urlaub Seife zu kaufen hatte ich mir vor ein paar Jahren angeeignet. Und ja, im Einkaufszentrum bin ich dann auch fündig geworden und habe Seife aus Südafrika/Kapstadt gefunden und gekauft. 😊

Zum Abendessen sind wir in die naheliegende Innenstadt gefahren. Eigentlich hätte man den kurzen Weg auch laufen können. Sicherer ist es in Kapstadt nicht mehr im Dunkeln auf der Straße zu laufen.
So sind wir zu Marco’s African Place gefahren. Hier gibt es typische südafrikanische Speisen und Marco, der Besitzer, stand auch selbst in der Küche. Zum Essen gab es für mich eine Kürbissuppe, einen Teller mit Fleisch von Springbock, Antilope und Kudu sowie zum Nachtisch Malva Pudding. Selbst die Kürbissuppe ist etwas Typisches für die Region, auch wenn man dies zuerst nicht glaubt. Den Abend begleitete eine Band, die auch zum Mitmachen animierte.

Vor dem Essen wollte ich an der Kreuzung noch ein Graffito an der Straßenecke fotografieren. Unser Guide meinte nur Innenstadt und crazy people. Will heißen wir sind zusammen um das Gebäude zur Kreuzung und er hat aufgepasst das mir nichts passiert. Zu sehen war jedoch nur eine andere Person auf der Straße. Aber besser so, wie anders.

Touren: ~7,5 Kilometer


14. Oktober – Transfer

Etwas vom letzten Tag gefiel meinem Magen nicht so wirklich und ich hatte dadurch eine unruhige Nacht mit einigen Toilettenbesuchen. So was kann halt bei Urlauben auch vorkommen. Abhalten wird mich dies dennoch nicht, in anderen Regionen die örtlichen Speisen zu probieren.

Nun, das Frühstück war deshalb für mich relativ spartanisch und ich besuchte sicherheitshalber jede Toilette an diesem Tag. Zum Glück stand keine Wanderung an, sondern ein Transfer.

Fast einen ganzen Tag haben wir benötigt, um von Kapstadt mit dem Flieger nach Johannesburg und anschließend mit einem Bus in den Golden Gate Nationalpark zu gelangen. Der Bus war ein umgebauter Mercedes Sprinter mit Hänger für unser Gepäck und zusätzlicher Ausrüstung. Johannesburg liegt auf über 1700 Metern und während unserer Fahrt nach Süden kamen wir an vielen sehr großen bewirtschafteten Feldern und Weiden in einem fast Ebenen Land vorbei. 

Im Golden Gate Nationalpark steuerten wir das Glen Reenen Rest Camp an. Ein Camp mit einigen festen Gebäuden, in denen wir untergebracht waren und einem angeschlossenen Campingplatz. Pro Hütte sind zwei Appartements und so waren wir auf mehrere Hütten verteilt. 

Unser Guide und unser Fahrer waren in einem größeren Appartement untergebracht. Dort bereiteten sie schon alles für das Abendessen vor. Zuerst nur der Fahrer, da wir noch einen kurzen Spaziergang zu einem Felsabschnitt auf der anderen Talseite unternahmen.

Das Abendessen war ein Braai – es gab somit gegrilltes, den ein Braai ist nichts anderes als Grillen. Im, nun schon Dunkeln gingen wir zu Ihnen und aßen dort im Freien vor dem steinernen Grill, der uns ein wenig wärmte. Das sah alles sehr gut aus, ich begnügte mich jedoch mit einer Banane, um meinem Magen, dem es schon sehr viel besser ging, nicht gleich wieder zu ärgern.


15. Oktober – Witsieshoek Mountain Lodge

Das Frühstück wartete bei unserem Guide im Appartement. Dazu wurde reichlich aufgetischt. 

Nach dem Frühstück unternahmen wir erneut auf der gegenüberliegenden Seite des Tals eine kurze Wanderung. Der Anfang war mit dem Vortag identisch, nur ging es an einem Kreuzungspunkt in die entgegengesetzte Richtung. Die Morgensonne färbte die Sandsteinformationen in einen goldenen Farbton, der uns auf dem Weg nach oben begleitete.

Angekommen auf einem Plateau hatte wir eine gute Aussicht über das Tal, in dem wir übernachteten. Die eine Seite war schon im Sonnenschein, während die andere noch auf die Sonne wartete.

Diese kurze Wanderung war gut, denn wir fuhren, nachdem alles gepackt war, wieder einige Zeit. Die letzten Kilometer bis zur Witsieshoek Mountain Lodge in den Drakensbergen, waren wieder in einem Nationalpark. Da alles reibungslos verlief, waren wir sogar so früh dort, dass die Appartements noch nicht bezugsfertig waren. Wir konnten unser Gepäck und einen Teil der Ausrüstung in einem noch freien Appartement, solange lagern. Das war nötig, den unser Fahrer ist gleich weiter um unsere Trägermannschaft zu holen.

Wir hingegen nutzten das gute Wetter für eine weitere Wanderung an diesem Tag. Von Witsieshoek aus liefen wir an einem grasbewachsenen Berghang bis zu einem Wasserfall und wieder zurück. Ein leichtes Auf und Ab auf einem schmalen Pfad.

Zurück am Apartment gab es vor diesem unser Mittagessen – Wraps.

Es war nicht mehr lange nach unserem Mittagessen, dass wir unsere Appartements beziehen konnten. Da dunkle Wolken aufzogen, waren wir froh darüber nun die Schlüssel erhalten zu haben.

Den Nachmittag nutzte ich zum Sortieren der Wäsche. Was kommt die nächsten Tage mit zum Trekking und was bleibt in der Tasche, die der Fahrer mitnehmen wird.

Da das Sortieren nicht den gesamten Nachmittag in Anspruch nahm, bin ich noch im Camp unterwegs gewesen und im Aufenthaltsbereich der Lodge. Dort gab es Kaffee und heißes Wasser für Tee. Andere aus unserer Gruppe und weitere Gäste waren ebenfalls dort. So konnten wir schon ein wenig über die Gegend, in der wir uns befanden, von anderen erfahren. Die Wärme im Aufenthaltsraum machte den Nieselregen, der aufzog, angenehmer.

Zum Abendessen trafen wir uns alle in der Lodge. Kaum waren wir mit der Bestellung fertig, kam unsere Bergführerin, Zee, an den Tisch und stellte sich vor. Beim gemeinsamen Abendessen stellten wir uns einzeln vor und ihre Frage „Warum machen wir das (Trekking)“ wurde mit beantwortet. Anschließend erklärte sie noch, wie das Trekking ablaufen wird. Dabei merkten wir schon, dass sie freundlich, aber auch bestimmend sein kann.

Zum Essen brachte sie noch wasserdichte Säcke für unser Gepäck mit. Bis zu 12 Kilo durften wir dort hineinpacken – die Schlafsäcke gehen extra. Eigene wasserdichte Säcke wären ebenfalls möglich. Gut so, den ich hatte meinen Sack am Nachmittag bereits gepackt. Wir waren alle deutlich unter den 12 Kilo, was die Träger freute. Grob geschätzt lag ich vielleicht bei 5 Kilo mit Schlafsack, Isomatte und Ersatzkleidung.

Touren: ~800 Meter und ~3,4 Kilometer


16. Oktober – Trekking

Kurz vor 8:00 Uhr machte ich mich mit meinem Packsack und dem Schlafsack auf zum Frühstück. Ich war nicht die erste und stellte mein Gepäck zu dem bereits vorhanden dazu. Während des Frühstücks kamen die anderen hinzu und pünktlich um 8:00 Uhr kam Zee, unsere Bergführerin um die Packsäcke und Schlafsäcke wie angekündigt abzuholen. Das restliche Gepäck wurde nach dem Frühstück um 8:30 Uhr beim Fahrer abgegeben, der es in den Anhänger des Busses verstaute wurde.

So weit lief alles, wie es am Abend zuvor angesagt wurde. Nur den Nebel hatte keiner angekündigt und den Ausfall eines Geländewagens. Witsieshoek besitzt mehrere geländegängige Fahrzeuge, um Gäste wie uns zum Parkplatz unterhalb des Sentinel (Berg) zu bringen. Da nun nur zwei Geländewagen zur Verfügung standen, verschob sich unsere Abfahrt um 1 1/2 Stunden. Im Nebel ging es dann die Straße bis zu einer Kreuzung zurück und dort in ein ausgewaschenes Flussbett. Dieses Flussbett war dann tatsächlich unsere „Straße“. Es bestand eigentlich fast nur aus Schlaglöchern. Die Fahrer fuhren im Schritttempo so, dass sie die größten Unebenheiten umgingen. Nur selten war die Straße auch eine ebene Straße. Ohne Geländewagen geht hier nichts! Erst die zweite Hälfte der sechs Kilometer war gepflastert bis zum Parkplatz. Während der Fahrt gab es hier und da Abschnitte ohne Nebel. Kaum waren wir auf dem gepflasterten Teil der Straße, war es nebelfrei.

Am Parkplatz sammelten wir uns und machten uns fertig für unsere erste Tagesetappe. Fertig machen bedeutete auch, dass sich jeder in eine Liste eintragen musste, damit bekannt ist, wer in den Bergen unterwegs ist.

Los geht’s. Auf einem mit Platten ausgelegten Weg liefen wir hintereinander in gemütlichem Tempo mit den Trägern zusammen den Berg hoch. Nachdem wir schon einige Zeit unterwegs waren und es Mittag war, wurde an einem Aussichtspunkt Rast gemacht, während unter uns bereits der Nebel wieder aufstieg.

Der gepflasterte Weg wurde noch vor unserer Mittagspause schmaler und das Pflaster änderte sich. So sind wir unterhalb des Sentinel um diesen herum bis zu den berühmten Kettenleitern. Es gibt zwar noch einen lange Weg als Alternative, dies ist jedoch der üblichere Weg um auf die Hochebene der Drakensberge zu gelangen. Die Leitern sind mit Ketten zusammengehalten und nur am obersten Punkt befestigt. D. h. die Leitern bewegen sich etwas.

Zee gab uns noch den Hinweis, immer beide Hände und einen Fuß oder beide Füße und eine Hand an der Leiter zu haben. Sicherheit geht vor! Wir sahen uns zuerst an, wie die Träger mit den großen Trekkingrucksäcken die Leitern empor gingen. Ich folgte dann als Erste. Langsam ging es hoch, um dann zu sehen, dass es einige Meter weiter noch eine weitere Leiter nach oben geht. Grob geschätzt sind die Leitern 15 und 10 Meter lang.

Schon am unteren Ende der Kettenleitern hatten wir einen fantastischen Blick in das unter uns liegende Tal. Kleine Anekdote: Das dürfte auch mein bisher bester Ausblick beim Erleichtern gewesen sein.

Oben angekommen, war der Ausblick durch den aufziehenden Nebel nicht mehr so gut. Vor allem war es sehr windig am oberen Ende der Leitern.

Über eine leichte Anhöhe in den Nebel hinein folgten wir unserer erfahrenen Bergmannschaft. Der Weg war hier kein Weg mehr. Wir liefen durch die Grassteppe auf einem unsichtbaren Weg. Kaum waren wir über die Anhöhe gekommen, wurde es wieder klar und die Grassteppe breitete sich vor uns aus. Wir folgten dem relativ ausgetrockneten Tugela Fluss. Ausgetrocknet, da wir lernten, dass es hier oben im Winter kaum Niederschlag gibt und dieser auch im Frühjahr und somit zu unserer Zeit nicht mehr wird. 

Angekommen an den Tugela Falls, entpuppte sich der zweithöchste Wasserfall der Erde als fast wasserlos. Das bisschen Wasser im Fluss war so wenig, dass daraus kein sichtbarer Wasserfall werden konnte. An der Verfärbung der Felsen war immerhin zu erkennen, wo der Wasserfall wäre.

Was jedoch sichtbar war, war der Blick in ein 1000 Meter tiefes Tal, das mit Wolken gefüllt war – das Amphitheater lag vor uns.

Mit dem Erreichen der Tugela Falls lag unsere erste Tagesetappe hinter uns. Während wir die Aussicht genossen, bauten unsere Träger bereits die Zelte in der Nähe auf und kochten Wasser für den Nachmittagskaffee oder Tee. Es gab sogar Plätzchen dazu. 😀

Später, als es bereits dunkel wurde, gab es das Abendessen. Ein Hähnchencurry mit Reis.

Tour: ~7,2 Kilometer, ~400 Höhenmeter
Übernachtung auf 2960 Metern.


17. Oktober – Trekking

Als ich in der Früh aus dem Zelt schaute, war es noch etwas dämmrig. Morgentoilette – zu einem etwas entfernt liegenden geschützten Punkt und hinsetzten! Freie Natur eben. Einzige Pflichtvorgabe war, dass wir dazu einen deutlichen Abstand zu einem Fluss haben sollten. Logisch, das Wasser nutzen wir ja selbst zum Trinken und für das Essen.

In der Ferne, aus der wir am Vortag kamen, zogen Nebelwolken auf, die sich näherten. Nach dem Frühstück waren diese schon bei uns angekommen und so liefen wir im Nebel mit relativ geringer Sichtweite los. Beachtlich, wie unsere Bergführerin und ihre Mannschaft dennoch zielstrebig im Nebel voran liefen. Da ein paar Träger abseits liefen und wir sie nicht sehen konnten, verständigten sie sich mit Zee und untereinander mit regelmäßigen lauten Pfeiftönen. So war für uns zumindest klar, wo ungefähr sie sind. Dass es noch leicht nieselte, verstärkte die mystische Stimmung.

Nach der Überquerung einer Kuppe löste sich der Nebel langsam auf und es öffnete sich ein weiteres großes Tal vor uns. Mit dem Nebel verschwand auch der Nieselregen.

Die Mittagspause war an einer sehr windigen Stelle, an der wir einen tollen Blick in ein Tal hatten. Wie am Tag zuvor gab es wieder Wraps und das sollte sich dann die nächsten Tage Mittags immer wiederholen.

Unterhalb des Bergrückens zum Tal ging es weiter. Es klarte immer weiter auf, bis der Nebel ganz verschwunden war. Sogar die Sonne ließ sich blicken. 😊 Und da kamen wir wieder an eine Kante mit einem wahnsinns Ausblick.

Während wir dort frei umherliefen, liefen Zee und die Träger bereits weiter, um auf der anderen Seite des Tales, das sich hinter uns ausbreitete, das Lager aufzuschlagen.

Als wir am Lager ankamen, war bereits alles aufgebaut und der Nachmittagskaffee/-tee war bereits fast fertig. Vorher habe ich jedoch noch meine Isomatte aufgeblasen und den Schlafsack im Zelt ausgebreitet.

Selbst von diesem Lagerplatz waren es nur einige Meter, um wieder einen super Blick in das Tal zu haben.

Unsere Camps waren für uns ein beliebiger Punkt in den Bergen. Die Bergmannschaft, wusste aber, wo es in der Nähe Wasser gibt und die Plätze waren so gewählt, dass es immer höhere Punkte in der Umgebung gibt und so bei Gewitter diese zuerst getroffen werden.

Etwas entfernt zeltete ein Paar und ihr Guide. Diese sind mit uns von der Lodge zum Trekkingstartpunkt gefahren und wir hatten uns in den letzten Tagen Abends gesehen hatte. An diesem Tag sprach ich mit Ihnen und erfuhr, das sie ein paar Auszeittage von ihrem Praktikum nahmen. Angehende Ärzte aus Deutschland mit Auslandserfahrung.

Zum Abendessen bekamen wir Reis mit Hackfleischsoße.

Tour: ~15,5 Kilometer und etwas über 400 Höhenmeter
Übernachtung auf  2951 Meter in Lesotho


18. Oktober – Trekking

Nur Wolken hinderten die Sonne deutlicher in Erscheinung zu treten an diesem Morgen. Nun, zumindest kein Nebel! Das morgendliche Ritual – Frühstücken, packen und los. Bis zu unserer Mittagspause liefen wir wieder durch eine weite Graslandschaft in einem gefühlt noch viel weiteren Tal wie in den letzten beiden Tagen. 

Kurz vor unserer Mittagspause zog dann doch noch Nebel auf. Im noch leichten Nebel kamen wir an einer Herde wild lebender Pferde vorbei. Diese waren nicht sehr scheu, da sie nicht wirklich wild sind, sondern jemanden gehören und somit Menschen gewöhnt sind. Erkennbar war dies an den Brandzeichen, die sie trugen.

Die Mittagspause wäre dann wieder mit einem Ausblick in ein Tal gewesen, wenn es nicht neblig gewesen wäre.

Lunch is ready. Mit anderen Worten der Topf mit Gemüse, Käse, Fleisch und die Wraps für das Mittagessen wurden bereitgestellt.

Nach der Mittagspause fing es mal wieder an leicht zu nieseln. Jedoch nicht allzu lange und danach klarte es auch wieder auf. Wir waren nun schon in dem Tal angekommen, in dem unsere Übernachtung sein sollte. Das Oranjetal mit dem Fluss Oranje, der hier seine Quelle hat. Der Oranje, in der Nähe unseres Zeltlagers ist ein kleiner Bach und die Quelle für unser Wasser. Aus diesem Bach wird der zweitlängste Fluss im südlichen Afrika, was hier noch kaum zu glauben ist.

Der Kaffee und Tee mit Gebäck schmeckte uns und gab uns Kraft für einen Spaziergang. Wir waren früh angekommen und hatten damit noch reichlich Zeit bis zum Abendessen. Zee sagte, lauft in diese Richtung und zeigte in das Talende. Wir liefen dort hin, überquerten den Bach und wollten gerade einen Hügel hochlaufen, als einer der Träger uns hinterher kam. Wrong Way! Mit ihm als Führer sind wir dann weiter dem Bach gefolgt und als sich das Tal wieder etwas weitete nach links. So kamen wir an eine Kante und konnten nun in das Tal sehen, das wir zur Mittagspause durch den Nebel nicht sahen.

Mit diesem Eindruck sind wir dann langsam wieder zu den Zelten zurück. Das war auch gut so, den am anderen Ende des Tals wurde es immer dunkler. Es waren dann nur Wolken und ein Regen blieb zum Glück aus!

Zum Abendessen gab es Reis mit einer vegetarischen Soße und Würste.

Tour: 13,8 Kilometer, mit weniger als 300 Höhenmeter
Übernachtung auf 2886 Metern in Lesotho


19. Oktober – Trekking

Guten Morgen Sonne. 😊

Die Geierkolonie, die wir lt. Reisebeschreibung am Vortag hätten erreichen sollen, erreichten wir an diesem Morgen. So hatten wir mehr Zeit, um dort zu verweilen und den Geiern in der Luft zuzuschauen. Beobachtet hatten wir die Geier von oben, mit einem guten Blick in das Tal, das sich vor uns zeigte.

Wie soll es auch anders sein, nach dem sonnigen Beginn des Tages zog dann wieder Nebel auf, sodass unsere Mittagspause auch an diesem Tag wieder im Nebel war. Es war jedoch kein sehr dichter Nebel und schränkte uns nicht wirklich ein.

Zu früh gefreut! Der Nebel wich langsam einem Nieselregen. So ist das halt in den Bergen. Unseren Nachmittagskaffee im Camp konnten wir dann wieder im Trockenen genießen. Heute waren wir sogar relativ nah mit unserem Camp an einem Fluss.

Dieser Tag war relativ unspektakulär und wurde mit einem Abendessen aus Nudeln und einer Tomatensoße mit Oliven beendet. Hauptthema am Nachmittag und beim Abendessen war die Bell Traverse und ob wir diese am nächsten Tag gehen können. 

Tour: ~13 Kilometer und ~400 Höhenmeter
Übernachtung auf 2886 Meter in Lesotho


20. Oktober – Trekking – Bell Traverse

Am Abend zuvor teilte Zee mit, dass wir nicht die Bell Traverse gehen werden. Es hatte am Tag geregnet und über Nacht erneut. Nicht ganz happy darüber, aber auch froh, dass die Entscheidung der Sicherheit dient, gingen wir zum Frühstück über. Immerhin begann der Tag mit einem angenehmen, sonnigen Wetter.

Kurz nach dem Frühstück näherte sich auf der andern Flussseite eine Gruppe Schäfer mit ihren Tieren. Erst nachdem Zee mit ihnen gesprochen hat, durften wir Bilder machen. Sie sind auf dem Weg nach Südafrika, um die Tiere zu verkaufen und sich davon ein Auto zu kaufen. 

Unser Weg(!) führte durch die Schafherde und den Hang hoch. Kaum waren wir oben über die Kuppe gekommen, wurde eine Pause eingelegt. Zee hatte während des Frühstücks mitgeteilt, dass wir bei gutem Wetter vielleicht doch die Bell Traverse gehen werden. Nur nach der Kuppe gab es Mobilfunkempfang und das war der Grund für die frühe Pause.

Zee und alle Träger saßen und beschäftigten sich mit ihren Smartphones. Die nutzten sie bereits die ganze Zeit, um Bilder von der Tour und sich zu machen. Hier war die Möglichkeit, mit Zuhause Kontakt aufzunehmen. Es war jedoch auch der Punkt, an dem die Wettervorhersage aufgerufen werden konnte.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hieß es dann, es geht los, und zwar über die Bell Traverse. 😀

Der Weg, besser der Pfad der Bell Traverse ist ein sehr schmaler Pfad, der gerade so breit ist, dass beide Füße nebeneinander Platz haben. Von der Bergkuppe bis zum offiziellen Anfang der Bell Traverse ist es ein nicht ganz so schmaler Weg und führte uns zunächst etwas nach unten. 

Auf der Bell Traverse liefen wir auf dem Pfad, der sich an steilen Hängen entlang windet.

Auf dem Bild ist die erste Stelle zu sehen, an der es hieß, sich deutlich zu konzentrieren. Links vom Weg geht es mehrere Meter gerade nach unten und dann in einem sehr steilen Abhang weiter nach unten. 

Unbeschadet, folgten wir für einige Zeit wieder dem schmalen Pfad bis zur Mittagspause. Natürlich wieder mit Ausblick und diesmal auch tatsächlich mit Ausblick!

Nach der Mittagspause sind wir sehr bald beim herausforderndsten Abschnitt der Strecke angekommen. Warum uns niemand bei der Mittagspause gesagt hat, dass wir besser schon die Stöcke und alles andere wegpacken sollten, ist mir ein Rätsel. So mussten wir dies am steilen Hang auf dem schmalen Pfad erledigen.

Jerry, einer der Träger, der vor mir an der Spitze lief, ist schon um den Felsen gelaufen und gab mir zu verstehen zu warten. Während ich alles in den Rucksack packte, liefen noch drei weitere Träger vorbei. Zuerst gab ich ihnen meinen und dann den Rucksack derjenigen hinter mir. Jetzt war es so weit, dass ich los ging. Um den ersten Felsblock war es noch relativ easy, danach wurde es etwas heikel. Sehr schmal an einem Felsen ohne große Griffmöglichkeiten war es ein unangenehmes Gefühl. Die kleinen Grasbüschel, an denen ich mich festhalten sollte, weckten in mir kein Vertrauen. Die gereichten Hände zur Unterstützung waren nett, wurden von mir jedoch nicht genutzt, da ich eher die Befürchtung hatte im Ernstfall jemanden mit in die Tiefe zu reißen.

Am Ende dieser paar Meter war ich froh es überstanden zu haben und schaute den anderen dabei zu. Diese liefen etwas weiter unten und dort war es wohl einfacher um den Felsen.

Das sieht auf dem Bild harmloser aus als es ist. An dem Felsblock geht es mehrere Meter ziemlich gerade herunter und dann in den steilen Abhang über. Keine Sicherungshaken oder gar ein Seil!
Alle sind heil an dieser Stelle vorbeigekommen und so sind wir weiter auf dem schmalen Pfad zum Cathedral. 

Zuvor fing es jedoch noch an zu Regnen und zu Hageln. Der Hagel ließ nach und der Regen nahm zu und ging in ein Gewitter über. Im Regen sind wir an Bell vorbei und kurz vor Cathedral fanden wir unter einem Felsvorsprung einen Regenschutz. Wir warteten hier, bis das Gewitter vorbeigezogen war.

Leicht durchnässt liefen wir, als es aufhörte zu regnen los. Vorbei an Cathedral und am Ende in einem Geröllfeld nach oben. Hier hieß es gut aufpassen. Alles war nass und das Geröll an vielen Stellen ziemlich locker. So kam es, dass sich bei drei vorauseilenden Trägern auch ein größerer Felsbrocken löst und herab kam. Rock hörten wir zur Warnung von oben. Der Felsbrocken kam auf der anderen Seite herunter und wechselte kurz vor mir die Seite. 😟 Ich konnte mich nicht völlig hinter einen Felsen in Sicherheit bringen und so streifte mich der Felsbrocken leicht am rechten Arm und Oberschenkel. 

Gleicht weiter, um keine weiteren Felsen abzubekommen. Es waren nur blaue Flecken, die sich in den nächsten Tagen verfärbten. Nichts Schlimmes! Ein Träger weiter unten hat es deutlicher erwischt. Dieser humpelte den Rest des Tages.

Oben angekommen, ging es auf der anderen Seite genauso steil wieder herunter. Hier jedoch im Grünen.

Unser Zeltplatz war bald erreicht und wir alle waren überrascht, dass dieser auf einem Hügel, auf  einer Blumenwiese war. 

Wir alle verkrochen uns in die Zelte, sobald sie standen und zogen trockene und wärmere Kleidung an. Der Nachmittagskaffee tat sehr gut. Zee kam noch vorher bei mir vorbei, da sie von dem Träger, der beim Geröllfeld vor mir lief, erfuhr, dass mich der Felsblock erwischte. Ich zeigte ihr die schon leicht bläulichen Flecken und dass diese nur auf Druck leicht unangenehm sind. Alles gut und sie war beruhigt.

Zum Abendessen gab es später im Dunkeln Reis mit Tomatensoße in einer asiatischen Art.

Tour: ~10,5 Kilometer, ~260 Meter hoch und ~650 Meter runter
Übernachtung auf 2482 Meter


21. Oktober – Trekking 

Der Himmel war bewölkt, am Horizont zeigte sich jedoch schon die Sonne. Unser letztes Frühstück in den Bergen und das letzte Mal das Ritual des Packens.

Von unserem Hügel ging es am Ende eine steilere Passage herunter, um dann in einen Pfad am Hang überzugehen. Ziemlich eben, bis wir zu einem Einschnitt kamen, dessen Ende in einer Nebelwolke verschwand. Das war unser Weg in das Tal. Durch den Nebel ging es langsam bergab und dann auf einem Grat weiter. Dass es ein Grat war, konnten wir nur manchmal sehen bzw. erahnen. Die meiste Zeit war der Nebel hier so dicht, dass der Grat nicht als solcher zu erkennen war. Auf einem längeren Stück waren neben dem Weg sehr viele blühende Blumen und brachten mit ihren Blüten ein paar Farbtupfer in das Grau des Nebels.

Viel später wurde es Nebelfrei und auf rund 1800 Meter kamen wir zu den ersten Bäumen. Die Baumgrenze war damit erreicht.

Je weiter wir nach unten kamen und je näher wir uns unserem Ende des Trekkings näherten, desto wärmer wurde es. Nach und nach fielen so die Kleidungsschichten. In der Hotelanlage, die unseren Endpunkt des Trekkings darstellte, war T-Shirt-Wetter angesagt. 

Hier verabschiedeten wir uns von unseren Trägern, nicht ohne vorher noch die Trinkgeldübergabe vorzunehmen und uns für die Tage in den Bergen zu bedanken. 

Zee und eine Trägerin kamen noch mit uns und so fuhren wir zum naheliegenden Camp Didima Cathedral Peak. In diesem Camp und nicht in der Ressort-Anlage des Hotels waren unsere Appartements. 

Wieder einmal zu früh dran! Die Appartements waren noch nicht alle bezugsfertig. Im Aufenthaltsbereich des Hauptgebäudes ließen wir uns nieder und bestellten etwas zu trinken. Da ich Hunger hatte, bestellte ich mir kurz danach noch ein Sandwich, da es unklar war, ob es noch ein Mittagessen geben wird.

Mein Sandwich war noch nicht gekommen als die Zugangskarten für die Appartements ausgegeben wurden. Bis auf eines, das noch nicht fertig war. Das habe ich mir genommen, da ich ja noch auf mein Essen wartete. Nach dem Essen war dann auch mein Appartement fertig und der Fahrer mit dem Bus und meinem Gepäck weg. ☹️ Beim Appartement unseres Guides gab es Mittagessen, bei dem ich mir nichts nahm, da ich schon satt war. Die Konsequenz der üblichen, fehlenden Informationen des Guides.

Alle verzogen sich danach und wollten Duschen – das erste Mal seit Beginn des Trekkings. Da ich mein Gepäck nicht hatte, war das für mich nachrangig und ich machte mir einen Kaffee, mit dem ich mich auf die Wiese vor meinem Appartement begab. 

Auf der Landkarte (Digital!) sah ich einen Wanderweg und nahm mir vor diesen zu erkunden. Zuerst vor das Camp zu einem Rock Art Center. Das war geschlossen und scheinbar schon länger. So folgte ich dem gepflasterten Weg an einem Teich vorbei und einem Fluss in deutlichem Abstand folgend. Dabei passierte ich eine große Herde Antilopen mit viel Abstand. Ich wurde von diesen beäugt und genau beobachtet auf meinem Weg. Der Weg führt am Ende direkt an den Fluss und endete dort mehr oder weniger. Danach war freies Laufen auf dem virtuellen Weg den Hügel hoch angesagt. Am Fuß des Berges kam ich wieder auf markierte Wege und folgte dem Weg den Berg hoch. Ich bin nicht bis ganz nach oben, sondern nur bis zu einem Aussichtsfelsen und danach zurück zum Camp. Es wurde nämlich dunkler und auf dem Rückweg fing es dann auch an zu regnen.

Bei Daniel (einem aus unserer Truppe) holte ich mir anschließend ein Cidre und schaute dem Regen zu. Am späteren Nachmittag trafen wir uns alle zu einem Umtrunk bei Daniel im Appartement. Dort erfuhr ich das der Fahrer zurück ist und ich machte mich auf um mein Gepäck entgegenzunehmen. Wie sich herausstellte hatte der überforderte Guide es die ganze Zeit in seinem Appartement ohne darauf hinzuweisen. 😡 

Nun ja, ich verschwand und duschte ausgiebig. Zum Abendessen trafen wir uns im Appartement des Guides. Nach Plan sollte es wieder ein Braai, also gegrilltes geben. Es gab dann jedoch Geschnetzeltes mit Kartoffelbrei, Reis und Salat. In unserer geselligen Runde (ohne Guide, der sich nach draußen verzog) war es dennoch angenehm.

Tour: ~8,2 Kilometer und ~900 Höhenmeter nach unten
Ausflug: ~4,7 Kilometer und rund 250 Höhenmeter
Übernachtung auf 1420 Meter


22. Oktober – Abreise

Die Nacht in einem richtigen Bett war nicht so erholsam wie die Tage zuvor im Zelt. Es gibt außer der Terrassentür kein richtiges Fenster, das aufgemacht werden konnte. Im Nachhinein gab es den Tipp, das einzige Fenster im Bad zu nutzen!

Ok, aufgestanden und viel zu früh für das Frühstück zog ich mit der Kamera los, um die Zeit bis zum Frühstück zu überbrücken und ein paar Bilder zu machen. Dabei traf ich dann eine andere aus der Gruppe, die mir entgegenkam. Zum Frühstück! Jetzt schon? Der Grund war eine Gibbongruppe, die über die Felder zu ihrem Appartement kamen. Wir liefen ein Stück zurück, da ich die Gibbons sehen wollte. Weiter weg im Gras sahen wir sie. Mit einem Blick nach rechts sahen wir dann aber auch einen in ca. 10 – 15 Metern Entfernung im Gras. Wir drehten uns um und liefen langsam zum Hauptgebäude. 

Ein paar Minuten warten und das Frühstücksbüffet wurde eröffnet. Nach und nach kamen die anderen dazu.

Oben in den Bergen war an diesem Morgen alles in Wolken. Ob das die Wolken sind, die wir die Tage zuvor immer von oben gesehen haben? Von hier sah es zumindest nach kommenden Regen aus und wir waren froh über das feste Dach über uns.

Alles war für die Heimreise gepackt und zum Bus gebracht. Anschließend hatte ich die Zugangskarte des Appartements abgegeben und los ging die lange Fahrt bis zum Flughafen nach Johannesburg. 

Um die Mittagszeit wurde an einer Raststätte halt gemacht. Eine längere Fahrtpause, die wir für die Mittagspause nutzen und dort aßen.

Mit ausreichend Zeit kamen wir am Flughafen an und checkten fast direkt ein. Unser Flug startete um 18:10 Uhr und war wieder mit einem Zwischenstopp in Istanbul verbunden.

Am frühen Morgen des nächsten Tages landeten wir in Frankfurt. Das Svarta auf dem Firmenparkplatz stand war gut, denn auf meiner Bahnstrecke gab es an diesem Wochenende eine Teilsperrung und ohne Auto wäre es eine kleine Weltreise gewesen um nach Hause zu kommen.


Resümee

Sehr gemischt waren die Eindrücke in Südafrika. Von Arm bis Reich, von sonnig bis regen, von Stadt und Wildnis hatten wir alles gesehen.

In und um Kapstadt waren die Tage mit angenehmen Temperaturen verbunden. Die Touren an diesen Tagen waren mit einem höheren Tempo und bei der Überquerung des Tafelberges mit Kletterpartien verbunden. Dies alles, um die Gegend am und um das Kap der Guten Hoffnung kennenzulernen und für den Guide, um zu erkennen, wie unsere Fitness ist.

Die Fahrt von Johannesburg in die Drakensberge und zurück ist sehr lange. Kürzere Wege gibt es jedoch scheinbar nicht. Auf den Fahrten um Kapstadt sahen wir Slums, auf der Fahrt in die Drakensberge ebenso. Dort dann auch viele Orte, die vom Aussehen zwischen normalen Wohngebieten und Slum lagen. Einfach Hütten und Gebäude, aber die Umgebung sah oft verwahrlost und vermüllt aus. Das muss einem bei einer Südafrikareise schon bewusst sein, dass man diesem nicht aus dem Weg gehen kann.

Die Drakensberge und das Trekking dort waren toll. Ab den Tulega Falls ist man praktisch alleine unterwegs. „Oben“ auf den Drakensbergen läuft man sozusagen in einer hügeligen Graslandschaft. Die Tagesetappen waren technisch nicht schwierig, dadurch das es so gut wie keine festen Wege gibt, jedoch mit ihrer Länge nicht zu unterschätzen. 

Die Ausblicke in die Täler waren immer wieder aufs Neue faszinierend. 😀

Das Wetter war in den Drakensbergen insgesamt recht gut. Klar, wir hatten Nebel und Regen, aber dafür das es Frühling war, hielt es sich in Grenzen, und zwar so sehr das wir die Bell Traverse gehen konnten. Über den Winter und allgemein fällt nicht sehr viel Niederschlag in den Drakensbergen. Wer die Tulega Falls mit viel Wasser sehen möchte, sollte wohl eher die Touren im Mai und Juni in Erwägung ziehen.

Das einzig wirklich negative ist das Verhalten des Guides gewesen. Anfangs dachte ich noch positiv, da er sich zum Rauchen immer von der Gruppe entfernte. Nach und nach wurde klarer, dass es eher ein Flüchten war. Insgesamt vermittelte er den Eindruck, dass wir nur ein zu akzeptierendes Übel seiner Arbeit sind. Hinweise und Kommentierungen waren eher spärlich und oft reagierte er verärgert. Kein Wunder, wenn man nichts über den weiteren Verlauf mitteilt und wir uns dann nicht so verhielten, wie er es sich ausgedacht hatte. In der freien Natur war er in seinem Element und dort zeigten sich dann die guten Seiten – leider zu selten.

Ob ich die Reise erneut unternehmen würde? Ja!


Essenszeit während des Trekkings….



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Deutschland – Sächsische Schweiz – September 2018

Für das erste Septemberwochenende stand ein MINI-Treffen mit Ausfahrt in Dresden an. Eine Stadtführung am Sonntagmorgen inklusive. Wenn man schon in Dresden ist, bietet es sich an das Wochenende um ein paar Tage zu verlängern und in die Sächsische Schweiz vor den Toren Dresdens zu fahren. 

So hatte ich es dann auch geplant und umgesetzt. Anreise zum MINI-Treffen war am Freitag, die Ausfahrt am Samstag leider im Regen und Sonntag die Stadtführung. Am Sonntagmittag verabschiedeten wir uns und die meisten fuhren nach Hause und ich in die Sächsische Schweiz.

Vorab gebuchte hatte ich einen Platz für ein Zelt auf dem Campingplatz Berg Oase in Sebnitz. Der Campingplatz liegt am Ortsrand und danach kommt nur noch Naturschutzgebiet – also freie Sicht auf die Sächsische Schweiz. Der Campingplatz selbst ist über drei Terrassen verteilt und recht locker geführt. So gab es eine handvoll Duschmarken und abgerechnet wurde erst am Ende. Mein Zelt baute ich auf der mittleren Wiese neben einem Obstbäumchen auf.

Die Touren für die nächsten Tage suchte ich mir vorab im Internet über Outdoorseiten heraus. Die vier gewählten Touren bieten einen guten Überblick über die Vielfalt des Nationalparks.


03. September – Aussichtsreiche Stiegentour

Am ersten Tag fuhr ich nach Schmilka, kurz vor der tschechischen Grenze. Ein großer Parkplatz war an der Elbe gleich zu sehen. Schmilka selbst ist so klein und urig, dass es dort keine Parkmöglichkeiten gibt und daher ist der Parkplatz am Ortsrand am besten zu wählen.

Der Wanderweg führte mich zuerst an der Elbe entlang zu der Aussicht „Kleine Bastei“, von dort über einen längeren geschlängelten Weg zur Affenwand. ok, so einfach war es dann doch nicht. Ich gelangte in einen Einschnitt, der an einer Felswand endete. Da hoch? Ja, es ist die starke Stiege und oben konnte ich noch ein Pärchen auf den letzten Metern erkennen. Der Aufstieg hoch war schnell gefunden und die spärlich gesetzten Eisenringe zeigten den Weg.

Über den Weg im Wald, der öfters sandig war, hatte ich an ausgesetzten Stellen einen schönen Blick über die Landschaft. Viel später kam ich zur Häntzelstiege. Ohne Stiegausrüstung war mir diese dann doch nicht ganz geheuer. Da auf einem Schild zuvor auf eine Klettersteigausrüstung hingewiesen wurde, lies ich es sein. So bin ich dann über einen Bogen und durch eine Schlucht auf einem anderen Weg oberhalb der Häntzschelstiege herausgekommen und weiter zum Carolafelsen gelangt.

Von hier bin ich dann nach Schmilka zurück und habe dabei die Heilige Stiege von oben herab genommen. Sehr schön – von oben. Von unten gefühlt eine Treppe ohne Ende.

In ungefähr der Mitte macht die Treppe einen Bogen um einen großen Felsen. Dort kamen mir zwei Mädels entgegen. Kaum an dem Felsen vorbei, hörte ich einen Schrei. 😂 Noch mehr Stufen!

Mein Weg war da so viel einfacher! In Schmilka kam ich am oberen Ortsende an und folgte der Straße nach unten zur Elbe. Kurz vor dem Erreichen des Parkplatzes stoppte ich für ein Bild an der alten Bäckerei. Hier hatte ich am morgen etwas für meine Pause gekauft. Sehr empfehlenswert.

Nach dem Abendessen am Campingplatz endete der Tag mit einem tollen Sonnenuntergang.

Tour: 17,6 Kilometer mit Klettereinlage


04. September – kleines Raubschloss

Der Ausgangspunkt für die Wanderung liegt an einer Straße parallel zum Campingplatz im Kirnitzschtal. Um dorthin zu gelangen, musste ich jedoch einen großen Bogen fahren. Das Kirnitzschtal ist u. a. wegen seiner dort fahrenden Straßenbahn bekannt. Der Wanderparkplatz befindet sich bei der Neumannmühle, die einsam in einer Lichtung an der Straße liegt.

Der Wanderweg führte mich nach Süden in Richtung der tschechischen Grenze durch den Wald. Die meiste Zeit ist es ein breiter Forstweg bis fast zum ersten Highlight der Tour. Hier bog ich ab auf einen schmaleren Weg, um zum Winterstein zu kommen. Oben auf dem Winterstein sind die Überreste des Raubschlosses noch zu erkennen. Um dorthin zu gelangen, hieß es durch schmale Felsspalten und auf Eisentreppen hoch zu laufen. Bei Entgegenkommenden war ein Ausweichen nicht so einfach. Dies geht nur an den Stellen, an denen es ein wenig breiter ist. Von oben hatte ich dann eine tolle Aussicht über die Sächsische Schweiz.

Weiter ging es dann wieder größtenteils über Forstwege zu einem alten Zeughaus, das mittlerweile ein beliebtes Ausflugsgasthaus im Wald ist. Bis dorthin kam ich auch an einer Grotte vorbei, an den Bärenfangwänden und auf schmalen sandigen Pfaden in ein Tal. 

Wirklich schön war es, dort unterwegs zu sein. Bilder hatte ich auf dieser Strecke kaum welche gemacht, hätte man doch fast nur Bäume gesehen. Felsformationen, wie die Bärenfangwände, stehen immer wieder aus dem Wald heraus und sind typisch für die Region. Dort wo sie etwas höher sind, kann es durchaus sein, dass Kletterer unterwegs sind. Sandige schmale Pfade durch den Wald laden abschnittsweise zu einem meditativen Laufen ein. Kopf frei und einfach nur laufen.

Am Campingplatz kam ich mit einer mir gegenüber campenden Familie ins Gespräch. Ein großer umgebauten Unimog war deren Zuhause. Sehr interessant, da vieles auch selbst umgebaut wurde. Ich, mit meinem kleinen Zelt, war daneben ein deutlicher Kontrast.😅

Nach dem Abendessen verbrachte ich noch ein wenig Zeit am großen Baum vor dem Campingplatz in der Abendsonne und mit der Sicht auf die Sächsische Schweiz.

Tour: 16 Kilometer


05. September – Basteiaussicht

Zur Bastei kamen wir bereits während der MINI-Ausfahrt. Nur leider im Regen und ohne große Aussicht. Da die Bastei eines der Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz ist, gehört sie einfach für eine Tour dort dazu. Die ausgesuchte Wanderung startet dazu am Parkplatz zur Bastei.

Am Rand des Parkplatzes ging es dann jedoch nicht zur Bastei, sondern seitlich ab zu den bereits dort ausgeschilderten Schwedenlöchern. Ein breiter Weg durch den Wald, der ab den Schwedenlöchern deutlich stärker bergab geht. Bei den Schwedenlöchern gibt es ein paar Engstellen zu durchlaufen, die diese Strecke interessant machen. Zusammen mit dem Sonnenlicht war es ein schöner Weg bis zum langstrestreckten Amselsee.

Am See führte mich ein gut ausgebauter Weg bis nach Rathen. Da Rathen ein Kurort ist, ist der Weg am See ein beliebter Spaziergang und entsprechend gepflegt, während der Woche zum Glück auch nicht völlig überlaufen.

In Rathen angekommen, sah ich eine Eisdiele und konnte nicht widerstehen. 😊

Nun ging es zuerst die Straße zum See zurück, um dann vor dem See die Abzweigung zum Basteiweg zu nehmen. Dieser ist breit und gut ausgebaut, geht jedoch stetig bergauf. Nix mit gemütlichen Spaziergang. 😁

Noch vor der Bastei kam ich an den Überresten des Neurather Schlosses vorbei. Das wurde von mir erkundet und auf die Brücke dort bin ich selbstverständlich auch.

Eine schöne Anlage, die nicht so überlaufen ist, wie die Bastei. Es gibt auch hier ein paar tolle Aussichten, jedoch mit nicht ganz so weitem Blick wie von der Bastei. 

Die Bastei war dann nicht mehr weit und dort bin ich ebenfalls über die gemauerte Basteibrücke. Am Samstag zuvor war es bei Regen kein besonderer Ausblick, heute mit strahlendem Wetter war die Sicht sehr weit über die Sächsische Schweiz. 

Tour: ~7,5 Kilometer


06. September – Heimreise

Ausgeschlafen kroch ich aus meinem Zelt und frühstückte. Danach folgte das übliche packen. Vor der Abfahrt zahlte ich meinen Platz und die genutzten Duschmarken. 

Sodann ging es auf die Fahrt nach Hause.


Resümee

An das MINI-Treffen noch ein paar Tage anzuhängen und daraus einen Kurzurlaub zu machen, war eine gute Idee. Für den September waren die Temperaturen noch sehr angenehm – auch über Nacht. 

Die Sächsische Schweiz ist ein beliebtes Wandergebiet. Innerhalb der Sächsischen Schweiz verläuft sich das und nur an wenigen Punkten waren mir größere Menschenmengen begegnet. Ausnahme hiervon ist die Tour an der Bastei, da dies mit eines der Hauptattraktionen ist und oberhalb eines Kurorts liegt. Aber auch hier hielt sich das an dem Tag, an dem ich dort war, in Grenzen. Es empfiehlt sich oft solche Hotspots eher während der Woche zu besuchen und bewahrheitete sich hier wieder.

Die Wege in der Sächsischen Schweiz boten alles, von normalen Waldwegen, festen Schotterwegen bis zu kleinen schmalen und sandigen Wegen nahe einer Felsenkante. Es wurde so nie langweilig auf den Wegen. Die Stiege und Wege durch Felsformationen taten ihr Übriges dazu.

Von oben betrachtet liegen die meisten Wege im Wald und dennoch bieten sich immer wieder tolle Aussichten über die Region. 😊



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Andorra – Juli 2022

Die Idee einer Reise nach Andorra kam mir bereits 2020. Ich suchte mir damals zwei Campingplätze für die An- und Abreise in Frankreich und einen für den Aufenthalt in Andorra heraus. Nur wurde dann leider in 2020 und 2021 nichts aus dieser Reise aufgrund verschiedenster Bestimmungen.

2022 jedoch war alles gegeben, um die Reise nach Andorra zu unternehmen. Im Gegensatz zu meiner ursprünglichen Planung für eine Alleinreise änderte sich die An- und Abreise, da ich nun nicht mehr alleine unterwegs war. Miri und Micha starteten bereits zwei Tage früher und waren damit einen Tag länger in Frankreich auf dem von mir ausgewählten Campingplatz und einen Tag früher in Andorra. Der Campingplatz war nach Angabe von Miri toll, mit seinen Parzellen und den Details an den Gebäuden usw. Die Wahl des Campingplatzes war somit gut gewesen.

Melli und ich änderten kurzfristig die Unterkunft der Anreise und wählten ein Hostel in Sète anstatt des Campingplatzes. Der Grund dazu war für uns etwas mehr vom Mittelmeer zu erleben.

Der Campingplatz für die Rückreise wurde gestrichen. Die Betreiber hatten aufgehört und den Platz der Gemeinde übergeben. Diese reagierte leider nicht auf Anfragen von uns. Somit suchten wir eine Alternative. Diese war zwar teurer, aber definitiv eine gute Wahl, wie sich herausstellte. Mehr dazu später.


Anreise

18. Juli – Anreise – Sète

Für eine Anreise stehe ich gerne etwas früher auf, um u. a. einem Berufsverkehr aus dem Weg zu gehen. Wenn dann der Wecker sich deutlich vor 4:00 Uhr meldet, bin ich schon am Grübeln, ob es wirklich eine gute Idee ist. Bis Sète sind es nach dem Routenplaner über 1000 Kilometer und daher ist es schon gut so früh los zu fahren.

Bis Lyon verlief alles ohne Problem, ab Lyon bis Orange jedoch wurde es merklich mehr Verkehr und immer wieder kamen Staus oder stockender Verkehr, sobald wir eine größeren Stadt passierten. Auf der Fahrt legten wir regelmäßig Pausen ein, für die Melli belegte Brötchen und Sandwiches eingepackt hatte. Kurz nach Lyon stieg das Thermometer in Svarta an und zeigte eine Außentemperatur bis zu 41,5 Grad. Wirklich Pause? Ja! Zum Glück gab es schattige Plätze unter Bäumen, die uns vor der direkten Sonne schützten.

In Sète angekommen, waren es dort am Mittelmeer um 19:00 Uhr immer noch 29 Grad. Vom Parkplatz zum Hostel Georges mussten wir zwei Brücken überqueren und einem Kanal einige Meter folgen. Ein bisschen Venedig Feeling. Im Hostel war der Eingangsbereich und sogar unser Doppelzimmer angenehm gekühlt. 😊

Kurz frisch gemacht und schon waren wir auf der Suche nach einem Restaurant für das Abendessen. Auf einem Platz passierten wir eine Bühne mit Live-Musik und vor einigen Restaurants waren ebenfalls Musiker am Spielen oder an der Vorbereitung dazu. Der Grund war, wie sich herausstellte, das Jazz-Festival, das in dieser Woche in Sète war. 

Zu Essen haben wir ein Restaurant an einem Kanal gefunden. Dabei konnten wir Ruderer beim Training beobachten und uns über mangelnde Englischkenntnisse der Bedienung amüsieren. Bestellt hatten wir neben Wasser je eine Sprite. Erhalten hatten wir Aperol Spritz. Na ja, wenn’s denn schon da ist. 😊

Gleich zurück in das Hostel wollten wir nach dem Essen noch nicht und sind daher ein wenig durch Sète bis zum äußeren Kai gelaufen. Sehr angenehm an den Kanälen und mit dem Jazz-Festival bestimmt auch eine Reise mit mehr wie einem Tag Aufenthalt wert.


19. Juli – Anreise – Mittelmeer und Pyrenäen

Nach einer erholsamen Nacht und einem ausreichenden Frühstück im Hostel machten wir uns auf die weitere Reise. Zunächst bis Saint-Pierre-la-Mer, nordwestlich von Narbole. Ein Fischerdorf mit einem riesigen Strand. Das Navi in Svarta führte uns dabei über sehr eigenwillige Straßen, die in Deutschland eher als Promilleweg durchgehen würden. Immer wieder spannend, wo einen das Navi des MINI’s hinführt. 

In Saint-Pierre-la-Mer verbrachten wir ein paar Stunden am und im Meer. Am Strand war mehr wie genügend Platz und das Wasser des Mittelmeers angenehm warm.

Bevor wir weiter fuhren, kauften wir noch ein paar frische Waren für das Abendessen und die nächsten Frühstücke ein. Auch reichlich belegte kleine Fladenbrote fanden den Weg zu uns.

So ging es über die Autobahn Richtung Barcelona und bei Perpignan in das Landesinnere auf die Schnellstraße N116 – auf in die Pyrenäen. Zunächst noch mehrspurig, wurde die Straße später nur noch einspurig. Kurz davor machten wir eine Pause und aßen unsere Fladenbrote. 

Die anschließende Strecke wurde zunehmend kurviger 😀 und brachte uns immer höher bis über einen Pass kurz vor Andorra. Nach der Grenze zu Andorra entschieden wir uns für den kostenpflichtigen Tunnel, da wir bereits länger unterwegs waren und erwartet wurden.

In Andorra kam nach Soldeu die Abfahrt in das Tal d’incles, die gesperrt war. Wir hatten jedoch von Miri zuvor die Info erhalten, die Sperrungen zu ignorieren. Auch konnten wir an der Schranke in das Tal hinein durchfahren, da es bereits nach 18:00 Uhr war. Die einspurige Straße in das Tal ist nämlich von Morgens bis Abends nur mit Sondergenehmigung befahrbar. Am Campingplatz Camping Font de Ferrosins bekamen wir mit der Anmeldung einen Zettel, der uns die nächsten Tage die Zufahrt sicherte.

Während des Aufbaus unserer Zelte kamen Miri und Micha von einer Wanderung zurück. Nach der Begrüßung bauten wir unsere Zelte fertig auf und begannen anschließend mit dem Kochen des gemeinsamen Abendessens – Mie-Nudeln mit frischem Gemüse aus Frankreich.


Andorra

20. Juli – Estany de l’Estanyo

Der erste Wandertag in den Pyrenäen begann mit noch kühlem Wetter am frühen Morgen. Kaum war die Sonne zu uns in das Tal vorgedrungen, wurde es merklich wärmer. 

Die Anfahrt sollte nach Navi nicht kompliziert sein. Sollte! Micha, der vorneweg fuhr, bog in einem Ort plötzlich ab. Wohin will er denn? Wir sind dann hinterher und kamen so auf eine kurvige Straße zu einem Pass mit einer Aussichtsplattform. Eine schöne Alternative zur Hauptstraße. Danach ging es noch über eine kurvenreiche Straße bis kurz hinter El Serrat. An einer Mautstation zahlten wir die Gebühr, um auf den Parkplatz für unsere Tour zu gelangen.

Diese erste Tour in Andorra war eine von den Anforderungen her leichte Tour. Vom Parkplatz folgten wir einem breiten Schotterweg, den wir für einen Schlenker direkt an einem Bach entlang verließen. Dieser Bach im Naturpark Sorteny war unser ständiger Begleiter. Wie erwähnt, anfangs an einem Schotterweg, später an einem schönen Wanderweg. Die Steigung war verhältnismäßig gleichmäßig auf die rund vier Kilometer bis zu unserem Ziel, dem Bergsee Estany de l’Estanyo verteilt.

Während des Aufstieges begegneten uns sehr wenige andere Wanderer. Am Bergsee waren dann jedoch gleich zwei größere Gruppen zu sehen. Die eine zog bald weiter und die zweite war hinter einer Biegung des Sees kaum zu sehen und so hatten wir das Gefühlte nur mit wenigen anderen verteilt, um den See dort zu sein.

Müsliriegel und Mangostücke waren unsere Verpflegung bei der Rast am See. Danach hieß es fast denselben Weg wieder zurückzugehen. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke bogen wir zum Refugio  Bord de Sorteny ab, das wir auf der anderen Talseite schon am Morgen gesehen hatte. 

Am Refugio kehrten wir für eine Rast ein. Es gab Gegrilltes, eine kalte Tomatensuppe und einen Käsekuchen – je nach Lust der jeweiligen Person. Eigentlich war uns dabei nach Schatten, da die Sonne schon den ganzen Tag schien, am Refugio war allerdings auch immer wieder ein böiger Wind, der das Aufspannen der Sonnenschirme nicht zuließ und wir so auf der schönen Terrasse in der Sonne saßen.

Gesättigt traten wir den Rest des Weges bis zum Parkplatz auf einem breiten Weg an. Von diesem wichen wir für einen alternativen kleinen Pfad bis zum Parkplatz ab. Eine schöne Extraschleife, die kurz vorm Parkplatz dann noch mit Höhenmetern belohnt wurde. 😅

Auf dem Rückweg zum Campingplatz legten wir einen Einkaufsstopp ein, um Verpflegung für die nächsten Touren und frisches Gemüse für das Abendessen, ein Gemüsecurry mit Couscous einzukaufen.

Tour: 9 Kilometer, 732 Höhenmeter


21. Juli – Pic de Gargantillar 

Für diesen Tag stand nur eine kurze Anfahrt vor uns. In nicht einmal 15 Minuten waren wir schon auf dem Parkplatz zu mehreren Sesselliftstationen. Alles war fast leer und machte einen verlassenen Eindruck. Klar, die Hauptaktivität hier erfordert Schnee, der weit und breit nicht zu sehen war.

Auf dem ersten Kilometer liefen wir auf einem Zugangsweg bzw. auf einem Teil einer Skischneise durch den Wald. Breit, staubig, kahl und nicht im Geringsten attraktiv im Sommer. Das änderte sich, als wir auf einem kleinen Pfad durch den Wald nach oben abbogen. Am Ende des Pfades erreichte wir den ersten See des Tages.

Die gelben Punkte meist ohne Smiley 😊 waren unsere Wegmarkierung. Diesen Markierungen und Wanderschildern an Kreuzungspunkten folgten wir dem Weg vorbei an insgesamt sieben Seen und weiteren, die wir nicht direkt passierten, gemütlich bis unterhalb eines Passes. Ab hier wurde es deutlich steiler und der Weg führte uns in Serpentinen hoch zum Pass. Am Pass nach links, über einen Grad, hieß es auf einer großen Wiese bis zum Rand und damit zum Gipfel zu laufen. Auf über 2800 Meter waren wir und hatten eine super Aussicht. 😀

Unsere Pause legten wir danach an einer windgeschützten Stelle zwischen Gipfel und Pass auf dem Rückweg ein.

Eine Reisegruppe, die an diesem Tag ebenfalls hier unterwegs war, lief nur bis zum obersten der größeren Seen um dort eine Rast mit Baden im See zu verbringen. Danach war es für uns deutlich ruhiger und auch beim Abstieg auf demselben Weg zurück zum ersten See begegneten wir keiner Gruppe mehr.

Am Restaurant, welches am ersten See lag kehrten wir ein um anschließend die letzten Meter dann auf der Skipiste bis zum Parkplatz zu laufen.

Mir ging auf der Tour die Sonnencreme aus, so das ich nach dem Duschen am Campingplatz mit Melli noch eine Shoppingtour einlegte. Wir waren in insgesamt drei Märkten, um Zutaten für unser Abendessen zu besorgen und in einer Pharmacia für die Sonnencreme. Merke, Gemüse ist in Andorra außerhalb der Hauptstadt nicht so einfach zu bekommen.

Das Abendessen waren Gnocchis mit Tomaten und Feta.

Tour: 12,8 Kilometer, 758 Höhenmeter


22. Juli – Estanys de Juclar

Über 900 Höhenmeter wird die Tour an diesem Tag nach dem Wanderführer haben. Daher sind wir zeitig aus den Zelten, hatten gefrühstückt um früh die schmale Straße bis zum Ende des Tales zu fahren. Der Wanderparkplatz war noch fast leer und das Tal in diesem Bereich noch im Schatten und kühl. So kühl, das wir mit Fleecejacken los liefen. 

Wir folgten einem breiten Weg an einem Bachlauf langsam und gleichmäßig nach oben bis wir zu einer alten, gemauerten Brücke kamen. Hier war auf der anderen Seite ein Rastplatz mit mehreren Feuerstellen und in der Mitte eine Quelle. Für uns noch viel zu früh für eine Pause. Immerhin ist uns bis zu diesem Punkt schon so warm geworden, das wir die Fleecejacken zwischenzeitlich ausgezogen und eingepackt hatten.

Ab dieser Brücke liefen wir auf einem schmalen Wanderpfad weiter bergauf, immer der Sonne entgegen. Der Weg war nun nicht mehr gleichmäßig ansteigend sondern variierte. Von fast flach bis leicht bergauf durch Wiesen bis steinig und steil war alles dabei. Den Bach überquerten wir dabei mehrmals bis wir zu dessen Ursprung, einem aufgestauten See gelangten.

Rund 500 Höhenmeter hatten wir nun schon hinter uns und es war Zeit für eine Pause am See. Das Refugio in Seenähe verbarg sich von unserem Rastpunkt hinter einer Kuppe, für unsere Pause suchten wir bewußt einen schönen Platz direkt am Wasser auf.

Danach ging es oberhalb des Sees bis kurz vor dem dahinterliegende See, um zwischen den Seen hindurch zu gehen. Auf der anderen Seite führte der Weg über eine steilere Bergwiese und mehrere kleinere Senken bis zu einem Pass. Von diesem Pass sahen wir in das nächste Tal, welches schon in Frankreich liegt.

Der Pass war der Punkt zum Richtungswechsel. Der Weg nach rechts bergauf wurde immer undeutlicher und führte uns in ein Feld großer und kleiner Felsbrocken, welches Anfangs noch durch einige Grasflächen abwechslungsreich war. Ein eindeutiger Weg war, nachdem die Grasflächen aufhörten nicht mehr zu erkennen. Die gelben Punkte zur Markierung fehlten und Steinhäufchen zur Markierung gab es so viele, das es nicht eindeutig war und manche uns auch in Sackgassen führten. So beschlossen wir dann den letzten Kilometer bis zum Pic d’Escobes nicht weiter zu suchen und wieder zurück zu gehen. 

Auf dem Rückweg legten wir am hinteren See eine längere Rast ein. Es war auf einer Wiese, die flache zum See führte und wir waren nicht die Einzigen hier. Bevor wir uns unserem Brot und dem Käse widmeten, kühlten wir uns mit den Füßen im See ab. Sehr erfrischend.

Nach dem Snack und einem Sonnenbad hieß es weiter gehen. So weit war unser nächster Anlaufpunkt gar nicht entfernt. Am größeren See entlang kamen wir bald am Refugio de Juclar an. Ein kühles Getränk auf den gemütlichen Sitzplätze tat gut. 

Vom Refugio liefen wir den identischen Weg zurück in das Tal. Eigentlich nichts, was besonders zu erwähnen wäre, wäre uns nicht die Truppe “Jazz Voyager” entgegen gekommen. Fünf Personen in zwei Gruppen liefen mit ihren Instrumenten bergauf. Vermutlich bis zum Refugio. Beachtlich dadurch, das sie die Instrumente auf dem Rücken trugen, aber auch da die Sonne mittlerweile sehr deutlich zeigte, das sie zu wärmen im Stande ist.

Am Campingplatz gönnte ich mir nach dem Duschen einen Kaffee und unterhielt mich dabei mit Danny, der, wie sich herausstellte, der Campingplatzbetreiber ist.

Unser heutiges Abendessen war ein Kichererbsencurry mit Reis.

Tour:  12,8 Kilometer, 841 Höhenmeter


23. Juli – Andorra la Valle

Der heutige Tag sollte ein Ausgleichstag für die Wandertouren werden und eher dem Sightseeing dienen. So schliefen wir an diesem Tag länger. Ich war die Erste die aus dem Zelt kam und bereitete die Unterlage aus um einen Kaffee zu kochen. Nach und nach kamen Melli und Miri dazu. Bei Kaffee und Tee unterhielten wir uns einige Zeit, bis Micha aus dem Zelt kroch und wir mit dem Frühstück langsam begannen.

Andorra la Vella wollten wir uns ansehen. Die höchstgelegene Hauptstadt Europas auf über 1000 Metern liegend.

Wer mich kennt, weiß das ich vor einer Reise immer schaue ob es in der Nähe eine lokale Seifenherstellung gib. Die gibt es es auch in Andorra, in einem Vorort der Hauptstadt. Wir entschieden uns zuerst dorthin zu fahren. 

Hm, ein Wohngebiet in Sispony und hier soll das Geschäft sein? Ich hielt an einer Straße, in der Nähe der Adresse und fast zeitgleich kam aus der Wohnung daneben ein Mann. Ohje! Er erkläre mir freundlich, wo der eigentliche Besucherparkplatz für das Wohngebiet ist.

Da er hier wohnt, müsste er das Geschäft ja kennen und ich fragte ihn danach. Nein, ist ihm nicht bekannt und das ist ja ein Wohngebiet. Er lies es sich allerdings nicht nehmen und rief die notierte Telefonnummer an. Danach erklärte er mir, das es nur eine offizielle Adresse und kein Geschäft ist. Die Betreiberin sei jedoch an diesem Tag auf einem Markt in der Nähe. Nun versuchte er mir den Weg zu erklären. Nicht so einfach in Englisch, gemischtem mit Katalan bzw. Spanisch. Ich bat Miri dazu zukommen, da sie Spanisch ein wenig beherrscht. Der Mann faltete die Hände und dankte, das er in Spanisch den Weg erklären konnte. 😅 Zuvor und auch nun nochmal bot er an uns zum Markt zu führen. Er lies sich gar nicht davon abhalten. So fuhr er vorneweg und wir ihm hinterher zum Markt. Dort bedankte ich mich nochmals bei ihm. Er kündigte uns telefonisch noch bei der Seifenherstellerin an und fuhr dann wieder zurück.

Verrückt – zuerst dachte ich, ich bekomme eine Predigt, da ich an der Straße hielt und zum Schluss bekamen wir einen Geleitservice bis zu einem Markt. 😀

So waren wir nun am Parc Gran del Cola Jardi Botanic in La Massana, in dem der Markt war. Viele verschiedene Stände von Künstlern, lokalen Herstellern von Waren und Essensständen waren aufgebaut. Und ja, auch von Luna. Wir begrüßten Sie, mit dem Hinweis das wir angekündigt wurden. Es kam ein interessantes Gespräch zustande und uns wurden die einzelnen Seifen und Öle soweit erklärt, wie es der Sprachschatz zuließ. Fündig, sind wir alle geworden. Nicht nur bei der Seife, auch später beim Mittagessen auf dem Markt.

Nach dem Marktbesuch und dem Mittagessen fuhren wir nach Andorra la Vella um uns dort die Altstadt anzusehen. Kurz gefasst: Kann man machen, muss es aber nicht. Ein paar enge Gassen mit vereinzelt alten Gebäuden, hauptsächlich aber neuere hohe Gebäude. 

Zumindest sind wir in der Nähe des Parkplatzes in einem Supermarkt fündig geworden. Hier gab es frisches Obst und Gemüse in reichlicher Auswahl und so haben wir zugelangt. Kurz vor dem Parkplatz hatte ich mir an einem Eisstand noch ein Eis gekauft. 😊

Auf der Rückfahrt zum Campingplatz hielt ich in unserem Tal, dem Valle d’Incles bei einem Restaurant, das von der Straße nicht unbedingt als solches zu erkennen ist. Am Vormittag hatte ich mich mit Danny unterhalten und gesagt, das wir dort an diesem Abend essen gehen möchte. Er sagte mir, das er auf seinem Weg am Mittag dort halt machen und für uns reservieren wird. Nun wollte ich dies bestätigt wissen. Leider gab es keine Reservierung im Espai Gastronomic Art_Etxe und auch keine Plätze mehr. Wie sich herausstellte war Danny zwar dort, der Mann der Betreiberin hatte die Reservierung nur nicht weitergegeben. Schade, das Essen soll sehr gut sein und das Ambient sieht vor Ort wirklich so aus, wie auf den Bildern auf Instagram.

Wir suchten dann am Campingplatz nach einer Alternative und beschlossen das Restaurant am Ende des Tals auszuprobieren.

Es war früher Nachmittag und noch viel Zeit. Während alle anderen Faulenzen wollten, machte ich mich auf zu einer Tour durch das Valle d’Incles, das uns auf dem Markt am Morgen als eines der schönsten in Andorra angepriesen wurde. Zuerst die Straße bis zum Talanfang und dann auf der anderen Bachseite einen Wanderpfad bis fast zum Talende. Den letzten Kilometer bin ich dann auf der Straße bis zum Restaurant, welches am Wanderparkplatz vom Vortag liegt. Es war geschlossen, ich erreichte jedoch eine Dame und fragte nach einer Reservierung für vier. Es war möglich und so reservierte ich für uns. Vermerkt wurde die Reservierung für Andrea.

Die Reservierung war ab 20:00 Uhr im Restaurant lOvella Negra. 20:00 Uhr, da erst ab dieser Uhrzeit geöffnet ist. Begrüßt wurde ich von der selben Dame, bei der ich reservierte hatte mit Namen. Sie erklärte uns die Gerichte auf der übersichtlichen Speisekarte. Nach der Bestellung der Getränke bei der Bedienung erfolgte die Bestellung der Speisen. Alle dort waren sehr aufmerksam und freundlich. Wir verbrachten so einen sehr genußreichen Abend am Ende des Tales in einem tollen Ambiente.

Wer früh genug bucht, bekommt sicherlich einen Platz im Inneren, wir hatten einen Tisch im freien unter einem Dach und damit einen freien Blick in das schöne Tal.

Tour:  Hauptstadt Andorra la Vella und Valle d’Incles ( 6,1 Kilometer, 144 Höhenmeter)


24. Juli – Circ de Tristania

Auch an diesem Tag sind wir später los. U. a. da wir Baguettes am Campingplatz bestellt hatten und diese erst ab 8:30 Uhr abholen konnten. Die heutige Tour lag an der Straße, hinter der des ersten Tages. So sind wir den selben Weg und auch bewusst wieder über den Pass mit dem Aussichtspunkt gefahren. Bewusst, da wir dort einen Halt eingeplant hatten. Auf dem Weg zum Pass hoch und auch auf der anderen Seite herunter sind uns sehr viele Radfahrer entgegengekommen. Die meisten von ihnen mit einer Startnummer eines Rennens.

Der Halt hatte jedoch nichts mit dem Radrennen zu tun, sondern mit der Aussichtsplattform am Pass. Die Aussicht vom MIrador Roc del Quer in das Tal war toll. Es kostet zwar Eintritt um auf die Glasplattform zu dürfen, es lohnt sich jedoch. Von hier gibt es noch einen Weg zu einem größeren Baum und in der Nähe ist noch eine Hängebrücke. Wer möchte findet hier noch einiges zum Erkunden.

Bis zu unserem ausgesuchten Parkplatz für die Wandertour sind wir leider nicht gekommen. Hinter einer Gondelstation ist die Straße tagsüber gesperrt. Kurz entschlossen parkten wir an der Gondel und nahmen diese über den Berg in das nächste Tal und kamen damit fast am Ausgangspunkt unserer Wandertour an. 

Hier liefen wir gemütlich ein Tal nach unten um dann bergauf über einen kleinen Pass zum nächsten Tal zu laufen. An diesem Tag war auf dieser Tour schon deutlich mehr los, wie an den vorherigen Tagen. Lag bzw. liegt wohl auch an den geringen Anforderungen der Tour, wenn man diese nur um die Seen nimmt. Wir jedoch sind weiter und oberhalb des dritten Sees um diesen herum. Dieser Weg war dann für uns ganz alleine. 

Kurz vor unserer Pause kamen wir an einer frei laufenden Herde Pferde mit Glocken vorbei. Aufgrund des Tones der Glocken dachten wir, wir kämen an Kühen vorbei – falsch gedacht. Das ist auch das erste Mal gewesen, das ich das bei Pferden erlebt habe.

Ab der Pause verlief unser Pfad an einem steilen Hang auf einer Ebene um den See. Gelegentlich leicht hoch und runter, ansonsten fast gerade und durch mehrere Geröllfelder, was es abwechslungsreich machte. Am Ende kamen wir an einer Weggabelung des ersten Sees heraus und nahmen dort den Weg zur Gondelstation. An der Gondelstation kehrten wir für ein kühles Getränk in dem Restaurant La Coma ein bevor es mit der Gondel zurück ging.

Auf dieser Wanderung sahen wir zum ersten Mal in diesem Urlaub blühende Rhododendren. Oft sind wir in den letzten Tagen an vielen Rhododendren- und Blaubeerbüschen vorbeigekommen. Allerdings waren alle schon verblüht.

Für die Rückfahrt nahmen wir die schnellere Strecke ohne die Passüberquerung zum Campingplatz. Dort liefen Melli und ich vor dem Duschen am Campingplatzgebäude vorbei zum Bach. Wir kühlten uns im seichten Bach die Füße an diesem sehr warmen Tag. Es war richtig angenehm. 😀

Später begannen wir mit dem Abendessen Thai Curry mit Reis. Ordentlich scharf! 😂 Manchmal sollte man vielleicht doch Reste nicht verwenden – insbesondere bei Currypaste!

Tour: 6,7 Kilometer, 479 Höhenmeter


25. Juli – Estanys de Vall l’Incles

Den letzten Tag wollten außer mir alle sehr gemütlich gestalten. So aß ich zu meinem Kaffee lediglich eine Banane und bereitete alles für eine Tour vor. Die Einzige, die dabei aus dem Zelt kam war Melli. 

Über die Straße am Campingplatz lief ich nicht ganz einen Kilometer bis es nach links den Berg hoch ging. Ein schöner Wanderpfad in den frühen Morgenstunden. Dieser führte mich durch einen Wald auf eine leicht hügelige Wiesenlandschaft mit Blick in das Tal d’Incles. Dem Weg folgte ich weiter bis zu dem See Estany de Cabana Sorda und einer dortigen Übernachtungshütte. Früh am morgen waren schon einige am See verteilt, die in der Hütte übernachteten und den Tag begannen.

Von diesem See führt ein Wanderpfad über drei weitere Seen bergab. Theoretisch bergab, wenn man vorher nicht auf die Höhenlinien in der Karte sieht. 😅 Praktisch hieß es zunächst rund 150 Höhenmeter nach oben zu laufen, mit freiem Blick auf den See zurück und die Berge voraus. Die nächsten Seen erreichte ich nacheinander über eine hügelige Wiesenlandschaft.

Am zweiten See, dem Salamander See (3. Bild), lief ich nicht einfach so vorbei, sondern legte eine längere Rast inkl. einer Schwimmrunde im See ein. Erfrischend und so ruhig hier oben, wenn keiner in der Nähe ist. 😊

Auf dem weiteren Weg, am letzten See und danach kamen mir zwei größere Gruppen entgegen. Bis zu diesem Zeitpunkt traf ich gelegentlich immer wieder nur vereinzelt andere Wandernde. Danach bog ich auf einen seltener begangenen Pfad ab und schon war ich wieder alleine. Der Pfad war wildwüchsiger und führte durch Wald und Wiese hinunter in das Tal. Das letzte Stück dann allerdings auf einem steilen geteerten Weg zur Straße und bald darauf war ich wieder am Campingplatz.

Zur Abkühlung ging es wieder kurz zum Bach und dann unter die Dusche. Aus der Dusche heraus und um das Gebäude traf ich die anderen, die von Ihrer Tour durch das Tal zurück gekehrt waren. Sie sind dann für einen Mittagssnack weiter die Straße zum Talausgang gelaufen.

Während ich am Campingplatz blieb, zum Teil schon für den nächsten Tag packte und mich dann bei einem Kaffee mit Danny unterhielt. 

Für Wickie und Onni hatten wir noch keine Postkarte gekauft. So sind Melli und ich am Nachmittag nach Soldeu um eben dies nachzuholen. Eine Briefmarke dazu gab es leider nicht. Dafür aber einen Spaziergang durch Soldeu, das abseits der Hauptstraße durchaus auch schöne Ecken zu bieten hat.

Das Abendessen bereiteten wir dieses Mal im Campingplatzgebäude zu und aßen dort auch unsere Nudeln mit Tomaten und Mozzarella. Das taten wir, da an diesem Abend ein kräftiger Wind durch das Tal blies und so das Kochen bei den Zelten sehr unangenehm gewesen wäre.

Tour: 9,1 Kilometer, 758 Höhenmeter


Heimreise

26. Juli – Heimreise – Le Boyer

Der Wecker an diesem Tag machte sich sehr früh bemerkbar. Nötig war dies, da wir Frühstücken wollten und alles packen mussten vor der Abreise. D. h. auch die Zelte abbauen usw. So packten wir es dann auch wie angepeilt um 8:00 Uhr in der Früh die Reise nach Frankreich zu unserer Zwischenübernachtung anzutreten.

Melli und ich sind vorgefahren und Miri und Micha einige Minuten später hinterher. Das Navi leitete uns durch den Tunnel Richtung Frankreich. Kaum aus dem Tunnel waren wir in einer Nebelwolke, im direkten Sonnengegenlicht. Alles was wir sahen war ein helles Weiß um uns herum. Die Straße war dadurch kaum zu erkennen. Faszinierend aber auch anstrengen zu fahren. Zum Glück wurde es nach zwei Kurven dunkler und nur noch normaler Nebel, der sich nach und nach auflöste, je weiter wir kamen. 

In Frankreich, auf der Autobahn holten uns die beiden anderen ein und kurz nach Orange legten wir auf einem Rastplatz unter Bäumen eine gemeinsame Pause ein. Um uns zirpte es nur so. Den Zikaden gefiel das sonnige und warme Wetter wohl. Die Zikaden hatten wir bereits auf unserer Anreise im südlichen Frankreich oft aus dem Auto gehört und nun direkt um uns.

Weiter ging es bis Lyon und dort folgte nochmals ein Stopp. Diesmal nur Melli und ich, da ich auch tanken musste. Die anderen beiden hatten bereits vorher einen Stopp zum Tanken eingelegt. Hinter Lyon verließen wir die Autobahn um zu unserer Unterkunft in Mantenay-Montlin zu kommen. Das Le Boyer Chambre d’hôtes liegt nicht im Ort, sondern mitten in den Feldern in der Nähe des Ortes. Der Weg dorthin ist zwar geteert, aber nur einspurig und eher für den landwirtschaftlichen Verkehr ausgelegt. Was haben wir den da bloß gebucht? Dann aber kamen wir an, an dem ehemaligen Bauerngehöft. 

Von der Dame des Hauses wurde ich mit Namen begrüßt. War wohl klar, das nur noch wir heute kommen werden. Uns wurde zuerst das Zimmer im Anbau und dann der Bauwagen gezeigt. Melli und ich wählten den Bauwagen für die Nacht. So bezogen wir unseren Bauwagen, die beiden anderen das Zimmer und trafen uns alle kurz danach im Pool. 😀

Für das Abendessen gab es auf Nachfrage ein paar Empfehlungen, von denen wir das La Cantine – Institut Du Burger wählten. Ein Burger Restaurant zu dem es wieder auf kleinen abenteuerlichen Straßen ging. Im Hinterland ist es mit Englisch tatsächlich auch heute noch schwer. Unsere Bestellung klappte nur mit Hilfe der Französischkenntnisse von Miri.

Gesättigt ging es zurück und in die Betten.


27. Juli – Heimreise

Die Frühstückstische im Freien gegenüber des Haupteinganges waren bereits gedeckt, als ich morgens dort erschien. Mein Erscheinen wurde bemerkt und schon füllte die Dame des Hauses den Tisch mit dem Frühstück. Melli kam dazu und kurz danach auch Miri und Micha, so das die Frage nach den Getränken direkt beantwortet werden konnte. Frühstück im Grünen mit Kaffee und warmen Kakao. 😀

Wir packten noch die paar Sachen im Bauwagen und verabschiedeten uns. Miri und Micha brauchten etwas länger und folgten uns einige Zeit später. Kurz nach der Überquerung der Grenze zu Deutschland machten wir eine Pause an einem Rastplatz. Siehe da, direkt vor uns bei der Bestellung des Kaffees waren Miri und Micha. Irgendwo müssen die uns wohl überholt haben. So konnten wir noch eine letzte gemeinsame Pause machen, bevor wir getrennt nach Hause fuhren.


Resümee

Andorra und die Pyrenäen sind noch nicht so überlaufen wie die Alpen und so waren wir oft alleine oder nur mit wenigen anderen auf den Wanderwegen unterwegs. Abgesehen von der Hauptstadt, welche auf rund 1000 Metern liegt waren wir im Norden des Landes zwischen ~1800 und ~2800 Metern unterwegs. Wir hatten in unserer Woche durchgehend gutes und sonniges Wetter. 

Die Wanderungen waren zum Teil in Bergregionen, in denen kein Wintertourismus statt findet, zum Teil aber schon. Hier muss einem klar sein, das Andorra eher auf Winterurlaub fixiert ist und dementsprechend Schneisen in den Bergen für die Pisten existieren. Auch sind die Orte oft für diese Urlaubsgruppe ausgerichtet mit ihren hohen Hotelgebäuden. Pistengebiete und die Hotelburgen kann man bei geschickter Planung jedoch gut vermeiden, wenn man möchte.

Es gibt in Andorra sehr viele Berge über 2000 Meter. Gefühlt gibt es mindestens genauso viele Bergseen. Sehr oft haben wir verblühte Rhododendrenbüsche gesehen. Teils sogar schon mit neuen Knospen. Es sieht bestimmt toll aus, wenn diese Rhododendrenbüsche in der gesehenen Menge eine Blütenteppich bilden. 

Für einen Aktivurlaub abseits der Massen ist Andorra auf alle Fälle zu empfehlen. Nur die Anreise ist entweder wie in unserem Fall lang oder mit Flug/Bahn sehr umständlich. 

Sollte ich nochmals in die Pyrenäen reisen, dann eher mit dem Flugzeug oder der Bahn und in Spanien oder Frankreich. Vermutlich westlich von Andorra. Aber wer weiß….

Zu Frankreich selbst wird das Essen immer so hervorgehoben. Das, was wir dort aßen, war eher Durchschnitt. OK, aber auch nichts wirklich besonderes. Den Kaffee hingegen kann man dort getrost vergessen, ist er doch immer sehr wässrig gewesen.



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Nepal – Trekking in Solo Khumbu und Kathmandu – März 2019

No Mountain To High. So zumindest der Titel eines Fotobuches von Miri, die mit mir in den Himalaya mochte. Dort ist das uns allerdings dann doch zu ambitioniert, denn der Mount Everest (oben im Bild hinter der Wolke) ist nichts für eine Urlaubs-/Trekkingreise.

Nach dem Vergleich einiger Reisen in die Solo Khumbu Region in Nepal haben wir uns für ein Angebot des DAV Summit entschieden – Everest Summit Lodges – Komfort-Trekking ins Ama Dablam Basecamp. Das Ama Dablam Basecamp war nach dem Titel zwar das Hauptziel, der höchste Punkt der Reise jedoch war ein Pass etwas oberhalb. Höhenluft auf 5000 Metern schnuppern. 😀

Diese Reise hatte uns am besten gefallen in Bezug auf die Höhenanpassung und dass es mit den ausgewählten Lodges etwas komfortabler ist. Da wir getrennt buchten und in unterschiedlichen Städten wohnen, hatten wir uns einen Zeitpunkt ausgesucht und dann per Chat die Buchungen zum zeitgleich ausgeführt. Das hat problemlos geklappt. Für mich hieß es nun nach Darmstadt zum Generalkonsulat fahren und ein Visum beantragen. Dort war ich zwei Jahre zuvor schon für eine Reise nach Bhutan über Nepal. Es ist zwar möglich das Visum am Flughafen von Kathmandu bei der Ankunft zu beantragen, wenn man es vorher macht ist es entspannter.

Gebucht hatten wir Anfang September und bis Mitte März war noch reichlich Zeit. Das war auch gut so, da ich meine Ausrüstung noch erweiterte um z. B. Trekkingstöcke. Ich hatte die Zeit auch für ein Beintraining genutzt und dazu alle zwei Tage früher Feierabend gemacht, um im Hauptgebäude meines Arbeitgebers die acht Stockwerke mehrmals hoch zu laufen. Jede Stufe bewusst einzeln.

Der März näherte sich und bald war es Zeit für die Reise nach Asien.


15./16.03.2019 – Anreise und Kathmandu

Wir vereinbarten uns am Flughafen in Frankfurt zu treffen und dann ab dort die Reise gemeinsam zu unternehmen. Durch die Bahnverbindung war ich etwas früher am Frankfurter Flugplatz und wartete in Terminal 1 auf Miri. Dabei fiel mir ein Pärchen auf, das DAV Taschen hatte und sich auch auf denselben Schalter konzentrierten und dann auch tatsächlich dorthin liefen. Ob die auch diese Reise gebucht haben?

Miri meldete sich in dem Moment, dass sie gleich ankommt. Ich bin somit mit den beiden zum Check-in und habe sie auch angesprochen und gefragt, wo es hingehen soll. Und siehe da, wir hatten dasselbe Ziel und erkannten, dass wir in derselben Reisegruppe sein werden. Kurz darauf kam dann auch schon Miri zu uns in die Schlange am Schalter.

Wir gaben unser Gepäck ab und sind mit den Bordkarten in die Mitte des Terminals 1 gelaufen. Dort ist ein großer Bereich mit Geschäften, Kiosken und Restaurants. In der Mitte ist ein Stand mit Getränken und Essen, den wir ansteuerten für einen Kaffee und um zu Quatschen.

Der Flug startet pünktlich um 21:00 Uhr in Frankfurt nach Abu Dhabi. Dort hieß es für uns quer durch den kompletten Flughafen, einer Kontrolle und weiter zum Gate für den Weiterflug nach Kathmandu. Das kannten wir schon und sind so zielstrebig, ohne zu trödeln durch den Flughafen, da der Anschlussflug dies nicht zuließ.

In Kathmandu kamen wir am späteren Nachmittag an. Durch die Einreisekontrolle ging es recht flüssig, da wir unsere Visa bereits in Deutschland haben erstellen lassen. Innerhalb des Flughafens wechselten wir noch Geld an einem Stand, an dem fast nur Einheimische waren. Ist schon etwas abenteuerlich vom Ablauf für uns gewesen. Man hält das Bargeld unter einem Brett in den Laden (kann es aber die ganze Zeit sehen). So machten das alle, die gerade ganz vorne waren. Es zeigten also ganz viele Hände ihre Scheine in die Wechselstube. Dann wurde das Geld genommen, gezählt und mit einem Taschenrechner umgerechnet und anschließend gezeigt was ich bekommen würden. War ok und so bekam ich die angegebenen nepalesischen Rupien. Dasselbe dann noch für Miri.

Vor dem Flughafen warteten ganz viele Guides auf ihre Teilnehmer und wir erblickten schnell unseren und liefen zu ihm. Ein weiterer brachte uns und noch ein paar andere als Teilgruppe zum Transporter. Als wir alle im Transporter waren, ging es durch die abenteuerlichen Straßen von Kathmandu bis zur Durban Road, zum Hotel Annapurna. Abenteuerlich, durch das Gehupe und die freie Auslegung der Fahrspuren. Da wurden dann z. B. aus zwei schon mal vier Spuren gemacht. 🙃

Das Hotel ist schon älter und strahlte eine gewisse Eleganz im Eingangsbereich aus. Das die Eingangstür von einem Pförtner aufgemacht wird, um einzutreten, unterstrich dies. Eingecheckt war schnell, da alles gut vorbereitet war und so konnten wir auf das Zimmer.

Die Zeit bis zum Abendessen hatten wir u. a. mit umpacken genutzt. Gepäck, das wir für das Trekking nicht brauchten, kam in eine eigene Tasche, um sie in Kathmandu zu lassen. Dann wurden die Tasche für das Trekking und der Tagesrucksack gepackt. Für den Inlandsflug durften wir 15 Kg Gepäck mitnehmen. Allerdings aufgeteilt auf 10 Kg in einer Tasche und 5 Kg im Rucksack. D. h. Trekkingstiefel und zwei Bekleidungsschichten wurden für den nächsten Tag zum Anziehen zur Seite gelegt.

Vor dem Abendessen sind wir ein paar Meter die Durbar Marg hoch und runtergelaufen. Dann war es Zeit für das Abendessen. Das Abendessen ist zum ersten Kennenlernen der Gruppe in lockerer Atmosphäre gedacht und es sind keine Guides dabei gewesen, die sonst vielleicht zu viel zu den nächsten Tagen erzählt hätten. Nicht das das schlecht ist, es hätte vermutlich vom Kennenlernen abgehalten. Zu Essen gab es das traditionelle Dal Bhat mit viel verschiedenem Gemüse und Fleisch.


Die Reise bestand aus zwei Teilen. Die Hauptunternehmung war das Trekking im Himalaya. Danach kam die Erkundung von Kathmandu. Die Tage in Kathmandu können auch kürzer ausfallen, wenn der Flug zurück aus dem Gebirge nicht wie geplant stattfinden kann. Bei uns verlief die Reise wie geplant.


Resümee

Aus den zur Auswahl stehenden Trekkingtouren im Himalaya war die ausgesuchte genau die Richtige für uns. Die Mehrkosten für das Komforttrekking war nicht so extrem, da wir uns u. a. ein Zimmer teilten. Ein Einzelzimmer hätte fast 900 € mehr gekostet!

Die Reise von Mitte bis Ende März war ebenso genau richtig. Der Hauptansturm auf dieser Route erfolgt erst ab April und so waren wir fast immer die einzige Gruppe auf dem Weg. Lediglich am Anfang eine und an den letzten beiden Tagen in der ersten Stunde ein paar, die bergauf sind.

Nur ein kurzer Regenschauer und sonst meist Sonne. Der Schnee an den beiden Rückreisetagen machte es dann sogar noch zu etwas Besonderem für uns. Vom Wetter somit sehr gut gewesen. 😊

Die einfache Lebensart, die Freundlichkeit und die Fähigkeit, mit einfachsten Mitteln sehr schmackhafte Essen zuzubereiten, waren immer wieder aufs Neue faszinierend.

Genauso faszinierend wie die Natur. Berge, mehrere tausend Meter höher und das, obwohl wir schon mehrere tausend Meter über dem Meeresspiegel waren. Klare Luft und tolle Sicht. 😀

Kathmandu hat uns beiden dieses Mal gut gefallen. Dass wir mit der aufwachenden Stadt diese erkundeten, machte den Wechsel vom Trekking zur Stadt sehr angenehm.

Gerne wieder. Mustang wäre da mein Favorit für das nächste Mal.


Karten

Die Touren wurden mit einem Smartphone aufgezeichnet und daher ist die Genauigkeit schwankend. Zum Zeigen der Strecken finde ich sie ausreichend.

Die Kartendarstellungen basieren auf der Anzeige in Trailrunner Mini mit OpenStreetMaps.


Lektüre

Völlig unvorbereitet bin ich seltenst unterwegs. So hatte ich mir für Nepal ebenfalls ein Buch zugelegt.

Titel: Nepal
Auflage: 3. Auflage, 2016
ISBN: 978-3-89794-356-8
Autor: Ray Hartung
Verlag: Trescher Verlag


Die Bilder im Bericht sind von mir (Canon 6D Mk2) und von Miri (Fuji X-T1).


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Malta – Gozo und Valetta – Dezember 2019

Am Ende des Jahres dem Nass-Grauen des Rhein-Main-Gebietes entkommen und Sonne genießen ist schon was Tolles. Für 2019 suchte ich mir dazu einen der sechs Kleinststaaten der EU heraus – Malta. Politisch gehört es zur EU, geographisch zu Afrika. Durch die Nähe zu Afrika ist auch im Winter mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen zu rechnen. Worauf man sich einstellen muss, ist jedoch, dass es auch sehr windig werden kann.

Malta ist ein Staat, der aus drei Inseln besteht – Malte, Gozo und dazwischen das kleine Comino. Während Malta (Insel) die höchste Bevölkerungsdichte in Europa aufweist ist, ist Comino unbewohnt und Gozo liegt dazwischen. Vor allem Gozo hat es mir nach den Beschreibungen angetan, da dort mehr Naturwanderungen möglich sein sollen. (Das Titelbild zeigt einen Blick von der Inselhauptstadt Victoria auf das nördliche Gozo)

Die Suche nach einem Hotel, das am Meer liegt oder zumindest in dessen Nähe zu bezahlbaren Preisen war schnell gefunden. Einen entsprechenden Flug dazu allerdings nicht. Am Ende buchte ich eine Pauschalreise – Flug mit Transfer zum Hotel und Hotel. Dies war im Paket günstiger als Einzelbuchungen.

Vorbereitend machte ich mir eine Liste der Wandertouren und Stadtbesichtigungen. Dabei stellte sich heraus, dass auf Gozo eine brauchbare Busverbindung existiert. Alle Buslinien führen in/von der Mitte der Insel, also über Victoria. Vorab konnte ich bereits eine Wochenkarte bestellen. Diese macht es wesentlich einfacher vor Ort und ein Mietwagen war dadurch nicht nötig. Die Buskarte nannte sich Explore Card – wie passend!


24. Dezember

Für einige ist es Weihnachten, für mich war es der Abreisetag. Diesen Tag konnte ich ziemlich relaxed angehen, der Flug war für Abends angesetzt.

Am späten Nachmittag machte ich mich daher mit dem Auto auf den Weg nach Frankfurt und von dort mit der Bahn zum Flughafen. Am Flughafen war das Einchecken problemlos und ohne allzu lange Warteschlange erledigt. Air Malta flog direkt und Abends mit nicht so vielen Passagieren.

In Malta angekommen, rief ich die mir mitgeteilte Nummer an. Ein Transfer zum Hotel gehörte nämlich zur Pauschalreise. Der Fahrer kam kurz darauf und brachte mich nach Ic-Cirkewwa. Das ist am westlichen Ende von Malta und dort geht die Fähre ab nach Gozo, was sie auch kurz nach meinem Eintreffen machte. Während der Fahrt rief ich die zweite Nummer an und teilte mit, wann die Fähre in Gozo ankommen wird. In Mgarr musste ich noch ein Weilchen warten, bis der Fahrer kam. Dieser brachte mich zum Hotel San Andreas in Xlendi. Kurz nach 1:00 Uhr in der Nacht war ich dann in meinem Zimmer und ziemlich k. o.

Gesehen hatte ich von Malta und Gozo während der Fahrt durch die Dunkelheit natürlich nicht wirklich etwas. Ich konnte mich aber schon einmal an die für mich komischen Ortsnamen gewöhnen. Xlendi, wo das Hotel direkt am Meer ist, spricht sich Schlendi aus. Damit wird das schon wesentlich angenehmer.

Ach ja, eines ist mir in der ersten Nacht gleich aufgefallen. Durch die Lage direkt am Meer und dem Wind ist es Nachts doch kühl. Wie in südlichen Ländern oft bestand auch hier die Bettdecke lediglich aus einem dünnen Tuch und einer Tagesdecke. Im Schrank fand ich zum Glück noch eine Wolldecke, um sie auf die dünne Decke zu legen.


25. Dezember

Ich gehöre der Fraktion „Früher Vogel“ an und war wie so oft bei Urlauben die Erste beim Frühstück. Das Frühstücksbuffet war im Restaurant aufgebaut und es fand sich was Süßes zum Frühstück für mich.

Draußen war es windig und daher blieb ich innen, allerdings direkt am Fenster und somit mit Blick auf die Bucht von Xlendi. Die Weihnachtsdeko am Fenster war ein Hinweis auf die Jahreszeit. Die aufgehende Sonne, der blaue Himmel und die vorausgesagten Temperaturen eher nicht – zumindest nicht, wenn man aus Deutschland kommt.

Die vorab ausgewählten Touren für die kommenden Tage waren meist an der Küste oder zumindest in der Nähe. Die Tour für diesen Tag sollte von Mgarr, also dort wo der Fährhafen ist, an der Küste entlang bis Xlendi gehen. Dazu nahm ich nach dem Frühstück den Bus, welcher in der Nähe des Hotels stoppte und nach Victoria fuhr. Die Endstation des Busses ist der Busbahnhof in Victoria und somit ziemlich genau in der Inselmitte. Hier wechselte ich in den nächsten Bus, der nach Mgarr ging. Die Haltestelle am Hafen war meine. So konnte ich den Hafen dann auch im Hellen sehen. Ein Hafen mit Fähren, Ausflugsboten und ein paar Fischerbooten.

Los ging es auf der ersten Tour ein paar Straßen durch Mgarr in südwestlicher Richtung bis zum Ortsende. Hier dann immer am Meer entlang an einer Küste mit wenig Bewuchs noch flach so, dass ich zum Meer gelangen konnte.

Je weiter ich kam, desto mehr wurde aus der Küste eine Steilküste. So gelangte ich an eine Bucht, die ich umgehen musste, indem ich zum Ende der Bucht hinunter an den Strand einem schmalen Pfad folgte.

Am Ende der Bucht war nicht nur ein kleiner Sandstrand, sondern auch eine Tauchschule. Einige Tauchschüler machten sich gerade für die Fahrt nach draußen bereit. Ich jedoch folgte weiter dem Pfad, um auf der anderen Seite der Bucht wieder nach oben zur Steilklippe zu gelangen. Diese wurde nun immer imposanter und höher.

Einige Zeit später kam ich an einer Stelle mit Bäumen vorbei, die Schatten spendeten, was bisher auf der Tour eine rare Sache war. Es war auch Zeit für eine Pause und so legte ich diese hier ein. Durch die Bäume hatte ich eine gute Sicht auf die Kirche von Ix-Xewkja während meiner Pause.

Nach der Pause endete der Weg an der Klippe des Ta’ Cent Cliffs und führte in das Inselinnere und durch Ta’ Sannat. Hinter Ta’ Sannat kam ich dann wieder an die Klippen. Nicht lange und es ging wieder über eine kleine Schleife ins Inselinnere, der Weg zurück an die Klippe war kurzzeitig sehr anstrengend. Es kam ein sehr starker Wind von der See, der das weitergehen, fast unmöglich machte. Hinter einer Biegung war es jedoch wieder nur windig und so konnte ich den Weg fortsetzten. Wie gut, dass ich den Windbreaker dabei hatte.

Weiter ging es, bis ich ungefähr auf der Höhe von Munxar war. Dies ist nicht weit von Xlendi entfernt. Hier war der Weg an der Klippe plötzlich gepflastert und ich traf einige Spaziergänger. Als der gepflasterte Weg aufhörte und es weiter auf einem Pfad an der Klippe entlang ging, waren keine Spaziergänger mehr zu sehen. Erst kurz bevor der Einschnitt zur Xlendi-Bucht begann, begegneten mir wieder Personen. Hier flachte sich die Steilklippe wieder ab und am Bogen zur Bucht konnte ich meine ersten Salzfelder auf Gozo betrachten.

Von hier waren auch schon die ersten Gebäude von Xlendi zu sehen. Am späteren Nachmittag erreicht ich dann Xlendi. Ich bin jedoch nicht direkt zum Hotel, sondern noch kurz an der Bucht entlang und über zwei, drei Seitenstraßen letztlich zum Hotel. Dabei entdeckte ich in einer kleinen Gasse ein für Malta typisches Fischerboot.

Die erste Tour am Meer hatte mir trotz Wind sehr gut gefallen, den die Sonne und die freie Sicht machten es sehr angenehm. Zur Belohnung gab es noch einen Kuchen. 😀

Da ich Halbpension gebucht hatte, war das Abendessen im Restaurant, in dem das Frühstück war, inbegriffen. Es gab ein paar wenige Menüs für die Woche und so wählte ich ein erstes für diesen Abend.

Noch nicht ganz müde, beschloss ich zum Sonnenuntergang einen Spaziergang zu unternehmen und somit den Tag abzuschließen.

Tour ~17 Kilometer


26. Dezember

Das Frühstück war auch an diesem Tag mit einem strahlenden Sonnenaufgang verbunden. Heute musste ich auch nicht darauf achten, den Bus nach Victoria zu bekommen. Die Tour startete direkt am Hotel. Es ging am Kai entlang und auf der westlichen Seite der Bucht den Berg zur Steilklippe nach oben. Allerdings sehr gemächlich, da ich mich immer wieder umdrehte und die Aussicht genoss.

Kaum über den Berggrat gekommen führte der Weg schon wieder in das Landesinnere auf einem Feldweg nach Santa Lucija. In Santa Lucija wechselte ich die Richtung wieder nach Nord-Westen bis nach Ta’ Kercem. Auf dem Weg kam ich an verlassenen Fahrzeugen und lustigen Straßenschildern vorbei. In den Orten führte der Weg durch kleine Gassen und breite Straßen. Morgens waren kaum Menschen auf den Feldern oder in den Orten zu sehen.

Hinter Ta’ Kercem führte der Weg nach Westen und einen Hügel hoch. Hier legte ich einen Abstecher zu Höhlen, in denen Funde menschlichen Lebens mit über 7000 Jahren entdeckt wurden. Die Höhlen befinden sich im Tafelberg Ghajn Abdul, wobei Berg relativ ist (146 Meter). Die Höhlen selbst waren gar nicht so spektakulär, der Ausblick jedoch entschädigte für den Umweg.

Nach diesem Abstecher nahm ich den Weg südwestlich, der mich fast an die südwestlichste Stelle der Küste führte. An der Küste ging es wieder an der Steilklippe entlang bis zum südwestlichsten Punkt Wardija Point. Kurz danach auf dem Weg nach Norden konnte ich schon Fungus Rock ein erstes Mal sehen. Bald kam ich an den Rand der Dwejra Bucht. Diese zu umrunden bedeutet in eine Senke herabzusteigen. In der Senke kam ich zum Dwejra Tower. Diesen bin ich nach oben und legte dort eine Pause ein, mit Blick über die Bucht und auf den Fungus Rock.

Nach der Pause lief ich an der Küste bis fast zu den Überresten des Azure Window. Hier war eine große natürliche Steinbrücke zu einem Felsen, bis 2017 alles nach einem Sturm einstürzte. Wer sehen möchte, wie es aussah, kann z. B. Game Of Thrones (Hochzeit von Daenerys und Kahl Drogo) schauen. Das Azure Window sieht man dort im Hintergrund.

Nicht weit hiervon befindet sich eine Kapelle und ein Restaurant sowie ein großer Parkplatz. Da es ein beliebter Ausflugspunkt ist, ist hier immer was los. Auf der anderen Seite war es ein guter Moment für eine kleine Mittagsmahlzeit.

Gestärkt lief ich an der Kapelle vorbei zum dahinter liegende Inland See. Dieser ist fast vom Meer getrennt. Fast, da es einen Tunnel als Verbindung zum Meer gibt. Vom Inland See bin ich zurück zum Azure Window und schaut dort einige Zeit der Brandung zu. Es war zwar gerade eine Busladung Touristen dort, aber diese verteilten sich zum Glück so, dass es nicht überfüllt war. Von hier machte der Weg einen Bogen und folgte dem Bergrücken an der Küste nach oben.

Nun hieß es einige Kilometer an der Steilküste entlang laufen. In Höhe des Ortes Gharb, noch vor dem nordöstlichen Ende der Insel lief ich in einer Schleife wieder etwas zurück, um nach Gharb zu gelangen. Der Weg der Schleife war insofern interessant, als ich an ausgehöhlten Hängen entlang lief.

Der Weg nach Gharb führte durch bewirtschaftete Hänge. In Gharb erwartete mich ein Dorf mit ruhigem Leben. An einem Platz mit einer Säule fanden sich einige Musiker ein. Scheinbar warteten sie auf etwas. Gespielt hatten sie zumindest nicht, während ich vorbei kam.

Bis zur unscheinbaren Bushaltestelle war es nicht weit. Dort angekommen, stellte ich fest, dass der nächste Bus erst in fast einer Stunde abfahren würde. Ein Blick auf die Landkarte zeigte mir, dass die Straße nach Victoria nicht allzu lange ist und so beschloss ich den Weg an der Straße nach Victoria zu gehen.

Dadurch kam ich in Victoria am Ortseingang zu einem Supermarkt. In diesem fand ich eine große Käsetheke und kaufte an diesem Tag dennoch nur ein Eis, welches ich auf dem Weg zum Busbahnhof aß. Vom Busbahnhof fuhr dann der Bus, der mich nach Xlendi brachte.

Wie am Vortag folgte nach dem Abendessen noch eine Runde an der Bucht und durch ein paar kleine Straßen.

Tour 24 Kilometer


27. Dezember

Victoria hatte ich in den letzten Tagen bereits mit den Busfahrten zum Teil gesehen und der Bereich um den Busbahnhof war mir nicht mehr fremd. Wie aber sieht der Rest der Inselhauptstadt aus? Das galt es an diesem Tag zu entdecken.

Nach dem üblichen Frühstück nahm ich daher den Bus nach Victoria. Heute aber nicht bis zum Busbahnhof, sondern bewusst nur bis zum Ortsanfang von Victoria. Hier hieß es nun durch ein paar Seitenstraßen zu einem Park zu laufen, den ich in genauer erkunden wollte. Der Villa Rundle Gardens liegt östlich vom Busbahnhof und ist hübsch angelegt. Auch jetzt noch nach Weihnachten war er entsprechend geschmückt.

Über die Hauptstraße nach Westen und ein paar zusätzlichen Seitenstraßen kam ich zur Zitadelle, die Victoria überragt. Am frühen Vormittag war es hier noch sehr leer und auch in den vielen kleinen Museen innerhalb der Zitadelle war kaum etwas los. So konnte ich viele Wege und Museen in der Zitadelle erkunden.

Die noch ruhigen Gassen waren auch so ruhig, weil viele Händler ihre Geschäfte noch nicht geöffnet hatten. Das ein oder andere merkte ich mir, um es später nochmal zu besuchen, wenn es geöffnet haben wird.

Südlich der Zitadelle, getrennt durch ein paar kleine Straßen und die Hauptstraße, liegt die Altstadt. Ein größerer Platz trennt die Hauptstraße von der Altstadt. Hier befanden sich viele Händler mit ihren Ständen. Touristisch geprägt, aber zum Teil auch Händler für den täglichen Bedarf wie z. B., Gemüse und Obst. Die Altstadt selbst hat im Kern einen großen Platz vor der St. Georgs Basilika. Hier finden sich einige Cafés und Restaurants. Ich bin jedoch weiter und durch die vielen kleinen Gassen der Altstadt gelaufen.

Um die Mittagszeit bin ich zum Platz vor der Basilika gelaufen und habe mir eines der Cafés ausgesucht für eine Mittagsmahlzeit. Auf meinem Weg durch die Altstadt bin ich zuvor fündig geworden bei der Suche nach einer Postkarte. Ich fand auch ein Geschäft mit einigen Seifen aus Malta. Als Seifenfan, konnte ich nicht einfach so daran vorbeigehen und kaufte drei Stück.

Das Essen wurde mit einem Espresso abgeschlossen, den ich beim Schreiben der Postkarte von Wickie nach Wien trank.

Die Zitadelle und die Altstadt hatte ich nun gesehen. So lief ich anschließend durch einige Straßen um die Altstadt und Ziitadelle. Diese Straßen waren in der Art, wie man sie in jeder anderen Stadt finden könnte. Auf meinem Weg gelangte ich auch wieder zu dem Supermarkt vom Vortag.

Diesmal sah ich mir die Käsetheke nicht nur an, sondern kaufte auch ein paar typische maltesische Käse. Es waren kleine runde Käse mit Salz oder Pfeffer. Ein Brötchen fand sich ebenfalls.

Anschließend bin ich noch eine halbe Stunde umhergegangen bis ich mir am Ortsrand der Straße nach Zeebug eine Pause gönnte. Hier aß ich das Brötchen und den Käse. Sehr lecker. 😀

Auf meinem Weg zurück zur Zitadelle kam ich an zwei Stellen, die etwas herausfielen.

Das Erste war ein buntes Fenster mit einem Weihnachtsbaum in einem Vorraum. Dies konnte ich sehen, da die Tür offen war. Es ist grundsätzlich ein öffentliches Gebäude und zumindest in den Vorraum darf jeder. Ob die Polizei es mag, dass der Vorraum der Polizeistation fotografiert wird, wollte ich jedoch nicht herausfinden. Daher bin ich nur kurz für ein Foto in den Vorraum und dann gleich wieder heraus.

Das Zweite war die Tankstelle. Bisher hatte ich keine einzige Tankstelle gesehen, da ich eine Tankstelle in der Art erwartete, wie sie in Europa meist üblich ist. Fehlanzeige. Die Tankstelle bestand aus Tanksäulen am Straßenrand – so geht es wohl auch.

Zurück an der Zitadelle erkundete ich diese ein weiteres Mal. Das Nachmittagslicht ließ vieles anders wirken wie am Vormittag. Innerhalb der Zitadelle gibt es ein Café, das ich später aufsuchte. Bei den Kuchen suchte ich mir einen aus und bestellte diesen mit einem Latte Macchiato ohne genau zu wissen, was es für ein Kuchen war. Es stellte sich heraus, dass es ein Möhrenkuchen war. Dass dieser mit einer Eiskugel serviert wird, war eine weitere Überraschung. Auf alle Fälle zu empfehlen.

Das Titelbild dieses Reiseberichtes ist übrigens in der Zitadelle aufgenommen worden und zeigt den nördlichen Inselabschnitt.

Ein weiteres Mal bin ich durch Seitenstraßen gelaufen. Überall war mehr oder wenig weihnachtlich geschmückt. Was ebenfalls oft zu sehen war, waren Fliesen mit christlichen Motiven an den Gebäuden.

So langsam wollte ich den Rückweg angehen. Die Abfahrt des nächsten Busses war jedoch noch lange hin. An der Ecke Hauptstraße, Straße zum Busbahnhof war ein Café, das mir die Tage zuvor schon auffiel. Hier kehrte ich auf einen Cafe Latte ein, um die Zeit bis zur Busabfahrt zu überbrücken.

Als die Zeit für die Abfahrt näher kam, bin ich den kurzen Weg zur Bushaltestelle gelaufen und konnte den Bus direkt nehmen.

Tour 13 Kilometer


28. Dezember

Am Tag zuvor hatte ich von der Zitadelle auf den nördlichen Teil von Gozo blicken können. Genau diese Gegend war auf einer heutigen Wanderung vorgesehen. Der Bus von Xlendi brachte mich nach Victoria zum Busbahnhof. Dort nahm ich den nächsten Bus nach Marsalforn an der Nordküste.

Durch Marsalaforn ging es zuerst nach Westen und aus dem Ort heraus. An einer Kreuzung kurz hinter dem Ortsende folgte ich dem Weg nach links in das Landesinnere. Von hier hatte ich stellenweise einen Blick auf den Tafelberg, der ein erstes Ziel der Tour war. Zuvor ging es jedoch in eine Wied, eine kleine Schlucht. Der Weg machte einen Knick und führte nun wieder nach Westen. So hatte ich den Tafelberg nördlich passiert. Kurz vor der Landstraße von Victoria nach Zeebug bog ich zum Tafelberg ab. Der Weg nach oben war mit etwas suchen verbunden, jedoch auch nicht völlig unsichtbar.

Auf dem Tafelberg hat man eine tolle Aussicht auf die Insel und ich hatte diesen einmal umrundet, was nicht immer einfach war. Es gibt zwar Wege, diese werden scheinbar nicht oft genutzt und waren zum Teil von Disteln und Kakteen überwuchert. Ein Weg herum hat sich allerdings immer gefunden.

Der Weg vom Tafelberg zur zuvor genannten Kreuzung war identisch mit dem Weg zum Tafelberg. Hier hieß es dann jedoch nach Westen und somit zu einem Ortsteil von Zeebug zu kommen. Unterhalb des Ortes hatte ich ein Gebäude von einer Mauer umringt entdeckt. Mir war nicht klar, was es ist. Wie ich dort ankam, erkannte ich, dass es ein Friedhof ist.

Zum Ort musste ich nun einen leicht steilen Pfad hochlaufen. Im Ort nach links und somit die westlichste Straße des Orts in nördlicher Richtung bis fast zum Ende, um dort wieder nach Westen den Ort zu verlassen. Über eine Senke kam ich zu einem alleine stehenden Haus und nach diesem hieß es nach Norden laufen.

So näherte ich mich immer mehr der Küste auf einem asphaltierten Weg. Hier war ich dennoch alleine. Kein Auto oder irgendetwas anderes begegnete mir. Kurz vor der Küste traf ich auf das Ende des Wied Il-Gnasi. Eine in den Fels eingelassene Treppe brachte mich zum unteren Ende des Wied.

Die hereinbrechenden Wellen gaben wieder ein tolles Schauspiel und dass ich hier nicht alleine war, zeigte, wie beliebt dieser Ort ist.

Zurück, oben auf dem Weg brachte dieser mich bald an die nördliche Steilküste und dort zu den ersten Salzfeldern. Diese werden hier noch für die Salzgewinnung genutzt und daher hieß es einen Bogen drumherum laufen. Der Steilküste folgte ich nach Osten. Wie sich zeigte, war nicht jeder bereit, zu laufen. Zum Glück kam dies nur zweimal vor, dass mir ein Geländewagen begegnete.

Einmal ging es für ein kleines Stück nicht an der Küste entlang. Hier kam ich an einem Steinkreis vorbei. Da hatte sich jemand einiges an Mühe gemacht, um die Steinhäufchen ordentlich im Kreis aufzubauen.

Danach kam ich wieder an die Küste und es folgten weitere Salzfelder. Je näher ich Marsalaforn kam, desto flacher wurde die Küste. Hier begegnete ich dann auch Spaziergängern aus Marsalaforn. Der Anfang von Marsalaforn war deutlich an der alten Verteidigungsanlage zu sehen (unteres Bild!).

Durch kleinere Pausen, während derer ich etwas aß, kam ich in Marsalaforn nicht ausgehungert an. Für einen Kuchen ist aber eigentlich immer Platz. 😊

Insgesamt war ich doch recht zügig unterwegs gewesen. Somit ergab sich die Frage ins Meer gehen oder weiter wandern. Zum Schwimmen ins Meer war es zu unruhig, somit bin ich dann einfach ein paar Kilometer an der Küste weiter gelaufen.

Am Hafenende kamen ein paar Häuser und dann hieß es auch schon einen geschotterten Weg nach oben laufen. Am Wegesanfang lief ich an einem Brett mit Steinen vorbei. Diese waren nummeriert, aber warum und welcher Sinn dahinter lag, ist mir nicht bekannt.

Der Küstenabschnitt hier ist keine Steilküste, er gleicht eher einer Bergflanke. Der Weg verlief meist in der mittleren Höhe. Hier war es völlig anders als auf dem Küstenweg zuvor. Zuvor war viel Stein, Geröll und kaum Bewuchs. Hier aber war es grün!

In ungefähr der Mitte des Weges war dieser nicht weiter passierbar. Er war von Geröll überdeckt. Etwas unterhalb sah ich jedoch schon einen weiteren Weg. Zu diesem musste ich mir nur einen Pfad nach unten suchen, was mir auch gelang. Weiter ging es auf diesem Weg wie zuvor.

Mein Ziel war der bekannteste Sandstrand auf Gozo – Ramla Bay. Am Wasser entlang bis zur Mitte des Strandes lief ich und dann zu den Dünen. Durch diese durch und dann wieder etwas nach links brachte mich der Weg nach oben in eine Höhle mit einem Blick auf den Strand.

Am hinteren Ende der Höhle kam ich durch einen schmalen Gang oberhalb der Höhle auf einer Ebene heraus. Da mich der weitere Weg jedoch nur über einen großen Bogen zu einer Bushaltestelle gebracht hätte, wählte ich nun wieder denselben Weg durch die Höhle zum Strand zurück. Von dort geht ein Weg ins Inselinnere und bald war ich an der Bushaltestelle. Auf den nächsten Bus nach Victoria musste ich gar nicht mehr so lange warten.

Als ich in Victoria ankam, setzte bereits die Dunkelheit ein und ich konnte den Ort zumindest vom Bus bis Victoria und dem nach Xlendi mit Beleuchtung erleben. Überstrahlt wird alles von der deutlich beleuchteten Zitadelle.

Im Hotel erwartete mich das Abendessen und heute kein Spaziergang danach.

Tour: ~19 Kilometer


29. Dezember

Der Staat Malta besteht aus drei Inseln. Die unterschiedlichen Seiten Gozo’s hatte ich die letzten Tage kennengelernt. Die kleinste der drei Inseln, Comino, ist beliebt für einen Badeausflug oder einer Rundwanderung. Damit war klar, dass ich nach dem Frühstück mal wieder den Bus nehmen würde. Mgarr war das Ziel der ersten Busfahrt des Urlaubs und heute wieder.

In Mgarr angekommen, war ich noch deutlich vor der ersten Fährabfahrt am Hafen. Die Ausflugsfähre geht gegenüber der großen Fähre von Malta im alten Hafen ab. Das Schild ist eigentlich nicht zu übersehen und als die Fähre zur ersten Fahrt des Tages kam, war auch deutlich auf ihr zu sehen, dass Comino das Hauptziel ist.

Die Überfahrt dauerte nicht lange und endet in einer kleinen, geschützten Bucht – der Kristallbucht. Eigentlich legt die Fähre in der Blauen Lagune an. Bei Seegang dort wird wie an diesem Tag auf die Kristallbucht ausgewichen. Nur wenige waren mit mir auf dieser Fähre und kurz nach den ersten Metern war ich schon fast wieder alleine unterwegs. Die Insel wollte ich in umgekehrten Uhrzeigersinn umrunden und bin daher vom Anleger nach links losgelaufen.

Es ging über eine zerklüftete, steinige Küste los und keinen 3/4 Kilometer später kam ich an der Blauen Lagune an. Lt. Wanderführer gibt es hier reichlich Imbissbuden. Ok, das hat dann jemand geschrieben, der im Sommer hier war. Im Winter ist hier tote Hose. Aber das Meer der Blauen Lagune an diesem Tag ohne Menschenmenge hatte was.

Kurz hinter der blauen Lagune wurde es wieder deutlich steiniger. Im Vergleich zu den Tagen zuvor konnte ich hier aber fast auf Höhe des Meeres unterwegs sein. Über einen Bogen und einen ersten kurzen Abstecher in das Inselinnere kam ich zu einer Bucht mit einem Hotel. Die Hotelanlage mit ihren Bungalows war jedoch gerade geschlossen und befand sich in eine Umbauphase. Da hier Sitzplätze waren, bot sich eine erste Pause geradezu an.

Von hier ging es nicht direkt am Meer weiter, sondern etwas mehr in das Inselinnere. Einige Zeit später kam ich an der Kapelle „Our Lady’s Return From Egypt“ an. Hier bog ich nach links ab zur fast schon zu sehenden Santa Marija Bay. Hier waren nun auch tatsächlich ein paar Gebäude und es wurde zum Teil Grün. Von der Bucht aus machte ich noch einen Abstecher zu einer Steilklippe, um die Aussicht von dort zu erlangen. Nett, aber durch die Touren an den Steilklippen der letzten Tage nichts so Besonderes mehr.

Denselben Weg nahm ich zurück zur Kapelle. Hier kamen mir dann auch die ersten entgegen, die die Inseltour in die andere Richtung angegangen sind. Von der Kapelle aus hieß es nun direkt in das Inselinnere weiterzugehen. Hier waren Täler, nicht besonders ausgeprägt, dafür aber grün und zum Teil sogar bewirtschaftet. Im Inselinneren traf ich auf eine Kreuzung und folgte dem Weg nach Osten zur höchsten Erhebung von Comino. Imposante 75 Meter. 😅 An der nächsten Kreuzung, wechselte ich jedoch wieder die Richtung und bin nach Süd-Osten weitergelaufen. So kam ich zwar nicht auf die Erhebung, dafür allerdings direkt an eine alte, nicht mehr im Betrieb befindliche Schweinezuchtanlage. Das hatte mich aus photographischen Gründen gereizt (Lost Place!). Leider ist das gesamte Gelände gut eingezäunt. Also ging es direkt weiter zur Küste bergab. Bergab, da die Schweinezuchtanlage auf einem Hügel liegt.

An der Küste traf ich wieder auf den Rundweg. Hier machte ich ebenfalls einen Abstecher, um zu einer alten Wehranlage zu kommen, die ich schon von oben gesehen hatte. St. Mary’s Gun Battery nennt sich die Wehranlage, von der noch Reste erhalten sind.

Der Rundweg verlief nun fast geradewegs nach Westen, an die dortige Küste. Dabei entfernte ich mich langsam vom Meer, ohne es wirklich komplett aus den Augen zu verlieren. Der St. Mary’s Tower war schon von weitem zu sehen und zu diesem hieß es ganz langsam dem Weg nach oben zu folgen. Je mehr ich mich dem Turm näherte, desto spärlicher wurde wieder der Bewuchs um mich herum. Es war deutlich, dass ich mich wieder der kargen Seite der Insel näherte. Vom Turm bin ich noch ein kleines Stück weiter nach Westen, um ein Bild der Kristallbucht aufnehmen zu können. Sehr weit bin ich dazu nicht gegangen, da ich hier oben dem Wind schonungslos ausgesetzt war. Auf der ganzen Tour war kaum ein Lüftchen zu spüren und hier oben tobte der Wind.

Der Weg vom Turm zur Bucht und dort zum Anleger war nicht mehr weit. Er führte an der Steilküste um die Bucht und dort dann einen Pfad nach unten. Hier traf ich einige, die mit mir auf die Insel gekommen waren, wieder.

Am Anleger hieß es geduldig sein. Die erste Fähre, die anlegte, brachte weitere Besucher nach Comino, war jedoch nicht meine zurück. Meine wartete in der Bucht.

Normalerweise nimmt die Fähre dann noch ein paar Buchten und Höhlen mit, bevor es nach Gozo geht. Durch die See wurde diese Sightseeing Tour allerdings gekürzt – komplett gestrichen wurde sie jedoch nicht.

Zurück in Mgarr bin ich in Hafennähe auf die Suche nach einem Restaurant gewesen. Hatte ich doch Hunger nach der Inselumrundung. Im One80 Kitchen bin ich fündig geworden. Bot dies doch einen Platz im Freien mit Blick auf den Hafen an. Es liegt zwar direkt an der Hafenstraße, groß Verkehr war jedoch keiner. Mein Tisch war direkt neben der Tour in der Sonne. 😀

So gestärkt konnte ich eine zusätzliche Tour angehen. Diese begann am Ende des Parkplatzes, und somit am östlichen Ende von Mgarr. Der Küstenweg hier unterschied sich nicht große von dem auf der anderen Seite von Mgarr. Dennoch wirkte es anders durch die Nachmittagssonne.

So folgte ich dem Pfad bis zur nächsten Siedlung mit Strand – Hondog Ir-Rummien Bay. Die Zufahrtsstraße zu den Häusern nahm ich, um oberhalb nach Osten in einen Pfad abzubiegen. Dieser Pfad führt an der Siedlung vorbei zu einer Senke, zum Meer. An einer Stelle waren sogar ein paar Eisenstangen in den Fels getrieben, um die Überquerung eines großen Felsens zu erleichtern. Auf der anderen Seite ging es nun wieder am Meer entlang. An ein, zwei Stellen hieß es noch auf die Gischt aufpassen und das Passieren mit dem Wellengang abzustimmen.

Nicht lange und ich erreichte die in der Beschreibung des Wanderführers erwähnten Salzpfannen. Kurz dahinter war ein Stück, bei dem es unterhalb einer steilen Küste auf einer Schrägen zu gehen hieß. Bis zu einem gewissen Punkt hätte ich es mir zugetraut. Durch den Wellengang war ich mir allerdings nicht sicher, ob ich denn auch trocken und ohne Schwimmeinlage auf der anderen Seite ankommen würde.

Somit bin ich dann die wenigen Meter zu den Salzpfannen zurück und habe dem Schauspiel der Wellen bei einer Pause zugesehen.

Nicht weit von den Salzpfannen in westlicher Richtung gab es einen kleinen Pfad von der Küste weg. Diesen nahm ich und kam oberhalb der Küste an einer Straße heraus. Der Straße folgte ich bis Il-Qala. Von Il-Qala kam ich mit dem Bus zum Hotel nach Xlendi.

Touren ~10 Kilometer und ~7 Kilometer


30. Dezember

An diesem Tag brachte mich der Bus zum dritten Mal nach Mgarr. Diesmal war es jedoch die große Fähre nach Malta, die ich nahm.

In Ir-Cirkewwa angekommen, lief ich wie die meisten zum Busbahnhof. Es war mir nicht direkt ersichtlich, wo die Linie 41 losgehen soll. Auf Nachfrage wurde mir der Weg gezeigt. Den Bus erreicht ich noch rechtzeitig und einen Sitzplatz hatte ich auch noch bekommen. 😀

Nun folgte eine Fahrt von etwas über eine Stunde durch Malta, bis ich in Valetta, der Hauptstadt Maltas ankam. Der Busbahnhof in Valetta ist netterweise in der Nähe des Eingangstores zur Altstadt. Dazu muss man vom Bus lediglich über einen Platz gehen. Hier erwartete mich ein Rummel! Damit hatte ich indessen überhaupt nicht gerechnet.

Durch den Platz, in die Altstadt bin ich gleich nach Links und hoch zur Festungsmauer. An dieser Stelle liegt Hastings Gardens direkt an der Festungsmauer und trennt diese von der ersten Häuserzeile durch einen Park. Hier war es wieder ruhig. Der Rummel nach den letzten ruhigen Tagen auf Gozo war dann doch zu viel auf einmal. Über eine parallel verlaufende Straße zu den Hastings Gardens bin ich dann wieder zurück zur Hauptstraße, welche ungefähr in der Mitte der Altstadtinsel verläuft. So war das ankommen in der Stadt angenehmer. Das erinnerte mich an das Gewusel von Kathmandu nach vielen Tagen im beschaulichen Bhutan. Von Ruhe in ein Gewusel geschubst.

Die Gassen der Altstadt gefielen mir und Wickie erst recht. Nachdem er einen Kollegen gesehen hatte, wollte er doch unbedingt ein Bild von sich mit ihm. Für mich immer lustig, wie die Personen um mich herum reagieren. Wickie wurde bisher fast überall erkannt und mit einem Schmunzeln beantwortet. 😊

So lief ich weiter durch die verschiedensten Gasse, mit einem groben Plan im Kopf. Die typischen Erkerfenster waren oft zu sehen, auf meinem Weg zu den Upper Barracca Gardens, zur Kathedrale, dem Großmeistergebäude oder dem Weg zur alten Festung. Unterwegs sah ich sogar eine alte, typisch englische Telefonzelle und sogar einen MINI. 😀

Zur Mittagszeit suchte ich mir in der Nähe der Festungsanlage ein Restaurant. Ich hatte Glück und musste nur ein paar Minuten warten. Das Valletta St Paul’s AFT, ist nicht nur gut bewertet, sondern auch noch sehr beliebt. Insofern mehr als Glück einen Platz erhascht haben zu können.

Von hier war es nicht mehr weit zur Festungsanlage. Um die Festungsanlage geht außerhalb dieser ein Weg am Meer entlang. Dabei kam ich an einem Shooting vorbei. Mit der Umrundung wurde es aber nichts. Auf einem breiten gepflasterten Weg in der Nähe des nördlichen Zipfels kam mir bereits Wasser entgegen. Nicht hoch und daher vorerst kein Problem. Hinter der nächsten Ecke war dann jedoch kein Weiterkommen, ohne eine ordentliche Dusche abzubekommen.

Also wieder zurück und die Festung zur Altstadt hin passieren, um auf die andere Seite der Festung zu gelangen. Von dort über Seitenstraße kam ich zurück zur Mitte der Altstadt und einem Nachmittagskaffee.

So langsam wurde es Zeit, die Rückreise anzutreten, zumal sich der Himmel langsam verdunkelte. Dazu lief ich wieder zum Rummel, durch diesen zum Busbahnhof und fand diesmal meinem Bus nach il-Cirkewwa recht schnell.

Noch bevor der Bus losfuhr, fing es dann auch an zu regnen.

Für mich zeigte es sich wieder, dass es gut ist nicht unbedingt den üblichen Sightseeingweg zu nehmen, sondern nur einzelne Punkte herauszupicken und den Weg dorthin frei zu suchen. So habe ich bisher meist mehr von einer Stadt gesehen, wie nur die Seiten, die aus Medien bekannt sind.

Als die Fähre in Mgarr eintraf, war es bereits dunkel und die Stadt von der abendlichen Beleuchtung erfüllt. Bis zur Abfahrt des Busses hatte ich noch Zeit, um in Hafennähe herumzulaufen.

Tour: 8 Kilometer


31. Dezember

Der Heimreisetag war gekommen! Nach einem frühen Frühstück um dem Packen meiner Tasche hatte ich noch genügend Zeit für einen Ausflug zu einem Aussichtspunkt über die Bucht von Xlendi.

Um 10:45 Uhr sollte mein Fahrer mich am Hotel abholen. Einige Zeit vorher war ich schon in der Lobby und hatte bei einem Blick vom Eingang noch nichts sehen können. Beim Warten im Restaurant, das nach dem Frühstück eigentlich geschlossen hat, kam ich mit einer Angestellten ins Gespräch. Dabei presste sie frische Orangen für einen Saft und gab mir das Glas. Das hatte ich nicht bestellt, bedankte mich doch für die Geste. Genau in dem Moment kam allerdings der Fahrer. 🙃

Dieser brachte mich nach Mgarr zur Fähre und in Ic-Cirkewwa wartete der nächste Fahrer, der mich zum Flughafen brachte. Dort kam ich mehr als ausreichend früh an und konnte daher noch etwas Essen und einen Kaffee zu mir nehmen, bevor der Rückflug am späten Nachmittag startete.

Bis ich letztlich Zuhause ankam, war es schon nach 23:00 Uhr und ich ziemlich müde. Daher bin ich kurz danach ins Bett, nur um eine halbe Stunde von Geböller geweckt zu werden. Stimmt ja, ist ja Silvester! 😂


Resümee

Es war eine schöne Zeit auf Malta. Wie vorausgesagt ist es im Winter dort windig, aber mit der entsprechenden Kleidung kein Problem.

Am Nachmittag des ersten Tages kam eine Dame vom Reisebüro, um mir Vorschläge für die nächsten Tage und Angebote für Touren zu machen. Ich sagte ihr am Abend zuvor schon, dass das nicht nötig ist. Tja, nun halt nochmal. So ganz begeistert war sie nicht, da sie nur meinetwegen nach Xlendi kam, aber erwähnt hatte ich ihr ja das es nicht nötig ist. Ansonsten bot die Reise über den Veranstalter die Annehmlichkeiten der Transfers von und zum Hotel. Gerade für die Anreise in der Nacht sehr hilfreich.

Was mir in diesem Urlaub besonders auffiel, war das sehr viel weihnachtlich geschmückt war. Ob die Vergangenheit und der Bezug zum Malteserorden der Grund ist, ist mir nicht bekannt.


Karte


#malta #gozo #comino #xlendi #victoria #valetta #ramlabay #azurwindow #steilküste #canon #canoneos6dmk2 #tamron #tamronsp35 #35mm

Deutschland/Österreich – Allgäu/Tirol – Juli 2021

Im Juni 2021 kamen eine Freundin und ich auf die Idee, auf die Färöer zu reisen. Gesagt, getan. Kurz nach dem Färöerurlaub wurde ich von einer anderen Freundin gefragt, ob ich Lust hätte, mit ins Allgäu zu kommen. Die Ferienwohnung ist bereits gebucht und zwei Zweit macht es mehr Spaß. Na klar, komme ich mit. 😀

In der kurzen Zeit bis zum Urlaub hatten wir uns schon überlegt, was wir während der Woche essen möchten und entsprechend nicht verderbliche Zutaten vorab eingekauft.

Zur Ferienwohnung hatte ich zuvor ein paar Bilder gesehen. Einfach aber ausreichend und der Möglichkeit auch davor im Freien sitzen zu können.

Los geht’s…


21. August – Anreise

Gepackt hatten wir bereits am Vortag alles, sodass wir heute früh loskonnten. Zuerst habe ich noch alles ins Auto gepackt und dann bei Melli Ihr Gepäck dazu. Unsere Idee war es früh loszufahren und dadurch zum einen den Stau im Allgäu zu umgehen, zum anderen um eine erste Tour zu gehen bevor wir die Ferienwohnung beziehen.

Unser Ziel war daher der Grüntensee bei Wertach. Genauer der Parkplatz beim Buron Kinderpark. Von hier ging es zu Fuß stetig bergauf bis zu einer Stelle mit einem tollen Blick über den Grüntensee, und die unter uns liegende Buron Hütte. Hier machten wir Rast.

Nun ging der Weg durch ein Wald- und Wiesengebiet bis zur Alp Obere Reuterwanne. Kurz danach wechselten wir die Richtung und liefen in einem weiten Bogen wieder zurück, bis wir auf die Landstraße trafen, die wir schon kannten. Eigentlich geht die Rundtour von hier weiter bis zum Grüntensee und in Ufernähe bis zum Buron Kinderpark. Eigentlich. Wir nahmen jedoch den Fußgängerweg parallel zur Landstraße und kürzten somit etwas ab. Der Grund hierfür war, dass wir langsam unterwegs waren und nicht zu spät bei der Ferienwohnung ankommen wollten. Für die Einstiegswanderung jedoch auch so eine schöne Tour bei bestem Wetter.

Zurück am Auto fuhren wir bis Oy-Mittelberg, was nicht weit weg vom Grüntensee liegt. Dort über ein paar Nebenstraßen zum Ortsrand, wo wie Ferienwohnung im Souterrain lag. Da das Haus an einem leichten Hang steht, war die Wohnung zwar im Keller, aber ebenerdig zu betreten und mit Blick auf die Allgäuer Berge. Die Vermieterin begrüßte uns herzlich und zeigte uns alles. Selbst Liegestühle für den Garten waren vorhanden. Die Frage, ob wir einen Kaffee möchten beantworteten wir mit Ja und kurze Zeit später war Kaffee, sowie Kuchen auf dem Tisch vor der Wohnung. 😄

Während des beziehen der Wohnung und auch noch später entdeckten wir kleine Gesten wie etwas zu Naschen auf dem Tisch zur Couch, einem kleine Gläschen selbstgemachte Marmelade (Obst aus dem eigenen Garten) oder den Betthupferln und Obst in einer Schale.

Für das erste Abendessen hatten wir alles dabei und mussten somit nicht nochmal für einen Einkauf weg.

Tour: ~650 Höhenmeter, ~11,5 Kilometer


22. August

Heute ging es zum Attlesee und so fuhren wir bis nach Nesselwang zum Alpenseehof. Vom Parkplatz war der Attlesee schon zu sehen, leider aber auch reichlich dunkle Wolken. Dies hielt uns dennoch nicht ab, loszugehen.

Zuerst ging es zum See und dort dann links herum und anschließend durch Wiesen und Wäldchen bis zum Kögelweiher.

Der weitere Weg in östliche Richtung führte uns mehrere Kilometer lang weiter über Wiesen und durch Wälder im regelmäßigen Wechsel. Kurz hinter Schweinegg am Waldrand legten wir eine erste Rast ein.

Sodann ging es durch den Wald und weiter, bis wir zu zwei alten Burgruinen kamen. Zuerst sind wir zur Burgruine Eisenberg und dann zur Burgruine Hohenfreyberg gelaufen. Beide Burgruinen liegen in sichtbarem Abstand voneinander und sind auch ein beliebtes Ausflugsziel, weshalb hier wesentlich mehr andere Personen unterwegs waren.

Nun, vom östlichsten Punkt der Wanderung erfolgte der Rückweg, zuerst noch eine Zeitlang durch einen Wald, die meiste Zeit jedoch auf Wegen durch Wiesenlandschaft. An einer einladenden Bank machten wir auf diesem Wegabschnitt eine zweite Pause und schauten Schafen am Horizont zu.

Zurück zu Svarta, fuhren wir bis nach Oy-Mittelberg und dort in die Nähe des Dorfplatzes. Hier hatten wir zuvor schon ein Café gesehen und dies war unser Ziel für einen Kuchen und einen Latte Macchiato.

Tour: 370 Höhenmeter, 16 Kilometer


23. August

Bei aufgehender Sonne frühstückten wir, bevor es nach Füssen ging. Noch strahlte die Sonne und am Rand von Füssen überquerten wir die Lech am Lechfall. Auf der anderen Flussseite liefen wir kurz an der Hauptstraße entlang, um dann dem Auwaldpfad zu folgen. Dieser liegt unterhalb der Landstraße zur Lech. Ein schöner Pfad, der immer wieder zu Erkundungen einlädt. Z. B. mit einer kurzen Floßfahrt. Direkt neben dem Walderlebnispfad und somit ganz kurz vor der österreichischen Grenze kamen wir wieder an die Landstraße heraus und überquerten diese. Nun ging es langsam im Wald bergauf.

Der Weg führte lange durch Wald eine Zeitlang oberhalb des Schwansees, den wir links neben uns meist nur erahnen konnten und rechts dem Alpsee, den wir nach einigen Kilometern erreichten. Dort machten wir einen Abstecher zu einer Aussichtsplattform und hatten einen ersten Blick auf Hohenschwangau und Schloß Neuschwanstein über den See.

Wir folgten dem nun leicht voller werdenden Weg bis Hohenschwangau und suchten uns dort am See einen Platz für eine Pause.

Nach der Pause ging es für uns zügig durch das volle Hohenschwangau bis ungefähr zur Mitte des Ortes. Dort geht der Weg ab, dem wir in den Wald folgten. Am Ende kamen wir oberhalb von Schloss Neuschwanstein heraus. Hier war auch der Abzweig zur Marienbrücke und dem Pöllatfall. Leider war dieser Weg aufgrund von Sanierungsarbeiten gesperrt. Wir folgten somit dem Hauptweg noch eine kurze Weile bis zum Schloss und machten vor diesem eine weitere Pause. Danach ging es auf den befestigten Weg um das Schloss und von diesem herab. Wir folgten nur kurz dem Hauptweg nach dem Verlassen des Schlossgeländes, um dann in einen Waldweg abzubiegen. Hier wurde es wieder merklich ruhiger.

Der Pfad durch den Wald führte uns zu einem großen Parkplatz an einer Zugangsstraße zu Hohenschwangau. Von hier gingen wir die Hauptstraße Richtung Alpsee und zwar wieder bis zur Ortsmitte. Nur dieses Mal bogen wir in die andere Richtung ab. Einige Meter oberhalb der Hauptstraße erreichten wir Schloss Hohenschwangau. Dort hieß es für ein kurzes Stück die Maske aufsetzen, da es durch den Schlossgarten ging. Nach dem Schlossgarten führte der Weg durch den Wald und zurück auf den Weg, den wir schon nach Hohenschwangau gegangen waren. An diesem Weg angekommen, ging es jedoch gleich wieder nach rechts ab und in Serpentinen bergab. Wir kamen dadurch an das östliche Ende des Schwansees und folgten diesem am östlichen Ufer bis zum nordöstlichen Ende. Auf ungefähr halber Höhe machten wir auf einem Steg eine Rast, während die Sonne sich wieder etwas zeigte.

Vom See ging es weiter durch den Wald. Wir kamen am Ende des Waldes in der Nähe der Lechbrücke in Füssen heraus und folgten der Straße zur Brücke und über diese nach Füssen hinein. In Füssen ging es an der Lech entlang und zwischen Hohes Schloß und einem Park Richtung Innenstadt. Wir bogen dann jedoch nach links ab und liefen somit parallel zur Lech. Es war nur noch eine kurze Strecke bis zum Parkplatz gewesen.

Über einen kleinen Umweg fuhren wir zurück zur Ferienwohnung. Der Umweg war dem Besuch eines Käseladens in Oy-Mittelberg geschuldet. Hausmann’s Käse Wein – eine ordentliche Auswahl bot sich uns und wir fanden auch etwas für die nächsten Wanderungen.

Tour: ~500 Höhenmeter, ~18 Kilometer


24. August

Ein neuer Tag im Allgäu und leider kein Sonnenschein. Wir hatten ausgiebig gefrühstückt und uns dabei Zeit gelassen. Danach fuhren wir nach Schwangau. Vom Ortsrand ging es einmal quer durch den Ort in den Kurpark und durch diesen durch. Am Ende des Kurparks kamen wir bei der Königlichen Kristall-Therme heraus. Hier folgten wir dem festen Weg in den nächsten Ort. Durch diesen hindurch gelangten wir an die Auen der Lech. Dies war bereits der Übergang der Lech in den Forggensee. Dem Forggensee folgten wir am östlichen Ufer, an Waltenhofen vorbei bis zu einer Spitze mit einem Campingplatz. Um diese Landzunge herumkamen wir an Brunnen vorbei zu einem zweiten Fluss in den See. Dies war ein guter Punkt für eine Rast.

Von dieser Flussmündung ging es lange am Fluss entlang durch eine Wiesenlandschaft. Dabei querten wir die Landstraße nach Schwangau und verließen den Weg am Fluss hinter dem Zeltplatz Falkencamp. Von hier war Schwangau bereits zu sehen und mit einem Wechsel der zwei fast parallel laufenden Wege gelangten wir wieder zum Ausgangspunkt zurück. Auf diesem Abschnitt hatten wir einen Ausblick auf unser gestriges Ziel gehabt – Schloss Neuschwanstein.

Auf der Rückfahrt machten wir bei einem Bäcker halt und kauften Stückchen, die es in der Ferienwohnung mit einem Kaffee gab.

Tour: < 100 Höhenmeter, ~13 Kilometer


25. August

Das Wetter war heute immer noch nicht von Sonnenschein überzeugt. Na ja, wird schon. Ins Tannheimer Tal sind wir gefahren, und zwar nach Schattwald. Es ging auf eine Tour mit einer Gratwanderung.

Anfangs liefen wir durch Felder und stetig bergauf. Hier war es nur leicht bewölkt und die Sonne zeigte sich immer wieder. Je näher wir dem Gipfel des Bschießer kamen, desto steiler und nebliger wurde es. Oben am Gipfel angekommen, zeigte sich, dass wir nicht die Einzigen hier waren, die an diesen Tag hier unterwegs waren. Für eine Rast suchten wir uns daher einen ruhigeren Platz unterhalb des Gipfels.

Von hier ging es auf einem Grat bis zum Ponten und dann weiter bis zur Rohnenspitze. Also zumindest nach dem Text der Tourenbeschreibung. Sehen konnten wir nicht wirklich viel. Am Ponten machten wir eine ganz kurze Pause im Nebel. Bei der Rohnenspitze klarte es kurzeitig auf und wie einige andere nutzten wir diesen Punkt für eine weitere kurze Rast. Durch den Nebel konnten wir immer nur wenige Meter im Umfeld sehen, dennoch hatte es etwas auch ohne eine Aussicht.

Nach der Rast folgte der lange Abstieg. Kaum losgegangen, zog auch schon wieder der Nebel auf und so ging es mehrere Kilometer im Nebel bergab. Ab der halben Strecke wurde es wieder klarer und wir konnten in der Ferne unseren Ausgangspunkt schon erahnen. Mehrere Kilometer später waren wir dann am Ausgangspunkt zurück.

Neben dem Parkplatz ist ein Restaurant/Café, das wir, nachdem wir die Schuhe gewechselt hatten, aufsuchten. Im geschützten Außenbereich gab es eine Belohnung.

Tour: 1170 Höhenmeter, ~14 Kilometer


26. August

An unserem letzten Tag begrüßte uns morgens die Sonne. 🌞 Die Starzlachklamm bei Winkel hatten wir uns für diesen Tag ausgesucht. Am Ende von Winkel gibt es dazu einen Parkplatz, der nicht so groß ist und je nach Uhrzeit auch reichlich voll. Über eine kleine Zugangsstraße sind wir dort hingelangt und hatten Glück und direkt einen Parkplatz gefunden.

Zuerst ging es auf einem breiteren Weg mehr oder weniger direkt an der Starzlach entlang durch den Wald bis zu einem Becken mit einem Wasserfall. Hier befindet sich der offizielle Eingang zur Starzlachklamm. An der Hütte oberhalb des Beckens haben wir für den Zugang gezahlt. Ab hier wurde der Weg wesentlich schmaler und die Starzlach wurde immer wilder. Es waren an diesem Tag auch einige Canyoning Gruppen unterwegs, die wir beobachten konnten.

Am oberen Ende der Klamm kamen wir auf einer Wiese heraus. Der Weg wurde nun wieder sehr viel breiter und führte zu einer nahegelegenen Alm. An der Alm war allerdings reichlich betrieb, und wir entschlossen uns daher direkt weiterzugehen. Dazu folgten wir einem schmalen Pfad über die Wiese hinter der Alm bergauf. Oben kamen wir an einem Waldweg heraus, den wir bergab nahmen. Die Straße bis zu einem Berggasthof war hauptsächlich geteert. Hinter dem Berggasthof bogen wir von der Straße nach links ab in einen Wanderweg durch Wald und über Wiesen. Ganz so einfach war es dann aber doch nicht, da der ursprünglich Weg nicht mehr ganz begehbar war. Mit einer Gruppe, die wir hier trafen, suchten und fanden wir einen alternativen Weg. Einige Zeit später kamen wir dann wieder auf den Weg aus der Tourenbeschreibung zurück. Letztlich gelangten wir so auf den Zugangsweg zur Klamm, ungefähr in der Mitte zwischen Parkplatz und Zugangshütte. Der Weg von hier zum Parkplatz war bekannt und schnell hinter uns gebracht.

Nun sind wir direkt nach Sonthofen, um die Zeit bis Nachmittags zu überbrücken. Zuerst schlenderten wir durch die Altstadt und kehrten dann ein. Ein Kaiserschmarren in den Bergen ist schon Pflicht und den gab es hier: ’s handwerk – craft food & beer. Ein sehr gemütlich eingerichteter Innenbereich, der zumal ziemlich leer war, lud uns zum Verweilen ein.

So gestärkt konnten wir nun zur Holzalpe am Rand von Sigishofen. Wie wir ankamen, war jedoch die Tür verschlossen. Allerdings hing dort ein Hinweis, dass man es über den Seitenzugang und der dortigen Klingel versuchen sollte. Das haben wir dann auch getan und ein älterer Herr begrüßte uns freundlich. Er führte uns durch die Werkstatt in den Verkaufsraum. Dort war ein langes Regal mit ganz vielen selbstgemachten Seifen, was der Grund für unseren Besuch hier war. Die Auswahl ist wirklich groß und es war gar nicht einfach sich zu entscheiden, welche Seife wir mitnehmen wollten.

Im oberen Stockwerk befindet sich zusätzlich ein großer Raum mit reichlich Holzschmuck, Frühstücksbretter usw. Schön, was hier zu sehen war. Für uns jedoch nichts, das uns gerade direkt ansprach. Mit jeweils einer größeren Menge an Seife aus Kuhmilch sind wir dann zurück zur Ferienwohnung gefahren.

Tour: 260 Höhenmeter, ~5 Kilometer


27. August – Abreise

Der Abreisetag begrüßte uns mit freundlichem Wetter. Nach dem Frühstück packten wir und reinigten die Wohnung. Nachdem wir uns von unserer Vermieterin verabschiedet hatten, hieß es nach Hause zu fahren.


Resümee

Die Woche war durchwachsen, was das Wetter angeht. Dennoch haben wir uns nicht klein kriegen lassen und waren jeden Tag unterwegs. Die Touren waren teils schon länger oder die letzte große Tour, mit reichlich Höhenmetern versehen, aber über alle hinweg waren wir in diesem Urlaub gemütlich unterwegs und haben eher mehrere kleine Pausen eingelegt.

Was wir in diesem Urlaub kennengelernt haben, sind Brötchen mit Salz und Pfeffer. 😋 Diese haben wir öfter gekauft und mit Käse für die Pausen mitgenommen.

In 2020 waren wir in Pfronten und nun in Oy-Mittelberg im Allgäu. Es wird sich zeigen, in welche Ecke des Allgäus es uns das nächste Mal treiben wird.


Karte der Touren


#allgäu #tannheimertal #oy #oymittelberg #alpsee #schwansee #forggensee #grüntensee #bschießer #ponten #rohnenspitze #schlossneuschwanstein #neuschwanstein #starzlachklamm #holzalpe #shandwerk #hausmannskäsewein #canon #canon6dmk2 #tamron #tamronsp35 #35mm

Spanien – Lanzarote – Dezember 2020

Das erste Pandemiejahr neigte sich dem Ende zu. Reisen in 2020 war nicht einfach, unmöglich jedoch auch nicht. Für das Ende des Jahres hatte ich mir was Sonniges vorgestellt. Meine Entscheidung fiel auf die Kanaren und dort auf Lanzarote. Zum einen, weil ich dort noch nicht war und zum anderen, weil die Insel sehr niedrige Inzidenzwerte hatte und auch nicht übermäßig viele Urlauber anlockte.

Die Pauschalreisen (Flug und Hotel), die ich fand, waren alle in größeren Hotels. Größere Menschenansammlungen, also größere Hotels, wollte ich jedoch vermeiden. Somit schieden die Pauschalangebote aus. Bei meiner Suche entdeckte ich ein kleines Hotel in einem kleinen Fischerdorf an der Ostküste. Das Hotelito del Golfo in El Golfo. Gerade einmal acht Zimmer! Gebuchte hatte ich dann Anfang Dezember.

Den Flug buchte ich bewusst erst eine Woche vor Abreise, um zur Not die Reise auch nicht durchzuführen, sollten die Bedingungen gegen eine Reise sprechen.

Die Wandertouren, die ich mir vorab herausgesucht hatte, waren über die Insel verstreut. Der öffentliche Busverkehr stellte sich als nicht so optimal heraus und somit war ein Mietwagen meine Wahl. Dieser war schnell gefunden und gebucht.

Jetzt hieß es noch ein paar Tage warten, bis kurz vor Abreise. Voraussetzung für die Einreise war ein negativer PCR-Test, welcher nicht älter als 72 Stunden sein durfte. Der Flug sollte am 23. Dezember gehen und am 19. Dezember am sehr späten Nachmittag bin ich daher an den Frankfurter Flughafen gefahren, um den PCR-Test vornehmen zu lassen. Dies hatte ich dort machen lassen, da der Nachweis der Person (Ausweisnummer) von den Kanaren gefordert war. Am Folgetag kam dann per E-Mail die Benachrichtigung, dass das Testergebnis vorliegt. Negativ war es. Praktisch war es, dass es von einem Portal in einer Vielzahl von Sprachen heruntergeladen werden konnte. Dies tat ich einmal auf Spanisch und einmal auf Englisch.

Nun konnte die Tasche gepackt und auf den 23. Dezember gewartet werden.


23. Dezember

Der Tag der Abreise war gekommen. Von der Abflugzeit wäre es problemlos möglich gewesen, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Der Rückflug jedoch war für Abends angesetzt und da war es fraglich, ob ich den letzten Zug nach Hause noch bekommen würde. Ich entschloss mich daher mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren. Von dort brachte mich die S-Bahn zum Flughafen. Das Einchecken war jedoch mit kleiner Diskussion verbunden. Eigentlich sollte man sich vorher online registrieren. Dabei hatte die Webseite jedoch auch nach mehreren Versuchen ein Problem. Abgesehen davon konnte man eine Angabe nicht wieder ändern, wenn man sich z. B. vertippt hat. Die Idee mit der Registrierung ist nachvollziehbar, die Umsetzung mehr als mangelhaft gewesen. Ich bekam daher mit meiner Boarding-Karte das Anmeldeformular in Papierform, um es auf Lanzarote abgeben zu können.

Es war genügend Zeit um nun noch in der Mitte des Frankfurter Flughafens zu einem Bistro zu gehen und dort etwas zu Trinken und Essen. Der Abflug war wie geplant und die Ankunft verzögerte sich nur um einige Minuten, da der Flug etwas länger brauchte. Am Flughafen gelangten wir in eine Schlange, die fast bis zu den Gepäckbändern, eine Etage tiefer ging. Die Anmeldung wurde auf der unteren Etage entgegengenommen und anschließend wie bei allen noch die Temperatur gemessen. Erst danach war der Weg frei zum Gepäckband.

Nach dem Erhalt der Tasche hieß es den Mietwagen entgegennehmen. Da der Mietwagen reserviert war, waren es nur noch die üblichen Formalitäten und raus aus dem Flughafen zum Parkdeck. Dort dann regelmäßig auf die Fernbedienung gedrückt, um zu sehen, welches mein Auto ist. Da war es, ein weißer VW Polo.

Nun hieß es noch durch die halbe Insel bis zum Hotel zu fahren. Zwischendurch hielt ich kurz an einem Supermarkt, um Wasser für die Woche einzukaufen.

Die Sonne ging während der Fahrt unter und ich kam im Dunkeln am Hotelito an. Per E-Mail hatte ich zuvor erfahren, wo mein Zimmer ist und dass die Tür offen sei. Vom Parkplatz ein paar Treppenstufen hoch, nach rechts, dann am Pool vorbei und zur ersten Terrasse links. Die Tür war tatsächlich offen und so bezog ich das Zimmer.

So langsam stellte sich Hunger ein. Hier im Fischerdorf sollte es mehrere Restaurants geben. Dazu bin ich die Hauptstraße entlang gelaufen und habe das erste Restaurant gewählt, das offen hatte und mir zusagte. Fisch gab es zur Einstimmung. Danach noch ein kleiner Ortsspaziergang und zurück zum Hotel.


24. Dezember

Das Frühstück gibt es erst ab 8:00 Uhr und ich war schon deutlich früher wach. Da die Sonne sich bereits zeigte, konnte ich so die Zeit bis zum Frühstück mit einer kleinen Erkundung vertreiben.

Bei der Beschreibung des Hotels und den Rezessionen wurde das Frühstück immer besonders herausgestellt. Ich war gespannt, ob sich das bestätigen wird. Ein Tisch an den fast bodenhohen Fenstern suchte ich mir aus und dann wurde der Tische mit vielen leckeren Köstlichkeiten gefüllt und einen Kaffee gab es direkt aus der großen Kaffeemaschine. Hier gab es kein Buffet. Alles wurde immer an den Tisch gebracht. Lecker und sehr reichlich.

Meine erste Wanderung sollte im Nordwesten von Lanzarote sein. Startpunkt war ein Wanderparkplatz in der Nähe von Máguez. Bei sonnigem Wetter ging es so die kurze Strecke bis zur Kante des Famarakliffs und von diesem in Serpentinen herab. Unten angekommen war es ein fast flacher Weg bis zu einem Strand und von dort nicht weit entfernt zu alten Salzfeldern (Salinas del Rio). Hier wird kein Salz mehr gewonnen, die Felder selbst sind jedoch noch zu erkennen.

Von den Salzfeldern zurück war ich alleine an diesem Strand und genoss das Wetter und die Aussicht auf das Meer und die Nachbarinsel La Graciosa bei einer Rast.

Der Weg von hier zurück zum Parkplatz ist derselbe wie hierher.

Eine schöne Wanderung für den ersten Tag und danach ging es gemütlich zurück zum Hotel. Der Fischerort El Golfo, in dem das Hotel lag, konnte ich so noch bei Tageslicht erkunde, bevor es in eines der Restaurants zum Abendessen ging.


25. Dezember

Ausgeschlafen, geht es morgens zum Frühstück. Gut gesättigt geht es nach Femés, einem Bergdorf im Süden von Lanzarote. Hier beginnen einige Touren durch das Ajaches-Massiv. Eine davon war meine heutige. Angekommen in Femés fand sich direkt vor der Kirche ein Parkplatz. Die Tour startete hier und führte nach Westen in die Berge hoch. Wobei hoch, nur um die 100 Höhenmeter in diesem Fall bedeutete. Oben angekommen hat man einen weiten Blick in ein Tal bis zur Westküste. Durch Calima war dieser leicht eingeschränkt, aber immer noch sehr weit. Nun wurde aus dem breiten Weg, der auch Zufahrtsstraße zu den Stallungen hier oben ist, ein schmaler Wanderweg am Rand des Talendes entlang, sodass man immer in das Tal Valle de la Higuera hineinsehen konnte. Dieser Weg führt bis kurz vor den Pico de la Aceituna. An diesem Bergkegel ging es jedoch nicht hoch, sondern in einem Bogen rechts herum. Somit kam ich auf die andere Seite des Bergrückens und hatte jetzt eine Aussicht bis zur Süd- und Ostküste von Lanzarote.

Um den Berggipfel herum gelangte ich auf der anderen Seite wieder in das Tal. Nun ging es jedoch leicht bergab auf einem Sattel, nur um dann wieder etwas nach oben zu laufen. Der Pico Redondo war schon zu sehen und ab diesem Punkt war der Abstieg in das Tal. Auf der anderen Talseite ging es wieder hoch und zu einem Abstecher. Ein Aussichtspunkt auf dem Morro de la Loma. Vom Abstecher zurück führte der Weg in die Mitte des Tales Valle de la Higuera. Von unten ging es auf einem längeren Weg hoch zu der Stelle, an der ich das erste Mal das Tal erblickte. Die Stallungen waren eine deutliche Markierung zur Orientierung. Von hier folgte ich dem breiten Weg hinunter nach Femés zur Kirche und zum Ende dieser Tour.

Diese Wanderung wird im Wanderführer als extrem karg bezeichnet und das ist sie auch. Hier kann man abschalten und in einen meditativen Trott kommen, ohne von einer Vegetation abgelenkt zu werden.

Weiter ging es von hier mit dem Auto nach Mancha Blanca. Also nicht ganz. Vor dem Ort ist eine Straße in das Vulkangebiet, die zu einem Parkplatz führt. Auf dem Weg dorthin finden sich auch vorher schon einige kleine Buchten zum Parken. Ich hatte Glück und hatte einen Parkplatz am Ende gefunden. Fast dort, wo der Wanderweg beginnt.

Dieser Wanderweg führt zur Caldera Blanca. Dies ist ein Vulkankegel, der sich durch seine helle Farbe von der dunklen Vulkangegend abhebt. Zuerst läuft man recht lange auf einem Weg durch ein riesiges Lavafeld. Hier gibt es bis zum Montaneta Caldereta keine Abzweigung. Dort angekommen geht es einen Weg etwas den Berg herauf und nach links. In einem Bogen führt der Weg nun zum Fuß der Caldera Blanca. Hier ist Teils staubiger Boden vorhanden und gelegentlich kann man auch Pflanzen zu erblicken.

Vom Fuß der Caldera Blanca geht ein schmaler Weg nach oben an den Kraterrand und auf diesem um die Caldera. Kurz bevor die Caldera einmal komplett umrundet ist, führt ein Pfad an der Nordseite vom Kraterrand nach außen und unten. Unten angekommen ist es ein breiter, auch von Fahrtzeugen genutzter Weg. Zumindest waren Fahrspuren und Reifenabdrücke zu sehen. Eine halbe Stunde später gelangte ich an eine Kreuzung und von dieser auf demselben Weg wie am Anfang durch das Lavafeld zum Parkplatz zurück.

Ein Tag mit zwei Wanderungen durch karge und unwirklich erscheinende Gebiete neigte sich langsam dem Ende. Von Mancha Blanca fuhr ich am Rande des Timanfaya Nationalparks entlang Richtung El Golfo. Am Eingang des Nationalparkes machte ich allerdings einen kurzen Stopp, auch um mich nach Touren durch den Nationalpark zu informieren, da nur geführte Touren in diesem Gebiet erlaubt sind. Leider waren dies nur geführte Bustouren und auf die Enge eines Busses verspürte ich keine Lust aufgrund der Pandemie. So fuhr ich direkt zum Hotel weiter.

Nach dem Duschen und Umziehen ging es zum Essen. Heute jedoch nicht in El Golfo, sondern im nahe gelegenen La Hoya. Die Straße dazu führt durch ein Vulkangebiet und am Meer entlang. Nach La Hoya öffnet sich dann eine große Bucht, mit vielen Salzfeldern. Am nördlichen Ende ist das Restaurant Mirador de Las Salinas. Hier kann man gut Essen und dabei den Sonnenuntergang mit Blick über die Salzfelder genießen.

Der QR-Code im Restaurant war mir neu. Das ist der Zugang zur Speisekarte gewesen. Eine gute Idee, wie ich finde.


26. Dezember

Das heutige Frühstück im Hotel ließ ich ausfallen, wollte ich doch auf die kleine Nachbarinsel La Graciosa. Die Fähre dorthin geht in Órzola ab. Von El Golfo ist das am entgegengesetzten Ende von Lanzarote und daher der Grund für meinen frühen Aufbruch. Die Fahrt einmal quer über die Insel dauerte knapp eine Stunde und die letzten 20 Minuten wurde es doch tatsächlich zum Teil Grün.

In Órzola gibt es ein paar kostenpflichtige Parkplätze, der richtige war zum Glück schnell gefunden. Der Weg vom Parkplatz bis zur Fähre war nicht lang und die Abfahrt begann in Kürze. Bevor es auf die Fähre ging, wurde die Temperatur gemessen und jeder bekam einen Spritzer Desinfektionsmittel auf die Hand.

Auf La Graciosa kommt man im Hauptort der Insel an. Hier gibt es nur im Bereich um den Hafen feste Plätze und Straßen. Alle anderen Straßen sind fest gedrückte Sandwege. Soweit bin ich jedoch zuerst gar nicht gegangen. Von der Fähre lief ich nach Links. Am Rand des Hafens ist eine Panaderia, die sich großer Beliebtheit erfreute. Brav stellte ich mich an der Schlange an. Meine Wahl fiel auf etwas Süßes. Im Café nebenan bekam ich noch einen Kaffee und so frühstückte ich auf der Hafenmauer.

Die Wandertour geht vom Hafen an der Küste entlang in nördlicher Richtung. Zuerst durch eine breite Seitenstraße und am Ende dieser auf einem markierten Weg durch die Dünen, immer in Küstennähe. Sehr windig war es an diesem Morgen und der Windbreaker mit Kapuze leistete gute Dienste. Nach einiger Zeit endete das Dünengebiet und geht in eine schroffe Felsenküste über. Hier hieß es an einigen Stelle langsam und vorsichtig gehen, war doch der Weg an einer Klippe. Schmal und teilweise sogar abgebrochen Stellen hieß es zu überwinden. Nachdem dieses Stück hinter mir war stellte sich wieder eine Dünenlandschaft ein und eine Siedlung von Ferienhäusern kam näher.

Die Siedlung wurde über die einzige Straße durchquert und am Ende ging es nach Westen und nicht mehr direkt am Meer entlang. Die Strecke hier war anfangs durch ein flaches Feld mit vielen Steinen und ging dann über in ein sehr weitläufiges Dünengebiet. Dünen, so weit ich sehen konnte. Am nordwestlichen Wendepunkt der Tour ging es ab in die Dünen zu einem Aussichtspunkt (Château). Hier ist ein felsiger Einschnitt mit einer natürlichen Brücke, unter der sich die Wellen des Meeres brechen. Zeit für eine Pause im Sand.

Zurück auf dem Hauptweg, führt dieser nach Süden. Nach einiger Zeit wurde der Sand immer weniger und ging in eine rötliche Staubebene über. Am Horizont, immer näher kommend, war der Montana Bermeja zu sehen. Zuerst ging es um den Berg herum, um dann von der Südseite diesen hochzugehen. Wobei Hoch relativ ist – 152 Meter. Dennoch hat man von hier aus eine tolle Aussicht, da doch alles andere deutlich flacher ist. Auch das nächste Zwischenziel war schon auf dem Weg nach oben zu erkennen und von hier oben noch deutlich zu sehen. Der Strand Playa de las Conchas. Somit ging es wieder auf demselben Weg vom Berg herunter und zum Strand. Kurz vor dem Strand kommt man an einen kleinen Parkplatz. Für die, die nicht hierherlaufen möchten. Ich bin daran vorbei und zum Strand.

Ein ganz feiner und tiefer Sand erwartete mich am Strand. Das Laufen hier ist ein wenig anstrengend durch den feinen Sand. Nach einer Weile fand ich ein windgeschütztes Plätzchen für eine Rast. An Baden ist an diesem Strand nicht zu denken. Die Wellen sind wie an diesem Tag meist ausgeprägt und die Strömung würde einen sofort wegreisen.

Vom Strand ging es zuerst zum kleinen Parkplatz, an dem auch einige Jeeps standen, die mit Fahrer für Ausfahrten gemietet werden können. Ich bin dann die geschotterte Straße quer über die Insel zum Ausgangsort der Wanderung gelaufen. Dieser Streckenabschnitt ist gerade im Inselinneren sehr staubig und entsprechend wendete ich mich bei vorbeifahrenden Autos ab um nicht alles ins Gesicht zu bekommen.

In Caleta del Sebo angekommen ging es bis zum Hafen und damit zum Ende der Tour. In Hafennähe sucht ich mir ein Restaurant in einer Nebenstraße, um etwas zu essen. Anschließend ging es wieder zum Hafen und dort zum Café des frühen Vormittags für einen Cappuccino.

Die Fähre am späteren Nachmittag fuhr in einem Bogen nach Lanzarote, sodass ich das Famarakliff, an dem ich meine erste Wanderung hatte, in der Nachmittagssonne bestaunen konnte.

In Órzola hieß es dann zum Parkplatz laufen, um anschließend nach EL Golfo zum Hotel zu fahren.

Danach saß ich noch einige Zeit auf der Mauer zum Zimmer und las. Bzw. ich unterhielt mich mit einer Engländerin, die wagemutig in den Pool ist. Ihrer Aussage nach sehr frisch. 😅


27. Dezember

Heute gab es wieder ein leckeres und ausgedehntes Frühstück. 😀

Für heute stand eine Wanderung an, die mich wieder in den Norden führte. Wie schon an einem anderen Tag durchfuhr ich dabei eine Weinanbauregion, die hier so völlig anders aussieht. Jeder Weinstock ist in seiner eigenen Mulde, vor dem Wind geschützt.

Der Ausgangspunkt der Wanderung war in Urbanización Famara. Ein Ort am südlichen Ende des Famarakliffs. Hier parkte ich in einer Seitenstraße, am Ortsrand, an dem der Rundweg der Wanderung begann.

Zuerst ging es langsam in ein Tal und leicht bergauf. Je mehr ich mich dem Talende näherte, desto grüner wurde es. Der Wanderweg wurde nun stellenweise etwas steiler. Vereinzelt kamen mir andere Wanderer entgegen. Zurückschauend wurde der Ort immer kleiner und zu einem weißen Fleck in der Landschaft. Oben am Talende kam ich auf einen breiten Schotterweg. Diesem folgte ich ein kurzes Stück nach links und damit entgegen der Wanderroute, um zu einem Aussichtspunkt abzubiegen. Der Weg führte auf ein Plateau des Famarakliffs mit einer tollen Aussicht auf die Küste.

Zurück zum Schotterweg und nun diesen in die andere Richtung folgend führt der Weg mit Sicht in das Tal, das mich hierherführte. So ging es hier am höchsten Berggipfel vorbei, auf dem eine Radarkuppel ist und somit auch nicht zugänglich war. An ein paar Stellen kommt man an alten Höhlen vorbei, zu denen es Pfade gibt. Für mich ging es jedoch auf dem Hauptweg weiter bis zu einer Kapelle, der Ermita de las Nieves. An dieser Stelle hat man wieder eine schöne Aussicht und sie bot sich für eine Pause an.

An der Kapelle ging der Schotterweg in einen geteerten Weg über. Diesem folgte ich kurz, bis es wieder auf einen Schotterweg ging, weiter es bis zum Pico de Maramajo. Vom Weg her war der Pico, also der Berg nur eine leichte Erhebung. An der Seite des Pico de Maramajo folgte ich dem schmalen Wanderweg nach unten. Auf der Ebene unten angekommen gelangte ich zur Schotterstraße, die nach Urbanización Famara führt. Dort war es noch eine Seitenstraße bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Nach der Dusche im Hotel machte ich noch einen Ausflug mit dem Auto an der Küste von El Golfo nach Süden entlang. Hier und da sind Buchten, die von der Straße aus zugänglich sind und meist ist in deren Nähe auch eine Parkbucht.

Noch ein wenig weiter an La Hoya mit den Salzfeldern vorbei, gelangt man an eine große Ebene mit Parkplätzen. Von hier kann man zu einzelnen Buchten laufen, die natürliche Becken zum Baden bieten. Das wollte ich doch unbedingt machen und ja, das Wasser im Winter ist seeehr erfrischend. Immerhin kurz im Meer gewesen. Zurück zum Hotel dachte ich mir, die Badesachen sind schon nass und da kann ich ja den Pool noch testen. Brrr. Meerwasserpool – Das bezieht sich auf das Wasser, aber auch auf die Temperatur. Die Engländer bekamen das vom Balkon oberhalb des Pools mit und fragten schelmisch, ob es kalt ist. 😅 Ja, aber einmal drinnen gewesen. Nun schnell unter die warme Dusche.

Für das Abendessen nahm ich den kurzen Weg auf die gegenüberliegende Straßenseite zum Restaurants Costa Azul.


28. Dezember

Ein neuer Tag und wieder ein sehr leckeres und üppiges Frühstück. 😀

Es folgte wieder eine Fahrt in den nördlichen Teil der Insel. Ein Rundweg, ausgehend von Haría. Angekündigt mit der Beschreibung „Tal der tausend Palmen“ stellte ich mir diese Tour relativ grün vor. Wo so viele Palmen sein sollen, muss doch Wasser sein und der Rest auch grün!

In Haría fand sich in der Nähe des Ausgangspunktes der Wandertour ein Parkplatz. Es ging aber nicht direkt auf die Wanderung, denn ich war in Haría an einem Platz vorbeigefahren und hatte dort eine Weihnachtsgeschichte gesehen. Das wollte ich mir zuerst genauer ansehen. Ob man nun an Weihnachten im religiösen Sinne glaubt oder nicht, die hier gestaltete Geschichte mit Elementen der Insel wie Lava und Gebäude ist auf alle Fälle sehr schön gemacht.

Nun ging es los auf die Wanderung. Zuerst durch mehrere Gassen. Hier und da waren die kargen Bäume oder auch Kakteen weihnachtlich geschmückt. Am Ortsrand wurde die Gasse zu einem Schotterweg, der langsam nach oben zum Famarakliff führte. Ab dem Ortsrand kam ich an mehreren bewirtschafteten Feldern vorbei, die die Gegend tatsächlich etwas grün erscheinen ließen. Mit der Sonne in Laufrichtung jedoch ein wenig blass. Zurück geschaut nach Haría, mit der Sonne im Rücken war es schon wesentlich grüner. Der Weg machte an einer Mauer, direkt am Kliff, eine Kehre. Im Grunde bin ich hier einem Tal zu seinem hohen Ende gelaufen und jetzt auf der anderen Seite wieder zurück. Jedoch nicht ohne vorher noch einen Blick von der Mauer über das Kliff auf das Meer zu erhaschen. Etwas trübte Calima die Weitsicht, dennoch toll. Weiter führte der Weg raus aus dem Tal und parallel zur Küste nach Süden. An einer markierten Stelle hieß es dann den breiten, festen Weg verlassen und einer Schlucht nach oben folgen. Hier war ein wenig klettern über große Felsen und suchen eines Weges angesagt. Dieser Pfad scheint nicht so oft genutzt zu werden. Oben angekommen geht es auf einem gepflasterten Weg weiter nach Süden zum Mirador del Bosquecillo. Ein großer Platz mit vielen Sitzmöglichkeiten. Auch Grillstellen und ein kleiner Spielplatz befinden sich hier. Die Aussicht von der Kante ist wieder atemberaubend.

Der Weg von diesem Aussichtspunkt zurück nach Haría ging zuerst auf einem gepflasterten Weg. Dann verließ ich diesen und folgte einem staubigen Pfad durch einen ausgetrockneten Flusslauf – Barranco de Elvira Sánchez. Auf diesem Abschnitt säumten sehr viele Kakteen den Weg.

In Haría angekommen, lief ich wieder durch einige Gassen zurück zum Ausgangspunkt. In der Nähe ist ein Platz mit einigen Cafés und Restaurants. Dort gönnte ich mir vor der Heimfahrt noch einen Kaffee.

Zum Abendessen wählte ich wieder das Restaurant Mirador de Las Salinas, mit einem vorherigen Spaziergang dort und dem Besuch des „Werksverkaufs“ der Salzgewinnung.


29. Dezember

Die Sonne grüßte und während des Frühstücks kam ich wie an ein paar anderen Tagen mit weiteren Gästen ins Gespräch. Das Frühstück fiel heute etwas gemächlicher aus. Der Grund dafür war ein Besuch eines Geschäftes in Yaiza, das nur an wenigen Tagen und dann auch nur zwischen 10:00 und 14:00 Uhr geöffnet hat.

In Yaiza war das Geschäft schnell gefunden. Ein wenig unscheinbar von außen, aber nicht so verwunderlich. MAMA PEPA Jabonería artesanal war mein Ziel, bin ich doch Seifenfan und nutze diese seit einiger Zeit ausschließlich und kam somit von Duschgels weg. Mama Pepa gehört zu denen, die ihre Seifen selbst herstellen. Kurse werden ebenso angeboten und mit der Besitzerin hatte ich mich gut unterhalten. Im großen Innenraum, in dem die Kurse abgehalten werden, kann man durch ein großes Fenster in einen weiteren Raum sehen und dort bei der Herstellung, Verpackung usw. zusehen. Eigene Seifenherstellung ist bei Mama Pepa immer auch mit lokalen Zutaten verbunden. Mit Salz, Vulkanasche, Kamelmilch oder Kaktussaft. Einige Seifen haben mir zugesagt und wurden gekauft.

Nach dem erfolgreichen shoppen ging es nach Mancha Blanca. Dabei fuhr ich wieder die Landstraße wie an einem vorherigen Tag, die durch Weinfelder führt. Kurz vor Mancha Blanca bog ich auf einen Parkplatz ab.

Hier war der Anfangs- und Endpunkt einer fast flachen Tour durch ein Vulkangebiet mit viel Vulkangestein und einigen Vulkankegeln. Mit anderen Worten – Schatten Fehlanzeige! Zu Beginn ist der Weg breit und die Umgebung mit grobem Vulkangestein bedeckt. Um die Vulkankegel führte der Weg öfter durch feinen Vulkansand und die Kegel zeigten sich in verschiedenen Farben, je nach Sonnenstand.

Nach der Tour fuhr ich zuerst eines der Weingüter an, die an der Straße durch die Weinfelder liegen um etwas zu Trinken und zu Essen. Anschließend ging es zum Hotel.

Es war noch viel zu früh für das Abendessen und so entschloss ich mich zuerst vom Hotel zum Aussichtspunkt mit Blick auf den Lago Verde zu laufen und danach noch einen Spaziergang durch El Golfo anzuhängen. Am Ortende stoppte ich nicht, sondern lief noch etwas weiter. Die ganze Zeit die Brandung und den Sonnenuntergang im Blick.

Dann aber ging es tatsächlich zum letzten Abendessen und wieder in das Restaurant Costa Azul.


30. Dezember

Mit einem ausgiebigen Frühstück begann ich den Tag. Danach folgte das Packen der Tasche und dem anschließenden Zahlen der Unterkunft. Nachdem das Zimmer bezahlt war, gab es sogar noch eine Jutetasche mit Aufschrift des Hotelito del Golfo zur Abreise.

Der Heimflug war für den späten Nachmittag angesetzt und somit noch genügend Zeit für einen Ausflug in die alte Hauptstadt Teguise. Hier schlenderte ich durch den Ort, der am morgen noch verschlafen wirkte. Um die Mittagszeit kehrte ich in ein Restaurant in der Nähe der Kirche ein. Den Abschluss des Essens bildete ein Espresso.

Nur war es Zeit nach Arrecife zum Flughafen zu fahren. Kurz vor dem Flughafen tankte ich das Auto voll und am Flughafen war die Abgabe damit nur noch eine Formsache mit der Übergabe des Schlüssels.

Vor dem Abflug hieß es noch, sich auf einreiseanmeldung.de anzumelden.
Der Flug von Arrecife nach Frankfurt verlief planmäßig. Mit dem Gepäck bin ich ohne weitere Kontrolle zum Regionalbahnhof im Flughafen gelaufen. Von dort mit der S-Bahn nach Frankfurt und mit dem Auto nach Hause. Den letzten Zug nach Hause hätte ich tatsächlich nicht mehr erreicht und daher war ich froh, dass das Auto in Frankfurt stand. Um kurz vor 24:00 Uhr fiel ich nach dem langen Tag ins Bett.


Resümee

Vor dem Urlaub stellten sich viele Fragezeichen ein, war es doch der erste Urlaub in der Pandemie mit Flug. Kaum angekommen auf Lanzarote war alles relaxt und das Urlaubsgefühl stellte sich schnell ein. Auch die Wahl des Hotelito del Golfo hat sich als sehr gut herausgestellt.

Die große Restaurantauswahl in El Golfo indes war zwar eingeschränkt, da einige Restaurants geschlossen hatten. Genügend Auswahl war dennoch vorhanden. El Golfo ist ein beliebtes Ausflugsziel auf Lanzarote, aber tagsüber war ich auf der Insel unterwegs und morgens bzw. Abends ist es ruhig gewesen. An der Westküste gelegen, gab es immer schöne Sonnenuntergänge und selbst danach war es noch warm genug um im Freien sitzen zu können.

Von den Regelungen aufgrund der Pandemie war nur wenig zu bemerken. Klar, die üblichen Desinfektionsspender waren an allen Eingängen, aber mehr auch nicht wirklich. Eine Maske war nur selten nötig. Einzig eine paar Örtlichkeiten wie den Timanfaya Naturpark, den Kaktusgarten oder die Lavagrotten Jameos del Agua habe ich um Menschenmengen zu vermeiden nicht besucht. Beim nächsten Urlaub werde ich dies sicherlich nachholen.


Karte mit den Touren


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Spanien – Fuerteventura – Dezember 2021

Der Winter naht. Im Rhein-Main-Gebiet seit Jahren ein Zeichen für dunkles und graues, nasses und kaltes Wetter. Zuhause Trübsal blasen und sich dem Winterblues hingeben mag manchen gefallen, mir nicht und so nehme ich mir seit einigen Jahren eine Auszeit kurz vor Jahresende.

Mir war mehr nach Wärme und daher suchte ich wie in den Jahren zuvor ein Ziel im Süden das dies versprach, ohne all zu weit weg zu sein. Im vorhergehenden Jahr war es Lanzarote und so entschied ich mich für Dezember 2021 für Fuerteventura. Beide Inseln warten mit einer großen Kargheit auf. Nicht jedermanns Sache aber durchaus ein Kontrast wenn man ansonsten im Jahr im Grünen unterwegs war.

Nach dem Kauf des gerade erst aktualisierten Wanderführers stellte ich fest, dass es vielleicht besser ist zweimal nach Fuerteventura zu kommen um von der Unterkunft nicht zu lange Fahrten zu den Wandertouren haben. Für die Ruhe und auch mit Blick auf die Pandemie entschied ich mich für eine kleine Unterkunft. Zwei Rurals, alte umgebaute Gebäude hatte ich entdeckt. Eines im Süden kurz vor der Halbinsel Janida und eines im Norden. Zum Zeitpunkt der Buchung war das Rural im Süden jedoch bereits ausgebucht und so buchte ich eine Woche im Hotel Rural Mahoh. Das Video auf der Webseite des Hotels versprach ein schönes Ambiente und mit wenigen Zimmer. Genau das was ich suchte. Einen Mietwagen buchte ich kurz danach, was wohl im Nachhinein eine gute Idee war. Die meisten Mietwagenunternehmen hatten auf den Kanaren ihre Flotte verkleinert und nun, da wieder mehr Urlauber kommen das Problem ihre Flotten zu vergrößern.


23. Dezember

Endlich war der Tag der Abreise gekommen. Der Flug war für den frühen Vormittag geplant und so hieß es sehr früh aufstehen, mit dem Auto nach Frankfurt fahren und von dort mit der S-Bahn zum Flughafen. Praktisch, wenn der Firmenparkplatz groß genug ist und rund um die Uhr ein Pförtner vor Ort ist.

Den Check-In hatte ich bereits am Vortag getätigt. Wie im November bei der Reise nach Madeira war es bei einer Reise nach Spanien ebenfalls Pflicht sich beim dortigen Gesundheitsamt anzumelden. Für die Anmeldung wird eine Sitzplatznummer benötigt und ohne diese gibt es keinen QR-Code, der für die Einreise nötig ist. Somit war man gezwungen, Online einzuchecken, da der QR-Code für die Gepäckabgabe vorzulegen war.

Somit brauchte ich nur noch mein Gepäck beim Drop-In abzugeben. Eigentlich! Die Schlange vor dem Schalter war etwas länger und ein paar haben wohl auch mit dem Angestellten am Schalter diskutiert. Jedenfalls ging es sehr, sehr langsam voran. So langsam, dass die für den Flug nach Fuerteventura bereits vom Personal an den Schaltern für Check-In und Drop-In aufgerufen wurden. Nach langer Wartezeit konnte ich dann mein Gepäck abgeben. Dabei wurde dann auch der QR-Code geprüft. Nun war es schon so spät, dass der Weg zum Gate so schnell wie möglich erfolgen sollte. Getan und an einer Stelle falsch abgebogen. 😕 Dadurch kam ich in eine Passkontrolle und noch einer weiteren. Ein Mitarbeiter des Flughafens war sehr hilfsbereit und schaute, ob ein boarden noch möglich war. Leider Fehlanzeige. 😡 Er sagte mir dann auch, dass es öfter vorkommt, dass Flüge aufgrund einer nicht ganz deutlichen Wegmarkierung verpassen werden. Er hat mir aber auch gleich den Tipp für einen Flug einer anderen Fluggesellschaft gegeben, die noch an diesem Vormittag fliegen sollte.

Somit bin ich erst einmal zurück zu Condor und habe dort erfahren, dass ich neu buchen müßte und der nächste Flug am Folgetag sein wird. Alternativ könnte das Gepäck umgeroutet werden. Daher habe ich mich in eine ruhige Ecke begeben und dort nach weiteren Flügen gesucht und den Flug von Eurowings zwei Stunden später gleich gebucht. Mit der Flugnummer konnte dann das Gepäck umgeroutet werden. Nächster Schritt war direkt zum Expressschalter von Eurowings zu gehen. Hier waren nur zwei weitere Personen vor mir und das Einchecken ging schnell, da ich ja kein Gepäck zum Aufgeben mehr hatte. Nun direkt zum Gate….. Dort angekommen hatte ich noch reichlich Zeit und bin ein kleines Stück den Weg zurück um mir einen Latte Macchiato und ein Croissant zu holen. Damit dann wieder zum Gate und gefrühstückt. So langsam beruhigte sich mein Puls wieder.

Am Gate nebenan war bereits der Flug nach Madeira ausgewiesen. Da war ich doch erst einen Monat vorher. 😀

Eine Ansage verkündete, dass sich das Boarding etwas verzögern wird, da es Probleme beim Tanken gab. Auf die 10 Minuten kam es mir nun auch nicht mehr drauf an. Obwohl der Check-In so spät war, hatte ich einen Platz am Notausgang bekommen. Für mich sehr angenehm, mit der größeren Freiheit dort. Wir rollten zur Startbahn und standen dann im Stau an der Stelle, an der die Flugzeuge gegen eine Vereisung besprüht wurden. Es wurde mitgeteilt, dass es eine allgemeine Verschiebung einiger Abflüge gab und es daher nicht gleich losgeht. Somit hatten wir letztlich rund 45 Minuten später wie geplant abgehoben. Hier darf ich Eurowings dennoch loben, die Begleiter und der Pilot waren immer freundlich und haben uns regelmäßig auf dem Laufenden gehalten. Es gab sogar eine Ansage beim Überfliegen der Alpen und welche Berge man gerade sehen kann!

In Fuerteventura angekommen hieß es den Weg zu den Gepäckbändern nehmen. Kurz vorher an einer Tür wurde kontrolliert, ob der QR-Code für die Einreise vorhanden ist. Ein paar Meter weiter ist man durch eine Schranke gelaufen, die die Temperatur misst und noch ein paar Meter weiter wurde der QR-Code inhaltlich geprüft. Dass dieser sich bei mir auf einen anderen Flug an diesem Tag bezog, war aber kein Problem. Nun zum Gepäckband und warten … warten … und warten. Ein paar andere und ich hatte vergeblich gewartet. Die Ground Force war daher unsere Anlaufstelle. Eine Gruppe aus fünf Personen von Oslo kommend hatte zuerst ihre Daten angegeben. Danach ich. Uns wurde mitgeteilt, dass nach dem Gepäck geforscht wird und es dann vermutlich am nächsten Tag zum Hotel gebracht wird. Auf dem Weg Richtung Ausgang ging die Dame von der Ground Force mit mir, da sie ebenfalls fast bis zum Ausgang musste. Wir gingen an einigen Gepäckbändern vorbei und auf einem, der nicht zu meinem Flug gehörte, lag eine orange Tasche. Mooooment! Schon auf dem Weg zur Tasche erkannte ich, dass es sich tatsächlich um meine handelte. Juhu. 😀 Die Dame von der Ground Force konnte somit das Formular direkt wieder entsorgen. Scheinbar wird das Gepäck auf einem Flug durchaus mitgenommen, auch wenn man selbst nicht im Flugzeug sitzt.

Das Mietwagenunternehmen hatte ich bereits in Frankfurt per e-mail informiert, dass ich später komme. Sie schrieben, dass sie die Info an das lokale Büro weitergeben. Mit dieser Info bin ich mit meinem Gepäck zur Mietwagenausgabe. Dort noch die üblichen Formalitäten wie Ausweis und Führerschein vorgelegt und dann den kurzen Weg zum Mietwagen genommen. Es war ein Opel Corsa mit Automatik. Im Gegensatz zu den Färöern hat diesmal die Buchung eines Kleinwagens auch tatsächlich zu einem Kleinwagen geführt. Auf Inseln sind mir die lieber, da dort mit engen Straßen zu rechnen ist und ein fremdes kleines Auto angenehmer ist.

Die anschließende Fahrt zum Hotel war unkompliziert. Am Hotel angekommen, war zunächst keine Rezeption, sondern nur der Eingang zum Restaurant zu erkennen. Ok, dort hinein. Wie sich herausstellte, ist die Rezeption ein kleiner Raum im Restaurant. Auch hier waren die Formalitäten schnell erledigt und ich wurde zu meinem Zimmer geführt. Zimmer Nummer 1 – Bayuyo.

Da es schon später Nachmittag war haben ich außer auspacken und Einkaufen im gegenüberliegenden Supermarkt nicht viel unternommen. Für das Abendessen hatte ich mich bereits beim Einchecken angemeldet. Nach dem reichlichen Abendessen ging es dann ins Bett. War ein langer und erlebnisreicher Tag.


24. Dezember

Der frühe morgen grüßte mit den ersten Sonnenstrahlen und um 8:00 Uhr war im Frühstücksbereich noch nichts los. Der Frühstücksbereich ist im hinteren Restaurant und im Freien. Für die kleine Anzahl an Gästen gibt es ein Frühstücksbuffet mit genug Auswahl für jede Geschmacksrichtung. Den Kaffee oder eine Kaffeevariation gibt es Immer frisch gemacht an einer großen Maschine mit gutem Kaffee.

Für den ersten Tag hatte ich mir die Tour auf der Nachbarinsel Isla Lobos vorgenommen. Die Fähre dorthin geht nur bei ruhiger See und so hätte ich dann noch einen weiteren Versuch in diesem Urlaub.

Die Anzahl der Personen auf Isla Lobos ist begrenzt, weshalb man sich zuvor selbst oder aber mit dem Fährticket dazu registrieren muss. Ich hatte das bereits am Abend zuvor selbst vorgenommen. Die Anmeldung ist im übrigen kostenfrei.

Nach dem Frühstück folgte somit die Fahrt nach Corralejo, im Nord-Osten von Fuerteventura. In der Nähe des Hafens gibt es einige Straßen mit Parkstreifen. Dort ist eigentlich immer was frei. Der Weg von dort, wo ich das Auto parkte, bis zum Hafen war kurz und direkt am Anfang des Hafens erblickte ich auch schon den kleinen Stand, an dem man die Fährtickets kaufen kann. Tja, die freundlich Frau sagte mir jedoch, dass heute und an den folgenden zwei Tagen aufgrund des Wellenganges keine Fähre gehen wird. Hm. Also Plan B.

Plan B war die für den nächsten Tag geplant Tour zu nehmen. Gedacht war diese mit einer Änderung als Rundtour ab Lajares im nördlichen Inselinneren. Da ich nun schon in Corralejo war, konnte ich diese auch so gehen wie sie vorgeschlagen wird, von Lajares nach Corralejo. Der Abfahrtspunkt des Busses, um nach Lajares zu kommen, liegt am anderen Ende der Stadt vom Hafen aus gesehen. So weit ist es dann allerdings auch nicht. Also los, durch die noch ruhige Stadt zur Bushaltestelle. Die Buslinie beginnt hier und so war der Bus noch leer. Während der Fahrt kamen auch nicht sehr viel weitere Fahrgäste hinzu, sodass genügend Platz war. Auch wenn man dem Busfahrer sagt, wo man hin möchte, hat das scheinbar nur Auswirkung auf den Preis. Er merkt sich wohl nichts und man muss auf alle Fälle rechtzeitig signalisieren, wenn man an der nächsten Haltestelle heraus möchte. Nicht so einfach, wenn man die Haltestellen nicht kennt. Auf der Fahrt kam ich sogar an meinem Hotel vorbei. In Lajares ging es in den Ort und am Ende über den Kreisel zurück. Mein Signal wurde nicht gleich erkannt und zum Glück hatten Fahrgäste in der Nähe des Fahrers diesen darauf aufmerksam gemacht, dass ich aussteigen möchte. So hielt er, etwas stärker bremsend am Ortsausgang hinter der Bushaltestelle und ließ mich raus.

Jetzt hatte ich ein zusätzliches Ortstürchen vor mir, den die Wanderung beginnt am anderen Ende. Auf dem Weg dorthin war deutlich zu erkennen, was in den Beschreibungen zu Lajares steht. Ein Surfer Ort. Mehrere kleine Restaurants, Cafés und Verkaufs- bzw. Reparaturläden für Surfer.

Am Ortsende ist ein kleiner Parkplatz, von dem der Wanderweg losgeht. Ziemlich breit und gefühlt eine Wanderautobahn. Die meisten gehen jedoch nur bis zum ersten oder zweiten Vulkankegel, danach wird es deutlich einsamer. Auf diesem Weg ist mir morgens auch eine Kamelkarawane entgegengekommen.

Am ersten Vulkankegel ging es vorbei und am zweiten Vulkankrater hoch auf eine Aussichtsplattform. Der Krater hat eine beachtliche Größe und andere Wanderer in der Ferne am Kraterrand sehen von hier aus wie winzige Ameisen. Weiter führt der Weg wieder vom Kraterrand herunter und Richtung Norden. Eine Zeitlang geht es über einen geschotterten und selten befahrenen Weg. Hier und da sind einsame Gebäude oder Gehöfte zu sehen. Der Abzweig zum Gipfel des Bayuyo ist etwas undeutlich. Von dort kommende Wanderer machten es mir allerdings einfacher, den Einstieg zu erkennen. Hier geht es durch eine Gerölllandschaft langsam nach oben bis auf den flachen Gipfel des Bayuyo von dem aus man eine gute Sicht auf Corralejo und die dahinter liegende Isla Lobos hat. Auch in der anderen Richtung kann man sehr weit über Fuerteventura sehen. Ein guter Punkt für eine Rast, zumal ich alleine war. Ähm, nicht lange. Da kam ein Trio, angeführt von einer farblich deutlich herausstechenden Person. Wie sie näher kamen, stellte er sich als Capitan Canarias vor. (Er kann für Touren gebucht werden.) Wickie hat es sich nicht nehmen lassen und wollte unbedingt ein Bild mit ihm. Klar, kein Problem. 😊

Der weitere Weg verlief ein Stück am Kamm entlang und dann bergab, um über eine große Schleife nach Corralejo zu führen. Die letzten Kilometer vor Corralejo wird der Weg eher uninteressant und geht am Ende die Hauptstraße entlang bis zur Bushaltestelle vom Anfang.

Noch früh am Tag entschloß ich mich noch einmal nach Lajares zu fahren, hatte ich dort doch eine Panaderia gesehen die auch gut bewertet ist. Es gab etwas Süßes und einen Latte Maccichato.

Wenn schon auf einer Insel sollte doch ein kurzer Abstecher zum Meer nicht fehlen. So ging es dann weiter nach El Cotillo. Ein Surferörtchen direkt am Meer mit größeren Stränden. Den Strand, den ich mir ausgesucht hatte, war und ist wohl sehr beliebt und daher waren viele dort. Ein wenig dort umhergelaufen, der Brandung zugeschaut und kurz mit den Beinen im Wasser gewesen war es ein entspannter Abschluss des Tages.

Für das Abendessen dachte ich mir wieder in das Restaurant, welches zum Hotel gehört zu gehen. Dort angekommen fragte ich nach einem Tisch für später, da es gerade voll war und um vorher Duschen zu können. Es gab nur keinen mehr, denn es war Weihnachten und so wurde mir gesagt das um 18:00 Uhr geschlossen wird, damit alle bei Ihren Familien den Abend verbringen können. Mit ein paar anderen Zimmern teilte ich mir eine Innenhofecke, in der ein Tisch mit Stühlen war. So kam ich auf die Idee zu fragen, ob ich etwas für dort haben könnte. Das ging und die Entscheidung für das Kaninchen war schnell gefallen. Nun führte mein Weg zu meinem Zimmer und einer schnellen Dusche. Kaum fertig, kam auch schon mein Essen. 😀


25. Dezember

Mein Teller vom Abendessen stand immer noch auf dem Tisch. Daher nahm ich diesen mit zum Frühstücksbereich, um ihn dort abzugeben. Das Frühstück war auch an diesem Tag wieder mit der aufgehenden Sonne verbunden.

Betancuria, die alte Hauptstadt, war der Ausgangspunkt der Tour für diesen Tag. Auf der Fahrt dorthin kam ich an einer Molina vorbei und hatte dort gehalten, um ein paar Bilder zu machen. Auf Fuerteventura gibt es zwei Arten von Mühlen, Molinas und Molinos. Also weibliche und männliche. Die Molinas sind flache Gebäude mit einem Windrad darauf und zeichnen sich durch eine höhere Mahlleistung aus. Die Molinos hingegen sind runde Türme, an deren Dach das Windrad befestigt ist. Bei den Molinos kann das Windrad mit Dach gedreht werden.

Weiter der Straße entlang bis zu einem Pass und kurz zuvor an einer Kreuzung nahm ich die Gelegenheit wahr zu einem Aussichtspunkt abzubiegen. Vom Morro de la Cruz hat man eine tolle Aussicht über weite Teile Fuerteventuras und früh morgens noch genügend Ruhe.

Die weitere Straße bis Betancuria war wie zum Pass hoch kurvig und wäre bestimmt spaßiger mit meinem MINI gewesen. An das Schwanken des Mietwagens musste ich mich noch gewöhnen. Der Parkplatz ist am südlichen Ortsrand von Betancuria. Ein schmaler Weg führt in die Ortsmitte, von hier aus und war mein Start der Wanderung. Es ging jedoch nicht in die Ortsmitte, sondern vorher ab in eine Seitenstraße, über die Hauptstraße und dann eine Straße den Berg hoch welche in einen Schotterweg überging. So führte der Weg das Tal bis zum Ende und dort auf einen Pass. Ziemlich windig war es hier und der nächste Abschnitt am Bergkamm hoch zum Gipfel war stürmisch. Am Pass und hier oben auf dem Gipfel hat man eine tolle Aussicht auf die Betancuria Berge. Der Weg auf der anderen Seite herunter war zumindest etwas geschützt. Am tiefsten Punkt, bevor es zum nächsten Gipfel hoch geht führt mich der Weg jedoch in das nächste Tal hinab. Hier sollte der einzige Wald Fuerteventuras sein. Sollte. Was ich sah, waren fast ausgetrocknete Bäume mit großen Abständen. Geregnet hat es hier wohl schon länger nicht mehr!

Der Weg senkt sich in das Tal herab zu einem großen Waldpicknickplatz. Aufgrund der Pandemie ist dieser geschlossen gewesen und war leer. Für mich jedoch ein guter Platz für eine Pause. Um den Picknickplatz sind die Bäume dann auch tatsächlich grün. 😊

Der Wanderweg führt von hier nicht die Schotterpiste vom Picknickplatz zur Landstraße entlang, sondern auf einem kleinen Pfad oberhalb, sodass man letztlich in das nächste Tal gelangt. Hier dann runter und auf einem festen Weg bis zur Landstraße. Im Gegensatz zum Wanderführer bin ich jedoch nicht nach Vega de Rio Palmas, sondern zurück nach Betancuria gelaufen. Eine alte sandig-staubige, geschotterte Piste führt dem Barranco (Flußbett) entlang und ende kurz vor dem Parkplatz an der Landstraße. Das Auto und damit das Ende der Tour waren kurz danach erreicht.

Die anschließende Fahrt bis nach Vega de las Palmas war kurz. Im Ort war es noch eine längere kleine Straße bis fast zum Ende. Dort liegt das Casa Naturaleza. Ein Restaurant mit einem grünen Garten und einem Teich. Kontrastreicher könnte es fast nicht gehen.

Nicht weit entfernt, gerade einmal ein paar Häuser weiter ist der Ortsrand und der Anfangspunkt der nächsten kurzen Tour zur Wallfahrtskapelle „Der Jungfrau de la Pena“. Breit und eben ist der Weg die meiste Zeit entlang des Barranco bis zu einem Stausee. Wobei Stausee nicht so wirklich zutrifft. Was sich mir bot, war eine größere ausgetrocknete Fläche, an deren Ende eine Staumauer zu sehen war. Angekommen an der Staumauer, änderte sich die Tour schlagartig. Die Staumauer war von der anderen Seite sehr hoch und so hieß es nun in Serpentinen nach unten gehen in eine Schlucht. Nicht ganz bis zum Boden, da dort tatsächlich ein Bach mit Wasser war. So ging es einige Zeit an der rechten Seite der Schlucht entlang und die Wallfahrtskapelle mit ihrem strahlenden Weiß war immer wieder zu erblicken. Kurz vor der Wallfahrtskapelle führt ein nicht so deutlicher Weg hinab zu ihr.

Viele dieser schwarzen Gesellen sind hier anzutreffen und zum Teil gar nicht so scheu.

Zurück auf dem Weg führte er mich bis an den Anfang der Schlucht und dort über einen Bogen hinab, fast bis zur Straße. Kurz vor der Straße geht ein Weg ab, der über den Bachlauf zum Weg auf der anderen Seite geht. Einzig der Beginn des Weges ist nicht wirklich gut zu erkennen. Dank Karte und GPS konnte ich dann die ersten Meter erahnen. Diese gegangen, war der weitere Weg dann erkennbar.

Auf der anderen Bachseite geht der Weg Mitten durch die Schlucht hoch zur Wallfahrtskapelle. Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig. Der Weg hierhoch ist nicht markiert und geht über große Felsblöcke. Eine willkommene Abwechslung. An der Wallfahrtskapelle angekommen ist der bekannte Weg der, der zum Ausgangspunkt der Wanderung zu nehmen ist.

Auf der Fahrt zum Hotel erblickte ich oberhalb von Villaverde zwei Molinos und da es noch hell war habe ich vom Hotel einen Spaziergang dorthin unternommen. Zurück am Hotel kam ich auf die Idee den Pool noch zu testen. Brrrr. Also nur kurz rein, ein paar Züge und wieder raus. Die letzten Sonnenstrahlen begleiteten mich zum Zimmer und dann mit Kamera kurz wieder zurück.

Da ich Mittags schon warm gegessen hatte und keinen so großen Hunger hatte, entschied ich mich für einen Salat mit Shrimps und Mango. Lecker. 😀

Nach dem Abendessen machte ich noch einen kleinen Spaziergang durch Villaverde. Die Gebäude im Ort liegen sehr verstreut und im Dunkeln kommt man leider nicht weit. Es gibt nur gelegentlich Bürgersteige und mit Straßenlaternen haben dies es dort auch nicht so sehr. Es war somit kein besonders langer Spaziergang.


26. Dezember

An diesem Morgen traute sich die Sonne nicht so recht durch die Wolkendecke zu schauen. Das Frühstück schmeckte dennoch. 😊 Während des Frühstücks informierte ich mich über das Wetter an der Westküste. Ich war auf einer Insel und mindestens eine Küstenwanderung sollte schon sein, finde ich. Die Wettervorhersage sah ganz gut für die Westküste aus und so entschied ich mich nach Puertito de los Molinos zu fahren.

Auf dem Weg wurde es teilweise noch bewölkter und ganz leichter Nieselregen stellte sich ein. Am Hafenörtchen war immerhin schon blauer Himmel über dem Meer zu sehen und die Sonne zeigte sich. Am Ortsanfang gibt es einen großen Schotterparkplatz, von dem ich startete. Der Wanderweg zweigt noch vor dem ersten Gebäude nach rechts ab. Dieser breite Schotterweg führt einen hoch über das Dörfchen und auf die Ebene darüber.

Ab hier geht der Weg immer entlang der Steilküste. Oft auf einem Weg, der von Autos genutzt wird. An einer Stelle parkte auch eines und zwei Personen waren am Angeln. Die Brandung zeigte heute ein tolles Schauspiel in jeder neuen Bucht 😀, während die Sonne immer stärker wurde. Mein Ziel war eine Bucht mit Sandstrand – Playa de Jarubio.

Die letzten Meter von der Hochebene hinunter zum Strand sind nicht so einfach zu finden, aber unmöglich nun auch wieder nicht. Am Strand war ich nicht alleine. Es gibt einen ausgewaschenen Weg über die Hochebene, über den ein paar Personen mit zwei Autos hierher gefunden hatten. Dennoch war es hier sehr ruhig. So konnte ich meinen Rucksack und die Schuhe am einen Ende lassen und den Strand im Wasser barfuß einmal hoch und runter laufen.

Nach einem Snack ging es dann denselben Weg wieder zurück. Eines der ersten Gebäude des Fischerörtchens ist ein Restaurant, welches ich für das Mittagessen ansteuerte. Hier hat man von der großen Terrasse aus eine super Aussicht auf das Meer. Die Küche ist einfach, aber lecker.

Nun folgte eine Fahrt in ein südlicheres Küstenörtchen. Playa de Valle. Dies ist eher eine Ansammlung von ein paar Gebäuden als ein eigener Ort. Am Kieselstrand sind ganz vorne zwei Gebäude und genau dazwischen ist ein kleiner Weg nach oben um auch hier wieder oben an der Steilküste entlangzulaufen. Zuvor jedoch ging ich noch direkt auf die Felsen an der Küste, um der Brandung zuzuschauen.

Auf diesem Wanderweg galt es jedoch mehrere Einschnitte zu umgehen bzw. große zu durchqueren. Bei den Durchquerungen der Einschnitte hat man oft die Möglichkeit bis ans Meer zu kommen. Dadurch gestaltete sich diese Tour deutlich anstrengender – auch da hier der Weg meist nicht klar erkennbar war. Diese Wanderung war wie die Erste an diesem Tag ein hin und wieder zurück Weg.

Auch an diesem Tag gab es Abends wieder einen leckeren Salat.


27. Dezember

Der Tag begrüßte mich mit Sonnenstrahlen. Es war in Villaverde schon viel freundlicher, als am Morgen zuvor. Während des Frühstücks schrieb ich eine E-Mail an das Fährunternehmen, um zu erfahren, ob die Fähre nach Isla Lobos heute fährt. Noch während des Frühstücks kam die Antwort – Ja. 😊 Somit war klar, wo die heutige Wanderung sein wird.

Den Weg nach Corralejo kannte ich bereits vom ersten Tag und es fand sich fast an derselben Stelle ein Parkplatz. Die Anmeldung für die Insel hatte ich bereits beim Frühstück erledigt und so benötigte ich nur noch die Fährkarte, welche ich diesmal am Tickethäuschen am Hafenrand tatsächlich bekam. Die Fähre ist von dort schnell erreicht. Bei strahlendem Wetter konnten wir so die Fahrt nach Isla Lobos genießen.

Die Anlegestelle auf der Insel ist ein betonierter hoher Klotz mit zwei Treppen an den Seiten. Zum Meer ist diese Stelle offen und mir war nun klar, warum die Fähre bei stärkerem Wellengang hier nicht anlegen kann. Heute war es ruhig und mit einem kleinen Hopp war man schon auf der Treppe der Anlegestelle.

Der Rundweg um bzw. durch die Insel kommt an der Anlegestelle vorbei und wie viele bin ich zuerst nach rechts gelaufen, um zum einzigen Dorf auf der Insel zu gelangen. Bereits das Wegstück dorthin zeigte die vulkanische Vergangenheit der Insel sehr deutlich.

Groß ist der Ort nicht. Eigentlich ist die Bezeichnung Ort schon übertrieben. Daher bin ich fast direkt weiter. Nun kommt man auf die östliche Seite der Insel. Hier wechseln sich größere Flächen mit Büschen und Dünen ab. Am nordöstlichen Ende nahm ich den Abstecher zum alten Leuchtturm. Dieser liegt mit einem verfallenen zweiten Gebäude auf einem Hügel. Die Aussicht von hier geht über die halbe Insel und lohnt sich.

Weiter auf dem Rundweg, bis zu einer Kreuzung kamen mir nun vereinzelt andere entgegen, die den Rundweg in umgekehrter Richtung gingen. An dieser Kreuzung nahm ich ebenfalls die Möglichkeit wahr und folgte dem Weg zum Montana de la Caldera. Ein steiniger und gerölliger Weg führt den Berg hoch. Am Ende des Weges ist eine Gipfelmarkierung und hier, gerade etwas über 1000 Meter über dem Meer bietet sich dennoch eine tolle Aussicht.

Zurück auf dem Hauptweg ging es gefühlt auf einer Autobahn bis zur Anlegestelle, so breit und eben war der Weg. Kurz vor der Anlegestelle kommt man an einer Bucht mit einem größeren Sandstrand vorbei. Dieser war mir jedoch zu voll.

Da bis zur Abfahrt der Fähre noch reichlich Zeit war, bin ich weiter zum Dörfchen. Dort versuchte ich etwas zu Essen zu bekommen, dies hätte aber zu lange gedauert und daher entschied ich mich lediglich für ein Getränk und machte mich zu einem Becken in der Nähe mit etwas Sandstrand. Aufgrund der Zeit bin ich hier nur durch das Wasser gelaufen. War aber mit den Fischen schon lustig.

Dann war es Zeit für die Fähre, die pünktlich kam. Es geht noch eine weitere zu einem späteren Zeitpunkt, aber 3 Stunden hier vor Ort waren mir zu langweilig und daher wollte ich diese nehmen. Die Fährfahrt war wieder entspannt und in Corralejo fand ich schnell ein Restaurant in Hafennähe für ein Mittagessen.

Unterhalb von Corralejo gibt es ein riesiges Dünengebiet mit einem ebenso großen Strand, welchen in nach dem Essen ansteuerte. Wie die meisten parkte ich an der Verbindungsstraße von Corralejo zum nächsten Ort. Es wurde bewölkter und etwas windiger, was einige jedoch mit Begeisterung aufnahmen. Zum Baden ist es hier, ohne Bucht, zu stürmisch gewesen.

Danach ging es wieder in die bekannt Panaderia für ein Stückchen Kuchen und etwas für Abends.


28. Dezember

Ein neuer sonniger Tag wartete darauf entdeckt zu werden. Wickie brauchte jedoch noch eine Postkarte und eine Briefmarke. Auf dem Weg nach Casillas del Ángel hielt ich daher in Antigua. Hier gibt es in einer Seitenstraße einen kleinen Schreibwarenladen. Eine Postkarte war schnell gefunden und ein Stift ebenso. Nur Briefmarken gab es nicht. Vom Verkäufer erfuhr ich wo die Post ist und dass ich dort Briefmarken bekommen könnte. Also einmal quer durch den Ort zur Post. Eine Briefmarke bekam ich dort. 😀 Zurück zum Auto ging es über andere Seitenstraßen. U. a. an einem Platz mit Weihnachtsdeko und einem Café vorbei. Hier traf sich scheinbar der halbe Ort zum morgendlichen Kaffee und Schnack. Dorfleben eben.

Nur ein paar Kilometer weiter war Casillas del Àngel erreicht. Ein Parkplatz fand sich in der Ortsmitte an einem großen Platz, welcher auch der Ausgangspunkt der Wandertour war. Von hier geht es eine schmale Straße entlang, die bald in einen Schotterweg überging, jedoch immer noch zu vereinzelten Häusern führte. In einem leichten Bogen ging es bergauf bis auf eine Anhöhe. Hier war es schon sehr windig und ich war froh meine Windbreaker Jacke dabei zu haben. Der Weg weiter führte dann zum Glück am Berg entlang und damit aus dem Freien und dem Wind heraus. Hier wurde es sofort angenehmer. Der Weg schlängelt sich am Berg entlang und geht anschließend hinunter nach Tefia. Durch diese große Schleife bin ich damit um die Berge herumgelaufen.

In Tefia geht es am Ortsrand entlang bis zur Kirche und an dieser wieder weg vom Ort in die Berge. Der geschotterte Weg steigt auf der Ebene vor den Bergen leicht an. Der Wind wurde hier wieder etwas stärke und es gab nichts das den Wind blockte. Am Fuß der Berge wurde es weniger windig, dafür ging der Weg nun in einen schmalen Pfad über, der deutlich steiler wurde. Der Weg windet sich entlang dem Berg bis zu einem Pass. Die letzten Meter am Pass zeigten nochmals deutlich, welche Winde heute unterwegs waren. Kaum den Pass überquert, war es fast windstill.

Es folgte ein langer gemächlich nach unten führender Weg in das breite Tal. Hier und da waren sogar Brücken an ausgewaschenen Einschnitten zur Überquerung. Nach einigen Kilometern kamen zwei auseinander liegende Gebäude und beim zweiten ging es rechts ab. Kurz danach verlor sich der Weg ein wenig. Der Anfang zum Aufstieg des nächsten Passes war jedoch gut von weitem zu sehen und schnell erreicht. Der Weg hoch war teils wie eine Steintreppe, die sich mit längeren Geraden und Kurven nach oben führt. Auch dieser Übergang ist wieder etwas stürmischer. Hier war es kurz nach der Überquerung des Passes wieder fast windstill und die Sonne zeigte sich deutlich, so dass es nun tatsächlich wieder so warm wurde, dass ich im T-Shirt laufen konnte. Der Weg zurück nach Casillas del Ángel geht am Fuß der Berg in einen breiten Schotterweg über, der direkt in den Ort führt und dort über zwei Straßen zum Parkplatz.

Nach der Tour ging es wieder in die bekannte Panaderia. Eine leckere Belohnung und einen Cappuccino gab es.

El Cotillo ist schon bekannt und es führt mich dieses Mal jedoch bis an das Ende, bis zum Leuchtturm Faro del Tostón. Hier gibt es reichlich Sanddünen, aber auch kleinere und größere Becken umgeben von Lavagestein. Ich suchte mir eine ruhige Stelle und zog mich um, wollte ich doch auch einmal im Meer schwimmen gehen. Anfangs war das Wasser schon kühl, sobald ich komplett im Wasser war und mich bewegte, war es angenehm. Danach verzog ich mich in eine der Steinkreise, die vor dem Wind, der nur ganz leicht wehte, schützten.

Das Abendessen war an diesem Tag im Azzuro. Ein Restaurant am Ende von El Cotillo in Richtung des Leuchtturms. Von meinem Badeplatz also schnell erreicht. Ich hatte nicht reserviert, bekam jedoch einen Tisch, der gerade frei wurde. Alles wurde vorher noch gereinigt, bevor ich mich setzen durfte. Das Essen hier ist gut und die Aussicht Abends ein Traum für einen Tagesabschluss.


29. Dezember

Der letzte Wandertag und wieder zeigte sich schon beim Frühstück die Sonne. 😊 Für diese Reise war nur der Norden und zum Teil die Mitte Fuerteventuras das Ziel. Der höchste Berg ist im Süden, der zweithöchste in der Mitte der Insel und genau der war das Ziel für diesen Tag. Der Gran Montana.

Tiscamanita nennt sich der Ort, an dem die Tour begann und ein Parkplatz in einer Seitenstraße war schnell gefunden. Zuerst entlang einer Straße bis zum Ortsrand und dann weiter zu den Bergen führte die Straße bis zu einem Rasthäuschen. Ab hier begann dann ein schmaler Wanderweg nach oben. Es ging stetig bergauf, jedoch nicht zu steil und so war der erste Pass bald erreicht. Von hier bog ich nach links ab und aufwärts, auf den Gran Montana. Die letzten Meter vor dem Gipfelplateau waren wie auch oben ziemlich windig. Eine tolle Aussicht bot sich hier. Die Suche nach einem windgeschützten Platz dauerte dafür etwas länger. Gefunden hatte ich aber dann doch einen für eine Rast.

Vom Gran Montana ging es wieder herunter zum Pass und danach ein wenig bergauf auf den Morro Jorado. Vom Morro Jorado bis zum Morro Rincon del Atajo ist der Weg auf einem Grat mit guter Aussicht zu beiden Seiten. Am Morro Rincon del Atajo angekommen, bog ich ab. Nun ging es langsam den Berg hinunter nach Agua de Bueyes. Dieser Ort besteht nur aus ein paar Häusern und es war nichts los.

Der letzte Abschnitt bis nach Tiscamanita war eine breite Schotterstraße parallel zur Hauptstraße. Die Schotterstraße endet am Parkplatz vor Tiscamanita und hier war es nur noch eine Seitenstraße hoch bis zum Auto. Von dort ging ich noch an die Hauptstraße zu einem kleinen Restaurant. Diese bot jedoch nur das Tagesmenü an, welches mir zu dem Zeitpunkt zu viel war. So trank ich dort nur etwas und machte mich danach auf zur weiteren Reise.

Ein letztes Mal bin ich von hier nach El Cotillo und an die Küste um den Leuchtturm gefahren. Es war schon spät und so machte ich dort noch einen Spaziergang und schaute den Wellen zu.

Das Abendessen war wieder im zum Hotel gehörenden Restaurant. Ein Steak mit leckerem Nachtisch. Da ich einen Tisch mit Blick auf den Grill hatte, konnte ich das Grillen des Steaks beobachten. Dieses wurde zuerst von einem großen Stück Fleisch abgetrennt und landete dann direkt auf dem Grill und kurze Zeit später bei mir auf dem Tisch. Zuvor allerdings noch eine Vorspeise – gegrillte Chorizo. Ich weiß, etwas fleischlastig an diesem Abend. 😅

Nach dem Essen zahlte ich die offene Rechnung der Essen und Getränke der Woche, um es am nächsten Morgen einfacher zu haben.


30. Dezember

Ein letztes Frühstück bei aufgehender Sonne im Hotel. Dann folgte das Packen der Tasche. Da der Flug erst für Nachmittags angesetzt war, hatte ich Zeit und konnte somit einen kleinen Umweg fahren. Über La Olivia hoch auf einen Parkplatz und zu einem Aussichtspunkt – Mirador de Vallebrón. Der Ausblick von hier auf die Ebene vor der Ostküste ist weit, obwohl der Aussichtspunkt nicht auf einem Berggipfel ist. Wer hier vorbeikommt, sollte den Abstecher machen.

Von dort fuhr ich nach Puerto del Rosario, die Hauptstadt von Fuerteventura. Einen Parkplatz zu finden war nicht schwer, es war der große, öffentliche am Hafen. Von hier unternahm ich einen Spaziergang durch die umliegenden Straßen und kehrte in einem Café mit Blick auf den Hafen ein.

Während meinem weiteren schlendern durch die Gassen hörte ich laute Musik. Weihnachtsmusik und Pop. Es musste etwas sein, das sich bewegte, da der Ursprung der Musik sich änderte. Und da war er, der Ursprung. Ein großer Bus mit reichlich Lautsprechern, der durch die Gassen fuhr. Verrückt.

Nun war es Zeit, zum Flughafen zu fahren. Die Abgabe des Autos war einfach und unkompliziert. Im Flughafen suchte ich dann zuerst die Schalter, um meine Tasche abgeben zu können und die Bordkarte zu erhalten. Auf der Tafel war jedoch mein Flug überhaupt nicht aufgelistet. Dafür gab es zwei andere zur selben Zeit. Hm. Lufthansa wollte scheinbar nicht. Am Infoschalter erfuhr ich, dass es der Eurowingsflug ist und sollte bei der Ground Force nachfragen, ob ich auch tatsächlich dafür gebucht war. Also an das andere Ende der Schalter zur Ground Force. Dort wurde bestätigt, dass der Lufthansa Flug von Eurowings übernommen wird und ich bekam gleich noch die Info an welchen Schalter ich gehen sollte. Ich hatte Zeit und somit Zeit für einen Cappuccino. Danach ging ich zum Schalter, an dem nur eine kurze Schlange war. Das Einchecken ging schnell und unkompliziert vonstatten. Die Anmeldung in Deutschland (Einreiseanmeldung) hatte ich schon während des Frühstücks erledigt.

Hinter den Schaltern geht es über reichlich Umwege zur Security und dann einen Stock höher in den Abflugbereich. Hier gibt es einige Bistros, von denen die Hälfte jedoch geschlossen waren. Das Bistro auf der Dachterrasse war offen und mein Ziel für ein Baguette und etwas zu trinken.

So verging die Zeit bis zum Abflug schnell. Der Flug selbst startet planmäßig und kam pünktlich in Frankfurt an. Hier war das Gepäck, diesmal ohne Probleme schnell auf dem Band und los ging es nach Hause.


Resümee

Es war nicht meine erste Reise am Jahresende in den Süden und auch diesmal wieder schön. Klar, Fuerteventura ist sehr karg, aber gerade das war wieder das reizvolle. Oder besser gesagt das nicht ablenkende. Die Reisen während des Jahres waren alle im Grünen oder im bunten Herbst. Hier war der Kontrast dazu.

Ich war nur im Norden und in der Mitte der Insel unterwegs. Der Süden kommt in 2022. Ja, es wird im Süden nicht viel grüner als das, was ich gesehen habe, aber die angedachten Reisen in 2022 bieten dazu die ausreichenden Kontraste.

Und – nicht gleich völlig aufgeben, wenn man einen Flug verpasst. Es gibt immer eine Alternative.


Karte mit den Touren.


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