Italien – Nördliche Gardaseeberge – Juni 2022

Mein vierter Versuch zu einer Südafrikareise wurde im April vom Anbieter storniert. Ich war die Einzige und somit war die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht. Nächster Versuch ist dann im Oktober. So gar nichts im Juni geht nun aber auch nicht. So pickte ich mir von meiner Liste möglicher Ziele Italien heraus. Den Gardasee hatte ich in den letzten beidem Jahren bereits bereist. Einmal im Südosten und im Jahr darauf im Südwesten. Offen war somit noch der Norden und die Berge dort. 

Zelt und alles andere ist vorhanden und machte es mir einfacher bei der zeitlichen Wahl. Einer Freundin bot ich die Mitreise an, welche freudig angenommen wurde. Am Sonntag, den 12. Juni, sollte die Abreise sein. Sonntag bis Sonntag, um den üblichen Samstag bis Samstag Reiseverkehr zu entgehen. Arbeitsbedingt wurde es dann doch von Samstag bis Samstag. 🙃

In den zwei Wochen vor Abreise stellte ich eine Essensliste zusammen mit drei neuen Rezepten. Einige Zutaten für die Mahlzeiten kauften wir schon Zuhause ein, sofern wir es nicht schon hatten. Somit waren nur noch wenige Zutaten vor Ort in Italien zu kaufen.


11. Juni – Los geht’s

Der Anreisetag war endlich erreicht. Am Vortag packte ich von mir alles bis auf den Tagesrucksack in Svarta. An diesem noch sehr frühen Samstag kam dann das Gepäck von Melli hinzu, sowie die Lebensmittel, die sie für uns schon eingekauft hatte.

Um 6:00 Uhr sind wir dann losgefahren. So früh, da wir zusätzliche Zeit für Pausen und Stau mitbedacht hatten und dennoch am Nachmittag an unserem Ziel ankommen wollten. In Österreich auf der A12 gab es den ersten Stau und das Navi meine es gut und zeigte uns einen Weg über Landstraßen zur Brennerautobahn. Bis Axams verlief es gut und da wir an einem Supermarkt mit Café vorbeikamen, nutzten wir dies für eine Mittagspause. Das war auch gut so, denn hinter Axams wartete die Polizei und ließ nur Einheimische durch die Sperre. Für uns war dieser Weg versperrt und wir suchten einen Weg zurück zur A12. Auf der Brennerautobahn war es dann zum Glück nur stockender Verkehr bis zum Brennerpass, an dem wir eine weitere Pause einlegten. Die Mautstation auf der Brennerautobahn konnten wir sehr bequem über die Spur mit vorheriger Registrierung passieren und war für uns damit nur ein langsames Durchfahren.

In Italien war die Brennerautobahn ebenfalls mit viel stockendem Verkehr verbunden. Zum einen Baustellen, zum anderen waren an der ersten Mautstelle nur drei Durchfahrten geöffnet. Deutlich später als ursprünglich gedacht kamen wir in Riva del Garda an. Zuerst sind wir in einen Markt, um Kleinigkeiten und vor allem Wasser zu kaufen. Damit steuerten wir den ersten Campingplatz im Ort an. Leider voll. Der zweite Campingplatz und auch der Dritte waren bereits voll. Eine Einzelübernachtung wäre möglich, eine ganze Woche auf keinem dieser Campingplätze. 

Nun, ich hatte schon vorher ein paar Campingplätze als Option gesehen und kurz gecheckt, ob an dem einen am Ledrosee noch eine Parzelle verfügbar ist. Lt. Internet ja. So sind wir an den Ledrosee gefahren und steuerten Camping al Sole, direkt am See liegend an. Ja!!! 😀 Hier gab es zwei freie Plätze. Diese schauten wir uns an, da der für die ganze Woche an den Pool anschloss und viel feste Erde aufwies, wollten wir dann doch noch einen Campingplatz am anderen Ende vom Ledrosee aufsuchen. Hier war es nicht besser. Die Parzelle war ebenfalls eher erdig. Schnell beim Camping al Sole angerufen und zurück, denn dort gefielen uns u. a. die Sanitäranlagen besser.

Die Campingplätze am Gardasee und am Ledrosee sind eher für Vans, Wohnmobile usw. gedacht und zum Zelten sind die Plätze nicht ganz so toll, da der Boden fest und mit wenig Wiese versehen ist. Das Aufbauen der Zelte war ohne Probleme möglich, nachdem wir einen Hammer, von einem Camper nebenan für die Heringe bekamen. Ich hatte meinen leider Zuhause liegen gelassen. 😖

Nun war es schon so spät, dass wir uns direkt an das Abendessen machten. Mie-Nudeln mit Gemüse.

Die Sanitäranlagen auf dem Campingplatz wurden in diesem Jahr erst erneuert und sahen super aus. Reichlich Toilette, Duschen und Waschbecken. Selbst in den Duschen gab es im Vorbericht ein kleines Waschbecken. Bei den Waschbecken waren sehr viele, große Spiegel und eine Menge an Föhns. 

Dieser Platz war zwar nicht den, den wir uns vorab ausgesucht haben, aber vom Personal und allem drumherum super. Es gibt auch ein paar Wiesenplätze, die waren nur bedauerlicherweise schon belegt und umziehen nach zwei Tagen wollten wir jedoch auch nicht.


12. Juni – Monto Baldo

Der erste Morgen am Ledrosee begrüßte uns mit gutem Wetter. So konnten wir unser gewohntes Frühstück auf einer Decke zwischen den Zelten zu uns nehmen. Kaffee und Tee mit Porridge, gepimpt mit einem Apfel und einer Banane. 

Vor unserer Abfahrt zur ersten Wanderung machte ich noch eine Runde zum See- schauen wie es hier am Morgen aussieht. Wir scheinen wohl doch ein wirklich schönes Eckchen ausgesucht zu haben. 😊

Dadurch, dass wir nun oberhalb von Riva del Garda unsere Zelte aufgeschlagen haben, war klar, dass dieser Weg die nächsten Tage der Anfang der Strecke zu einer Wanderung sein wird. Also los. Zuerst runter nach Riva del Garda und dort weiter zur Ostküste nach Malcesine. Die Wandertour beginnt ab der Bergstation und mit den Regeln (FFP2-Maske) wollten wir nur den oberen Part der Gondel auf den Berg nehmen.

Dass die Fahrt zur Mittelstation interessant sein wird, hatten wir vorab schon auf der Karte erahnen können. Tatsächlich wurde es noch interessanter. Kleine, schmale Straßen durch den Ort. So schmal an einer Passage das der Verkehr mittels einer Ampel geregelt wird. Auf dem letzten Kilometer ist es dann fast schon ein geteerter Feldweg und waren wir noch auf dem richtigen Weg? Ja. Nach einer letzten Kurve stand das Schild zum Parkplatz und fast direkt darauf, war dieser auch zu sehen. 

Der Kauf der Karten für zwei Personen hoch und wieder runter verlief mehr oder weniger über Zeichensprache. Einfach und in diesem Fall völlig ausreichend. Beim Zutritt wurden die Karten geprüft und auch ob wir Masken dabei haben. Während wir auf die Gondel warteten, war das Tragen noch nicht Pflicht, erst in der Gondel.

Aus der Bergstation kommend nahmen wir direkt wahr, dass es hier gefühlt mindestens zehn Grad kühler war. Gut so. Für Wanderungen muss es nicht so heiß sein und uns wird bestimmt durch die Bewegung noch ausreichend warm. Kurze Hosen und T-Shirt gingen ja schon.

Die Tour sollte zum Monte Altissimo di Nago auf über 2000 Metern gehen. Ob wir direkt zum Einstieg bereits die über 1000 Höhenmeter schaffen werden? Von der Bergstation liefen wir zuerst zu einem Aussichtspunkt oberhalb dieser und erhaschten dort einen Blick auf den Gardasee. Dabei hieß es auch anderen den Vortritt lassen, vor allem wenn diese Hörner besitzen. 😅

Der Wanderweg beginnt an der Bergstation in Form eines breiten, geschotterten Weges. Einfaches, bequemes Laufen mit großer Weitsicht, da hier keine Bäume sind. So liefen wir eine Weile leicht bergab und dann etwas steiler um den Berg und diesen herab in eine Senke. Uns war klar, dass es auf der anderen Seite wieder nach oben gehen sollte. 

Der Weg in der Senke war leider auf einer schmalen Straße. Dieser sind wir nur bis zum Rifugio Bocca di Novene gefolgt. Die Straße ist beliebt bei Motorradfahrern und so war der kleine Parkplatz beim Rifugio fast komplett mit Motorrädern voll. Weiter auf der Straße wollten wir nicht und in der Karte war ab hier ein kleiner Pfad eingezeichnet. Nur wo? An der Ecke des Parkplatzes zur Straße war er. Die ersten paar Meter sehr steil und kaum zu sehen, danach zeigte er sich zum Glück deutlicher. Viele sind hier scheinbar nicht unterwegs und uns ist hier keiner begegnet. Schade, denn der Weg war angenehm.

Dieser Pfad führt uns sogar zu unserem eigentlichen Tourenweg uns zwar so, dass wir durch die leichte Steigung eine Serpentinenphase umgangen sind. Auf dem weiteren Tourenweg war dennoch eine Serpentinenstrecke, hauptsächlich im Wald vor uns. Hier gab es an den Wendepunkten immer wieder kleine Stichwege zu Aussichtsplätzen, die selbstverständlich mitgenommen wurden. Aus dem Wald heraus war es eher ein gerader Weg, der dem Berg folgt.

Unseren Berggipfel hatten wir, wie wir aus dem Wald herauskamen, fast immer im Blick. Vielleicht waren wir zu schnell, vielleicht lag es am Wetter oder was auch immer – Melli hatte mit dem Kreislauf zu kämpfen und so entschlossen wir uns, an einem schönen Fleck eine größere Pause mit Aussicht auf den Gardasee zu machen. 

So langsam ging es ihr wieder besser, wir entschlossen uns dennoch dazu, den Rückweg anzutreten. Dieses Mal nahmen wir jedoch alle Serpentinen bis zur Straße herunter mit. Von dort ging es an der Straße entlang und am bekannten Rifugio vorbei. Wir hatten einen weiteren Pfad hinter dem Rifugio entdeckt, auf den wir abbogen. Langsam, im Wald bergauf bis wir zu einem Wanderparkplatz kamen, den wir schon am Vormittag passierten. 

Dieser führte dann wieder auf den geschotterten Weg und uns bis zur Bergstation – unserem Ausgangspunkt.

Da wir es nicht eilig hatten, kehrten wir in der Skywalk Bar an der Bergstation ein. Unsere erste Tour am Monte Baldo war beendet und so gab es Zucker (Trinken) und ein Sandwich. Im Hintergrund lief Rockmusik und die Bedienung war gut drauf und wagte Tanzeinlagen. 😀 Das hebte die Stimmung deutlich. Nicht das wir mies drauf waren, nur eben recht ruhig die letzten Kilometer.

Dann war es doch an der Zeit, die Gondel zur Mittelstation zu nehmen. Während der Fahrt dreht diese sich einmal um die eigene Achse. Es ist somit unerheblich wo man steht wenn man einsteigt. Einmal wird man den Blick in Richtung Gardasee haben. Unten angekommen hieß es im Restaurant neben der Mittelstation das Parkticket auslösen bevor wir runter nach Malcesine fahren konnten.

Auf der Fahrt am Morgen hatten wir bereits einige kleinere Buchten am See gesehen und so schauten wir, ob wir in der Nähe von solchen Buchten einen Parkplatz finden können. Oberhalb von Navene war dann ein Parkplatz direkt an der Gardasena Orientale mit einem freien Platz. Wir sind noch ein wenig an der Strandpromenade entlang gelaufen ehe wir uns eine Bucht aussuchten. Das Wasser war sehr erfrischend. Melli wagte sich sogar ganz in den See. 

Von der Sonne trocknen lassen und ausruhen. ☺️ Nicht weit von der Gardasena entfernt und doch hatte man von ihr nichts mehr wahrgenommen. 

Genug gefaulenzt! Uns war nach Gelato. So sind wir der Gardasena nach Torbole am Nord-Östlichen Ende des Gardasees gefolgt. Ich hatte auf der Karte einen Panoramaparkplatz oberhalb gesehen, den wir durch die Innenstadt ansteuerten. Die Parkplätze am Hafen waren wie vermutete alle belegt und das war im Nachhinein auch gut so. Sonst hätten wir diesen schönen Parkplatz mit seinen Parkflächen unter Olivenbäumen gar nicht kennen gelernt.

Durch einen Zugangsweg zur Innenstadt war es zur Gelateria La Bottega del Gelato an der Hauptstraße nicht weit und unser erstes Gelato in diesem Urlaub war bald in unseren Händen gewesen. Zum Schlecken des Eises haben wir uns auf eine Bank am gegenüberliegen Hafen gesetzt. Sehr lecker das Gelato.

Voll mit Eindrücken nahmen wir den Rückweg zum Campingplatz an. 

Für diesen Nachmittag und Abend wurde uns vorher gesagt, dass an der Bar eine Party sein wird. Die Musik war bei unserer Ankunft an der Parzelle nicht zu überhören. Unser Abendessen, Chili mit Süßkartoffeln, bereiteten wir daher bei guter Hintergrundmusik zu. Lecker war das Chili an der frischen Luft.

Zur Party selbst sind wir nicht. Das war uns in dem Moment zu viel Gedränge. Ein Bier hatte ich mir später dennoch dort geholt und am Zelt getrunken. Gegen 21:00 Uhr war die Party zu Ende. Wir konnten daher, als wir später in die Schlafsäcke sind, ruhig schlafen. Zuvor aber habe ich noch nach einer Wandertour für den nächsten Tag gesucht. Die ursprünglich angedachten Touren waren mit reichlich Höhenmeter verbunden und für den nächsten Tag wollten wir lieber etwas langsamer machen und weniger Höhenmeter angehen.

Tour: 10,4 Kilometer, 850 Höhenmeter


13. Juni – Canale de Tenno

Regen war angekündigt und hat sich über Nacht auch eingestellt. Es war nur ein ganz leichter Regen, der am Morgen deutlich im Zelt zu spüren war. Also umgedreht und noch eine Runde geschlafen. So sind wir beide fast zeitgleich eine halbe Stunde später aus den Zelten gekrochen. Geregnet hat es nicht mehr und der Boden war fast vollständig trocken. Wie immer hat sich der Regen im Zelt stärker angehört als er dann war.

Der Himmel war zwar noch bewölkt, das hat uns allerdings nicht davon abgehalten, wieder die Decke zwischen den Zelten auszubreiten und dort zu frühstücken. 

Molino Pellegrini – diese Mühle, inmitten von Riva del Garda hatte ich Zuhause bereits entdeckt. Es gäbe dort lokale Pasta und Seife. Für zwei Gerichte hatten wir bewusst keine Pasta dabei, da wir diese dort kaufen wollten. Somit sind wir nach Riva del Garda und an einem Platz an einer schmalen Straße fanden wir die Mühle mit ihrem kleinen Verkaufsladen.

Die Auswahl an Mehlsorten ist reichlich, die an Pasta, zumindest der lokalen, eher übersichtlich. Hier hatten wir wohl zu viel erwartet. Fündig sind wir dennoch geworden, bei Pasta, Keksen und Seife. Durch den Glaseinsatz in einer Tür konnte ich beim Verlassen des Ladens noch einen Blick in den Verarbeitungsraum werfen. Dort wurde gerade Mehl portioniert und verpackt.

Praktisch war, dass die Mühle in einem Viertel von Riva del Garda liegt, durch das wir zu unserer Wandertour ohnehin fahren mussten. So war dies nur ein marginaler Abstecher. Canale di Tenno war wenig später erreicht und der Parkplatz an der Straße noch fast leer. In einem Bogen sind wir dann in das Örtchen gelaufen. Es wurde mir zuvor als Ausflugsziel empfohlen und sollte somit nicht nur Startpunkt der Wanderung sein.

Schöne Gassen und Durchgänge erwarteten uns dort, bis wir auf der anderen Seite in einen neueren Teil des Ortes gelangten. Hier waren wir am Supermarkt, den wir für den Einkauf von Brötchen und Käse für die Wanderung aufsuchten. 

Mit Proviant versorgt folgten wir der Hauptstraße um vor Ortsende rechts in eine Gasse abzubiegen, die in einen Feldweg überging. Dieser Feldweg brachte uns von Canale di Tenno nach Tenno. Nicht wie in der Routenplanung unten durch das Tal, sondern etwas erhöht war unser eingeschlagener Weg und bot uns so immer wieder schöne Blick in das Tal.

War es in den Gassen von Canale die Tenno noch angenehm kühl, so wurde es nun immer drückender. Das hielt uns nicht ab, weiter zu gehen und durch Tenno über einen alten, steilen und gepflasterten Weg zu einem Dörfchen zwischen Canale die Tenno und Tenno. 

Im Dorf angekommen, trafen wir auf einen Platz mit einem Brunnen. Dort tauchten wir zur Abkühlung unsere Arme in das Wasser. Sehr angenehm und es brachte die gewünschte Erfrischung. Auch hier fanden wir, wie in Tenno und Canale di Tenno auch, wieder kleine Gassen und versteckte Winkel.

Wir waren in diesem Dorf noch nicht am höchsten Punkt angekommen. Der weitere Weg führte über einen Pfad zu einer Landstraße. Bereits auf dem Pfad hörte ich schon ein Grollen – zu sehen war jedoch noch nichts, da wir hauptsächlich in einem Wald unterwegs waren. Oben angekommen zeigte sich ein sehr dunkler Himmel vor uns. Wir aßen je einen Müsliriegel und nahmen dann mit der Landstraße und einem anschließenden Pfad den kürzesten und schnellsten Weg zurück nach Canale die Tenno. Vor dem Dorf trafen wir tatsächlich auf den ursprünglichen Wanderweg. Im Dorf suchten wir im ersten nicht abfälligen Durchgang Schutz. Es war der Durchgang, den wir morgens als erstes durchschritten (Bild oben!). Wir waren gerade noch rechtzeitig mit ein paar anderen im Dorf angekommen, als das Gewitter seinen Regen ablud.

Am Anfang des Durchgangs war ein Absatz, auf dem wir es uns gemütlich machten und da wir nichts anderes machen konnten als den Regen abzuwarten, legten wir unsere Pause somit auf das Tourende. Die Brötchen und den Käse aßen wir also in dem Dorf, in dem wir es gekauft hatten. 

Kaum waren wir mit unserer Pause fertig, hörte auch der Regen auf und die Sonne zeigte sich wieder.

Mit Sonnenschein ging es somit zurück zum Campingplatz. Auch hier hatte es geregnet. Ein paar Pfützen auf den Wegen waren noch vorhanden und unsere Zelten sahen unten herum sehr verdreckt aus. Die staubige Erde wurde durch den Regen gegen die Zelte geschleudert und hinterließ viele braune Spuren. Auf unserer Parzelle war zu unserem Eintreffen schon alles wieder trocken. Der Regenschauer war hier wohl genauso kurz. 

Geduscht und umgezogen sind wir am frühen Nachmittag nach Cecina gefahren. Dort war ich im letzten Herbst eine Woche und so zeigte ich Melli bewusst den Weg, den das Navi als direkten Weg vorgibt. Sehr schmale Straßen und Melli dachte gelegentlich, dass wir da nicht weiterkommen werden. Sind wir schon – ich kenne das Dörfchen ja. Beim Ristorante Cavallino 10 kehrten wir auf einen Kaffee ein. Die Besitzerin Paola erkannte mich sofort und begrüßt mich herzlich. 

Abendessen? Kein Problem, wenn das Wetter gut bleibt, denn dann wird im Freien gegessen.

Bis zum Abendessen (ab 19:00 Uhr) war es noch lange. Bei der Fahrt nach Toscolano Moderna kamen wir am Cavallino 10 vorbei und die Tür zur Küche war offen und ich erkannte Andrea, den Koch. Da nichts los war, hielt ich direkt vor der Tür und Andrea schaute gleich heraus. Auch er begrüßt mich sehr herzlich.  

In Toscolano Moderna verbrachten wir den weiteren Nachmittag. Zum einen ein wenig shoppen und eine Briefmarke kaufen, zum anderen hatten wir heute noch kein Gelato. Das gab es am Hafen vor einer Ortsrunde.

Abendessen in Cecina. 

Wir waren mit die ersten, die nach der Essensbestellung den Gruß aus der Küche bekamen. Ob ich da wohl ein VIP-Status habe? 😀 Melli und ich entschieden uns für Pastagerichte mit selbstgemachter Pasta. Den Abschluss bildete ein leckeres Dessert.

Während des Essens drehte Paola ihre Runden und sorgte dafür, dass es allen gut geht. Bezahlt haben wir, wie in dieser Gegend üblich, drinnen bei Paola. Beim verabschieden rief sie kurz Andrea, der sich aus der Küche meldete. Auf die Frage, wann ich wieder käme, meinte ich im nächsten Jahr. Im Hinterkopf hatte ich dabei die angedachte Reise nach Cinque Terre und auf der An- oder Abreise hier einen Stopp einzulegen. Das war ja mein Ziel in 2020, zu dem es nicht kam und mich damals zum ersten Mal dann an den Gardasee nach Bardolino verschug.

Die Fahrt zum Campingplatz erfolgte über die Gardasena. Zwischen zwei Tunnel ergab sich die Möglichkeit für einen Halt und einen Blick in der Abenddämmerung über den See.

Tour ~6,5 Kilometer, 405 Höhenmeter 


14. Juni – Monte Brione

Wir sind an diesem Tag zum Hafen von Riva del Garda gefahren, nach dem Frühstück und dem üblichen Abwasch. Wer schon am Gardasee war, kennt bestimmt die markante Erhebung, die Riva del Garda zum östlichen Nachbarort Torbole trennt. Der höchste Punkt dieser Erhebung ist der Monte Brione. 

Am Hafen sind wir zuerst entgegengesetzt zum nächsten Strand gelaufen, um zu sehen wie dieser beschaffen ist. Wie üblich ein Kieselstrand mit großen und kleinen Kieseln. Früh am Morgen noch völlig leer, wird er sich vermutlich bald füllen.

Über den Jachthafen zurück war am anderen Ende eine Bastion und dort der Einstieg zur Tour. In dieser Richtung führt der Weg am Kamm entlang langsam nach oben. Oft über Treppen und am Anfang mit vielen Aussichtsbuchten. 

Wir waren im Gegensatz zu den letzten Tagen nicht so alleine auf diesem Weg unterwegs. Von den Aussichtsbuchten hatten wir einen Ausblick auf den Gardasee und auf Torbole. Riva del Garda war durch Bäume meist verdeckt. Melli nahm die Stufen mit Begeisterung zur Kenntnis. Für sie passten diese zu ihrem Fitnesstraining und waren daher für sie weniger anstrengend. Ich selbst finde Stufen immer eher zwiespältig. Es geht schnell nach oben, jedoch sind diese meist nicht in dem Abstand, der für mich mit meiner Schrittlänge angenehm ist. Da wir so ziemlich jeden Aussichtspunkt mitnahmen, kam ich Melli gut hinterher.

Vor Torbole sahen wir sehr viele Windsurfer mit ihren Boards schon früh auf dem See. Dadurch war der See dort mit vielen bunten Punkten gesprenkelt.

Je weiter wir kamen, desto flacher wurde der Weg. Wobei flach jetzt nicht unbedingt mit gerade zu verwechseln ist. Es ging immer noch leicht nach oben bis zur Batteria di Mezzo. Eine alte Militäranlage, von der sich ein guter Blick auf Riva del Garda ermöglichte. Da die Bastion nah am Kamm ist, war Torbole ebenfalls gut zu überblicken.

Der Weg danach bis zum höchsten Punkt war unterhalb des Kamms im Wald und die Sicht in keine der beiden Städte möglich. Erst am Monte Brione öffnete sich der Blick in das Tal nördlich des Gardasees.

Vom Monte Brione liefen wir über schmalere Weg zu den Überresten einer weiteren Bastion und von dort dann bergab.

In einem Waldstück, an dem mehrere Wege zusammen liefen, waren uns nicht ganz klar, welcher Weg der richtige ist. Wir haben natürlich nicht den richtigen genommen, sondern einen, der uns in einer Schleife wieder hierher brachte. 😅 

Das war dann auch ein Weg herunter, der nicht dem aus dem Wanderführer entsprach. So sind wir an weiteren alten Militärgebäuden oder Resten davon vorbeigekommen. Eines stach heraus, da der eigentlich zugemauerte Eingang wieder halb offen war. Vorsichtig hatten wir es hinein gewagt und der größere Raum dahinter war voll mit Graffiti. Wandern mit Entdeckerexkursion. 😀

Als wir aus dem Wald herauskamen, folgten wir einem breiteren und gepflasterten Weg durch Olivenhaine und kamen am Nordende von Riva del Garda heraus. 

Der Weg durch Riva del Garda war nicht so spannend, aber irgendwie musste wir ja wieder zum Hafen kommen.

An der Hauptstraße, die wir kreuzten, liefen wir einen Extrabogen, um zu sehen, ob es ein Bistro für eine Pause dort gibt. Leider wurden wir nicht fündig zwischen den Restaurants und Eisdielen. In ein Restaurant wollten wir nicht, da unser Hunger nicht so groß war. Am Hafen sind wir dann in der Sailing Bar eingekehrt.

Direkt am See gibt es keine Frage nach einer Wanderung bei warmen Wetter – ab in’s Wasser. Dazu konnten wir uns in der Toilette der Bar umziehen und alles was wir nicht brauchten anschließend in Svarta lassen. Wir liefen jedoch nicht zu dem Strand an dem wir morgens waren, sondern über den Weg direkt am See nach Torbole und zu dem Strand vor den dortigen Campingplätzen. Hier ist der Strand breit und die Menge an Personen verteilt sich mehr. Nur bei den Schwänen und Enten mussten wir aufpassen.

Geschwommen und ausgiebig gefaulenzt, fehlte noch ein Gelato zum Abschluss.

Der Strand teilt sich in zwei Bereiche, getrennt durch einen Fluss. Diesen sind wir zur Hauptstraße gefolgt und kurze Zeit später waren wir an der Gelateria Capriccio und hatten unser Eis. 😀

Nach all diesen Erlebnissen an diesem Tag traten wir den Weg zum Campingplatz an. Vor dem Abendessen gönnte ich mir noch einen Latte Macchiato im Restaurant am Campingplatz während ich für den nächsten Tag eine Tour suchte.

Unser Abendessen, wie üblich mit Hintergrundmusik der Kinderdisco 😅 war Spaghetti mit Tomaten und Oliven. 

Tour ~8,9 Kilometer, 313 Höhenmeter, ~4 Kilometer Spaziergang zum Strand, Gelateria und zurück


15. Juni – Lago di Ledro

Wie eingangs erwähnt, war der Ledrosee nicht unser ursprüngliches Ziel zum Campen. Da wir nun hier waren und mit dem Campingplatz einen guten Platz hatten, entschlossen wir uns, eine Wandertour am See zu unternehmen. Am vorherigen Tag sah ich ein paar Touren, die umgebenden Berge hoch und einen um den See. Die Wege hoch waren jedoch alle mit sehr vielen Höhenmetern verbunden und aufgrund des warmen Wetter sollte es etwas chilliger sein. Ergo fiel die Wahl auf die Tour um den Ledrosee.

Das Wetter beim Frühstück ließ auf einen sonnigen und warmen Tag schließen. Auf dem See waren auch schon die erste Angler zu sehen. Vom angekündigten Nebel der Wettervorhersage war indes nichts zu sehen – gut so.

Noch im Schatten erstrahlte der Ledrosee in seiner eher türkisen als der blauen Farbe. Wir entschieden uns für die Runde um den See im Uhrzeigersinnn. Vom Campingplatz durch das Tor auf den Uferweg und diesem folgend nach Molina di Ledro. Vor dem Ort am See sind ein Restaurant und ein Hotel, welche wir passierten um dann um das Museum mit seiner Außenanlage zu laufen.

Hier wurden Überreste von Pfahlbauten entdeckt und ein paar Pfahlbauten für die Verdeutlichung am Museum rekonstruktiert wieder aufgebaut. Diese Funde sind auch der Grund, weshalb diese Gegend zum UNESCO Weltnaturerbe auserkoren wurde.

Danach folgte noch ein Straßenzug des Ortes, bevor es auf die Landstraße ging. Diese war nicht besonders breit, aber auch nicht die Hauptverkehrsstraße. Nun waren wir im Wald unterwegs.

So ganz gefiel es uns nicht auf der Straße zu laufen, obwohl so gut wie kein Verkehr war. In der Karte erkannten wir einen Weg, der etwas oberhalb verlaufen sollte. An der nächsten Biegung stand auch schon ein Schild. Steil, mehrere Meter nach oben, flachte der Pfad ab und schlängelte sich am Bergverlauf durch den Wald. Das war auf alle Fälle der schönere Weg zum nächsten Ort. Uns kamen mehrmals Personen u. a. mit Hund auf ihrer morgendlichen Runde entgegen.

In Val Maria Pur kamen wir durch diesen Pfad nicht am Ufer des Orts heraus, sondern deutlich oberhalb davon. Der Weg zurück zum Ufer war bei den wenigen Straßen schnell gefunden. Beim Verlassen des Pfades zum Ort, konnten wir auch lesen, auf welchem Pfad wir da gerade unterwegs waren, es ist der low und medium Ledro Trek.

Keinen dieser beiden Wege hatte ich gestern bewusst bei der Suche gesehen. Vielleicht aufgrund der Bezeichnung Trek nicht. Nun das hinter uns liegende Wegstück ist zumindest für beide Touren identisch. Beim späteren Nachlesen hat sich aufgetan, dass beide Treks ebenfalls um den See führen, nur eben nicht direkt am Ufer entlang.

Kaum wieder am See, erblickten wir einen Surfer auf einer Übungsstrecke. Gezogen von einem Seil versuchte er sich sich immer wieder an Sprüngen und bekam auch einige Drehungen hin während wir zusahen.

Eine Biegung weiter und wir waren an der Wiese zum Strand von Val Maria Pur. Wenige waren um diese Zeit hier und somit alles schön ruhig. Der Blick über den See mit seinen Farben begeisterte erneut.

Von Val Maria Pur bis zum nächsten Ort, Pieve di Ledro erfolgte über die schmale Landstraße, die, je näher wir Pieve kamen, zu einer Schotterstraße wurde. Wenige Autos waren hier unterwegs. Auf diesem Stück kamen wir an einigen Ferienhäusern, die unterhalb des Weges liegen, vorbei. Oben am Weg gibt es Parkplätze zu den Ferienhäusern und einen Weg hinunter. Ruhig und im Grünen liegen diese Ferienhäuser. 

In Pieve verläuft der Weg, den wir genommen haben, zwischen den beiden Campingplätzen und dem See entlang. An der anderen Ortsseite angekommen befanden wir uns in einem kleinen Park und einer Strandgegend. Wir suchten und fanden eine Bank für eine Rast. Obwohl es immer noch bewölkt war, liefen wir bereits seit längerem im Sonnenschein und auch die Rast war in der Sonne, die heute nicht ganz so stark war.

Was macht man nach einer Rast? Weiterlaufen zum nächsten Café, das nur ein paar Minuten entfernt lag. Nachtisch mit Kaffee. 😀 Es gab einen Cheesecake Pistacchi mit einem Latte im Hotel Ristorante Da Franco e Adriana.

Von Pieve bis Molina schlängelt sich die Hauptstraße des Tals dem Verlauf des Sees entlang und dazwischen ein gut ausgebauter Weg für Fußgänger und Radfahrer. In der Mitte der beiden Orte liegt Mezzolago. Bis wir dort ankamen, wurde die Sonne stärker und die Wolken weniger. Wie schnell es doch in den Bergen gehen kann.

Bei Mezzolago geht der Weg in einer Schleife durch den Ort. Das fanden wir erst einmal komisch. Warum den nicht weiter am See entlang? Den Grund erkannten wir schon beim zweiten Haus, an dem wir vorbei kamen. Die alte Hauptstraße ist heraus geputzt und fast an allen Häusern ist ein Wandbild. Beim ersten ist das Fischernetz sogar tatsächlich ein Netz und nicht gemalt.

Am Ende der alten Hauptstraße geht diese in einen neueren Weg über, der durch Wiesen verläuft und in einem Bogen zur Hauptstraße durchs Tal führt. Ein Zebrastreifen machte es einfach über die Straße zum Weg am See bis Molina zu kommen. Es ging nochmals vorbei an Buchten und einem kleinen Hafen mit wenigen Boten. Je näher wir unserem Campingplatz kamen, umso mehr Personen kamen uns entgegen. Die vielen kleinen Buchten wurde genutzt um ins Wasser zu kommen und dennoch nicht an einem Strand mit vielen Personen zu sein. Zumal hier bis fast zum Wasser Bäume Schutz vor der Sonne boten.

Zurück am Campingplatz zogen wir uns um und sind in den See. Eine angenehme Abkühlung direkt am Campingplatz. 😊

Für das Abendessen hatten wir uns ein zweites Mal für etwas lokales entschieden und bewusst für diesen Tag. Es sollte nach der Wettervorhersage regnen und so sah es am späteren Nachmittag auch aus, als würde es tatsächlich regnen. Nun, wir duschten und auch wenn es noch früh war, liefen wir los Richtung Molina. Die Pizzeria Ristorante Bar Al Lago di Spagnolli Mirko liegt vom Campingplatz aus gesehen am anderen Seeufer der großen Bucht. Ein gemütlicher Spaziergang, um dann zu erkennen, dass erst ab 18:00 Uhr geöffnet ist. 

Auf dem Weg sind wir an zwei Cafés vorbeigekommen und eines davon steuerten wir nun an. Gerade noch rechtzeitig. Kaum waren wir unter dem Vordach, setzte der Regen ein. Ein Nachtisch und einen Kaffee bestellten wir und warteten ewig. Hauptsache im Trockenen, aber eben auch der Grund warum wir uns gegen ein Abendessen hier entschieden.

Der Regen ließ nach und wir konnten nun wieder zurück, zumal es kurz nach 18:00 Uhr war. Ich wollte noch etwas am See laufen, Melli meinte es wäre besser direkt zur Pizzeria zu laufen, bevor eine lange Schlange am Eingang stehen wird. Wird schon nicht, war meine Meinung. Dennoch sind wir direkt zur Pizzeria. Ein Platz war schnell gefunden und noch während wir bestellten, stellte sich tatsächlich eine Schlange am Eingang ein. OK, Melli hatte mit ihrer Vermutung definitiv richtig gelegen.

Zu trinken haben wir uns zwei Aperol-Spritz bestellt und die Pizzen kamen auch kurz nach den Getränken. Melli hatte eine Pizza mit Büffelmozzarella gewählt und ich eine Calzopizza. Halb Calzone, halb Pizza. Die Pizzen waren sehr lecker. Gut gesättigt kehrten wir zum Campingplatz zurück. 

An diesem Abend hatten wir Lust und besuchten noch die Bar. Während wir dort waren lief die Kinderdisco. So konnten wir das Spektakel auch einmal sehen und nicht nur hören. Melli war fast die ganze Zeit am Grinsen. 😀

Tour ~12,7 Kilometer, ~100 Höhenmeter


16. Juni – Rifugio G. Chierego

Heute sollte es wieder eine Tour am Monte Baldo sein. Die Beschreibung des Weges zum Wanderparkplatz versprach schon eine interessante Anfahrt. Der Weg bis Prada Basse, ein zu Prada gehörender Ortsteil, war noch verhältnismäßig normal für die Straßen, die wir bisher am Gardasee erlebt haben. Danach jedoch wurde es ein sehr kurvenreicher und einspuriger Weg dessen Fahrbahn Risse und Schlaglöcher aufwieß. Kurz vor dem Wanderparkplatz wurde der Weg zu einem geschotterten Feldweg und endete auf einem großen festen Naturparkplatz. Irritiert waren wir Anfangs von den Pferden, die in der Mitte des Parkplatzes standen bzw. liefen.

Vorsichtig fuhren wir auf den Parkplatz und suchten uns einen Stellplatz. Neugierde hatten wir bei den Pferden scheinbar geweckt, kamen diese doch langsam auf uns zu. Einen Schuh konnte ich noch anziehen, bevor ich von einem Pferd am Kopf beschnuppert wurde. Also bin ich um Svarta geflüchtet um in Ruhe den anderen Wanderschuh anziehen zu können. Die Turnschuhe flux in den Kofferraum und den Rucksack heraus. Melli hatte bereits alles und wartet mit Abstand. 

Der Weg vom Parkplatz war zuerst geteert. Noch vor der ersten Kreuzung wurde ein geschotterter Weg daraus. Hier sind wir rechts herum um in einer Schleife hoch auf den Grat bzw. um unterhalb des Grates zu gelangen. Dass der Weg bis hierher in einem Wald verlief gefiel uns. Nicht die ganze Zeit in der Sonne zu laufen war angenehm.

Durch den Wald konnten wir jedoch nur hin und wieder einen Blick auf den Gardasee erhaschen. Erst als der Wald endete und der Weg durch eine Wiesenlandschaft führte war ein freier Blick möglich. Auch unser Ziel, das Rifugio G. Chierego war zu sehen. Das Rifugio verschwand allerdings immer wieder in einer Nebelwolke. Je näher wir kamen, umso deutlich wurde der Nebel, der von der anderen Bergseite hoch kam. Erinnerungen an eine frühere Allgäu-Tour kamen hoch.

Bis fast zum Rifugio stieg der Weg so langsam, sodass wir keine Stöcke verwendeten. Erst auf dem letzten halben Kilometer verwendeten wir die Stöcke, da der Weg deutlich steiler und unwegsamer wurde. Oben angekommen war es leicht windig. Das Rifugio bot zum Glück ein paar windgeschützte Plätze für eine Rast. 

Mittagszeit und wir hatten Hunger. Am Rifugio wählten wir daher etwas warmes – Spinatspätzle mit Speck. Wir dachten, dass es sich um Spätzle mit Spinat und Speck handeln würde. Weit gefehlt. Der Spinat war im Spätzleteig. Lecker und durch die Käsesoße sehr sättigend. Der Ausblick beim Essen war zudem grandios.

Der Weg zurück zum Parkplatz verlief tiefer am Berg. Herab vom Rifugio, durch Weidegebiete. An einem Teich waren einige Kühe zu sehen und weit von uns entfernt. Auf ihre Hinterlassenschaften mussten wir allerdings schon aufpassen. Eine zweite Herde machte es sich direkt auf dem Wanderpfad bequem. Hm.. Hindurch oder im Bogen herum. Vermutlich würden die Kühe weichen, uns erschien es dennoch besser um sie herum zu gehen.

WIr kamen daraufhin an einer Zwischenstation einer Seilbahnen an. Die Route zeigte einen Weg genau durch diese hindurch. Die Station war zwar wegen Bauarbeiten gesperrt, ein Weg hindurch war aber schon möglich, nur um daraufhin festzustellen das der eigentliche Weg oberhalb der Station verläuft. 😅 Der Weg wurde wieder schmaler und verlor sich. 🙃 An einer Art Kreuzung wählten wir den Weg, der uns erschien als könne er auf den geplanten Weg führen. Dies tat er dann auch.

Von hier bis zur Kreuzung vom Anfang war es wieder ein breiter Feld-/Waldweg. Was uns langsam ziemlich auf die Nerven ging, waren die Fliegen, die uns schon von Anfang an begleiteten. Nur am Rifugio und in dessen Nähe war es ihnen wohl zu windig und der Grund dafür, dass sie uns dort in Ruhe ließen.

Da der Himmel hinter uns immer bewölkter und dunkler wurde, beschleunigten wir unsere Schritte. Vereinzelte Tropfen bekamen wir ab, mehr zum Glück nicht.

Wer wartete auf dem Parkplatz auf uns? Richtig – Svarta und die Pferde.

Am und um das Rifugio trafen wir andere Wanderer, ansonsten waren wir auf dem gesamten Weg fast immer alleine. Auch wenn sich der Parkplatz gefüllt hatte, so hatte es auf dem Weg für uns keine Auswirkung gehabt.

Schuhe umziehen und den spannenden Weg wieder nach unten fahren. Ein paar Mal hielt ich an, um Bilder davon zu machen.

Auf der Fahrt am Morgen hatten wir bereits einige Olivenölgeschäfte an der Gardasena gesehen und eines das Luftmatratzen verkaufte. Bei dem Geschäft mit den Luftmatratzen hielten wir zuerst. Melli wollte eine ganz Spezielle. Die gab es nur nicht und so ist sie ohne eine Luftmatratze zurück gekommen. 

Im selben Ort war dann auch ein Ölivenölgeschäft das uns einen guten Eindruck von außen vermittelte. Ein Parkplatz direkt davor machte es uns einfach. Wie sich herausstellte gab es nicht nur Olivenöl mit und ohne Verfeinerung sondern noch einiges mehr zu entdecken wie Oliven, Pasta, Marmelade und Seife.

Wie gut, dass unser Weg uns durch Torbole führte. Wir steuerten wieder den Parkplatz unter den Olivenbäumen an und ebenso die Gelateria für ein Eis.

Was wir bei unserem ersten Besuch in Torbole schon gesehen hatten, war der Strand und zu diesem liefen wir, nachdem wir unser Eis verputzt hatten. Badesachen hatten wir am Parkplatz bereits angezogen.

Nach zwei Hüpfer in das kühle Nass und dem trocken werden sind wir langsam zu Svarta zurück. 

Am Campingplatz hatten wir für unser Abendessen Reis nach Thai-Art gewählt.

Bevor wir in die Schlafsäcke sind, wurde noch die Postkarte von Wickie an Kristina, Wickies Mama, geschrieben.

Tour ~13,4 Kilometer, ~630 Höhenmeter


17. Juni – Cima SAT

Melli hatte irgendwie dann doch noch Interesse an dem Olivenöl mit Pepperonccini. Das gab es auch im Laden des Campingplatzes und ich fand noch lokale Seife dort. Die musste natürlich auch mit. 😊

In Riva del Garda hatten wir uns zuerst in der Einfahrt zu einem Parkhaus geirrt und die Einfahrt zu einem Eingang für ein Hotel genommen. War gar nicht so einfach wieder herauszukommen mit dem Verkehr auf der Straße. Eine Runde über zwei Kreisel und wir hatten den richtigen Eingang gefunden.

Die Tour beginnt lt. Wanderführer nur wenige Meter vom Parkhaus entfernt und führte uns zuerst über einen gepflasterte Weg in Serpentinen nach oben. In den Spitzkehren gab es Verweilplätze, aber auch zwei Zugänge zu Häusern. Das eine eher am zerfallen, war das Andere gut gepflegt. Ob die immer über diesen Weg zu ihrem Haus kommen? Es gibt bestimmt noch eine Alternative, die wir jedoch nicht gesehen haben.

Am Ende des gepflasterten Weges folgten wir der Beschilderung Bastione nach links. Der Weg war nun ein Naturweg der uns sicher zur Bastion brachte. Die Bastion ist eine Ruine mit einem angeschlossenen Café. Die Aussicht von der Terrasse und aus der Ruine auf Riva del Garda waren toll.

Ein älteres Paar, das wir trafen, war recht flott unterwegs und das ohne Stöcke, die wir hinter der Bastion auspackten. Des Rätsels Lösung verrieten sie uns. Sie wollten wie die meisten zur Capella di Santa Barbara. Für uns war dies lediglich ein zweiter Anlaufpunkt auf dem weiteren Weg mit vielen Höhenmetern. Auf dem dritten Bild ist die Kapelle von einer Hütte bei der wir eine kurze Rast einlegten am Berg zu sehen.

Nicht weit hinter der Kapelle trafen wir auf eine Kreuzung und zwei Männer mit Klettersteigausrüstung. Sie waren wieder auf dem Rückweg, obwohl sie noch nicht weit auf dem Klettersteig vorangekommen waren. Einer hat mit der Hitze gesundheitliche Problem und so war es eine gute Entscheidung für die Beiden den Rückweg anzugehen. Uns konnten sie von der Leiter erzählen, auf die wir laut dem Wanderführer stoßen werden.

Ab der Leiter wird der Weg zu einem Klettersteig. Bis auf die Leiter, die auch durchaus ohne Ausrüstung zu bezwingen war, wurde der Weg danach lediglich schmal und oft direkt an einem Abgrund bis zum Ende des Klettersteiges.

Cima S.A.T wiederum ist nur mit Klettersteigausrüstung zu begehen. Für uns war am Fuß des letzten Felsens das Ende. Den höchsten Punkt der Tour hatten wir da schon hinter uns. Ein paar sind vom Gipfel herunter gekommen mit Ausrüstung, während wir unten unsere Pause machten.

Der Weg nach unten war mehr dem Tal und nicht dem See zugewendet. Es war ein schöner Wanderweg, der fast komplett im Wald war und uns so Schatten spendete. Bei 30 Grad sehr angenehm nicht nur in der Sonne zu laufen.

Die letzten zwei oder drei Kilometer verliefen allerdings auf einem oft sehr abschüssigen betonierten Weg. Das war nicht so schön, nach der Tour bis zu diesem Punkt. Wir kamen dann am oberen Ende der Serpentinenstrecke an und sind diese herunter und zu Svarta gelaufen.

Ohne Wanderrucksäcke nahmen wie den kürzesten Weg zu einer Gelateria in der Altstadt. Ein letztes Eis am Gardasse für diesen Urlaub auf der breiten Fußgängerzone am Rande der Altstadt war wohlverdient.

Reichlich ausgepowert durch die Hitze nahmen wir nach unserer Fahrt zum Campingplatz im Ledrosee ein Bad und relaxten. 

Frisch geduscht wagte ich mich in das Restaurant des Campingplatzes um mir dort einen Latte Macchiato zu bestellen. In der Abendsonne schrieb ich meine Tagesnotizen beim Genießen des Latte Macchiatos.

Das Abendessen, Spaghetti mit Tomaten (One Pot) mit vielen Gewürzen und Oliven war lecker. 

Noch nicht ganz Müde, schnappte ich mir mein Buch und bestellte einen Hugo um an einem der Tische der Bar zu lesen. An diesem Abend war es ruhig und so funktionierte das mit dem Lesen gut.

Tour ~13,8 Kilometer, ~1285 Höhenmeter


18. Juni – Heimreise

Es war abzusehen, dass dieser Tag kommen würde. Abreise. Gemütlich und ausgiebig gefrühstückt stand das Packen an. Zelte abbauen und alles in Svarta verstauen. Wir sind an diesem Tag bewusst früh aus den Schlafsäcken, um früh die Reise anzutreten.

Während ich in der Rezeption unseren Aufenthalt zahlte, verschwand Melli im Kiosk. Brötchen und Käse sollten für die Reise gekauft werden. 

In Riva del Garda steuerten wir die erste Tankstelle an, die auf unserem Weg lag. Svarta hatte Durst. 😅 Während des Tankens kam eine Gruppe Schweizer mit sehr ausgefallenen Fahrzeugen, um ebenfalls zu tanken. 

Der Weg bis zum Brenner war mit Baustellen und leider mit reichlich stockendem Verkehr verbunden. Am Brenner machten wir daher schon eine Pause und aßen die Brötchen mit dem Käse.

Auf der österreichischen Seite der Autobahn war es jedoch nicht besser und ein Ausweichen nicht möglich. Die Polizei sperrte die Abfahrten und schickte jeden wieder zurück. Dies wurde bereits am Brenner deutlich mitgeteilt. Nervig, allerdings dann doch nicht ganz so schlimm wie wir vermutete hatten nach der Angabe.

Das Navi meinte uns eine Alternative für den Heimweg bieten zu müssen und entschied sich für einen Weg über Garmisch Partenkirchen. Doofe Idee. Im Umkreis war sehr viel Polizei unterwegs und wir kamen auch durch eine Kontrollstelle. Dort konnten wir zum Glück ohne zu Halten weiterfahren. Was wir nicht auf dem Schirm hatten war, dass in der Folgewoche der G7-Gipfel in Garmisch Partenkirchen stattfinden wird und zuvor schon alles abgeriegelt und kontrolliert wird. 

Nach eine langen Fahrt sind wir dann gegen 20:00 Uhr Abends bei Melli angekommen. Auf dem Weg von Ihr zu mir habe ich noch meinen Wocheneinkauf erledigt und mir einen Döner zum Abendessen geholt.


Resümee

Die Berge im Norden des Gardasees sind oft mit reichlich Höhenmeter verbunden. Im Sommer muss damit gerechnet werden, dass die Weitsicht durch die Wärme und Luftfeuchtigkeit eingeschränkt ist. Dennoch sind die Touren abwechslungsreich – Weitsicht ist eben nicht alles!

Ob der Sommer eine gute Idee war? So ganz sicher bin ich mir nicht. Die Wärme fordert ihren Tribut bei den Touren. Reichlich Wasser sollte daher immer dabei sein, ebenso wie eine Kopfbedeckung. Eine anschließende Kühlung mit einem Bad im See ist, im Gegensatz zum Oktober, eine sehr angenehme Sache.

Gelato hingegen geht immer. 😊



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Italien – Lombardei (Gardasee) – Oktober 2021

Südafrika. Ja, richtig gelesen. Im Oktober 2021 stand mein dritter Versuch für eine Südafrikatour an. Gebucht, bezahlt und die Bedingungen vor Ort sahen gut aus. Doch leider zu früh gefreut. Mangels der erforderlichen Mindestteilnehmerzahl wurde die Reise vom Veranstalter abgesagt.

So beginnt bereits der Bericht zur Reise nach Madeira. Doch auch hier passt es, denn die ursprüngliche Reise wäre über zwei Wochen gegangen. Der Ersatz Madeira war eine 10 Tage Reise und somit hatte ich noch ein paar Tage Urlaub zur freien Verfügung. Mit einem weiteren Tag wurde daraus eine Woche Lombardei im Oktober.

Das südliche Ende des Gardasees ist im Vergleich zu Frankfurt im Oktober wärmer und die Zeit von Sonnenaufgang zu Sonnenuntergang ist etwas länger – gefühlt deutlich länger! Dennoch hatte ich mich gegen das Zelt und für eine feste Unterkunft entschieden. Durch die frühe Dunkelheit ab ca. 18:00 Uhr, war es mir so lieber.

Aber wo? Im Oktober 2020 war ich im Süd-Osten des Gardasees, genauer gesagt in Bardolino. Daher ging es diesmal in den Süd-Westen. Meine Suche führte mich zu einem kleinen Hotel etwas oberhalb des Sees in Cecina, welches nahe Toscolano Moderna liegt. Dies ist ein kleines Bergdorf und das Hotel verfügt nur über ein paar Zimmer. Schon mal gute Voraussetzungen um den möglichen Touristenmassen aus dem Weg zu gehen. Zusätzlich gehört ein gut bewertetes Restaurant zu dem Hotel. Somit buchte ich die Woche direkt über die Webseite des Hotels Albergo Cavallino 10. Daraufhin erfolgten noch ein paar E-Mails zur Klärung von Einzelheiten. So war meine geplante Anreise an einem Tag, an dem das Restaurant geschlossen hat und keine weiteren Gäste im Hotel waren. Wir vereinbarten eine Uhrzeit und tauschten die Telefonnummern aus, für den Fall das etwas dazwischen kommt.

Der Kauf der Vignette für Österreich erfolgte Online. Für die zusätzliche Mautgebühr, die für die Überquerung des Brennerpasses fällig wird, hatte ich mich schon im Jahr zuvor in Österreich angemeldet. So kann man einfach durch die Mautstelle fahren und es wird kurz danach automatisch abgebucht. Zur Bestätigung gibt es eine E-Mail.


Tag 1

Der 19. Oktober kam und nach einem morgendlichen Kaffee ging es dann sehr früh los Richtung Süden. Die Fahrt war lang aber zum Glück wenig Ereignisreich. Am nördlichen Ende des Gardasees angekommen stellte sich schon ein Urlaubsgefühl ein, war die Landschaft eine andere und die Sonne grüßte. Von dort ging es an der Via Gardasena immer dem Gardasee am westlichen Ufer entlang. Bis ich Gargnano erreicht. Hier meinte das Navi man solle rechts abbiegen, was ich tat. Danach ging es durch Gargnano und die Straße wurde immer schmaler bis sie nur noch so breit war wie für ein Auto. Lt. Beschilderung nur noch für Fahrzeuge bis 2 Meter Breite. Hoffentlich kommt keiner entgegen! Zwei andere folgten mir auf der schmalen Straße, welche sich schön durch das Gebiet zwischen den Orten schlängelte. Und dann kam doch noch jemand entgegen. Nach einem Hinweis des entgegenkommenden Fahrers sind wir drei dann alle rückwärts bis zu einer Einfahrt gefahren. Dort sind dann die beiden uns entgegenkommenden hinein gefahren, so das wir wieder freie Bahn hatten.

In Cecina angekommen stand ich an einer Kreuzung und das Navi zeigte geradeaus. Da war eine sehr schmale, auf beiden Seiten von hohen Mauern eingefasste Kopfsteinstraße. Zuerst hieß es warten und die beiden Fußgänger, die entgegenkamen abwarten. Nun weiter durch die schmale Straße, welche nach kurzer Zeit wieder breiter wurde und zu einer Y-Kreuzung führte. Dort entschied ich mich für rechts, da die Angabe des Navis nicht ganz eindeutig war. Nun wurde die Straße im Ort wieder schmaler und führte durch den alten Ortskern von Cecina. Kurz vor dem Hotel geht es rechts eine kurze Straße hoch zu einem Parkplatz. Puh, geschafft. (Anmerkung: Wie ich an einem anderen Tag feststellte ist ein Teil der gefahrenen Straße nur für Autos bis 1,8 Meter frei gegeben. Geht auch mit einem MINI mit 1,92 Meter breite 😅)

Vom Parkplatz waren es wenige Meter bis zum Hotel, wo ich bereits erwartet wurde. Zuerst erfolgten die Formalitäten wie die Überprüfung der Impfung. Für das Hotel war diese zwar nicht notwendig, für das Restaurant jedoch schon. Hierbei stellte sich schon heraus das nicht alle im Hotel/Restaurant Englisch, geschweige denn Deutsch sprechen.

Nun wurde ich zu meinem Zimmer über dem Eingangsbereich geführt. Klein, sauber und für mich völlig ausreichend. Kurz darauf stellte ich fest, dass beide Lampen neben dem Bett nicht funktionierten. Wie sollte ich das jetzt mitteilen? So erschien es mir sinnvoll ein Bild einer der Lampen mit dem Smartphone zu machen. Damit ging ich zur Rezeption und meinte in einfachen Worten, dass sie nicht funktionieren. Die Dame war fleißig am Reden – in Italienisch – kam mit mir nach oben und organisierte nach eigener Prüfung neue Birnen für die Lampen. Dass ich kein Italienisch kann, hat sie nicht davon abgehalten meist italienisch mit mir reden zu wollen. 😂

Nach einem Spaziergang runter nach Toscolano Modena und zurück bin ich in das gegenüber liegende Ristorante Pizzeria La Macina. Hier gibt es eine sehr große Auswahl an Pizzen und der Steinofen ist von fast allen Plätzen zu sehen. Recht schnell hatte ich meine Pizza und war zufrieden für diesen Tag.


Tag 2

Zum Frühstück, welches im Restaurant serviert wird, war ich alleine. Dazu gibt es eine kleine Auswahl von verschiedenen Arten, unter denen man eine auswählt. Dies und der Kaffee wird einem an den Tisch gebracht. Vielleicht etwas ungewohnt gab es zuerst immer eine warme Brioche (Croissant). Dazu das Frühstück, was man gewählt hatte.

Die erste Wanderung begann etwas nördlich, oberhalb des Gardasees in Muslone. Durch Muslone hindurch und dann immer Bergauf, einem alten Karrenweg entlang. So erreicht man nach einiger Zeit den Gipfel des Berges, von dem es dann nach unten in das nächste Dorf Piovere ging. Vom fast höchsten Punkt aus führt ein kleiner Weg zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen schönen Blick über den Gardasee hat und wenn wie bei mir nichts los ist auch ein guter Punkt für eine Rast ist. Bis hierher war es jedoch leicht diesig. Im Aufstieg, der zum großen Teil im Wald verläuft, fiel dies nicht so auf, hier am Aussichtspunkt dann doch. Wie es nach unten, nach Piovere, ging, wurde es klarer und sonniger. Zurück führte der Weg relativ gerade (eben) von Piovere nach Muslone. Auf diesem Teilstück war es dann sonnig und ich hatte einen schönen Blick den Hang herunter und über den See. Hier zeigten sich zum ersten Mal für mich in diesem Urlaub die Herbstfarben der Natur.

Nach dieser Wanderung fuhr ich nicht direkt zurück zum Hotel, sondern nach Toscolano Moderna, um etwas zum Trinken und Essen für die nächsten Tage einzukaufen. Über eine Seitenstraße ging es dann in Toscolano Moderna den Berg hoch und über eine weitere Seitenstraße nach Cecina. Dies ist die offizielle Umleitung gewesen, da die Hauptstraße von der Gardasena nach Cecina wegen Bauarbeiten gesperrt war. Diese Zufahrt ist zwar auch an einer Stelle etwas enger, aber bei weitem nicht so wie die Zufahrt von der anderen Seite am Anreisetag.

Im Hotel gab es einen Kaffee bevor es unter die Dusche ging. Ausgeruht ging ich Abends in das angeschlossene Ristorante Cavallino 10. An diesen Abend entschied ich mich für Fisch – Fritto misto di lago e verdure. Frittierten Fisch aus dem See. Etwas mühselig durch die Gräten! Zum Abschluss gab es noch etwas Dulce, also süßes.

Um direkt ins Bett zu gehen war es noch zu früh und so entschloss ich mich dazu einen Spaziergang durch das Örtchen zu machen. Ruhig, sehr ruhig und verschlafen ist es hier am Abend. Auf dem Weg entdeckte ich noch ein größeres Hotel, das, wie es schien, nur zu einem Bruchteil belegt war.


Tag 3

Nach einer ruhigen Nacht zeigte sich der Morgen Wolken verhangen und die Wettervorhersage deutete auf keine wirklich Verbesserung während des Tages hin. Also erst einmal in Ruhe und ausgiebig Frühstücken.

Für mögliche Regentage hatte ich mir im Vorfeld bereits etwas überlegt und dies an diesem Tag umgesetzt. Es ging nach Gardone Riviera, was südlich von Toscolano Moderna liegt. Ich hatte den Tipp zum Giardino Botanico, bekannt als Heller Garden vor Reiseantritt bekommen. Dies ist ein botanischer Garten gestaltet von einem Künstler, weshalb der Garten auch einige Kunstobjekte aufweist. Aber auch von der Gestaltung und Anordnung merkt man, dass es nicht der typische Botanische Garten ist, der einem Wissen über die Pflanzenwelt vermitteln möchte. Nass war es noch, dennoch hatte es seinen Reiz dort.

Von hier aus ging es dann zurück und durch Toscolano Moderna in ein dahinterliegendes Tal – dem Papiermühlental. Tief hingen die Wolken und anfangs regnete es kurzzeitig, sodass kaum jemand hier unterwegs war. Die Fahrt in das Tal geht am Ende in einen geschotterten Weg über, der durch mehrere kurze Tunnel führt. Hinter dem letzten Tunnel ist ein Parkplatz und kurz danach das alte Papiermühlenwerk, von dem aus ein Wanderweg startet. Das Papiermühlenwerk und das Bistro dort waren leider geschlossen. So ging es direkt auf die Tour unten im Tal am Fluss entlang. Weiter hinten im Tal gelangte ich über einen Weg dann hoch in das Dorf Gaino. Ein kurzer Abschnitt führt durch das Dorf und da ein paar Straßen gesperrt waren musste ich mir eine alternative Route dort suchen bis zum eigentlichen Weg, der am Dorfrand mit einem Blick über das Tal weiter ging. An einer Stelle am Ortsrand geht es lt. Wanderführer rechts herum in das Tal zurück. Der Weg allerdings ist hier mittlerweile zugewuchert und so musste hier ebenfalls eine Alternative gefunden werden. Dazu führte der eigentliche Weg mich noch eine Zeitlang oberhalb des Tals entlang und dann in einem großen Bogen zurück, sodass ich wieder auf den mir bekannten Weg im Tal, am Fluss gelangte. Von hier war es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt zurück.

Am Abend ging es wieder in die Pizzeria, mit einem anschließenden größeren Spaziergang durch Cecina.


Tag 4

Dieser Tag begann wieder mit freundlicherem Wetter. Heute war ich mutig und bestellte das Full English Breakfast. Kann man essen, ist aber immer noch nicht meines. 😅 Die Wanderung sollte heute von Capovalle, einem Bergdorf über den Monte Stino und wieder zurückführen. Capovalle liegt in den westlichen Gardaseebergen und somit war eine längere Anfahrt wie in den Tagen zuvor nötig. Die Straße führte auch an einem langen Stausee entlang, mit einer sehr kurvenreichen Strecke. Wie geschaffen für einen MINI und morgens noch so schön leer. 😊

Am Ortseingang vor Capovalle gibt es einen Parkplatz den ich ansteuerte. Es gibt zwar noch einen oberhalb, dennoch war mir dieser lieber, da ich dadurch durch das Örtchen gehen musste und es mir ansehen konnte. Die Wanderung beginnt oberhalb und führt dort nach rechts – wenn den die Absperrung nicht wäre. Auf der Landkarte konnte ich erkennen, dass es einen weiteren Weg, mehr oder weniger parallel weiter oben gibt. Dazu hieß es die Straße zurück zulaufen und einen kleinen, unscheinbaren Trampelpfad bergauf gehen. Dieser ging dann tatsächlich wieder nach rechts und führt mich in die richtige Richtung. Der erste Teilabschnitt bis zum Refugio Monte Stino ist eine Bergstraße, auf die ich wieder gestoßen bin. Hier war nichts von einer Baustelle zu sehen und so bin ich weiter.

Nach einer Stunde kam ich an ein paar Fahrzeugen vorbei und da war sie dann, die Baustelle. Hier wurde ein Kabel verlegt und somit die schmale Straße für Autos nicht mehr nutzbar. Die Bauarbeiter waren nett und ließen mich passieren. So konnte ich den Weg wie geplant weiter gehen. (Auf der Landkarte ist ein Wanderweg fast parallel eingezeichnet und wäre eine Ausweichroute gewesen). Am Rifugio Monte Stino war ich alleine. Die Straße war gesperrt und somit konnte kaum einer hierher kommen. Abgesehen von Ausnahmen wie einem Mountain Biker oder mich. Hier machte ich Rast, bot der Außenbereich des Rifugios doch einige Sitzplätze.

Nun ging es auf den folgenden Kultur-Abschnitt. Hier oben in den Bergen war einmal die Grenze zwischen Österreich und Italien. Daher gibt es hier alte Schützengräben und Hinweistafeln bis zum Monte Stino und einer Gedenkstätte in der Nähe. Der Monte Stino entpuppte sich als ein Grashügel unter mehreren, umgeben von Schützengräben und das Gefühl auf einem Gipfel zu sein kommt hier nicht auf. Von der Gedenkstätten führt ein kleiner Stieg auf eine Aussichtsplattform. Von hier hat man einen tollen Blick über den Lago d’Idro – den Idrosee. Eine Rast bei der die Sonne und die Aussicht genossen werden konnte.

Der Weg weiter führt nun südlich am Berg entlang des Idrosees bis zu einer Stelle an der man über einen Pass zurück nach Capovalle gelangt.

Eine schöne und in der Sonne nach dem gestrigen Regentag wieder aufmunternde Tour. Zurück ging es über dieselbe Straße zum Hotel und einem Cappuccino am Nachmittag.

Für das Abendessen entschied ich mich an diesem Tag für das zum Hotel gehörende Ristorante. Meine Wahl fiel auf das Risotto mit Pilzen. Lecker. Hier hätte ich mich reinsetzen können. Und was wird es danach gegeben haben? Richtig, ein abendlicher Spaziergang durch Cecina.


Tag 5

Die Sonne grüßt und die Fahrt zum Ausgangspunkt für heute ist fast ähnlich zum Vortag. Ausgangspunkt ist jedoch nicht Capovalle, sondern das Rifugio Cima Rest in der Nähe von Magasa. Dazu fährt man vom Gardasee aus in die westliche Bergwelt, ausgeschildert nach Magasa. An einer Kreuzung kurz vor Magasa gibt es die Möglichkeit nach Magasa oder in die Richtung des Rifugios zu fahren. Am Rifugio war am frühen Morgen wenig los und der Parkplatz davor fast leer.

Kurz noch zum Rifugio und einen Blick auf den höchsten Punkt der Tour geworfen und einen Espresso genossen. Von hier heißt es fast 1000 Höhenmeter nach oben. Die ersten Meter an der Straße entlang und dann auf einem Seitenweg an ein paar Häusern vorbei, begann der Wanderweg. Den Großteil der Steigung läuft man an bzw. durch einen Buchenwald. Jetzt, im Herbst zeigt sich dieser in seinen schönsten Farben. 😀 Nachdem ich die Baumgrenze hinter mir gelassen hatte, kam ich auf ein Gelände mit Almwiesen und hat wieder einen direkten Blick auf den Monte Caplone. Von hier ist es nicht mehr so weit. An der Kreuzung vor dem Monte Caplone zeigt ein Schild zum Gipfel und die ersten Meter sind sehr gut zu erkennen. Dann allerdings heißt es konzentriert sein. Der weitere, teils steile Weg zum Gipfel ist nicht immer so einfach zu erkennen.

Oben angekommen hatte ich vom höchsten Gipfel der westlichen Gardaseeberge eine tolle Aussicht. Hier oben ist nicht viel Platz, aber ein Plätzchen für eine Rast war dennoch schnell gefunden.

Nun ging es erst einmal wieder denselben Weg zurück. Jedoch nicht über die Almwiesen bergab, sondern eine Zeitlang unterhalb des Berggrades nach Westen. Dieser Weg ist ein alter Militärweg, breit und geschottert. Mountain Biker sind oft auf diesem Weg zu sehen. Angekommen am Bocca die Cablone zweigte ich ab in das Tal zum Rifugio. Dieser Schotterweg führt in vielen Serpentinen langsam herunter bis an eine Kurve an der ich zu einem älteren, verlassenen Gebäude abbog. An diesem vorbei und über Wiesen teils weglos kam ich letztlich wieder oberhalb der Häuser vom Anfang heraus. Von hier ab ist es der befestigte und bekannte Weg zurück zum Rifugio. Die Tour schloß ich dort mit einer kleinen Belohnung in der Sonne ab.

Hiernach ging es nach Toscolano Moderna, um für Wickie eine Postkarte zu kaufen. Wie praktisch, dass es am Rand des Hafens einen Eisstand gibt. Dort holte ich mir noch ein Eis um aß es mit Blick auf den See.


Tag 6

Ein neuer sonniger Tag wartete darauf eine Tour mit Sicht auf den Gardasee zu füllen. Pieve ist der Ausgangsort und normalerweise durch eine Fahrt durch die schöne Brassaschlucht zu erreichen. Normalerweise! Eine Sperrung aufgrund von Bauarbeiten ließ dies jedoch nicht zu und so musste der nicht minder erlebnisreiche Weg über Limone Sul Garda und kleinen Bergstraßen erfolgen. Am Ortseingang von Pieve gibt es einen großen Parkplatz der genutzt wurde. Die Wanderung führte zuerst durch den Ort, bis zu einer Aussichtsplattform neben einem Ristorante. Von hier hat man einen tollen Blick über den Gardasee. Die Aussichtsplattform ist auf dem dritten Bild oben bei den Gebäuden zu erahnen.

An der Aussichtsplattform geht am Rand ein kleiner Weg in Serpentinen nach unten und erreicht dann die alte Straße entlang des Gardasees. Hier könnte man weiter nach unten zur jetzigen Gardesana gehen. Der eigentliche Weg führt jedoch nach Süden auf der alten Straße entlang. An einigen Kurven stehen Bänke, die zu einer Rast mit toller Aussicht einladen. Auch kommt man so durch ein paar alte Tunnel. Eine Taschenlampe ist jedoch nicht nötig. Die Straße endet in Campione. Dort konnte ich den Windsurfern zusehen und einen Espresso genießen.

Der nächste Abschnitt führt durch eine Schlucht mit schmalen Wegen und an Wasserläufen nach oben. Pregasio als nächstes Ziel liegt etwas über 400 Meter höher und jede Stelle mit freier Sicht auf den Gardasee ist immer wieder schön. Ab dem höchsten Punkt geht es mehr oder weniger auf einer Höhe zum Ausgangsort Pieve zurück. Achtung, nicht immer ist der Weg direkt erkennbar.

Da dies nur eine kurze Tour war, war Zeit Cecina einmal bei Tage zu erkunden.

Abends gab es Bigoli mit Fisch aus dem See und gesalzener Zabajione. Ein Gedicht. 😀 Vor dem zu Bett gehen war noch der übliche Rundgang durch Cecina.


Tag 7

Der letzte Wandertag brach an und zeigte sich leicht bewölkt. Die Anfahrt war ähnlich wie am Vortag und führte nach Vesio. Von hier hieß es einen alten geteerten Weg hoch zum Passa Nota zu laufen. Gemütlich ging es zuerst an einem Fluss entlang langsam aufwärts bis zu einem letzten Parkplatz. Ab hier ging es in vielen Kehren hoch und das letzte feste Teilstück war eine Steinstraße. Kurz vor dem Pass erreichte ich das Rifugio degli Alpini (Guardia di Finanza). Ein guter Punkt für eine Rast. Da das Rifugio im Oktober schon zu war, hatte ich dort meine Ruhe. Zum Glück waren die Tische und Bänke noch aufgestellt und so konnte dort eine Pause an einem Tisch einlegen. Nach der Pause ging es noch ein Stück weiter und am Pass selbst nach links. Es folgte eine wegloser Anstieg zur Malga Bestana mit einer wunderbaren Aussicht über die Berge und mit Blick auf den Ledrosee. Zurück ging es denselben Weg bis zum Rifugio und dort dann einen breiten Höhenweg entlang in Richtung Gardasee. Bevor der Weg in mehreren Kehren nach unten geht, durchquerte ich noch einige kurze Tunnel, die die Strecke mit ihrer Sicht über das Tal zusätzlich würzten.

Nach dieser doch recht langen Tour ging es direkt zurück in das Hotel.

Das letzte Abendessen sollten wieder Nudeln werden. Tagliatelle mit Wildschein. Wie die Bigoli am Vortag selbst gemacht und so wie sie sein sollten – bissfest.


Tag 8

Heute war wieder Dienstag und das Restaurant geschlossen. Da ich zudem die einzige im Hotel war, gab es das Frühstück diesmal in der Eingangsbar direkt von Andrea dem Koch. Bezahlt hatte ich am Vorabend bereits alles, sodass es nach dem Frühstück gleich losgehen konnte mit der Heimfahrt. Ohne große Vorkommnisse bin ich dann Abends Zuhause angekommen und habe noch alles ausgepackten können.


Resümee

Auch das zweite Mal im Herbst am Gardasee war eine schöne Zeit. Der Herbst am Gardasee zeigte sich in diesem Jahr meist sonnig und warm. Die Hänge am See und die Berge im Hinterland waren von der Pflanzenwelt in schöne bunte Herbstfarben gesetzt.

Meist habe ich bei Ankunft im Hotel den Weg zur Bar genommen und mir einen Cappuccino oder Kaffee gegönnt. Dabei kam ich fast jedes Mal mit den Angestellten ins Gespräch. Nicht immer einfach, wenn ich kein Italienisch kann und die andern nur wenig Deutsch oder Englisch. Hat aber letztlich immer irgendwie geklappt und machte es auf seine eigene Weise sympathisch.😊


Karte des Gebietes


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