Die etwas andere Reise. Kein reiner Urlaub, sondern ein Bildungsurlaub soll es werden. Das Thema Resilienz soll dabei während Wandertouren im Passeiertal vermittelt werden. Das klang für mich wie eine gute Kombination und so wurde dies gebucht.
Zuerst überlegte ich im nahegelegenen Campingplatz in St. Leonhard mein Zelt für die Woche aufzuschlagen. Letztlich entschied ich mich dazu im Hotel Gurschler ein Zimmer mit Vollpension zu buchen, das es für die Seminarteilnehmenden vergünstigt gab. Meine Überlegung dabei war so morgens und Abends nach dem Seminar noch in geselliger Gemeinschaft zu sein.
12. Oktober – Anreise
Morgens um 9:00 Uhr wurde ich Zuhause abgeholt. Zu Dritt fuhren wir durch Deutschland und Österreich via Ötztal nach Südtirol. Gut 9 Stunden später waren wir an unserem Ziel, St. Leonhard in Passeier angekommen.
Timmelsjoch Mautstation
Die Anmeldeformalitäten wurden schnell abgewickelt und das Gepäck auf die Zimmer gebracht. Bald befanden wir uns im Speiseraum, wo schon die meisten aus der Gruppe saßen. Es war Essenszeit und so gab es erst einen Salat. Es folgten ein paar weitere Gänge, bis wir gut gesättigt waren.
Im Anschluß gab es eine Informationsrunde und jede Person stellte sich kurz vor.
Wir drei unternahmen noch eine kleine Abendrunde im Dorf.
13. Oktober – Erste Tour
Zum Frühstück schaute bereits die Sonne vorbei. Zwar noch nicht bei uns unten im Tal, aber immerhin. Für das Frühstück gab es eine reichhaltige Auswahl. Aus dem was geboten wurde erstellte jeder nach dem Frühstück ein Lunchpaket für den Mittag.
Vor dem Hotel erfolgten ein paar Achtsamkeitsübungen und Spiele zum Kennenlernen bzw. Merken der Namen der anderen.
Gemeinsam gingen wir dann die erste Wanderung an. Durch St. Leonhard in Passeier hindurch errichten wir den östlichen Hang des Tales. Dort folgen wir einem mal mehr, mal weniger breiten Weg durch Felder und den Wald. Im Wald umgab uns der Duft des feuchten Laubes – Herbstwald. 😊
Bis zur Mittagspause in St. Martin in Passeier gab es unterwegs bereits mehrere Übungen zum Thema Achtsamkeit und Resilienz. Die Mittagspause war außerhalb des Orts in der ordentlich wärmenden Herbstsonne. 😀 🍂
Durch den Ort gelangten wir zum Café Platzl. Ein leckerer Latte Macchiato bei angenehmen Gesprächen war die Pause vor der nächsten größeren Lerneinheit. Diese erfolgte ein paar Meter weiter am Dorfhaus.
Nach dieser vorletzten Lerneinheit liefen wir zum Fluss und diesen immer entlang zurück zum Hotel. Dabei sollten wir in Zweiergesprächen über das Thema vom Dorfhaus sprechen.
Angekommen am Hotel gab es noch einen Abschluß (Check Out) mit “wie war es”.
Es war reichlich Zeit für eine Dusche bis zum ausgiebigen Abendessen. Verhungern wird im Hotel Gurschler bei Klaus definitiv keiner. 😊
Wanderung: ~11,6 Kilometer, ~300 Höhenmeter
14. Oktober – Durch die Passerschlucht
Hauptthema des Tages war Achtsamkeit und Wertschätzung. Die Themen wurden in mehreren Einheiten während der Wanderung von St. Leonhard in Passeier durch die Passerschlucht bis Moos behandelt. Die Wanderung durch die Passerschlucht war gemütlich und bot schöne Blick auf den Fluss, der sich immer wieder wild gab. Kleine und größere Wasserfälle liefen in den Fluss, der selbst immer wieder mit Wasserfällen aufwarten konnte.
Vor Moos machten wir auf einer sonnigen Wiese unsere Mittagsrast. Es galt dann zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Am Ende sind wir alle das kurze restliche Stück bis Moos zur Bushaltestelle gelaufen. Die meisten hatten dann von dort den Bus zurück genommen.
Die Meisten, also nicht alle. Zu fünft liefen wir weiter und zwar auf dem Fernwanderweg E5. Gut 300 Höhenmeter lagen vor uns wir Stuls erreichten. Dort fand sich ein Café, bei dem es auch leckeren Kuchen gab. Mit Valerie teilte ich mir ein Stück Kastaniennusstorte.
Schon vor Stuls und einige Kilometer danach liefen wir auf einer zufahrtsbeschränkten Straße oder Wanderpfaden auf einer Art Höhenweg. Immer mit toller Aussicht auf die Täler um St. Leonhard. Das Thema für diesen Abschnitt war Optimismus.
Dann hieß es den Abstieg in vielen Serpentinen und teilweise steileren Passagen zu nehmen. Wir kamen 10 Minuten vor dem Abendessen am Hotel an. Während andere dann mit einem Check Out des Tages begannen, verschwand ich im Zimmer und duschte erst einmal.
Das Abendessen verzögerte sich etwas und so bekam ich doch noch das Ende des Check Outs mit und durfte meinen Beitrag leisten. (Wie war der Tag, was nimmst Du mit)
Das Abendessen war erneut reichlich und lecker. Aufgrund der größeren Wanderung kam es mir an diesem Tag gar nicht so üppig vor.
Wanderung: ~19,5 Kilometer, ~1000 Höhenmeter
15. Oktober – St. Anna Kapelle
Vom Frühstück gut gesättigt erfolgte vor dem Hotel der morgendliche Check In – Wie geht es, was erwartet man vom Tag.
So dann begaben wir uns auf die Wanderung. Die meisten zumindest. Durch den Ort bis wir an einer Kapelle die Straße verließen. Ab diesem Punkt wurde es für die nächsten gut 1,5 Kilometer recht steil. Auf der anderen Seite konnten so schnell 200 Höhenmeter gut gemacht werden.
Ein paar, die sich dieses steilste Wegstück sparen wollten, traf wir dann. Zum Treffpunkt sind sie mit zwei Autos gefahren worden. Ab dort liefen wir für einige Minuten auf einem Wanderweg bergauf bis wir an einem Wirtschaftsweg ankamen.
Von nun an liefen wir bis zur Kapelle St. Anna, welche neben der Pfistrad Alm steht auf dem Wirtschaftsweg.
Oben angekommen gab es an der Hütte, die saisonbedingt schon geschlossen hatte, eine Resilienzübung vor dem Mittagessen.
Bevor wir den Rückweg antraten gab es eine längere Übung zum Thema Lebensplanung.
Dann erfolgte der Abstieg. Nach grob zwei Kilometer verließen wir den uns bekannten Wirtschaftsweg und schlugen einen alternativen Weg nach St. Leonhard ein. Dieser Wanderpfad war wesentlich grüner und schöner zu laufen wie der Wirtschaftsweg. Die Sonne, die kurz vor unserem Aufbruch am Nachmittag hinter dem Berg verschwand war wieder zu sehen und wärmte uns erneut.
Der Wanderpfad endete an einer Straße, die uns in Serpentinen reichliche Meter nach unten brachte. Wir verließen die Straße um erneut einem Wanderweg zu folgen. Dieser hatte sogar ein paar Abschnitte mit Anforderungen durch den Weg über Fels.
Am Ortsrand trafen wir auf eine Straße unterhalb der Burgruine, die über St. Leonhard thront. Wir folgten der Straße bis fast zur Ortsmitte. Dort trennte sich die Gruppe. Die, bei denen ich dabei war, liefen zu einem Eiscafé. Ein Nussknacker-Eisbecher und einen Espresso gab es für mich.
Noch ein paar Meter und wir waren wieder am Hotel. Es konnte sich nun jeder in Ruhe frisch machen.
Vor dem Abendessen gab es die letzte Lerneinheit des Tages. Die Opferrolle war das Thema, das in zwei Aspekten in zwei Gruppen behandelt wurde.
Der Abend nach dem Essen endete in einer geselligen Rund mit einem Kartenspiel für mich.
Wanderung: ~12,7 Kilometer, ~700 Höhenmeter
16. Oktober – Meran
Heute gab zum Check In gleich ein kurzes Video zum Thema Empathie. Darauf sind wir zum Busbahnhof gelaufen, um mit dem Bus nach Meran zu fahren. Während der Fahrt galt es eine Übungsaufgabe zum Thema Empathie zu bearbeiten.
In Meran waren wir gut 50 Minuten später. Von dort ging es durch die Stadt bis zum Startpunkt der Wanderung. Einer Gasse folgten wir zum Duomo di San Nicolo (Stadtpfarrkirche St. Nikolaus Meran). Um diese herum erreichten wir die Treppe, die es hinauf zum Tirolersteig ging. Diesem weiter bergauf folgten wir zum Dorf Tirol. Vor Tirol machten wir für eine Übung im Burglehenpark halt. Ein schöner Park mit Sicht auf Meran.
Eine Übung zum Thema Netzwerk folgte. Da es bereits nach 12:00 Uhr war, gingen wir direkt in die Mittagspause über und packten unsere Lunchpakete aus.
Im Dorf Tirol verließen wir den Wanderweg für ein Durchquerung des Dorfes. Wobei wir uns an der dortigen Kirche in zwei Gruppen trennten. Die, bei der ich dabei war lief bis zum Ende des Dorfes, um dort eigentlich in einem Café halt zu machen. Beim erste Café war kein Platz mehr und das nächste hatte geschlossen. So sind wir in ein Restaurant. Unter einem Kakibaum mit prallen gelben Früchten genoss ich meine kleine Portion Kaiserschmarrn und einen Espresso.
Es folgte ein steilere Abstieg am Dorfende über den Brunnenburgsteig. Ein Teil des Weges verläuft durch einen Stadtteil mit Hotels, die alle sehr großzügig aussahen und von ihren Terrassen, umgeben von Palmen und Bananenpalmen eine tolle Sicht bieten.
Am Ende des Steigs nahmen wir die Tappeiner-Promenade. Eine schöne Spaziergangsstrecke, einem Höhenweg nicht ungleich, am Hang entlang. Sehr schön vom Weg und weiter Sicht auf und über Meran.
Das Ende des Weges waren ein paar Serpentinen um in der Nähe der Kirche wieder in Meran zu sein. Über ein paar hübsche kleine Gassen kamen wir zu einer größeren Straße mit Cafés. Wir hatten noch Zeit und kehrten in eines für ein Getränk ein.
Die letzten gut 900 Meter bis zum Busbahnhof legten wir zügig zurück um den Bus zu erreichen. Dieser fuhr ein paar Minuten nach unserer Ankunft ein. Die Fahrt dauerte gefühlt ewig bis St. Leonhard, wo es noch galt den Weg zum Hotel zurück zu legen.
Vor dem Abendessen trafen wir uns in der ganzen Runde für einen Check Out des Tages.
Das Abendessen war wieder toll. Zum “Nachtisch” gab es von Klaus (dem Chef und Koch des Hotels) noch ein paar Lieder, die er uns vorspielte. Er war der Bandleader der Musikgruppe Die Psayrer. Ein durch die Liedtext und die Geschichten zu den Lieder vergnüglicher Abend.
Wanderung: ~10,5 Kilometer, ~330 Höhenmeter
17. Oktober – St. Martin und zurück
Unsere Wanderung führte uns am Fluss entlang, Richtung Meran, bis zum nächsten Ort St. Martin. Auf dem Weg kamen wir an einem Biotop vorbei, durch das wir mit einer Übungsaufgaben liefen. Eine weitere Übung, diesmal zum Thema Vertrauen fand danach im Laufen auf dem Weg am Fluss entlang statt.
Es sollte ein Rundkurs werden, da die Sonne noch nicht im Tal war, liefen wir einfach weiter am Fluss bis St. Martin. Bis wir dort ankamen, war bereits das gesamte Tal im Sonnenlicht. In St. Martin liefen wir zum uns bekannten Dorfplatz um eine weitere Übung anzugehen.
Der Rückweg erfolgte wieder am Fluss entlang. Auf ungefähr der Hälfte der Strecke machten wir Stopp für die Mittagspause. Im Anschluss an die Mittagspause kam die letzte Übungsaufgabe, zu der auch eine Auflistung der Themen der Woche gehörte und wo jedeR für sich ein Defizit sieht. Daraus sollte dann eine Idee entwickelt werden, wie dieses Defizit mit dem Gelernten in der nächsten Zeit angegangen werden kann.
Es folgte der weitere Weg bis zum Hotel.
Am Hotel gab es ein Check Out und die Übergabe der Zertifikate sowie einem Kästchen mit Dankeskarten zum Verschenken. Ein Säckchen mit Bohnen und Anleitung bekamen wir bereits kurz nach dem Frühstück.
Das war es dann mit dem offiziellen Teil des Bildungsurlaubs.
In zwei Gruppen liefen wir nacheinander zu einem Café. Ein Latte Macchiato mit einem Mango-Kuchen bestellte ich.
Mit Valerie lief ich danach durch das Dorf. Wir schauen in ein paar Geschäfte und ich mache ein, zwei Fotos.
Um 18:30 Uhr trafen wir uns alle zum letzten gemeinsamen Abendessen.
Wanderung: ~9 Kilometer
18. Oktober – Heimreise
Vor der Frühstück kaufte ich beim lokalen Bäcker ein Brot um Abends Zuhause nicht noch einkaufen zu müssen.
Nach dem Frühstück traten wir die Heimreise an. Wir fuhren wieder über das Timmelsjoch. Dort und die umgebenden Bergspitzen waren bereits mit weißen Hauben versehen. Bei klarer Luft um die 0 Grad eine sehr schöne Aussicht. 😀
Resümee
Es war Bildungsurlaub im schönen Passeiertal mit durchgehendem sonnigen Wetter. So machte das Wandern Spaß und die damit verbundenen Resilienz-Lerneinheiten waren eine gute Kombination.
Vieles vom Lernstoff war mehr oder weniger bekannt, dennoch gab es immer wieder neue Aspekte, die hinzukamen. Verteilt auf die Tage kam die Menge an Lerninhalt allen gar nicht so viel vor. Bei der Übung am letzten Tag, an der alle Punkte betrachtete wurden, wurde die Menge an Lernstoff dann deutlich und überraschte alle.
Daneben nahm ich mit, das das Passeiertal zurecht als eines der schönen Täler Südtirols gilt. Der Tagesausflug nach Meran war eine gute Abwechslung und regte an dort irgendwann ein paar Tage zu verbringen.
Beim Durchschauen von Reiseangeboten entdeckte ich eine Reise in Kanada, die mir von der Beschreibung gefiel. Zum einen war ich bis zu dieser Reise noch nicht auf dem Kontinent Nord-Amerika und dann ist die Reise eine Kombination aus Wandern und einer mehrtägigen Kanutour.
In der ersten Woche geht es in drei Nationalparks innerhalb der Rocky Mountains. Banff, Soho und Jasper. Neben dem Wandern kann einmal eine Mountainbike Tour, einmal ein Pferdeausritt und einmal eine Wildwasser Raftingtour optional gewählt werden.
Die zweite Woche geht es auf Kanutour auf den Athabasca River. Vom Fluss soll es möglich sein viele Wildtiere zu sehen. Bei den Bären hoffe ich mal auf freundliche Zeitgenossen, die kein Interesse an mir haben werden. 😂 Eine mehrtägige Kanutour ist für mich neu und es wird sich zeigen, was meine Arme nach den Tagen davon halten werden.
Für Kanada wird eine eTA, eine elektronische Einreisegenehmigung gefordert. Das konnte ich über die Webseite der kanadischen Regierung einfach erledigen und die gewünschte Summe von 7 kanadischen Dollar wurden überwiesen. Anschließend gab es eine E-Mail mit dem Status approved und ein paar Daten der Registrierung. Mehr nicht.
Anfang August
Nach vielen erlebnisreichen Jahren mit Svarta hatte ich Anfang August 2025 meinen geliebten MINI abgegeben. Gut 105.500 Kilometer kamen in acht Jahren zusammen. Neben drei MINI Mountain Days waren dies u. a. Urlaube in Norwegen, Dänemark, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Schweiz, Italien und Andorra.
Somit war klar, das der Weg zum Frankfurter Flughafen und später zurück mit der Bahn erfolgen wird.
Ende Juli erhielt ich die E-Mail mit allen Unterlagen zur Reise. Mit den Angaben zu den Flügen buchte ich sofort Sitzplätze mit mehr Beinfreiheit. 😊 Bei meiner Größe ein muss für lange Flüge, das ich nutze wenn es geht.
Bei den Hinweisen des lokalen Anbieters fand sich folgendes:
Tiere Bei unseren Touren sehen wir verschiedene große und kleine Tiere. Bären sind weder tollpatschig noch drollig, aber auch kein Grund zu dauernder Sorge. In den Nationalparks tolerieren sie friedlich die vielen Besucher, außerhalb der Parks respektiert man sich. …..
Soll das beruhigen? 😂
17. August – Anreise
Am Vortag erledigt ich den Check-In. Dabei wurde darauf hingewiesen über die App ArriveCan oder der offiziellen Website vorab die Einreiseerklärung zu erledigen. Hatte ich dann im Anschluss gemacht, in der Hoffnung es in Calgary einfacher zu haben.
Am Sonntagmorgen bin ich früh aus dem Bett. Die Regionalbahn wollte ich sicherheitshalber eine früher nehmen, falls die, die eigentlich genügen würde ausfällt. Doof nur, wenn die frühere zwei Stunden früher fährt. 🙃 So war ich dann schon um kurz nach 9:00 Uhr am Flughafen.
Der Check-In-Schalter war fast gegenüber der Rolltreppe, die ich vom Bahnhof hoch kam. Ein Koffer hätte über die Gepäckabgabe abgegeben werden können. Meine Tasche sollte ich jedoch am Schalter abgeben. Kein Problem. Premium Economy hatte einen eigenen Zugang und der war frei (obwohl ich das nicht für den Hinflug gebucht hatte), womit ich direkt zu einem Schalter laufen konnte und mein Gepäck los wurde.
Somit war sehr viel Zeit am Flughafen bis zum Abflug zu überbrücken. Das ist mir mit Kaffee, Essen und Lesen gut gelungen. Am Gate gab es noch eine vergünstigte Upgrademöglichkeit. Es war überbucht und so versuchten sie Platz zu bekommen. Ich hatte so auf Premium Economy gewechselt. Neben zwei Mahlzeiten und freien Getränken gab es mehr Komfort. Sogar ein Set zum frisch machen inkl. Zahnbürste gab es.
Abflug 13:30 Uhr und Ankunft 15:30 Uhr. Rekordtempo mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit – schön wär’s. 😂 Durch die Zeitverschiebung war es dann doch ein 9,5 Stunden Flug. 15:45 Uhr lokaler Zeit landete der Flieger in Calgary. Die Art der Erfassung der Einreisedaten an Terminals war in dieser Art für mich neu. Da ich das Meiste bereits vorab über die App ArriveCan erledigt hatte ging es schnell. Jedoch musste ich dann doch noch zu einer persönlichen Kontrolle. Die Fragen ob ich Ware mit nach Kanada bringe und ob ich etwas verkaufen möchte hatte ich mit Ja beantwortet. Klar habe ich eine Kamera dabei und nein diese sollte nicht verkauft werden. Somit war es logisch, dass eine der beiden Frage nicht korrekt beantwortet werden konnte.
Die restliche Kontrolle verlief ohne Probleme. Die Bay, wo der Shuttle Bus halten sollte fand sich schnell. Im Gespräch mit bereits Wartenden kam heraus, dass der Bus bereits angefragt wurde.
Vor dem ersten Treffen der Gruppe lief ich einmal um den Block. Das Hotel liegt in einer Art Industriegebiet neben dem Flughafen. Spannendes gab es daher nicht zu sehen. Dafür wurde ich leider auf dem kurzen Spaziergang von Stechmücken heimgesucht. ☹️
Zurück im Hotel und frisch geduscht, trafen wir uns. Erst in der Lobby zum kennenlernen und danach zum Abendessen zu gehen. Dort lernten wir zum ersten Mal die Tagestafel kennen. Anne (Guide) schrieb auf einer Tafel den Ablauf des nächsten Tages und das Wetter auf. So war klar, was auf einem zukommen wird – sehr schön.
18. August – Banff
Die Nacht war unruhig. Im Flugzeug hatte ich zum Teil geschlafen, aber nur zum Teil und dazu die Zeitverschiebung, was zu keinem durchgehenden Schlaf führte. Jetlag eben. Dennoch war alles nach dem Aufstehen umgepackt worden um relaxt zum Frühstück zu gehen. Sogar duschen hatte zeitlich noch gepasst.
Beim Frühstück lernen wir den jüngsten Teilnehmer der Gruppe kennen. Sein Flieger hatte Verspätung, womit er erst in der Nacht ankam. Mit einem Voucher gab es ein Frühstück im angrenzenden Restaurant. Unter den drei Möglichkeiten wählte ich die Crêpes mit Beeren, welche gut waren.
Im Anschluss an das Frühstück nahm ich meine Taschen. Abends zuvor hatte ich bereits das Zelt sowie alles zum Campen in einen eigenen Beutel gepackt. Das hieß nun mehr tragen, sollte später jedoch einiges vereinfachen. Alle Taschen kamen in den Anhänger des Busses und los ging es nach einer kurzen Ansprache von Anne.
Der erste Stopp war auf einem Aussichtshügel in Calgary mit Sicht auf die Hochhäuser und dem Stadion von Calgary. Etwas mehr wie eine Stunde später erreichten wir Canmore in den Rocky Mountains. Geld am Automaten abheben, Shopping und ein Kaffee beim Tim Hortens.
Bevor wir weiterfuhren gab es eine Info zu Tim Horten. Ein ehemaliger Eishockeyspieler, der seine Backkünste zu einem Geschäft ausweitete. Dazu wurde eine Box mit Timbits herumgereicht. Kleine Gebäckkügelchen aus dem inneren von Donouts – klein und süß. 😊
Nicht mal eine halbe Stunde später erreichten wir den Campingplatz am Tunnel Mountain. Es erfolgte der Aufbau der Zelte und dann das Mittagessen. Sandwiches. Diese stellte sich jeder zusammen mit dem was geboten wurde. Ich nahm zwischen die Toastbrotscheiben Käse, Schinken, Tomatenscheiben, Salat und Maionaise. Wobei die Kanadier das Toastbrot als Brot bezeichnen. Aus deutscher Sicht eher verwirrend.
Damit wir uns an diesem Tag auch ein wenig bewegen, fuhren wir zum Lake Minnewanka. Ein Stausee, an dessen Rand ein Wanderweg existiert. Am und um den Parkplatz vor dem See war einiges los. Je weiter wir uns von ihm entfernten, desto ruhiger wurde es. Speziell ab dem Bärenwarnschild. Hier gab es eine Info zu Verhaltensregeln bei einer möglichen Bärenbegegnung von Anne. Für den äußersten Notfall hatte sie vorne und einer von uns am Ende ein Bärenabwehrspray. Ab diesem Punkt mit dem Infoschild war es auch nur erlaubt in Gruppen von mind. 4 Personen und nur mit Bärenabwehrspray unterwegs zu sein.
Begegnet sind uns unterwegs Erdhörnchen, Rehe, ein Eichhörnchen und einige Vögel. Keine Bären!
Auf dem Rückweg wagten ein paar aus der Gruppe ein Bad im kühlen See.
Zurück am Campingplatz begangen die Vorbereitungen zum Abendessen. Kartoffeln mit Sauercreme, Salat und gegrilltes Fleisch. Gekocht und gegrillte wurde über einem Holzfeuer.
Tour: ~7,2 Kilometer
19. August – Banff
Es war gefühlt gar nicht so kalt am Morgen, auch wenn das vermutlich Thermometer nur einen einstelligen Wert anzeigte. Es wurde ein großes Buffet aufgebaut. Ich nahm mir Porridge, das ich mit Blaubeeren und Erdbeeren pimpte. Zum Frühstück saßen wir wieder im Kreis um ein Holzfeuer. Wer fertig war stellte sich sein Lunchpaket zusammen. Dazu gab es alles für Sandwiches und dazu Obst.
Nachdem alle fertig waren, fuhren wir nach Banff. Ein kleines Städtchen, das bei Urlaubern sehr beliebt ist. Unser Ziel war der Busbahnhof um zwei Nachkömmlinge abzuholen. Durch den Streik von Canada Air hatten sie kurzfristig einem anderen Flug nehmen müssen. Nun waren wir in der Gruppe komplett und fuhren zu unserer ersten richtigen Wanderung.
Gestartet waren wir an der Gondelstation nahe Banff. Lange liefen wir stetig bergauf durch einen Nadelwald. Nach vielen Kilometern wurde es lichter und wir verließen langsam den Wald. Eine grasbewachsene Hügellandschaft lag vor uns. Nicht mehr weit war es bis zum Pass. Tolle Aussicht und ein schöner Platz auf einer Wiese war perfekt für unsere Mittagspause.
Wie wohl üblich ging es den selben Weg zurück. Üblich, da es kaum Rundwege gibt in den kanadischen Rock Mountains. Was es jedoch gibt sind begrenzte Wildcampingplätze im Nationalpark. Diese müssen allerdings sehr weit im Voraus gebucht werden.
Im Abschluss an die Wanderungen fuhren wir nach Banff. Da es ein beliebter Ort ist, war einiges los. Während Anne Nahrungsmittel einkaufte, hatten wir Zeit für einen Gang der Hauptstraße entlang. Lange Merinounterhosen fand ich, um die kühlen Abende und Morgende gemütlicher zu haben.
Ami (aus der Gruppe) und ich gönnten uns noch ein Beaver Tail mit Schokocreme und Pistazie. Vergleichbar ist dies mit Lángos.
Am Campingplatz war Zeit zum Chillen. Das Abendessen war Spaghetti mit Bolognese und Salat. Wie bisher immer am Campingplatz um das Lagerfeuer herum, saßen wir und aßen und unterhielten uns.
Wanderung: ~19,5 Kilometer, ~760 Höhenmeter
20. August – Takakkaw Falls
Der erste Campingplatzwechsel sollte an diesen Tag stattfinden. Zuerst aber Frühstück, das es mit gebratenen Speck, Rührei und Obstsalat gab.
Wir fuhren bis zu einem Parkplatz bei Lake Louise. Auf dem Weg überschritten wir den Kicking Horse Pass. Damit gelangten wir in den Yoho-Nationalpark und zugleich von Alberta nach British Columbia. An einem Parkplatz stoppten wir kurz. Es gab dort die Aussicht auf die Spiral Tunnels. Eisenbahntunnel die Höhenunterschiede und Richtungen ausgleichen.
Ein Gruppenmitglied wurde zu einem Veranstalter für eine Wildwasser Rafting Tour gebracht. Wir fuhren weiter bis zu den Takakkaw Falls, die mit 254 Meter die dritthöchsten Wasserfälle Kanadas ist.. Dort gab es zwei Viewpoints auf den tollen Wasserfall. Das war natürlich nicht alles für uns. Dies waren lediglich zwei frühe Stopps auf unserer Wanderung.
Ein wenig bergab und dann lange auf der anderen Talseite den Icefield Trail bergauf. Wieder hauptsächlich durch Nadelwald, gelegentlich gab es sogar Laubbäume.
Die Baumgrenze war bald erreicht. Über ein Geröll- und Felsfeld liefen wir am Hang unterhalb eines Gletschers. Der Wind dort war durch den Gletscher ziemlich frisch. Nach gut 5,5 Kilometer erreichten wir einen kleinen See. Drei mutig sind in dem von frischem Gletscherwasser gespeisten See baden gewesen.
Nach der dortigen Essenspause mit Sicht auf mehrere Gletscher ging es auf dem selben Weg zurück.
Wir fuhren zur Natural Bridge. Sightseen und kurze Tour. Währenddessen wurde unser Wildwasser Tourer von Anne abgeholt.
Danach holten wir unseren Anhänger, den wir am Vormittag abgestellt hatten, da mit diesem der Weg zu dem Takakkaw Falls nicht zu fahren ist. Nur ein paar Meter und wir waren schon am Campingplatz. Während wir unsere Zelte aufbauten, bereiteten Anne und Uschi das Abendessen vor.
Wanderung: ~11 Kilometer, ~700 Höhenmeter
21. August – Sentinel Trail und Seen
Wenn ich noch nicht wach gewesen wäre, hätte das Wuseln für die Frühstückszubereitung mich geweckt. Nachts war es schon kälter und das wurde es mit dem ersten Sonnenschein noch etwas mehr. Die Laune beim Frühstück hatte es uns aber allen nicht verdorben.
Es war zügiges Spülen und Abräumen angesagt um am frühen Morgen am Parkplatz zum Moraine Lake zu sein. Der Anbieter hatte für 2025 eine Berechtigung bekommen für den Zugang zum Parkplatz. Das machte es uns viel einfacher für den Start zur Wanderung, den wer nicht über einen Veranstalter dort hin möchte muss einen deutlich entfernteren Parkplatz aufsuchen.
Durch den Trubel am See ging es schnell zum Einstieg auf den Sentinel Trail. Der Wald in Seenähe ist dicht und eher von Nadelbäumen geprägt. Mit zunehmender Höhe wurde es lichter und die Nadelbäume wichen Laubbäumen. Ein schöner Wanderpfad brachte uns bis über Baumgrenze. Bald war ein Bergsee erreicht.
Am See konnten wir entscheiden ob wir dort bleiben möchten oder mit zum Sentinel Pass möchten. Wir wollten natürlich alle mit zum Pass. Über Serpentinen durch ein Geröllfeld erreichten wir den Pass bei bestem Wetter. Auf dem Weg vom See bis zum Pass sahen wir viele Erdhörnchen und sogar ein Murmeltier.
Das es auf dem selben Weg wieder zum Moraine Lake ging war für uns schon selbstverständlich.
Am See gab es für uns ein paar Optionen. Einige gingen zum Schwimmen im Moraine Lake, ein paar zum Café. Da war ich dabei. Auf dem Aussichtshügel Rockpile waren wir am Ende alle. Dort war einiges an Trubel aber für die Sicht über den in intensiven Blau leuchtenden See war es uns wert.
Eine nicht allzu lange Fahrt auf der wir einen Grizzly mit zwei Jungtieren und später noch einen Schwarzbären sahen war toll. Schon auf der Fahrt am Morgen sahen wir einen Grizzly mit zwei Jungbären dort. 😀
Am Lake Louise liefen wir nur ein paar Meter. Ganz netter See, uns aber schon etwas zu viel Trubel.
Die Fahrt zum Einkaufszentrum war wieder sehr kurz. Während unser Guide tankte und Lebensmittel einkaufte konnte wir die Shops erkunden. Ein schönes T-Shirt fand ich für mich. Dann gab es in einem Café einen Maple Canadiano (ESPRESSO, MAPLE SYRUP, WHITE CHOCOLATE, HOT MILK). Ganz ok, mir auf Dauer etwas zu süß.
Am Campingplatz hatte ich Glück, da fast alle Duschen frei waren. Am Abend zuvor war das ganz anders.
Zum Abendessen gab es Reis mit einem Kichererbsen Curry und viel Gemüse.
Wanderung: ~12,5 Kilometer, ~740 Höhenmeter
22. August – Jasper Nationalpark
Zum Frühstück gab es Pancakes mit Obst, Joghurt und selbstverständlich Ahornsirup. Nach zwei Nächten stand ein erneuter Campingplatzwechsel an. Ergo: Alles packen.
Die Fahrt nach Jasper erfolgte über den Icefield Parkway – eine der schönsten Straßen, behaupten viele. Es gab mehrere Stopps. Der Erste war am Bow Lake. Ein See mit einer schönen Spiegelung. In der Lodge am See gab es einen Kaffee und warme Zimtschnecken. 😀 Der Ursprung der Lodge lässt sich auf ein Ehepaar im 18ten Jahrhundert zurückverfolgen. Die Ehefrau war die erste kanadische Eiskunstläufern. Ihre Übungseisfläche war der zugefrorene Bow Lake.
Nur wenige Minuten später erreichten wir den Peyto Lake. Mit ein wenig Phantasie kann aus der Form des Sees ein Wolf erkannt werden. Hier lebte zur selben Zeit im 18ten Jahrhundert eine kanadische Koryphäe, der zum ersten Parkranger Kanadas wurde und damit Parkranger des weltweit zweiten Nationalparks (Banff).
Stopp Nummer drei war am Mistaya Canyon. Ein Fluss, der über Stromschnellen in einen schmalen Canyon fließt. Bei dem sonnigen Wetter ein schöner Platz zum genießen.
Am Howse Pass machten wieder danach halt. Es bot sich eine schöne Aussicht. Das besondere ist jedoch eher die Geschichte dazu. Der erste, der einen Weg von der Ost- zur Westküste suchen sollte, kam hier mit den Indigenen am Pass in Kontakt und respektierte ihre Weigerung über den Pass zu ziehen. So suche er drei Jahre lang einen anderen Weg. (Zumindest nach der Erzählung von Anne. Wikipedia ist da etwas anderer Meinung) David Thompson ist daher ein Kanadier, den jeder im Land kennt.
Dann gab es an einer fast 180 Grad Kurve einen Halt für die Aussicht auf das Tal aus dem wir kamen. Zusätzliche hatten wir Glück und konnten zwei Bighorn Sheeps sehen.
Ganz ohne Wanderung geht es nicht und daher gab es später eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf den Saskatchewan Gletscher. Einer der Gletscher der zum Columbia Icefield gehört. Nach der Wanderung fuhren wir nur ein paar Minuten, um am Athabasca Gletscher zu stehen.
Dann aber war danach unser letzter Halt des Tages am Campingplatz vor Jasper. Da im Jahr zuvor durch mehrere Blitzeinschläge ein großer Waldbrand entstand, waren die letzten Kilometer eine Fahrt durch eine abgebrannte Waldlandschaft. Auch der Campingplatz war ursprünglich im Wald. War schon interessant mit dem Campen in solch einer Landschaft.
Abendessen: Chuckwagon Beans, wobei die Bohnen selbstverständlich in Mappe Sirup eingelegt waren.
Wanderung: ~4,4 Kilometer, ~250 Höhenmeter
23. August – Maligne Lake, Bald Hills
An diesem Tag war es für Caro und mich ein schnelles Frühstück. Dann fuhr Anne uns nach Jasper um mich dort herauszulassen. Mit Caro fuhr Anne weiter zu einem Hof, damit Caro dort einen Pferdeausritt vornehmen konnte. Ich erkundete das noch verschlafene Zentrum von Jasper. In einem Café entdeckte ich Rhasperry White Chocolate Scones. Einer war dann mir. 😀
In Jasper gibt es ein paar Graffiti, die ich während meines Rundganges dort entdeckte.
Von Jasper wollte ich am Fluss entlang zum Campingplatz laufen. Das erste Stück ging durch einen abgebrannten Wald. Leicht gespenstisch mit den verkohlten Baumstämmen und dem frischen Grün am Boden. Den letzten Kilometer lief ich an der Straße bis zum Campingplatz, da ich spät dran war.
In der Gruppe fuhren wir zum Maligne Lake. Dort war es reichlich voll – Wochenende und gutes Wetter halt. Wir begaben uns auf die Wanderung zu den Bald Hills. Anfangs ein breiter Wirtschaftsweg und dann eine gekürzte Wegführung über einen Pfad, der steil und über Wurzeln verlief. Ab ungefähr der Baumgrenze wurde es wieder flacher.
Oben auf der Spitze hatten wir ein paar neugierige Erdmännchen, die es auf unser Essen abgesehen hatten. Süß aber auch leicht nervig. Von dort oben gab es eine tolle Sicht auf den gesamten Maligne Lake und die umgebenden Berge der Rockies.
Zurück mal wieder auf dem selben Weg. Unten am See waren wir fast alle kurz im See baden. Das war sehr erfrischend. Es war sehr warm geworden im Tagesverlauf, der See jedoch immer noch sehr kalt. Es hat mich einiges an Überwindung gekostet in den See zu gehen. Einmal drin, ging es.
Zur Belohnung fuhren wir nach Jasper zu Scoops & Loops für ein Eis. Selbstverständlich ein Maple Walnut Eis und ein Freaky Monkey (mit Schokostückchen). 😋
Zum Abendessen gab es Cheeseburger. Die Buns vom Holzgrill und die Paddies mit Bacon aus der Gusseisenpfanne.
Tour am Morgen: ~7 Kilometer Wanderung: ~15 Kilometer, ~700 Höhenmeter
24. August – Columbia Icefield
Heute konnte ausgeschlafen werden. Das Frühstück war eine Stunde später vorgesehen worden.
Wir fuhren zurück Richtung Lake Louise, bis zu einem Wanderparkplatz in der Nähe des Athabasca Gletschers. Wobei wir unterwegs an einem Wasserfall des Athabasca Rovers für ein paar Fotos stoppten.
Eine Wanderung halb im Wald, halb darüber brachte uns zu einer Wiese unterhalb des Wilcox Passes, mit Sicht auf drei Gletscher des Columbia Icefields. Ein toller Platz für die Mittagspause.
Same way back und kurze Fahrt bis zum Columbia Icefield Center. Dort verabschiedeten wir uns von Caro und Jasper, den due beiden hatten nur die Wanderwoche ohne Kanutour gebucht.
Während die beiden den Bus nach Calgary nahmen, fuhren wir wieder nach Norden, nach Jasper. Einen ganz kurzen Stopp zum Fotografieren gab es an den Tangle Creek Falls – ein in Kaskaden verlaufender Wasserfall.
Dann hielten wir am Lake Annette bei Jasper. Baden. 😀 Nächstes Highlight war in Jasper erneut das Scoops & Loops für ein Eis aufsuchen. Ein Kids Double – zwei große Kugeln Eis. Da wir schon in Jasper waren hatten wir gut eine Stunde zum schlendern und shoppen. Am Jasper National Park Center fand ich ein paar Seifen und ein T-Shirt. Das Geld geht direkt an Friends Of Jasper und dient dem Wiederaufbau nach dem riesigen Waldbrand des Vorjahres. (Der Waldbrand im Jasper-Nationalpark in Kanada im Jahr 2024 erfasste eine Fläche von rund 36.000 Hektar und zerstörte dabei etwa 30 bis 50 Prozent der Stadt Jasper.)
Zum Abendessen am Campingplatz gab es Gnocchis mit Pilzen, Zucchini und Thunfisch aus der Pfanne.
Dann gab es auf dem Campingplatz fast neben unserem Platz noch einen Wildtierbesuch – eine Wapitihirschkuh graste gemütlich und zog erst sehr viel später weiter.
Wanderung: ~5 Kilometer, ~260 Höhenmeter
25. August – Gregg Lake
Das Frühstück war wieder etwas später angesetzt. Da viel Zeit war, unternahm ich einen Spaziergang auf dem Campingplatz bis zu dessen Mitte. Dort ist ein Food Truck (war noch zu) und ein Bäckerwagen, bei dem bekam ich einen Kaffee, eine Zimt-Rum-Schnecke und ein Raspberry White Chocolate Scone.
Zurück am Platz war dann Frühstück angesagt. Die Zimt-Rum-Schnecke gab es und dazu noch Bagel (wurde am Lagerfeuer getoastet) mit Marmelade.
Es war Abreisetag – wieder mal alles packen.
Wir fuhren bis Hinton um zwei weitere Personen für die Kanutour aufzunehmen. In Hinton hatten wir uns für die Kanutage zusätzlich ausstatten können. Einen Hut mit Schnur und ein Band für die Brille hatte ich für mich gefunden.
Es folgte eine Fahrt zum Campingplatz am Gregg Lake. Wir konnten direkt einchecken und bauten gleich unsere Zelte auf, bevor es Wraps zu Mittag gab.
Gesättigt begaben wir uns zum See für die Einführung zum Kanu paddeln. Gut 90 Minuten waren wir auf dem See mit jeweils zwei Personen pro Kanu unterwegs. Danach waren wir alle kurz im See baden.
Am späteren Nachmittag gab es eine Info, was für die Kanutour mitgenommen werden soll und was kann. Wasserdichte Säcke wurden für die persönlichen Sachen bereitgestellt und je nach Vorliebe gefüllt.
Zum Abendessen gab es kleine Kartoffeln, Salat und Steaks.
Am Lagerfeuer gab es dann S‘Mores – Marshmellows auf Schokolade zwischen Keksen. Lecker und ein schöne Sauerei. 😀
26. August – Athabasca River
Ganz gemütlich startete der Tag. Zum Frühstück gab es ein typisch kanadisches Frühstück. Waffeln mit Ahornsirup-Würstchen. Ich habe mir die Waffeln mit Marmelade oder Ahornsirup bestrichen und die Würstchen links liegen gelassen.
Was nicht für die Kanutour benötigt wurde, kam in den Trailer und/oder Bus. So fuhren wir zum Ausgangspunkt der Kanutour nahe Hinton. Dort wurden wir schon von zwei Frauen erwartet, die bereits fast alle Kanus von einem Hänger geladen hatten. Es gab eine Info an alle, was hinter jedes Kanu gelegt werden sollte (Stühle, Isomatte, Zelte, persönlicher Sack. Nach einer Einweisung, wie die Boote zu beladen sind wurde noch allgemeines wie Essensboxen und Wasserkanister auf die Kanus aufgeteilt. Jedes Zweierteam durfte dann sein Boot packen.
Bevor es wirklich losging gab es eine Info zum Paddeln auf einem Fluss. Dann aber… 😀
Wir übten ein paar Manoeuvre, wie Raften (alle Boote im Fluss zusammen) oder das Anlanden. Bei den erste Wellen war ich noch ein wenig unsicher, das verging später.
Zum Mittagessen rafteten wir und aßen Käsebrötchen mit Wurst, sowie Banane und süße Teilchen zum Nachtisch. Dabei gab es Limo.
Am Nachmittag lernten wir ein weiteres Manoeuvre um schnellere S-Kurven zu bewältigen. Danach ging es nur noch gut eine halbe Stunde weiter und wir landeten an einer Insel, um dort unser erstes Camp aufzuschlagen. Schön gelegen auf einem Sandstrand beim warmen, sonnigen Wetter.
Es wurden die Zelte aufgebaut, Holz gesammelt und Kaffee gekocht. Einige gingen sogar im Fluss baden zur Abkühlung.
Abendessen: Beef Stroganoff mit griechischen Reisnudeln und Salat
Tour: ~38 Kilometer
27. August – Athabasca River
Die Zelte waren leicht feucht am Morgen. Es gab ein gemütliches Frühstück am Lagerfeuer. Rühreier und Bacon, über dem Feuer getoastetes Brot, Butter, Marmelade, Käse, ….
Als alle Gefrühstückt hatten, wurden die Zelte abgebaut und alles wurde wieder in die Boote gepackt.
Mit blauem Himmel und kein Wölkchen ging es auf den Fluss.
An diesem Tag gab es ein paar Stellen mit größeren Wellen, einige Geröllbänke zum Umfahren und vermeiden von Eddis (Kehrwasser).
Zur Mittagszeit wurde gelandet und ein Lagerfeuer angefacht. Hot Dogs am River. 😀
Neben verschiedenen Vögeln gab es sogar einmal einen Fischotter im Fluss zu entdecken.
Am späteren Nachmittag erreichten wir unseren Übernachtungsplatz gegenüber einer Felswand. Flugs wurden die Zelte aufgebaut, während unser Guide Anne bereits den Kaffee zubereitet. 😊
Bald waren alle für ein erfrischendes Bad im Fluss.
Abendessen: Eintopf.
Tour: ~48 Kilometer
28. August – Athabasca River
Wir waren alle schon vor der angesagten Zeit bereit und frühstückten schon vorher. Es gab Pancakes mit Banane, die ich für mich mit Marmelade versüßte. Am Ende des Frühstücks gab eine Überraschung – ein Elch schaute vorbei.
Mit den gepackten Kanus begaben wir uns wieder auf den Fluss. So sehr unterschiedlich zum Vortag war das, was wir aus den Kanus sahen nicht. Wald. Mal flach, mal am Hang. Der Fluss bot gelegentlich Abwechslung in Form von Strömung, Wellen und angeschwemmten Baumstämmen und Holz.
Zur Mittagszeit gab es Nudeln mit gebratenem Fleisch aus der Dose mit Majonaise. Wer wollte, bekam noch einen Kaffee.
Den Übernachtungsplatz erreichten wir am späteren Nachmittag. Vom Fluss war es nicht direkt zu erkennen. Versteckt waren die Zeltflächen im Wald. Mit meinem kleinen Zelt hatte ich einen Platz vor dem Wäldchen mit direktem Blick auf den Fluss.
Unterwegs sahen wir Fischadler, Weißkopfseeadler, einen Schwarzbär, eine kleine Kröte die sich in unsererem Boot wiederfand und ich sah noch ein Eichhörnchen.
Das Abendessen bestand aus Reis mit einem gemischten Eintopf. Davor gab es ein kurzes Bad im Fluss.
Bevor wir uns in die Zelte verzogen gab es eine letzte Tierbeobachtung. Ein Biber, der im Fluss schwamm.
Tour: ~48 Kilometer
29. August – Athabasca River
Last day on the river. Das Frühstück (Omlett) gab es zum Sonnenaufgang über dem Athabasca River. Ein letztes Mal packten wir unsere Campingausrüstung und alles andere um es in die Boot zu verstauen.
Der Flusslauf ab diesem Camp ist relativ gemütlich. Ein paar vereinzelte Kiesbänke und nur selten ein paar Wellen. Wir trieben sogar am Vormittag lang im Raft. Eine einfach Mittagspause mit einen Salat (Eisbergsalat, Ananas und Thunfisch) gab es mit Toastbrot und/oder mit einer Art Fleischwurst. Ein paar nutzen die Pause für ein letztes Bad im Fluss.
Grob 90 Minuten später erreichten wir unseren Zielpunkt. Eine Anlegestelle hinter einer Brücke, die unsere Konzentration forderte. Die Strömung war zu beachten und die Anlegestelle klein. Nun wurden die Boote und die dazugehörige Ausrüstung auf eine Seite getragen und der Rest auf eine andere. Nachdem der Bus mit Trailer und der Pickup mit Bootsanhänger kamen, wurden diese entsprechend beladen.
Zum Abschluss der Kanutour gab es einen gekühlten Wein und Obst. Obendrein bekam jeder noch eine Urkunde.
Es folgte eine längere Fahrt nach Edmonton. Unterwegs entsorgten wir unseren Müll in einem entsprechenden Container und ein Halt bei einem Tim Hortens für Kaffee gab es auch.
Im Hotel hatte ich rund 90 Minuten um mein Gepäck grob für die Rückreise zu sortieren. Die schmutzige Wäsche kam ausgebreitet auf den Boden um zu trocknen. Die nassen bzw. feuchten Schuhe auf die Klimaanlage unter dem Fenster. Alles saubere wurde in Beutel in die Tasche gesteckt. Dann gab es nach mehreren Tagen die erste richtige Dusche. 😀
Um 19:00 Uhr trafen wir uns im Chop, was in Sichtweite des Hotels liegt. Lecker Essen; Steak Bites zur Vorspeise, Fisch mit gerösteten Pistazien und zum Desert ein New York Cheesecake mit Blaubeerkompott.
Dieses Abendessen war der Abschluss. Von Anne verabschiedeten wir uns, die etwas früher ging. Sie durfte am nächsten frühen Morgen zur nächsten Tour nach Vancouver fahren.
Tour: ~31,5 Kilometer
30. August – Bye, Bye Canada
Nach sieben Uhr trudelten wir nach und nach zum Frühstück ein. Für Ami war dies der Abschied. Sie nahm früh das Taxi nach Down Town zum Busbahnhof.
Zu dritt fuhren Wolfram, Frank und ich um 10:00 Uhr zum Flughafen, während Hans ein Taxi zur selben Zeit nach Down Town nahm. Die letzten Beiden, Susi und Eddi fuhren erst später zum Flugplatz.
Am Flughafen war der Abschied von Frank, dessen Flug kurz vor dem von Wolfram und mir ging. Wolfram und ich trennten uns in Toronto.
Resümee
The 100! – Exploring Canada. Ach nein, eher The selected twelves! Wir kamen auch wesentlich bequemer per Flugzeug und nicht mit einer Raumkapsel an. Genauso wie die Kanadier wesentlich freundlicher sind wie die Grounder.
Die Wanderungen waren teils ähnlich denen in den Alpen jedoch mit dem Unterschied, das die Täler wesentlich breiter sind. Trotz Berge hat man nicht das Gefühl der Enge wie in den Alpen.
Banff und Lake Louise sind beliebte Ort in den kanadischen Rockies und dementsprechend ist dort einiges los. Jasper war dagegen schon recht entspannt. Die Campingplätze bei den genannten Orten sind groß und sehr weiträumig. Schön war, das es immer Holz für ein Feuer gab. Damit wurde dann auch gekocht. So war es immer Abends und Morgens am Brennen. Wenn es dunkel wurde sah man rings um die Lagerfeuer. 😀 Apropo kochen – was fast immer beim Kochen verwendet wurde ist Maple Syrup (Ahornsirup), ohne geht in Kanada eben nicht wirklich.
Die Kanutagen waren mehr oder weniger spannend. Anfangs musste ich mich an das im Vergleich zu einem See unruhige Wasser gewöhnen. Später machte es Spaß, wenn es größere Wellen gab oder die Strömung zunahm. Von der Landschaft gab es an diesen Tagen im Grunde nur Wald zu sehen. Hier und da auch Tiere. Während dieser Tage wurde wild gecampt. Holz für das Feuer gab es immer genug um die Camps.
Was fast immer in Griffweite sein sollte ist ein Repellent. Die kleinen Biester waren überall – in den Rockes wie am Fluss.
Zu jedem Standortwechsel gab es eine Ansage: Es wird nicht zurückgefahren, es wird nichts vergessen, es wird nichts per Post geschickt und jeder ist für sein Brötchen selbst verantwortlich.
In Kanada erwartet man schon Wildtiere. Grizzlys und Schwarzbären sahen wir nur aus dem Bus, da aber relativ nahe. Auf Touren gab es noch Rehe, einen Elch, Weißkopfseeadler und mehr zu sehen. Was immer dabei war, ist Bärenabwehrspray. Vorne hatte Anne immer eines und die letzte Person der Gruppe, die immer wieder wechselte, hatte eines. So hatte auch ich es ein paar mal. Manchmal gab es die Vorgabe, das man auf einer Tour mindestens zu Zweit, manchmal zu Viert sein muss. Eine Nichtbeachtung ist recht teuer.
Zum Schluss noch etwas zu Anne (Guide). Sie hat uns freundlich und bestimmt geleitet. Wir lernten viel über Flora, Fauna und Geschichte. Dies wurde öfter in Geschichten gepackt, so das auch eher langweilige Themen toll rüber kamen. 😀
Bären
In und um die Rockies gibt es Bären. Diese sind eher ruhig und mögen keine Unruhe. Daher sieht man diese bei Wanderungen eher selten oder gar nicht. Dennoch gibt es je nach Region die Vorgabe das man mindestens zu Zweit oder zu Viert unterwegs sein soll. Ein Bärenabwehrspray sollte bei einer Wanderung immer dabei sein. Sicher ist sicher.
Eine Spruch in Kanada lautet:
If you see black, fight back, Ich you see brown, lay down, If you see white, good night.
Nur der Campingplatz bei Lake Louise war mit einem Elektrozaun umgeben. Die anderen beiden und selbstverständlich die Wildcampingplätze waren nicht abgegrenzt. Damit ist klar, das alle möglichen Tiere vorbeischauen können. Bei Jasper hat das z. B. Ein Wapitihirsch getan. Bären waren netterweise bei dieser Reise nicht von den Campingplätzen begeistert. Das mag auch an den Vorgaben liegen, das Lebensmittel und alles was riecht in Anhänger, Autos oder Metallboxen zu deponieren ist. Alles andere ist weg zu packen, wenn man nicht am Platz ist. Die Parkwächter sollen bei Nichtbeachtung der Regeln ziemlich durchgreifend agieren und sammeln dann alles ein und man darf das dann nach einer mündlichen Abmahnung an einem zentralen Ort abholen (Walk of shame).
Die Dolomiten, hauptsächlich bekannt durch ikonische Bilder der Drei Zinnen. Genau um diese soll es in diesem Urlaub eine Umrundung zu Fuß geben. Doch die Dolomiten sind noch wesentlich mehr. Es wird daher ein paar weitere Wanderungen im Umkreis des Nationalparks Drei Zinnen und im im Nationalpark Fanes-Sennes-Prags geben.
Zwei Radtouren habe ich ebenfalls eingeplant. Welche genau, wird sic daraus ergeben welches Rad ich mitnehme. Das Gravel-Rad passt auf alle Fälle in Svarta, vielleicht passt das eMountain Bike ebenfalls. Wenn das eMTB passen sollte bekommt dies den Vorzug. Die Radtouren sollen eher die weniger anstrengenden Ausgleichstage werden.
Die Reise wird die dritte Campingreise in 2025 sein. Leider bieten die Campingplätze in den Dolomiten entweder reservierbare Flächen auf Schotter oder nur eingeschränkt nicht zu reservierende Plätze auf einer Wiese. Da in Baden-Württemberg und Bayern Pfingstferien sind und diese gerne in die Alpen reisen, entschied ich mich einen Platz auf dem Campingplatz am Toblacher See zu buchen. Da der Platz mit Strom ist, werde ich ein CEE-Kabel mitnehmen. Damit kann ich das eMTB (falls es mitkommt) und/oder das Notebook, usw. aufladen.
14. Juni – Anreise
Am Morgen bin ich bei noch angenehmen 18 Grad Zuhause los gefahren. Bis kurz vor die Grenze zu Österreich war es angenehm zu fahren. Ab Hopferau bei Füssen war es dann vorbei. Stop and Go bis fast zum Ende des Fernpasses. Da hätte ich in Reutte wohl doch abbiegen sollen und parallel über das Hahntennjoch fahren sollen.
Die Autobahn in Österreich war wieder relaxt. Auf der Brennerautobahn gab es auf der italienischen Seite vor der ersten Mautstation erst wieder ein Stop and Go. Vor Brixen verließ ich dann die Autobahn und fuhr über eine Landstraße bis zum Toblacher See (Lago di Dobbiaco).
See mit Blick auf die Zugspitze
Während der Fahrt stieg das Thermometer und machte erst bei 31 Grad halt. In Italien kühlte es bei zwei Regenschauern deutlich ab auf 21 Grad.
Am Campingplatz schien die Sonne bei meiner Ankunft. Der Check-In war schnell erledigt und das Zelt bald aufgebaut. Kaum war es aufgebaut machten sich dunklere Wolken breit und es fing an zu donnern. Bis die ersten Regentropen kamen hatte ich alles eingerichtet und Wasser für einen Kaffee gekocht.
Mit Kaffee verbrachte ich die Zeit bis zu einer Regenpause im Zelt, um in der Regenpause mein Abendessen zuzubereiten. Es gab Gnocchi’s mit Tomaten und Mozzarella.
15. Juni – Sexten
Am morgen schien bereits die Sonne, als ich aus dem Zelt kam. 😊 Morgentoilette und dann gab es ein leckeres Frühstück vor dem Zelt.
Meinen Tagesrucksack packte ich mit Stöcken, aber auch mit Regenkleidung – sicher ist sicher. So vorbereitet nahm ich die kurze Fahrt bis Sexten in Angriff. Die Straße von Innichen (San Candido) bis Sexten machte Laune mit ihren vielen Kurven und dann hatte ich auch noch einen MINI vor mir. 😀 In Sexten war es gar nicht so einfach einen Parkplatz zu finden, auf dem länger wie eine Stunde geparkt werden durfte. Hinter einer Bushaltestelle an der Hauptstraße fand sich dann ein vergleichsweise großer Parkplatz ohne Einschränkung.
Die Tour startet eigentlich in der Ortsmitte, weshalb ich zuerst die Hauptstraße zurück lief. Bis zu dem Punkt, an dem ich auf die Route stieß. Ich folgte länger dem Sextener Höhenweg. Erst geteert, dann geschottert und schließlich ging es auf einen Wanderpfad in den Wald. Es war zwar schwül durch die Feuchte des Regens des Vortages, im Wald war es jedoch angenehm.
Der Pfad ging in einen Wirtschaftsweg und später wieder in einen Pfad über. Dieser zweite Pfad führte durch Wald, über Wiesen und am Waldrand entlang. Vor allem der lange Weg durch eine Wildblumenwiese gefiel mir sehr. Vor mir hatte ich den Gipfel des Einserkofel und der benachbarten Berge.
Langweilig wurde der Weg dann vom Parkplatz Fischleinboden bis zur Talschlusshütte. Ein sehr breiter geschotterter Weg und dort war relativ viel los. Die Talschlusshütte erreichte ich vor 11:00 Uhr. Warum ich das weiß? Vor 11:00 Uhr ist Selbstbedienung dort. Eine große Cola bestellte ich. Auf den bisher gut sieben Kilometern war ich zügig unterwegs. Zucker und Flüssigkeit brauchte ich. 😊
Die Tour würde eigentlich von hier wieder nach Sexten zurück führen. Ich nahm jedoch den Weg weiter bis zur nächsten Abzweigung und von dort dann Richtung Drei-Zinnen-Hütte. Von der Talschlusshütte bis zur Abzweigung verlief der Weg stetig, leicht ansteigend, einige Zeit nach der Abzweigung befand ich mich auf einem steileren Wanderweg mit Serpentinen bergauf.
Nach gut 9 Kilometern, auf ungefähr 1850 Metern stoppte ich und kehrte um. Bis zur Hütte wären es noch fast 500 Höhenmeter gewesen, die Wolken am Himmel nahmen jedoch zu und einige waren sogar schon dunkel. Kein gutes Anzeichen, zumal nach dem Wetterdienst Regen und örtliche Gewitter vorhergesagt wurden.
Auf dem Weg zur Talschlusshütte sah ich ein Eichhörnchen mit einer Nuss im Maul, keine zwei Meter von mir entfernt. Es schaute mich an und verschwand dann im Dickicht. 😊 An der Talschlusshütte war es bei dem erneuten Erreichen sehr voll. In einer Schlange wurde am Eingang für die Zuweisung eines Platzes gewartet. Ich nahm die Abkürzung. 😁 An der Schlange vorbei und direkt zur Toilette. Von dort gelangte ich dann zur Theke, wo ich einen Espresso und nochmals eine Cola bekam.
Zügig lief ich den Weg bis Sexten zurück, ohne das Regen einsetzte. Am Ortsrand von Sexten lockte eine Veranstaltung mit Live Musik. Dort waren mehrere Stände, die sich hauptsächlich um das Thema Paragliding drehten. Somit blieb ich nicht sehr lange, bis ich zurück zum Campingplatz fuhr.
Nach einer Dusche, die sehr nötig war machte ich es mir im Zelt gemütlich. Alle Seiten des Zeltes zur Luftzufuhr auf, einen Kaffee und etwas zu lesen. Die Bewölkung nahm währenddessen zu und es fing an zu Blitzen und zu Donnern. Da war das vorhergesagte Gewitter.
Für mein Abendessen, griechische Nudeln mit Aubergine, Zucchini, Nudeln und Feta packte ich alles nötig und begab mich zum überdachten Vorbereich des Sanitärgebäudes. Das war gut so, den während des Kochens setzte immer wieder Regen ein.
Den restlichen Abend verbrachte ich bei immer wieder einsetzendem Regen im Zelt mit Lesen und dem Schreiben dieser ersten Kapitel.
Tour: ~17,9 Kilometer, ~750 Höhenmeter
16. Juni – Seen
In der Nacht hatte es nochmals gewittert und ordentlich geregnet. Am Morgen war der Himmel noch reichlich bewölkt; hier und da waren Lücken in der Wolkendecke durch die man blauen Himmel und sogar die Sonne sehen konnte. Während des Frühstücks war so eine Sonneninsel über dem Campingplatz. 😊
Da die Regen- und Gewitterwahrscheinlichkeit recht hoch war, machte ich es mir vorerst gemütlich im Zelt. Soweit kein Regen war, hatte ich sogar beide Seiten des Zeltes offen um Luft und Sonne herein zu lassen.
Später machte ich mich auf zum shoppen nach Toblach. Ein Gürtel sollte es werden. Ich war mir sicher einen eingepackt zu haben, gefunden hatte ich ihn nur nicht. Lag vielleicht daran, das der Gürtel für die Hose zur Anreise gedacht war und ich kurzfristig eine Sport Shorts genommen hatte. Wie auch immer in Toblach fand ich einen Gürtel und dann noch eine Shorts und ein T-Shirt. 🙃
In Toblach steuerte ich zudem einen Radverleih an um ein Mountain Bike für den Mittwoch (18. Juni) zu reservieren. Das einzige XXL-Hardtail wurde damit direkt für mich reserviert.
Zurück am Campingplatz nahm ich mir die Runde um den Toblacher See vor. Eine einfach Runde, die von vielen an diesem Tag genutzt wurde. Das Ende der Runde war für mich an der Rezeption des Campingplatzes. Ein Ciabatta und zwei kleine Hartwürste wurden mein Mittagssnack.
Vor der Runde um den See kam ich mit einem Campingnachbarn ins Gespräch bzgl. des Shuttlebusses zur Auronzohütte. Sie hatten schon gebuchte und gerade so noch eine Fahrt am Vormittag bekommen. Als ich vor der Seerunde nachsah, gab es lediglich nach12:00 Uhr noch eine Möglichkeit für eine Buchung und fand das zu spät.
Aber nach der Seerunde kam ich mit zwei anderen Campingnachbarn ins Gespräch und die hatten an der Rezeption einen Tipp bekommen. Von der Landstraße (Haltestelle Drei Zinnen Blick) loslaufen. Für den Bus dorthin kann die Gästekarte (gab es beim Check-In) verwendet werden und es braucht keinen besonderen (teuren) Shuttlebus. Somit war zumindest die Planung für den nächsten Tag erfolgt.
Der nächste See, erforderte ein leicht längere Anfahrt. Der Pragser Wildsee ist am Ende eines Tales und sehr beliebt. Das merkt ich zum einen an dem Trubel, der trotz des mäßigen Wetters dort herrschte und später an den saftigen Parkplatzgebühren.
Bei der Runde um den See läuft man auf einem gut befestigten Weg. Mal mehr, mal weniger nah am Wasser. Auf der Seite des relativ steilen Felses ist der Weg mit Geländer gesichert und Stufen erleichtern das Vorankommen.
Nochmal nächster See. Der Dürrensee liegt südlich vom Toblacher See. Eine Umrunde ist möglich, hatte ich jedoch nicht vorgenommen. Kurz vor dem Erreichen des Sees fing es an leicht zu regnen, nachdem ich vom Dre Zinnen Blick losfuhr (zwei Minuten entfernt!). Ein paar Bilder von der Straße müssen für diesen Tag genügen. Dafür gab es im Restaurant gegenüber des Sees einen Latte Macchiato und einen Kaiserschmarren. 😀
Zum Abendessen war ich in der Seeschupfe. Ein Restaurant am Toblacher See. Das Ambiente dort ist angenehm und mein Essen, eine Pizza, war ziemlich bald vor mir.
Toblacher See: ~3,1 Kilometer Pragser See: ~4,1 Kilometer
17. Juni – Drei Zinnen
Den Wecker hatte ich mir so gestellt, das ich ausreichend Zeit vor dem ersten Bus habe um zu Frühstücken. Da ich von alleine schon einige Zeit vorher wach wurde, hatte ich somit mehr wie ausreichend Zeit für das Frühstück und für Vorbereitungen.
Kühl wurde es über Nacht und die richtige Kleidung für die Tagestour zu finden war gar nicht so einfach, sollte es doch am Nachmittag warm werden und für die Tour wollte ich nun auch keine Unmengen an Kleidung mitnehmen. Für den Bus um 7:15 Uhr hatte ich zumindest eine dünne Fleecejacke mitgehabt.
Zwei Station fuhr ich mit dem Bus, welcher nichts kostete, da die Fahrt mit der Südtirol Guest Card abgedeckt war. An der Haltestelle Drei Zinnen Blick stiegen ungefähr zehn Personen mit mir aus. Alle machten sich auf den Weg zu den Drei Zinnen. Ein stetig nach oben führender Weg durch das Rienztal, immer entlang der Gebirgsbachs Rienz.
Am frühen morgen war der Himmel noch gut bedeckt und es war im Tal kühl. Durch den aufsteigenden Weg wurde uns allen nach und nach warm und erste Schichten (Jacken) wurden weg gepackt. Lustig war ein Schild an einem Baum mit einem blauen Eichhörnchen. Gesehen habe ich kein Blaues. 😅 Dafür aber zwei dunkelbraune.
Der Weg im Tal war Anfangs breit und geschottert, wurde dann schmaler und Felsig bzw. war mit Schotter des Baches aufgefüllt. An zwei Stellen war der Weg durch Gerölllawinen verschüttet. Hier hieß es über das Geröll laufen und schauen wo der eigentliche Weg weiter geht.
Nach etwas über 800 Höhenmeter war eine große Wiese mit super Blick auf die Drei Zinnen erreicht. Ein kurzer Weg brachte mich auf den Rundweg um die Drei Zinnen. Bis zu zum Rifugio Auronzo (Auronzohütte) sollten es ca. vier Kilometer sein. Vorher kam ich an der Langalmhütte an. Hier legte ich eine Pause ein und traf dabei meine Campingnachbarn, die mit dem Shuttlebus zur Auronzohütte gefahren sind und auf dem ersten Stück der Umrundung der Drei Zinnen waren. Vor der Hütte fand sich für uns eine Bank mit Tisch in der Sonne.
Danach trennten sich unsere Wege und ich lief weiter bis zum Rifugio Auronzo. Welche Menge an Autos, Vans, Wohnmobilen und Bussen dort parkte war erschreckend. Abgesehen davon fand ich in der Hütte immerhin ein Stück Kuchen und einen Kaffee. Einen Kaiserschmarren hatten sie leider nicht.
Von der Auronzohütte aus lief ich mit der Masse den Weg bis zur Drei Zinnen Hütte auf der anderen Seite der Drei Zinnen. Diese Hütte hatte noch nicht geöffnet, bot jedoch einen tollen Blick auf die Drei Zinnen in der Nachmittagssonne.
Von dort hieß es dann bis zum Dürrensee bergab laufen, was gut 1000 Höhenmeter waren. Der Dürrensee erstrahlte in der Sonne in einem milchigen Grün vor den Bergen. Ganz anders, wie am Vortag bei Regen,
Im gegenüberliegenden Restaurant traf ich zwei andere Campingnachbarn und gesellte mich für ein Getränk zu ihnen. Gemeinsam nahmen wir den nächsten Bus zurück zum Campingplatz.
Duschen, Essen und ein geselliges Beisammen sein bei einem Bier beendeten diesen erlebnisreichen Tag.
Rückblickend muss gesagt werden, das auf der Umrundung der Drei Zinnen viel los ist. Es gibt jedoch auch viel zu sehen. Wer Glück hat bemerkt sogar Erdhörnchen (ich nicht, dafür meine Campingnachbarn).
Wanderung: ~25,5 Kilometer, ~1200 Höhenmeter
18. Juni – Radtour über die Plätzwiese
Am morgen war es sonnig und so gut wie keine Wolke war zu sehen. Ganz was anderes wie die Tage zuvor.
Zuerst kam natürlich das Frühstück, bevor ich alles für eine Radtour packte. Einige Zeit später fuhr ich nach Toblach zum Radverleih am Bahnhof. Dort wurde ich schon auf dem Weg begrüßt und das für mich reservierte Rad stand bereit und war voll geladen. Es folgten die üblichen Formalitäten wie Registrierung und Zahlung der Miete. Flugs zog ich noch die Radschuhe an, um mich auf die Tour zu machen.
Die Radtour hatte ich mir vorab im Internet herausgesucht. Der eingezeichnete Weg in Toblach konnte wegen einer Baustelle nicht genommen werden. Netterweise wurde für die Radfahrer eine Umgehung ausgeschildert. 👍
Aus Toblach heraus folgte ich dem Radweg, der mich am Toblacher See und später am Dürrensee vorbei brachte. Morgens war das auf dem Weg angenehm, der meist durch den Wald führt.
Schluderbach, das aus nur wenigen Gebäuden besteht, hatte ich nach ca. 13 Kilometern erreicht. Hier war es das erste Mal, das ich nicht mehr auf einem Radweg fahren konnte, sondern die Straße nutzen musste. Es war zum Glück kaum Verkehr und die Strecke auf der Straße war kurz, bevor es auf den Weg zur Plätzwiese ging.
Ab dem Punkt ab der ich von der Straße abbogen, wo auch gegenüber ein Parkplatz für Wanderer ist, war es meist ein geschotterter Weg nach oben. Hatte ich bisher gar nicht oder nur den Eco-Modus verwendet, so war mir nun der MTB- und gelegentlich der Turbo-Modus sehr angenehm. Da es ein Leihrad (Hardtail) war, war dies ohne Klicks. D. h. es war nur treten und kein ziehen möglich, was für mich eine Umstellung war. Durch die Anstrengung des Vortags, war die e-Unterstützung sehr hilfreich.
Vor der Plätzwiese, bei Kilometer 21 zeigte ein Schild nach rechts zu einer Almhütte. Diese konnte ich vom Weg bereits sehen und überlegte nur kurz, um dann diesen Weg nach oben zu nehmen.
Die Almhütte an der Plätzwiese ist nicht riesig, aber sehr schön eingerichtet auf der Terrasse. Mit einem tollen Blick auf die Wiese und Berge genoss ich einen Kaiserschmarren und einen Latte Macchiato. 😀
Direkt los wollte ich noch nicht und bestellte noch eine hausgemachte Ingwer-Zitronen-Limonade. An der Hütte gibt es eine große Hängeliege und dort machte ich es mir bequem und bekam die Limonade sogar dorthin gebracht. Service. 👍
Irgendwann war es dann doch soweit, um die restliche Strecke zurück zu legen. Dazu musste ich den Hang wieder hinunter auf die Hauptstrecke. Diese entlang kam ich wenige Minuten später am Hotel Plätzwiese und einer weiteren gut besuchten Almhütte vorbei. Nochmals ein paar Minuten später erreichte ich den Parkplatz Plätzwiese.
Ab diesem Parkplatz befand ich mich auf einer Straße bis zum nächsten Ort und fuhr so das Tal hinunter. Dabei musste ich kaum treten und war oft am Bremsen. War ja nicht mein Rad und das Gefühl für höhere Geschwindigkeit nicht vorhanden. Spätestens bei 50 km/h bremste ich daher.
Bis zu einem Kreisel folgte ich der Straße. Diesen Kreisel kannte ich schon, von der Fahrt vor zwei Tagen zum Pragser Wildsee. Von dort ging es dann wieder auf einem Radweg weiter. Einige Kilometer in diesem Tal und dann in dem nach Toblach führenden Tal.
Am Campingplatz folgte die notwendige Dusche, ohne das sie eine große Abkühlung brachte. Mit einem Kaffee macht ich mich daher auf, um den Weg am See entlang zu laufen. Der Weg liegt auf der östlichen Seite in einem Wald mit vielen Bänken. Das brachte dann die gewünschte Abkühlung, zumal ich mich öfter auf eine Bank setzte um den Kaffee zu trinken.
Zwischen dem Spaziergang um den See und dem Abendessen war viel Zeit. Im Zelt immer noch zu warm. So begab ich ich auf die Terrasse vor der Rezeption, die genügend Tische und Hocker bietet. Im Schatten konnte ich an diesem Text weiter schreiben.
Apropo Abendessen: Es gab Thai-Curry mit Reis.
Radtour: ~46 Kilometer, ~900 Höhenmeter
19. Juni – Drei Hütten Tour
Das Wetter hält, womit erneut ein Frühstück vor dem Zelt möglich war.
Mit Svarta fuhr ich bis zum Fischleinboden, was vom Campingplatz aus gesehen auf der anderen Seite des Gebirgsblockes mit den Drei Zinnen liegt. Wie für die Gegend wohl üblich ist auch dieser Parkplatz kostenpflichtig. Aber mit dem Bus dorthin und dabei mehrmals umsteigen wollte ich nicht, den die Tour war als herausfordernd im Wanderführer beschrieben. Da mag ich es eher, wenn ich am Ende nicht von irgendwelchen Abfahrtszeiten abhängig bin.
Den Weg vom Parkplatz zur Talschlusshütte war mir bereits von der ersten Wanderung bekannt. Breit, Schotter und langweilig. Die Talschlusshütte hatte zu, weshalb es gleich weiter ging. Auf zur Drei Zinnen Hütte. Der Weg an der Talseite verlief mal gerade hoch, mal in Serpentinen. Immer auf Fels und Naturschotter.
Gut 1200 Höhenmeter später war ich wieder an der Drei Zinnen Hütte, an der ich zwei Tage zuvor schon auf der Drei Zinnen Umrundung war. Erneut war es voll. Bei einem Gespräch mit einem Bergführer wurde mir gesagt, das der aktuelle Trubel noch verhältnismäßig gering ist. Wenn in Deutschland, Österreich und Italien Ferien sind ist wohl fast alles überfüllt. Fast, da mittlerweile die Mautstraße gebucht werden muss und damit die Menge begrenzt an Personen begrenzt wird. Das trifft auf den Shuttlebus ebenso zu.
Über einen nicht überfüllten Pfad an einem Geröllhang gelangte ich zum Büllelejoch. Also eigentlich noch nicht direkt zum Sattel. Dazu musste ich im Zig-Zag den Hang nach oben. Und wieder ein paar Höhenmeter mehr. 😟
Auf der anderen Seite des Grats verlief der weitere Weg bis zu Büllelejoch Hütte ganz angenehm. Trittsicher und Schwindelfrei sollte man dennoch sein. Ein paar Stellen waren kaum zwei Meter breit und das ohne Geländer o. ä. Um eine Biegung, sah ich dann die höchstgelegene Hütte der Region. Schön gelegen am oberen Ende eines Talabschlusses.
Dort war ein geselliges Treiben ohne das ich dies als störend empfand. Auffallend war, das an der Hütte und auf den Wegen dort viele mit Helm und Klettersteigausrüstung unterwegs waren.
Die Bedienung war sehr freundlich und alles kam zügig zu mir. Hütte = Kaiserschmarren. 😊 Da noch einiges an Weg vor mir war, bestellt ich die kleine Portion.
Erneut ging es auf einem nicht all zu breiten Felsband weiter. An einer Kreuzung auf einem Sattel folgte ich dem Weg zur nächsten Hütte. Mein Weg verlief nun bergab, bis ich zur Zsigmondy Hütte kam. Hier kehrte ich ebenfalls ein um meinen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Sanfte Traudl bestellte ich dazu. Quellwasser mit Thymian-Orange-Melisse.
Es folgten ein paar Kilometer Weg bergab. Wieder erst durch eine Hochgebirgesregion und je tiefer ich kam, desto mehr grün kam und dann auch Bäume. Die gefühlte Temperatur nahm ebenfalls zu. Oben war es luftiger und die Höhensonne war gut zu spüren, unten war es eher eine drückende Hitze. Etwas, das für den Aufstieg wie auch dem Abstieg zutraf, waren mehrere Steinrutsche, die den Weg umgestalteten. Kein Problem an sich, nur war mehr Vorsicht im losen Geröll nötig.
Die Talschlusshütte hatte immer noch geschlossen, womit es direkt weiter ging bis zum Fischleinboden auf der Wanderautobahn. Ein Pärchen, mit dem ich an der Drei Zinnen Hütte ins Gespräch kam, traf ich an der Büllelejoch Hütte und erneut kurz nach der Zsigmondy Hütte. Ein letztes Mal war es dann am Parkplatz mit einem freundlich – schönen weiteren Aufenthalt.
Nach dieser Tour war ich dann reichlich K.O. Am Campingplatz habe ich dann auch noch vor den Duschen warten müssen, da alle Duschen belegt waren.
Selbst kochen am Zelt war mir für diesen Abend zu viel. Daher ging es zum Abendessen in die Seeschupfe am See. Ein Salat und eine Pizza.
Wanderung: ~18,5 Kilometer, ~1200 Höhenmeter
20. Juni – Relaxtag (!?)
Nach den anstrengenden Tagen wollte ich es an diesem Tag ruhiger angehen. Morgens machte ich mir nur einen Kaffee und verbrachte einige Zeit mit Lesen im Zelt.
In Innichen (San Candido) war ich schnell, kannte ich den Weg bereits von den Vortagen. Ein Parkplatz war schnell gefunden – dieser sogar ohne Gebühr. Von dort folgte ich einem Bach in die Innenstadt. Das erste Café war meines für ein Frühstück.
Gestärkt konnte ich den Ort erkunden. Wobei der Ort eine überschaubare Größe hat. In der Innenstadt kommt tatsächlich das Gefühl einer Kleinstadt auf. Kaum zwei Straßen weiter glaubte ich wieder in einem Dorf in den Bergen zu sein. All zu viel bemerkenswertes hat Innichen nicht. Was jedoch auffällt, ist die hohe Dichte an Kirchen. Ich kam an insgesamt dreien vorbei.
Von Innichen fuhr ich über Sexten die Straße immer weiter nach Süden um so den Naturpark Dolomiten zu umrunden. Ein wenig MINI Mountain Days Feeling kam bei den vielen Kurven auf. 😀
Das Ende der Fahrt war in Misurina am gleichnamigen See. Damit war ich schon wieder auf der westlichen Seite des Nationalparks. Halt machte ich dort für eine Wanderung. Bequem brachte mich ein Sessellift auf 2100 Meter. Ein Espresso im Refugio an der Bergstation nahm ich zu mir. Es folgte der Versuch einer Wanderung über zwei Pässe zu einem Refugio und hinunter zum See. Versuch!
Von der Bergstation kam ich auf einem Pfad durch einen Wald zu einem Geröllfeld. Quer durch dieses nach oben verlief der Weg. Hier fragte ich mich, warum ich die Stöcke nicht mitgenommen hatte. Nun, es musste so gehen und ging auch. Bis kurz vor dem ersten Pass. Das sah mir nicht ganz geheuer aus. Eine Gruppe vor mir machte kehrt und ich beschloss dies ebenso zu tun. Ein weiteres Mal vermisste ich die Stöcke. Im Geröll bergab ohne Stöcke ist echt mühsam. So kam ich nach gut 2 Kilometern wieder zur Bergstation.
Von der Bergstation folgte ich einem Pfad(!) auf einer Skipiste bergab. Den Pfad auf der Skipiste auszumachen war nur an manchen Stellen möglich. Meist war dieser nicht wirklich zu erkennen. Erst als es von der Piste abging, wurde es wieder interessanter. Ein schöner Pfad im lichten Wald brachte mich leicht nach oben und um den Berg herum. Dann endete der Pfad auf einem Wirtschaftsweg. Kurz war ich an der Versuchung, von dort die Abzweigung zum zweiten Pass durch ein Geröllfeld zu nehmen. Lies es jedoch gut sein.
Dem Wirtschaftsweg folgend gelangte ich zu einem tiefer gelegenen Parkplatz. Einmal hatte ich den Weg durch einen Pfad über eine Hangwiese abgekürzt. Vom Parkplatz nahm ich die als MTB-Strecke ausgewiesene Piste. Nicht weit, bis ich auf einen Pfad im Wald abbog. Es sollte zuerst über eine Brücke über einen Bach gehen. Die kleine Brücke war jedoch zusammengebrochen. Auf den Überresten der Brücke, die aus dem Wasser ragten kam ich trocken auf die andere Seite. Ein paar Minuten später versperrte ein umgestürzter Baum den Weg. Es gab bereits einen ausgetrampelten Pfad herum. Ohne weiter Herausforderungen kam nach längerer Zeit ich zu einem Parkplatz am See. Von diesem geht die Mautstraße zur Auronzohütte ab.
Auf dem Weg am See wurde dieser zur Hälfte umrunden. Am Sessellift angekommen endete die Wanderung. Nicht so wie ursprünglich gedacht, dennoch sehr abwechslungsreich.
Wanderung. ~8,5 Kilometer, ~350 Höhenmeter
21. Juni – Flodige Alm
Es war bewölkt, als ich aus dem Zelt kroch. 14 Grad, keine Sonne aber dennoch ein angenehmes Wetter. Ergo: Frühstück am Zelt.
Eine kleine Abschiedsrunde hatte ich mir ausgesucht. Ein paar Minuten fahren und ich war am Cimitero di guerra – ein Soldatenfriedhof. Von hier aus geht der gewählte Wanderweg los. Ein Stückchen am Fluss entlang und auf die andere Flussseite zum Elektrizitätswerk. Das wurde links liegen gelassen und auf geht’s – bergauf. Stopp. Das meinte zumindest das Schild, das ich nach der nächste Kurve entdeckte. Arbeiten am Friedhof und auf dem Weg zur Flodigen Alm. Hm, es ist Samstag, da wird bestimmt nicht gearbeitet.
Ich ignoriert also das Schild – typisch italienisches Verhalten. 😅 Der steile Wirtschaftsweg ist nicht wirklich toll gewesen, wurde zur Abwechslung allerdings an zwei Stellen durch einen schönen Waldpfad aufgelockert. Nach ungefähr einem Kilometer endete der Wirtschaftsweg und es ging auf einem Wanderweg weiter. Dieser war fast genauso steil, die Serpentinen minderten es ein wenig.
Dann kam ich an einem Bagger an. Kein Mensch weit und breit. Samstag = arbeitsfrei. Da hatte ich recht, anders wäre das das Ende der Tour gewesen, den ab dort war der Weg neu gemacht und Pfosten mit Brettern waren frisch gesetzt als Geländer. An Werktagen wird sicherlich der Weg weiter bergabwärts erneuert. Bei meiner Tour war das neue Stück von Höhenmeter 400 bis ungefähr Höhenmeter 500. Der lose Boden war ein wenig rutschig, zumal dieser Abschnitt wieder ordentlich steil war.
Diese Baustelle endete am Ende des steileren Hangs. Danach wurde es flacher. Die einsame Alm erreichte ich nach 105 Minuten (610 Höhenmeter). Vor der Alm gibt es drei Bänke und zwei Tische – wunderbar für eine Pause. Am Campingplatz hatte ich mir dazu ein Ciabatta und zwei kleine Kaminwurze gekauft. Die Herausforderung war nun die vakuumierten und verschweißten Würste aus ihrer Verpackung zu bekommen. Ein Fensterscharnier der Hütte hat mir dabei sehr geholfen. 😅
Lt. Wanderführer (Optional) und der Beschilderung soll es noch weitergehen, wenn gewünscht. War gewünscht. 😊 Von der Alm ging es erst einige Meter nach oben und dann stand ich am Rand der Almwiese, die bunt vor mir lag mit ihren vielen Blüten. 😀
Allerdings war es nicht einfach den Weg zu finden. Die kleinen Holzpflöcke zur Wegmarkierung waren so niedrig, das sie vom Gras und den Blumen überragt wurden. Hin und Her durch die Blumenwiese, fand ich immer wieder ein kleines Stück des Weges – oder zumindest das was ich dafür hielt.
Die Wiese ging in einen Hang über, auf dem neben Gras auch Bäume wachsen. Auch hier war wieder Weg suchen angesagt. Nicht das keiner zu sehen war. Nein, es waren einige Pfad und nicht immer war eindeutig welcher der richtige ist. So kam es, das ich plötzlich auf dem oberen Weg, unterhalb des Kamms war. Nun gut, auf diesen wollte ich eh und bin dort in umgekehrter Richtung weiter.
Die Flodige Spitze passierte ich, ohne auf die Spitze zum kommen. Diese war durch Absperrung nicht zugänglich. Nach zwei leicht ausgesetzten Stellen erreichte ich ein Kreuz mit der Aufschrift “Zum Kreuz”. Dies war dann mein Wendepunkt. Zum eigentlichen Kreuz auf dem Kasamutz (Monte Casamuzza) wären es noch gut 80 Höhenmeter gewesen. Der Pfad verläuft dabei auf einer steilen Wiese am Rand einer Felskante. Das war mit nix. Meine Kondition und Konzentration lies langsam nach. Daher erfreute ich mich unter dem Kreuz “Zum Kreuz” über die Aussicht auf die Flodige Alm und die Almwiese. 😀
Den Pfad unterhalb des Kamms ging es nun zurück. Diesmal war der Weg gut zu erkennen und ich erreicht daher dann auch den Flodige Sattel. Ein Kreuzungspunkt mehrere Wanderwege. Einer davon war mein Weg zurück zur Flodigen Alm.
An der Flodigen Alm waren schon ein paar. Ein älterer Herr mit seinen zwei Enkeln. Mit ihm kam ich bei einem Snack ins Gespräch. So lernte ich, das man mit den Ski als Einheimischer z. B. zur Zsigmondy Hütte oder weiter im WInter hoch läuft, um von dort Ski zu fahren. Die präparierten Pisten sind für die Touristen. 😅
Von der Flodigen Alm erfolgte der lange und steilere Weg zurück zum Parkplatz. Gerade das Stück, das neu gemacht wurde war nicht ohne. Der lose Untergrund rutschte immer wieder weg. Nach der Anstrengung lief ich vom Parkplatz zum Bach und kühlte mich dort ein wenig ab mit dem Wasser auf Armen und Beinen.
Nun war ich schon eine Woche in Italien und hatte noch gar kein Eis gegessen. Das änderte sich, nachdem ich nach Toblach fuhr. Bei Birgits Patisserie bekam ich ein leckeres Eis (Zitrone, Himbeere und Pistazie) sowie einen Kaffee.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz hatte ich noch meinen Spaß mit zwei Porsche. Die Straße von Toblach bis zum See ist recht kurvig und durch die kurvige Strecke sind die mir nicht weggefahren. 😁
Am frühen Abend wurde die Bewölkung stärker und aus der Ferne war bereits Donner zu hören. Das Gewitter kam dann auch zum Toblacher See. Bis es zu regnen anfing, dauerte es noch eine Weile. Genügend Zeit um das Abendessen in Ruhe vor dem Zelt zu essen und anschließend zu waschen.
Wanderung: ~10 Kilometer, ~900 Höhenmeter
22. Juni – Abreise
Das Frühstück war nur ein Kaffee, den ich während des Packens und Abbauens des Zeltes trank. Ab 8:00 Uhr ist die Rezeption für die Abreise besetzt, die ich zur Zahlung der Restsumme für den Aufenthalt aufsuchte. Dabei fand sich dann noch eine Flasche des Hausweins (Rot), den ich kaufte.
Die Fahrt bis zur Autobahn war relativ normal. Kurz vor der Autobahnauffahrt bog ich auf die Landstraße, die im Tal zum Brennerpass führt. In Gossensaß stoppte ich für ein kleines Frühstück. Der Stopp war am Ende länger als gedacht, da ich die Pfingstprozession abwarten musste um weiter zu fahren.
Die nächste Autobahnauffahrt zum Brenner nahm ich danach. An der Mautstation zum Brenner auf österreichischer Seite nahm ich die freie LKW-Spur. Sehr praktisch mit der Flex-Maut, die das Kennzeichen erfasst und dann entsprechend automatisiert abbucht.
Durch die Baustelle auf der Fernpassstrecke und dem Rückreiseverkehr kam das Navi auf die Idee mich über München nach Hause zu lotsen. Am Ende der Brennerautobahn gab es schon Stau, in Kufstein dann erneut. Der Tank war fast leer, weshalb ich nach Kufstein abbog um zu tanken. Direkt nebenan liegt die Werkstatt. Da verband ich meinen Stopp gleich mit einem Mittagessen. Ein Canadian Burger mit Pommes.
Resümee
Die Dolomiten gefielen mir ausgesprochen gut. Im Tal ist alles schön grün, die meisten Seen haben eine tolle Farbe und oben gibt es die steil herausragenden kargen Gipfel. Karge und schroffe Berge, sind das Markenzeichen der Dolomiten und die gab es um die Drei Zinnen und an vielen anderen Orten zu bewundern. Meine beiden Touren, die ich nicht zum Gipfel oder über einen Pass brachte, sind durchaus bewältigbar. Mit einem aktuellen Nachstar und der daraus resultierenden optischen Einschränkung (Konzentrationsfähigkeit) war mir das jedoch nichts. Das wird sich demnächst wieder ändern. 😊
Sprachlich hat man das Gefühl eher in Österreich zu sein. Klar, es wird auch italienisch gesprochen. Erste Sprache ist jedoch Deutsch.
Es wird spannend, wie sich die Gegend bis zur Olympiade 2026 und danach ändert. Viele Baustellen gab es bereits zu sehen.
Die Campingplätze in den Dolomiten, speziell die in der Nähe der Drei Zinnen haben ordentliche Preise und sind für Vans und Wohnmobile/Wohnwagen ausgelegt. Reservieren kann man die Rasenplätze, sofern überhaupt vorhanden, nicht. Mein Zelt lies sich ganz gut auf dem feinen Schotter aufbauen. Die Sanitäranlagen des Campingplatzes am Toblacher See waren stets sauber. Kein Wunder, sind doch permanent die Reinigungskräfte den ganzen Tag über zu sehen gewesen bei ihrer Tätigkeit. Was mir fehlte, gerade an Regentagen, war ein Gemeinschaftsraum, in dem auch gekocht werden darf. Da jedoch kein Gemeinschaftsraum vorhanden war, musste es anders gehen.
Nach der Reservierung hätte mich der Platz pro Tag 49€ gekostet. Bei der Abreise wurden dann nur 31,50€ pro Tag in Rechnung gestellt. Für “nur” Zelten zwar im oberen Preisbereich, aber für die Region in Ordnung.
Elsass Reloaded. Erst vor kurzem war ich im Elsass. An diesem zweiten verlängerten Wochenende im Mai 2025 wird mich mein Trip in die Nähe von und nach Colmar bringen. Somit wird dies etwas weiter südlich sein, als beim letzten Mal. Zumal dort auch der nördlich Beginn der Elsässer Weinroute liegt.
29. Mai – Ribeauvillé
Zuhause wurde noch gefrühstückt, bevor es auf den Weg ging. Zweimal erwischte mich auf den rund 300 Kilometern ein stockender Verkehr. In Ribeauvillé begrüßte mich schon in der Zufahrt zum Campingplatz ein “Voll”-Schild in drei Sprachen. Ich lies mich dennoch nicht davon abschrecken und lief zur Rezeption und fragte. Siehe da, für Radfahrer und Zelter sind immer ein paar Plätze frei. 😀 (Reservieren geht auf diesem Campingplatz nicht!)
Flugs wurde dann das Zelt aufgebaut, um mich dann auf die erste Tour zu begeben. Dazu musste ich zuerst zur zentralen Kreuzung des Ortes und dort durch die Grand’ Rue. Das ist die Hauptstraße und Touristenmagnet im Ort. Ein Café, ein Bäckerei, ein Weinladen und anderes folgen hier in fleißigem Wechsel. Die Straße besticht durch ihr pittoreskes Aussehen. Kein Wunder, das an diesem sonnigen Tag viel los war.
Am Ende der Straße gelangte ich zu einem Parkplatz. Dort bog ich in einen Weg nach oben, entlang der alten Stadtmauer ab. Am höchsten Punkt angekommen folgte ich einem Wanderpfad weiter nach oben. Auf diesem Pfad begegneten mir einige andere; ist es doch der Weg zu drei Burgruinen.
Die erste Burgruine, die ich erreichte war die Chateau du Girsberg. Schon in Sichtweite und daher schnell erreicht kam ich dann zum Chateau de Saint-Ulrich. Diese Burgruine kann zum Teil begangen werden, was ich mir nicht nehmen lies. Weiter (natürlich bergauf 🙃) erreichte ich die dritte Ruine Chateau du Haut-Ribeaupierre. Zu dieser Ruine waren schon deutlich weniger unterwegs.
Danach wurde es deutlich ruhiger. Kaum noch begegnete ich jemanden. Hauptsächlich auf Waldpfaden war ich nach der dritten Burgruine unterwegs gewesen. Alles im Wald und nur selten durch Lichtungen. Eine Aussicht, die auf Fontaine du Chevreuil war leider nicht möglich. Der Felsen selbst, sowie der Aussichtspunkt befinden sich mittlerweile auf Privatbesitz und betreten ist verboten.
Weiter durch den Wald kam ich nach mehreren Kilometern, die es meist nach unten ging zum Waldrand. Am Waldrand und dann länger dem Weg an diesem folgend, sowie durch Weinfelder erreichte ich wieder Ribeauvillé.
Es war warm aber auch drückend. Somit war klar, das vor dem Abendessen eine Dusche nötig war. Für das Abendessen hatte ich mir eine Suppe mit Paprika, Tomaten und Kichererbsen zubereitet. Das gelang mir mit freundlicher Hilfe meiner Campingnachbarn. Der Piezo Zünder am Kocher hat doch nach gut 15 Jahren einfach den Geist aufgegeben. Mit einem Feuerzeug war dann das Kochen kein Problem mehr.
Später machte ich mich nochmals auf in die Altstadt um ein paar Bilder zu machen.
Wanderung: ~16 Kilometer, ~680 Höhenmeter
30. Mai – Wein, Wein, Wein
Frühstück an einem sonnigen, trockenen morgen am Zelt. 😀 So macht das doch Spaß.
Den Trinkbeutel füllte ich fast ganz voll, sollte es doch sehr warm werden. Beim Bäcker auf dem Campingplatz ergatterte ich zwei Hefeteile mit Schokofüllung.
Die Fahrt bis Ammerschwihr war kurz. Im Dorf fand sich relativ schnell ein Parkplatz in einer Seitenstraße nahe der Wegführung der Wanderstrecke. Zwei Straßen und ich war bereits aus dem Dorf und in den Hügeln, mitten im Weinanbaugebiet. Neben dem festen Weg raschelte es oft und an Steinwänden konnte ich Eidechsen sehen.
Lange lief ich durch die Weinhügel bis zum nächsten Dorf (Katzenthal). Dort ging es gleich wieder raus und nach oben zum Chateau de Wineck. Diese Burgruine war leider nicht zu begehen. Zumindest einen schönen Ausblick gab es von hier. Zurück an Weinfeldern, die Trauben für einen Spitzenwein liefern, erreichte ich erneut Katzenthal. Durch das Örtchen kam ich auf der anderen Dorfseite wieder auf einen Weg zwischen den Rebenfeldern. Das einzige Highlight im Dorf war der große Brunnen. In im schwammen einige Goldfische.
Gut 1,5 Kilometer später erreichte ich Niedermorschwihr. Dort lief ich die Hauptstraße entlang, um ein Café für eine Pause zu finden. Pustekuchen! Es gab reichlich Weingüter und die Möglichkeit einer Weinprobe – von einem Café war weit und breit leider nichts zu sehen.
Am Ortsrand folgte ich einem Pfad entlang eines Baches. So lange war dies jedoch nicht, bis es dann wieder durch die Weinhügel ging. Das war auch ganz gut, da der Pfad am Bachlauf gut zugewachsen war. Einige Zeit später erblickte ich eine Bank unter einem Baum. Ein guter Platz im Schatten für eine Rast und das erste Schokoteil. 😊 Das war auch nötig, den nun ging es fast zwei Kilometer lang stetig bergauf bis nach Trois-Épis. Zum Glück im Wald, den es wurde immer wärmer.
Ein Dorf bestehend aus alten großzügigen Gebäuden mit ebenso großzügigen Gärten. Dazwischen ein paar modernere Gebäude und einige Hotels. In der Ortsmitte fand ich einen Bäcker, bei dem ich ein Baguette mit überbackenem Käse fand und etwas zu trinken für eine Pause.
So gestärkt machte ich mich auf den nächsten Abschnitt. Natürlich weiterhin bergauf. 🙃 Der Höchste Punkt auf 700 Meter erreichte ich bald. Dort steht auf einem Turm eine Christusstatue. Immerhin kann man den Turm hinauf laufen bis unterhalb der Statue. Ein toller Weitblick ergab sich von dort.
Von nun an folgte ich einem Waldpfad rund zwei Kilometer und zum Abschluss nochmals einem Weg durch die Weinhügel bis ich wieder in Ammerschwihr ankam.
Am Campingplatz machte ich es mir nach dem Duschen vor dem Zelt gemütlich bei einem Kaffee und dem zweiten Schokoteil.
Zum Abendessen begab ich mich in die Altstadt. Das Le Goupil hatte mich am vorigen Abend schon angesprochen. Ich fand einen letzten freien Platz an der Bar. Für mich und Wickie völlig ausreichend. Zum Trinken gab es einen Pinot Noir Traditional (vom örtlichen Winzer) und zum Essen: Burrata asperges vertes rôties à la flamme, chorizo croustillant, zeste de citron, huile verte. Eine kleine, feine Mahlzeit. Zum Abschluss gab es einen weiteren Rotwein.
Ein Spaziergang brachte mich durch die Innenstadt und auf eine Anhöhe, von der ich die drei Ruinen des ersten Tage sehen konnte. Zurück durch die Altstadt erreichte ich den zentralen Park der Stadt. Dort war ein Fest an diesem Abend. Ein Wein und Live Musik waren eine angenehme Abendveranstaltung.
Wanderung: ~18 Kilometer, ~680 Höhenmeter
31. Mai – Bergheim – Colmar
Es war wieder sehr sonnig an diesem Morgen. Ein Abreisetag – also alles packen nach dem Frühstück. Bevor ich den Campingplatz verlies, kaufte ich noch eines dieser Schoko Croissants und zahlte den Campingaufenthalt – ganze 21 € für zwei Tage. So günstig war das schon länger nicht mehr. Gespart wurde an den Sanitäranlagen und allem anderen dennoch nicht. 👍
Ich fuhr zum nächsten Dorf, nach Bergheim. Von dort startete ich eine Wanderung durch die Weinberge und Wälder. Es gab wieder einige Burgruinen in der Ferne zu sehen. Einzig am Chateau de Reichenberg kam ich direkt vorbei.
Durch insgesamt drei Dörfer führte die Tour. Saint-Hippolyte ist eines der bekannteren davon. Dort waren dann auch gleich deutlich mehr Wanderer zu sehen.
Nach vielen Kilometern kam ich wieder zurück nach Bergheim. Das wurde auf der alten Stadtmauer zum Teil umrundet und dann ging es durch die schöne Altstadt.
Es folgte eine Fahrt nach Horbourg-Wihr zum Campingplatz Camping de I’Ill. Direkt an der Ill bekam ich einen Platz zugewiesen. Allerdings gab es gleich die Warnung zu einem Wetterumschwung. Der Hinweis, das mein Zelt für sowas gut gerüstet ist, ergab einen erstaunten Blick.
Bei sehr sonnigem und drückendem Wetter baute ich meine Zelt auf. Sicherheitshalber wurden die oberen Schlaufen an denen die Spannleinen befestigt sind um das Gestänge gewickelt, so wie Hilleberg (Zelthersteller) das vorgibt. Danach fuhr ich zu einem Parkplatz in der Nähe der Altstadt von Colmar. Die rund zwei Kilometer zu Fuß vom Campingplatz waren mir bei dem Wetter nichts.
In Colmar lief ich eine Runde durch die volle Altstadt. Sehr schön und leider sehr voll.
Während der Stadtrunde zog der Himmel langsam zu und es begann zu Donnern. Noch in gemütlichem Schritt lief ich weiter und kürzte ein wenig den Weg zum Parkplatz ab. Ganz kurz vor dem Parkplatz fing es dann an leicht zu tröpfeln. Auf dem Rückweg zum Campingplatz machte ich in einem Einkaufszentrum halt und war doch noch rechtzeitig auf dem Campingplatz und am Zelt bevor es richtig anfing zu regnen.
Eine Regenpause nutze ich um zum Sanitärgebäude zu laufen, um zu duschen. Während des Duschens wurde es wieder mehr Regen und einmal donnerte es sehr laut. Für den Rückweg hatte ich Glück, da der Regen fast ganz nachließ.
Das Abendessen war eine Pizza Diavola mit einem Bier im Restaurant des Campingplatzes. Ein kochen bei dem Wetter erschien mir nicht sehr aussichtsreich. Während ich die Pizza aß, kamen immer wieder heftige Regenschauer und manchmal sogar mit Graupel.
Auf dem Weg zum Zelt, nach dem Essen, bog ich ab um auf Toilette zu gehen. Als ich rauskam, suchte eine Gruppe im offenen Vorraum Schutz, da ihr Zelt überflutet war. Meines hingegen stand noch wie eine Eins.
Wanderung: ~13,5 Kilometer, ~290 Höhenmeter
01. Juni – Colmar – Heimreise
Am morgen wurde ich für meine Verhältnisse spät wach. Als ich mich Abends in den Schlafsack begab, regnete es nicht mehr. Ob es über Nach nochmals regnete oder stürmte kann ich nicht sagen, ich schlief gut. 😊
Es folgte wie oft das übliche Abreiseritual. Frühstücken und dann alles packen. Das Zelt war außen von oben noch naß, der Rest trocken. So wurde es in den Packsack von Gestänge und Heringen getrennt gepackt.
Erneut suchte ich den Parkplatz in der Innenstadt auf. Am Sonntag war dieser sogar kostenfrei.
Noch war wenig los in der Altstadt. Gut um das ein oder andere in Ruhe genauer betrachten zu können. Eine Pause machte ich im MaDam Café. Ein kleines Spezialitäten Café. Vor der Abreise fand ich in einer abgelegeneren Straße ein Geschäft, bei dem ich mich mit Käse, Marmelade und Senf eindeckte. Ein Brot gab es bei einem Bäcker, der auf dem Weg lag.
Den Abschluß in Colmar gab es an einer Creperie. Ein Crêpe mit zwei Käsesorten war damit mein Mittagessen.
Die Heimfahrt war wie beim letzten Besuch im Elsass leider wieder mit stockendem Verkehr verbunden. Damit brauchte ich fast 1,5 Mal so lange wie bei freier Fahrt.
Resümee
Wieder war es ein erlebnisreiches Wochenende im Elsass. Die Nähe zur Weinroute zeigte sich besonders an den vielen Weinanbaugebieten. Die Gegend werde ich mir für einen Trip für einen Herbst merken. Wenn die Weinblätter sich alle verfärben, alles in Gelb, Orange und Rot leuchtet sieht es bestimmt toll dort aus.
Colmar ist mit seiner hübschen Altstadt ein Besuch wert. Allerdings wissen das viele und so sind die Straßen und Gassen dort sehr voll. Für einen Tag geht das schon…
In der gesamten Gegend sind viele Störche zu sehen und diese werden eben sooft auf Plakaten, Bilder usw. abgebildet. Warum konnte ich nicht ganz verstehen. Liegt vielleicht daran das Störche für mich auch in größerer Anzahl völlig Normal sind.
Once a year. Einmal im Jahr bei einer Weitwanderung teilnehmen geht für mich. Dreimal an der Nordsee um die Insel Föhr, dann kam der Mammutmarsch Heidelberg und nun der Mammutmarsch Nürnberg. Wie in Heidelberg wieder die 42-Kilometer-Distanz.
09. Mai
Nach dem Mittagessen machte ich mich direkt von der Arbeit auf den Weg nach Nürnberg. Zuerst wollte ich dort zum Campingplatz. Abgesehen von einer sehr langen Baustelle auf der Autobahn verlief die Fahrt nach Nürnberg gut. In Nürnberg wäre der Campingplatz schnell erreicht. Wäre, den die Zufahrt, die das Navi vorschlug, war gesperrt. Mein Pech war, dass genau an diesem Tag ein Fußballspiel (Nürnberg gegen Köln) stattfand und das Stadion ist in der Nähe des Campingplatzes. Mit einem Umweg und der freundlichen Hilfe der Polizei kam ich zu meinem Ziel – nur halt deutlich später.
Am Campingplatz checkte ich ein und lief sofort los zum Check-in für den Mammutmarsch. Bei den 42 Km-Check-In stand keiner und so war dies schnell erledigt. Am T-Shirt-Stand war es fast genauso schnell.
Zurück am Campingplatz suchte ich mir in der vorgegebenen Zone einen Platz und baute das Zelt auf. Nachdem alles eingerichtet war, begab ich mich zu einem Italiener für das Abendessen. Beim Italiener war gerade noch ein Platz an einem zweier Tisch frei, den ich bekam. Zum Essen bestellte ich mir eine Pizza mit Steinpilzen, die es nur vorübergehend gab.
10. Mai – Mammutmarsch Nürnberg
Kurz nach halb sechs klingelte der Wecker. Die frühe Uhrzeit war bewusst, um noch zu frühstücken. Entgegen meiner ursprünglichen Idee setzte ich den Wecker erneut eine halbe Stunde später und drehte mich um. 😁
Dann aber gab es keine Alternative. Aufstehen. In den Sanitäranlagen des Campingplatzes waren noch weitere an Vorbereitungen zum Mammutmarsch. Die gut zwei Kilometer zum Startplatz legte ich zügig zurück, um warmzuwerden. Bei einer Temperatur im niedrigen, einstelligen Bereich auch wirklich nötig.
Zum Frühstück gab es am Start-/Zielplatz einen Kaffee und einen Trail-Mix (Nuss und getrocknete Früchte). Ich konnte mich auch gleich zur Startgruppe einsortieren, für die ich mich entschieden hatte (Gruppe 3, 7:00 Uhr). Beim Go war schon nach wenigen Schritten wieder Stopp. Der Weg verengte sich deutlich, um anschließend über eine schmale Brücke zu gehen. Auf der anderen Brückenseite war es etwas relaxter.
Wir liefen am Anfang in einem recht großen Pulk, der sich erst nach vielen Kilometern langsam auseinander zog. Bis zum ersten Versorgungspunkt kamen wir an größeren Teichen vorbei und durch Parkanlagen. Ein Großteil des Weges verlief durch die äußeren Ortsteile von Nürnberg.
Danach kamen wir bald aus Nürnberg und in einen Wald bis zu einem Vorort. Vor dem ersten Versorgungspunkt trennte sich schon der Weg für die, die die 30 Kilometer liefen und in dem Vorort dann, der von den 42 Kilometern, die ich lief und denen die 55 Kilometer laufen wollten. Wir liefen im Ort durch ein paar Straßen und gelangten dann in ein Naherholungsgebiet mit schönen Wegen.
So gelangten wir zum Tierpark, den wir links liegen ließen und weiter durch den Wald bis nach Nürnberg. Ein paar Straßen weiter waren wir bei Kilometer 23 am Wöhrder See angekommen, den wir Richtung Altstadt entlang liefen. Ein toller See in der Stadt mit vielen Möglichkeiten für Sport, zum Spazieren und Genießen.
In der Altstadt sind wir länger, hauptsächlich an der Stadtmauer entlang gelaufen. An einer Stelle war ich froh, in einem Pulk zu laufen. Die Personen links und rechts waren Obdachlose und Abhängige, die nicht besonders Vertrauens erweckend wirkten. Durch die Altstadt ging es dann doch noch, denn es war der Anstieg zur Burg zu erreichen und zu nehmen. Allzu lange war der steilere Anstieg nicht. Kein Vergleich zu dem in Heidelberg.
Durch die Burg nahmen wir den Weg nach unten und um die Altstadt. Am Ende dieser Runde erreichten wir wieder den Wöhrder-See. Vor und nach der Altstadt liefen wir öfter über Brücken mit tollen Blicken.
Eine Zeit lang ging es am See entlang, um dann durch einen südlich gelegenen Ortsteil zu laufen. Am Ende des Ortsteils kamen wir durch einen Wald mit Feuchtwiesen. Im Bogen kamen wir nach Osten, Richtung Messe. Ein bisschen Zickzack und wir passierten die Zeppelintribühne und für mich war es das Erreichen der 40 Kilometerstelle.
Am großen Dutzendteich entlang erreichten wir eine größere Verkehrsstraße. Diese nach Westen, dann überquert und um einen Park herum war das Ziel erreicht. 😀
Beim Zieleinlauf gab es eine Medaille, ein Armbändchen und eine Getränkemarke. Zuerst aber ging es dann zur Stempelstation, um ein paar Stempel in das Trophäenbuch zu bekommen und das Zertifikat abzuholen. Finischer!
Nur ein paar Meter weiter waren die Stände mit den Getränken. Ein alkoholfreies Radler nahm ich und suchte mir eine Bank in der Sonne.
Ein zwei Bilder und am Zieleinlauf lockte mich noch ein Coffee-Bike. Da nahm ich mir noch einen Moccachino. Während ich diesen Trank kam Melanie. Für sie war es der erste Mammutmarsch und mit 30 Kilometer ein ausreichender Anfang. Im Bereich der Altstadt kam ich mit ihr für ein paar Kilometer ins Gespräch. Da sie aus der Gegend ist, konnte sie mir während des Laufes durch die Stadt noch einiges sagen.
Am Campingplatz war dann eine Dusche fällig. Morgens nur wenige Grade über 0, waren es Nachmittags 19 Grad und die ganze Zeit strahlte die Sonne kräftig.
Zum Essen wollte ich in ein Lokal in einer Kleingartenanlage. Vor Ort stellte sich heraus, dass diese Lokalität nur Bargeld akzeptiert. Davon hatte ich nur viel zu wenig dabei. Also weiter zum nächstbesten Lokal – ein Italiener. Dabei lief ich einen Teil der Mammutmarschstrecke zurück. Ich wurde sogar von einer wieder erkannt, die noch unterwegs war und beglückwünscht für das Ankommen.
Beim Italiener gab es was Leckeres zum Essen und Trinken. Drei, die ebenfalls beim Mammutmarsch teilnahmen, kamen auch dort hin. Bevor ich ging, unterhielt ich mich kurz mit ihnen. Auf dem Rückweg (3,5 Kilometer) unterhielt ich mich mit zweien, die noch auf ihrer 55 Kilometerrunde waren. Am Fußballstadion trennten sich unsere Wege.
Meinen Rekord an Schritten hatte ich mit fast 60.000 beim Ankommen am Zelt schon erreicht. Um die 60.000 voll zu bekommen, lief ich noch die restlichen 150 Schritte auf dem Campingplatz.
Wanderung: 42 Kilometer, ~300 Höhenmeter
11. Mai – Altstadt
Meine Nachbarn waren schon am Zusammenpacken, als ich aus dem Zelt kroch. Sie kamen am Abend mit ihren Rädern an und machten sich nun bereit für den Rückweg in das Taubertal. 140 Kilometer nach Nürnberg radeln, dort übernachten und wieder zurück – so kann ein Wochenende auch aussehen.
Sie baten um ein Gruppenbild, während ich vor dem Zelt bei der Zubereitung meines Frühstücks war. Klar bekamen sie dieses. Ich frühstückte gemütlich in der Morgensonne, um anschließend alles zusammenzupacken.
Svarta parkte ich danach so nah am Volksfestplatz auf der Große Straße wie es an diesem Morgen möglich war. Zu Fuß machte ich mich auf in die Altstadt. Der Mammutmarsch ging zwar um die Altstadt und teils auch durch diese, alles gesehen hatte von der Altstadt dabei natürlich nicht. Dies wollte ich an diesem Tag nachholen.
Der erste Anlaufpunkt war ein Viertel südlich des Bahnhofs. Markiert in der Karte als gut frequentierte Gegend, war dies an einem Sonntagmorgen nicht so. Zusätzlich war der zentrale Platz hinter einem Bauzaun.
Durch eine Unterführung unter den Bahngleisen kam ich dann in die eigentliche Altstadt. Hier lief ich kreuz und quer, je nachdem was ich erblickte. Dabei sah ich mir den Handwerkerhof mit seinen kleinen Häusern an, der am größten der Stadtmauertürme liegt. Im Tourist Center erfuhr ich, dass die Türme der Stadtmauer bis auf einen alle nicht begehbar sind. Schade, gerade dort wäre es interessant gewesen.
Durch die Altstadt gelangte ich zum bekanntesten Platz der Stadt, den dort ist im Winter der Christkindlmarkt. Nur ein paar vereinzelte Stände waren dort und in den Gassen darum. Am Tag zuvor war Markt gewesen und dies noch der Rest, der Stand.
Was am Vortag ebenso wenig besichtigt wurde, war die Burg, zu der ich mich dann begab. Die Burg, überragt die gesamte Stadt, da sie auf dem höchsten Hügel steht. Einen weiten Blick über die Stadt hat man von hier.
Zickzack lief ich weiter durch die Altstadt. Am Bahnhof nahm ich die Tram zum Doku-Zentrum und war damit nicht weit vom Volksfestplatz entfernt. Will heißen Svarta war bald erreicht.
Die Fahrt nach Hause an diesem Sonntag verlief ruhig.
Spaziergang: ~12,5 Kilometer
Resümee
Durch den Mammutmarsch hatte ich den Eindruck, dass Nürnberg sehr viele Seen und sehr viel Grün zu bieten hat. Das relativierte sich bei der Altstadttour am Sonntag. Nur um die Stadtmauer und an der Pegnitz war es grün. D. h. auf der anderen Seite, dass die Streckenführung des Mammutmarsches sehr gut gelungen war.
Das große Gebiet mit der Große Straße, dem Volksfestplatz, der Zeppelinhaupttribühne, und den Seen und Parks ist historisch sehr eng mit dem Dritten Reich verbunden. Dort war das Reichsparteitagsgelände und die Große Straße die zentrale Achse. Deutlich wird das durch die vielen Infotafeln, die über die Geschichte aufklären. Wenn man den geschichtlichen Hintergrund nicht beachtet, ist es ein tolles Gebiet für die Naherholung, das dort entstanden ist.
Von Melli bekam ich die Info, das Straßburg toll sei und ich doch auch mal dorthin sollte. Die Stadt alleine wäre mir nichts, in einer Kombination mit Wandern und Stadtbesichtigung an einem verlängerten Wochenende könnte schon eher Meins sein.
Da bot sich in 2025 der 1. Mai mit einem Donnerstag gut als Einstieg an.
01. Mai
Die Fahrt in den Elsass war entspannt. Gar nicht so viel Verkehr und gar kein Stau. Mit einer kurzen Pause kam ich vor Mittag in Saverne an. Außerhalb des Ortes erreichte ich das Chateau du Haut-Barr. Eine Burgruine auf und an Sandsteinfelsen.
An diesem Tag war dort eine Ausstellung und zudem noch ein Imbissverkauf. Zuerst erkundete ich die Ruine, die sich über mehrere Felsen erstreckt. Begehbar ist jedoch nur ein Teil davon. Zudem geht es auf den oberen Teil immer über Metalltreppen am Fels entlang. Leichtes Entdeckerfeeling. 😀
Nun war es kurz vor Mittag und ich hatte Hunger. Also ab zum Imbiss und erst einmal grübel, was es gibt und wie ich etwas bestellen kann. Eine Cola und Merguez in einem Baguetteteil mit scharfem Senf wurde es. Bei der Bestellung stellte sich am Ende heraus, das ich diese auch in Deutsch hätte vornehmen können. Mit dem Senf hatte die andere Person etwas Probleme mir die Unterschiede mit zu teilen, da sie kein Deutsch und nur marginal Englisch konnte – ich wiederum kein Französisch. Spicy hatte sie dann zum Glück verstanden. Neue Erkenntnis war dann noch, das Coca in Frankreich eine Cola ist und Cola nur mit verständnislosem Ausdruck beantwortete wird. In Peru hätte ich bei Coca was anderes bekommen. 😂
Die Wanderung war als Burgentour beschrieben. Es als Ruinentour auszuweisen wäre wohl richtiger. Von der Ruine Haut-Barr lief ich über den Parkplatz zum Einstieg und war wenige Meter danach schon am alten Telegraphenturm. Ein nicht allzu hoher Sandsteinturm, der leider nicht besichtigt werden konnte. Weiter kam ich dann zum Chateau Grand Gerolseck. Dort waren Ritter und Mittelalterstände sowie ein Imbiss in der Ruine verteilt. Aber nicht nur das, sondern ganz viele Menschen, die ihre Decken ausgebreitet hatten und picknickten. Ein geselliges Treiben.
Die nächste Ruine war die Petit-Gerolseck. Eine kleinere Ruine. Es folgte ein längeres Stück bis zu Le Brotschberg. Eine Lichtung mit einem Aussichtsturm von 16 Metern Höhe, der über die Steinwendeltreppe selbstverständlich erklommen wurde. Ein schöner Ausblick bot sich auf die Lichtung auf der der Turm steht, den Wald und sogar weit darüber hinaus.
Wieder ein längeres Stück brachte mit zur Grotte du Brotsch. Diese erreichte ich oberhalb und musste daher den Wanderweg in Serpentinen nach unten laufen. Die offene Höhle und der Fels darum sind eine beliebte Kletterlokation. Daher war an diesem sonnigen Tag dort einiges los.
Langsam führte der Weg weiter nach unten zu einem Schäferplatz. Dieser entpuppte sich als Lichtung mit einem Gebäude. Hier gab es nichts wirklich interessantes. Daher lief ich direkt weiter. Ein Pfad an einem Hang im Wald brachte mich langsam nach oben. Oben, folgte ich dem Wanderweg so um die Burgruinen Petit-Gerolseck und Grande Gerolseck, das es kaum einen Höhenunterschied gab. Im Gegensatz zum Beginn der Tour. Jede Ruine und auch de Aussichtsturm waren auf einem Hügel und immer ging es dazu hoch.
Am Ausgangspunkt angekommen lief ich wieder zu dem Imbiss. Einen Kaffee und ein Stück Kuchen bestellte ich – diesmal in Deutsch, da ich ja nun wusste das ich verstanden werde.
Zufrieden mit dem bisherigen Tag machte ich mich auf zum Campingplatz in Dossenheim – Camping Au Pays de Hanau. Gelegen am Ortsrand von Dossenheim ist es dort sehr ruhig. Die Anmeldung machte kurz vor 16:00 Uhr auf. Ein Pärchen wartete bereits und nach mir kam auch noch jemand. All zu lange mussten wir nicht warten. Die Rezeption öffnete früher. Das Pärchen und ich hatten unsere Anmeldung schnell erledigt und sind nacheinander zum Bereich für die Zelte.
Während des Zeltaufbaus wurde ich von meiner Nachbarin (dem Pärchen) mit einem Bier begrüßt. Nachdem ich das Zelt aufgebaut und alles eingerichtet hatte gesellte ich mich zu Ihnen. Bei einem Bier unterhielten wir uns darüber wie bzw. warum wir hier waren. Für mich war es ein verlängertes Wochenende für die Beiden ein Halt am Anfang einer mehrmonatigen Fahrradtour, die bis in die Türkei gehen soll.
Wanderung: 9,6 Kilometer, ~360 Höhenmeter
02. Mai
Die Fahrt nach La Petite-Pierre war spaßig. Eine kleine, kurvenreiche Straßen – wie gemacht für Svarta. 😀
Für diesen Tag stand eine längere Wanderung an. Vom Parkplatz vor der Altstadt und der Burg Lützelstein lief ich in entgegengesetzte Richtung. Durch eine schmale Gasse kam ich auf einen Wirtschaftsweg an vielen Gärten vorbei.
Der Weg ging in einen schönen Wanderpfad im Wald über. Hoch, eher runter kam ich zum Rabenfelsen mit einer freien Sicht über das bewaldete Tal. In Serpentinen ging es bergab und noch länger den weiteren Pfad bergab bis nach Kohltal. Kurz vorher gab es nochmals Serpentinen bevor es für ein kurzes Stück auf einem schmalen Pfad neben der Straße entlang ging.
Nicht all zu lange später bog ich nach rechts, vorbei an einem großen Teich. Nach den Teichen ging es wieder in den Wald auf einen Pfad. Vom Startpunkt ging es leicht bergauf, dann gut 140 Höhenmeter nach unten und nun zum nächsten Hügel wieder gut 140 Höhenmeter nach oben, nur um dann gut 150 Höhenmeter wieder runter zu laufen. Allerdings das alles auf einem schönen Wanderpfad bis ich das Rehbachtal erreichte. Von dort folgte ich der einfachen Straße dem Tal entlang bis nach Graufthal, das ungefähr fünf Minuten später erreicht wurde.
In Graufthal lief ich direkt zu den Felsenhäusern, da diese über Mittag nicht zugänglich sind und ich doch hineinschauen wollte. Von vorne sehen die Gebäude fast wie normale (alte) Häuser am Berg aus. Jedoch ist nur die Vorderseite und ein Teil des Daches ein normales Haus. Gebaut in einen Felsüberhang ist der Rest eben genau dies – Fels. Daher sind die Räume reichlich uneben. Da es Sandstein ist, ist es in den Häusern, die Restauriert und als Museum zugänglich sind leicht feucht. Kaum zu glauben, das die letzte Bewohnerin ihr ganzes Leben bis zu ihrem Tod 1958 dort ohne Strom und fliesendem Wasser verbrachte.
Im Ort fand ich ein Café an der Hauptstraße und dort eine leckere Süßigkeit sowie einen Cappuccino.
Zurück zum Startpunkt folgte ich dem Wirtschaftsweg durch zwei Täler. Anfangs kam ich dabei an vielen Fischteichen vorbei. Diese gehörten wohl einem Angelverein und sehr vielen Privatleuten. Oft mit einer Hütte oder einem kleinen Haus auf dem Grundstück.
Nur die ungefähr letzten drei Kilometer waren dann wider fast komplett auf einem Wanderpfad. Dort wo der Wanderpfad beginnt, beginnt der Weg wieder deutlich anzusteigen um zur Burg zu gelangen.
Vor der Burg, die ich von hinten erreichte, folgte ich der Ausschilderung zu einer Zisterne. Ganz nett aber soviel sieht man dort ohne richtig gute Beleuchtung außer dem Loch nach oben zur Altstadt nicht.
Ergo wieder zurück und über einen Zugang zur Altstadt. Heraus kam ich neben dem Zugang zur Burg. Dort gab es im Hof und einem kleinen hübschen Garten nicht viel zu sehen. Ein Laden mit Infos und allerlei Waren gab es noch um sich kundig zu machen bzw. regionale Produkte zu erwerben.
Durch die Altstadt mit ihrer Handvoll an Straßen kam ich wieder auf den Parkplatz und zu Svarta.
Ohne Rucksack lief ich zu einem Stand mit Eis 😀 am Rand des Parkplatzes. Eine Waffel mit je einer Kugel Zitronen- und Himbeereis wurden es. Bis hierher war ich ungefähr 18 Kilometer gelaufen, da geht auf alle Fälle ein Eis. 😊
Über die selbe spaßige Straße kam ich zurück zum Campingplatz.
Nach einer ausgiebigen Dusche, es war schon ganz schön heiß unterwegs gewesen, machte ich es mir auf einer Decke vor dem Zelt gemütlich. Im Café in Graufthal hatte ich eine Art Rosinenbrötchen in Gugelhupfform gekauft und dies nun mit einem Kaffee genossen.
Vor dem Abendessen erfolgte ein kurzer Spaziergang im Dorf.
Nach dem Abendessen holte ich mir an der Bar des Campingplatzes ein Bier. Da nicht viel los war, bekam ich es ausnahmsweise im Glas. Sonst gibt es das nur in der Flasche, wenn man es zum Zelt mitnehmen möchte. Weit kam ich nur nicht. Mit ein paar Einheimischen, die an einem Tisch vor der Bar saßen kam ich ins Gespräch und erst ein Dreiviertel Glas später bin ich zum Zelt. Vor dem Schlafen brachte ich natürlich das Glas zurück.
Wanderung: ~18,5 Kilometer, ~650 Höhenmeter
03. Mai – Strasbourg / Straßburg
Beim Aufwachen am frühen morgen regnete es. Also umgedreht und weitergeschlafen. Eine Stunde später wurde ich wieder wach und es regnete immer noch. Daher packte ich alles notwendige für das Frühstück und begab mich vor die Rezeption und Bar. Dort ist ein großer überdachter Bereich mit reichlich Tischen und Bänken. Während meines Frühstücks kam zum einen mein Campingnachbar um Brot, Butter und Marmelade für das Frühstück zu holen. Ein anderer Niederländer kam später, um ebenfalls im überdachten Bereich zu frühstücken. Er erzählte das er die Hügellandschaft des Elsass mit dem Rad auf Gravelwegen überqueren möchte – rund 500 Kilometer.
Während des Frühstücks hörte der Regen auf. So musste ich wenigsten beim Zusammenpacken nicht im Regen hin und her laufen. Das Zelt wurde zwangsweise nass zusammengepackt.
Es folgte ein Fahrt nach Straßburg. Der dortige Campingplatz war leider komplett belegt. So musste ich mir ad hoc eine andere Unterkunft suchen. Das Logis Hôtel Restaurant Au Cerf d’Or wurde es. Somit musste ich noch ein paar Kilometer durch Straßburg fahren. Die gebührenpflichtigen Parkplätze vor dem Hotel waren mir zu teuer (35€ für 3 Stunden). Zwei Straßen weiter fand ich ein akzeptables Parkhaus.
Von dort machte ich mich zu Fuß in die Innenstadt. Im Grunde war ich nach fünf Minuten schon im Trubel. Sehr viele Touristen und zusätzlich war noch Trödelmarkt. Um mich zu orientieren und an den Trubel zu gewöhnen suchte ich das erste Café auf, das ich sah. Einen Cappuccino mit einem Croissant bestellte ich.
Quer durch die ganzen Straßen, Gassen und Wege am Fluss entlang verbrachte ich viel Zeit in der Stadt. Dabei sah ich verteilt reichlich alte Gebäude, Kirchen und besonders die Kathedrale Notre Dame de Strasbourg, welche über 200 Jahre lang das höchste Gebäude (147 Meter) der Menschheit war. Zwischendurch legte ich bei der Brasserie Bar Le Cintra eine Mittagspause ein. Galettes (zwei Kartoffelpfannkuchen) mit Räucherlachs und Salat war das Mittagessen.
Unterwegs sah ich viele Patisserien. Sind wohl sehr für das leckere Süße die Elsässer. 😊
Am späteren Nachmittag steuerte ich das Hotel an. Dort konnte ich direkt einchecken. Auf dem Zimmer machte ich es mir gemütlich, war mir die Sonne am Nachmittag mit der drückenden Hitze doch etwas zu viel.
Nochmals machte ich mich auf, um die Innenstadt zu erkunden, Das Ende dieser zweiten, kleineren Runde war das Parkhaus. Svarta parkte ich dann fast gegenüber dem Hotel. Die Parkplätze dort sind ab 19:00 Uhr kostenfrei und Sonntags den ganzen Tag.
Wieder im Hotel begab ich mich später in das Restaurant des Hotels. Ein bequemer, kurzer Weg. Das Restaurant ist gut bewertet und das bewahrheitete sich dann. Eine Terrine de Baeckeoffe mit salade verte bestellte ich. Aus der Küche gab es zuvor ein kleines Stück Lachs als Gruß, bevor der Eintopf kam. Dieser kam in einem eigenen Topf und die erste Portion wurde mir am Tisch aus dem Topf auf den Teller gereicht. Ein Kartoffeleintopf mit Karotte und Fleischstücken von drei verschiedenen Tieren. Ein typisches Gericht für den Elsass. Im Nachtischmagen war danach noch Platz für einen Rhabarberkuchen mit Baiser. 😀
So voll konnte ich nicht direkt ins Bett, sondern machte mich auf zu einem weiteren Spaziergang. Diesmal im Dunkeln. Einige Bereiche waren schön beleuchtet. Im Hintergrund waren immer wieder Blitze zu sehen, die den Nachthimmel erhellten. Erst als diese gefühlt fast über mir waren machte ich mich auf zum Hotel. Vorher erreichte ich erneut die Kathedrale. Dieses Mal schön beleuchtet. Ein Bild und dann ging auch schon die Beleuchtung aus. Um 22:00 Uhr, wie bereits Mittags um 12:00 Uhr läuteten die Glocken der Kathedrale sehr lange.
Kaum im Hotel gab es einen kleinen Weltuntergang in Form von starkem Regen. Dieser war jedoch nicht von lange Dauer. Zumindest soweit ich es mitbekommen habe bis ich einschlief.
Spaziergänge: ~18,5 Kilometer
04. Mai
Die zwei Fenster des Hotelzimmers zeigten in einen kleinen Innenhof. Da es Abends nicht in das Zimmer regnete lies ich das eine Fenster über Nacht leicht offen. Rein regnete es zwar nicht, aber am Morgen hörte ich beim Wachwerden das Plätschern von Regen. Bis zum Frühstück war noch sehr viel Zeit. Daher drehte ich mich noch einmal um. Kurz nach 7:00 Uhr wurde ich erneut wach. Diesmal stand ich auf. Neben den üblichen Aktionen morgens kam noch das Packen der Tasche. Dann war ich gespannt, was das Frühstücksbuffet so zu bieten hat. Es hatte reichlich zu bieten. 😀 Was für mich neu war, waren die Eier, die roh in einem Glas aufgeschichtet waren. Es gab Halterungen, mit denen man dann ein Ei in einen Behälter mit kochendem Wasser stecken konnte. Frischer geht ein gekochtes Ei bei einem Buffet nicht.
Beim Frühstück lies ich mir Zeit, es regnete ja noch leicht.
Nach dem Check-Out unternahm ich erneut einen Spaziergang. Mit Regenschirm! So langsam lies der Regen nach. Damit konnte der Regenschirm wieder weg. Die Regenjacke genügte für den Spaziergang. Ungefähr eine Stunde war ich unterwegs. Vom Hotel zum Petite France (die Inselgruppe im Westen, wo früher die Gerber waren) und in einem Bogen zurück.
In der Nähe des Hotels kaufte ich in einer Bäckerei ein kleines Brot und eine kleinere Leckerei (Mürbeteig mit Vanillepudding gefüllt) für Zuhause.
Die Fahrt nach Hause war leicht nervig. Durch den leichten Nieselregen trauten sich viele nicht die Spur zu wechseln und selbst links war oft weniger wie 100 Km/h möglich. Damit dauerte die Fahrt länger und war anstrengender da immer wieder gebremst wurde.
Am frühen Nachmittag war ich Zuhause. Es war trocken und sollte nicht mehr regnen. Daher konnte ich das Zelt im Garten aufbauen und trocknen lassen.
Resümee
Die Wanderungen haben mir gut gefallen. Der Elsass oberhalb von Straßburg ist auf alle Fälle toll. Selbst das Pärchen hat auf ihrer langen Radtour (sie wollen von den Niederlanden bis in die Türkei) einen ungeplanten längeren Aufenthalt eingelegt.
Straßburg selbst kann in ein zwei Tagen besichtigt werden – je nachdem ob noch die Orangerie, Museen oder Sonstiges eingeplant werden.
Was auffällt, sind viele deutsche Bezeichnungen von Straßen, Orten, Burgen usw. Kein Wunder, war die Gegen doch in früheren Zeiten ein Teil Deutschlands. Daher können auch heute noch viele dort Deutsch und das machte es mir ohne Französischkenntnisse leichter.
Die Gegend unterhalb von Straßburg und Colmar könnte ich mir für einen weiteren Trip gut vorstellen.
Sechs Jahre zuvor war ich bereits auf einem Trekking in Nepal unterwegs gewesen. Damals war es im Solo Khumbu ein Trekking zum Ama Dablam Base Camp. Dies ist eine Region östlich von Kathmandu und ich konnte damals mehrmals den Mount Everest sehen. Für diese Tour ist es ein Trekking in Mustang, was westlich von Kathmandu liegt.
Mustang ein altes Königreich, das im 18ten Jahrhundert von Nepal annektiert wurde und 2008 seinen bis dahin autonomen Status verlor. Es ist touristisch deutlich weniger erschlossen wie der Solo Khumbu, was auch an dem deutlich höheren Permit Preis ($500) liegt. Es gibt Trekkings von Jomsom bis Lo Manthang in leicht abgewandelten Routen und auf der Annapurna Umrundung wird Mustang gestreift. Durch die geringere Erschließung sind die Lodges einfacher gestaltet und ein Schlafsack ist mitzuführen.
Im Gegensatz zum Solo Khumbu, in dem es ab Lukla nur Fußwege gibt, wird seit mehreren Jahren in Mustang eine Straße von Tibet bis Pokhara gebaut bzw. ausgebaut. Damit wird sich vermutlich der Tourismus dort verändern. Somit war es mir wichtig, diese Reise zu unternehmen, bevor die Straße vollständig ausgebaut ist und sich die Region umfassend wandelt. Meine Fitness war ein weiterer Ausschlag gebender Punkt für die Reise zu diesem Zeitpunkt, den beim Trekking sind mehrmals deutlich Höhenunterschiede zu bewältigen in einer Höhe zwischen 2800 und 4250 Metern.
Wie bei den bisherigen Nepal Besuchen wurde zuvor das Visum schon in Deutschland beantragt, um die Einreise einfach zu gestalten. Entgegen meiner üblichen Art, musste ich dieses Mal eine größere Geldmenge in Bar mitnehmen, den das Permit in Mustang ist vor Ort in Bar zu entrichten.
Beim Reiseveranstalter bat ich die Flugdaten so früh wie möglich zu erhalten, was zugesagt wurde, um Sitzplätze mit mehr Beinfreiheit zu buchen. Diese Option bietet Qatar Airlines, mit denen ich auf dieser Reise zum ersten Mal unterwegs war.
Februar 2025
Für eine relaxtere Einreise wollte ich wieder das Visum für Nepal vorab erhalten. Die Adresse des Honorargeneralkonsulats in Dreieich hatte ich noch von vorhergehenden Reisen nach Bhutan (über Nepal) und Nepal selbst. Wie sich dann herausstellte, existiert das Büro nicht mehr.
War wohl nix mit relaxt einreisen. 🤔 Aber siehe da, für Nepal gibt es mittlerweile eine ETA – eine Electronic Travel Authorisation. Diese möchte jedoch u.a. die Adresse einer Unterkunft. Eine Nachfrage beim Reiseanbieter wurde mit einem Textbaustein beantwortet, und zwar mit der Angabe, dass es alles kurz vor Reiseantritt gibt. 😕 Eine kurze Recherche brachte hervor, dass es sehr wahrscheinlich das Kathmandu View Hotel sein wird. Keine Ahnung, was daran weh tut, diese Info vorab bekannt zu geben. Sicherheitshalber warte ich dann doch lieber bis März.
März 2025
Am 6. März bekam ich die Reiseunterlagen. Somit konnte ich Abends bei Qatar Airways direkt Sitzplätze mit mehr Beinfreiheit buchen. Das ging unkompliziert und kostete ~400€ für die vier Flüge von Frankfurt über Doha nach Kathmandu und zurück.
Ich entschied mich dazu, das Visum vorab zu beantragen und brachte die nötigen Unterlagen am nächsten Tag zu einem Visumdienst, der nur rund 10 Minuten von meinem Arbeitsplatz entfernt ist.
Ach ja, in den Unterlagen des Reiseanbieters standen nun die zwei Hotels mit Namen. Das Kathmandu View Hotel Thamel und in Pokhara das Paradise Boutique Hotel. So wie schon vermutet. Zu den Trekkingtagen stand nur „Übernachtung in einfacher Berghütte“. Hier ist es somit offen. Es gab zwar den Hinweis, dass nicht alle Berghütten Einzelzimmer haben, auf der anderen Seite sind von den max. neun Personen für die Tour nur sechs angemeldet.
Etwas irritierend ist der Hinweis in den Unterlagen zu den Gebühren. Am Anfang des Dokumentes steht, dass alle Permits im Reisepreis inkludiert sind. Ein paar Seiten weiter wird erwähnt, dass man das Permit für Mustang in Bar dabei haben muss.
Gepackt wurde alles so für die Reise, dass ich frische Kleidung und bequeme Trailrunningschuhe in einem Beutel im Hotel in Pokhara für die letzten Tage lassen kann. Je nach Definition könnte ich zwischen 15 kg und 30 kg Gepäck dabei haben. Der internationale Flug ist mit 30 kg angegeben und die Flüge in Nepal mit nur 15 kg. Wobei dort Zusatzgewicht mit 1€ bis 2€ pro Kg kosten und damit eigentlich vernachlässigbar ist. Am Ende ist es das Gewicht während des Trekkings. Die Träger tragen zwei Taschen und die eigene sollte nur bis zu 15 kg wiegen. Es würde darauf geachtet, zum Wohl der Träger. Warum engagiert man dann nicht einen Träger mit Lastentieren? (War damals im Solo Khumbu so über einen anderen Reiseveranstalter).
21. März 2025
An diesem Freitag Nachmittag erledigte ich den Online-Checkin. Dabei wurden Upgrades angeboten, von denen ich das Zweite annahm und damit von Doha nach Kathmandu in der Business Class fliegen werde.
22. März 2025 – Anreise
Der Checkin ging direkt beim Ankommen im Terminal 2 am Frankfurter Flughafen. Das war fast drei Stunden vor Abflug und ohne mich anstellen zu müssen. So relaxt hatte ich es noch nie.
Das Boarden war entspannt und funktionierte tatsächlich nach Sektionen. Der Flieger, eine Boing 787, war gefühlt nur zu einem Drittel gefüllt. Dadurch hatte ich in der ersten Reihe drei Sitze zur Verfügung. 😀 Da es so leer war, konnte ich mich in der zweiten Reihe über die drei Sitze zum Schlafen legen, den der Flug war über Nacht.
23. März 2025 – Anreise
In Doha landet der Flieger pünktlich. 2 Uhr nach deutscher Zeit und 4 Uhr lokale Zeit. Somit hatte ich vier Stunden bis zum Anschlußflug. Im Flughafen von Doha gibt es einen großen Bereich mit Geschäften, Restaurants und Cafés. So schlenderte ich dort umher und gönnte mir zwischendurch einen Kaffee. Dazu hatte ich wieder einmal meine Hydro Flask in passender Größe dabei um Müll zu vermeiden.
Der Weiterflug von Doha nach Kathmandu war in der Business Class eines Airbus A330. Sehr gemütlich und reichlich Platz. Zur Begrüßung entschied ich mich für einen Cranberrie Saft. Kurz nachdem ich den Saft bekam konnte ich mir das Mittagessen zusammenstellen. Starter: Classic Arabic Mezze with pita bread (Humus, baba ghanoush and tabouleh) – Main Course: Pan-seared sea bass with lemon caper cream (garlic mashed potatoes and sautéed vegetables – Sweet Finale: Kaju Kathi and white chocolate mousse.
Bevor es dann wirklich losging gab es noch eine leckere Dattel und einen kleinen arabischen Kaffee.
Das Mittagessen mit Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch war mehr wie ausreichend. 🙂
In Kathmandu angekommen ging es direkt zur Passkontrolle. Die Formalität war schnell erledigt. Dafür kam dann vor der Gepäckausgabe noch eine Sicherheitskontrolle. Alles in eine Schale und die Trekkingstiefel musste ich sogar ausziehen. Warum der Aufwand, wenn ich eh jedesmal zur Einzelprüfung darf … ?
Das Gepäck kam nach einigen Minuten und so lange musste ich nicht auf meine Tasche warten. Auf dem Weg zum Ausgang tauschte ich ein paar Euros in nepalesische Rupien. Am Ausgang selbst warteten viele Guides; nur meiner war nicht zu sehen. Letzten Endes fand ich ihn doch. Eine weitere Person aus der Gruppe fand sich noch und so wurden wir zum Hotel gefahren. Die anderen waren bereits mit anderen Flügen vorher angereist.
Nach dem Checkin im Hotel hatten wir nicht viel Zeit bis zum gemeinsam Abendessen und kennenlernen. Es gab Deal Bat, das nepalesische Nationalessen. Am Ende gaben wir unserem Guide unsere Pässe und das Geld für das Permit (505€), damit wir offiziell nach Mustang dürfen.
So spät war es noch nicht am Abend. Ich unternahm einen Spaziergang durch Thamel für knapp eine Stunde. Ein paar Orte erkannte ich wieder, die ich bereits beim letzten Mal in Nepal am Tag gesehen hatte. Kurz vor 22:00 Uhr war ich wieder im Hotel. Ab 22:00 Uhr wird die Pforte geschlossen.
Ich packte vor dem Duschen noch um. Ein Beutel mit Wäsche sollte in Kathmandu bleiben. Die Dusche war erfrischend, da es nur noch kaltes Wasser gab.
24. März 2025 – weiter nach Pokhara
Deutlich vor den Frühstück wurde ich wach. Kein Wunder, hatte ich doch während der Flüge viel geschlafen. Das Frühstück war ausreichend und danach noch genug Zeit um die letzten Sachen zu packen.
Mit einem kleinen Bus fuhren wir nach Pokhara. Bis zur Stadtgrenze fuhren wir ein wenig Bergauf, über eine Naturpiste anschließend lange durch mehrere Täler bergab. Wo Platz war in den Tälern wurde Buchweizen oder Gemüse angebaut. Die Straße war manchmal gut, oft mäßig und immer wieder ging es über staubige Naturpisten.
Vormittags machten wir einen Stopp, bei dem die Beine vertreten werden konnten und einen Kaffee gab es dort. Zur Mittagszeit erreichten wir Santas Restaurant. Unscheinbar von der Straße, bot sich im hinteren Bereich im Freien ein ruhiger Platz im Grünen oberhal eines Flusses.
Kurz danach konnten wir auf der Fahrt die ersten größeren Berge erkennen, der Manaslu war dabei der erste 8000’er des Urlaubes. Später sogar ein paar der Annapurnagipfel. So langsam ging es wieder nach oben. Bei über 1300 M fuhren wir los, waren dann sogar unter 200 Höhenmeter und in Pokhara wieder auf ~750 M. Wir kamen letztlich gut durch und waren damit früher wie angekündigt in Pokhara. Nach der Begrüßung wurde das Zimmer, das Top Appartement, ganz oben im fünften Stock bezogen. Zuerst packte ich alles, was nicht zum Trekking mit sollte in einen Beutel, der im Hotel blieb.
Ein freier Restmittag wurde mit einem Spaziergang am See verbracht. Zwischendurch tranken wir etwas beim Coffee de Himalayas. Wir saßen direkt vor der Rösterei, die hinter Glas zu sehen ist. Ich entschied mich für einen Caramell Macchiato. 😀
Gleich nebenan fanden sich zwei Seifen (Rose und Safran) für mich. 🙃
Weiter durch Straßen und kleinste Wege gelangten wir zu einer Uferpromenade. Dort war einiges los. Auf dem Weg zum Ufer kamen wir am Utopia Garden vorbei. Das sah uns einladend aus und daher kehrten wir später zum Abendessen dorthin zurück. Ein leckeres Utopia Garden Special Paneer mit Naarnbrot und ein Apple Cider gab es für mich.
Nach der staubigen Fahrt und dem warmen Wetter duschte ich noch. Wieder kalt, da es spät war und kein warmes Wasser im Behälter auf den Dach war.
Eine kleine Darstellung der Unterkünfte während des Trekkings….
Trekking
Die Lodges während des Trekkings waren einfach. Für sechs Personen fanden sich immer genug Einzelzimmer und meist mit Bad. Bad bedeutet, es gab zumindest eine Dusche. Duschen hieß jedoch immer das gesamte Bad unter Wasser zu setzen und je nach Uhrzeit mehr oder weniger warmes Wasser. Je früher geduscht werden konnte, desto heißer war das Wasser. Sobald das (warme) Wasser abgedreht wurde, wurde es jedoch schnell kühl. Abtrocknen ging daher sehr zügig. 😅
Frühstück, Mittag- und Abendessen waren stets ausreichend. Nachmittags konnten wir uns aus der Speisekarte das Abendessen aussuchen und Abends dann das Frühstück. Preislich wurden wir dabei nicht eingeschränkt. 👍
Die Tagestouren waren bis auf die letzte mit einer Grundausdauer gut machbar. Die letzte Tour jedoch forderte nochmal alles. Ab Herbst 2025 soll der letzte Trekkingtag gekürzt und vereinfacht werden. Körperliche sicher gut, auf der Strecke die wir gelaufen waren, gab es auf der anderen Seite immer tolle Aussichten. Lt. unserem Guide waren wir die erste Gruppe, die komplett den letzten Tag bewältigt hatte.
Im Gegensatz zur Reisebeschreibung kamen keine Träger für das Gepäck zum Einsatz, sondern drei Pferde. Die Pferde waren in einem guten Zustand und wurden von ihrem Besitzer gut gepflegt.
Das Höhenprofile für das Gesamttrekking.
Gesamtstrecke: 162 Kilometer Aufsteigende Höhenmeter: 6.988 m Absteigende Höhenmeter: 6.776 m
Unterkünfte während des Trekkings
Lupra – Dakar Lodge
Muktinath – Himalayan Paradise
Chhuksang – Bhrikuti Guest House
Samar – Himali Hotel
Syangboche – Hotel Dhaulagiri
Dhakmar – KC Lo Dakmar Hotel
Lomanthang – Potala Hotel
Yara – Saribung Guest House
Tangge – Shambala Hotel
Tatopani – Hotel Himalaya & Restaurant
07. April 2025 – Chhusang- Tatopani
Am frühen Tag unternahm ich einen Spaziergang im Dorf.
Nach dem Frühstück war schon unser Fahrer mit dem Geländewagen da. Nachdem das Gepäck auf dem Dachträger befestigt wurde ging es los.
Die „Straßen“ waren mal (miserable) Schotterpisten, mal (gute) asphaltierte Straßen. Immer schön im Wechsel.
Unseren ersten Stopp machten wir in Kagbeni nach einer kurzen Fahrt. Kagbeni ist ein Dorf mit vielen bewirtschafteten Felder darum. Somit für uns eine neue Sicht – grün! Das Besondere ist der Zusammenfluss des Gandhaki (aus Muktinath) in den Kali Gandaki und die religiöse Definition des Hinduismus dazu. So trifft sich hier der Buddhismus aus den Bergen und der Hinduismus.
Im Dorf gibt es einige Baustellen, da in einem Vorjahr durch eine Überschwemmung viele Gebäude beschädigt wurden. Der dennoch bestehende dörfliche Charakter entsteht durch eine Menge alter Gebäude und das dazwischen immer wieder eingemauerte Flächen zur Kuhhaltung existieren.
Nur wenige Minuten Autofahrt nach Kagbeni kamen wir am Startpunkt des Trekkings vorbei und bald darauf erreichten wir Jomsom. Dort gab es ein frühes Mittagessen (Momos). Zu Fuß liefen wir in den zum Flughafen gehörenden Teil von Jomsom. Dabei wehte ein ordentlicher Wind und zwischen den Ortsteilen war es sehr staubig. 😕
Dafür gab es dann im Oms einen sehr leckeren Kaffee und einen warmen Schoko-Croissant.
Am Oms wurden wir abgeholt und nach Marpha gefahren. Eine sehr kurze Fahrt, da es schon der nächste Ort war. Marpha ist in Nepal sehr bekannt für seine Äpfel und so gibt es zahlreiche Felder mit Apfelbäumen um den Ort. Der Ort selbst hat eine schöne Hauptstraße mit vielen Restaurants und Geschäften. Abseits dieser Straße sah es jedoch eher nach Verfall aus. Fündig wurde ich in einem Laden bei einem Schal aus sehr weicher Wolle.
Rupse Falls war ein weitere Stopp der Fahrt. Es ist ein hoher, mehrstufiger Wasserfall direkt an der Straße. Was ich nicht ganz nachvollziehen konnte, ist wie man an der staubigen Piste in der Nähe des Wasserfalls eine große Decke zum Picknick ausbreiten kann. Sogar eine große Gasflasche zum Grillen/Kochen stand bereit. Der Staub scheint für Nepali und Indern wohl nicht zu existieren. 🙃
Der dann wirklich für diesen Tag letzte Stopp war an der Lodge in Tatopani. Alles war grün und es zwitscherte und zirpte überall. Ein deutlicher Kontrast zu den Tagen zuvor – auch von der Temperatur; deutlich ärmer und leicht schwül.
Am späten Nachmittag unternahmen Britta und ich einen Dorfspaziergang. Das Dorf besteht im Großen und Ganzen nur aus einer Straße und dem an der Umgehungsstraße. Die heißen Quellen heben den Ort hervor. Es gibt einen zentralen Ort zum Baden mit zwei Becken unterschiedlicher Temperatur. Uns sah das Wasser in dem einen Becken ziemlich trüb und wenig einladend aus, weshalb wir nicht dort baden waren.
Das Abendessen gab es im Freien. Tatopani liegt deutlich niedriger wie unserer bisherigen Unterkunftsorte und war relativ warm (20 Grad).
Übernachtungshöhe: ~1430 M
08. April 2025 – Tatopani – Pokhara
Es war trüb am frühen Tag. Ein ausreichendes Frühstück war die Grundlage für die lange Fahrt nach Pokhara.
Unterwegs machten wir halt an der Kali Gandaki Bridge. Eine Hängebrücke über den Fluss Kali Gandaki mit einer Länge von 567 Meter. Die Sicht war sehr bescheiden, dennoch bin ich die Brücke hin und zurück gelaufen. Bei klarem Wetter hätte ich von der Brücke den Dhaulagiri sehen können.
Wir fuhren dann noch eine ganze Zeit lang weiter bis wir im gefühlten Nirvana halt machten, um zu Mittag zu essen.
Dann war es nur noch gut eine Stunde bis wir in Pokhara in unserem Hotel ankamen. Wir bekam die selben Zimmer wie zwei Wochen zuvor. Ich hatte damit wieder das Top Apartment im obersten Stockwerk. Bei schwülwarmen Wetter war das mit Tasche und Rucksack eine Herausforderung die Treppen bis nach oben zu laufen.
Die erste Aktion war eine schöne heiße Dusche um den ganzen Staub der Fahrt los zu werden.
Abschließend unternahmen Britta und ich einen Spaziergang. Unser erstes Ziel war wieder das CDH Café. Einen Café Moccha mit einem Ricotto Hot Cake bestellte und genoss ich. Der Risotto Hot Cake entpuppte sich als zwei Pancakes mit sehr viel Schokolade, Obst und einer Eiskugel.
Weiter sind wir am See entlang gelaufen, bis wir gut zweieinhalb Stunden später wieder im Hotel waren.
Wie bei den Bildern zur Kali Gandaki Bridge und den Bildern vom Phewe See/Pokhara zu sehen ist, machte der Rauch (Verbrennung von Heu) und Smog eine deutlich Trübung des Himmels ins gelbliche aus. Eine Fernsicht war dadurch ebenfalls nicht gegeben.
Die letzten Tage der Reise wurden in Pokhara und Kathmandu verbracht. Diese Tage waren teils Sicherheitstage, falls sich einer der Inlandsflüge um einen Tag verschieben würde. Auf alle Fälle waren diese Tage mit einem deutlich wärmeren Wetter verbunden – leider aber auch mit Smog und hoher Belastung durch Rauch (durch Grasverbrennung).
In Frankfurt war die Landung am frühen Morgen. Das Gepäck in Empfang zu nehmen, die S-Bahn bis zur Arbeit nehmen um anschließend mit Svarta nach Hause zu fahren brauchte fast drei Stunden.
Resümee
Gut. Das Trekking war anstrengend an manchen Tagen und dennoch zu bewältigen. Upper Mustang als Hochgebirgswüste war karg, wie es zu erwarten war. Wer es bunter mag, sollte eher im Sommer oder Hebst dort unterwegs sein. Für mich war es die bewußt gewählte Jahreszeit. So kommen die Strukturen und Farben meiner Meinung nach besser zu Geltung.
Die Unterkünfte über die gesamte Reise waren fast immer einfach. Der Komfort war daher eher gering. Auf der anderen Seite hatten wir dadurch mehr vom Leben in der Region kennen lernen dürfen.
Ab dem Tag vor erreichen von Lomanthang wurde es kühler (Nachts unter 0 Grad) und windiger. Ich war daher ganz froh mich für meinen Winterschlafsack entschieden zu haben. Beheizt war nämlich fast immer nur ein kleiner Bereich und nie die eigenen Zimmer.
Für den Flug von Pokhara nach Jomsom hatte ich Übergepäck. Die Kosten dafür waren vernachlässigbar (10€). Da die anderen Flugpassagiere kaum Gepäck dabei hatten, war es für den Flug kein Problem. Andernfalls hätte es sich auf einen anderen Flug verschoben.
Mit unserem Guide Chhewang hatten wir eine sehr gute Führung. Er kommt und lebt noch in Lomanthang. Beherrscht die dortige alte Sprache und ist begeistert von seinem Upper Mustang. So konnte er uns viel zu der Region, dem Leben früher wie heute dort erzählen. Selbst durch sein Elternhaus wurden wir geführt und bekamen reichlich Infos. 👍 Das Elternhaus möchte er gerne zu einem Museum werden lassen. Eine schöne Idee.
Upper Mustang ist nur sehr spärlich bevölkert. Die jüngeren, die eine Zukunft suchen ziehen in eine nepalesische Stadt (z. B. Pokhara oder Kathmandu) oder wandern für eine Zeitlang aus. Dabei sind wohl die USA der Favorit. Die Straße, die sicherlich noch einige Jahre mit Hilfe von Indien gebaut wird, wird dies nicht unbedingt stoppen. Es gibt für Jüngere dort zu wenig Möglichkeiten für eine Entwicklung in einer modernen Gesellschaft.
Insgesamt begegneten uns die Locals sehr freundlich und hilfsbereit. Lediglich an einzelnen Hot Spots waren nervige Händler. Das ich einige Bilder von Nepalis und Indern direkt machen konnte war eher eine Gegenleistung. Diese (meist Inder) wollte oft ein Bild mit mir – eine weiße Frau mit über zwei Meter kommt dort nicht oft vor. 😅
Essen
Das Nationalessen Dal Bhat gab es gleich am ersten Abend zur Kennenlernrunde.
Zum Frühstück gab es kontinentales Frühstück, Mustang Special (Porridge, Tibet Brot, Omelett und Speck), (Schoko-)Porridge mit Äpfel usw.
Mittags war es meist eine Nudelsuppe mit Gemüse, Chowein (gebratene Nudeln mit Gemüse/Fleisch), gebratener Reis, Momos oder ein Lunchpaket. In so einem Lunchpaket war Obst (Apfel oder Banane), gekochtes Ei, Kekse, Tibet Brot) in unterschiedlicher Variation.
Das Abendessen war Abwechslungsreich mit Dal Bhat, Mustang Stew, Yak Cheese Burger, Egg Chowein, Momos, T-Momos (nur Momo-Teig in groß) mit vegetarischem Curry, Thenthuk (eine Art Suppe), Buffet, gebratener Reis mit Gemüse, Hähnchencurry.
Höhenmeter und Streckenlänge während des Trekkings im Vergleich der Aufzeichnung (Garmin Instinct Solar) zur Reisebeschreibung
Aufzeichnung
Reisebeschreibung
Tag
Hoch
Runter
Streckenlänge
hoch
runter
1 – Start – Lupra
~290 M
~3,2 Km
2 – Lupra – Muktinath
~810 M
~8,6 Km
1100 M
150 M
3 – Muktinath – Chhusang
~550 M
~1220 M
~16,5 Km
310 M
1090 M
4 – Chhusang – Samar
~780 M
~180 M
~9,7 Km
Ruhetag
5 – Samar – Syangboche
~740 M
~600 M
~8,6 Km
770 M
90 M
6 – Syangboche – Dhakmar
~970 M
~900 M
~16,5 Km
270 M
130 M
7 – Dhakmar – Lomanthang
~860 M
~840 M
~16,3 Km
220 M
200 M
8 (Höhlen)
~300 M
~390 M
~10 Km
—
200 M
9 – Lomanthang – Yara
~660 M
~840 M
~16 Km
450 M
650 M
10 – Yara – Tangee
~860 M
~1120 M
~16,4 Km
750 M
1060 M
11 – Tangee – Chhusang
~1100 M
~1650 M
~24 Km
1170 M
1530 M
Die Aufzeichnung erfolgte im Voreingestellten Modus Hike. Diese Aufzeichnung mag nicht perfekt sein, traf in der Vergangenheit immer gut mit den Beschreibungen in den Rother Wanderführern zusammen.
In der Reisebeschreibung sind keine Streckenlängen sondern nur Gehzeiten aufgelistet, daher fehlt bei der Reisebeschreibung die Streckenlängenangabe.
Streetart
Wie so oft, habe ich in Pokhara und Kathmandu wieder so einiges an Wänden gesehen, was mir gefiel.
Dies wird nicht nur mein erster Urlaub auf einer griechischen Insel sein, sondern der Erste überhaupt in Griechenland.
Das Wetter im Winter ist auf Kreta eher mild bis kühl. Während dieser Zeit ist die Regenwahrscheinlichkeit höher wie sonst und in den Bergen kann es sogar schneien. All das führt dazu, das der Winter keine Saison auf Kreta ist. Viele Hotels, Ferienanlagen und Restaurant haben daher geschlossen. Bei den möglichen Wanderungen sind viele Schluchten, die Kreta u. a. Interessant machen gesperrt.
ABER dafür ist es deutlich günstiger über Weihnachten dort zu sein und es herrscht dementsprechend kein Trubel.
Ein Direktflug und eine Unterkunft in einer Ferienanlage habe ich für zusammen unter 1000€ gefunden. Einen Mietwagen für die zwei Wochen gibt es ebenfalls zu einem akzeptablen Preis. Bei der Unterkunft handelt es sich um ein Apartment mit einer kleinen Küchenzeile, was mir die Möglichkeit gibt mich selbst zu versorgen wenn ich möchte.
Aus einem Reiseführer, den ich von einer Arbeitskollegin bekam (Danke Anja) konnte ich ein paar interessante Ort notieren. Ein Wanderführer wird mich begleiten auf den Touren im mittleren und östlichen Kreta. Die Insel Kreta ist gar nicht so klein. Da meine Unterkunft direkt neben der Hauptstadt und somit eher östlich auf Kreta liegt, werden die Touren für die Tage hauptsächlich von der Mitte bis zum Osten verteilt sein. Die Berge im Westen sind somit ein Ziel für einen anderen Urlaub – es sei denn es schneit, den das werde ich mir nicht entgehen lassen.
Per E-Mail wurde ich eine Woche vor Abreise schon informiert, das der Check-In für die Unterkunft und den Mietwagen möglich sei. Dies erledigte ich jedoch erst am Tag vor der Abreise, nachdem ich den Check-In für den Flug erledigt hatte.
18. Dezember 2024 – Anreise
Aus dem gebuchten Lufthansa Flug wurde ein Discovery Airlines Flug. Die Info gab es schon vor ein paar Wochen. Da Discovery zu Lufthansa gehört, kann so eine Umbuchung schon mal vorkommen. Bisher hatte ich mit dieser Airline noch keine Probleme. Der Online Check-In war einfach und schnell erledigt. Mein Gepäck gab ich am Schalter ab, da dort niemand anstand und es so für mich bequemer war wie am Drop-Off. Eine Abschnitt zur Gepäckaufgabe gab es und kurz danach noch die Info per E-Mail mit dem Gepäckbeleg. Läuft… 😀
Der Frankfurter Flughafen ist gut für immer wieder Neues. Die Sicherheitskontrolle zu Gate B war aufgrund des Andrangs gesperrt. Somit lief ich zur Kontrolle an Gate A. Die Sicherheitskontrolle war sehr schnell hinter mir. Nun hieß es wieder zu Gate B zu kommen. Der Weg ist sogar ganz gut ausgeschildert. Im Gate A ging es vier Stockwerke (Treppe oder Aufzug) nach unten. Dort durch eine lange Röhre zu einem Aufgang. Auch dort nahm ich wieder die Treppe und nicht den Aufzug an dem ganz viele anstanden. Oben in Gate B angekommen war ich schon fast an meinem Gate B11.
Warten. Zeit für einen Kaffee und etwas zu Frühstücken.
Der Abflug verzögerte sich um rund 35 Minuten. Der Pilot konnte ein wenig aufholen, so das die Ankunft auf Kreta nur 15 Minuten später war, wie geplant. Alles noch im Rahmen. Während des Fluges hatte ich sogar einen Platz an einem Notausgang, da die Dame die diesen Platz eigentlich hatte aufgrund einer Verletzung am Arm nicht am Notausgang sitzen durfte.
In Kreta stellte sich heraus, das der lokale Partner des Mietwagenunternehmens zu Hertz gehört. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Mit dem Renault Clio ging es danach direkt zur Unterkunft.
Die Rezeption sah sehr sporadisch aus und der erste Eindruck der Anlage war eher mäßig. Dafür entpuppte sich das Apartment jedoch als schmuckes kleines Zimmer mit einer vollwertigen Küchenzeile.
Aus der Anlage raus und keine 50 Meter später war ich am Strand. Ein gemütlicher Strandspaziergang bei untergehender Sonne auf dem Weg zu einem Restaurant war angenehm nach dem vielen sitzen. Fast alle Restaurants, Strandbars usw. auf dem Weg hatten geschlossen. Das nur wenige Restaurants im Winter geöffnet haben war voraus zu sehen. Das es so viele sind hätte ich nicht gedacht. Am Ende war ich dann bis Heraklion gelaufen und steuerte die Taverne To Fagadiko an. Ein Käse-Tomaten-Pfännchen gab es zur Vorspeise und Cuttelfish als Hauptspeise.
Den Weg zurück zur Anlage lief ich nicht wieder am Strand, da es bereits dunkel war. Somit war ein Weg auf den Straßen besser. Kurz vor der Anlage betrat ich in einen Supermarkt um Wasser und Snacks zu kaufen. Gar nicht so einfach stilles Wasser zu kaufen, wenn alles nur in griechisch beschriftet ist. 😅
Spaziergang: ~11 Kilometer
19. Dezember 2024 – Richtis Schlucht
Den Frühstücksraum war von meiner Terrasse zum greifen nahe. Da die Terrasse mit einer Mauer umgeben ist, musste ich halb um das Gebäude zum Frühstück laufen. Was nicht wirklich schlimm war, da ich zuerst kurz zum Strand bin und dann erst zum Frühstück.
Kaffee, Toastbrot und Marmelade waren vorhanden und somit mein übliches Frühstück. Komplettiert wurde es durch ein Ei, ein Stück selbstgebackenen Kuchen und einem Stückchen selbstgebackene Quiche. So wurde es mir von der Dame, die fürs Frühstück zuständig ist mitgeteilt.
Die ursprünglich angedachten Tour für diesen Tag hatte ich am Vorabend kurzerhand ersetzt. Bis an das Ostende von Kreta wäre ich rund drei Stunden hin und nochmals zurück gefahren. Das war mir dann doch etwas zu viel. So entschied ich mich für eine Tour ab Exo Mouliana, das in rund einer Stunde und 45 Minuten erreicht war. Relativ lange für knapp 90 Kilometer. Das liegt jedoch daran, das es im bergigen sehr viele Kurven gibt und sehr viele Streckenabschnitte auf 40 oder 50 km/h begrenzt sind.
Daher war ich gespannt ob sich die Anfahrt für Tour durch die Richtis Schlucht gelohnt hatte. Zuerst ging es auf einem betonierten Weg in die Schlucht. Links und rechts waren Gärten, in denen Gemüse und Obst angebaut wurde. Die Orangen und Mandarinen stachen mit ihrem kräftigen Orange hervor.
Nach ungefähr 1,4 Kilometern war der Eingang zum Wanderweg durch die Schlucht erreicht. Normalerweise würde es drei Euro kosten, jedoch war das Kassenhäuschen verschlossen. Im Winter kommt nicht soviel dort vorbei. Umso schöner für mich, da ich auf der gesamten Tour nur einer anderen Person begegnete.
Der Wanderpfad schlängelt sich durch die Schlucht und überquert dabei immer wieder den Bach. Manchmal teilen sich beide den Weg. Das Wetter entsprach eher unserem Herbst mit milder Temperatur und überall lag Laub. Durch das Laub war es manchmal nicht einfach den Bach zu überqueren, da das Laub die Ufergrenze und Tiefe verdeckte.
Die bewirtschafteten Gärten waren am Beginn des Wanderpfades noch innerhalb der Schlucht vorhanden. Je weiter ich kam, desto weniger wurde bewirtschaftet, bis dann gar keine Gärten mehr kamen. Hier und da kommt der Pfad an sehr alten verfallenen Gebäuden bzw. Ruinen vorbei. Hier hatten wohl in der Vergangenheit Menschen innerhalb der Schlucht gewohnt. Heute ist das nicht mehr so.
Das Highlight der Tour ist ein Wasserfall. Wenn es nicht kurz zuvor geregnet hat, wie bei meiner Tour, so ist dies ein kleiner Rinnsal, der sich auffächert und über das Moos in einen See fließt. Am Rande des Sees sind zwei Bänke mit Tisch und der eine davon, an dem ich Rast machte steht auf einem Podest halb im See. 😊
Am Ende der Schlucht kam ich erneut an einem verschlossenen Kassenhäuschen vorbei. Noch einige hundert Meter und ich war am Meer. Davor befinden sich viele Bänke unter Bäumen. Sogar ein Grill ist vorhanden.
Schlucht runter, heißt dann auch das es am Ende wieder hoch gehen muss. Dazu nahm ich den betonierten Weg, der im Zick-Zack den Berg hoch führte. Anfangs war nur spärlicher und flacher Bewuchs. Nach der ersten Kuppe verlief der Weg durch Olivenhaine. Dort konnte ich kurz vor erreichen von Exo Mouliana sogar eine Olivenernte beobachten.
In Exo Mouliana war leider alles geschlossen. So lief ich die letzten Meter aus dem Dorf an der Straße bis zum Wanderparkplatz entlang.
Auf der Fahrt nach Hause kam ich bald durch Kavousi. Dort gab es zwei Cafés, die sogar geöffnet hatten. Im Khora Cafe & Bakery (am Schild Mrs Rose zu erkennen) bekam ich einen Kaffee und ein süßes Gebäck (lecker). Eine Packung Schokokekse für die nächsten Wanderungen kaufte ich dort.
In der Dämmerung kam ich an meiner Unterkunft an. Ich brachte alles in das Apartment und machte mich noch kurz auf zum Strand. Mit den Füssen bis über die Knöchel lief ich in die Brandung. Es fühlte sich kühl an, obwohl es angeblich 19 Grad sein sollten. Ok, die Umgebungstemperatur war schon auf 14 Grad gefallen und keine Sonne mehr am Himmel die wärmen könnte. Barfuß lief ich zurück und war dann schnell unter der warmen Dusche.
Abendessen: Nocking on heavens door? Ja, das Heaven ist ein Restaurant am Strand und nur wenige Minuten entfernt.
Wanderung: ~11,5 Kilometer, ~400 Höhenmeter
20. Dezember 2024 – Psiloritis und Mili Schlucht
Den Gipfel des höchsten Berges von Kreta, dem Psiloritis hatte ich mir vorgenommen. Dazu fuhr ich hauptsächlich über schmalere Bergstraßen mit reichlich Kurven und passierte ein paar kleinere Bergdörfer. Die Sonne schien am blauen Himmel und so war die Fahrt sehr interessant, da es viel zu sehen gab.
Bis Livadia lief es soweit gut. Dann sollte ich in eine kleine Seitenstraße abbiegen – nicht das erste Mal an diesem Tag. Hier war es jedoch der Beginn der Bergstraße zum Refugio unterhalb des Gipfels. Ab hier wurde es dann auch interessant. Meist war die Straße eigentlich breit genug, wenn da nicht oft Geröll auf der Straße herumgelegen hätte. Auf Ziegen war ebenfalls zu achten auf den 10 Kilometern. Da das Refugio im Winter geschlossen hat, war mit kaum bis gar keinem Gegenverkehr zu rechnen. Konzentriertes Fahren war dennoch an gesagt. Immer wieder bot sich ein Blick auf den mit Schnee bedeckten Gipfel des Psiloritis. Alleine diese Fahrt lohnt sich schon.
Am Refugio waren dann doch tatsächlich zwei Männer mit ihren Autos. In mäßigem englisch versuchten sie mir zu verdeutlichen, das ein Aufstieg aufgrund des starken Windes nicht möglich wäre. An den schnell bewegenden Wolken war dies deutlich zu sehen. Ich packte meinen Rucksack und lief zumindest ein Stück des gut markierten Weges. Nach rund 900 Meter machte ich dann kehrt, als mir der Wind dann zu viel wurde. Immerhin konnte ich so ein paar Bilder machen.
Zurück am Auto suchte ich nach einer alternativen Wanderung in der Nähe. Da kein Mobilfunkempfang vorhanden war, fuhr ich zuerst nach Livada. Bei einem Schnellimbiss bekam ich einen Kaffee und Gebäck – war ja schon Mittagszeit und in der warmen Sonne ging das ganz angenehm im T-Shirt.
Die meisten Wanderungen, die nach der Karte in der Nähe wären, hatten jedoch einen langen Anfahrtsweg. So ist das halt in den Bergen. Ich entschied mich für eine Wanderung in Küstennähe. Über andere Bergstraßen und durch andere Bergdörfer wie am Vormittag ging es Richtung Küste. In der Nähe von Rethimno unterhalb von Mili startete ich die Tour an einer Bushaltestelle.
Es ging dort langsam nach unten und auf die andere Seite der Schlucht. Der Pfad folgt der Schlucht etwas erhöht und später in der Nähe des Baches. Unterwegs gab es ganz viele verfallene Gebäude zu sehen, welche das alte Mili bildeten. Nach einem Schild wohnten wohl noch bis in die 1980er Leute dort. Heute ist nur noch eine Taverne (im Winter geschlossen), ein paar Kapellen und eine halb restaurierte Wassermühle gut erhalten. Diese Schlucht ist anders vom Gelände wie die Richtis Schlucht des Vortages und dennoch sehr interessant. Einzig die Wasserleitungen hätten ein wenig versteckter verlegt werden können.
Im oberen Drittel begegnete ich einer Herde Ziegen. Anfangs noch scheu, folgten sie mir dann sogar. Immer jedoch in gebührenden Abstand. Selbst das Pfeifen und Rufen des Ziegenhirtes oben am Schluchtenrand ignorierten sie. Später sind sie wohl doch noch zum Ziegenhirten hoch, denn ich vernahm ihre Glocken nicht mehr.
Am Ende der Schlucht befindet sich die Cantina Banana. Welch Wunder, im Winter geschlossen. 🙃 Ein Hund davor bellte mich an, blieb jedoch die ganze Zeit stehen. Das war zumindest beruhigend, da es kein Tor oder Zaun gab, Eine Katze wiederum lief sofort zielstrebig auf mich zu und folgte mir dann für einige Meter auf meinem Rückweg.
Der untere Beginn des Wanderpfades an einer Hütte mit Bank war für mich eine Raststelle. Mehrere Schokokekse wurden vertilgt, um gestärkt die Schlucht nach oben zu laufen. Die Ziegen waren definitiv nicht mehr in der Schlucht.
Es folgte die obligatorische Rückfahrt, ein Duschen und der Gang zu einem Restaurant für das Abendessen.
Mit dem Auto fuhr ich an den Rand von Heraklion. In der Nähe des Stadions fand sich sofort ein Parkplatz. Zu Fuß ging es weiter. Über eine Brücke und dann war ich schon an dem einen Ende der langen Uferpromenade, auf der ich bereits am Abend des ersten Tages unterwegs war. Im Hellen fiel mir auf, das die Bänke mit farbigen Motiven bemalt/besprüht waren. Dies geschah anlässlich eines Festes in 2023. So machte jede Bank neugierig, was ein Motiv kommen wird und es sind reichlich Bänke dort.
Als ich die Stadtmauer zur Altstadt erreichte, folgte ich dieser auf der Außenseite. Vorbei ging es an vielen Basketballplätzen, auf einem wurde sogar trainiert. Es kam ein großer Spielplatz, ein Parkplatz für Stadtbusse und ein Taxistand. Um ein Kiosk verteilten sich an zwei Tischen einige Taxi-/Busfahrer und spielten eine Art Domino.
Dann ging es durch ein Stadttor und später durch ein weiteres. Erst nach dem Zweiten fand ich einen Weg auf die Stadtmauer. Dort war ich dann am südlichsten Punkt der Stadtmauer, die begehbar ist. Eine Spitze davor ist ein Stadion auf der wirklich südlichsten Ausprägung der Stadtmauer. Von der Stadtmauer ergab sich ein guter Rundblick über das Häusermeer.
Im Zick-Zack durch kleine Gassen gelangte ich zum Plateia Eleftherias (beim Astoria Liberty Square). Auf dem Platz und den angrenzenden Einkaufsstraßen verteilte sich ein Weihnachtsmarkt. Bevor es weiter ging stoppte ich. In der ML Espresso Bar bekam ich einen Cappuccino mit Zimt und ein Taxinonita (Tahino-Kuchen mit Zimt). Der Kellner erlaubte sich beim Servieren einen Scherz, in dem er eine Tasse auf einem Unterteller halb fallen ließ. Die war leer und ich hatte damit seine volle Aufmerksamkeit. Die Taxinonita ist sehr zu empfehlen. 😀 Beim Verlassen bekam ich eine Blume, aus einer Serviette gefaltet. 😊
Weiter im Zick-Zack durch die Altstadt. Die größeren Straßen sind von Geschäften, Restaurants, Cafés usw. gesäumt. Hier war es ziemlich geschäftig, vermutlich da es Samstag und kurz vor Weihnachten war. In den Gasse abseits war es ruhig und es sah nicht mehr alles nach Hochglanz aus. Eine Mischung aus ganz alten verfallenen, alten verlassenen und neuen Gebäuden war immer wieder zu sehen.
Am Hafen begab ich mich zur alten Festung. Diese kann für eine geringe Gebühr besichtigt werden. Im Erdgeschoß befindet sich ein Museum in den recht hohen Räumen. Von oben konnte ich die Stadt mit dem Hafen überblicken.
Nochmal ging es im Zick-Zack durch die Stadt. Im Kotonostimie, einem kleinen Restaurant in Familienbetrieb bestellte ich mir mein verspätetes Mittagessen. Zucchinibällchen und Gyros.
Im Zick-Zack (schon wieder 🙃) suchte ich mir meinen Weg zum Meer um dann über die Strandpromenade zum Auto zu gelangen.
Mein Interesse bei solchen Spaziergängen durch Städte liegt bei Graffities und Malerein. Davon gab es eine ganze Menge zu sehen.
Nach der Wettervorhersage des Vortages sollte es regnen. Über Nach hatte es das wohl auch, da in der Apartmentanlage und auf den Straßen viel naß war. Am Himmel hingen den ganzen Tag über dunkle Wolken. Genauso oft war blauer Himmel und Sonne zu sehen. Daher war ich fast die gesamte Zeit im T-Shirt unterwegs, war ja warm (bis 19 Grad). Für die Kreter ist es Winter und diese sind daher eher im Pullover und Mantel unterwegs gewesen. Die Reaktionen waren manchmal schon lustig. In der Stadt war es relativ windstill. An der Strandpromenade war es hingegen windig. Die Wellen brachen sich schön an den Felsen und manchmal kam ein feiner Nebel Salzwasser auf die Strandpromenade.
Zurück am Apartment machte ich mich auf für eine Strandrunde. Zuvor hatte ich mich noch umgezogen. So lief ich barfuß in der Brandung. Nachdem drei Reiter sich mit ihren Pferden entfernt hatten wagte ich es in das Meer zu gehen. Mit Badesachen lief ich in das Meer mit leichter Brandung. Angeblich sollten das Wasser 19 Grad haben – es fühlte sich eher nach 10 Grad an. Ein, zwei Züge und ich war wieder draußen.
Für ein Abendessen suchte ich das Heaven auf. Es gab einen Heaven Salat.
Tour: ~16 Kilometer, ~200 Höhenmeer
22. Dezember 2024 – Rouwas Schlucht
In die Mitte von Kreta führte mich mein heutiger Weg. Über eine Schnellstraßen gelangte ich zügig in die Nähe von Zaros. Die letzten Kilometer vor Zaros und bis zum Votomos See waren erneut eine Fahrt über Bergstraßen und durch Dörfer. Gerade in den Dörfern waren sehr viele Orangenbäume zu sehen und zu riechen.
Die Routenplanung sah für mich einen Abkürzungsweg über eine sehr ausgewaschene Schotterstraße zum See vor. Den ignorierte ich und nahm einen anderen Weg über Zaros. Auch dieser war nicht der ausgebauteste auf den letzten Metern. Warum die Routenplanung nicht den dritten, gut ausgebauten und asphaltierten Weg vorgeschlagen hat wissen wohl nur die Entwickler der App.
Am See schien früh morgens die Sonne und ich machte mich sogleich auf zur Tour. Am Café, das am See liegt, geht der Wanderpfad in Serpentinen nach oben. Durch ein Gitter kam ich auf einen relativ eben verlaufenden Weg in das nächste Tal. Vorbei an einer Kirche ging es in die Rouwas Schlucht.
Der Weg ist oft markiert. Nur nicht immer sehr hilfreich! Der Pfad verläuft mal neben oder im Bachbett, mal deutlich oberhalb in einer Schlucht mit steil aufragenden Felswänden. An einer großen Biegung der Schlucht sucht ich mir einen Weg durch das Bachbett, den die Markierungen waren dort sehr spärlich.
Weiter verlief der Weg nach der Engstelle wieder etwas oberhalb. Nach ein paar Biegungen führt der Pfad auf die andere Schluchtenseiten. Kurz danach teilte sich der Pfad und ja, natürlich war nach oben der Richtige. Es folgten Passagen mit freien Blick nach unten. Nicht immer mit einer Absperrung. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind von Vorteil.
Bisher war es gelegentlich hilfreich die Hände zur Hilfe zu nehmen. Je weiter es ging, desto öfter war leichtes Kraxeln angesagt. 😀 Sind es im unteren Teil der Schlucht eher Steintreppen, die den Weg erleichtern, so kamen nun Holzbrücken und -schrägen dazu. Durch regelmäßigen Abbruch oft beschädigt.
An Tieren konnte ich nur Ziegen ausmachen. Oft zu hören und nur selten zu sehen.
Die letzten Kilometer in der Schlucht, wurden die Flanken niedriger und alles um einen herum war mit reichlich Moos bewachsen. So war selbst im Winter, wenn die Bäume kaum noch Blätter haben alles mit einem deutlich grün versehen.
Als es fast schon flach wurde, war der Pfad mehr oder weniger im Bach. Hier oben, wie in der gesamten Schlucht mit wenig Wasser. Nach den Auswaschungen im unteren Teil der Schlucht ist das nach Regenfällen oder Schneeschmelzen deutlich anders.
Der obere Punkt der Tour war mit dem Erreichen der Kapelle Agios Ioannis gefunden. Unterhalb ist eine sehr große Lichtung mit vielen Bänken für ein Picknick. Also Zeit für eine Rast.
Ein Paar, das ich unterwegs überholte kam an, als ich mich auf den Rückweg machen wollte. Mit ihr (Claudia) unterhielt ich mich, als wir von Locals zu einem Wein und lokalem Essen eingeladen wurden. Einen Schluck des lokalen Weines und ein Stück einer Wurst probierte ich. War beides ganz gut.
Dann machte ich mich aber wirklich auf den Weg zurück. Hoch bin ich im T-Shirt, was durch die Sonne am blauen Himmel angenehm war. Auf dem Picknickplatz angekommen waren schon einige Wolken am Himmel, weswegen ich die Daunenjacke anzog. Diese behielt ich fast auf dem gesamten Rückweg an. Nur für die letzten zwei Kilometer tauschte ich dies gegen den Windbreaker.
Auf dem Weg nach unten, zog sich an den Bergkämmen das Wetter zu. Die obersten Bergkämme verschwanden sogar in den Wolken. Geregnet hatte es nicht, so wie die Wettervorhersage es andeutete.
Am See angekommen trank ich einen Kaffee. Als ich mich aufmachen wollte kam Claudia an. So blieb ich noch für einen zweiten Kaffee und einen halben Crêpe bei einem angenehmen plausch.
In der Abenddämmerung ging es zurück zum Apartment.
Für das Abendessen entschied ich mich an diesem Abend für Asiatisch. Die Hanzo Susi Bar war schnell erreicht. Eine Poke Bowl mit Thunfisch und zwei Nigiri zum Nachtisch gab es.
Wanderung: ~13,5 Kilometer, ~640 Höhenmeter
23. Dezember 2024 – Olivenbaum von Kavousi
Nach dem Frühstück fuhr ich nach Kavousi, dem Kavousi an der Küste, nicht dem in der Inselmitte. Am Ortsrand fand sich direkt ein Parkplatz. Noch die Schuhe getauscht und im gegenüberliegenden Weg begann die Wanderung.
In ein Tal östlich von Kavousi lief ich. Nachdem die Häuser hinter einer Biegung verschwanden wurde ich von lautem Gebell “begrüßt”. Sehr viele Hunde in einem großen Gehege reagiert ziemlich unfreundlich. Das die meisten zusätzlich an einer langen Leine hingen machte es nicht besser. Lieber schnell passieren.
Nach einer weiteren Biegung folgten Serpentinen am Hang nach oben. So konnte ich schnell an Höhe gewinnen und immer mehr von der Umgebung und der Bucht sehen. 😊 Nach 1,7 Kilometer war der Wanderpfad leider zu Ende.
Auf einer Schotterpiste weiter bergauf gelangte ich zu einer Siedlung mit weit verstreuten Häusern. Auf der Schotterpiste ging es an einigen Häusern vorbei und weiter dem Hang bis zu einem Pass nach oben. Bei ~720 Metern überschritt ich den Pass. Bis hierher waren es gut 5 Kilometer auf der Schotterpiste. Ein wenig langweilig, dafür konnten so Strecke und Höhenmeter gut gemacht werden. Es bot sich auf dem gesamten Weg immer eine gute Aussicht in das Tal und die Bucht. Der viele, wild wachsende Thymian verstreute einen angenehmen Duft.
Nach der Überschreitung folgte ich der Schotterpiste, bis ich eine windgeschützte Stelle für eine Pause entdeckte. Eine Pause mit Sicht in das neue Tal. 😀
Nur noch grob einen Kilometer und dann hieß es in die Mesonas Schlucht abzusteigen. Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit stand im Wanderführer; das Schild wies die Tour mit der Schwierigkeit 4 von 5 aus. So war der Pfad gleich schmal und manchmal direkt am Hang mit einigen Metern gerade nach unten. Die oben nicht besonders tiefe Stelle der Schlucht war schnell erreicht.
Schon auf dem Weg hinunter begann der Wasserkanal, der mich den Rest des Weges begleiten sollte. Im Gegensatz zu den Levadas auf Madeira oder den Falas im Oman war dieser Wasserkanal schmaler und die Wände sehr viel schmaler (gerade mal eine Schuhbreite). Darauf zu laufen wie ich es von anderen Wasserkanälen kenne war also nicht.
Ein schmaler Weg war meist auf der Talseite des Wasserkanals, der einige Zeit nur ein ganz leichtes Gefälle hatte. Relaxt konnte ich dem Weg folgen, während die Schlucht immer tiefer wurde. Der Anfangs leere Wasserkanal füllte sich mit einem vom Hang herunterkommenden Wasserrohr.
Dann kam es! Die Schlucht wurde bei einer S-Biegung schmal und sehr tief. Der Weg, immer noch auf der Talseite, läuft somit direkt an der Kante, die gerade sehr tief nach unten geht. Ab hier wurde ich sehr langsam, nutzte meine Hände und manchmal ging es auf allen vieren weiter. (Nachtrag: Nach der Karte waren es “nur” 30-40 Meter Höhendifferenz, gefühlt jedoch deutlich mehr)
Um die erste Biegung, ging es dann zügig nach unten, immer noch auf dem oft nur einen halben Meter breiten Weg. Es folgte dann eine Serpentine zur Talmitte. Der Wasserkanal und somit auch der Wanderweg wechseln hier die Talseite. Weiter auf Gitterrosten und oh Wunder einem Geländer hieß es einige Meter nah am Felsen zu laufen. Bis hierher gab es nur vier Mal ganz kurze Geländer und die dann noch nicht mal an den gefährlichsten Stellen. Sicherungsseile am Felsen – Fehlanzeige!
Das der weitere Weg “nur” noch an Steilhängen oder Kanten mit wenigen Metern weiterläuft, empfand ich nach der anstrengenden S-Biegung als relaxten Weg. Wie sich die Wahrnehmung doch verändern kann.
Die Schlucht endete in dem Tal, in dem ich zuvor bergauf lief. Auf den letzten Kilometern ab dem Wechsel der Talseite waren immer wieder Schilder an den Felsen mit Hinweisen zur Botanik. Die Lösung fand sich am Ende des Schluchtenwanderweges. Von dort war er u. a. als Botanikweg ausgeschildert.
Apropos Beschilderung: Oben war der Weg mit einem Schwierigkeitsgrad 4 von 5 ausgewiesen. Von unten “nur” 3 von 5. Das ist gut nachvollziehbar, da bergauf die Felsen, Steine und das Geröll besser einzuschätzen sind.
Nun war ein Abstecher auf den nächsten Hügel vorgesehen. Es ist eine archäologische Ausgrabungsstätte mit den Resten einer Siedlung, die zwischen dem 7ten und 5ten Jahrhunder vor Christi datiert ist. Zu sehen bekam ich Grundmauern vieler Gebäude um die Spitze des Hügels. Auf dem Hügel selbst war wohl ein größeres rundes Gebäude nach den Grundmauer zu urteilen.
Vom Hügel runter folgte ich der Straße bis zum nächsten Highlight. Ein Olivenbaum. Aber was für einer. Es ist der Azorias Olivenbaum, der über 3200 Jahre alt ist und immer noch Früchte trägt.
Auf der Straße und dann auf einem Wanderpfad gelangte ich zurück nach Kavousi und zum Auto.
In Kavousi stoppte ich für einen Kaffee mit Gebäck in dem Café, das ich schon bei meiner ersten Wanderung auf Kreta aufgesucht hatte.
Eine lange Fahrt in der Dämmerung und dann der Dunkelheit brachte mich zum Apartment.
Relaxen und später lief ich zum Restaurant an der Straßenecke. Während des Essens ergoss sich ein Schauer. Bei meinem Rückweg regnet es noch leicht. Die Straße glich durch den Regenguss eher einer Seenplatte. Im Zick-Zack kam ich trocken zum Apartment. 😅
Wanderung: ~15,6 Kilometer, ~740 Höhenmeter
24. Dezember 2024 – Regentag – Matala
Der erste Regentag, seit ich auf Kreta bin. Nach dem Frühstück machte ich es mir im Apartment gemütlich. Dazu bereitete ich mir Kaffee zu und las in meinem Roman.
Am späteren Vormittag klopfte es an der Tür. Die Reinigung des Zimmers stand bevor. Ich zog eine Daunenweste an und verzog mich währenddessen mit einer Decke auf die Terrasse. So eingepackt war es gar nicht so kalt.
Am frühen Nachmittag packte ich alles für eine Tour. Nach der Wettervorhersage sollte es nicht den gesamten Nachmittag an der Südküste regnen. Eine Stunde später war ich im Hippiedorf Matala. Der Wellengang war kräftig am Strand.
Der Fluss durch das Dorf, welcher durch den Strand zum Meer führt war gut gefüllt. So sehr, das es nicht möglich war mit trockenen Füssen vom Parkplatz zum Supermarkt zu kommen. Was für mich nicht so relevant war, da ich eh in die andere Richtung wollte
Gut ausgerüstet machte ich mich auf, um den Hügel am Dorfrand zu erklimmen. Der dortige Weg ist alles andere als eindeutig. Am Ende musste ich dann ein paar Meter mehrere Felsen hochklettern um auf die Hochebene zu gelangen. Dort sah ich dann auch gleich den eigentlichen Weg nach oben. 🙃
Bei meiner Ankunft war es sonnig und trocken. Der Himmel zog sich auf meinem Weg nach oben langsam wieder zu. Auf der Hochebene war ich nur wenige Minuten unterwegs, als es anfing leicht zu regnen. Der Regen ging leider fünf Minuten später in einen ordentlichen Schauer über. Mit Regenhose, Regenjacke und Poncho war ich gut gewappnet. Weiter durch die Hochebene erreichte ich einen größeren Platz an dessen Rand ein paar Vans standen.
Hier hörte zum Glück der starke Regen auf und es tröpfelte nur noch leicht. Den leichten Hügel hinunter musste ich mir meinen Weg an vielen kleinen Rinnsalen vorbei suchen. Die Aussicht auf die Küste von dort war schon toll. 😀 Das Mystical View Restaurant hatte wenig verwunderlich im Winter zu. Im Sommer bietet sich hier bei einem Essen ein toller Blick auf eine lange Küste an der sich wild die Wellen brechen.
Beim Aufstieg von Matala aus bemerkte ich bereits, das der Boden gut durchfeuchtet ist. Nach dem Regenguß dürfte er mehr als rutschig sein. Daher entschied ich mich die langweilige, dafür jedoch sichere Straße zurück nach Matala zu nehmen.
In Matala erkundete ich die Dorfmitte. Alles bis auf zwei Cafés und einem Supermarkt hatte zu. Auf den gesamten Wegen waren reichlich Bilder und Sprüche verteilt. Man merkte sofort, das dies ein Hippiedorf war. Zu Hochzeiten waren die Höhlen im Berg am Dorfrand alle belegt. Heute sind es nur vereinzelte. Das Dorf wiederum lebt immer noch von dem Geist und hat es mehr oder weniger kommerzialisiert.
Hippiedenkmal
Im Music Café Bar Matala war es gemütlich mit Sofas und zwei friedlichen Katzen. Die Bar selbst ist aus einem alten VW Bus gestaltet worden. Zu meinem obligatorische Kaffee bekam ich eine große, ganz frisch gemachte Waffel mit Nutella. 😊
In der Dämmerung/im Dunkeln fuhr ich zurück nach Gazi, wo sich das Apartment befand.
Zum Essen nahm ich den Weg zum Hanzo. Maki mit Lachs und danach eine leckere Ramen Suppe.
Wanderung. ~5,5 Kilometer, ~140 Höhenmeter
25. Dezember 2024 – Wanderung an der Südküste; Lentas
Noch zaghaft war sie am frühen Morgen, die Sonne. Dann auf der Fahrt zur Südküste strahlte sie. In der Ferne waren die weißen Gipfel der Berge zu sehen. Über die Schnellstraße 97, die ich nun schon öfter fuhr, bin ich schnell durch die Insel gekommen. Diesmal meinte das Mavi mich nicht durch Moires zu führen, sondern noch davor in Richtung Küste zu lenken. Das war mal wieder einer der Punkte, an denen ich beim Navi zweifelte. Die vorgegebene Straße war eine einspurige, unscheinbare Straße ohne eine Beschilderung. So kam ich auf einer Straße über ein paar Kilometer durch Olivenhaine bis in das nächste Dorf.
Von Dorf zu Dorf war die Straße dann eher rudimentär. Nach dem zweiten Dorf jedoch kam eine gut ausgebaute zweispurige Straße. Die Kreter können mit ihrem Straßenbau immer wieder überraschen, denn das hätte ich so an dieser Stelle nicht erwartet.
Der Straße folgend überquerte ich das Asterousia-Gebirge. In Lentas fand sich direkt in der Dorfmitte ein Parkplatz. Im Winter ist das echt einfach auf Kreta einen Parkplatz zu finden.
Schnell die Wanderschuhe an und los…. Durch das Dorf gelangte ich auf einen Küstenweg an einer Steilklippe. Es herrschte ein ordentlicher Wellengang und bot ein super Schauspiel beim Brechen der Wellen an die Küste. So ging es eine Weile weiter bis ich zu einer Taverne am Strand bei einer Siedlung außerhalb von Lentas gelangte.
Bis zum nächsten Richtungswechsel verläuft der Wanderweg am Strand entlang. Schwarzer Sand mit reichlich und größeren Steinen lag vor mir. Das schwierige war dabei die Balance auf den Steinen zu halten, ohne zu nah an die sich brechenden Wellen zu kommen. Das ging eine Weile gut, nur dann musste ich Klettern. Um mehrere größere Felsen konnte ich durch das Meer nicht laufen und musste sie kletternd nehmen.
Bald war dann eine Bucht erreicht. Hier folgte ich dem Bachlauf einer Senke nach oben zur Straße. Die Straße entlang gelangte ich nach Loutro – mehr eine Ansammlung vereinzelter Häuser den ein Dorf. Weiter die Straße entlang verlies ich diese auf eine Schotterpiste, die eine offizielle Straße sein soll! Zu Fuß war es kein Problem die Straße den Berg hoch zu laufen.
Nach einigen Metern bergauf erreichte ich in einer Kurve den Eingang zur Schlucht, die zum Trachoulas Strand führt. Über einen steinigen Weg mit Holzgeländer gelangte ich schnell über Serpentinen nach unten. Unten weisen die Markierungen den Weg durch das Bachbett zum Strand. Tja, durch den Regen des letzten Tages kam ich nicht mehr weit, den der Bach führte reichlich Wasser. Also umkehren und die Schlucht nach oben laufen.
Oben angekommen machte ich es mir auf einer der Bänke bequem und genoss ein paar Kekse mit einem Ausblick in die Schlucht und den Strand.
Da sich langsam dunklere Wolken näherten machte ich mich zügig auf den Rückweg. Den Strandabschnitt mit der Klettereinlage umging ich dadurch, das ich der Straße etwas länger folgte. Über einen geschotterten Weg kam ich wieder zu der Taverne am Strand. Der restliche Weg nach Lentas war der vom Anfang an der Steilküste entlang.
Kaum kam ich in Lentas an, tröpfelte es. Bei leichtem Regenfall verlies ich Lantas über eine andere Bergstraße. Auf dem Weg nach oben bot sich immer wieder ein Blick in die Bucht und auf das Dorf.
Mit erreichen und überschreiten des Passes änderte sich das Wetter schlagartig – Sonne und blauer Himmel. Durch einige Dörfer kam ich auf den selben Weg, bis ich erneut in Choustouliana ankam. In der Dorfmitte stoppte ich für einen Kaffee und etwas Süßem.
Es folgte der Weg durch die Olivenhaine und dann über die Schnellstraße nach Gazi.
Wanderung: ~9,9 Kilometer
26. Dezember 2024 – Kapetaniana – Kofinas
Die Fahrt in das Asterousia-Gebirge war wieder sehr abwechslungsreich durch die interessante Routenführung. Als es dann die letzten Kilometer über eine Schotterpiste gehen sollte, streikte ich. Am Zielort Kapetaniana wählte ich einen anderen Punkt und wurde damit über halbwegs normale Straßen zur Gebirgsstraße geführt, die als einzige geteerte Straße nach Kapetaniana führt. Unzählige Kurven und Serpentinen brachten mich nach oben. Dabei musste ich öfter Geröll und kleineren Felsen auf der Straße ausweichen.
Kapetaniana ist ein zweigeteiltes Dorf. Im oberen fand ich gleich einen Parkplatz und konnte von dort meine Wanderung beginnen. Immer entlang dem kurz nach diesem Platz zu einer Schotterpiste werdenden Wirtschaftsweg (offizielle Straße!). Zu Fuß ging es gut, ansonsten würde ich nur mit einem Geländewagen auf diesem Weg unterwegs sein wollen. Der Straße folgte ich bis zum Fuß des Kofinas, den ich fast die ganze Zeit sehen konnte.
Am Morgen war die Spitze noch in dunklen Wolken getaucht, die nach und nach wegzogen. Bis ich dort ankam, hatte ich die Möglichkeit eine kleine Kapelle zu besichtigen, einen spärlicher Überrest eines Minoan Tempels und die Fütterung von Ziegen und Schafen. Gerade die Schafe waren die ganze Tour über zu hören.
Am Kofinas folgte ich dem Felssteig zur Spitze. Im unteren Bereich ist dies noch harmlos und mit einem Holzgeländer gesichert. An einer Engstelle würde es über mehrere Eisentreppen und ausgesetzten Abschnitten weitergehen. Würde! Ich stoppte hier. Die Eisentreppen waren schon arg zerbeult, das Holzgeländer nass und die Erde bis zum Kofinas gut mit Wasser getränkt. Also lieber nichts wagen. Schon von der Engstelle und ein paar Punkten davor hatte ich eine tolle Aussicht über die Insel.
Zunächst folgte ich dem Weg zurück, zu einer kleinen Kapelle am Fuß des Kofinas. Von dort ging es weglos über ein Geröllfeld nach unten. Hin und wieder zeigte sich ein kurzer Trampelpfad. Im Grunde war es ein laufen nach Gefühl und regelmäßigem Vergleich mit der Route via GPS. Grob 1,3 Kilometer später traf ich wieder auf den Wirtschaftsweg, dem ich zurück nach Kapetaniana folgte. Am Ort der Ziegen- und Schaffütterung blockierten diese den Weg. Sobald ich mich näherte, flüchteten sie alle ein paar Meter zur Seite und ich konnte in Ruhe durch die Herde laufen.
In Kapetaniana angekommen, tausche ich die Wanderstiefel gegen Turnschuhe und schaute mir den oberen Ortsteil an. Danach fuhr ich zum unteren. Fuhr, da ich nach einem Essen ungern sehr steile Gassen nach oben laufen wollte.
Im unteren Ortsteil befindet sich ein großer Parkplatz, welcher zum Thalori Rertreat gehört. Für den Hotelkomplex wurden viele der alten Häuser als “Zimmer” hergerichtet. Alleine dort durchzulaufen, war toll. Zum Thalori gehört zusätzlich eine auf Kreta geschätzte, gute traditionelle Küche. Der Raum war, wie ich eintrat komplett gefüllt. Für draußen war es schon zu kühl, da das Dorf auf ~710 und 820 Metern liegt. Alle Gäste, wurde mir gesagt, seien Griechen und ich wäre die Einzige nicht Griechin dann. Macht doch nix! Ich einen Platz am letzten kleinen freien Tisch in einem Gastraum, der sehr gemütlich war. Für wärme sorgte ein Feuer im offenen Kamin.
Mein sehr spätes Mittagessen oder doch frühes Abendessen war lokales Lamm in einer Limonensoße mit Pommes. Danach gab es zu einem Espresso einen typischen warmen Kuchen mit Käsefüllung und Hönig darüber. 😊
Danach beeilte ich mich auf der Rückfahrt. Die Bergstraße wollte ich noch im restlichen Tageslicht hinter mich bringen. Der kleine Clio musste dazu schon sehr mit Drehzahl gefordert werden. 😁
Zum Meer hin boten sich ein schöner Sonnenuntergang mit rötlichen Wolken während der Abfahrt, während zur Inselmitte alles in einem dunkleren Blau verschwamm. Herabfallender Regen in der Ferne war dennoch gut zu erkennen und später auch zu erleben. Wenn es ordentlich regnet, dann richtig. Bei der Durchfahrt von Agi Deka, dem letzten Ort vor der Schnellstraße nach Heraklion war die Hauptstraße völlig überflutet.
Im weiteren Verlauf hatte es fast durchgehend geregnet. Erst in Gazi regnete es nicht mehr.
Wanderung: ~12,5 Kilometer, ~480 Höhenmeter
27. Dezember 2024 – Red Castle – Agia Galini
Über Nacht hatte es geregnet, was während des Frühstücks am Morgen nur ein leichtes Tröpfeln war. Es sollte den ganzen Tag regnen. Außer im Süden um Tympaki. Während der Fahrt in den Süden regnete es leicht. Erst ab Tympaki hörte dies auf.
Am Red Castle, einem Fischrestaurant (im Winter geschlossen) in Kokkinos Pirgos angekommen, war es wie meine genutzte Wetter-App vorhersagte nur bewölkt. Das Red Castle liegt direkt am Strand, den ich über viele Kilometer folgte. Über die Steine, die eine mittlere Größe haben war das Laufen anstrengend. Bei jedem Schritt bewegte sich der Untergrund und ich musste aufpassen das ich nicht umknicken würde. An mehreren Stellen war der Saum schmal bzw. wurde durch heruntergefallene Felsen schmaler. Das ein oder andere Mal hieß es auf die Wellen aufpassen und bei kleinen Wellen die Stelle passieren um trocken zu bleiben. Insgesamt waren es nur kleine Wellen, die sich am Strand umschlugen und somit während der gesamten Tour bis Agia Galini ein schönes Rauschen gaben.
In Agia Galini, dem nächsten Ort angekommen suchte ich mir ein Café. Eigentlich wollte ich nur ein Stückchen zum Kaffee, sowas gab es im Karma jedoch nicht. Am Ende wurde es ein Omelett Special. Das Special bezieht sich auf das Gemüse usw. was im Omelett ist und sich nach dem was in der Küche vorrätig ist variiert.
Ein kleiner Rundgang in Agia Galini wurde sogar mit ein paar zaghaften Sonnenstrahlen belohnt. 😊
Es folgte der Rückweg. Dazu nahm ich den Fuß- und Radweg oberhalb der Küste. Zuerst dachte ich es wäre ein Scherz als ich es in der Karte gesehen hatte, aber dem ist nicht so. Ein Schotterweg wurde plötzlich zu einem ausgebauten Weg mit Laternen. Genauso plötzlich hörte er dann aber auch nach ein paar Kilometern auf und ging in einen Schotterweg über. Allerdings kamen später mehrere Einschnitten die durch Ausschwemmungen entstanden sind. Zu Fuß konnte ich ohne Probleme weitergehen. Bis…. Dann kam ein sehr großer Einschnitt und der Weg hörte in der Karte dort auf. Ein anderer Weg sollte oberhalb weiterführen. So kraxelte ich den Einschnitt nach oben. Puh, ganz schon anstrengend. Einfacher wäre es gewesen einen halben Kilometer zuvor an einem leichten und kurzen Gefälle zum Strand zu laufen.
Dann war ich jedoch oben am anderen Wanderpfad und hatte eine sehr tolle Aussicht. Hat sich die Krakxelei doch gelohnt. Den Pfad bis zu einem Tor und ab dort einem Wirtschaftsweg bzw. einer Straße entlang war einfach. Ungefähr einen Kilometer vor dem Red Castle führt eine Treppe hinunter zum Strand, die ich nahm. So lief ich den restlichen Weg wieder am Strand entlang.
Alles ohne Regen und meistens sogar nur im T-Shirt. 😀
Von dort fuhr ich nach Heraklion. Unterwegs regnete es wieder. In der Nähe der Altstadt fand ich einen Parkplatz. Es regnete zwar nicht, bei Windstärke 4 – 5 bogen sich die Bäume und die Wellen waren hoch und versprühten einen Salznebel.
Das Utopia war bald erreicht. Leicht irritiert war ich, das es ein Utopie und ein Blue Utopia gibt. Diese liegen gegenüber und wie sich herausstellte gehören sie zusammen. Ich bestellte mir eine warme, dunkle Schokolade mit Haselnüssen und eine Süßigkeit. Teigkugeln mit einer Cremefüllung verziert mit Weißer und Dunkler Schokolade. Super lecker und super satt machend.
Wanderung: ~12 Kilometer, ~200 Höhenmeter
28. Dezember 2024 – Matala – Retry
Es regnete wieder am Morgen und fast die ganze Fahrt nach Matala über. Nur fast, denn deutlich vor Matala hörte es auf. Es war nur noch bewölkt.
Der Aufstieg auf das Plateau war der selbe wie beim letzten Mal. D. h. vor dem Erreichen einer Steinpyramide etwas kraxeln. Oben angekommen begrüßte mich ein ordentlicher Wind. Windstärke 3 Bft, in Böen 4 Bft. Natürlich von vorne. 🙃 Obwohl, mit dem Wind machte es sogar Spaß über das Plateau bis zum Mystical View Point zu laufen. Dieses Mal sogar den vorgeschlagenen Weg aus dem Wanderführer und nicht den kürzesten. Die Aussicht bis dorthin war toll mit den Bergen und ihren weißen Kuppen. Der Mystical Viewpoint erschien mir allerdings weniger Imposant. Beim letzten Mal war durch den Regen und Sturm eine größere Brandung.
Jetzt folgte der Streckenabschnitt an der Küste, den ich noch nicht laufen konnte. Immer an einer Steilküste entlang führte der Pfad leicht nach oben. Dann wieder nach unten bis fast zur Wasserlinie. Hier war ich an den Kalkfelsen, die wie eine Welle ausgewaschen sind. Toll mit dem gegenüberliegenden geschichteten Felsformationen, welche sanft in das Meer abfallen.
Über diese Felsenlandschaft ging der Weg weiter und zwar länger mit gelegentlichen Markierungen in Form von roten Punkten. Die waren nur von weitem kaum zu erkennen. Ein gelegentliches Überprüfen der GPS-Position bestätigte, das ich auf dem richtigen Weg war. Ein letzter weitläufiger Einschnitt musste umrundet werden und schon war ich am Aussichtspunkt zu Matala.
In der Nähe der Kante zu Matala folgend kam ich erneut zur Steinpyramide. Nun war der Weg von oben klar und deutlich zu erkennen. Mein Fehler beim Aufstieg war an einer entscheidenden Stelle nicht die roten Punkte gesehen zu haben, sondern dem ausgetretenen Pfad gefolgt zu sein. Ich war fast richtig gewesen am Morgen. Mit einer geringen Variation lief ich deutlich gemütlicher hinab nach Matala.
Wo ich denn schon da bin am Hippiedenkmal, kann ich doch noch weiter. Durch Matala und die erste Straße nach links passierte ich reichlich Parkplätze. Dahinter kam eine einfache Schlucht, die es zu überwinden galt um auf der anderen Seite hinunter zum Meer zu laufen. Da war ich dann am Red Beach angelangt – der eigentlich Kokkini Ammos heißt. So ganz Rot war er nicht, das soll sich mit dem Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ändern.
Witzig waren die bemalten und beschrifteten Steine um etwas, das eine offene Bar sein soll. Weiter gab es zwei Gebäude und das eine schrie förmlich nach Hippie. 😀 Bunt mit ganz vielen Sprüchen. Den besten Mojito des Strandes soll es dort geben – zumindest wenn geöffnet ist. 😅 Das zweite Gebäude war eher eine unscheinbare Bar oder so was ähnliches.
Zurück nach Matala musste ich den Berg wieder hoch laufen. Auf dem Weg nach oben vernahm ich ein Husten. Wie sich herausstellte kam es von einem Mann, der vor einer Höhle saß.
Den Weg dann mehr nach links haltend kam ich an einer anderen Stelle in Matala heraus. Dieser Weg ist länger, dafür aber auch einfacher zu laufen. Eine Runde in Matala verband ich mit einem Besuch im Music Café Bar Matala. Wieder ein Kaffee und eine Waffel.😊 Kaum saß ich kam schon eine der Katzen an und wollte schmusen. War gar nicht so einfach diese später von meiner Waffel abzuhalten.
Am Strand wollte ich mir die Höhlen genauer ansehen. Das geht im Winter leider nicht. Es ist ein offizielles abgesperrtes archäologisches Areal und war verschlossen.
Auf dem Rückweg fing es mal wieder an zu regnen. In Gazi war es nur bewölkt und ich konnte noch ein paar Bilder von der Brandung machen.
Das Thigaterra ist nur zwei Kilometer entfernt und es nieselte nur ganz leicht auf dem Weg dorthin. Auf dem Rückweg kamen zweimal kurze Schauer. In weißer Voraussicht hatte ich ja Regenkleidung dabei gehabt.
Wanderung: ~8,6 Kilometer, ~570 Höhenmeter
29. Dezember 2024 – Sfendoni-Höhle
Wieder war ein Regentag angesagt. An diesem Tag war kein Fleckchen der Insel ohne eine Regenvorhersage. Zusätzlich wurde Wind mit der Stärke 4 – 5 Bit und in Böen 6 Bft. Angekündigt. Am Strand war dies gut zu spüren und an den Wellen zu sehen.
Am spätere Vormittag machte ich mich auf nach Zoniana um die Sfendoni-Höhle zu besuchen. Gerade als ich das Ticket kaufte, begann eine geführte Tour. Der Guide wartete auf mich und noch ein paar Minuten auf mögliche Nachzügler. Sodann erfolgte die geführte Tour in Griechisch und Englisch. Im Vergleich zu den Grotten de Han oder der Grottes de Remouchamps, die ich in Belgien besuchte war diese vergleichsweise kurz. Diese, wie die beiden Höhlen in Belgien hatten unterschiedliche Gestaltungen und für einen Regentag ist der Besuch auf alle Fälle gut. Durch den Guide erfuhren wir, das die Höhle das ganze Jahr eine gleichmäßige Temperatur aufweist und im vorderen Teil in früheren Zeiten Käse zur Reifung aufbewahrt wurde. Von den Fledermäusen bekamen wir keine zu Gesicht. Diese schlafen am Tag in einem für Besucher nicht zugänglichen Bereich.
Da ich viel Zeit hatte, nahm ich für den Rückweg nach Gazi eine andere, längere Route. So boten sich noch ein paar schöne Aussichten auf dem Weg.
In Gazi stoppte ich bei einem Café für ein Getränk und ein Pizzastück.
30. Dezember 2024 – Schnee
Der Tag begann mit Regen und viel Wind. Verzögert machte ich mich am späteren Vormittag zu einer Tour los. Es könnte dort am Nachmittag zumindest nur bewölkt sein. Leider war dem nicht so. Es nieselte ganz leicht. Da es sogar im Inselinneren stürmte und die Temperatur unter 10 Grad lag, entschied ich mich nicht die Tour zu einer Berghütte zu gehen.
Statt dessen fuhr ich weiter über kleinere Straßen nach Krousnas. Eine kleine Bergstadt mit annähernd 3000 Einwohnern. Das ist auf Kreta schon was größeres. Da gerade eine Regenpause war, nutze ich das zu einem Spaziergang. Ein paar nette Stellen hat der Ort zu bieten. Viele Lebensmittelmärkte hatten offen, daneben ein verrauchtes Restaurant und ein Café, das sich als Shisha-Bar entpuppte. Ein paar Jugendliche saßen um eine Shisha und kicherten – wohl zu viel inhaliert. 😅 Alles andere, was wie Café, Bäckerei oder Restaurant aussah war geschlossen und das scheinbar länger.
Über Bergstraßen kam ich bis Anogeia. Ab dort kamen mir Autos mit kleinen Schneemännern vor der Windschutzscheibe entgegen. 😀 Ich bin also auf dem richtigen Weg. Nachdem ich über die Bergstraße gut 300 Meter höher gelangte, waren schon die ersten kleinen Schneeflächen zu sehen. Kaum 5 Minuten später war es fast ein durchgehender Schneeteppich auf 1100 Metern bei 3 Grad. Die Straße war frei, durch den Nebel war aber aufpassen angesagt. Immer wieder parkten Autos mit Warnblinker am Straßenrand. Es wurden Schneemänner gebaut, Schneeballschlachten geschlagen oder einfach ein paar Meter im Schnee gelaufen.
Viel weiter nach oben fuhr ich nicht. Der Psilorits ist mit 2456 M der höchste Berg Kretas und war bestimmt komplett im Schnee. Mit dem Mietwagen und den Reifen wollte ich jedoch nichts riskieren. Mir genügte es schon so im Schnee gewesen zu sein. 😀
Die Sightseeing nach Heraklion gestaltete ich durch ein anderes Tal wie zuvor bergauf. Dabei musste ich ein paar Mal auf Ziegen achten, die am Straßenrand oder auf der Straße unterwegs waren. In Heraklion war es nur stürmisch, so das ich ohne nass zu werden in das Utopia kam. Eine Schokolade und eine Waffel mit Schokolade mit Karamell waren der Abschluss der Tagesfahrt.
Für das Abendessen hatte ich mir das Hanzo ausgesucht. Klassisch Sushi.
31. Dezember 2024 – Karfi – Kritsa-Schlucht
Der morgen sah schon viel besser aus. Kein Regen und weniger Wind. Da es die letzten Tage geregnet hatte, hatte ich mich für eine Bergtour im Osten und gegen eine Zwei-Schluchten-Tour in der westlichen Mitte entschieden.
Die Anfahrt bis Tzermiadon war schön. Durch das bergige verliefen die schmalen Straßen in Serpentinen nach oben und unten. Tzermiadon liegt in der Lassithi-Hochebene. Eine große flache Ebene mit viel Landwirtschaft, die umringt von Bergen geschützt nach außen ist. Die höheren Berge strahlten in hellem Weiß, da der Niederschlag der vorherigen Tage so weit oben als Schnee fiel.
Von der Ortsmitte machte ich mich bei 8 Grad auf die Tour. Kaum hatte ich den Ort hinter mir gelassen, kam ich an mehreren Gehegen mit Schafen und Lämmern vorbei. Ein lautstarkes geblökke begleitete mich, solange ich in der Nähe war.
Der eigentliche Einstieg verläuft bergauf auf einem alten, ganze alten Weg, den schon die Minoer angelegt hatten. Langsam ging es bergauf bis zu einer Kreuzung. Ab dieser war es ein Wanderweg durch das Geröll. So hieß es wieder einmal genau auf die roten Punkte achten bzw. diese suchen um den Weg zu finden.
Hat geklappt und nach gut vier Kilometer war ich auf der Spitze des Karfi. Die letzten Höhenmeter wurden von kräftigerem Wind begleitet, weshalb ich am Gipfel schnell zur Daunenjacke wechselte. Bis dahin war es meist gut bewölkt mit gelegentlichen Sonnenstrahlen. Nun zogen dunklere Wolken auf und ich war sogar kurz in den niedrig hängenden Wolken.
Hinunter nach Tzermiadon folgte ich dem Wanderweg E4. Dabei löste sich die Bewölkung und es wurde sonniger. Unterhalb des Gipfels machte ich einen Abstecher zu den Überresten eines uralten Gebäudes. Auf dem weiteren Weg waren noch andere Bauwerke der Minoer zu sehen, die teils vor über 3000 Jahren errichtet wurden Nicht zu übersehen waren die Mauern, die große Bereiches eines Berghanges in Terrassen stuften.
Kurz vor Tzermiadon begrüßten mich weitere Horden von Schafen. Die wenigen Ziegen unterwegs waren verhältnismäßig ruhig und eher durch die Glocken zu hören gewesen.
In Tzermiadon nahm ich auf dem Rückweg ein paar der alten Gassen bis zum Auto. Da waren einige alte und sehr alte verfallene Gebäude. Dazwischen fanden sich gut erhaltene oder neue Gebäude. Eine Mischung, die so eher selten vorkommt.
So früh am Nachmittag, da läßt sich noch was machen…. Ich fuhr in rund einer Stunde über Bergstraßen nach Kritsa. Zuerst zu einem Pass nach oben und fast in die Höhe, auf der Schnee lag. Hinunter in das nächste Tal waren verschiedene hohe Gräser was ich am meisten wahrgenommen hatte. Als das Tal breiter und flacher wurde, befand ich mich umgeben von Olivenbäumen so weit ich sehen konnte, Immer wieder sah ich Kreter bei der Olivenernte oder Pickups voll mit Säcken voller Oliven.
In Kritsa angekommen machte ich am Café Massaro halt. Der Kaffee mit dem Crêpe tat gut. Dann wollte ich über eine Seitenstraßen wenden. Gar keine gute Idee. Die lief in einen winzigen Platz und von dort in zwei Gassen. Die nach unten war etwas breiter, aber auch gerade so, das ich mit dem Auto dort hinein manövrieren konnte. Puh. Ein paar Gassen weiter war ich wieder auf einer normalen Straße und fünf Minuten später am Ausgangspunkt zu einer Schluchtenwanderung. Vielleicht ist hier nicht ganz so viel Wasser unterwegs, da es keine Schneeschmelze gab.
Es ging einige Meter über einen schmaleren Pfad hinunter in die Schlucht. Durch diese Schlucht folgte ich im Grund die gesamte Zeit im Bachbett. D. h. Ich musste immer wieder kraxeln. Manchmal waren sogar Eisen zur Hilfe angebracht und einmal sogar ein Seil. Die Schlucht ist nicht besonders lang, aber sehr schmal und von hohen Wänden eingefaßt. Mit dem grau und rot/braun der Steine ergab sich ein schönes Farbspiel. Getoppt wurde das durch die mitunter maximal einen Meter breite Schlucht. Eine wirkliche tolle letzte Wanderung für diesen Urlaub. 😀
Oben angekommen brachte mich ein ruppiger Wirtschaftsweg, der in einen ruppigen Wanderpfad überging zurück zum Ausgangspunkt.
Mit der einsetzenden Dämmerung fuhr ich nochmal nach Kritsa und unternahm einen schnellen Spaziergang. Viele kleine, verwinkelte Gassen gibt es dort und der obere Ort (Altstadt) gefiel mir. So, nun aber hieß es los nach Gazi; zurück zur Unterkunft.
Zum Abendessen blieb die Auswahl begrenzt, da zu Silvester vieles geschlossen hatte. Im Petousis hatte ich einen Tisch bekommen und wurde satt.
Zum KarfiKritsa Schlucht
Wanderung zum Karfi: ~8,5 Kilometer, ~550 Höhenmeter Wanderung durch die Kritsa-Schlucht: ~3,8 Kilometer, ~120 Höhenmeter
01. Januar 2025 – Abschied
Wie immer am letzten Tag: Frühstücken, packen und Check Out. Mit dem Auto fuhr ich bis an den Rand der Innenstadt von Heraklion. Ein gemütlicher Spaziergang brachte mich zuerst an der Küste entlang bis zur anderen Seite der Innenstadt. In der Ferne konnte ich die weißen Spitzen des Psiloritis Massivs in strahlendem Weiß vor blauen Himmel sehen.
Am Hafen für die Fähren bog ich in die Innenstadt ab. In einem Bogen und Zick-Zack kam ich bis zum zentralen Platz. Bei ML Espresso Bar bekam ich meinen Kaffee und ein Schoko Croissant mit cremiger Schokofüllung. 😊
Es folgten weitere Gassen durch die ich schlenderte. Dann kam ich in eine Gasse, in der sich sehr viele Graffiti und Wandmalereien befinden. Ganz mein Ding. 😀
Einige Gassen weiter gelangte ich zum Auto zurück. Über die Straße an der Küste fuhr ich Richtung Flughafen. Die letzte Tankstelle vor dem Flughafen nutze ich zum Tanken. Voll bekommen, also voll abgeben. Bei der Abgabe des Autos wurde dies grob begutachtet. Der Herr meinte, es hatte geregnet und die Schrammen dürften wohl schon vorher gewesen sein und es sollte kein Problem geben. Im Bericht, den ich kurz danach per E-Mail erhielt sind drei Stellen markiert. Interessanterweise nicht die Stelle, die bei der Übernahme markiert war. Wird sich zeigen, ob die Kaution komplett zurück kommt oder ob ich die Versicherung bemühen darf. [Update: Es gab den vollen Kautionsbetrag zurück]
Viel zu früh war ich dann zwar am Flughafen, so konnte ich jedoch noch in Ruhe eine Kleinigkeit essen und mich in der Sonne vor dem Flughafengebäude im T-Shirt lümmeln.
Abgabe des Gepäcks, Sicherheitscheck und warten waren danach angesagt. Der Abflug verschob sich um 20 Minuten
Spaziergang: ~6,5 Kilometer
Resümee
Kreta geht im Winter für Wandertouren ganz gut. Es ist jedoch Flexibilität erforderlich, da bei Regenankündigungen andere Inselregionen aufgesucht werden sollten. Oft kam es vor, das es im Norden regnete und im Süden nur bewölkt war oder sogar die Sonne schien. Wenn die Sonne sich zeigte, dann war diese sehr wärmend. T-Shirt-Wetter war dann angesagt. 😊 Gefühlt war das Wetter wie bei uns im Herbst.
Regen gibt es auf Kreta gefühlt nur in zwei Ausprägungen. Entweder leichter Nieselregen oder starker Regenschauer. Bei und nach einem Regenschauer sind die Straßen mehr oder weniger überflutet. Der Niederschlag kommt auf den höheren Bergen, wenn es kalt genug ist als Schnee. Oft habe ich die weißen Bergspitzen gesehen. Eine Wandertour bis in den Schnee ergab sich leider durch das Wetter nicht.
Die Insel ist sehr reich an Schluchten und Touren durch Schluchten. Ein paar können immer begangen werden, einige jedoch nicht, wenn es regnet oder zuvor geregnet hat. Denn, wenn der Weg im Bachbett verläuft, das aber voll ist, ist ein Laufen dort nicht sicher möglich.
Im Westen bin ich keine Tour gelaufen, da die Anfahrt mir zu lange gewesen wären. Damit gibt es noch genügend unentdeckte Touren für mich im Westen für einen anderen Urlaub. Dann vermutlich zu einer Jahreszeit, zu der es deutlich weniger Regentage geben soll, sonst wird das mit den Schluchten ja nichts.
Unschön empfand ich, dass sehr viel Müll an den Straßenrändern und Wirtschaftswegen lag. Hier bedarf es noch reichlich Aufklärung.
Wer im Winter nach Kreta kommt, muss mit deutlich weniger offenen Hotels, Restaurants, Cafés usw. rechnen. Mit ein bisschen Planung ist dies kein Problem – zumindest in den größeren Orten. Einfach war dafür das Finden von Parkplätzen. Ich hatte für keinen Parkplatz eine Gebühr zahlen müssen. Im Winter ist einfach zu wenig los, als das es sich für die Betreiber lohnen würde.
Essen
Im Winter sind nur ein paar Restaurants auf Kreta geöffnet. Insofern hatte ich Glück, das es ein paar in der näheren Umgebung meiner Unterkunft welche gab. Andere wie das Thalori oder das Utopia hatte ich als Tipp von einer Kreterin bekommen.
Heaven – sehr gemütlich; Griechisch, International
Dolomiten oder Ardennen? In den Dolomiten war ich noch nicht und ein deutlich verlängertes Wochenende würde da schon gehen. Da es jedoch in höheren Lagen in den Alpen bereits im September schneite entschied ich mich für die Ardennen. Vor über einem Jahr war ich im nördlichen Teil der Ardennen, im nächstgelegenen Ort zum höchsten Berg Belgiens. Somit war klar das es dieses Mal der südlich Teil sein wird.
Durch einen Podcast von Reisen Reisen im August 2024 wurde ich auf die Grotten von Han und den Wildtierpark aufmerksam. Die Grotten sagten mir bereits etwas. Bei meinem letzten Belgienbesuch waren sie mir nur zu weit vom damaligen Campingplatz entfernt.
Dadurch war dann schon mal die Gegend festgelegt. In Han-Sur-Lesse gibt es den Campingplatz Le Pirot. Die Webseite kann in vier verschiedenen Sprachen angezeigt werden. Die Wallonie, also dort wo Han-sur-Lesse liegt wird vorwiegend französisch gesprochen. Da ich diese Sprache nicht beherrsche, entschied ich mich für eine Reservierung per E-Mail in englischer Sprache. Tja, die Antwort kam im besten Französisch. 😅
Bonjour, votre réservation du 3/10 au 6/10 a bien été prise en compte.
Si vous arrivez en dehors des heures d’ouverture, une enveloppe à votre nom, avec votre numéro d’emplacement vous attendra à droite de la porte du chalet d’accueil.
Cordialement
Danna et Pierre
Wie gut, das die automatischen Übersetzer schon recht weit sind. Wenn ich nicht zu Rezeptionszeiten komme, liegt ein Umschlag mit meinem Namen bereit. Passt doch.
03. Oktober – Anreise und Höhle von Han
Nach einem gemütlichen Frühstück mit Brötchen, Marmelade und Kaffee machte ich mich auf den Weg nach Belgien. Han-sur-Lesse ist ein Ortsteil von Rochefort und liegt im südlicheren Teil der Ardennen. Daher führte mich das Navi an Trier vorbei, um Luxembourg in Luxembourg und von dort nach Belgien. Mit einer Pause war ich nach viereinhalb Stunden an meinem Ziel.
Ein Campingplatz auf einer Insel des Flüsschens Lesse. Eigentlich sollte neben dem Eingang ein Umschlag mit allen nötigen Informationen sein. Eigentlich. Zum Glück war jemand zum Rasen mähen vor Ort und konnte mir behilflich sein. Es war mir der Platz 31 zugewiesen. Vielleicht bekomme ich an einem anderen Tag noch heraus wo dieser ist, den gefunden hatte ich ihn nicht. Da der Campingplatz bis auf drei Zelte leer war, entschied ich mich für einen Platz in der Nähe einer Tisch-Bank-Kombination (Platz 34).
Der Himmel war ordentlich bewölkt und ein leichter Wind blies. So beeilte ich mich mit dem Aufbau des Zeltes, auch wenn kein Regen vorhergesagt war. Alles war soweit fertig um mich einem späten Mittagessen oder Snack zuzuwenden. Im Dorf entdeckte ich eine Fritur. Super Fritten gehen in Belgien immer. Leider stellte sich heraus, das aufgrund eines Familienvorfalles geschlossen war.
Die Straße weiter erreichte ich den Ausgangsplatz für die Grottentouren, den Wildtierpark und einigem mehr. Auf dem gesamten Gelände, das einem Park ähnelt, waren die verschiedensten Vogelscheuchen aufgebaut. Ganz lustig, so zum Herbst. Im Parkgelände zwischen Straße und Abfahrtsstelle zur Grotte bzw. zum Wildtierpark stehen einige Stände, von denen nur einer mit Kaffee und einer mit Fritten offen hatte. So kam ich dann noch zu meinen Fritten mit Soße Andaluse. 😊
Mit genügend Zeit bis zur Abfahrt kam ich am Zelt für die Tram an. Pünktlich stoppt sie am Zelt und wir konnten nach Kontrolle der Tickets in die über 100 Jahre alte Tram einsteigen. Mit Gebrumm vom Motor und Gequietsche der Tram mit den Gleisen fuhren wir leicht bergauf durch einen Wald bis zum Eingang in die Grotte. Wobei das der Eingang für die längere, fast zweistündig Tour ist. Es gab ein Schild mit Französisch und Niederländisch um es dem Guide leichter zu machen. Zum Glück fragte der Guide ob alle dies verstehen. Ein paar andere und ich hoben die Hand und unser Glück war das er dann sogar deutsch konnte.
So ging es mit der Truppe unter der Führung von Höhle zu Höhle. Insgesamt zwei Kilometer und bis zu über 100 Meter tief unter der Erde waren wir unterwegs. Die Höhlen haben eine erstaunliche Größe. Bei der Grottendurchquerung passierten wir mehrmals die Lesse, die für ein paar Kilometer durch den Berg fließt. Bei Hochwasser, was wir nicht hatten, sind manche Gänge nicht passierbar.
In einer der größten Höhle gab es kurz vor Ende der Führung noch eine Lichtshow. Sehr schön und stimmig gemacht erzählt sie die Geschichte der Entstehung.
Mir kam nach ungefähr einer halben Stunde nach Beginn der Führung eine Fledermaus lautlos entgegen geflattert. Lt. Guide würde es nur sehr wenige Tier in den Höhlen geben.
Die Höhlendurchquerung endet am Park, an dem die Tram ihre Haltestation hat. Von dort lief ich ohne Halt zum Campingplatz. Das Prähistorische Museum kann ich mir an einem anderen Tag ansehen.
Etwas später machte ich mir die von Zuhause mitgebrachte Gulaschsuppe warm und aß sie mit dem Rest des Brotes, das ich noch hatte.
04. Oktober – Wildtierpark
Kalt wurde es die Nacht. Im Winterschlafsack hatte ich dennoch einen angenehmen Schlaf und wachte ausgeruht auf. Der erste Blick aus dem Zelt war sehr begrenzt. Alles lag im Nebel und das Thermometer zeigte 4 Grad an. Gefrühstückt wurde daher im Zelt und zum Kaffee kochte ich noch genügend Wasser für die Teekanne.
Mit einem weiteren Kaffee und Lesen verbrachte ich die nächste Stunde, denn die Grotten und der Wildpark sind erst ab 10:00 Uhr zu begehen. Dann machte ich mich fertig für den Tag. Zuerst lief ich zur Rezeption, die offen hatte um mich anzumelden und meinen Aufenthalt zu zahlen.
Quer durchs Örtchen kam ich wieder zum Abfahrtspunkt zu den Grotten und zum Wildtierpark. Um zum Wildtierpark zu kommen, nahm ich den Fußweg. Noch lag alles im Nebel und die Vogelscheuchen im Park passten dazu ganz gut.
Durch den Wildtierpark geht es auf einem angenehmen Weg. An den verschiedensten Gehegen waren meistens die angegebenen Tiere zu sehen. Ein paar versteckten sich allerdings erfolgreich. Über alles dominierten die Hirsche, da Brunftzeit war und ihr dumpfes Röhren weit zu hören war.
Lustig war der Baumwipfelweg bei den Polarfüchsen. Von Baum zu Baum ging es über wackelige Hängebrücken. 😀
Die Auerochsen und die Bisons hatte ich leider nur weit im Wald als braune Erhebungen am Boden sehen können. Wie mir später eine Rangerin sagte, wandern diese umher und manchmal in ein Gebiet, das weder zu Fuß noch mit dem Safari-Bus erreicht werden kann. Schade.
Der Wildtierpark macht um 10:00 Uhr auf und die ersten Busse fahren ab 10:30 Uhr. Daher war ich ab 10:00 Uhr zu Fuß ziemlich alleine. Nur an ein paar Punkten trafen sich die Busse und Fußwege. Bis fast zum Ende waren dann jedoch wenige unterwegs. Erst kurz vor Ende erwischte ich eine Kindergartengruppe bei den Braunbären. Danach kam die Rückreise per Bus, da lt. Rangerin die Tram nicht fahren würde. Aufgrund ihres Alters fährt diese nicht bei niedrigen Temperaturen. Als ich dann am Abfahrtsplatz zurück kam, fuhr jedoch eine los!
In dem Park dort machte ich Pause mit einem Kaffee und einer belgischen Waffel sowie etwas Brot und Käse. In der Mittagssonne sehr angenehm.
Ich entschloss mich von dort direkt zu einer Wanderung aufzubrechen, solange die Sonne schien und mich wärmte. Eine Rundtour über zwei Täler. Durch Wiesen und Wälder ging es. Manchmal auch durch ganz enge Pfade. 😀 Nahe eines Kriegsdenkmals saßen einige Erwachsene auf dem geschotterten Weg und machten sich Notizen. Keine Ahnung warum und wieso an dieser Stelle, ich fand es relaxt, so wie die Gruppe dort saß.
Zurück am Campingplatz duschte ich bevor ich es mir bei einem Nachmittagskaffee gemütlich machte.
Später lief ich zur Kirche in der Ortsmitte. An Wochenenden ist dort ein Wagen, der Fritten und Burger verkauft. Angeblich der Beste Food Truck des Ortes. Ok, an diesem Tag auch der Einzige. Einen Cheeseburger und Fritten mit Soße Samurai bestellte ich. Der Burger war wirklich sehr gut und warum die Soße Samurai heißt, weiß ich nun auch. 😈
Eine Ortsrunde zur Verdauung und ich war wieder am Campingplatz. Dort konnte ich mich einem Bier, das ich zuvor kaufte widmen. Das Bier ist aus einer kleinen Brauerei zwei Orte weiter. Zum Nachtisch gab es noch eine Waffel.
Wildtierparkrunde ab Ortsmitte: ~8,4 Kilometer Wanderung: ~8,9 Kilometer
05. Oktober – Follow The Pink Point
War es am vorherigen Morgen schon kalt, so wurde dies nun übertroffen. Nur noch 2 Grad, leichter Nebel und auf dem Gras war Raureif. 🥶 Geschlafen hatte ich wiederum gut und im Zelt war es verhältnismäßig warm.
Gut gestärkt packte ich alles notwendige für die heutige Wanderung. Dazu fuhr ich eine halbe Stunde bis ich den gewünschten Ortsteil von Dinant erreichte. Unterwegs war es manchmal sehr nebelig, manchmal aber auch klar und sonnig. So wechselte sich das ab. Am Ausgangspunkt der Wanderung war es ebenfalls sonnig. Das änderte sich, nachdem ich den Ort zu Fuß hinter mir lies. Durch die Felder lief ich zum Waldrand. Zumindest glaubte ich es, denn viel sehen war nicht.
Im Wald wechselte ich auf einen kleinen Wanderpfad. Immer am Waldrand, aber noch im Wald ging es hoch und runter. Ein wirklich toller Weg, der mich kilometerweit führte. Zuerst am Waldrand konnte ich immer wieder auf die Felder im Nebel sehen, dann wechselte der Pfad leicht und es gab reichlich Abstecher zu Aussichtspunkten weit oberhalb des Flusses Meuse. Auch hier Anfangs noch reichlich Nebel, später mit freier Sicht.
Etliche Kilometer später bog ich ab, um zum Fluss zu gelangen. Auf und ab und am Ende einem Bach folgend. Wobei das am Bach entlang nicht ganz stimmte. Zweimal musste ich ihn durchqueren und dabei teilte sich beim ersten Mal der Weg und der Bach für einige Meter den Weg.
Je tiefer ich lief, desto höher wurden die Felswände und Hänge zu den Seiten. Unten angekommen hieß es einem Wirtschaftsweg bis zu einem Yachthafen folgen. Dort angekommen entschied ich mich für eine längere Pause. Dazu machte ich es mir mit Chillikäse, Brot und Waffeln auf einem Steg des Yachthafens in der Mittagssonne gemütlich. Dabei konnte ich die alte Personenfähre die Ufer wechseln sehen. In Handarbeit wurde dabei die Fähre an einem Seil zum gegenüberliegenden Ufer gezogen.
Die Wanderung begann ich mit einem Langarm-Shirt, einer dünnen Fleecejacke und einer Übergangsjacke. Bis zum Yachthafen zog ich zuerst die Fleecejacke aus und bevor es zum Fluss hinunter ging, tausche ich das Langarm-Shirt durch ein kurzes. Nun am Yachthafen packte ich die Übergangsjacke als letztes in den Rucksack. Der Nebel war verschwunden und die Sonne war angenehm warm um im T-Shirt weiter zu laufen.
Gestärkt ging es einem Pfad an der Meuse entlang bis zu einer sehr langen Kuhweide. Eigentlich waren es mehrere hintereinander, die untereinander offen waren. Die Kühe waren so an die Wanderer und Mountainbiker gewöhnt, das sie sich nicht mal umdrehten.
Es folgte ein Grillplatz und dann ein weiterer Pfad unterhalb der Felsen entlang. Eigentlich hätte ich hier abbiegen müssen lt. Wanderroute. Ich lief jedoch geradeaus weiter. Die Felsen und die vielen Kletterer faszinierten mich. Bis ich merkte, das ich den Abbiegepunkt längst hinter mir gelassen hatte, stand ich vor der Wahl. Es war zu entscheiden ob ich an den Kletterern vorbei zurück laufe oder weiter zum nächsten Ort gehen sollte.
Ich lief weiter, da mir der Weg gefiel. Im nächsten Ort lief ich über mehrere Straßen den Berg hoch und wieder in die entgegengesetzte Richtung zurück. Ein Waldpfad brachte mich zu einer kleinen Straßensiedlung und am Parkplatz danach bog ich auf einen Wanderpfad in den Wald. Die Wandertour sollte hier zwei Kilometer der Straße folgen, was ich wenig spannend fand.
Kaum im Wald erblickte ich wieder die mir bekannten pinken Punkte auf dem Pfad, die mich schon ab dem betreten des Waldes ganz am Anfang begleiteten. Diesen folgend ging es quer durch den Wald und mit Richtungswechsel wieder auf dem vorgegebenen Wanderweg am Waldrand entlang. So gelangte ich zu dem Punkt, an dem ich am Morgen den Wald betrat. Jetzt war nur noch der Verbindungsweg zum Ort zu nehmen.
Zu den Pfaden im Wald sei noch gesagt, das Trittsicherheit von Vorteil ist. Manchmal ging es steil neben dem Pfad bergab. Diese Stellen waren durch die Luftfeuchtigkeit und dem nassen Boden mit Vorsicht zu nehmen.
Nach reichlich Kilometern war ich am Ziel, der Brasserie Caracole. Dort wollte ich für ein alkoholfreies Bier einkehren. Eigentlich! Da es keine alkoholfreien Biere gab und ich noch fahren musste, zog ich von dannen. Nicht weit davon ist die Bäckerei Les Gourmandises du Moulin. Ein Cookie und ein Glas Konfitüre kaufte ich dort.
Zurück am Campingplatz aß ich den Cookie und trank dazu Tee. Der Cookie war richtig lecker. 😋 Manchmal genügen so einfach Sachen wie ein Cookie um zufrieden zu sein.
Nach dem Duschen machte ich mich langsam an das Abendessen. Das geschah an einem Holztisch in der Abendsonne. Für die letzten Bissen zog ich dann doch die Daunenjacke an. Die Sonne hatte sich da bereits unter dem Horizont versteckt und es wurde rasch kühler.
Wanderung: ~20,5 Kilometer, ~330 Höhenmeter Durch meine Abweichung von der vorgegebenen Wanderroute entstand ein Tierchen. 😅
06. Oktober
Am morgen war kein Nebel vorhanden und sogar 8 Grad. Durch die Feuchtigkeit und den gelegentlichen leichten Wind fühlte es sich jedoch kälter an wie die Tage zuvor.
Es war nach dem Frühstück so weit alles zu packen. Das Zelt musste ich dabei völlig nass einpacken. Gefühl war es doppelt so schwer wie normal. Gestopft in den Packsack war der Rest keiner Feuchtigkeit durch das Zelt ausgesetzt.
Vom Campingplatz lief ich ein weiteres Mal zum Startpunkt aller Aktivitäten rund um die Grotten. Einen Blick in das Museum PrehistoHan wollte ich zum Abschied werfen. Zu sehen gibt es neben den üblichen Funden wie Keramik, Schmuck und Speeren viel interessantes zur Entdeckung und Erschließung der Höhlen. Alles fing sogar mit Booten und Taucheranzügen im 19. Jahrhundert an.
Die Wanderung für diesen Tag startete in Grande Mormont. Dazu führte mich das Navi durch viele kleine und große Orte, sowie über Straßen, die ich sonst bestimmt nicht gefahren wäre. Immer wieder schön der Sightseeing-Modus des Navis bei der Vorgabe des schnellsten Weges. 😅
Vom Startpunkt kam ich recht schnell in einen Kiefernwald. Der Duft des Nadelwaldes, auch wenn es kühl und feucht war, war angenehm. An der ersten Kreuzung im Wald wechselte ich den Weg und lief bergab zu einem Fluss. Aus den bisherigen Wirtschaftswegen wurde nun ein schöner Wanderpfad direkt am Fluss entlang. Immer wieder leicht hoch und runter; über Wurzeln und Steine. So mag ich es. 😊
Nach zwei Flussbiegungen hieß es den Fluss zu verlassen. Der nun folgende lange Wirtschaftsweg ging stetig bergauf bis aus dem Wald heraus zu einer Kuppe. Ein weiter Blick bot sich mir. Durch die Bewölkung und die gepflügten Felder leider nicht ganz so imposant an diesem Tag.
Von einer Kuppe kann es nur nach unten gehen. Der gemütliche Weg brachte mich in ein Dorf und dann noch eines und noch eines. Schöne kleinere Dörfer mit alten Gebäuden, steinernen Ställen, die zu Wohnhäusern umgebaut wurden und schnörkelfreie Neubauten im Villenstil. Am Ende eines Dorfes fand sich auf einem Villengrundstück eine öffentliche Bank und eine Schiefertafel mit einem Spruch (natürlich in Französisch):
An einem schönen sonnigen Nachmittag neben ihrem Hund am Hang zu sitzen, ist wie im Paradies. Dort war Nichtstun keine Langweile, sondern Frieden. (M. Kunden).
Auf der Bank machte ich eine kurze Pause. Eine Waffel und Tee als Snack.
In einem der Dörfer, Ollomont, meinte ein Bewohner mit dem ich kurz ins Gespräch kam ich müsse mir unbedingt die Kapelle ansehen. Diese lag am Wanderweg und somit nur ein kurzer Abstecher. Eine ganz kleine Kapelle (Cimetiere de Ollomont) auf einem Friedhof war es.
Einen Ort weiter kam ich an der Friterie au chat l’Heurex nicht einfach so vorbei, ohne mir eine Portion Fritten mit Soße Andaluse zu kaufen.
Weiter durch den Ort Nardin kam ich zu einem Weg durch die Felder mit einem erneuten Blick über die weite Landschaft. Zumindest solange, bis es in einen Wald ging. Dort nahm ich den Weg, wie er in der Wanderbeschreibung vorgegeben war zum Fluss. Nur doof, das dieser dort nicht in die gewünschte Richtung weiter ging. Somit hieß es wieder den Weg hoch zum Waldrand und einen anderen Wanderweg weiter oberhalb des Flusses nehmen. Dieser führte mich später zum Fluss und damit wieder zum gewünschten Pfad.
Wobei die Beschaffenheit am Fluss entlang dort anfangs nicht so toll war. Zuerst konnte ich die matschigen Abschnitte noch durch Trampelpfade umgehen, aber eben nicht bis zum Ende. Langsam und mit Bedacht meisterte ich die grob 50 Meter. Danach kamen nur noch gelegentlich kleine matschige Stellen.
Der Wanderpfad läuft neben einem mäandernden Fluss entlang. Eine schöne und ruhige Gegend. Dämme und abgenagte Bäume deuteten auf Biber hin, von denen ich keine sah.
Der Wanderpfad endet in Petit Mormont, welches an Grande Mormont angrenzt und somit war ich wieder am Startpunkt der Wanderung.
Von dort fuhr ich Richtung Liege und dann Richtung Aachen. Bei Spa in Belgien tanke ich bei einem Kilometerstand von 111.444. Bis nach Hause waren es von dort immer noch reichlich Kilometer. Kurz nach dem Sonnenuntergang kam ich Zuhause an.
Wanderung: ~12 Kilometer, ~330 Höhenmeter
Resümee
Es waren am verlängertem ersten Oktoberwochenende vom Wetter her noch schöne Tage. Klar, morgens und Abends war es bereits ziemlich frisch. Gerade Abends war deutlich zu merken, wenn die wärmenden Sonnenstrahlen verschwanden. Tagsüber jedoch war es angenehm warm in der Sonne.
Mit dem Zelt und Schlafsack war trotz der niedrigen Nachttemperaturen ein erholsamer Schlaf möglich. Der Campingplatz Le Pirot liegt auf einer Insel in der Lesse. Auf beiden Seiten mit Staustufen in unterschiedlichen Höhen. Durch die Staustufen gab es immer ein entsprechendes Wasserrauschen. 😊 Hinzu kamen Kanadagänse, welche morgens in der Lesse schwommen. Der Platz war sauber und ruhig; lag vielleicht auch an der Jahreszeit.
Für den Besuch der Grotten und dem Tierpark ist dieser Campingplatz eine gute Basis. In der Umgebung gibt es zudem einige Wanderwege und Rad-/Mountainbike-Wege.
Die Wanderungen waren in einem Umkreis um Han-Sur-Lesse mit einem Radius von bis zu einer Stunde Fahrt gelegen. Die Fahrtzeiten kommen durch die vielen kleinen Landstraßen zustande und sollten daher nicht unterschätzt werden.
Das war sicherlich nicht der letzte Trip in die Ardennen. Der Fokus lag an diesem Wochenende auf dem Grotten- und Wildtierparkbesuch. Vermutlich wird es beim nächsten Mal eher wieder mehr um Wanderungen gehen oder sogar das Gravel Bike mitgenommen. Ausgewiesene Radwege gibt es mehr wie genug.
“Steht in Reiseführern immer dasselbe? Ja, schon, sagt Severin Groebner.”
Und die Begründung im Artikel ist logisch. Bezogen auf Amsterdam steht in den Reiseführern etwas von Grachten, von Fahrrädern, von Cafés und und und… Wieso sollte sich das auch ändern, wenn die Grachten nicht umziehen, die Fahrräder überall zu sehen sind usw.
Von mehreren habe ich positives wie negatives zu Amsterdam gesagt bekommen. Negativ: Abgesehen von einer höheren Kriminalitätsrate ist die Stadt je nach Saison ziemlich voll oder besser gesagt überfüllt mit Touristen. Positiv: Schöne Grachten, viel Grün und viel Wasser und tolle Locations.
Die letzte Info von einer Freundin und die Liste möglicher Orte in Amsterdam eines Kollegen, der dort einige Wochen während einer Workation verbrachte ließen mich dann doch dazu bewegen einen Plan für einen Trip nach Amsterdam anzugehen. Wenn dort soviel Touristen sind, kommt es auf die eine mehr auch nicht mehr an. 😂
Wie kommt man von Frankfurt nach Amsterdam? Die einfachste Möglichkeit bietet tatsächlich die Bahn mit dem ICE. Mit Svarta käme ich nicht wesentlich schneller nach Amsterdam und von den Kosten wäre es vermutlich sogar teurer – abhängig von 1. oder 2. Klasse der Bahnreise mit dem ICE.
Nach dem Fahrplan 2024 ist eine Anreise am Donnerstag und Rückreise am Dienstag mit den günstigsten Preisen bei der Bahn verwirklichbar. Fünf Übernachtungen also, für die es eine Unterkunft zu suchen galt. Die Hotel sind mir zu teuer und die Hostels haben fast nur Mehrbettzimmer und sind dabei nicht wirklich günstiger. Wobei das Bunk Hostel in Amsterdam-Noord, welches in einer alten Kirche ist durchaus seinen Reiz hat. Dort sind die Betten in einzelnen Kabinen mit Vorhang in einem Mehrbettzimmer und die Gemeinschaftsräume sehen auf den Bildern sehr gut aus. Preislich am günstigsten geht es jedoch mit einem Aufenthalt auf einem Campingplatz. Davon gibt es in der Nähe zum Zentrum zwei Stück. Am interessantesten fand ich den Camping Zeeburg Amsterdam. Dieser liegt auf einer (Halb)Insel östlich des Zentrums. Angeboten werden dort u. a. Leihräder, Kajaks und SUP’s. Somit erscheint mir dies eine gute Ausgangsbasis zu sein.
Das Wetter wird zeigen, ob ich auf dem Campingplatz oder im Hostel sein werde.
Und dann war da noch die Bahn. Da ich erst nach meiner Georgienreise mich um die Buchung des Zuges kümmern wollte, hat sich die Preissituation geändert. So entschied ich drei Wochen später und nur von Donnerstag bis Montag zu verreisen.
12. September
Nun ist es soweit und der Tag der Reise nach Amsterdam ist gekommen. Dennoch war er bis Mittags ein normaler Arbeitstag. Zuhause Frühstücken und mit der Bahn nach Frankfurt zur Arbeit fahren waren ein normaler Ablauf. Ungewöhnlich war lediglich der Trekkingrucksack. Den Vormittag arbeitete ich wie üblich und besuchte die Kantine zur Mittagszeit. Dann begann für mich das Wochenende. Arbeitsende war vor 13:00 Uhr. Somit war genügend Zeit für die S-Bahn zum Hauptbahnhof um dort den ICE nach Amsterdam zu bekommen. Die Ansagen im ICE waren auf der Strecke in Deutsch, Niederländisch und Englisch, womit klar war in welches Land es gehen wird.
Etwas über vier Stunden später kam ich in Amsterdam Centraal an. Es war am späteren Nachmittag sonnig und warm dort. Die Straßenbahn 26 sollte mich in die Nähe des Campingplatzes bringen. Ich bin jedoch auf den falschen Seite aus dem Bahnhof und musste diesen damit umrunden. Danach war es einfach. Vier Stationen später stieg ich an der Station Zuiderzeeweg aus. Zu Fuß ging es über eine Brücke bis zur Treppe auf die Inselseite, auf der der Campingplatz Camping Zeeburg liegt. Da ich während der ICE-Fahrt gebucht hatte, war der Check-In schnell erledigt. Auf der Zeltwiese baute ich mein Zelt auf und packte alles aus.
Um den Abend gemütlich anzugehen, lief ich zum Restaurant auf dem Campingplatz. Ein Zeeburger und ein Cider waren meins.
13. September
Für das Frühstück hatte ich meinen kleinen Campingkocher dabei. Zuerst wurde Wasser für den Kaffee gekocht und dann im Pot das Porridge, welches ich mit Cranberries pimpte. Das ich im Zelt frühstückte war gut, denn es war bewölkt und sollte regnen. Kaum war ich mit dem Frühstück fertig begann es tatsächlich leicht zu regnen. So machte ich es mir im Zelt gemütlich und las in meinem Buch.
Es regnete immer wieder, jedoch nie sehr lange. So beschloss ich nach einer Stunde mich doch auf den Weg zur Altstadt zu machen. Dabei kam ich am Zoo vorbei. Auf der Grachtenseite auf der ich lief ist ein altes Umschlagsgebäude welches zu Wohnungen umgebaut wurde. Die einzelnen Abschnitte des Gebäudes waren nach den Monaten und danach nach Orten benannt Lustig, wenn man sagen kann ich wohne in Amsterdam im Dezember. 😅
Als ich nach einigen Kilometern in der Altstadt nahe dem Hauptbahnhof ankam, machte ich Pause im Prins Heerlijk. Kleine Dutch Pancakes mit einem Cappuccino gab es. Die Pfannküchelchen waren lecker, mit der zerlassenen Butter und dem Puderzucker reichlich sättigend.
Vorab hatte ich mir eine Rundtour (GPX) ausgesucht und in meine App importiert. Diese Rundtour sollte mich durch die Innenstadt mit den interessantesten Punkten führen. So lief ich von Centraal zum Platz an dem der königliche Palast liegt, danach gelangte ich zum Anne Frank Haus. Bis hierher kreuzte ich einige Grachten und/oder lief an diesen entlang.
Auf dem Weg bis zum Reichsmuseum kam ich durch einen Blumenmarkt mit einer riesigen Auswahl an Pflanzen, Zwiebeln und Samen. Hier und schon vorher waren waren Geschäfte mit Käse. In einen bin ich aus Neugierde hinein. Reichlich verschiedene Varianten gab es hier, aber auch sehr touristisch aufgemacht.
Eine weitere Kaffeepause gab es im van Campen. Ein kleines, unscheinbares Café welches mit Spezialitäten Kaffee und Säften lockt. Vom Reichsmuseum war es bald erreicht.
Die Oper war das nächste große Gebäude das ich erreichte. Und erneut kam ich danach zu einem Markt. Hier war es Anfangs hauptsächlich Kleidung (auch Second Hand) und ging zu allem möglichen über.
Fast am Ende meiner Tour kam ich noch durch das Rotlicht Viertel. Ein empfohlener Koreaner – Kim‘s So steuerte ich davor für ein verspätetes Mittagessen an. Eine Nudelsuppe mit Seefood wählte ich.
Nachdem ich das Rotlicht Viertel gesehen hatte, machte ich mich auf den Weg zum Campingplatz. Es war ein anderer Weg wir am Vormittag und führte mich durch ein arabisches Viertel. Bei einem Bäcker kaufte ich ein Pizzateigstück für später. Bis zum Campingplatz war es noch einiges an Wegstrecke die ich zurückzulegen hatte.
Den Tag beendete ich mit einem Cider neben dem Holzfeuer im Restaurant des Campingplatzes.
Tour: ~22 Kilometer
14. September
Da es gemütlich war frühstückte ich wieder im Zelt. Vom Campingplatz lief ich an diesem Tag in die andere Richtung zur Tramstation. Der Takt ist hoch und so war es eine kurze Wartezeit bis ich in der Straßenbahn saß und genauso schnell war ich am Bahnhof Centraal.
Am Vortag hatte ich beim Anne Frank Hause ein Boot gesehen, das nicht ganz so nach Massenabfertigung aussah. Von Centraal fahren diese zusätzlichen ab. Der entsprechende Steg war schnell erreicht. Morgens um 10:00 Uhr bei sonnigem Wetter wollten wohl noch nicht viele, womit es reichlich Platz gab auf dem offenen Boot. Der Guide und Barkeeper unterhielt uns gut während der Fahrt. Wenn, dann sollte auf alle Fälle eine Bootstour mit einem dieser kleineren Boote gebucht werden. Einen Bonuspunkt gab es für den Elektroantrieb des Bootes.
Wir lernten während der Fahrt, das die Häuser so schmal sind, da auf die Breite Steuer anfiel. Auf der anderen Seite konnte, wer Geld hatte mit einem breiteren Gebäude den Reichtum zur Schau stellen. Da die Gebäude alle unter Denkmalschutz stehen ist das teuerste Hotel auf mehrere Gebäude verteilt. Es wird ebenso sehr auf den Erhalt und die Farbe der Gebäude geachtet um die Ursprünglichkeit zu erhalten.
Neben den vielen geraden Gebäuden fallen die Dancing Houses oder wie unser Guide sagte die Drunken Houses wegen des Irish Pub in einem auf. Oft stehen die Gebäude auf Stelzen, welche sich manchmal absenken und dann zu solch schiefen Gebäuden führen.
Seven Bridge View
Die Fahrt war nach einer Stunde zu Ende, die durch die gute Unterhaltung viel kürzer erschien. Zu Fuß machte ich mich auf Richtung königlichem Palast. Neben der Kirche dort befindet sich Melly‘s Cookie Bar. Ein Cappuccino gab es zu dem leckeren Schokokuchen. 😊
Weiter ging es nach Osten zum Noordermarkt. Ein Markt, der zweimal die Woche statt findet. Es gab dort alles von Obst, Käse, Blumen bis Krimskrams. Genauso oft waren Stände mit Essen dazwischen. Bei einem Stand kaufte ich Cranberries, getrocknete Apfelringe und mit Schokolade überzogene Nüsse. An einem anderen Stand kaufte ich eine Bratwurst mit Kraut im Brötchen.
Vom Noordermarkt folgte ich einer Gracht zu meinem nächsten Ziel des Tages: La Savonnerie. Ein Geschäft mit reichlich Seifen, von denen einige den Weg zu mir fanden. 😀
In der Nähe des Leidsplein, ein großer Platz habe ich bei einem Asiaten eine Ramensuppen zu Mittag gegessen. Gesättigt schlenderte ich weiter um zum Back in Black zu kommen. Ein lässiges Café mit vielen unterschiedlichen Kaffeesorten unter denen ich mich für den Indonesischen entschied. Zum Kaffee gab es einen kleinen Zettel mit Angaben zur Herkunft des Kaffees. 👍
Über verschiedene Ortsteile lief ich zum Campingplatz. Dabei kam ich durch den schönen Oosterpark und in der Nähe des Campingplatzes durch den Flevopark. Beide lassen die Stadt draußen und bieten Ruhe sowie viel grün. Kleine Oasen in einer fast Millionenstadt.
Zum Abendessen begab ich mich zum Restaurant des Campingplatzes. Es gab ein vegetarisches Curry und an diesem Abend zusätzlich Live Musik.
Tour: ~15 Kilometer
15. September
Das übliche Frühstück war die Stärkung für den Weg nach Javeland. Eine der Inseln die zu Amsterdam gehören. Oder sollte man eher sagen aus denen Amsterdam besteht? Von dort nahm ich die Fähre nach Amsterdam-Noord. Noord ist am Fluss ein Industriegebiet, jedoch nicht mehr rentables wurde aufgegeben und zu einem großen Freizeitgebiet geworden. Dort wo die Fähre anlegte war ein großer Sandkasten für die Kinder zum Spielen und für alle anderen gab es Sitzmöglichkeiten. Ein Restaurant gibt es auch. Daneben in einer großen Halle befindet sich ein Indoor-Skate-Park der gut besucht war. Für Ersatzteile für die Skateboards wie für das leibliche Wohl gab es genügend.
Der Straße zum zentralen Bahnkreuz folgte ich. Vorbei ging es an kleinen und großen Industriegebäuden und Geschäften. Über das Kreuz und die Gracht daneben kam ich in einem Wohngebiet an. Die Häuser dort sind deutlich niedriger wie in der Altsdtadt. Zwar immer noch lange Blöcke, durch die Straßenführung und das Grün erschien es mir viel wohnlicher.
Am Bunk Hostel, das in einer alten Kirche ist machte ich halt. Dieses hatte ich mir als Alternative zum Campingplatz ausgesucht. Schon beim Betreten wurde klar, das ist mehr Hotel als Hostel. Stylisch. Genügend Zeit für ein Getränk hatte ich und nahm mir diese auch.
An der Gracht entlang kam ich wieder zum Fluss. Der Pfad durch den Tuinhuis Park war interessant. In der Mitte ist ein Platz mit einem Kiosk-Restaurant. Dort wurde Boxen aufgebaut und um den Platz waren mehrere Stände die Schallplatten (neu und alt) verkauften.
Unten am Fluss sind ein paar neuere Gebäude und das A‘Dam mit seiner Aussichtsplattform. In der Nähe der Fähren zum Centraal fand ich eine Frieten Budde. Frieten mit einer Currysauce beim Point Neuf waren mein Mitttagssnack.
Das wie weiter war mit der Fähre und dem Fußweg zu Melly‘s Cookie Bar gelöst. Ein Cappuccino, ein Keks (lecker) und ein Mitbringsel wurden gekauft.
Während der Bootsfahrt am Vortag kamen wir am Aussichtspunkt zu den sieben Brücken und den Dancing Houses vorbei. Beides steuerte ich an, um zu sehen ob es vom Ufer einen guten Blick für ein Foto gibt.
Erneut kam ich am Rembrandt Plein vorbei. Das ist der Platz mit Rembrandt und dem Astronaut. Hier ist immer was los. Zuvor entdeckte ich De Laatste Kruimel. Ein Kuchen geht doch immer – Hallo vierte Mahlzeit 😀. Der Lemon Pie war echt gut und die anderen sahen genauso gut aus.
Eine Herausforderung war dann den Weg zum Campingplatz zu finden und zwar so das ich dabei an Brouwerij‘t Ij vorbei komme. Etwas Zickzack, dabei in den Vorbereich des Artis (Zoo) geschaut und ich erreichte die Mühle in der die Brauerei ihren Ausschank hat. Eine Grillworscht (Wild und scharf) war gut. Dazu gab es ein helles großes Nijpa. Ein dunkles Ijbok mit einer Tüte Chips war sozusagen der Nachtisch. 😅
Den Weg zum Campingplatz habe ich anschließend gut gemeistert. Zuerst langsam, da ich den Alkohol leicht merkte, dann normal.
Als Absacker gab es am Abend ein Cider bevor ich in den Schlafsack kroch.
Tour: ~22 Kilometer
16. September
Es regnet leicht. Also nochmal umdrehen und liegen bleiben. 😁 Hat gewirkt!
Zum Frühstück hatte ich alles gepackt und bin an diesem Morgen zum zentralen Platz des Campingplatzes. Dort gibt es eine Ecke mit Kochplatten, Wasserkochern usw. Die Tische und Bänke stehen unter einem luftigen Dach und haben Sicherheit vor weiterem möglichen Regen gegeben. Der blieb zum Glück aus. Nach dem Frühstück kam ich zum Zelt zurück und die Enten, die vorher schon darum Gras zupften waren noch dort. Gemütlich watschelten sie davon als ich mich näherte.
Im Zelt packte ich soweit wie möglich alles zusammen und in den Trekkingrucksack, denn die Wiese war noch nass. Als letztes kam das Zelt. Dafür hatte ich den Kompressionsbeutel dabei. So bekommt es ein kleines Packmaß und alles andere im Trekkingrucksack bleibt trocken.
Zum Check Out war lediglich das Schild mit der Platznummer abzugeben. So machte ich mich mit allem auf den Weg zur nächsten Straßenbahnhaltestelle. Unterwegs konnte ich noch einem älteren Paar behilflich sein einen Radweg zum Centraal zu finden.
Am Centraal bin ich einige Minuten umhergegangen um dann zum Amsterdam Pancakes zu laufen. Ein Pfannkuchen mit Apfelmus und Zimt wurde das zweite Frühstück. 😊
Die restliche Wartezeit bis zur Abfahrt verbrachte ich bei einem Kaffee im Bahnhof. Der zentrale Eingang und die Halle dort sind noch älteren Datums und haben Stil.
Die Wartezeit am Bahnsteig verlängerte sich nochmals um ungefähr 20 Minuten. In der DB-App war es angekündigt und wieder weggenommen worden. Letzteres war falsch. Durch einen Noteinsatz war ein Streckenabschnitt gesperrt. Somit war die Rückreise spannend, da immer wieder neue Ansagen zum Verlauf kamen. Eine angekündigte Passkontrolle entfiel vermutlich durch die geänderte Strecke. Am Frankfurter Flughafen endete der Zug ungeplant. Mit der S-Bahn ging es bis Frankfurt weiter.
Da es schon deutlich nach 18:00 Uhr war als ich am Hauptbahnhof ankam startete ich einen Versuch zum Abendessen. In der Nähe liegt das Soi 22, aufgemacht wie eine thailändische Gasse (Soi) ist es hübsch eingerichtet. Aufmerksam wurde ich darauf durch einen Zeitungsartikel und ein Arbeitskollege hatte das Essen ebenfalls für gut bescheinigt. Die Hauptgerichte dort sind Suppen mit selbstgemachten Nudeln und wirklich lecker.
Ein letztes Mal Zugfahren an diesem Tag stand noch an. Mit der Regionalbahn nach Hause.
Resümee
Amsterdam hat mehrere internationale Verweise. Zum einen ist da die ursprünglich Siedlung, welche ein Fischerdorf war, das in einem Marschgebiet erbaut wurde. Dies wandelte sich zu einem internationalen Handelszentrum im Mittelalter. Gewürze aus Übersee brachten einen hohen Wohlstand. Die Gebäude der heutigen Altstadt zeugen noch von beidem. Gebaut auf Stelzen wie z. B. in Venedig entstanden schmale hohe Gebäude. Reichtum wurde durch breitere Gebäude gezeigt.
In manchen Situationen ist der Ideenreichtum der Amsterdamer begrenzt. Ein bekanntes Segelschiff aus Amsterdam hieß Amsterdam (heißt Amsterdam – Nachbau). In der neuen Welt entstand eine Stadt und wie sollte es anders sein, sie wurde New Amsterdam genannt. Ortsteile bekamen Namen niederländischer Orte (Haarlem) oder Straßen. Aus De Wallen wurde die Wall Street – auf beiden wurde und wird gehandelt wobei in Amsterdam daraus der Red Light District geworden ist. Wer immer noch auf der Landkarte nach New Amsterdam sucht, findet es unter dem neueren Namen New York.
Amsterdam ist in den Jahrhunderten gewachsen und je weiter es von der Altstadt weg geht, desto ländlicher wird es. Dort wird es dann wesentlich ruhiger und verschiedene Parks machen es angenehm.
Lt. Guide der Bootstour sind die Grachten drei Meter tief. Ein Meter Schlamm gefolgt von einem Meter Fahrräder. Erst dann kommt Wasser. Kein Wunder, den auf rund 935.00 Einwohner (Stand 2024) kommen über 1,6 Millionen Fahrräder. Daher gilt es jederzeit bei einer Kreuzung oder einem Straßenseitenwechsel auf diese aufzupassen.
Gut voran kommt man mit den Straßenbahnen und den kostenfreien Fähren. Bei den Straßenbahnen kann man mit dem Smartphone (Apple-/Google-Pay) einchecken. Das Auschecken nicht vergessen um nur die gefahrene Strecke zu zahlen.
Was mir gut gefiel, war das ich kein einziges Mal Bargeld verwenden musste. Alles, aber auch wirklich alles, konnte mit dem Smartphone bzw. der damit verbundenen Kreditkarte bezahlt werden.
Der Campingplatz für vier Tage war günstig und das obwohl er sauber ist und einiges bietet. Das war es dann auch mit günstig und Amsterdam. Alles andere schlägt deutlich zu buche. Ein Wochenende wird damit kostspielig. Ein paar Tage mehr um das Umland zu erkunden kann dennoch in Erwägung gezogen werden.
Natürlich gab es in Amsterdam wieder einiges an Grafitties und Gemälden zu sehen.