15 Jahren ist es her, das ich zuletzt diese beiden Inselgruppen besuchte. Eine lange Zeit. In dieser Zeit ist Skandinavien für viele ein interessantes Urlaubsziel geworden – für viel, viel mehr wie 15 Jahre zuvor.
Das könnte vielleicht abschrecken, dennoch möchte ich noch einmal den Reiz dieser Inselgruppen erleben. Die Reisezeit wurde bewusst so gewählt, das ich am längsten Tag des Jahren (St. Hans) dort oben sein werden. Ein Tag ohne Nacht!
Da der Flugplatz Evenes auf den Vesterålen liegt, bot es sich direkt an diese Inselgruppe mit in die Reiseplanung zu übernehmen. Nach der Ankunft wird es daher zuerst ein paar Tage nach Nyksund gehen und am Ende der Reise noch an die Nordspitze von Andenes Øya.
Die meiste Zeit jedoch werde ich auf den Lofoten verbringen. Der Reine Blick, den ich 15 Jahre zuvor auf einem schmalen, steilen Wanderpfad erklommen habe, ist mittlerweile eine Natursteintreppe. So viel schon mal zu den Veränderungen, die vorab zu erfahren sind.
Auf der Reise werde ich meistens Zelten, und zwar auf Campingplätzen. Nur gelegentlich kommt eine feste Unterkunft dazu. Spannend wird dies insofern, als das auf den Campingplätzen vorab nicht buchbar ist. Für ein kleines Zelt sollte es hoffentlich immer eine Option geben.
Juni
Die Fluggesellschaft (Lufthansa) informiert, das der Flug mit Discovery Airlines stattfinden wird. In der E-Mail wird auf allerlei Service während und um den Flug hingewiesen.
Am Wochenende vor dem Abflug ist fleißiges packen angesagt. Da ich genügend Gepäck mitnehmen darf, sind es zwei Taschen (eine Große und eine Kleine), die ich aufgeben werden. Dazu kommt noch ein Rucksack fürs Handgepäck mit Fotokameras und sonstigem elektronischen Geräten bzw. Akkus.
Der Tag vor dem Abflug ist gekommen. Ein Online Check In war bereits nach dem Aufstehen möglich. Das ist direkt umgesetzt worden.
Baggage information These are the baggage items you have booked:
2 x carry-on item
1 x personal item
2 x checked baggage (32 kg)
Die Gepäckmenge beruht auf der Buchung eines Business Tickets. Das war ein verhältnismäßig geringer Aufpreis. So kann genügend Ausrüstung und vor allem Kleidung mit.
Am späteren Nachmittag des selben Tages brachte ich das Gepäck mit dem Auto zum Flughafen. Von meinem Arbeitsort war es eine kurze Fahrt zum Flughafen. Das Gepäck bestand aus zwei Taschen mit reichlich Gewicht. Vom Parkhaus bis zum Schalter zur Abgabe konnte die größer Tasche gezogen werden, während die kleinere als Rucksack getragen wurde. Zusammen gab ich damit 44 Kg Gepäck ab. Das ging recht flott, da ich direkt zum Schalter gehen konnte ohne in eine Warteschlange zu kommen.
In Digermulen lief ich den Wanderpfad zum Kaiserwarden nach oben. Es fing mit einem Pfad durch einen lichten Birkenwald an, der über der Baumgrenze in einen zwischen Steinen und Büschen überging. Natürlich war ein steiles Stück zu erklimmen und es ging auch wieder durch ein Feuchtgebiet. Wäre ja sonst kein vernünftiger Wanderweg für die Lofoten. 😅
Von der Spitze aus hat man einen tollen Blick auf den Raftsund. Auf der Spitze sind zwei Steinhaufen mit je einer Steinplatte. Kaiser Wilhelm II war hier zweimal, ist dort verewigt.
Am Raftsund fuhr ich nach der Wanderung zum nächstgelegenen “Campingplatz”. Dies ist ein Platz mit Self Service. Wenigen aber sauberen Toiletten und Duschen. Für den nächsten Tag jedoch gut gelegen und man kann die großen Schiffe sehen, die durch den Sund fahren. Oder eben nicht. Zumindest fuhr keines an diesem Abend vorbei.
Am späteren Abend fing es noch leicht an zu Nieseln.
Wanderung: ~4,6 Kilometer, ~380 Höhenmeter
04. Juli – Dronnigenstien auf Årsteinen
Über Nacht regnete es reichlich. Das Zelt war von außen sehr nass. Das ist für die Heimreise nicht so ideal, aber auch kein Beinbruch.
Da es nicht mehr regnete konnte ich mir mein Frühstück am Zelt zubereiten und im Zelt zu mir nehmen. Außen war es mir durch die Feuchtigkeit zu kühl. Wie so oft am Ende des Campingurlaubs hieß es alles packen. Das Zelt wurde halt nass zusammengepackt.
So fuhr ich dann an Årstein, eine Ansammlung von Häusern, südlich von Digermulen, wo ich am Vortag war. Der Wanderweg war als Dronningstien ausgewiesen, was soviel heißt das die Königin diesen gegangen war. Über eine kurze Straße und über eine Wiese ging es auf den eigentlichen Pfad. Ein schmaler Pfad, der einem Tal länger folgt. Durch den Regen waren einige Stelle reichlich feucht.
Es ging durch einen sehr lichten Birkenwald mit viel Grün wie Büsche, Gras und Farn. Genauso viel buntes war zu sehen, so viel blühte. 😀 Bis zu einem Sattel war der Pfad teils ziemlich zugewachsen. Da noch alles feucht war, war meine Hose außen gut nass, durch die wasserabweisende Wirkung waren meine Beine immer noch trocken. Vom Sattel ging es deutlicher nach oben. Es kam wieder ein Abschnitt, an dem Seile halfen weiter zu kommen. Oben folgte der Pfad einem Kamm bis zum Gipfel des Stortinden. Am Gipfel ist eine Plakette, die bezeugte das Sonja (Königin) in 2016 dort war.
Die Aussicht in den Raftsund; an der Lofotenküste entlang und in die entgegengesetzte Richtung war toll. Richtung Raftsund war alles mit dunklen Wolken verhangen, während über mir blauer Himmel und die strahlende Sonne war. Die vorherige Bewölkung hatte sich genau im richtigen Moment aufgelöst. 😊
Den selben Weg ging es zurück. Unten wechselte ich die Hose, Strümpfe und Schuhe. Das war insgesamt dann doch zu viel an Feuchtigkeit für die Schuhe gewesen. Da es schon sehr warm war mit 15 Grad, war es eh Zeit für eine kurze Hose.
Nun könnte man meinen, das der kritische Teil käme. Die Fahrt zur nächsten Ladestation, die angeblich mit nur noch 8% erreicht werden würde. Da ich selbst einen e-MINI habe, war ich in diesem Fall entspannt. An der Ladestation nutze ich die Zeit zum Laden für ein erstes packen der größeren der beiden Taschen. Sah ganz gut aus. Im gegenüberliegenden Café/Restaurant des dortigen Campingplatzes nahm ich einen Kaffee und einen Kanellboller. War ok, aber mehr auch nicht.
Kaum im Auto vielen mir die Wanderschuhe im Fußraum der Beifahrerseite auf. Ups, die sollten doch in die große Tasche. Egal, erst mal zum Hotel am Flugplatz von Evenes. Nach dem Einchecken, brachte ich einen Teil meines Gepäcks in das Zimmer. Dann beschäftigte ich mich am Auto mit der großen Tasche. Dazu wurde alles ausgepackt und auf den Boden daneben gelegt. Nun folgte das erneute packen, diesmal mit den Schuhe. Passte dann doch alles, so wie es sollte.
Nach einer ausgiebigen Dusche machte ich mich auf nach Harstad. Die zweitgrößte Stadt in der Fylke Troms nach Tromsø ist kleiner wie mein eigenes Dorf und war regelrecht ausgestorben an einem Samstag am frühen Abend. Ein paar Bilder wurden gemacht und im House Of Burger gab es einen guten Burger mit Pommes.
Danach bin ich weiter durch Harstad. Ich entdeckte ein paar schöne Street Arts.
Zurück am Hotel packe ich das Notebook und die Kameras um u. a. ein Backup der Bilder zu erstellen. Kurz vor Mitternacht legte ich mich in das Bett.
Wanderung: ~6,6 Kilometer, ~540 Höhenmeter
05. Juli – Heimreise
Nach drei Wochen das erste Mal wieder in einem Bett war komisch. So ganz ausgeruht war ich deshalb am Morgen nicht.
Das Frühstücksbuffett war umfangreich und wurde ausgiebig geprüft. 😀
Satt machte ich mich auf um ihr Evenes anzusehen. Das lohnte sich nicht. Ein paar Häuser und nichts was wirklich interessant war. Anschließend kehrte ich zurück zum Laden des Autos an einem Schnellader vor dem Hotel. Mit etwas mehr Akkukapazität wie bei der Entgegennahme des Autos gab ich es am Flughafen ab.
Dann wollte ich eigentlich mein Gepäck loswerden. Der Check-In per App war schnell durchgeführt. An einem Automaten konnte ich die zwei Gepäckklebebänder ausdrucken. Läuft. Aber leider nur bis hierher. Bei der Abgabe muss eine Airline angegeben werden und meine war nicht dabei. Mir wurde dann gesagt, das ich erst zwei Stunden vorher mein Gepäck abgegeben kann.
Somit musste ich die Zeit überbrücken. In dem kleinen Flughafen gab es jedoch keine Sitzmöglichkeit. Abgesehen davon war es sonnig und warm (13 Grad). Somit habe ich mich mit T-Shirt außen in die Sonne gesetzt und gelesen. Gegen 12:00 Uhr bin ich in das Gebäude und habe mich vor dem Schalter positioniert. Dort hatte ich angefangen weiter zu lesen, bekam jedoch recht bald das Signal, das ich das Gepäck abgeben könne.
Nun konnte ich durch die Sicherheitskontrolle. Im Bereich dahinter gab es Sitzmöglichkeiten, ein Duty Free Shop, eine Art Mini-Restaurant usw. Am Mini-Restaurant bestellte ich mir zur Mittagszeit einen Burger mit Pommes.
Nachmittags war der Flug nach Frankfurt. Vom Flugplatz nahm ich diesmal ein Taxi bis zur Firma, wo mein Auto stand. Heimfahrt, Zelt aufbauen damit es trockenen kann und ab ins Bett, denn der nächste Tag war Arbeitstag.
Resümee
Die beiden Inselgruppen der Vesterålen und Lofoten glänzen durch eine tolle Landschaft mit Bergen, die in ds Alpine gehen, mit Sandstränden und türkisfarbenen Buchten. Wo sonst kann man vom Strand direkt auf einen Berg und muss dann dabei auch noch klettern? Hier geht es.
Den Zeitraum Juni/Juli wählte ich bewusst. Klar, im Juli/August ist es wärmer und die Wahrscheinlichkeit für Regen ist niedriger, dafür aber ist die Menge an Touristen höher. Da ich keine Lust auf große Volkswanderungen hatte, war es eben der Juni.
Womit wir bei den Temperaturen wären. Es waren meist 10 – 14 Grad, mit einigen Ausreißern bis 19 Grad. Gefühlt lag es zwischen 5 und 25 Grad. Wind und Regen ändern die Wahrnehmung deutlich. Auf der anderen Seite war bei wenig oder gar keinem Wind ab 12 Grad T-Shirt Wetter und ab 15 Grad dann auch kurze Hose angesagt – und das schreibt hier eine, die gerne früh anfängt zu frieren.
Die Zeit der Mitternachtssonne hatte ich im gesamten Urlaubszeitraum. Während meines Aufenthaltes ging damit nie die Sonne unter. Wenn sich die Sonne dem Horizont näherte, wurde es kühler, vor allem wenn man im Schatten war.
Bei abendlichen Gesprächen miteinander verliert man deutlich das Zeitgefühl und wundert sich, das man Müde wird obwohl es noch hell ist. Kein Wunder, wenn ein Blick auf die Uhr zeigt, das es schon nach Mitternacht ist.
Zum Camping muss man sagen, das dies auf den Lofoten recht teuer ist. Selbst im Vergleich zu den Verhältnissen in Norwegen. Ebenso ist es fast überall in Norwegen (und Europa) so, das die Duschen im Preis enthalten sind. Auf den Lofoten und Vesterålen musste ich Duschmarken kaufen, die dann für eine begrenzte Zeit in der Dusche warmes (heißes) Wasser zur Verfügung stellten.
Was toll war, war wenn das Zelt in der Nähe des Strandes aufgebaut werden konnte. Das Rauschen der Brandung gefiel mir immer sehr gut. Der Vorteil am Meer war, das meist etwas Wind vorhanden war und somit keine Knotts. Diese Kriebelmücken sind nervig und dann beißen die auch noch. Direkt am Strand bedeutet allerdings auch, das man den Wind direkt abbekommt, was bei Windstärken bis Bft 8 ordentlich ist. Da sollte man schon ein Zelt haben, das was aushält.
Bei dem Mietwagen bekam ich ein Upgrade von einem VW ID.3 auf einen Volvo EX40 (Twinmoter Performance). Ein Auto mit über 440 PS, in einer Gegend wo maximal 80 km/h erlaubt sind. 🙃 Dafür war die Batterie größer und somit relaxter bei der Planung von Ladestationen. Der Allradantrieb erwies sich ebenfalls als ganz nett.
Vesterålen
Die ersten Tage auf den Vesterålen waren sehr ruhig. Ein schöner Einstieg in diesen längeren Urlaub. Die Berge haben im Vergleich zu den Lofoten nicht ganz das extreme Verhältnis in Bezug auf Höhe bzw. der Steilheit der Berge. Dennoch eine schöne und ruhige Wandergegend.
Am Ende war ich erneut auf Vesterålen, da dann auf Andøya. Die zwei nördlichsten Orte dort, Andenes und Bleik, sind bekannt für Safaris zu Seevögeln und Walen.
Ich erwischte dabei zwei sehr windige und regnerische Tage, sowie ein paar mit gutem Wetter. Das schlechte Wetter war zu dieser Zeit auch auf den Lofoten, so war es nicht weiter schlimm. Die Wanderungen sowie die Puffin Safari waren toll.
Lofoten
So wirklich viele Leute waren nur auf wenigen Touren unterwegs. Dies waren:
die Tour zum Reinebringen (Reine)
die Tour zum Festvågtinden (Henningsvær)
die Tour zum Ryten und Kvalvika Beach
die Tour bei Haukland/Uttakleiv
Auf alle anderen Touren waren wenige oder so gut wie gar keine anderen Personen unterwegs. Was das Wandern angeht, war es somit ganz ok, zumal es in 2026 eine Hype-Region ist und ich deutlich mehr erwartet hatte. Selbst die oben aufgelisteten Touren waren toll und sollten obwohl der Massen in Erwägung gezogen werden.
Was sich zu 15 Jahren zuvor deutlich geändert hat ist die Unmenge an Vans und Wohnmobilen, die an allen möglichen freien Plätzen an der Straße ihr Lager aufschlugen. Die Mehrzahl dieser Leute muss wohl eher in den Orten und an leicht erreichbaren Aussichtsplätzen gewesen sein. Denn sonst hätten fast alle Wanderwege überfüllt gewesen sein.
Meist verliefen die Wanderwege deutlich nach oben. Somit war sehr oft ein toller Blick auf die Küste möglich. Besonders auf den südlicheren Inseln der Lofoten bot sich damit der Blick auf Sandstrände und türkisfarbenem Meer. 😀
Oldtimer – Mir sind vergleichsweise oft Oldtimer aufgefallen. Als dann neben meinem Miet-Volvo zwei sehr alte Volvo Amazon parkten, hatte ich dies gleich genutzt und jemanden aus der Gruppe angesprochen. Die Menge an Oldtimer hing mit Oldtimer-Treffen auf den Lofoten und Vesterålen im Juni und Juli zusammen. Die zweite Frage bezog sich auf das Nummernschild und woher sie kamen. In Norwegen haben die Kennzeichen zwei Buchstaben gefolgt von fünf Zahlen. Die meisten Oldtimer hatten jedoch nur einen Buchstaben gefolgt von vier Zahlen. Das ist ebenfalls ein norwegisches Kennzeichen, das es allerdings nur gibt, wenn das Auto vor 1970 gebaut wurde.
Statistik
Die Kosten gerundet:
Flug: 600€
Mietwagen: 1700€
Ladekosten: 190€ (ausschließlich Schnelllader)
Parkgebühren: 100€
Camping: 760€
Hotel: 445€
Safari: 75€
Kaffee und Süßes: unbezahlbar.
Die höheren Ladekosten ergeben sich dadurch, das ich mehr mit dem Auto unterwegs war, wie ursprünglich angedacht – 2474 Kilometer insgesamt mit dem Auto. Aufgrund des Wetters bin ich öfter von Süd nach Nord nach Süd gefahren.
Aufgestanden bin ich zu einer Zeit, wie an einem normalen Arbeitstag, um dann zu meinem Arbeitsort nach Frankfurt zu fahren. Ist schon praktisch, dort das Auto abstellen zu können. Ein kleines Frühstück in unserer Cafeteria und es folgt die Bahnfahrt zum Flughafen.
Nur mit dem Tagesrucksack und ohne einen notwendigen Check-In verlief alles völlig relaxt. Die Wartezeit bis zum Boarding verbrachte ich in der Lufthansa Lounge. Das war ein stetiges kommen und gehen dort. Zumindest in der Nähe des Eingangs, wo ich saß.
Während des Fluges gab es ein spätes Frühstück. Vanillejoghurt mit Kürbisgranola und Kapstachelbeere. Dazu ein Kräuteromlett und Käsevariationen sowie ein Brötchen und Croissant mit Butter und Schokocreme.
Oberhalb von Trondheim konnte ich aus dem Flugzeug zwischen den Wolken die Küstenberge erkennen. Diese hatten alle noch weiße Hauben. In höheren Lagen lag damit noch Schnee. Hm, das könnte eine Auswirkung auf die höheren Berge der Lofoten und Vesterålen haben.
Die Wettervorhersage hatte leider recht gehabt. In Nordnorwegen war es bewölkt und sehr windig. Das war bei der Ladung zu merken. Vom Flugzeug ging es über eine Treppe nach unten, ein paar Meter im Freien und dann gleich in das Flughafengebäude. Bei den ersten Gepäckstücken, die auf dem Band erschienen, waren meine beiden Taschen. Der zusätzliche Flyer mit der Aufschrift Priority hat da sicherlich dazu beigetragen.
Damit war ich bei den ersten, die zur Mietwagenabholung kamen. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Netterweise bekam ich ein Upgrade auf ein größeres Auto mit mehr Reichweite. Dann hieß es den Weg nach Nyksund antreten. Mit den Verkehrsregeln in Norwegen dauerte die Fahrt für die 170 Kilometer länger wie in Deutschland. Im Urlaub völlig ok, ein wenig langweilig war es dennoch. Trüb, Windig und dann auch noch manchmal Regen. Keine nette Begrüßung in Norwegen. Erst nachdem ich einen Bergrücken nach gut 2/3 der Strecke überquerte, besserte sich das Wetter deutlich. Kein Regen, trockene Straßen und dann sogar Sonne. So geht das doch viel besser. 😀
In Sortland stoppte ich für ein Nachladen des Autos auf 80%. Die Pause konnte ich mit einer Zwischenmahlzeit verbinden.
In den verschiedenen Beschreibungen steht immer, das die Straße nach Nyksund eine Gravelroad ist. Ja, das ist sie, jedoch nur die letzten 8 Kilometer. Der Schotter ist so festgedrückt, das es sich sehr gut fahren lässt.
In Nyksund bezog ich mein Zimmer im Nyksund Ekspedisionen. In Nyksund gibt es keine Möglichkeit für ein längeres parken. Geparkt hatte ich kurzzeitig vor der Unterkunft um mein Gepäck auf das Zimmer zu bringen. Das Auto wurde danach auf dem kostenpflichtigen Parkplatz vor dem Örtchen geparkt.
So ergab sich ein kleiner Spaziergang zurück, der ausgedehnt wurde um einen Teil des Örtchens zu erkunden. Nyksund war früher ein wichtiger Fischereihafen, da die Fahrten zu den Fanggebieten kurz waren. Mit dem Aufkommen von moderneren Schiffen mit Dampfantrieb, verlagerten sich die meisten Fischer in geschütztere Häfen und Nyksund wurde unbedeutend. So unbedeutend, das Ende der 1970’ern die letzten Einwohner wegzogen und es zu einem Geisterdorf wurde. Dann kam in den 1980’ern ein Deutscher der es versuchte aufzubauen mit anderen Attraktivität als der Fischerei. Das gelang eine zeitlang ganz gut. In den 2026’ern ist es zumindest im Juni ein verschlafenes Dorf. Noch immer stehen viele der alten Hafengebäude und verfallen langsam. Die Möwen freuen sich über die Nistmöglichkeiten dort, also nicht für alle so traurig.
Man ist hier halt am Ende der Welt. Im Sommer ein Ende ohne Nacht! Je später der Tag wurde, desto freundlicher wurde das Wetter. Blauer Himmel und Sonne.
Dann kam noch Aufregung in das Restaurant. Ein Gast sah einen Orka und so sind wir alle rausgestürmt. Leider etwas zu spät.
12. Juni – Dronningruta
Morgens machte ich mir im Gemeinschaftsraum einen Kaffee und kam dabei mit einem Norweger ins Gespräch, wobei wir durch die große Glasscheibe einen tollen Blick auf den Hafen von Nyksund hatten.
Für das Frühstück war es noch zu früh. Daher unternahm ich mit der Kamera einen Spaziergang.
Zurück kam ich um 8:00 Uhr. Noch schnell die Kamera auf das Zimmer gebracht und dann zum Frühstück. An dem Tisch, an dem ich am Vorabend saß, war bereits gedeckt. Soooo viel, das muss wohl für jemand anderes sein. Nein, war tatsächlich alles für mich. Da wollte mich wohl jemand mästen. 😅
Gut gesättigt machte ich mich auf zur Wanderung. Zuerst raus aus Nyksund in Richtung des Wohnmobilstellplatzes außerhalb. Vor dem Platz steht ein Schild auf den nächsten Berghang zeigend und verweist auf die Dronningsruta. Hier ist der eine von zwei Zugangswegen zum Rundweg Dronningruta. Wer auch immer den Weg geplant hatte, dachte sich der direkte Weg ist der kürzeste und Serpentinen nach oben seien eher was für Anfänger. Ergo – gleich mal steil bergauf. Dafür befand ich mich damit gleich auf den für mich typischen norwegischen Wanderwegen. Schmal, gespickt mit Steinen, Felsen und Wurzeln. So macht das doch gleich Spaß. 😀
Gut zwei Kilometer lief ich von der Unterkunft, bis ich auf die Dronningruta kam. Entsprechend der Beschreibung, lief ich rechts lang – somit gegen den Uhrzeigersinn. Das sorgte bald für eine knifflige Stelle. Die Stöcke wurden eingepackt, denn nun war es nötig die Hände frei zu haben. Kleine Klettereinlagen und ausgesetzte Stellen wollten überwunden werden. Auf einem Teilstück waren Ketten und dann Seile zur Sicherung. Dies hätte gerne etwas mehr sein dürfen.
Erkenntnis bis hierher: Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind zwingend nötig. Das dies eine rote Tour ist, bewies sie.
Danach wurde es deutlich entspannter. Es folgte eine Hochebene, die überquert wurde und tolle Blicke erlaubte. Über einen Bogen ging es bergab in ein Tal, um auf der anderen Seite wieder hoch zu laufen. Oben war nicht ganz oben, sondern “nur” ein Sattel.
Lange zog sich der Weg parallel zum Hang langsam bergauf. Die Seite des Berges wurde immer mal wieder gewechselt. Toll, da sich so immer wieder neue Blicke ergaben.
Der Weg bergab nach Stø erlaubte an einer Stelle einen Blick auf den Sandstrand von Skipsand. Danach ging es steiler bergab mit zunehmenden Wind. Da war ich froh, bald weiter unten im nicht so freien Gelände zu sein. An der Straße bei Stø angekommen, folgte ein Stückchen Straße, dann ging es wieder auf einen Wanderweg. Immer in der Nähe der Küste verläuft dieser Wanderweg durch ein Feuchtgebiet. Holzbohlen helfen dabei keine nassen Füße zu bekommen. Auf dem Weg kommt man am Skipsand vorbei. Leider hatte ich weder Badezeug noch ein Handtuch dabei, denn sonst wäre ich glatt mal reingesprungen.
Gut 3,5 Kilometer wurden so zurück gelegt. Ich gelangte an einen See, den ich am Vormittag von oben schon gesehen hatte. Ab hier hieß es bergauf durch den Birkenwald bis ich wieder bei der Kreuzung zum Zugangsweg ankam. So folgte ich dem Zugangsweg, nahm später jedoch den Weg über Skåltofta. Es stellte sich heraus, das dieser Weg wesentlich einfacher ist wie der vom Anfang der Tour.
Relativ platt kam ich nach etwas über 7 Stunden reine Wanderzeit wieder an der Unterkunft an. Unterwegs traf ich immer wieder mal Pärchen, es waren insgesamt fünf. Davon drei zweimal. Ist halt ein Rundweg. Die Begrüßung beim zweiten Mal war immer nett und mit einem kurzen Gespräch verbunden.
Abends(!). Ist schon merkwürdig von Abends zu schreiben, wenn keine Sonne untergeht. Wie auch immer, klar gab es ein (Abend)Essen. Ich entschied mit für die Platte Smak av Nyksund. Reichlich Meerestier, Rentier und Wal.
Smak av Nyksund: Eine Symphonie aus Meeresfrüchten und Tapas. Garnelen, Kabeljauzungen/Kabeljaukiefer in Tempora, Stockfisch, Grönlandheilbutt, geräucherter Lachs, geräucherter Wal, Hering, Rentier und Clipfischkroketten. Dazu Brot und Butter.
Wanderung: ~17 Kilometer. ~870 Höhenmeter
13. Juni – Einkaufen und zwei kleine Touren
Das Frühstück war an diesem Morgen ein Buffet. Da viele Gäste über Nacht blieben, gab es so auf dem großen runden Tisch in der Mitte des Restaurants alles, was für ein gutes Frühstück nötig ist.
Da ich mir nicht ganz sicher war, mit den Öffnungszeiten einiger Geschäfte, vor allem Sportgeschäfte an einem Sonntag, beschloss ich an diesem Samstag meinen Einkauf vor zu nehmen. In Sortland wurde ich direkt im ersten Sportgeschäft fündig und kaufte eine große Dose Gas für die Campingtage. In zwei Supermärkten fand ich fast alles, was ich für meine Campingküche benötige und länger haltbar ist. Nudeln, Reis, diverse Tetrapacks (Tomaten, Kokosmilch, Kichererbsen, ..) usw. fanden den Weg in den Einkaufskorb.
Dann unternahm ich einen Spaziergang um mir die Ortsmitte anzusehen. Irgendwas muss wohl dort sein, den einige Straßen waren gesperrt. Viele Oldtimer wurden dort präsentiert und auf einem Platz gab es mehrere Food Trucks.
An der Ecke des Platzes, im Verkstedet bestellte ich mit einen Flat White und einen Kanelboller (Zimtschnecke). Die war sogar noch leicht warm. 😊 Kanelboller sind sehr typisch für Norwegen, lecker und daher ein Muss.
Eine längere Fahrt war nötig, um nach Nykvåg zu kommen. Von den Kilometern ist es nicht so weit, aber durch die Straßenführung, meist am Fjord entlang, dauert es eben etwas länger um anzukommen.
Die Wanderung zum Bufjellet ist kurz. Vom Ausgangspunkt und dem Ende oben im Fjell kann man gut den Sandstrand in der darunter liegenden Bucht sehen. Die einzige Herausforderung an der Wanderung war den Weg zu finden. Es geht über ein Geröllfeld nach oben. Der Pfad ist mal sichtbar, mal nicht, dann sind es mehrere, … irgendwann ist man oben. Runter geht es genauso.
Auf der anderen Seite von Nykvåg war die zweite Wanderung. Der Himmel war wie schon den ganzen Tag sehr bewölkt. Da jedoch die Bergspitze in den Wolken lag, war ich mir erst nicht sicher und wartete ein Zeit lang. Dann wagte ich es doch. Siehe da, es kam dann auf der Wanderung bergauf sogar die Sonne heraus. Auf dem letzten Kilometer wurde es langsam nebelig, die Sicht um mich war indes noch mehr wie ausreichend – also weiter. Oben auf dem Berg lichtete sich die Sicht wieder und es gab tolle Weitsichten in Fjorde durch Nebelschwaden.
Es folgte der lange Weg zurück nach Nyksund. Gut 1,5 Stunden brauchte ich dazu.
Nach einer notwendigen Dusche bin ich zum Essen in das Restaurant. Eine Fischsuppe wählte ich. Da wurde ich direkt nach der Bestellung vom Nachbartisch angesprochen. Es war das Paar aus England, dem ich auf der Wanderung am Vortag begegnete. Nach dem Essen kamen wir länger ins Gespräch. Es stellte sich heraus, das sie von den Orkneys sind und im Sommer mehrere Monate auf einem Schiff verbringen. Mit diesem waren sie an diesem Tag nach Nyksund gekommen.
Am morgen war der Himmel immer noch gut bewölkt in Nyksund. Nach einem Kaffee machte ich mich auf zum Parkplatz und fuhr mit dem Auto zur Unterkunft. Ein Teil meiner Sachen packte ich gleich ins Auto.
Vor dem Eingang machte es sich der Chef gemütlich mit einem Kaffee. Wir kamen ins Gespräch. So erfuhr ich, das es Anfang Juni sogar noch geschneit hatte. Er meinte, das ich von den Änderungen auf den Lofoten deutlich überrascht sein würde; es wäre eine größere Veränderung zu 15 Jahren zuvor. Deutlich mehr Touristen.
Beim Frühstück selbst kam ich noch mit zwei Australiern ins Gespräch. Bei der Abgabe des Zimmerschlüssels kam ich noch mit einer Angestellten ins Gespräch. Insgesamt eh eine freundliche Truppe dort.
Am Morgen entschied ich mich dazu nicht den Campingplatz bei Svolvær anzusteuern, sondern den bei Kabelvåg. Dieser ist besser bewertet, was die Sanitäranlagen angeht. Die Fahrt ging erst einmal bis Sortland auf den Vesterålen, um eine Ladestation anzusteuern.
Da für den Tag nicht groß was vorgesehen war, entschied ich mich für die Route durch Stokmarkes und der Fähre von Melbu nach Fiskebøl. Shit happens – ich kam genau dann an der Fähre an, als diese ablegte. Somit hatte ich eine längere Wartezeit.
Ab Fiskebøl war ich dann auf den Lofoten. Die zeigten sich bald mit ihrem tollen Terrain. Ein schmaleres Tal, mit steil nach oben gehenden Bergen, die sogar noch einzelne Schneefelder aufwiesen.
Am Campingplatz bei Kabelvåg, dem Kabelvåg Feriehus and Camping war nur ein Paar vor mir, das lediglich ein Eis kaufen wollte. Gute Idee, bei 19 Grad und strahlendem Himmel. Sommer. 😀 Da der Quittungsdrucker kein Papier hatte, sollte ich mir erst einen Platz für das Zelt auf den Zeltflächen suchen.
So bin ich dann bis zum obersten Feld gefahren. Ein stellenweise steiler Schotterweg, der mit dem Allradantrieb kein Problem darstellte. Während ich dort das Eis aß, schaute ich mich genau um, um zu entscheiden wo das Zelt hin sollte. Noch war fast alles frei.
Ein hübscher Platz war gefunden, auf dem ich das Zelt aufbaute. Danach fuhr ich zur Anmeldung für die Formalitäten. Auf dem Ausdruck gab es den Zahlencode zu den Duschen und die Info zum WiFi.
Nun konnte ich nach Kabelvåg fahren ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich noch einen Platz für das Zelt bekomme. In Kabelvåg unternahm ich einen Spaziergang. An einem Sonntag ist das ein ausgestorbenes Dorf. Es war absolut gar nichts los. Selbst die beiden Cafés hatten schon zu.
Somit hatte ich mir nach meiner Rückkehr am Campingplatz zuerst einen Kaffee gemacht. Versorgt mit dem Kaffee beschäftigte ich mich dem Umpacken der Kleidung, da diese für den Flug gut, für das Campen aber ungünstig aufgeteilt war.
Alles erledigt war es schon fast 19:00 Uhr. Zeit für das erste Essen am Zelt. Ein Curry mit Kokosmilch, Karotten, Paprika und Reis als Beilage. Mit dem schönen Ausblick schmeckte das Essen bestens. 😊
Nach dem Abwasch kam das Duschen. Dabei stellte sich heraus, das es nur vier Duschen gibt. ABER dafür sind das kleine Bäder mit Dusche, Waschbecken und Toilette.
Vor dem Schlafen gehen war noch Zeit um im Roman “Amalthea” weiter zu lesen.
15. Juni – Matmora
So um 7:30 Uhr stand ich auf. Im Zelt war es etwas heller wie am Abend. Die fast durchgehende Wolkendecke hatte sich in den letzten Stunden aufgelöst.
Auf dem Weg zu einer Toilette stoppte ich bei einem Radfahrer, der unweit von mir zeltete. Gestartet ist er in Hamburg und sein Ziel ist das Nordkap. Schon crazy, er hat vor dort Anfang Juli, zu seinem 66 Geburtstag zu sein.
Ich gehe das ruhiger an und machte mir nach der Morgentoilette mein Frühstück.
Die ausgesuchte Wanderung ist auf der anderen Inselseite. Also einmal halb um und durch die Insel. Das Wetter ist gut und das muss genutzt werden.
Die Wanderung beginnt an einem kleinen Wanderparkplatz. Es geht durch den Wald in großzügigen Serpentinen nach oben bis das Rangeldalen erreicht ist. Nun folgte ein leicht Wanderpfad, der leicht auf und ab geht bis zum Ende des Tales. Ab dort geht es in meist kurzen Serpentinen nach oben. Dabei muss auch ein Geröllfeld überquert werden oder, so dachte ich mir, bei dem Alternativweg darum. Der war zwar schön, endete jedoch dann im Geröllfeld ohne erkennbaren weiteren Verlauf. Also einmal quer über das Geröllfeld zum anderen Weg. Weiter steil nach oben bis kurz vor dem Gipfel nochmal ein Geröllfeld zu erklimmen war.
Oben am Gipfel der Matmora gab es einen wahnsinns Ausblick in alle Richtungen. 😀
Nach einer Pause versuchte ich den weiteren Weg. Der führte nach ungefähr einem Kilometer auf einem Grat. Da der Grat breit war, war es kein Problem, bis zu einer herausfordernden Stelle. Ca. 4 Meter nach unten über einen Erdweg und dann auf einem schmalen Pfad (zwei Fuß breit) am Abhang einen Fels umlaufen um dann wieder nach oben zu kommen. Bis zu dem Pfad bin ich und dann wieder zurück. Ohne Sicherung fühlte ich mich da nicht so sicher, zumal ich nicht wußte was noch kommen wird. Bevor ich wirklich zurück bin, versuchte ich es auf einem abgehenden Weg. Der war ebenfalls nicht ohne und endete dann einfach im Nichts.
Ergo: Zurück. Das bedeutete, das ich wieder hoch zur Matmora laufen durfte. Auf der anderen Seite hatte ich so erneut einen tollen Ausblick. 😀
Dann aber: Der Rückweg den Berg herunter antreten. Das klingt einfacher als es war. Durch die Steigung und dem Untergrund hieß es schön aufpassen.
Die Rückfahrt unterbrach ich in Svolvær aus zwei Gründen. Zum einen das Auto laden und zum shoppen. Von einem Kreisel abgehend kommt man relativ einfach zu einem Shopping Center. Etwas Kokosmilch hatte ich erneut gekauft. Kapern habe ich jedoch wieder nicht gefunden.
Am Campingplatz angekommen machte ich mich auf zum Duschen. Im Gesicht merkte ich da, das ich leicht weiß war. Das kam vom Salz, das ich auf der Tour ausgeschwitzt hatte.
Den One-Pot-Thunfisch gab es danach mit Nudeln und leider ohne Kapern. Gegessen wurde im Zelt, den die Sonne verschwand hinter dem Berg, womit der Zeltplatz im Schatten lag. Ohne Wind kamen gleich wieder nervende Kriebelmücken. 🫤 Mein Zelt lässt es zu, im Innenzelt einen Teil des Stoffes so zu teilen, das ein Mückenschutz immer noch vorhanden ist. So hatte ich beim Essen zumindest eine nette Aussicht.
Wanderung: ~9 Kilometer, ~890 Höhenmeter
16. Juni – Moskenes oder doch nicht!?
Es war ein schöner sonniger Morgen. Für das Frühstück hatte ich mir eine der Tisch-Bank-Kombination in der Nähe meines Zeltes geschnappt. Es folgte ein Packen aller Sachen, denn es stand ein Wechsel des Campingplatzes an.
Ziel war der Campingplatz in Moskenes um an das untere Ende der Lofoten zu kommen. Die Idee dabei war ab dort langsam in den folgenden Tagen nach Norden zu ziehen. Einen Zwischenstopp in Napp hatte ich im Navi eingeplant.
So fuhr ich los und stoppte immer wieder um Fotos zu machen. Um nicht die ganze Zeit die E10 zu fahren, bog ich auf eine vorgeschlagene alternative Route ab. Einige Kilometer vor Napp sah ich ein Schild, das mich zum Abbiegen brachte. Lofoten Wool hatte ich schon vor der Reise bei meiner Suche nach lokaler Seife entdeckt. Der kleine Laden ist voll mit Wolle und Wollprodukten. Die Wolle dazu kommt von den eigenen Schafen, sowie Schafen aus der Gegend, erfuhr ich in einem Gespräch. Seife gab es ebenfalls, die mit Schaffett hergestellt wird. Recht dünne Seifen waren das. War dann doch nicht so interessant. Dafür entdeckte ich einen schönen Schal aus Wolle mit verschiedenen Nuancen von Rot.
Auf dem, weiteren Weg nach Napp stoppte ich für weitere Fotos. Da hielt ein Auto und das Fenster ging runter. Es stellte sich heraus, das dies ein Pärchen war, mit dem ich mich in Nyksund unterhielt. Sie meinten am nächsten Tag die Tour zum Reinebringen unternehmen zu wollen. Genauso wie ich. Es wird sich also zeigen, ob man sich wieder trifft.
Napp war bald erreicht. Der Shop dort, Lofoten Seeweed hatte ich ebenfalls auf der Seifensuche entdeckt. Es gab genau eine Sorte von Seife, die ich nahm. Dazu kam dann noch dehydrierte Tang, der für Salat, Pasten usw. verwendet werden kann, sowie eine spezielle Salzvariation. All das gab es vor Ort zum probieren mit Erklärung.
Dort legte ich gleich noch eine Pause ein. In der Sonne vor dem Laden mit einem Kaffee und einem großen Cookie. Es gab dann sogar noch ein nachfüllen des Kaffees, wozu die Verkäuferin von sich aus mit der Kanne nach draußen kam. Insgesamt ein Laden mit sehr freundlicher Bedienung, die alles gut erklärte.
Als ich beim Campingplatz in Flakstad vorbeikam, schien die Sonne immer noch. Hm. Also die Wettervorhersage gecheckt und die Idee mit dem Campingplatz in Moskenes fallen gelassen. Nach der Anmeldung beim Lofoten Beach Camp suchte ich mir einen Zeltplatz im Dünenbereich vor dem Strand. Mein rotes Zelt war von weit her zu sehen. 😀
In der Beach Bar, die zum Campingplatz gehört, bestellte ich mir nach dem Aufbau einen Flat White mit einer Waffel. Die gab es mit Marmelade und Früchten. 😊
Da es noch früh am Tag war, ich jedoch keine anstrengende Wanderung unternehmen wollte, machte ich mich auf nach Å. Å ist der südlichste Ort der Lofoten. Ich kenne es noch als ein Fischerdorf in dem nicht viel los ist. Tja, das hat sich deutlich geändert. So viele Leute die dort mit Bussen angekarrt werden, ist mir neu dort.
Zurück am Campingplatz unternahm ich, was ich mir vorgenommen hatte – ins Meer gehen. Es war mittlerweile bewölkt, bei 12 Grad mit spürbarem Wind (Bft. 3). Immerhin bis zum Bauchnabel habe ich mich rein getraut. Und sogar geduckt in eine herankommende Welle. Als ich aus dem Wasser rauskam, fühlte es sich gar nicht mehr so kalt an. Dennoch, schnappte ich mir alles, was ich vorbereitet hatte und machte mich auf zu den Duschen. Die heiße Dusche war sehr angenehm. Später hatte ich nach der Wassertemperatur recherchiert und diese lag wohl bei 10 Grad.
Am Zelt suche ich mir einen größeren Stein als Windschutz für den Campingkocher um mein Abendessen zuzubereiten. Etwas einfaches. Nudel mit Pesto, das mit Knobi und Zwiebel die ich angebraten hatte verfeinert wurde.
Am späteren Abend machte ich es mir in der Beach Bar gemütlich.
17. Juni – Reinebringen
Der Wind des Abends hatte deutlich nachgelassen. Das Frühstück am Zelt war direkt angenehm. Noch zierten sich die höheren Berge und versteckten ihre Spitzen in den Wolken.
Durch die Bewölkung ging ich den Tag ganz langsam an. Alles nötige für die Wanderung wurde gepackt, um anschließend nach Reine zu fahren. Dort parkte ich auf dem Parkplatz am Hafen. Eigentlich sollte das Auto durch die Kameras automatisch erfasst werden. Die App Easy Park und die alternative Webseite gaben jedoch an, das ich nicht auf dem Parkplatz bin. Das wird sich möglicherweise später lösen.
Die Tour startete ich mit einem Umweg über den örtlichen Bäcker. Was süßes für die Gipfelpause. 😊 Der Weg führt durch Reine und danach an der E10 bis zum eigentliche Einstieg. Vom Parkplatz bis zur Spitze sollen es 2,8 Kilometer sein. Am eigentlichen Einstieg zog ich die Jacke aus um im T-Shirt den zweiten Abschnitt nach oben anzugehen.
Vor 15 Jahren hieß es für mich hier auf einem Gravelpfad nach oben kraxeln. Nun, die Zeiten haben sich geändert. Nur noch 1,1 Kilometer. Nur noch 1978 Stufen. Nur noch ein kleiner Gravelteil ganz oben. Nur noch gut 480 Höhenmeter.
Was war ich froh, das es beim Weg nach oben noch bewölkt war. Witzig war eine kleine Gruppe aus Spanien, die parallel mit mir ging. Durch die unterschiedlichen Pausen trafen wir uns oft. Die eine Spanierin meinte immer – Nur noch zwei Minuten. 😂
Oben angekommen lichteten sich die Wolken langsam. Ein paar Bilder, bevor es Zeit war für den Gipfelsnack. Ich hatte mir dazu etwas typisch norwegisches in der Bäckerei gekauft – eine Zimtschnecke. 😀 Ich aß jedoch nur einen Teil ganz oben, den anderen weiter unten. Oben war doch viel los. Nicht wie früher, wo wir nur zu fünft dort oben waren.
Als ich den weiteren Weg hinunter anging, kam mir bei den ersten Stufen jemand bekanntes entgegen. Wie am Vortag scherzhaft gesagt, trifft man sich vielleicht bei der Tour und so war es dann auch. Wir sind dann sogar nochmal ein paar Meter wieder zurück; also nach oben, denn die Sonne kam immer mehr heraus.
Die ganzen Stufen nach unten sind wir zusammen gelaufen und haben uns gut unterhalten. So kam der Abstieg gefühlt sehr kurz vor. Oben hatten wir wegen dem Wind noch Jacken an, auf dem Weg nach unten wurde es immer weniger. Unten angekommen, fühlten wir beide uns als würden wir auf einer Wolke laufen. Durch die vielen Treppenstufen fühlte sich das Laufen auf einer ebenen Fläche merkwürdig an. Der Effekt war aber bald wieder weg.
In Reine trennten sich unsere Wege. Sie lief zu ihrem Auto um zur Unterkunft zu fahren und dann ihrem Mann die Möglichkeit für die Tour zu geben, der sich um das Baby kümmerte. Meiner war der zum Parkplatz. Die App hatte immer noch keine Bestätigung, das ich dort parkte. So schrieb ich eine kurze E-Mail an die Kommune, wie es auf einem Schild auf dem Parkplatz stand.
Dann parkte ich kurz um, um das Auto zu laden. Während dessen konnte ich die Schuhe tauschen, sowie ein paar andere Dinge erledigen.
Auf Sakrisøy stoppte ich bei Anita’s Seafood Café. Ein Cappuccino mit einer warmen Zimtschnecke bestellte ich mir. Das was ich dort an Fischburgern und sonstigem Essen sah, sah gut aus. Da beschloss ich an einem anderen Tag dort zu Abend essen.
Auf dem Rückweg hatte ich leider zweimal wieder Schnarchnasen mit ihren Wohnmobilen vor mir. Bis eine geeignete Stelle zum Überholen kam, dauerte es. Die sollten sich mal bei dem Fahrer des Müllwagens vom Vormittag erkundigen. Der war mit dem Müllwagen sehr zügig unterwegs gewesen.
Am Campingplatz angekommen entschied ich mich dazu den Tag ruhig ausklingen zu lasen. Duschen und dann am Zelt einen Kaffee, sowie Lesen bis zum Abendessen. Das ganze bei sonnigem Wetter, das am Strand mit dem immer wieder auffrischenden Wind kühler wirkte. Im Zelt war es sehr angenehm. 😊
Wanderung: ~5,5 Kilometer, ~530 Höhenmeter
18. Juni – Kvalvika Beach und Nesland – Nusfjord
Heute wurde ich etwas früher wach. Eigentlich ganz gut, da die Wettervorhersage für Nachmittags gemischtes Wetter ankündigte. Wie auch immer, erst mal Frühstück.
Die Fahrt zur ersten Wanderung war eine, zu einer der Nachbarinseln. Dazu musste ich über zwei schmale, gebogene Brücken fahren. Ist immer wieder eine interessante Sache, da diese so gebogen sind, das man den entgegenkommenden Verkehr nicht sehen kann. Also vor der Brücke checken, ob was entgegen kommt.
Dann ging es durch da Örtchen Fredvang, das eher wie eine weit verstreute Ansammlung von Häusern, denn einem Dorf erscheint. Weiter die Straße bis zur einer weiteren Ansammlung von Häusern. Der Fluß Markelva ist eher ein kleiner Bach, der die geschotterte Straße quert. Das ist der Startpunkt der Tour.
Es ging durch ein Tal, dem Bach lose folgenden. Es ist am Anfang ein Weg, der immer wieder durch ein Feuchtgebiet geht. Daher ist der Weg oft mit Holzblanken ausgelegt. Wenn es nicht durch eine offene Landschaft ging, ging es durch einen Birkenwald. Vorbei an insgesamt drei Seen, bis ich zum Kvalvika Beach kam. Unterwegs sah ich Zwei ihre Zelte zusammenpacken und einige, die mir mit kompletten Gepäck begegneten. Ich war somit die Einzige, auf einer Tagestour.
Angeblich sollen in dieser Gegend Schafe weiden. Gesehen hatte ich keine, dafür aber einen Hasen.
Kvalvika Beach besteht aus drei Sandstränden. Den ersten sah ich schon von oben aus dem Tal kommend. Die nächsten zwei sind von jeweils großen Felsen getrennt. Bei dem ersten Felsbereich entschloss ich mich unten rum zu gehen. D. h. durch das Wasser. Dazu zog ich die Schuhe aus, krempelte die Hose hoch und umging die Felsen. Das kalte Wasser kribbelte ordentlich. Bei der zweiten Felsblockade zum dritten Sandstrand versuchte ich es genauso, brach aber ab, da dort das Wasser zu tief war. Ohne Hose wäre es möglicherweise gegangen, aber bei der Wassertemperatur(!).
So trocknete ich meine Füße nach der Kneipp Tour ab und machte mich oben herum um die zweite Felsblockade. Angekommen am dritten Sandstrand war mir klar, wo die ganzen Tourer mit ihrem vollen Gepäck herkamen. Noch standen hier acht Zelte in Strandnähe.
Kvalvika Beach selbst erstrahlte in der morgendlichen Sonne mit tollen Türkis- und Blautönen.
Von hier war der Weg bergauf. Wobei “der Weg” nicht so einfach zu sehen war. Es gibt in dem Wirrwarr von Steinen teils keinen Weg von unten zu sehen. Egal, einfach nach oben. Es passte schon. Auf der anderen Seite ging es länger durch ein Feuchtgebiet. Auch hier wieder auf Holzbohlen. Auf dieser Teilstrecke vom Strand bis zur Straße (Wanderparkplatz) kamen mir reichlich Wanderer entgegen. Kein Wunder, ist das doch der kürzeste Weg zu den Stränden. Schöner ist jedoch der, den ich lief.
An der Straße angekommen folgte ich dieser gut 3,8 Kilometer. Eher langweilig an der Straße, aber es gibt leider keinen alternativen Weg.
Da es gerade erst Mittagszeit war, machte ich mich auf zur nächsten Tour. Wobei, nicht ganz am Dorfende von Fredvang, vor der ersten Brücke stand ein Food Truck. Dort bestellte ich mir einen Burger. Die Lebensmittel dazu kamen angeblich alle aus der Gegend. Lecker war er zumindest.
Jetzt aber tatsächlich weiter zur nächsten Tour. Der Startpunkt ist in Nesland. Gar nicht so weit weg, durch die Schotterstraße ist es dann doch eine längere Fahrt, zumal hier dann auch Schafe neben und auf der Straße waren.
Von Nesland ging ich den Fiskersti nach Nusfjord. Der Pfad geht immer wieder auf und ab; immer wieder durch offene Landschaft oder durch Birkenwälder. Aber vor allem geht er immer in der Nähe der Küste entlang. Durch das auf und ab usw. braucht man für die gut 5,5 Kilometer einige Zeit. Abwechslungsreich wurde der Weg durch die Querung eines Felssturzes. Dort lagen riesige Felsbrocken und auf einigen war das rote T der Wegmarkierung zu sehen. Such dir deinen Weg und falle in keine der Spalten!
Später kam dann noch eine Holzleiter nach unten, mit einem Abschlussklettern an einem Seil Klettern musste eh immer mal wieder auf dem Weg.
Nusfjord war relativ ausgestorben. Nur eine Hand voll Personen war im Hafenbereich zu sehen. Mehr sah ich erst vor der Pizzeria und im alten Landhandel, der nun ein Café ist. Dort machte ich es mir mit einem Flat White und einer Waffel gemütlich. Der alte Landhandel ist ein Café, aber auch ein Museum mit dem was dort alles zu sehen ist. In ganz Nusfjord sind einige Gebäude als Museum zu begehen. So kann man nachvollziehen wie der Fischfang und die Verarbeitung einmal war. Ebenso der Walfang.
Zurück ging es fast auf dem selben Weg. Aus dieser Richtung sind die Markierungen nicht ganz identisch. So kam ich z. B. nicht mehr an der Leiter vorbei. Die spannende Felskletterei kann jedoch nicht umgangen werden. Nicht so einfach dort, irgendwie aber auch spaßig.
Die Wanderung endete somit wo sie begann, in Nesland. Zurück ging es wieder über die Schotterstraße und dann die normale Straße zum Campingplatz. Dort angekommen war die Heckscheibe völlig zugestaubt. 😂
Nach einer nötigen Dusche machte ich mir Nudeln mit Pesto. Es war schon später und zu richtigem kochen hatte ich keine Lust mehr.
Über “Nacht” zog der Himmel zu. Es sollte regnen. Leider immer wieder für die nächsten drei Tage. Damit macht ein Wechsel des Campingplatzes keinen großen Unterschied. Somit beschloss ich, drei Tage länger auf diesem Campingplatz zu bleiben und zu schauen, was gehen wird.
Wie ich morgens das erste Mal wach wurde, hörte ich leichten Regen, der auf das Zelt prasselte. Ich drehte mich um und schlief wieder ein. Als ich dann wach wurde, war es ok zum Aufstehen. Für das Frühstück saß ich im Zelt, mit der zum Strand offenen Seite.
Die Berge im Hintergrund hatten wolkenverhangene Spitzen, ansonsten sah es ganz gut aus. Dennoch verkroch ich mich zum Lesen im Zelt für einige Zeit. So ganz geheuer war mir das Wetter nicht.
Am späteren Nachmittag machte ich mich auf nach Sørvågan. Unterwegs stoppte ich in Hamnøy. Beim dortigen Bäcker kaufte ich eine Zimtschnecke und einen Kaffee. Beides gab es in der Sonne vor der alten Bäckerei.
In Sørvågan fand ich auf dem Parkplatz gerade so noch einen Platz für das Auto. Von dort machte ich mich auf die Tour. Das erstes Highlight war bald erreicht – ein schöner Wasserfall. Der Pfad querte einen kleinen Bach um dann zu einem See zu gelangen, an dem es entlang ging. Immer wieder mal über größere Steine und Wurzeln.
Am Ende des Sees nahm ich wohl den falschen Pfad und befand mich auf einem noch kleineren Pfad nach oben. Die Richtung stimmte, daher merkte ich es nicht sofort. Bis auf das knifflige Ende, dem hochklettern an einem 1,5 Meter hohen Felsblock am steileren Hang war es ein schöner Weg.
Dann war ich wieder auf dem eigentlichen Weg. Leicht bergab, um dann länger bergauf zu gehen. So im Inselinneren wurde es bald schon fast so wie in höheren Lagen in den Alpen. Viel Fels, Gras und höchstens kleine Büsche.
Der Munkebu ist ein See in einer Senke. Neben diesem ist eine DNT-Hütte, in der Mitglieder übernachten können.
Unterwegs lief ich an Schneefeldern vorbei, bei meist sonnigem Wetter. Die Gipfel der Berge ringsum versteckten sich in den Wolken. Da die Wolken eher dunkel waren, kehrte ich ohne größere Pause wieder um. Auf dem Rückweg gab es in meiner Laufrichtung auf einer Seite große helle Wolken, die sich über die Berge in das Tal bewegten. Das war schon ein tolles Naturschauspiel. Die dunkleren Wolken hinter mir aber auch.
Bergab bin ich den eigentlichen Hauptweg gelaufen. Damit kam ich über zwei längeren und steileren Felsen hinunter. Damit das gefahrlos geht, sind an beiden Abschnitten Ketten gespannt.
Wohlbehalten kam ich am Startpunkt wieder an. Morgens hielt ich zwischendurch für Fotos, was auf der Fahrt zurück zum Campingplatz nicht geschah.
Nach der Dusche machte ich mir ein Curry mit Gemüse und Reis.
An der Rezeption schaute ich kurz vorbei und buchte die Übernachtungen für drei weitere Tage. Der ursprünglich mit eingeplante Campingplatz in Moskenes entfiel damit. Denn dorthin zu wechseln, war nicht nötig, da ich die südlichen Touren bereits hinter mir hatte.
Zum Ausklang gab es an der Beach Bar an diesem Abend Live Musik.
Wanderung: ~10,3 Kilometer, ~720 Höhenmeter
20. Juni – Ryten?
Es regnete am frühen Morgen, kombiniert mit reichlich Wind. Ich drehte mich noch ein paar Mal um, bis ich, für mich sehr spät aufstand. Es wurde warm im Zelt. Der Grund: Der Regen hatte aufgehört, kaum Wind und die Sonne zeigte sich. Supi. Frühstück am/im Zelt.
Eine Recherche nach dem Frühstück ergab fast überall in der Nähe (Fahrtzeit ~1 Stunde) das selbe bescheidene Wetter. Also versuchte ich es mit einer Tour in der Nähe. So fuhr ich erneut nach Fredvang bzw. dem dahinter liegenden Indresand.
Kaum dort angekommen, fing es an leicht zu nieseln. Es gibt definitiv besser Voraussetzungen für eine Tour. Mit der Regenjacke zog ich somit los auf die Tour zum Ryten, von dem man die Sandstrände von Kvalvika sehen kann. Die Tour lt. Wanderführer macht auch einen Abstecher zum Strand, den ich auslassen wollte. Dort war ich bereits zwei Tage zuvor bei Sonnenschein.
Wie sich herausstellte, ist diese Tour sehr beliebt. Bis zu diesem Tag, die meistbesuchte während meines Urlaubs. Zu denken, ich wäre die Einzige die bei so einem Wetter los macht, ist eine Fehlannahme gewesen.
Unterwegs fluchte ich kurz, da ich die Stöcke im Auto gelassen hatte. Von der Steigung war es kein Problem, nur mit den Steinen, Felsen und dem gelegentlich rutschigen Untergrund hätten diese mehr Sicherheit geboten.
Auf dem Weg nach oben nieselte es schön weiter. Dazu kam dann ein deutlicher Wind – 5 Bft, in Böen bis 7 Bft. Da Teile des Weges über Holzblanken und teils sogar mit einem Meter Höhe verlaufen, hieß es gut aufpassen. Aufpassen war ebenfalls an ein paar leichten Kletterstellen angesagt.
Am Sattel, ab dem es weiter zum Gipfel oder nach unten zum Strand geht, hatte ich so langsam genug. Ein paar Meter lief ich noch zum See Forsvatnet, dann kehrte ich um. Es waren nur etwa 11 Grad, deutlicher Wind und Nieselregen. Den Gipfel des Ryten zu erklimmen war zusätzlich wenig anregend, da dieser in den Wolken versteckt war.
Nun also zurück, was nicht einfach war. Rutschig auf dem Erdboden, den Steinen und Felsen. Aufpassen war also angesagt.
Etwas wärmendes wäre nun gut. Zurück, über den Campingplatz fuhr ich bis Vikten. Dort gibt das Glasshytta Vikten. Eine Glassbläserhütte und Café. Die Tische des Cafés sind dabei im Shop verteilt. Ich wählte für mich einen Tisch im Raum wo der Glasbläser gerade seiner Arbeit nachging. Abgesehen davon, das dieser Bereich gut gewärmt war, konnte ich so dem Glasbläser zuschauen, wie viele andere und dabei meinen Flat White mit einem Stückchen genießen.
Sodann ging es zurück zum Campingplatz. Auf allen meinen Fahrten an diesem Tag, wie auch an den vorherigen war ich fasziniert von der Landschaft. Berge und davor Sandstrände mit türkisfarbenen Buchten. Die Wiesen mit ihren Blumen.
Am Campingplatz war es trocken und sommerlich. Sonne und kein Wind. Nach der obligatorischen Dusche gab es daher einen Kaffee am Zelt. Ich fing dann auch gleich an mit dem Abendessen. Knobi und Zwiebeln wurden in Chilli-Rapsöl angebraten. Dazu kam eine kleingeschnittene Paprika, die mitbruzeln durfte, bevor eine Packung Tomaten in Stücke darüber kamen. Ein paar Kräuter, Salz und Pfeffer. Den zuvor gekochten Reis gab es dazu.
Wie ich mit dem Spülen nach dem Essen beschäftigt war, wurde es wieder deutlich dunkler bewölkt, wie am Morgen. In der Beach Bar bei Live Musik war das weniger wichtig.
Wanderung: ~4,5 Kilometer, ~180 Höhenmeter
21. Juni – Regentag
Es regnete, wie ich wach wurde und soviel schon vorneweg, es änderte sich während des Tages auch nicht mehr wirklich. Eine kleine Regenpause gab mir die Möglichkeit am Zelt zu frühstücken. Wobei, nur die Zubereitung war im freien ohne Regen. Gegessen hatte ich im Zelt, da es schon wieder regnete.
Mit dem Spülen des Geschirrs hatte ich mir Zeit gelassen. In der Tageszeitung gab es ein paar interessante Artikel, die die Zeit überbrückten bis zur nächsten Regenpause.
Als das Geschirr gewaschen war, zog ich mich dem Wetter entsprechend an und machte mich auf nach Ytresand, das bei Fredvang liegt. Somit lag der Ausgangspunkt der Wanderung sehr nahe dem, des vorherigen Tages.
Der Wanderparkplatz war voll, nachdem ich dort parkte. Hatte gar nicht so viel an diesem Regentag dort erwartet. Die Wanderung ging an einem Berghang schräg und stetig nach oben. Auf dem Weg nach oben, bei Nieselregen gab es immer wieder schöne Blicke zurück. Der böige Wind schmälerte das Erlebnis etwas.
Dann machte der Weg einen Bogen um den Hang; jedoch weiter nach oben gehend und somit zum ersten Gipfel. Weiter in eine Senke und wieder nach oben kam ich am zweiten Gipfel an. Hier bot sich ein toller Blick auf die Sandstrände und die Berge im Dunst.
Den Weg zum letzten Gipfel hatte ich angetreten, dann wurde der Wind jedoch sehr stark, womit ich umkehrte. Alle anderen schienen an diesem Tag ebenfalls nur bis zu dem zweiten Gipfel (Røren) gelaufen zu seien. Weiter sah ich keine Person laufen. Kein Wunder, den weiter hieß noch ausgesetzter am Inselzipfel im starken Wind laufen, für eine Aussicht in die entgegengesetzte bergige Küstenlandschaft, wo doch die wesentlich interessantere Sicht bei Røren ist.
Auf dem Rückweg machte ich in Ramberg in einem Café halt.
Am Campingplatz angekommen, gab es eine Regenpause. Diese nutzte ich direkt für die Dusche.
Die Zeit bis zum Abendessen verbrachte ich mit lesen im Zelt, denn, oh Wunder es regnete.
Für das Abendessen bin ich zuerst nach Reine gefahren. Erst bekam das Auto sein “Abendessen” am Schnelllader. Auf der Insel Sakrisøy bei Reine ist Anitas Sjømat. Dort soll es mit den besten Fischburger auf den Lofoten geben. Ein Grund, dort vorbei zu schauen. Ich bestellte mir den Burger Winnie The Pooh. Ein Burger mit einem Fischpaddy, geräuchertem Lachs, Shrimps und Salat. Richtig lecker. 😋
Am Campingplatz ging ich direkt in die Beach Bar. Es waren nur noch 10 Grad, so wie an vielen Tagen zuvor, jedoch mit Regen und Wind fühlte sich das deutlich kälter an. Nach der Wettervorhersage waren es “Feels like 0”.
Da es ein Wochenendetag war, gab es wieder Live Musik. Nebenbei konnte man die Saunabesucher beobachten. Es gibt zwei Saunen mit Panoramafenster zum Strand. Die Abkühlung nach dem Schwitzen ist das Meer.
Wanderung: ~4 Kilometer, ~160 Höhenmeter
22. Juni – Relax-Tag
Als ich morgens wach wurde regnete es und stürmte. Wie an den letzten Tagen – umdrehen und weiterschlafen. 😅 Wie ich aufstand, dachte ich erst an ein Frühstück in der Beach Bar. Beim Weg zur Toilette, merkte ich, das es gerade ganz gut aussieht. Daher hatte ich mir vor dem Zelt ausreichend Wasser für den Kaffee und das Porridge gekocht. Der Kaffee war aufgesetzt und das Porridge zubereitet. Damit konnte ich alles wieder in das Zelt packen und dort Frühstücken. Das war genau die richtige Intention und der richtige Zeitpunkt. Kaum war das Zelt zu, begann es wieder zu regnen. Das machte mir ja nix, da ich Kaffee und Porridge im warmen und trockenen Zelt hatte.
Es war eh ein Relax-Tag geplant. Auszeit für die Beine; schließlich gingen alle Touren mehr oder weniger immer nach oben. Die ganze Zeit im Zelt rum sitzen wollte ich jedoch auch nicht. Daher ging es mit dem Auto auf eine erste Tour. In Ramberg kaufte ich Lebensmittel für die nächsten Tage.
In der näheren Umgebung bin ich an ein paar Orte gefahren, um zu fotografieren. Es war neblig, trüb und regnerisch; dennoch hatte das alles eine gewisse Stimmung, die ich versuchte in Fotos fest zu halten.
Zur späteren Mittagszeit bin ich in der Beach Bar eingetrudelt. Eine Waffel mit Salat und Lachs war das Mittagessen, mit einer Zimtschnecke als Nachtisch.
Im Zelt verkroch ich mich einige Zeit danach. Ein Podcast über Roswell-Aliens vorgetragen von Rahel und Christian im Stay Forever Podcast.
Ein weiterer Anlauf zu einer Fotorunde wurde gestartet. Diese endete fast gleich. Auf dem Weg vom Zelt zum Auto hatte ich keine Regenhose an und prompt fing es richtig an zu schütten. 🙃 Also mit dem Auto soweit zum Zelt wie möglich; dorthin gelaufen und umgezogen (diesmal Regenhose!). Nun konnte ich los zur Fototour.
Es gab einige schöne Stellen, die bei dem Wetter durchaus ihren Reiz hatten.
Da ich dabei wieder bis Reine kam, wurde nochmals der Akku geladen.
Am Campingplatz gibt es zwar ein Zelt in dem reichlich Platz ist, um bei so einem Wetter zu kochen und zu essen, da ich aber schon mal in Reine war, hieß das, das ich wieder durch Sakrisøy komme. Somit bin ich wieder zu Anitas Sjømat. Eine Fischsuppe wurde es an diesem Tag.
23. Juni – Kabelvåg – Svolvær
Es hatte geregnet, während ich schlief. Für das Kochen des Wassers für Kaffee und Porridge hatte ich gerade so eine Regenpause erwischt. Ergo: Frühstück im Zelt.
Es folgte ein packen aller Sache im Zelt. Die einzelnen Taschen packte ich auf einen Handwagen, den ich morgens beim Toilettengang auf dem Rückweg mitnahm. Dazu kam das schmutzige Geschirr. Dann wurde das Zelt abgebaut – im leichten Nieselregen. Es gibt schönere Momente dafür.
Mit dem Wägelchen wanderte ich zum Auto, um alles zu verladen. Erst nachdem ich den Handwagen wieder zurückgebracht hatte, wusch ich das Geschirr.
Die Abfahrt vom Campingplatz verzögerte sich noch etwas. Erst kaufte ich zur Erinnerung ein T-Shirt in der Beach Bar und genoss noch einen letzten Kaffee.
Die Fahrt nach Kabelvåg war komplett im Regen. In Borg machte ich einen ganz, ganz kurzen Stopp am Wikingermuseum. Ein Bild und weiter. Im Museum war ich 15 Jahre zuvor schon. Vermutlich hat sich in der Zwischenzeit einiges dort getan. Jedoch standen sehr viele Autos, Vans, Wohnmobile und sogar einige Reisebusse auf dem Parkplatz. Das Gedränge innen mochte ich mir gar nicht vorstellen.
In Kabelvåg baute ich mein Zelt auf dem selben Campingplatz wie eine Woche zuvor auf. Der entscheidende Unterschied: Diesmal im leichten Nieselregen.
Eigentlich wollte ich mir noch einen Kaffee kochen, bevor es weitergehen sollte. Nur mein Piezo-Anzünder wollte nicht mehr. Dann halt ohne nach Svolvær. Dort wurde ich im Sportladen leider nicht fündig für einem Ersatz. In dem Shopping Center bin ich daher noch in einen Supermarkt. Dort kaufte ich ein Feuerzeug, damit kann der Gaskocher ebenfalls angezündet werden.
Es nieselte immer noch ganz leicht, dennoch unternahm ich einen Spaziergang durch Svolvær. Der erste Gang natürlich zu einem Café. Das Deja Brew hatte ich mir ausgesucht. Es ist in einem kleinen Einkaufszentrum und gemütlich eingerichtet. Zum Flat White bestellte ich mir Pancakes mit Banane und Erdbeermouse. 😋
So konnte ich mich auf die weitere Erkundung von Svolvær machen. Das Zentrum ist ein Marktplatz, der am Hafen liegt. Das alles ist sehr übersichtlich. So groß ist die Lofoten-Hauptstadt nicht. In Geschäften fand ich neben einem T-Shirt, eine Fleecejacke. Nach ein paar Tagen mit Regen merkte ich schon die Kühle. Ein paar Fleecejacken, die ich dabei hatte waren zwar dick aber eben nicht so dick. Irgendwie irre, mir war teils kalt, während es Zuhause 39 Grad waren.
Am späteren Nachmittag hörte es auf zu regnen. Damit konnte ich mein Abendessen in Ruhe am Zelt zubereiten und dort essen.
In einem der Gemeinschaftsräume unterhielt ich mich mit einem anderen Camper während uns das Feuer des Holzofens wärmte. So ging der Abend schnell vorüber. Nur noch Duschen und ab in den Schlafsack.
24. Juni – Henningsvær
Ich wurde doch tatsächlich durch die Wärme im Zelt wach. Das hatte ich schon einige Zeit nicht mehr gehabt. Blauer Himmel und Sonne. 😀 Damit war klar, das das Frühstück auf alle Fälle vor dem Zelt sein sollte.
Die Fahrt zum Parkplatz für die Wanderung war ungefähr 20 Minuten. Es gibt dort ein paar vereinzelte kleine Parkbuchten, die alle bereits voll waren. Somit blieb nur übrig kurz vor Henningsvær auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz zu parken oder auf dem gebührenpflichtigen (und sehr teuren) nah an der Einstiegsstelle der Wanderung. Ich nahm letzteres.
Das Schild an Einsteig der Wanderung behauptet “nur” 1,4 Kilometer bis zum Gipfel des Festvågtinden. Es kamen eine Handvoll Treppenstufen, um danach über riesige Felsblöcke zu kraxeln. Hat man das geschafft, geht es nur noch geradeaus nach oben. Direkt ist eben kürzer. Das ist schon ziemlich steil auf dem Abschnitt bis zum See Heiavatnet. Immer wieder sind die Hände zu nutzen, um halt zu haben.
Ab dort sieht man schon den Pfad auf einem Kamm nach oben gehen. Ebenso geradeaus und gut besucht. Der hinter mir liegende Weg war schon anstrengend, der von dort folgende noch deutlich mehr. Je höher ich kam, desto steiler und rutschiger wurde der Weg. Dafür ist die Aussicht super.
Runter ging es den selben Weg. Am See bin ich an diesem vorbei und bis zu einer kleinen Spitze, den Nippen gelaufen. Von dort hat man meiner Meinung nach sogar den besseren Blick auf Henningsvær. Den von hier kann man mehr vom Ort erkennen als von weiter oben.
Bis zur Straße kommt ebenfalls wieder der selbe Weg, den ich hoch lief nur halt runter.
Diese Wanderweg grenzt schon ziemlich ans Limit dessen, was ein Wanderweg genannt werden kann. Es ist schon fast der leichteste Einstieg in die Kletterei.
So, nachdem ich Henningsvær von oben gesehen habe ging es natürlich auch nach Henningsvær. Ein ikonisches Fischerdorf heißt es. So wahr es nicht verwunderlich das dort viele Touristen unterwegs waren.
Neben einem Spaziergang durch den Ort gab es in dem Klatrekafeen einen Kaffee und einen Blaubeerkuchen. Das Klatre (Klettern) kommt u. a. dadurch, das dazu auch ein Shop mit Kletterartikeln gehört, sowie die Gegend um den Berg auf dem ich war auch ein Kletterberg ist.
Am Campingplatz war der Nachmittag mit relaxen und lesen bis zum Abendessen gestaltet worden.
Wanderung: ~4 Kilometer, reichlich Höhenmeter Keine Karte, da sich das GPS der Uhr in dem Einschnitt schwer getan hat mit der Aufzeichnung und einige Ausreißer zeigt.
25. Juni – Um Svolvær
Über Nacht war es wieder kühl. Im Schatten des Berges, ohne direkte Sonne spürte ich die 10 Grad deutlich anders. Ich hatte sogar die Zusatzbelüftung des Zeltes geschlossen. Das bedeutete das das Außenzelt morgens von Innen feucht war. War schon klar; besser wie frieren. Das wiederum war am frühen morgen gar nicht der Fall. Die Sonne zeigte sich beim Frühstück am Zelt von ihrer freundlichen Seite.
Später soll es lt. Wetterbericht regnen. Daher machte ich mich nach dem Frühstück gleich auf zu einer kurzen Wanderung in der Nähe. Diese startete in Osan, einem Vorort von Svolvær. Der Anfang war eher langweilig, auf einem Schotterweg bergauf bis ich nach 1,3 Kilometer den eigentlichen Einstieg erreichte. Ab hier war es dann wieder ein Pfad über Wurzel und Stein. 😀
Am Sattel entschied ich mich zuerst nach links, zu einer Spitze zu gehen. Es bot sich mir ein schönes und bewölktes Bild von Svolvær und den Inselchen drum herum.
Weiter, d. h. zurück zum Sattel und dort weiter zum nahen Tjeldbergtinden. Dort traf ich einen Local bei seiner Morgenwanderung. Still genossen wir die Aussicht.
Zurück ging es auf dem selben Weg. Nun kamen mir ein paar Personen entgegen. Zwei, die es wohl eher für einen Spaziergang hielten, so wie sie gekleidet waren. Das ist es jedoch nicht. Einfach ist der Weg schon, aber doch immer wieder feucht.
Am Auto angekommen, war es immer noch Vormittag. Nach der Wettervorhersage hatte sich der Beginn des Regens um fast zwei Stunden nach hinten verschoben. Im Wanderführer gibt es eine weitere einfache Wanderung. Von Svolvær zu einem Gipfel, mit der Option zu einem zweiten. Davor kommt man an einem See vorbei, der eine gute Aussicht bieten soll.
Somit nahm ich diese zweite Tour und beschloss sie aufgrund des kommenden Regens nur bis zu diesem See zu laufen. Auf dem steilen und felsigen Weg nach oben dachte ich schon, gut so zu entscheiden. Der Weg ist oft feucht, geht aber auch genauso oft über blanken Fels nach oben. Macht durch seine Abwechslung aber auch Spaß. Es geht durch viel grün, viel Farn, viele Birken. An einem unteren See vorbei, einem Bach mit Wasserfall entlang bis ich irgendwann oben am See war. Dort ist sogar eine große Holzplattform.
Von hier könnte man weiter auf den Tuva. Diesen Gipfel sieht man auf dem einen Foto über dem See. Oder in die andere Richtung, auf den Blåtinden. Auf den Tuva, wie erwähnt wollte ich von vornherein nicht und der Blåtinden versteckte sich schon in den dunklen Wolken.
Auf der Holzplattform war es leider zu windig für eine ausgiebige Pause. Somit machte ich ein paar Fotos und begab mich auf den selben Weg zurück. In diese Richtung waren die Felsen nochmal vorsichtiger zu nehmen; vor allem die, die schon nass waren.
Leicht durchgeschwitzt, entschied ich mich dazu den Campingplatz anzusteuern. Die Dusche war sehr angenehm. Auf den letzten Metern zum Zelt begann es dann auch leicht zu nieseln. Da war er, der angekündigte Regen.
Früher Nachmittag. In Svolvær suchte ich wieder das Deja Brew Café auf. Dort wurde ich gleich mit einem “Hallo, schön Dich wieder hier zu sehen” begrüßt. Das Café hat guten Kaffee, eine tolle Mannschaft und ist gemütlich. Hier war ich am Schreiben des Textes des Tages. Das geht am Besten mit einer Stärkung in Form von Pancakes. 😋
Es folgte ein Spaziergang durch Svolvær, bevor ich zum Campingplatz zurück kehrte.
Da es weiter regnete, machte ich es mir im Zelt gemütlich und las. Für das Abendessen packte ich alles in einen Beutel und lief zum Gebäude mit der Campingküche für alle. Dort machte ich mir ein Curry mit Gemüse und Reis. Dabei kam ich mit einer Schweizer Familie ins Gespräch. Dann kam sogar noch der Radfahrer, den ich dort zwei Tage zuvor traf.
Später lief ich zur Gemeinschaftshütte, da wir uns dort treffen wollten. Er war noch nicht dort, dafür eine Norwegerin, die es sich mit Kerzen auf dem Tisch gemütlich gemacht hatte. Wir kamen gerade ins Gespräch, als der Radfahrer zu uns traf. So waren wir – Emma, Wadim und ich – in dieser gemütlichen Hütte. Wadim sorgte für Feuer im Ofen, damit wir es bei unserer Unterhaltung gemütlich hatten und er seine Kleidung trocken bekam.
Es war bereits nach Mitternacht, als wir uns verabschiedeten und in unsere Zelte bzw. Auto verschwanden.
Guten Morgen Regen. Zum Glück nur ganz leichter Nieselregen.
Für das Frühstück machte ich mich mit meinem Beutel auf zu der einen Gemeinschaftshütte in der Nähe (eine andere wie am Abend zuvor). Dort traf ich Emma wieder, die genau aus dem selben Grund gerade dort ankam. Wir unterhielten uns erst mit einem anderen Camper und später mit einem Freund von Ihr, der sie abholte.
Ich erwähnte, das ich im August erneut in Norwegen sein werde und zwar in Trondheim. Da Emma aus Trondheim ist, gab sie mir einen Tipp für ein Café dort.
Das Zelt mit allem wurde im immer noch leichten Nieselregen abgebaut. Ich machte mich auf nach Hov. Dort auf dem Hov Gård wollte ich mein Zelt für drei Tage aufschlagen. Den Preis fand ich dann doch zu hoch, zumal es nur sehr einfache Sanitäranlagen dort gibt. Im Restaurant/Café gab es was zu Trinken und einen leckeren Karottenkuchen während ich mir die Gestaltung der nächsten Tage überlegte.
Die Entscheidung: Weiter bis zum bekannten Lofoten Beach Camp für zwei Tage und danach für einen Tag nach Hov Gård.
Damit war klar, das eine Weiterfahrt nach Flakstad kam, um dort wieder das Zelt am Strand aufzubauen. Das Zelt baute ich diesmal eher in der Nähe der Beach Bar und nicht am äußersten Ende des Strandes auf. Mit Kaffee und Lesen verbrachte ich den Nachmittag im Zelt. Es nieselte immer wieder, zum Abendessen bestand dann doch noch dieses am Tisch in der Nähe des Zeltes zu mir zu nehmen. Mein Zeltnachbar tat dies ebenfalls, womit wir uns während des Abendessens angeregt unterhielten.
Der Abend wurde in der Beach Bar verbracht. Noch war es ordentlich bewölkt, was sich über Nacht auflösen soll.
27. Juni – Uttakleiv
Der Morgen war schon wieder viel freundlicher. Es zeigte sich die Sonne und teils blauer Himmel. Dafür war der Wind etwas stärker. Aber kein Problem, ich öffnete einfach die dem Strand abgewandte Seite des Zeltes und konnte so im fast Windstillen frühstücken.
Mit dem Zeltnachbar kam ich auch an diesem Morgen wieder ins Gespräch. Am Ende fuhr ich ihn bis zum nächsten Ort. Ich hatte Zeit und für ihn war die langweilige Teilstrecke (Wandern mit vollem Gepäck) an der Straße und über zwei Brücken damit überwunden. Zurück am Campingplatz zog ich eine dünnere Hose an, um zur Wanderung zu fahren.
Die Fahrt nach Haukland dauerte länger. Zwei Wohnmobile mit gemütlicher Geschwindigkeit hatte ich vor mir. Auf der schmalen Straße nach Haukland dachten diese wohl, das der entgegenkommende Reisebus ihnen platz machen würde. Natürlich Fehlanzeige. Dann meinte eine aus dem einen Wohnmobil noch aufgeregt das ich zurück fahren sollte und ignorierte dabei, das hinter mir schon ein paar Autos waren. Wir fuhren alle zurück in Seitenwege. Nachdem der Reisebus an mir vorbei war, fuhr ich auf die Straße. An den Autos und Vans hinter dem Reisebus konnte ich ohne Probleme vorbeifahren und hatte somit die Wohnmobile abgehängt.
In Haukland machte ich mich auf den Wanderweg. Eigentlich dachte ich mir den einen Küstenweg mit dem Weg zum Himmeltindan, dem höchsten Berg von Vestvågøy zu verbinden. Der Himmeltindan versteckte sich jedoch in Wolken, womit ich beschloss nur den Rundweg zu laufen.
Auf einem alten Weg nach Uttakleiv verlief die Wanderung an der Küste entlang. Erst gegen den stärkeren Wind und auf det anderen Seite vom Berg war von diesem kaum was zu spüren. Uttakleiv streifte ich, nahm kurz die normale Straße und bog auf einen noch älteren Weg über einen Sattel ab. Dies ist der älteste Weg nach Uttakleiv, während der an der Küste der neuere ist. Zur Jahrtausendwende wurde es einfacher durch einen Tunnel. Damit konnten diese beiden Wege zu Wanderwegen werden.
Am Anfang zum Sattel stand ein Schild, das nach dem Sattel Wegarbeiten seien und man den Anweisungen folgen sollte. Soweit so gut. Am Sattel stellte sich heraus, das die Anweisung “geschlossen” hieß. Damit war der Rundweg kein Rundweg mehr. Über einen Pfad bin ich in einer Schleife zurück zum Weg nach Uttakleiv und dann den ganzen Weg zurück nach Haukland. Selbstverständlich war nun der starke Wind auf dieser Seite und somit wieder entgegen meiner Laufrichtung.
Am Ende wurde damit aus einem 8 Kilometer Rundweg ein über 13 Kilometer langer Weg.
Am Haukland Beach gab es daher eine Waffel und einen Flat White.
Uttakleiv und Haukland haben beide tolle Sandstrände mit herrlich türkisfarbenem Wasser. An beiden Stränden ist es erlaubt mit einem Zelt zu campen. Daher bieten auch beide Frischwasser, Abwaschmöglichkeiten und Toiletten. Man muss sich je nach Strand nur mit den ganzen Tagestouristen und/oder Schafen arrangieren.
Das Abendessen, Nudeln mit einer Soße aus Tomaten und Paprika sollte es am Zelt geben. Dann ging kurz vor dem Ende des Kochens das Gas aus. So bin ich mit dem Pot in die Küche für die Zelter gelaufen und habe es dort auf einer Herdplatte zu Ende köcheln lassen. Gegessen hatte ich im daneben stehenden Zelt.
Wanderung. ~13,4 Kilometer, ~320 Höhenmeter
28. Juni – Brattflogan – Hov
Das Frühstück konnte wieder am Zelt eingenommen werden. Das nötige Wasser kochte ich dazu in der Küche für die Zelter.
Das Abbauen des Zeltes war relaxt. Es war völlig trocken, was es schon länger nicht mehr war beim Zusammenpacken.
Entspannt bei Sonnenschein fuhr ich in das Slydalen (Tal) für die erste Wanderung. Der Weg von der Hauptstraße war jedoch ein geschotterter Weg und es gab ein paar Kühe, so wie viele Schafe. Die Schafe musste ich durchaus dazu bewegen, mir Platz zu machen.
Diese Wanderung ist eine leichte, die bewusst gewählt wurde. Ich wollte eine Tour in der Mitte der größten Lofoteninseln unternehmen. Es ging den Hang hoch. Links und Rechts kleine Büsche. Aufpassen musste ich eher auf den Weg, um nicht in die Hinterlassenschaften der Schafe zu laufen. Diese waren mit ihren Glocken gut zu hören; oft auch zu sehen.
Oben am Hügel, erreichte ich eine Hochebene. Diese war hauptsächlich mit Gras bewachsen. Hauptsächlich! Den was wäre eine norwegische Wanderung ohne durch ein morastiges Gebiet zu kommen. Es war schon gut, die wasserdichten Schuhe zu wählen.
Nach der Hochebene ging es erneut nach oben, bis ich den höchsten Punkt des Brattflogan erreichte. Es war zwar im Slydalen während der Wanderung schon bewölkt, es bot sich dennoch eine gute Sicht.
Same way back.
Auf dem weiteren Weg mit dem Auto kam ich am Lofotr Museum vorbei. Diesmal hielt ich dort um eine Kleinigkeit zu essen. Dort traf ich die Schweizer Familie wieder, mit der ich mich in Kabelvåg schon unterhalten hatte. Sie sind in das Museum; ich bin weiter nach Hov. Die Sonne kam wieder heraus. Es war eine schöne Fahrt mit guter Sicht auf den Berg Hoven, der als einziger Berg am Ende der Insel herausragt.
Da die Buchung schon am Tag zuvor erledigt wurde, konnte ich direkt einen Platz für das Zelt suchen. Den fand ich am Rand zum Strand. Bei der Entscheidung wurde ich von einer Norwegerin, die neben ihrem Zelt an einem Tisch saß angesprochen. Es war nicht das erste Mal, das man mich als Norwegerin vermutete aufgrund des norwegischen Kennzeichens am Auto. Wir kamen in ein längeres Gespräch (englisch und norwegisch gemixt) und stellten fest, das wir uns eventuell in ein paar Tagen auf Andøya wieder sehen.
Dann wurde tatsächlich noch das Zelt aufgebaut. Alles war soweit vorbereitet, womit ich auf die Tour zum Hoven gehen konnte. Mittlerweile war es leider wieder bewölkten das an einem Punkt der Lofoten, von dem die Mitternachtssonne gut anzusehen sei. Da sich die Bewölkung für den Rest des Tages nicht ändern sollte, machte ich mich auf die Tour.
Vom Hov Gård (Campingplatz!) lief ich über den mir dort mitgeteilten Weg. Was keiner sagte, war das der schöne Wanderpfad durch ein Feuchtgebiet läuft. Es wurde besser, als ich auf den eigentlichen Hauptwanderweg kam. Dieser war zwar hier und da matschig aber eben kein Moorgebiet. Fast ganz oben wurde es nochmals ordentlich steil, bis der Gipfel erreicht wurde.
Es bot sich eine tolle Rundumsicht. Schön wie die vielen Inseln zwischen den größeren liegen. Genauso wie der Strand am Campingplatz heraus leuchtete. 😀 Mein rotes Zelt war wieder Mal deutlich zu erkennen. 😀
Zurück dachte ich mir, lieber den Hauptwanderweg bis zum Golfplatz zu laufen um dem Feuchtgebiet aus dem Weg zu gehen. Tja, Pech gehabt. Der Hauptweg war matschiger.
Am Campingplatz kam ich mit meinen neuen Nachbarn aus der Hamburger Gegend ins Gespräch bevor es unter die nötige Dusche ging.
Auf dem Weg zum Restaurant im Hov Gård traf ich dann Beat mit Sohn (die halbe Schweizer Familie) sie warteten auf die anderen beiden. Da es der Tochter nicht gut ging, gingen nur Beat und sein Sohn zum Essen, womit mir angeboten wurde mit zu gehen. Das machte es einfacher für mich ohne eine Reservierung. Wir hatten beim leckeren Essen – ich mit Bacalao und später einem Schokodesert – ein angenehmes Gespräch. Gezahlt wurde getrennt, wobei Beat mir den Wein ausgab; ich das Brot mit Butter.
In der Nacht hatte es angefangen zu regnen. Wie ich aufstand, tröpfelte es ein klein wenig. Mit meinem Campingpot lief ich zum Restaurant. Es war kurz nach 7:00 Uhr und ab 7:00 Uhr gibt es dort ein Frühstücksbuffet, das gut aussah, mir nach dem Abendessen jedoch zu viel war.
Da ich kein Gas mehr hatte, fragte ich im Restaurant ob ich heißes Wasser bekommen könnte. Das war kein Problem. Damit bin ich zum Zelt zurück, machte mir meinen Kaffee und das Porridge.
Während des Frühstücks nieselte es, beim Abbauen des Zeltes zum Glück nicht mehr. Von meinen Campingnachbarn auf beiden Seiten verabschiedete ich mich. Die beiden Biker wollten den Weg langsam nach Hause antreten und die Norwegerin nach Stø und Nyksund. Je nachdem wie lange sie dort bleibt, kann es sein das wir uns in ein paar Tagen wiedersehen.
Im Regen fuhr ich nach Svolvær. Erstes Ziel war ein Sportgeschäft um Gas zu kaufen. Da ich in einem Einkaufszentrum war, kaufte ich gleich noch in einem Supermarkt Kaffee, Schokolade und Solo für die nächsten Tage. Solo? Solo ist eine norwegische Orangenlimonade.
Weiter ging es, immer noch im Regen bis Sortland. Zwischendurch war es sogar “nur” bewölkt. Daher prüfte ich das Wetter bei der Abbiegung nach Digermulen. Doch, leider nein, dort sollte es regnen, so wie an der Abbiegung. Daher macht ich mich direkt weiter.
In Sortland ging ich wieder zur Verkstedet. Bestellte hatte ich ein Focaccia, das warm gemacht wurde und was zu trinken.
Und weiter im mehr oder weniger reichlichen Regen. Am späteren Nachmittag kam ich in Bleik auf Andøya an. Bleik ist fast am äußersten nordwestlichen Ende diese Insel der Vesterålen. An der Rezeption wurde mir vorgeschlagen erst das Zelt aufzubauen und danach die Anmeldung zu erledige. Das habe ich gleich so gemacht, da es gerade nicht regnete. Das Zelt baute ich dort direkt am Rand zum Sandstrand mit Blick auf diesen auf.
Die Anmeldung war schnell erledigt. Dabei hatte ich gleich eine Seife gekauft, die mit dem Sand von genau diesem Strand hergestellt wurde. 😊
Jetzt erst einmal einen Kaffee und Schokolade. Den Kaffee machte ich mir in der Campingküche und im Aufenthaltsraum konnte ich auf mein Zelt, den Strand und die Insel Bleiksøya schauen. Wobei der Gipfel der Insel und die Gipfel der Berge auf Andøya alle in den Wolken waren. Wenn das Wetter besser werden sollte, wird es an einem der folgenden Tage zu eine Vogelsafari nach Bleiksøya gehen.
Ein einfaches Abendessen konnte ich mir am Zelt zubereiten und dort essen.
Ich las lange im Zelt, bevor ich einschlief.
30. Juni – Regentag
In der Nacht hat es wieder geregnet. Morgens war es eher windig. Das Wasser für das Frühstück hatte ich in einer Grillhütte, die in der Nähe des Zeltes war gekocht. Damit bin ich zurück zum Zelt und habe mein Frühstück im Zelt (geschlossen) zubereitet und zu mir genommen.
Anschließend ging es in das Gemeinschaftsgebäude für einen zweiten Kaffee. Dabei kam ich mit einigen anderen, die eintrudelten ins Gespräch. Einen Teil des Vormittags verbrachte ich im Geselligen, einen Teil mit Lesen.
Dann wollte ich mich auf eine Tour machen. Genau zu dem Zeitpunkt fing es an stärker zu regnen. Daher fuhr ich in den nächsten Ort Andenes. Erst wurde das Auto an Schnelllader um einige Prozent aufgeladen. Da es nicht besser wurde mit dem Wetter bin ich in das Lysverket Café. Ein gemütlich eingerichtetes Café, wo ich eine Zimtschnecke mit einem Flat White zu mir nahm.
Einen ganz kurzen Spaziergang unternahm ich in Andenes. Mehr nicht, den der Wind wurde stärker, bei gleichbleibenden Nieselregen.
Am Campingplatz verbrachte ich den Nachmittag so, wie den Vormittag. Kaffee, Lesen und mich mit anderen Campern unterhalten.
Der letzte Versuch des Tages für eine Wanderung endete am Ortsende. Als ich dort mit dem Auto am Startpunkt der Tour ankam, wurde der Wind so heftig, das es keinen Sinn machte eine Tour zu unternehmen.
Ergo: Zurück und das Abendessen in dem Gemeinschaftsgebäude gekocht und gegessen.
Der Rest des Tages war mit Lesen verbracht worden.
Starker Wind bedeutete an diesem Tag Windstärke von 5 -6 Bft, in Böen 8. Da wird selbst leichter Nieselregen ziemlich nervig und unangenehm.
01. Juli – Naturschutzgebiet
In der Nacht hatte es weiter geregnet. Wesentlich deutlicher war der Wind (Bft 6 (8)) zu spüren. Die Windverhältnisse änderten sich den ganzen Tag nicht. So war das Frühstück im Gemeinschaftsraum.
Am frühen Vormittag machte ich mich zu einer Wanderung in einem Naturschutzgebiet auf. Am Himmel waren Lücken in den Wolken, womit blauer Himmel zu sehen war und sogar die Sonne durchschien. Der Wanderpfad geht durch ein leicht hügeliges Gebiet mit vielen Seen und teils am Meer entlang. So lief ich in offener Landschaft mit niedrigem Bewuchs oder durch Birkenwälder. Die Runde war sehr schön und im Grunde einfach. Die Herausforderung war eher bei den heftigen Böen gerade laufen zu können.
Nach einer Pause am Campingplatz bin ich noch zu einer zweiten Tour losgefahren. Es war die Tour zum Andhauvet. Da sich schon die dunkeln Wolken ankündigten bin ich die geschotterte Straße zügig bis zum Einstieg gelaufen. Danach ging es nicht wesentlich langsamer den Wanderpfad bergauf. Je höher ich kam, desto stärker wurde der Wind. Gut 100 Meter vor dem Gipfel machte ich kehrt. Dieser letzte Abschnitt ist oben auf dem Berg im Freien und als ich dort ankam, war der Wind so stark, das ich kaum stehen konnte. Selbst auf dem Weg zurück, kam mir der starke Wind meist direkt entgegen, so das ich sehr konzentriert laufen musste.
Am Campingplatz folgte eine Dusche, bevor es nach Anderes ging. Dort wollte ich wieder in das Café vom Vortag, das leider nur bis 15:00 Uhr geöffnet hat. Da sie schon beim Abräumen war, gab es dort nichts mehr für mich. Im Einkaufsladen in Bleik ist ein Café dabei, wo ich einen Kuchen und Kaffee bekam.
Im Gemeinschaftsbereich wurde es gesellig. Später wurde dort gekocht. Wobei ich gerade anfangen wollte, wie mir gesagt wurde das die letzten Plätze für die Puffin-Tour am nächsten Tag um 16:30 Uhr vergeben wurden. Daher lies ich alles stehen und fuhr zum Schiff. Licht war dort zwar an, gesehen hatte ich jedoch keinen. Also Anrufen, den es sollte noch eine Zusatztour Ab 18:00 Uhr geben. Bei der Buchung konnten Erwachsene nicht gewählt werden. Das wurde gefixt, so das ich ein paar Minuten später dann die Tour buchen konnte. Damit war ich wesentlich beruhigter beim Abendessen. Nebenbei verlängerte ich meinen Aufenthalt am Campingplatz um einen Tag.
Am morgen konnte ich endlich wieder am Zelt mein Frühstück zubereiten und essen. Es war bewölkter, wie vorhergesagt, aber ansonsten ok.
Für die Tour auf den Måtinden wählte ich eine nicht so übliche Variante. D. h. vom Ortsende ging es auf einem Pfad eine zeitlang am Naturreservat entlang. Dann kam ich am ersten Berg an. Von dort verläuft der “Weg” an der Küste entlang. Im Grunde hat der Weg Spaß gemacht. Zwar gab es zwei Stellen, die an meiner Wohlfühlgrenze lagen, dennoch war es gut. Fast 2/3 des Weges klettert man über Felsen. Hoch, Runter und drüber. Zweimal so nah an der Wasserlinie, das ich den Eintrug habe, das dieser Weg bei Flut nicht geeignet ist.
Norwegischer Wanderweg, natürlich mit roten Punkten markiert. 😂 Wer sieht sie auf den Bilder?
Die zweite Stelle, ganz nah an der Wasserlinie ging um einen Grat. Zuerst folgte ich dem ausgetretenen Pfad nach oben. Der wurde aber ausgesetzter und sehr, sehr steil. Eine kleine Gruppe, die mir folgte fragte und wir beschlossen alle unten am Wasser entlang zu kraxeln. Das ging dann recht einfach. Danach war ich in einem Tal mit leicht hügeliger Landschaft. Bis fast zum Sandstrand ging es. Dann bog ich auf den Weg nach oben ab. Einen Hang hoch, erreichte ich eine flache Ebene mit einem See und einigen Schafen.
Die Schafe machten gemächlich Platz auf der Ebene, sowie auf dem weiteren Abschnitt bergauf. Oben am Sattel angekommen traf ich auf eine Wanderautobahn. Das ist der Weg, den die meisten von der Landstraße gehen. Bis hoch zum Måtinden folgte ich dem Strom. Die Aussicht von oben reichte sehr weit.
Zurück ging es bis zum Sattel und dann nach links, somit weg von der Wanderautobahn. Der Weg zum nächsten Gipfel verläuft auf eine weiten Ebene, auf der kein eindeutiger Weg zu sehen war. Ich folgte eher den unregelmäßigen Steinhaufen.
Nach dem Gipfel ging es auf eine Ebene bis unterhalb zum Anstieg des letzten Gipfels. Den lies ich links liegen und begab mich auf den Abstieg. Dieser war ordentlich steil; dennoch gut gehbar. So kam ich wieder in das Naturreservat. Am Rand von diesem ging es entlang bis zum Strand. Der Strandstraße folgte ich, bis ich zum Parkplatz am Rand von Bleik kam.
Eine Dusche war dann nötig. Ich lief im T-Shirt, da es warm war. Es war aber auch anstrengend.
Die Fotoausrüstung wurde gecheckt. Alles so eingestellt wie ich es für die Puffin Safari gebrauche.
Die Puffin Safari beginnt 20 Minuten vor dem eigentlichen Termin mit einer Einführung und den Sicherheitshinweisen. So stand es zumindest bei der Anmeldung. Da das Boot erst um 18:00 Uhr von der vorherigen Fahrt zurück kam, gab es die Infos an Board.
Auf der Fahrt nach Bleiksøya wurde uns einiges über die Papageitaucher erklärt. Das diese oft 40 Jahre alt werden und vermutlich bis zu 50 Jahre. Das sie einmal eine Partner gefunden, diesen ihr ganzes Leben lang haben, genauso wie es immer die selbe Bruthöhle ist.
Vor der Insel sahen wir dann schon die ersten Gruppen im Meer schwimmen. Auf der Insel hat man gar keine gesehen da oben auf der Insel einige Seeadler leben, die sich gerne von Papageitauchern ernähren. Wir standen einige Zeit vor der Insel, sind an dieser entlang und in einem Bogen zurück zum Hafen. Papageitaucher gab es im Meer reichlich zu sehen und an der Insel waren wir wohl gerade zur Fütterungszeit. Dort war ein sehr reghafter Flugverkehr. Wenn ein Papageitaucher landet, dann macht es dieser direkt in die Bruthöhle um den Seeadlern aus dem Weg zu gehen.
Die 90 Minuten auf See mit der tief stehenden Sonne, kühlten leicht aus. Die Hände waren auf alle Fälle kalt. Damit war klar, das ich im Gemeinschaftsbereich kochen werde, obwohl das Wetter zum Kochen am Zelt einlud. Apropos Zelt: Die Tage hatte ich ein bis drei Zeltnachbarn. An diesem Tag kamen so viele, das die Zeltwiese komplett voll war.
Wanderung: ~12 Kilometer, ~600 Höhenmeter
03. Juli – Bye Vesterålen
Das Wetter war gut an diesem Morgen. Nach dem Frühstück und packen von allem unternahm ich einen Strandspaziergang. Bei Bleik gibt es mehrere Sandstrände und dies über eine große Strecke. Herrlich, fast weißer Sand mit türkisfarbenen Meer. Dabei konnte ich ein paar Seevögel mit der Kamera erwischen.
Am Campingplatz verabschiedete ich mich von mehreren anderen Campern, mit denen ich mich an den vorherigen Tagen unterhalten hatte.
Von Bleik war es eine kurze Fahrt nach Andenes. Dort wird The Whale gebaut und voraussichtlich Mitte 2027 eröffnet. Die Grundstruktur des Gebäudes war bereits vorhanden. Viel mehr allerdings noch nicht. Da ich in Andenes war, wurde das mit einem Besuch im Lysverket Café verbunden.
An der Ostküste fuhr ich nach Süden. Während an der Westküste ein Gebirge über fast die gesamte Länge von Andøya geht, ist im Osten plattes Land angesagt. In ungefähr der Mitte ist Myre, das zu Dverberg gehört. Dort besuchte ich das Alveland AS. Dort wird Seife hergestellt. 😀 Ein paar in dem Laden habe ich gekauft. Zu Alveland gehört ein Café, das danach besucht wurde.
Auf dem weiteren Weg war ich am Überlegen. Am Ende von Andøya einen Campingplatz aufsuchen? Doch nach Harstad fahren, wie ich am Vortag überlegte? Oder nach Digermulen für eine Wanderung?
Harstad wäre die längste fahrt, die nach Digermulen ist deutlich kürzer und das Wetter dort sollte ganz gut werden. Somit bin ich einige Zeit später wieder auf den Lofoten gewesen.
In der Umgebung von Frankfurt gibt es reichlich Landkreise, die einladen zu Wanderungen. Mit der bekannteste Landkreis dazu ist der Taunus. Wobei dort hauptsächlich an den Taunus nördlich von Frankfurt gedacht wird.
Aber – Der Taunus ist viel mehr als nur dieser Landstrich nördlich von Frankfurt. Gerade im westlichen Teil des Taunus gibt es bis zum Rhein eine ganze Menge zu entdecken.
Das Wispertal ist es, was in zwei verlängerten Wochenenden erwandert werden wird. Der prägende Fluss ist die Wisper. Meine Touren für die beiden Wochenenden sind dem Rother Wanderführer Taunus entnommen, den ich eh schon habe. Die Wanderungen im Wispertal sind unter dem Begriff Wisper Trails zusammengefasst und auch über eine eigene Webseite erkundbar.
Die Touren des Wisper Trails sind gut ausgeschildert und es gibt immer eine Karte der Strecke, die sich meist am Anfang der Tour befindet. Das der Tourismusverband die Touren mit einer eigenen Webseite mit Beschreibung vorstellt, ist sehr gut. Die Beschreibungen sind mehr oder weniger Umfangreich und es findet sich dort eine GPX-Datei für die Tour zum herunterladen.
Wenn man zu Fuß im Wispertal auf den Touren unterwegs ist, so ist meist nach fünf bis zehn Minuten kaum bis gar nichts mehr von der Zivilisation zu hören. Je nach Streckenverlauf mindert der Lärm der Motorräder das Vergnügen. Dies kommt zum Glück nicht so oft vor.
Es war ein gemütlicher Morgen. Aufstehen, Brötchen holen und Frühstücken. Den üblichen Samstagseinkauf habe ich ausfallen lassen. Dadurch konnte ich an diesem Samstag früher los in das schöne Wispertal. Das war aufgrund der Wettervorhersage mit wechselndem Wetter gut so.
Mein erster Stopp war am Sportplatz von Hausen v.d.H., das zu Schlangenbad gehört. Der Himmel war auf der Fahrt gut bewölkt und die letzten Kilometer vor dem Parkplatz nieselte es. Am Parkplatz waren es nur noch vereinzelte Tropfen, womit ich entschied die Tour zu laufen.
Es war eine Tour hauptsächlich auf Wirtschaftswegen, gelegentlich gespickt mit Single Trails. So kam ich durch viele Felder und öfter durch den Wald. Im Gegensatz zu den Waldpassagen der Touren des vorherigen Wochenendes, waren diese sehr licht. An einem sonnigen Tag wäre ich damit sicherlich die meiste Zeit in der Sonne unterwegs gewesen.
Die Single Trails waren teils beabsichtigt, teils nicht. Durch die Felder ging es immer wieder auf ungemähten Wegen. Das bis zu hüfthohe und nasse Gras war erfrischend, der Weg damit jedoch nur grob zu erraten.
Einen Abstecher gab es auf der Tour. Das Schild kleine Basaltgrube machte mich neugierig. Dem schmalen Pfad folgte ich bis zu einem Schild und einem Loch dahinter, das völlig zugewachsen war. Ohne das Schild wäre ich an der ehemaligen kleinen Basaltgrube vorbeigelaufen. Tja, netter Pfad aber das ausgeschilderte Ziel lohnt nicht wirklich.
Ohne einen Regenschauer abzubekommen, kam ich wieder zum Parkplatz. Die Highlights der Tour waren für mich an diesem Tag die Gerüche des feuchten Nadelwaldes, des frisch geschlagenen nassen Holzes und das Zwitschern der Vögel und Zirpen der Grillen, wenn ich zwischen den Feldern unterwegs war.
Es folgte eine Fahrt bis zum Campingplatz Wisperpark. Als ich ankam, kam mir Claudia, die Besitzerin entgegen. Sie fragte ob ich den selben Platz von letzter Woche möchte und meinte noch: Du kennst ja alles andere.
Ja, das kenne ich und daher gab es erst einmal einen Kaffee und ein Erdnusseis.
Ausgeruht konnte ich dann in Ruhe mein Zelt auf dem mir bekannten Platz aufbauen.
Am späteren Nachmittag bin ich ins Nachbardorf gefahren. Der Hof Grilseifen bzw. das Flurstück 110 machten mich neugierig. Wie sich herausstellte ist in dem schönen Flurstück 110 Hüttchen eine nur geringe Mehrauswahl wie in der Hütte am Campingplatz. Neben den verschiedenen verarbeiteten Teilen der Galloways, die hier gezüchtet werden, gab es Wild in Dosen, Marmelade, Seife, Getränke, Eis und einiges mehr.
Die Zeit bis zum Abendessen machte ich mir in meiner Hängematte gemütlich.
Das Abendessen am Zelt (Easy-Chickpea-Curry) gab es dann sogar mit Sonne. Entgegen der Wettervorhersage wurde es Abends sogar richtig schön. Ein Bier zum Abschluss des Tages gab es auf einer kleinen Bank vor dem Campingplatzhauptgebäude in der Sonne. 😀
Wanderung: ~16,4 Kilometer, ~400 Höhenmeter Wisper Trail – Der Überhöhische
01. Juni – Dickschieder Wildwechsel
Die Wettervorhersage (mehrere Apps) kann man im Wispertal wohl gelegentlich vergessen. Am frühen Morgen war es gut bewölkt während ich mir meinen Kaffee und das Porridge zubereitete. Dann fing es an zu donnern …. und dann wurde es sehr windig. So wurde alles zügig in das Zelt gepackt. Kaum war alles im Zelt bzw. der Apside kamen die ersten Regentropfen. Schnell das Zelt zu. Dann fing es auch schon an heftig zu regnen. Im Zelt war ich im Trockenen, hatte meinen Kaffee und Porridge und konnte so gemütlich frühstücken, während „draußen“ das Gewitter tobte.
Es regnete am Vormittag immer wieder, aber nie lange. Also machte ich mich fertig für eine Wanderung und fuhr los nach Dickschied. Unterwegs regnete es nochmals ordentlich. In Dickschied, kurz vor dem Parkplatz stand die Feuerwehr. Ohje, hoffentlich ist nichts schlimmes passiert. Wie sich herausstellte war es eine Feuerwehrübung. Personen aus einem Auto herausholen und ein Feuer löschen waren angesagt und konnten vom anderen Ende des Parkplatzes beobachtet werden.
Es regnete nicht mehr, der Himmel war allerdings immer noch bewölkt. Ich entschied mich dennoch es zu wagen und die Wanderung “Dickschieder Wildwechsel” anzugehen.
Nach ein paar Minuten kam ich am Ortsrand an ein paar Häusern vorbei. An einem Stand ein Pferd direkt unter einem Balkon. Ist das der kleine Onkel und wohnt Pippi Langstrumpf hier? Witzig war es auf alle Fälle. Es kam dann sogar noch ein zweites Pferd heran geeilt.
Der Tourverlauf war wieder gut gewählt. Erneut ging es hauptsächlich durch die Felder, ohne den Wald auszulassen. Es gab auch wieder einige Single Trails. Bei den Pfaden durch das hohe Gras wurde die Leggings ordentlich nass. Mit dem leichten Wind, der manchmal aufböte, trocknete sie schnell.
Es wurde langsam wärmer. Die Sonne zeigte sich dann noch und machte die Tour angenehmer. Oder? Mit der Wärme stieg die Luftfeuchtigkeit; es wurde ziemlich drückend. Geregnet hatte es während meiner Tour nicht.
Top war der Single Trail um die Spitzlei mit seinem Auf und Ab. Der Abstecher zur Aussicht auf Geroldstein lohnte sich nicht, wohingegen der Weg um die Aussicht auf Dickschied vom Pfad her schön war. Er war von vielen blühenden roten Fingerhüten umsäumt.
In den Waldstücken sah ich dreimal Rehe in der Nähe vorbeihuschen. Der Titel der Tour passt also. Unterwegs passiert man kurz vor dem Ende noch den Franz Keller’s Falkenhof. Dort konnte ich viele Pferde sowie eine Sau mit Frischlingen sehen, die gerade gesäugt wurden.
Das Ende der Wanderung war an der Atzmannhütte Heidenrod. Ich hatte mich schon auf einen Kaiserschmarren eingestellt, auf den ich dann doch verzichten musste. Es war eine größere Gesellschaft in der Hütte, womit die Küche ausgelastet war. Daher gab es zum Latte Macchiato ein Stück Kuchen. Noch bevor der Kuchen kam, donnerte es und die ersten Regentropfen trafen uns, die wir draußen saßen. Wir rückten alle zusammen an dem einzigen Tisch unter dem Dach. So kam immerhin eine interessante Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen zusammen.
Für das Abendessen hatte ich mich vorab schon für das Restaurant am Campingplatz entschieden. Es sollte (stark) regnen. Das tat es dann nicht, hatte es dafür aber am Morgen, an dem nichts angekündigt war. Es gab bei Sonnenschein Schnitzel auf Salat und Pommes.
Abends im Zelt, ich war noch am Lesen, fing es an leicht zu regnen. Mit diesem leichten Regen schlief ich später ein.
Die Sonne schien bereits auf die Wiese vor dem Zelt, als ich aus diesem kroch. 😊 Super, so konnte ich wieder vor dem Zelt frühstücken.
Das packen aller Sachen erledigte ich in aller Ruhe. Die Marmeladen und das Glas Galloway Hackfleischsoße packte ich in meine Essenstonne.
Der Startpunkt bei Langenseifen liegt auf der Karte fast genau südlich des Campingplatzes. Der Höhenrücken dazwischen musste zum Erreichen des Wanderparkplatzes umrundet werden. Montags Morgens völlig lässig, da niemand unterwegs war.
Es war bewölkt und ein paar der Wolken waren dunkel. Vom Feeling eigentlich ok. Sicherheitshalber packte ich noch die Regensachen in den Rucksack. Der Start vom Wanderparkplatz geht durch ein Wäldchen und dann länger durch Felder. Getreide- und Rapsfelder waren um mich herum zu sehen. Auf den Weizenfelder waren viele Mohn- und/oder Kornblumen zu sehen. Schöne Farbtupfer im Hellgrün des Weizens.
Der Weg führt durch Langenseifen. Dabei kommt man am am Lebe-Platz und der Erfrischungsstation vorbei. Hier gibt es eine Selbstbedienung für Getränke, ein paar Bänke und Tische. Selbst eine Boule-Bahn ist vorhanden.
Von dort geht es wieder bergan durch die Felder in einem Bogen um wieder nach Langenseifen zurückzukehren. Der Weg führt an der dortigen Kapelle vorbei, die komplett aus Holz und eher einem Ei, denn einer üblichen Kapelle ähnelt.
Wieder ging es hoch durch die Felder bis zum Wald. Der Wald und damit der erste Single Trail ist nach knapp der Hälfte der Strecke erreicht gewesen. Im Wald gab es mit dem Schatten ein wenig Abkühlung, die gut tat.
Auf der anderen Seite des Waldes ging es durch Wiesen und auf einem Panoramaweg (gemäht) durch die Wiesen oberhalb von Ramschied. Über einen kleinen Pfad gelangte ich zur Hauptstraße. Am Dorfende nimmt der Weg über eine schmale Treppe, die in einen sich langsam nach oben ziehenden Pfad übergeht seine Spur.
Noch einmal durch einen ungemähten Wiesenweg und wieder in den Wald. Mehrere Kilometer später kam ich fast am Wanderparkplatz an, der wurde dann auf der ausgeschilderten Route umrundet, bis ich zu meinem Start- und nun Endpunkt gelangte.
Von dort fuhr ich nach Bad Schwalbach zu einem Bäcker. Etwas essen und einen Kaffee gab es direkt; ein Brot und ein Plunderstückchen nahm ich für Nachmittags mit.
Zuhause angekommen wurde das Zelt mal wieder zum völligen trocknen aufgebaut und alle Einlegesohlen aus den Schuhen entnommen, damit die Schuhe und die Einlegesohlen vollständig trocknen konnten.
Morgens war es für mich ein normaler Samstag. Aufstehen, Einkaufen und in Ruhe Frühstücken. Dann ging es los auf die Tour ins Wispertal. Für den Trip hatte ich bereits am Vorabend alles in Aurora verstaut. So konnte ich direkt los.
Am späteren Vormittag kam ich am Wanderparkplatz bei Nauroth an. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und es war bereits ziemlich warm. Nach eher mäßigen Tagen in der Woche zuvor, wechselte das Wetter am Tag zuvor auf Sommer. Während des Tages stieg das Thermometer bis auf 27 Grad. Dazu kam eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, die die Tour anstrengender machte, wie sie eigentlich ist.
Vom Wanderparkplatz führt der Weg am Waldrand entlang und bis zu einer alten Grube. Die Grube Rosit, war dort und große Mengen Schieferschutt sind gut zu erkennen. Das Gebiet ist mittlerweile ein Naturschutzgebiet und das mit Erfolg. Es summte um einen und viele Vögel waren zu hören.
Weiter ging der Wanderweg durch Wälder und Wiesen. Bei dem warmen und drückenden Wetter war ich froh, das der überwiegende Teil der Runde im Wald verläuft.
Es gab öfter Forst- und Landschaftswege, die zu bewältigen waren. Der meiste Teil davon ist jedoch wenig genutzt. Das machte es nicht so langweilig, da dadurch diese Wegabschnitte gefühlt keine Strecke-machen-Wege waren. Highlight war und ist die Menge an Single Trails. 😀
Nach der Wanderung begab ich mich auf den Weg zum Campingplatz. Eine ziemlich gut ausgebaute und sehr kurvenreiche Straße, die Spaß machte.
Am Campingplatz war mein Ankommen unerwartet, obwohl ich zuvor per E-Mail angefragt und die Bestätigung für das Wochenende erhielt. Wie sich herausstelle, lag der Fehler bei mir. 🙃 Hatte ich doch tatsächlich Juni und nicht Mai in der E-Mail angegeben. Plätze sind reichlich vorhanden, da der Campingplatz jedoch Autark ist, können nur eine bestimmte Menge an Personen dort unterkommen. Ein Plätzchen fand sich dennoch für mich.
Das Zelt war aufgebaut und ein paar Meter entfernt standen zwei Bäume in einem guten Abstand. Das wurde gleich genutzt und die Hängematte dort befestigt.
Später folgte das Abendessen am Zelt, nachdem ich zuvor geduscht hatte.
Der Abend klang bei einem alkoholfreien Weizen an der Wirtschaft des Campingplatzes aus.
Wie zu erwarten war das Zelt und die Wiese darum am morgen feucht vom Tau der Nacht. Um das Zelt war es noch schattig. Dreiviertelhose und eine Fleecejacke gingen dennoch ganz gut. So machte ich es mir vor dem Zelt für das Frühstück gemütlich.
Die Fahrt zum Wispersee dauerte gut 20 Minuten. Eine schöne, kurvig Strecke war das. Morgens war noch nicht so viel los, dennoch hieß es immer wieder langsam um die Kurve da diese oft nicht einsehbar waren.
Die Wanderung verlief Anfangs durch zwei Täler. Zuerst an der Wisper entlang und dann in ein Seitental. In diesem engeren Seitental führte der Weg stetig nach oben. Einmal musste ich an einer schmalen Stelle platz machen. Ein Traktor kam mir entgegen, der den Weg mähte. Der Geruch des morgendlichen Waldes wurde schlagartig durch das feuchte, gemähte Gras überdeckt. Beides Gerüche, die ich mag. 😊
Am oberen Talende lief ich durch mehrere Felder. Alles ungemähte Wiesen mit farbenfrohen Sprenkel der verschiedenen Wiesenblumen. Mal mehr Weiß, mal mehr Gelb. Über den Kamm folgte der Abstieg in das Dörfchen Wisper. Dem Weg folgte ich durch das Dorf und nahm am Ende den falschen Waldweg. 🙃 Das merkte ich recht bald, da die Beschilderung auf einen anderen Wisper Trail hinwies. Der richtige Weg ist am Dorfende ein versteckter Single Trail. Ein paar überwucherte Stufe hinunter, war ich auf einem schönen Single Trail. Es wäre schade gewesen, den anderen Weg, der auch zum Wanderparkplatz führt gegangen zu sein. So kam ich über den Single Trail in ein Nachbartal und diesem folgend erreichte ich den Wanderparkplatz wo Aurora stand.
Über reichlich kurvige Straßen fuhr ich nach der Wanderung nach Ransel, ein Ortsteil von Lorch am Rhein. Direkt neben dem Parkplatz zum Einstieg der Wanderung befindet sich das Landart Restaurant. Mit einer Portion Pommes stärkte ich mich für die nächste Wanderung – der Ranseler Höhenweg.
Mit gefülltem Magen machte ich mich los. Der Wanderweg von dort lt. GPX-Track nach rechts, ich bin nach links. Sollte bei einem Rundweg der leichten Kategorie unerheblich sein. Spoiler: War es auch.
Also, los. Vorbei an einem Traktoren- und Landwirtschaftsmuseum ging es auf Feldwegen durch die Felder. Gräser und Getreide waren es. In der Mittagssonne nicht ohne so zwischen den Feldern. Der leichte Wind machte es erträglich. Bald erreichte ich den Wald durch den es auf Forstwegen ging. Nur gut zwei Kilometer und ich war wieder auf offener Fläche unterwegs. So ging es bis kurz vor Ende der Tour weiter.
Es waren vielleicht noch 3,5 Kilometer bis zum Ziel, da bog der Weg auf eine Wiese und zwar auf eine mit einem Single Trail. Quer durch die Wiese, dann entlang dem Wald und schließlich in den Wald. Im Wald ging der Single Trail weiter. Durch den Wald hinunter zum Ranselbach.
Mitten im Wald raschelte es in der Nähe. Ich erblickte gerade so noch eine Gruppe von Rehen, die durch das Laub huschten.
Am Ranselbach kühlte ich Arme und Beine mit dem erfrischenden Wasser des Bachs. Wie immer: Wo’s runter geht, geht’s bestimmt auch hoch. Hier auch! Langsam und stetig führte der Waldweg nach oben bis zum Rand des Weges.
Aus dem Wald heraus befand ich mich in der glühenden Nachmittagssonne. Der Wind machte es wieder angenehm, durch die Felder bis zum Ausgangspunkt zu laufen.
Am Campingplatz angekommen begab ich mich zur kleinen Versorgerhütte am Eingang des Campingplatzes. Da gibt es viel Lokales. Neben Marmelade und Brotaufstrichen auch Hackfleischsoße von Galloway Rindern. Mir hatte es das Eis angetan. Davon gab es sehr viele Sorten. ABER nur Barzahlung in die Kasse. Am Campingplatz fragte ich nach dem nächsten Geldautomaten um mir Geld für Eis zu holen. Der nächste Geldautomat ist gut 10 Kilometer entfernt. Claudia (Campingplatzbesitzerin) stellte mir die vier Euro zu Verfügung, die dann mit der Campingplatzabrechnung später beglichen wurden.
Mit dem Eis machte ich mich zum Zelt, fixierte die Hängematte wieder zwischen die zwei Bäume und genoss in Ruhe das Blaubeere-Schmand-Eis. Irgendwann, ich lag noch in der Hängematte, kamen ein paar Hühner mit Hahn vorbei. Die waren sehr relaxt und hatten keine Scheu.
Später gab es am zentralen Platz neben alkoholfreien Weizen einen gegrillten Burger und Pommes.
Da war er wieder, der Abreisetag. Frühstück am Zelt und dann alles packen. Das Zelt leider feucht.
Die Fahrt nach Espenschied war schnell hinter mir gebracht. Geparkt hatte ich auf dem fast leeren Wanderparkplatz am Ortsende. Von dort aus bin ich los über Wirtschaftswege durch Felder bis zum Wald. Im Wald gab es den ersten von mehreren noch folgenden Single Trails.
Sehr schön und leicht bergab. Ein kleiner Abstecher auf einen anderen Single Trail reizte mich. So kam ich mit leichtem Umweg wieder auf den ursprünglichen Waldweg des Wispertalsteigs. Das war am Werkerbrunnen, am tiefsten Punkt des Wanderweges für dieses Tal.
Ein langer Single Trail durch den Wald bergauf endete am Waldrand, um dort auf einem Wirtschaftsweg durch die Felder weiter zu gehen. In einem großen Bogen führte der Weg zurück in den Wald, wieder heraus und in den nächsten Wald.
Auf einem Waldstück führte der Steig durch Uli’s Märchenwald. Reichlich Schilder mit Sprüchen, sowie Figürchen, Stoffherzchen und vieles mehr gab es am Wegesrand zu entdecken. Eine Schöne Idee.
Insgesamt eine schöne Strecke, bei der Temperatur mit den Anstieg jedoch schweißtreibend.
Zufrieden und K.O. kam ich am Wanderparkplatz an. In Espenschied hatte nichts auf, daher machte ich mich auf den Heimweg. Dabei kam ich wieder mal durch Geroldstein. Der dortige Biker Treff ist immer gut belagert. Zeit für ein Mittagessen und Trinken. Es gab Bratkartoffel mit Leberkäse und Spiegelei. Wie ich von Bikern erfuhr, die sich an den Tisch gesellten, ist das Fleisch aus der eigenen Schlachtung.
Die Menge war für mich genau richtig und das Gespräch mit den Bikern nett. Nicht alle Biker fahren wie die Irren durch das Wispertal mit seinen unzähligen Kurven.
Es folgte eine gemütlich und interessante Heimfahrt. Interessant, da die Entfernung nach Navi 107 Kilometer betrug, die Reichweite bei 110 Kilometern lag. Das Navi plante die Strecke jedoch ohne Ladestopp ein. Es hat mit einer Restreichweite von 12 Kilometern bis nach Hause gelangt.
Wie ich erwähnte, das Zelt wurde Nass eingepackt. Also wurde es flugs Zuhause zum Trocknen aufgebaut.
Ein neuer Mammutmarsch wird mich in eine Stadt führen, die ich bisher nicht bereist hatte. Bis auf Rømø war Dänemark ein Durchreiseland für mich. Wie ich gesehen hatte das es den Mammutmarsch mit der 42 Kilometer Distanz in Dänemark gab, war dies ein Grund einen Trip nach Kopenhagen in Betracht zu ziehen.
Gesagt, getan. Die Teilnahme wurde deutlich im Voraus gebucht. Sobald die Möglichkeit bestand einen Startzeitpunkt zu wählen – dies ist immer erst kurz vor einem Mammutmarsch möglich – nahm ich den frühesten, der zur Auswahl stand. Einige Tage später konnte ich auf den 8:30 Uhr Block umbuchen und bin somit im ersten Startblock für die 42 Kilometer.
Im April buchte ich einen Platz auf einem Campingplatz nördlich von Kopenhagen. Charlottenlund Fort Camping liegt in einem alten Fort. Die Buchung war einfach. Spannend wird es dann vor Ort. Ein übermittelter Code ist für die Schranke zum Campingplatz und gleichzeitig mit der ersten Verwendung die Ankunftsmitteilung.
Gut eine Woche vor Anreise buchte ich die Fährüberfahrt von Fehmarn nach Dänemark und zurück. Online sind die Preise deutlich günstiger, wie kurzfristig vor Ort.
Nur noch ein paar Tage. Die Wettervorhersage sieht gutes Wetter für das Wochenende voraus. Entsprechend wurde gepackt. Dennoch packte ich Regenkleidung in einen separaten Beutel, der hoffentlich unangetastet in Aurora bleiben darf.
Das wird meine erste längere Fahrt mit Aurora. Mit meinem e-MINI bin ich bisher zufrieden und vermutlich wird das mit der längeren Strecke schon passen. In der Vergangenheit hatte ich regelmäßig Fahrpausen für Toilette und/oder Kaffee gemacht. Diese Pausen werden in Zukunft dann direkt zum Laden genutzt.
01. Mai – Anreise
Durch den Feiertag ist dieses Maiwochenende ein verlängertes Wochenende. Daher bin ich lieber früher als eigentlich nötig losgefahren. Bis Hamburg lief alles gut. Leider nur bis Hamburg. Danach war stockender Verkehr oder gar Stau. Der Grund waren Baustellen und Unfälle.
Ein wenig nervös wurde ich jedoch zwischenzeitlich, da die Ankunftszeit im Navi nach der Abfahrt der Fähre wäre. Wie die Autobahn halbwegs frei war, fuhr ich daher zügiger und legte nur einen kurzen Ladestopp auf der Strecke zwischen Hamburg und der Fähre ein. So packte ich es gerade noch rechtzeitig zur Fähre.
Am Fährhafen galt es den Selbst Check In zu bewältigen, was einfach war, da ich nur die Personenanzahl bestätigen musste. Der Rest wurde durch das Nummernschild automatisch erkannt. In der Lane 3 stand ich dann nur ein paar Minuten, bevor es los ging zum boarden.
45 Minuten brauchte die Fähre bis Dänemark. Das Navi lotste mich dann direkt zur ersten Ladestation ein paar Kilometer von der Anlegestelle entfernt. Hier und in Kopenhagen lud ich jeweils nur halb um die Wartezeit zu verkürzen. Zweimal halb ist durch das Ladeverhalten nicht identisch mit einmal voll und daher schneller. Man lernt schnell bei den ersten längeren Fahrten.
In Kopenhagen steuerte ich einen Parkplatz in der Nähe des Sportheims von Lyngby an. Der Mammutmarsch Kopenhagen ist nämlich nicht in Kopenhagen sondern startet in einem Vorort. Am Sportheim ist der Start- und Zielpunkt des Marsches und wie beim Mammutmarsch Nürnberg konnte ich so schon mein Bändchen und das T-Shirt abholen.
Die letzte, kurze Fahrt anschließend brachte mich zum Campingplatz. Auf dem Satellitenbild sah das schon gut aus, wenn man dort ankommt ist das nochmal was anderes. Erst über eine schmale Brücke und dann durch den Durchgang in der Fortumrandung hat schon was. 😀
An meinem Platz angekommen, wurde das Zelt aufgebaut. Kaum stand es, gab es von einem anderen Camper einen Daumen hoch. Wie sich herausstellt, hat er das selbe Zelt.
So spät wollte ich nicht mehr selbst kochen. Das war mir vorher schon klar und meine Idee war im Restaurant am Fort zu essen. Das war dann leider nicht möglich. Es war voll und ich hätte über eine Stunde warten müssen. So bin ich die Straße entlang und zum Sprøde. Ein Thai-Restaurant. Die gebratenen Nudeln mit Gambas hatten es mir angetan. 😊
02. Mai – Mammutmarsch
Den Wecker hatte ich auf 5:46 Uhr gestellt. Da ich Abends zuvor schon früh im Schlafsack war, war ich schon deutlich vorher wach. So bin ich bereits um 5:30 Uhr zu den Toiletten gelaufen.
Blick zum Eingang des Campingplatzes
Zurück am Zelt schnappte ich mir meine kleine Tonne mit allem für das Frühstück. Die Sonne blickte gerade so über den Horizont, die 10 Grad fühlten sich aber noch nicht so warm an. Im Aufenthaltsbereich und der davor liegenden Küche war es deutlich angenehmer. Das Frühstück bestand aus einem Kaffee und einer kleinen Portion Porridge gepimpt mit Cranberries und Cashew Nüssen.
Ich nahm mir reichlich Zeit dafür. Erst um 7:15 Uhr fuhr ich zur Technischen Uni um dort zu parken. Beim Fußmarsch bis zum Start-/Ende-Gelände lief ich schon nicht mehr alleine.
Es bewahrheitete sich mal wieder als gute Idee, das ich den Check In am Tag zuvor gemacht hatte. Die Schlange war ziemlich lange am Check In. Die zu den Toiletten aber auch. Dort musste ich zum Glück nicht hin.
Um 8:30 Uhr war der Start und ich sehr weit vorne im Startblock. Noch bevor der erste See erreicht wurde, hängte ich mich an zwei Mädels mit einem guten Speed. Nach ungefähr Kilometer 11 lies ich die beiden ziehen, da ich mit einer anderen Läuferin ins Gespräch kam. Von da an ging es etwas gemütlicher; dennoch nicht langsam weiter.
Die Strecke führte erst durch einen alten Teil von Lyngby. Bald kamen wir an den ersten See und von da bis auf die letzten gut 2 Kilometer war die Strecke an Seen, durch Wälder und Graslandschaften. Eine Runde auf einem Flugfeld gehörte ebenso dazu. Oft liefen wir auf Single Trails, die durch ihren Verlauf Spaß machten.
Bei bestem Sonnenwetter kam ich, nachdem ich ungefähr für die letzten 7 Kilometer das Tempo deutlich anzog, nach 7:32 Std. im Ziel an. Wie alle natürlich mit einer großen Begrüßung, sowie Übergabe der Medaille. Im Ziel war ich vermutlich bei dem ersten Viertel derer die die 42 Kilometer gelaufen sind.
Unterwegs war an den Versorgungsstationen immer relativ wenig los und wir wurden von den Volontären feiernd begrüßt. Oft liefen wir ohne das wir jemanden vor uns gesehen hatten. Am Flugfeld übersahen wir sogar eine Markierung und hatten dadurch etwas über einen halben Kilometer extra gemacht. Die Zielzeit steht daher nicht für 42 Kilometer, sondern für 42,58 Kilometern.
Das Zielbier war somit wohlverdient. 😀
Die Pause mit dem Bier am Ende der Tour tat richtig gut. Die ersten Meter danach lief ich allerdings sehr unrund bis zur Straße. Dann ging es wieder gut bis zur Technischen Uni – allerdings sehr gemütlich.
Bevor ich unter die dringend nötige Dusche kam, quatschte ich noch mit ein paar anderen am Campingplatz, die andere Distanzen gelaufen waren. Alle bestätigten eine tolle Tour. Am Restaurant schaute ich kurz vorbei, um einen Platz für später zu erhalten. UND dann kam endlich die Dusche. 😀
Das Essen im Restaurant war super lecker. Der Preis dafür aber auch nicht ohne. War mir jedoch vorher schon klar und für mich eine Belohnung für die Leistung des Tages.
Fisch mit Gemüse und Kartoffeln – Rhabarberkuchen und Eis
Abends hatte ich Zeit für diesen Bericht sowie mich um Kleidung und anderes für die Folgetage zu kümmern.
Tour: 42,58 Kilometer, 429 Höhenmeter
03. Mai – Kopenhagen
An diesem Tag konnte ich ausschlafen. Es war morgens auch noch sehr ruhig auf dem Campingplatz. Gefrühstückt hatte ich wieder im Aufenthaltsbereich, der im alten Bunker ist.
Nun wurde das Gravel Bike aus dem Auto geholt und zusammengebaut. Es sollte auf eine Tour durch die Stadt gehen. Nach nicht einmal zehn Minuten stoppte ich für ein Bild und stellte dabei fest, das der Schlüssel zum Fahrradschloss weg war. Argh. Also zurück und am Campingplatz das Auto und Zelt mehrmals untersucht. Nichts. Dann bin ich etwas langsamer den Weg abgefahren und da lag der Schlüssel fast genau an der Stelle, wo ich festgestellt hatte das er weg ist. 🙃
Jetzt war ich wieder entspannter. Es ging mit dem Rad kreuz und quer durch die Stadt. Das ist mit dem Rad in Kopenhagen sehr gut möglich. Bei den Kreuzungen muss man ein wenig schauen wo es weiter geht, da der Radweg nicht immer klar über die Kreuzung erkennbar ist. Nach einiger Zeit hat man dafür dann schon ein Gefühl dafür. Natürlich bin ich auch die bekannte Fahrradschlange gefahren. Eine Radbrücke mit mehreren Windungen.
Das Hafengebiet dahinter wurde und wird immer noch zu Wohnviertel ausgebaut. Was ich sehen konnte waren schöne Wohnviertel in Wassernähe, von denen man schnell in der Innenstadt sein kann.
Am Ende des Hafens ging es durch ein Naturschutzgebiet. Von den Schafen und Alpakas, die dort sein sollen habe ich jedoch nichts gesehen. An das Naturschutzgebiet grenzt ein sehr großer Park an. An einem kleinen Sandstrand kam ich vorbei und stoppte. Dort war ein kleiner mobiler Kaffeestand. Einen leckeren Espresso gab es bei einer Pause.
Weiter ging es durch den Park und andere Viertel zurück zu einem Quartier mit vielen Restaurants, Cafés usw. Dort war ich bereits am Vormittag kurz gewesen für einen Kaffee und frisch gepressten Orangensaft. Am späteren Mittag stoppte ich dort für ein Essen. Eine Pizza Marina bestellte ich mir. Das Brunch Menü sah sehr, sehr gut aus, würde sich aber nur lohnen, wenn man wirklich Hunger hat. Da ich noch weiter wollte, sollte es bewusst nicht so viel werden.
Es folgte eine Strecke am Wasser entlang. Dabei kam ich ungewollt an einer der Prachtkanäle vorbei. Schön bunte Häuser und alte Boote an einem Kanal. Weniger schön, aber in Städten nicht zu vermeiden, war die große Menge an Menschen. Kurz ein paar Bilder und weiter.
Die kleine Meerjungfrau wurde besucht. Ich kam ohne große Probleme direkt davor. Im Sommer vermutlich ein Unding und mein Glück das an diesem Tag nur wenige dort waren.
Dann wollte ich nur kurz ins das Kastell, das ich auf dem Weg zur kleinen Meerjungfrau umfahren hatte. So kurz war es dann gar nicht, da dort eine Oldtimer Veranstaltung war.
Einige Straßen und Kilometer weiter war ich wieder am Campingplatz. Die Sonne schien und warm war es auch. Daher machte ich mich gleich auf zum kleinen Kiosk vor dem Campingplatz und kaufte ein Eis. Das schleckte ich am Sandstrand, der nicht weit entfernt ist.
Abends bin ich kurz mit dem Rad weg zum nächsten Türken, einen Döner holen. Auf dem Rückweg machte ich einen zusätzlich Stopp und kaufte etwas zu trinken. Nur Wasser war mir langsam genug.
Radtour: ~43 Kilometer
04. Mai – Kopenhagen
Wie angekündigt, hatte es über Nacht ordentlich geregnet. Am frühen morgen waren es vereinzelte, leichte Niederschläge bis es aufhörte. Ich drehte mich daher im Schlafsack um und stand etwas später auf. Ziemlich bewölkt war es und deutlich kühler. Aber immerhin kein Regen mehr.
Ein längeres Frühstück gönnte ich mir im Aufenthaltsbereich. Dann machte ich mich mit Regenhose und -jacke auf. Da ich kein Schutzblech am Rad habe, sollte die Hose mich schützen und abgesehen davon war die Regenkleidung ganz gut gegen den kühlen Wind.
Meine erste Idee waren ein paar Street Art Punkte anzufahren. Bis zum Ersten hat es fast geklappt. Davor hatte ich schon ein kleines Quartier mit sehr vielen Motiven entdeckt und danach bin ich eher auf Sicht und frei Nase gefahren. Gesehen habe ich dabei so einige Motive.
Dann meldete sich mein Magen langsam. Von meinem Camping Nachbarn hatte ich den Tipp zu Reffen bekommen. So suchte ich mir von dort, wo ich war einen Weg dorthin. Dabei bin ich durch Zufall wieder bei Nyhaven durchgekommen. Das ist der Kanal mit den bunten Häusern und den größeren Segelschiffen, den ich schon am Vortag gekreuzt hatte. Dort vorbei geht eine schöne Rad- und Fußgängerbrücke zu einer der vorgelagerten kleinen Inseln. Zick und Zack und bald war ich am Reffen. Mittlerweile waren die Wolken weg und es war ein sonniges und angenehmes Wetter.
Reffen st eine Ansammlung von vielen zusammengewürfelten Containern, Buden und einer größeren Halle, genannt Werkstatt. Dazu gehört noch ein großer Platz mit Tischen und Bänken. Teils auf Schotter, teils auf Sand. Die kleinen Buden machen es! Street Food in alle möglichen Richtungen und bei den Getränken gibt es ebenfalls genug Auswahl.
Der Smashed Burger mit Fries war lecker. Danach noch einen Espresso während ich es mir auf einem Liegestuhl im Sand gemütlich machte. 😀
Gemütlich machte ich mich dann auf den Heimweg. Ok, die letzten Kilometer etwas zügiger. 😁 Am Campingplatz angekommen nahm ich das Rad auseinander und packte es in Aurora.
Nyhaven
Den lile Butik suchte ich anschließend auf. Das liegt vor der Fort Anlage, gehört aber zum Campingplatz. Zeit für einen Schokocroissant und einen Cappuccino in der Sonne.
Genug gefaulenzt. Los ging es zu Fuß am Meer entlang nach Norden zu einem Jachthafen. Dort schaute ich bei Olivers Garage vorbei. Eine kleine ehemalige Autowerkstatt, in der nun ein Imbiss ist. Schon mal da, kann ich mir doch einen Burger bestellen. Der Classic Burger war lecker. 😋
Um und am Campingplatz
Nun nur noch zurück zum Campingplatz. Faulenzen, an diesem Bericht weiterschreiben und schon mal Gedanken zum Abfahrtszeitpunkt des nächsten Tages machen.
Duschen und ab in den Schlafsack.
Radtour: ~29 Kilometer Fußmarsch: ~5 Kilometer
05. Mai – Heimreise
Die letzten Tage waren durchaus anstrengend. So war ich früh im Schlafsack und damit früh wach. 6:00 Uhr, alles noch ruhig und der Großteil des Campingplatzes im Schatten. Mit meiner kleinen Tonne, in der ich alles für das Frühstück hatte, bin ich wieder zum Aufenthaltsbereich gelaufen. Kühl war es; angeblich 7 Grad.
Zurück am Zelt war es das erste Mal im diesem Jahr, in dem es für mich beim Camping hieß: Alles packen. Das ging ganz relaxt, zumal sich nun die Sonne zeigte. Durch die kühle der Nacht war das Zelt außen nass. Es wurde damit einfach in den Sack gepackt und nicht ordentlich zusammengerollt. Es muss Abends oder am nächsten morgen eh zum Trocknen aufgebaut werden.
Abfahrt war um 8:00 Uhr. Da es ein Dienstag war, bedeutete dies, das mir der Berufsverkehr bevorstehen wird. Dieser war letztlich gar nicht so schlimm. An der Fähre war ich viel zu früh, trotz das ich einen Stopp zwischendurch zum Laden eingelegt hatte.
Das wirklich letzte in Dänemark, abgesehen vom Warten auf die Fähre war ein Abstecher nach Rødby. Dort hatte ich mir zuvor schon Havfruen’s Smørrebrod ausgesucht. Zwei Butterbrote, etwas sehr typisches für Dänemark gab es damit zum verfrühten Mittagessen. Gegessen wurde bei Sonnenschein vor dem kleinen Laden.
Ich war bereits zur früheren Fähre am Hafen und da diese wohl nicht ausgebucht war, kam ich mit drauf. Sehr schön, da ich so eine Fähre ca. 40 Minuten früher bekam.
Die restliche Heimfahrt wäre fast langweilige gewesen, jedoch fing es ungefähr 75 Minuten bevor ich Zuhause angekommen wäre so zu schütten an, so das sich die Fahrt verlängerte. Es regnete so stark, das teils nur noch 60 km/h möglich waren und selbst dabei regelte die Elektronik die Leistung herunter um Aquaplaning zu verhindern.
Resümee
Der Mammutmarsch startete in einem der vielen Vororte von Kopenhagen, die in Kopenhagen übergehen ohne das man es groß merkt. Somit ging es gar nicht durch Kopenhagen, sondern sehr bald raus aus dem Ort und ab ins Grüne. Seen, Wälder und Felder; auf festen Wegen und Teils auf Single Trails. Viele mit denen ich später am Campingplatz gesprochen haben fanden die Strecke ebenso toll.
Da Kopenhagen sozusagen die Fahrradhauptstadt Europas ist, musste ein Rad mit. Damit bin ich dann die zwei Folgetage durch Kopenhagen gefahren. Das hat dort schon ein ganz anderes Level. Man sollte auf alle Fälle den anderen klar Signalisieren wenn man abbiegt oder halten möchte. Dafür gibt es an manchen Ampeln Haltehilfen. Es gibt fast an jeder Straße Fahrradwege für die jeweilige Richtung und an den Ampeln sogar extra Fahrradampeln. Die Fahrradwege sind an Kreuzungen gelegentlich mit Abbiegespuren. Das das Rad hier vor dem Auto Vorrang hat, merkt man. Oft sind Radwege so breit wie die Fahrspur für ein Auto. In schmaleren Straßen bleibt so manchmal nur eine Fahrspur in der Mitte der Straße für die Autofahrer durch parkende Autos zur Verfügung.
Insgesamt empfand ich Kopenhagen als sehr relaxt und freundlich. Es wird einiges geboten neben der Stadt gibt es direkt anschließende Naturschutzgebiete; es gibt große Parks; viele Möglichkeiten zum Schwimmen im Meer und mit Reffen eine tolle Street Food Area.
2026 ist für mich das Skandinavien Jahr. Nach Kopenhagen im Mai, Lofoten und Vesterålen im Sommer kommt im letzten Monat des Sommers eine Reise nach Trondheim. Nicht alleine, sondern zusammen mit Miri, mit der ich schon länger nicht mehr unterwegs war.
Bei meiner Suche nach Festivals und ähnlichem im Sommer für die Reise auf die Vesterålen und Lofoten stolperte ich über das Matfestival und das Bryggerifestival in Trondheim. Da ich Trondheim nur von einem Ausflug während einer Hurtigrutenfahrt kenne, ist dies die Möglichkeit die Stadt mit Umgebung zu erkunden und dabei noch zwei Festivals mit einzubeziehen.
Zum Jahreswechsel geht es in diesem Jahr nicht auf eine Insel. Das südwestliche europäische Festland habe ich mir ausgewählt. Genauer genommen Portugal.
Es wird damit beginnen, das ein paar Tage in Lissabon verbracht werden und das Ende der Reise bilden ein paar Tage Porto. Somit sind die beiden größten Städte Portugals der Beginn und das Ende der Reise. Zwischen den Aufenthalten in den beiden Städten wird die Region dazwischen und etwas oberhalb von Porto vermutlich bereist. Vermutlich, da die Ideen zu den Zwischenpunkten vom Wetter abhängig gemacht werden und sich somit kurzfristig ändern können.zu
19. Dezember – Lissabon
Der Wecker klingele wie an einem normalen Arbeitstag. Wie üblich ging es ins Bad und dann gab es einen Kaffee. Das war es dann auch mit dem normalen Ablauf.
Alles war schon gepackt und vorbereitet. So brauchte ich nur noch den Rucksack ins Auto packen und los ging es nach Frankfurt. Ok, schon wieder der Arbeitsweg. Doch nur, da ich wie so oft auf dem Firmengelände parkte und den restlichen Weg zum Flughafen mit der S-Bahn zurück legte.
Der Check-In erfolgte am Vortag bereits automatisch, da ich das in der App so angegeben hatte. Am Flughafen war nur noch das Gepäck am Drop-Off abzugeben.
In der Nähe des Gates machte ich es mir gemütlich und bestellte ein Porridge und einen Latte Macchiato zum Frühstück. Dann folgte das Vormittagsdrama. Zum einen war der Flieger komplett ausgebucht und somit auch klar, das es eng wird mit dem Handgepäck. Das Boarding allerdings verzögerte sich aufgrund eines Defektes am Flieger. Ein Ersatzflieger wurde fertig gemacht und gut zwei Stunden später startete der Flug nach Lissabon.
In Lissabon nahm ich die Metro zum Hotel. Erste Hürde war in die Metro zu kommen. Eigentlich nur die Kreditkarte an die Zugangskontrolle halten. Eigentlich! Ich wollte mich schon an die Kasse anstellen, als ich bemerkte, das nicht alle Zugangspforten aktiv sind. Also gleich nochmal an einer mit einer grünen Markierung an der Decke. Tada und ich war in der Metro.
Die Metro selbst scheint schon etwas älter zu sein. Zumindest ist es in ihr deutlich lauter wie z. B. In einer in Frankfurt. Bis zum Halt Alameda nahm ich die Metro der roten Linie. Dort wechselte ich auf die grüne Linie bis Intendente. Beim Verlassen der Metro hieß es erneut die Kreditkarte an den Leser halten um durch die Schranke zu kommen. (Die Abbuchung kommt dann gesammelt Nachts).
Nur noch ein paar Meter zu Fuß und ich war bei meiner Unterkunft für die nächsten Tage. Den Code für die Haustür bekam ich bereits am Vortag. Genauso wie den Code für das Kästchen im den die Zimmerkarte und eine Weinkarte mit einem Guthaben von 10€ waren.
Das Zimmer ist einfach aber recht schick. Bei meinem Zimmer und einem anderen ist das Bad außerhalb. Lustig fand ich, das ein Streifen am Boden von dem jeweiligen Zimmer zum zugehörigen Bad verläuft. Der Schlüssel zum Bad war im Zimmer selbst, neben der Tür.
Das Lisbon WIne House kann damit durchaus empfohlen werden. Im Zimmer waren sogar zwei Weingläser, eine Weinflasche und eine Wasserflasche (beides gegen Entgelt). Im 1. OG ist eine Weinbar und dort ist die Weinkarte einlösbar.
Es war nun zwar schon späterer Nachmittag, jedoch schien die Sonne und nach dem vielen Sitzen gibt es nichts besseres wie ein wenig Bewegung. Auf der Karte entdeckte ich in der Nähe den Miradouro da Senhora do Monte. Ein Aussichtspunkt in der Nähe – na klar geht es da hin. Somit lernte ich auch gleich was mir zuvor gesagt wurde. Vertraue nicht Google oder irgendwelchen Zeitangaben. Lissabon liegt auf Hügeln und somit ging es selbst auf diesem kurzen Weg reichlich bergab, mehr jedoch bergauf. Dafür entschädigte der Ausblick auf Lissabon, zumal von hier aus gut 80% der Stadt zu überblicken sind.
Nächstes Ziel war Alfama. Natürlich wieder bergab und bergauf. Dabei kam ich fast an der Burg Castelo S. Jorge vorbei. Weiter unten in Alfama kam ich erneut zu Aussichtsplattformen. Nett, können vom Ausblick mit dem ersten aber nicht mithalten. Einzig am letzten Aussichtspunkt war eine Musikerin und eine kleine spontane Bar. Irgendwie ganz nett, ich hatte jedoch Hunger und wollte weiter.
Es war noch ein gutes Stück zu laufen bis ich am One Time Market angekommen war, der mir im Vorfeld empfohlen wurde. In der Halle herrschte Trubel und es wurde ganz brauchbare Musik gespielt. Bei einem Händler fand ich Bacalao, was ich bestellt. (Bacalao mit Kartoffeln und Spinat. Dazu Brot und Oliven).
Über die Altstadt suchte ich mir einen Weg zum Hotel. Dabei kam ich an zwei Weihnachtsmärkten vorbei und lief mehreren geschmückten und beleuchteten Straßen entlang. Als ich am Castro – Atelier de Pastéis de Nata vorbei lief, machte ich direkt kehrt. Mir kam ein warmer angenehmer Duft entgegen und einen Espresso wollte ich eh noch trinken. Diesen gab es dort mit einem noch warmen Pastel de Nata. 😊
Auf der Verbindungsstraße zum Rossio Weihnachtsmarkt war die gesamte Straße mit Lichtern behangen. So fiel der bekannte Lift gar nicht mehr auf. Es gab dann dort sogar noch eine Lichtshow, abgestimmt mit der eingespielten Musik. War echt klasse gemacht. 👍
Noch durch den Rossio Weihnachtsmarkt und dann aber wirklich direkt zum Hotel. Eine angenehm warme Dusche beendete den aktiven Teil des Tages.
Stadttour: ~10 Kilometer
20. Dezember – Lissabon
Wie sich beim Frühstück herausstellte, war ich die Einzige, die mit Frühstück gebucht hatte. Dennoch wurde alles aufgetischt, als kämen noch viel mehr. Mir genügte mein übliches süßes Frühstück mit Kaffee.
Bei Sonnenschein verließ ich die Unterkunft und begab mich auf dem Weg zu zwei Parks. Der erste, war nur ein paar Straßen und Höhenmeter(!) entfernt. Sehr ruhig am Morgen. An dem einen Ende gibt es ein Gedenkmonument mit einer Statue. Unten herum waren ganz viele kleine Grabsteine.
Nur einen Katzensprung weiter war ich schon am Jardim do Toren. Ein Park über mehrere Ebenen. Ich kam über den oberen Eingang in den Park und hatte damit direkt eine Aussicht auf Lissabon, umgeben von Palmen und exotischen Pflanzen.
Von dort ging es über ein paar Straßen zum oberen Ende des Elevador de Santa Justa. Ein Aufzug, der zwei Stadtteile verbindet und von einem Schüler von Eifel erbaut wurde. Leider war dieser gerade in Restauration und damit geschlossen.
Über eine Treppe kam ich zum unteren Ende des Aufzuges. Durch die Altstadt erreicht ich den Hauptbahnhof von Lissabon. Wie sich herausstellte, war der Kauf einer Bahnkarte mit 3,40€ für die Hin- und Rückfahrt nach/von Belem deutlich günstiger wie mit der Tram – und auch schneller.
In Belem lief ich vom Bahnhof zum schon sichtbaren Fluss. Dort war schon einiges Los an der Uferpromenade. Reichlich Jogger begegnete ich und noch viel mehr Touristen. Zuerst erreichte ich über die Promenade das Monument der Seefahrer. Das ist von unten schon sehr anschaulich. Von oben soll man einen tollen Blick auf das Mosaik haben, das sich auf dem Vorplatz befindet.
So langsam wurde es bewölkter und windiger. Daher ließ ich den Aufstieg links liegen und folgte der Promenade weiter zum Belem Tower. Der war leider ziemlich verhüllt und nicht zugänglich, da er restauriert wird.
Ergo wieder etwas zurück und über den Empire Square Garden zu Altstadt. Es war Mittagszeit und daher suchte ich mir ein Restaurant. Sagen wir mal so, ich wurde satt und den starke Regenschauer überlebte ich im Trockenen. Viiiiel besser war der Nachtisch. Dazu begab ich mich zum Pasteis de Belem. Die Schlange war gar nicht so lange und kaum fünf Minuten später hatte ich ein Platz. Lag vielleicht auch am Regen – das hatte damit auch sein Gutes. Natürlich gab des dort das Original Pasteis de Belem. 😊
Mit der Bahn kam ich wieder zurück nach Lissabon. Auf der Einfahrt erkannt ich zum Fluss hin ein paar Gebäude mit Street Art. Klar, das ich da hin musste.
Über die Altstadt trat ich den Weg zurück zu meiner Unterkunft an. Die Turnschuhe waren nicht wirklich wasserdicht. 🙃
Ausgeruht und mit anderen, trockenen Schuhen begab ich mich am späteren Nachmittag auf eine Street Art Tour. Dies sollte lt. Reiseführer ab dem Miradouro de Garca beginnen. Wie sich herausstellte war der Weg über eine Treppe zum Aussichtspunkt wesentlich interessanter. Dort hatten sich viele Künstler an den Wänden ausgetobt. Eine kleine Truppe war mehr oder weniger mit mir dort unterwegs. Im Gespräch stellt sich heraus, das der Führer der Gruppe der Organisator für diesen Teil der Street Art war.
Wie es dunkel wurde, war ich dann mit der Runde auch soweit fertig, was die Street Art angeht. Auf dem Weg zur Unterkunft kehrte ich bei einem Grill’n’Chill ein. Wie sich herausstellte, von Nepalis betrieben. Ich bestellte mir Chowmein, was ich auf meiner letzten Nepalreise oft aß.
Mehrere Stadttouren; ~20 Kilometer
21. Dezember – Lissabon
Schon am Abend zuvor hörte ich, das ich nicht mehr alleine im Hotel bin. Wie ich zum Frühstück kam war dort schon jemand und insgesamt waren drei Tische gedeckt.
Eigentlich wollte ich zuerst zur Burg hoch, hatte dann meine Meinung auf dem Weg zum Largo (Platz) Martin Moniz meine Meinung geändert. Es war gut bewölkt. Dort am Platz ist eine Endstation der Tramlinie 28 – die ikonisch Gelbe. Mit dieser fuhr ich dann gut 4 Kilometer durch die Straßen Lissabons bis zum Ortsteil Barro Alto. Es war eine schöne Fahrt mit ruckeln, quietschen und allem anderen, was zu so einer alten Straßenbahn gehört. 😀
Die Endstation ist am Platz Prada Luis de Camoes, wo wir alle ausstiegen. Nur wenige Meter weiter ist ein winziger Laden in dem ich einen Cappuccino und ein Pastel de Nata bekam. In dem Laden kann man sogar zuschauen, wie die Pasteis de Nata hergestellt werden.
Über mehrere Straßen von Barro Alto gelangte ich an einen Platz (Miradouro de Sao Pedro de Alcantara) mit einer hübschen Aussicht. Neben dem Platz ging früher die Gloria Funicular. Eine spezielle Bahn für die sehr steile Strecke den Berg herauf. Viel interessanter war es diesen Weg hinunter zu gehen und dabei die Street Art zu betrachten.
Einmal quer durch Lissabon gelaufen (also hoch und runter) kam ich an die Burg Sao Jorge, An der Ringstraße um die Burg fand sich ein kleines Restaurant. Ein Kuchen und ein Cappuccino trank ich dort, während es mal wieder regnete.
Der Eingang der Burg war auf der anderen Seite. Dabei kam ich durch ein paar kleine Gassen und durch die Straßen vor der Burg. In die Burg bin ich nicht, 15€ für einen Ausblick über die Stadt bei bewölktem Wetter war mir nichts. Der Großteil der Burg ist eh nachträglich aufgebaut und damit eigentlich nicht original. Vom Aussichtspunkt des ersten Tages hatte ich bereits eine sehr gute Sicht über Lissabon gehabt.
Auf dem Weg zurück in die Altstadt nahm ich für die untere Hälfte einen Aufzug, da ich dort gerade vorbei kam. Das dort einer ist, muss man jedoch wissen, denn sonst käme man nicht so einfach auf die Idee in ein Gebäude zu laufen.
Es folgte ein Weg bis zum Fluss. Nun waren die Wolken weg, die Sonne da und damit gefühlt ziemlich warm. Das Wetter konnte sich an diesem Tag zwischen Bewölkt, Regen, blauer Himmel und Sonne nicht wirklich entscheiden und wechselte daher regelmäßig zwischen diesen hin und her.
Am Fluss entlang kam ich zum alten Alfama, das ich durch die schmalen Gassen erkundete. Durch Zufall bekam ich mit, warum es so viele Orangenbäume in Lissabon gibt. Es geht dabei weniger um die eigentlichen Früchte, als vielmehr um den Geruch, der den Stadtmief vertreiben soll.
Auf dem Rückweg zum Hotel kaufte ich zwei T-Shirts bei Teevolution. Das eine mit dem Bild der Tram 28 und das zweite mit dem Motiv einer Kamera (technische Zeichnung) wurde auf ein T-Shirt meiner Wahl aufgebracht. Diesmal damit keine Seife. 🙃
Am späteren Nachmittag zog ich erneut los. Es war schon kurz nach dem offiziellen Sonnenuntergang. Bis ich unten am Fluss ankam, war es bereits dunkel. Wunderbar, so konnte ich den großen Weihnachtsbaum am Platz vor dem Fluss in voller Beleuchtung sehen.
Der weitere Weg führte an diesem Abend wieder zum Time Out Market. Ein Bacon-Hamburger mit Pommes war mein Abendessen.
Kreuz und quer lief ich danach durch die Straßen und schaute mir die Beleuchtungen in den Straßen und Plätzen an.
Mehrere Stadttouren; ~18 Kilometer Tram 28: ~4 Kilometer
22. Dezember – Peniche
Beim Frühstück war ich wieder alleine, wobei noch zwei andere Gedecke auf Tischen auf Gäste warteten. Eine habe ich zumindest kurz gesehen, sie war zum Rauchen auf der Terrasse neben dem Frühstücksraum.
Am Vormittag unternahm ich eine kleine Tour in den Straßen nahe dem Hotel. Beim Frühstück regnete es, als ich los lief nicht und während der kurzen Tour gab es einen Regenschauer, weshalb die Runde wirklich kurz war.
So um 10:00 Uhr packte ich meine Sachen und machte mich mit der Metro auf den Weg zum Flughafen. Dort wurde ich per Shuttle zum Mietwagen Center gefahren. Die Formalitäten waren schnell erledigt, da ich zuvor schon das meiste Online erledigt hatte. Ein kleiner Fiat 500 Berlingo (auf der Klappe stand allerdings Panda!) wurde mir überlassen.
Das die Mietwagenstation nicht direkt am Flughafen ist, ist nicht unbedingt von Nachteil. So war ich dann ziemlich schnell auf der Autobahn nach Norden. Vorbei an Obidos nach Peniche.
Das Hotel war eines der großen Bettenburgen am Anfang von Penicho. Nichts persönliches, dafür sauber mit großzügigem Raum und relativ günstig im Winter für zwei Nächte. Check-In ist zwar eigentlich erst ab 15:00 Uhr und es wären noch fast zwei Stunden bis dahin gewesen. Da es jedoch Nebensaison ist, bekam ich direkt ein Zimmer.
Die Tasche wurde zuerst ausgepackt. Die Wanderschuhe und die Regenjacke waren mir für meine Tour wichtig. Der Himmel war ziemlich dunkel und für den späteren Nachmittag war Regen angesagt.
Vom Hotel ging es über die Straße, direkt in die Dünen. Der Sandstrand dahinter soll über sechs Kilometer lang sein. Von dort, wo ich nach Peniche lief, war es bei weitem nicht so weit. ABER: Laufen am Sandstrand. 😀
Am Ende des Sandstrandes ging es durch den Ort und dann zu der kleinen Halbinsel Ilheu da Papoa. Eine relativ einfach Tour war die Umrundung dieser Halbinsel. Dafür krachten die Wellen umso beachtlicher an die Klippen.
Es folgte noch ein Spaziergang zum Zentrum von Peniche. Leider fing es dann wirklich an zu regnen. Durch das Wetter mag der wenig spannende Ort noch trüber ausgesehen haben als er womöglich ist. Im Café Pastelaria Calé II gab es allerdings einen leckeren Apfelkuchen und Cappuccino mit Zimt.
Den Schluss der Tour bildete der wenig interessante Weg von der Altstadt zum Hotel.
Später machte ich mich dann mit dem Auto zurück zur Altstadt. Vor der Brücke zur Altstadt gibt es einen großen Parkplatz, der kostenfrei ist. Von da waren es keine fünf Minuten bis zum Restaurant Entre Irrmaos. Ich entschied mich für einen der tagesfrischen Fische, die zuvor präsentiert wurden. Der Fisch mit Beilagen war richtig lecker. 😋
Auf dem Weg zum Restaurant hatte es freundlicherweise nicht geregnet. Während des Essens schon, was mich im Trockenen sitzend nicht störte. Beim obligatorischen Verdauungsspaziergangs regnete es wiederum nicht. Mit der weihnachtlichen Beleuchtung sah Peniche dann nicht mehr ganz so trostlos aus.
Stadttour Lissabon: ~3 Kilometer Tour in/um Peniche: ~10 Kilometer
23. Dezember – Obidos – Vila Natal
Das Frühstück erfolgte heute etwas später. Es sollte nach der Wettervorhersage den ganzen Morgen regnen. Ein guter Grund ein wenig länger in den Federn liegen zu bleiben.
Das Hotel ist für reichlich Gäste ausgelegt, weshalb der Frühstücksbereich groß ist. Dennoch war das Frühstück ohne großen Lärm verbunden, denn nur ein paar Gäste kamen während ich frühstückte.
Danach wollte ich es mir im Hotelzimmer gemütlich machen und den größten Regen abwarten. Daraus wurde nichts, denn so richtig regnen wollte es dann doch nicht. Also packte ich meine Sachen und machte mich auf. Zuerst in den nächsten Supermarkt um ein paar Flaschen Wasser für die nächsten Tage zu kaufen. Mit dem Autochen ging es dann weiter in die Innenstadt. Eine Stelle die ich Abends entdeckte wollte ich bei Tageslicht ansehen. Es ist eine kleine Bucht mit einem Meerzugang unter der Festungsmauer hindurch. Da Ebbe herrschte, war diese kleine Bucht jedoch nicht besonders toll anzusehen.
Eigentlich zu früh, machte ich mich dann auf zu meinem eigentlichen Tagesziel. Obidos, das eine hübsche Altstadt, umrundet von einer Burgmauer, vorweisen kann. Direkt angrenzend gibt es zwei große, kostenpflichtige Parkplätze und ein paar Meter weiter einen großen kostenfreien. Die Menge an Parkplätzen ist durchaus berechtigt. Obidos ist die portugiesische Weihnachtsstadt – daher auch Vila Natal (Weihnachtsdorf).
Durch das angesagte Regenwetter war zum Glück nicht so viel los.Die weihnachtliche Ausrichtung begrenzt sich fast auf die zentrale Straße zum Schloß. Zumindest der kostenfreie Bereich. Für das Schloß selbst benötigte es ein Ticket für 10 €. Im Schloßbereich wurde einiges geboten. Zur Mittagszeit bestellte ich an einem Stand einen Burger, der mir genügte.
Eine kleine Bäckerei an der Hauptgasse war Vormittags mein Ziel für eine Kleinigkeit und später noch für ein Chorizo Brot. Das Capinha d’Óbidos ist eine Bäckerei, die dafür bekannt ist. Es sind kleine Weißbrote, in die die Wurst in Schieben in einem Holzofen mitgebacken wird. 😋
Natürlich hatte es immer mal wieder einen Regenschauer gegeben. 🙃
Am Ende bot sich ein Weg oben um die Burgmauer an. Diesen brach ich jedoch ab, als es wieder zu regnen begann und mir nicht klar war wie weit ich noch laufen müsste um wieder von der Mauer herunter zu kommen. Abgesehen davon bietet sich von der Mauer ein interessanter Blick zu beiden Seiten der Mauer.
Im Hotel angekommen wollte ich nur die Jacke wechseln und die Zeit am Strand nutzen bevor es wieder regnen sollte. Der Regen war schneller. 😅 Also eher faulenzen. Als der Regen aufhörte bin ich in das Nachbardorf Baleal gefahren. Dort verbindet ein Strand zwei Ortsteile und zugleich waren hier einige mit ihren Surfboards im Wasser, denen ich zuschauen konnte.
Am Ende von Baleal ist eine Landzunge, auf der früher ein Fort war. Viel ist davon nicht mehr zu sehen. Macht jedoch nichts, denn die Felsformationen dort mit den sich brechenden Wellen gaben ein ausreichendes Spektakel.
Der ordentliche Wind zerzauste ordentlich die Haare. 😅 Den Weg zurück fand ich dennoch.
In Peniche steuerte ich, als ich dort ankam gleich das Café vom Vortag an. Ein Käsekuchen und einen Cappuccino gab es.
Nun wollte ich noch an das westliche Ende von Peniche mit dem Auto, das sich über die gesamte Halbinsel erstreckt. Das war von der Innenstadt gar nicht so einfach. Eine eindeutige Ringstraße war nur auf der Karte zu erkennen. Über verschiedene kleine Straßen und Gassen fuhr ich daher eher nach Gefühl und kam doch tatsächlich am westlichen Leuchtturm an. 😀 Die Sonne zeigte sich gerade so noch am Himmel für ein paar Bilder der Felsenküste im Abendlicht.
Stadttour: ~5 Kilometer
24. Dezember – Nazaré – Coimbra
Ausgiebig wurde gefrühstückt. Die Tasche gepackt und zum Auto gebracht. Bevor ich fuhr, machte ich mich noch kurz auf zum Strand. Über die Straße, über die Dünen und schon war ich da. Ein kilometerlanger Strand in der frühen Morgensonne. Hat schon was.
Die Fahrt nach Nazaré war eher langweilig. Die zwei letzten Gänge des FIAT’s wollten heute nicht mehr. Warum auch immer. Naja, der vierte Gang mit einer höheren Drehzahl brachte wenigstens etwas Leistung. Bei jeder Steigung musste ich diesen eh immer nutzen.
Wenn möglich, scheinen die Portugiesen es zu lieben ihre Städte auf Berg und Tal auszulegen. Die Altstadt von Nazaré mit dem schönen Sandstrand liegt unten. Ein Ortsteil von Nazaré wiederum sehr weit oberhalb.
Einen Parkplatz sucht ich mir im oberen Ortsteil, denn von dort war es nicht mehr so weit bis zum bekannten Leuchtturm, von dem aus die Big Waves zu sehen sind. Die Wellen von dort wirken wirklich top. Zumal sich am Vormittag zwei Surfer immer wieder an größeren Wellen versuchten. Diese Wellen waren zwar weit weg von den Big Waves mit ihrer Höhe, aber dennoch nicht zu unterschätzen.
Wo waren denn nun die Big Waves? Im Winter ist die Saison dafür, jedoch bilden sich die größten Wellen nur, wenn im Atlantik ein Sturm herrscht und das Meer von Grund auf in Wallung bringt. Von einem Sturm war nichts vorausgesagt und bei dem sonnigen Wetter auch nicht zu erwarten.
Wo ich schon mal da war, bin ich runter in die Altstadt gelaufen. Diese zeichnet sich durch viele schmalen Gassen aus, die abgesehen von den Verbindungsgassen alle gerade zum Meer hin laufen. Durch Zufall kam ich an der Markthalle vorbei. Dort bin ich natürlich hineingegangen. Es war einiges los dort. Die meisten Stände boten Obst und Gemüse an. Ein paar Käse und Milchprodukte, Backwaren oder sonstiges. Für Fleisch gab es einen abgetrennten Raum.
Die anderen Ortsteile sind angeblich nicht so interessant. Wirklich was los ist in Nazaré im Sommer, zur Badesaison und nur für die Profis sind die Big Waves – dafür braucht es eine offizielle Genehmigung.
Der Erbauer des Elevadores Gloria in Lissabon hat sich in Nazaré mit einer Standseilbahn verewigt. Ein günstiger und bequemer Weg für mich nach oben zu kommen.
Ah, Mittagszeit. Am Ortsende, wo die Straße zum Leuchtturm verläuft stehen einige Imbissstände. Selbst an solchen Tagen mit normalen Wellen sind eine Menge Leute zum Leuchtturm unterwegs. Für die Imbissstände gibt es somit fast immer Kunden und an diesem Tag mich. Einen Koxa-Burger bestellt ich mir. Lecker. 😋
Da ich nicht sofort losfahren wollte, bin ich nochmals zum Leuchtturm und abseits davon den Pfad nach unten. Bis zum Strand führt dieser jedoch nicht. Ein ganz anderer Pfad brachte mich später zum Strand. Am Strand war fast gar nichts los. Die Wellen sahen am frühen Nachmittag nicht mehr ganz so imposant vom Strand aus, als sie es Vormittags von oben hatten. Nun, die Wellen Morgens und Abends sind grundsätzlich dort ausgeprägter. Imposant war das Schauspiel der sich brechenden Wellen so oder so.
Einen anderen Weg nahm ich zurück zum Auto. Dort lies ich fast alles und suchte ein Café auf. Ein kleines in einer Seitenstraße war es. Gut besucht war das O Redondo und soweit ich es einschätzen kann fast nur Einheimische.
So, es stand die zwei Fahrt des Tages an. Nach Coimbra. Ebenfalls ziemlich ereignislos. Mittlerweile hatte ich mich an gelegentlichen Mautstationen gewöhnt. Bei der Buchung des Autos hatte ich dies mit der Option für die Mautstationen gemacht. Somit konnte ich immer schön durch die mit N bezeichneten Durchfahrten fahren und nirgends halten oder gar vor Ort zahlen.
Gerade am Parkplatz in Coimbra angekommen, meldete sich das Hotel per WhatsApp um meine Ankunft zu erfahren. Bin auf dem Weg vom Parkplatz war meine Antwort. Der Parkplatz war auf der anderen Flussseite. Dieser ist kostenfrei, dafür galt es ein paar Meter mit dem Gepäck zu laufen.
Die Zero Box Coimbra. Gebucht hatte ich die Übernachtung vor dem Mittagessen. Eine neue Art der Übernachtung mit den Boxen anstatt Zimmern. Die Begrüßung war sehr freundlich. Es gab sogar ein Bier (Carlsberg) zur Begrüßung. Die Box ist einfach aber gemütlich mit der Ambientebeleuchtung. Im hinteren Teil der Box ist das Bad. Also alles da – nur eben kein Fenster.
Nach der Autofahrt unternahm ich einen Spaziergang durch die Altstadt, die fast am Hotel beginnt. Ein wenig bewegen und schauen wie die weihnachtliche Beleuchtung hier ist. Dabei entdeckte ich ein paar Stellen, die ich mir am nächsten Tag auf alle Fälle ansehen möchte.
Duschen und Abendessen Das Abendessen gab es im Bios (im Hotel). Leckere Linguine Gamberi und danach noch Schokolade mit gesalzenem Eis. Das Essen war gut und nebenbei kann man den Köchen sogar zusehen. Apropos nebenbei: Ein Teil des Bixos ist eher Bar mit Stühlen und Sofas. Der Abend wurde mit Musik der 70’er und 80’er begleitet. 👍
Spaziergang Nature: ~9 Kilometer Spaziergang Coimbra: ~2,5 Kilometer
25. Dezember – Coimbra
Der Schlaf in der Box war angenehm und sehr ruhig. Es war auf alle Fälle gut, den Wecker zu stellen Ohne ein Fenster verliert man das Zeitgefühl.
Das Frühstück war im Restaurant im ersten Stock. Dort wo am Abend zuvor die Köche ihre Arbeitsfläche hatten, war am Morgen das Frühstücksbuffet aufgebaut Es gab reichlich Auswahl. Sogar eine heiße Platte und Teig für Pancakes sowie Crêpe stand bereit. Zum Abschluss meines Frühstücks machte ich mir noch zwei Pancakes. Das ist nämlich Self Service.
Es sollte ein sonniger Tag mit Bewölkung werden – meinte die Wettervorhersage. Es war dann eher bewölkt mit gelegentlicher Sonne. Auf alle Fälle war es gefühlt deutlich kühler wie die Tage zuvor. In der Box verkriechen ist nicht! Warm eingepackt machte ich mich auf einen Spaziergang am Vormittag. Am Ende gab es einen Kaffee und eine Süßspeise.
In meiner Box machte ich die Planung für die nächsten Tage und buchte für zwei Tage eine Unterkunft in Pinhão. Für den Weg am nächsten Tag dorthin legte ich damit gleichfalls einen Plan bereit.
Am Nachmittag erfolgte nochmals ein Spaziergang durch Coimbra. Dabei entdeckte ich den Bahnhof. Dieser ist verschlossen gewesen und selbst die Gleise hatten schon gefehlt. Könnte ein Lost Place werden. Coimbra hat für den Nahverkehr auf Metrobusse umgestellt. Alle Busse fahren rein elektrisch! Der Bahnhof wird ersetzt werden durch eine Busstation, die hinter dem Bahnhof im Bau ist.
Mit der untergehenden Sonne bot sich auf Teile von Coimbra eine schöne Färbung der Gebäude. 😊
Das Abendessen war wieder im Bixos wie am Vorabend. Ich wählte das Ragú aus. Am Vortag hatte ich mit ansehen können, wie dieses zubereitet wird. Ein Pfännchen wird mit Nudelrollen gefüllt und darin kommt dann das Ragú (eine Fleischsoße ähnlich der Bolognese). Alles schön überbacken mit Käse.
Spaziergänge: ~14 Kilometer
26. Dezember – Viseu – Pinhão
Breakfast and go. Mit dem gesamten Gepäck hieß es wieder den einen Kilometer zum Auto laufen. Puh. Da macht sich das Gewicht schon bemerkbar. Die Tasche ist zwar als Rucksack tragbar aber eben doch kein richtiger Rucksack.
Gestern war es noch bewölkt, heute ist strahlend blauer Himmel. Dafür ist es jedoch deutlich kälter geworden. Die Frontscheibe des Autos hatte eine leichte Eisschicht.
Alles war im Auto verstaut und ich machte mich auf den Weg, Schon in der nächsten Straße kam ich an einer Tankstelle vorbei. Über den nächsten Kreisel ging es zurück um zu tanken. Der nächste Kreisel brachte mich danach wieder auf den eigentlichen Weg nach Viseu.
In der Innenstadt von Viseu gibt es nahe einem Einkaufszentrum einen kostenfreien Parkplatz. Dafür musste ich nur an zwei Straßenkreuzungen abbiegen und zuvor durch mind. 10 mehrspurige Kreisel fahren. Kreisel mögen die hier.
Nahe dem Parkplatz geht eine kostenfrei Standseilbahn hoch zur Altstadt. Nur halt nicht an diesem Tag. Damit durfte ich die steile Straße nach oben laufen. Ein paar Straßen weiter fand ich ein kleines, gemütliches Café – Simplesmente Bolo.
Dann machte ich mich auf um die Altstadt zu erkunden. Diese ist nicht all zu groß und war an diesem Feiertag nicht überlaufen. Viele Häuser sind in einem ordentlichem Zustand. Dazwischen befindet sich hin und wieder etwas verlassenes oder baufälliges. Viseu wurde mal als lebenswerteste Stadt Portugals bezeichnet. Das bedeutet jedoch scheinbar nicht, das alles glänzt.
Am Ende des Spaziergangs bin ich wieder beim Simplesmente Bolo für ein Mittagessen gelandet. Für unter 10€ bekam ich ein ausreichendes Mittagessen mit Nachtisch und Kaffee. 👍
Auf dem Weg zum Auto passierte ich das Einkaufszentrum, das ich mir anschaute. Es hatten sogar fast alle Geschäfte auf.
Mit gutem Wetter fuhr ich weiter nach Pinhão. Natürlich in und um Viseu durch nochmals mind. 10 Kreisel. Auf dem Weg nach Pinhão fuhr ich die letzten 20 Kilometer am Fluss Douro entlang. Der Fluss, an dem viele bekannte Weingüter ihren Sitz haben.
Da ich nach 16:00 Uhr dort ankam, konnte ich sofort mein Zimmer beziehen. Der Ort lag zwar bereits im Schatten, die Sonne war allerdings noch nicht völlig untergegangen. Somit unternahm ich einen Spaziergang im Ort. Wie sich herausstellte eher Dorf. Das herausragendste ist der Bahnhof mit seinen tollen Kachelbildern.
Die Region am Douro ist die Weinanbauregion in Portugal. So war es nicht verwunderlich das ich bei meinem Spaziergang einige Läden mit (Port)Weinverkostungen sah.
Abends unternahm ich nochmals einen Spaziergang um ein offenes Restaurant zu finden. Das einzige offene, das ich gefunden hatte war im Hotel The Vintage House neben dem Bahnhof. Hochpreisig, aber dafür bin ich satt geworden.
Der Weg zur Unterkunft war ziemlich frisch mit +2 Grad. Auf dem Weg zum Essen hatte ich schon das Gefühl, das bald die Gehwege hochgeklappt werden, zurück auf alle Fälle. Pinhão wird immer als der Ausflugsort am Douro genannt – im Winter ist dort nichts, gar nichts los.
Spaziergänge: ~10 Kilometer
27. Dezember – Pinhão
Der Blick morgens aus dem Fenster passt nicht zur Wettervorhersage. Blauer Himmel und Sonne den ganzen Tag. Was aber machten dann die Wolken, die bis fast zu den obersten Häusern reichten hier? Vielleicht wird es ja noch was. Erst mal Frühstücken. Dazu gab es ein kleines Büfett im Erdgeschoß und sogar ein frisch zubereitetes Spiegelei. Vermutlich bin ich der einzige Gast und daher das übersichtliche Büfett, bei dem es nichts auszusetzen gab.
Zwei Frauen saßen schon an einem Tisch und die Bedienung kam, nachdem ich meinen Kaffee bekam zu Ihnen. Ah, Locals. Es gesellten sich später noch zwei zu der Gruppe. Zumindest war ich so nicht alleine im Frühstücksraum, was manchmal komisch ist.
Und siehe da, während des Frühstücks verzogen sich die dunklen Wolken. Frische 0 Grad, blauer Himmel und Sonne. Da geht doch eine Wanderung.
Durch den Ort ging es auf den Wanderweg PR20 den Hügel hoch. Links und rechts des Weges wird dieser von Hängen mit Weinstöcken begleitet. Alle bereits für das nächste Jahr geschnitten. Weiter oben kamen Olivenbäume hinzu. An den PR20 habe ich einen Teil des PR19 ab dem einen Dörfchen auf dem ersten Hügel angehängt. So ging es noch etwas weiter vom Fluss Douro weg in das Hinterland.
Im Schatten waren manche Stellen noch mit Raureif belegt. Wo die Sonne schon den Boden wärmte, war dieser verschwunden. Insgesamt war es in der Sonne sehr angenehm. Das Thermometer stieg auf 8 Grad während der Wanderung. Was ich teils wärmer empfand.
Unterwegs traf ich einen Winzer, der sich um seine Rebstöcke kümmerte und mir bei der Wahl des richtigen Weges half. Der PR19 und der PR20 sind zwar mit Markierungen versehen, diese aber nicht immer ausreichend und manchmal irreführend. Hilfreich waren auf alle Fälle die zuvor von der offizielle Seite der Region heruntergeladenen GPS-Strecken. Doch diese waren ebenfalls ungenau. Die Kombination aus beiden hatte zum gewünschten Ergebnis geführt.
Im weiteren Verlauf konnte ich immer wieder vereinzelt Personen sehen, die sich um die Olivenbäume kümmerten. Meistens ging es eher um die Ernte, einmal ums Holz machen.
Bevor ich wieder nach Pinhão kam, lief ich sogar an einer Orangenbaumplantage vorbei. Einzelne Bäume hatte ich zuvor schon gesehen, hier war es eine ganze Plantage.
Im Ort steuerte ich kurz vor der Unterkunft ein Café an. Einen Kaffee und etwas Süßes gab es zum Abschluss.
Frisch geduscht und ausgeruht machte ich mich auf zu einer Dorfrunde. Bei Sonnenschein sah der Ort nicht mehr ganz so trostlos aus. Die Bahn, Busse und Schiffe hatten zudem einige Tagestouristen gebracht, die den Ort belebten.
Bei der Dorfrunde kehrte ich im Quinta do Naval ein. Eine Käseplatte und zwei Portweine zum probieren wurden bestellt. Die drei Käsesorten waren von Ziege und Schaf, ohne deren intensiven Geschmack. Der Käse kam von einem lokalen Erzeuger, der nur an Geschäfte ausliefert und nichts zum allgemeinen Verkauf. Von den beiden Portweinen hatte mir der Tawny 10 Years deutlich besser geschmeckt wie der erste Late Bottled Vintage 2019. Beide von Quinta do Naval.
So gefüllt (die beiden Portweine genügten 😅) ging es in die Unterkunft zurück. Relaxen und die Übernachtung für den nächsten Tag in Braga wurde gebucht.
Am Abend ging es auf die Suche nach einem Restaurant. Das eine, das Valedouro, das ich im Blick hatte, hatte nun geöffnet. Wobei eigentlich erst ab 19:30 Uhr und das wären noch fast 10 Minuten zu warten gewesen. Ich wurde sehr freundlich empfangen und bedient im fast leeren Restaurant. Während des Essens (Iberico-Schwein mit Kartoffeln und Gemüse) füllt sich das Restaurant vollständig. Es war somit gut gewesen, so früh dort zu sein.
Wanderung: ~13 Kilometer, ~600 Höhenmeter
28. Dezember – Guimarães – Braga
Ein freundlicher und kühler Morgen begrüßte mich. Zum Frühstück gab es wieder die leckeren, selbst gemachten Marmeladen (Feige und Süßkartoffel-Ananas).
Da es ein Abreisetag war, wurde alles gepackt und in das Auto verfrachtet. Bei gutem Wetter fuhr ich bis nach Guimarães. Diese Stadt ist nicht besonders groß, hat für Portugal jedoch eine besondere Bedeutung. Hier wurde Portugal sozusagen vor ein paar Jahrhunderten gegründet.
Beim Spaziergang durch die Altstadt gab es ein paar Gassen und mehrere Plätzen zu sehen. So wirklich interessant fand ich diese jedoch nicht. Die Burg und das Schloß fallen eher auf. Der Erbauer des Schloßes wollte es wohl warm haben und daher hat das Schloß, was von außen ein großer Block ist, ganz viele Backsteinschornsteine. Im Schloß war ich nicht, da mir die Warteschlange viel zu lange war.
Nach der Erkundung fuhr ich weiter nach Braga, der drittgrößten Stadt von Portugal. Das Hotel liegt sehr günstig am Rand der Altstadt. So konnte ich nach dem Check-In direkt einen Spaziergang unternehmen. Hier war viel los an diesem Sonntag. Auf einem Platz gab es eine Musikgruppe, die mit mehreren Akkordeons, Kastagnetten und Gesang einen mitgehenden Rhythmus hervorbrachte. Es bildet sich ein größere Traube um diese Gruppe und sogar reichlich Paare darum, die dazu tanzten.
Im weiteren gab es einen Gitarrenspieler und einen ganzen Chor zu bestaunen.
Im dunklen gab es wieder einen Spaziergang um die Beleuchtung der Straßen und Plätze zu bestaunen. Und natürlich für das Abendessen.
Spaziergang Guimarães: ~6,5 Kilometer Spaziergang Braga: ~3,4 Kilometer
29. Dezember – Braga – Viana do Castelo
Im Vergleich zu den letzten Tagen gab es ein Frühstück in einem größeren Hotel. Aber: Eher enttäuschend. Die Auswahl an Brot und Brötchen war gut, die an Marmelade eher weniger. Nur eine Sorte und die abgepackt. 😕
Die nächste Überraschung war ein “Parkticket” am Auto. Sonntags und Feiertags sollte das Parken in der Nähe des Hotels kostenfrei sein. Ich hatte beim Check-In extra nachgefragt. Die Stadtpolizei sah das wohl anders.
Was soll es, ist nun mal so. Es begann eine Fahrt von einer dreiviertel Stunde bis zum Meer. Es sollte auf eine Wanderung gehen. Der Startpunkt ist in der Nähe von Esposende, dort wo der Rio Neiva ins Meer fließt. Die Wanderung begann sehr schön am Fluss bis zur Mündung ins Meer und dort entlang.
Es folgte ein Schleife durch das Örtchen und nochmals am Fluss entlang bis es nach Süden in eine Gegend mit gelegentlichen Wäldchen ging. Im Ort kam ich an einem Gelände vorbei, wo ein Hund deutlich bellte. Der Besitzer kam aus dem Haus und sprach mich an – verschwand kurz und kam mit dem Schlüssel für das Tor zurück. Wir unterhielten uns, während der Hund seine Streicheleinheit bekam. Das Bellen war ein freudiges „da kommt jemand“.
Über die Dünen verlief der Weg fast komplett zurück. Das letzte Stück von den Dünen zum Örtchen war durch einen kleinen Wald. Der eigentliche Weg war schon fast zugewachsen. Der Übergang von diesem Weg zu einer Seitenstraße war ebenfalls nicht so einfach. Ohne Eile war diese alles kein Problem.
Am Parkplatz angekommen, gab es eine Überraschung. Da lies jemand sein Miniaturflugzeug fliegen.
Von hier waren es ungefähr 25 Minuten bis zum Hotel in Viana do Castelo. Eine Stadt an der Mündung des Lima in den Atlantik.
Bevor ich das Zimmer beziehen konnte wagte ich einen Spaziergang in der Stadt. Nun, das war im Grunde auch nötig, da ich für den Check-In zu früh dran war. Wie schon aus anderen Städten dieses Urlaubes kennen gelernt, war auch in Viana do Castelo in der Altstadt Musik zu hören. Hier waren es keine typischen Weihnachtslieder sondern Shakira mit Waka Waka oder Boney M mit Ra Ra Rasputin. Das mit dem sonnigen Wetter machte direkt Laune. 😀
Ein, zwei Cafés fanden sich während des Spaziergangs. Dann wollte ich zur Basilika Santa Luzia, die oben auf dem Hausberg thront. Zum bequemeren hoch kommen, gibt es einen Elevador de Santa Luzia – eine Standseilbahn wie die in Coimbra. Wie sich herausstellte wollte diese nur nicht an diesem Tag fahren. Somit nahm ich die über 680 Stufen zu Basilika zu Fuß.
Abgesehen von der Basilika selbst, gibt es die Möglichkeit für einen Rundumblick von der Spitze der Basilika aus. Der Zugang kostete 2 €. Damit kann man dann den Aufzug nehmen um den größten Teil in der Basilika nach oben zu kommen. Da ich schon zu Fuß bis zur Basilika gelaufen bin, bin ich natürlich auch in der Basilika nach oben gelaufen. Am Anfang ist dies eine Treppe um den Aufzug herum bis zu einem Abgang. Ein paar weitere Stufen führten zu einer gemauerten und sehr, sehr engen Wendeltreppe. Zur Regelung gibt es sogar eine Ampel. Die Ampel war grün und ich konnte direkt weiter gehen. Das war schon nicht ohne. Aber dann kam noch eine eiserne Wendeltreppe. Am Ende der Treppe war ich dann am höchsten begehbaren Punkt der Basilika mit einer super Aussicht.
So wie ich hoch gekommen bin, ging es wieder über die ganzen Stufen runter in die Stadt. Dort machte ich keine weitere Runde, sondern bin direkt zum Hotel. Nun konnte ich mein Zimmer beziehen und duschen.
Für das Abendessen entschied ich mich für das Casa Primevera. Ein traditionelles Restaurant, bei dem man fast nur mit Portugiesisch weiter kommt. Hier gibt es frischen Fisch und Meeresfrüchte zu günstigen Preisen. Fisch muss man hier aber auch wirklich mögen. Der Kühlraum und die Küche sind auf entgegengesetzten Seiten des Gastraumes und so wurden oft Fisch und Meeresfrüchte von der einen zur anderen Seite getragen.
Nach dem Essen kam ich mit zwei anderen Gästen ins Gespräch. Wir unterhielten uns angeregt. Während ich in das Restaurant kam war vorne einiges besetzt und hinten, wo ich einen Tisch zugewiesen bekam fast leer. Während des Essens und der anschließenden Unterhaltung füllte sich das Restaurant komplett. Es war deutlich zu sehen und hören, das die Mehrheit aus der lokalen Bevölkerung kam.
Es konnte zwar kaum einer Englisch, aber zu Späßen war die Bedienung schon aufgelegt. 😊
Wanderung: ~9,5 Kilometer Spaziergang: ~9 Kilometer
30. Dezember – Porto
Das Frühstück in dem Hotel in Viana do Castelo war zumindest für mich nichts besonders. Für jemanden mit mehr Interesse an Fleisch und Käse zum Frühstück wäre es bestimmt anders. Satt geworden bin ich zumindest.
Bei einem Gespräch am Vorabend nach dem Essen, wurde ich auf den nahen Strand aufmerksam gemacht. Bei strahlender Sonne fuhr ich vom Hotel auf die andere Seite des Flusses und war schon am Strand. Dieser teilt sich auf zwei Bereiche auf. Der erste, ein nicht all zu großer Sandstraße liegt mit Blick auf die ein- und ausfahrenden Schiffe sowie der gesamten Hafenanlage.
Den Strand, der leer war, hatte ich schnell hinter mir. Es waren ein paar Meter auf einem festen Weg bis zum Ende der Bucht. Dort nach links, beginnt der eigentlich interessantere Sandstrand. Viel länger und mit genügend Wellen für die ganzen Surfer, die schon früh morgens im Wasser waren. An diesem Strand und in den Dünen dahinter sind mehrere Surfschulen.
Durch die Dünen, auf einem festen Holzsteg, ging es zurück bis fast zum festen Weg vom Anfang. Über diesen Weg kam ich anschließend zum Parkplatz.
Kaum eine halbe Stunde später war ich in Fão bei Esposende. Hier unternahm ich einen Spaziergang beginnend im Mündungsbereich des Rio Cávado zum Meer. Auf der östlichen Seite der Landzunge ist der Weg ein Bohlenweg durch das Marschgebiet und geht später durch Dünen. Auf der westlichen Seite, brandeten die Wellen des Atlantiks gegen den Sandstrand. Diesem folgte ich bis zu drei markanten Hochhäusern am Strand. Den Strand verließ ich und lief die dort befindliche Straße entlang bis ich wieder beim Auto war.
Es folgte die letzte Fahrt mit dem FIAT. Ziel war der Autovermieter in der Innenstadt von Porto. Vor der Abgabe tankte ich eine Straße weiter das Auto voll. Zur Abgabe zeigte die Anzeige jedoch das nicht vollgetankt wurde. Ich bestätigte, das ich voll getankt habe, bis die Automatik es beendete. Das wurde dann akzeptiert. Bei der Abgabe zahlte ich die bis dahin erfassten Mautgebühren. Die Rechnung für die Mautgebühren dieses Tages sollte ich später erhalten.
Mit dem ganzen Gepäck machte ich mich sodann auf zur nächsten Metrostation. Das sollte doch hoffentlich wieder wie in Lissabon funktionieren. Ähm, hat’s dann doch nicht. Hier waren die Authorisierungsterminals nicht gleichzeitig eine Sperre zu den Bahnsteigen. Die stehen gefühlt in der Mitte ohne Schranke. Ok, Karte drangehalten und es leuchtete grün. Alles ok – ab zum Bahnsteig. An der Station Bolhão steig ich aus. Kaum war ich aus der Metrostation stand ich auf einer der Hauptflaniermeilen. Und nicht nur das, diese war voll mit einer Menschenmenge, die ich so nicht mehr gewohnt war.
Zwei Straßen weiter kam ich zu meiner Unterkunft. Für einen Tag wieder eine Zero Box. 😀 Diese ist etwas größer wie in Coimbra, wobei das gesamte Hotel größer ist. Im obersten Stockwerk gibt es einen Frühstücksraum, einen Kinoraum mit Beamer und ganz oben eine Rooftop Bar und zwei Wassertanks in denen man Baden darf. Wer es wärmer mag, kann im zweiten Stock in die Sauna.
Die Box wurde bezogen, um danach ein Café für eine Kleinigkeit auf zu suchen. Zum Café gab es ausnahmsweise ein Crêpe mit gesalzenem Karamell.
Es folgte ein Spaziergang durch das dunklere Porto bis auf eine der bekannten Brücken – die Ponte Luis I. Diese betrat ich mit ganz vielen anderen auf der obersten Ebene. Dort, wo auch die Metro entlangfährt. Wenn diese dort unterwegs ist, ist es auf der Brücke zu spüren. Ist irgendwie ganz lustig. Ist keine Metro in Sicht, wird einfach die gesamte Brückenbreite von den Fußgängern in Beschlag genommen.
Oben, ist man gut 60 Meter über dem Fluss und hat eine tolle Sicht.
Back in the box. Eine ausgiebige Dusche und das Begrüßungsbier taten richtig gut. Für das Abendessen entschied ich mich für das o Carniceiro im Hotel. Der Name ist Programm. Fleisch! Das Steak sucht man sich beim Metzger aus. Da ich offen war für einen Vorschlag, fragte er ein, zwei Sachen und präsentierte dann zwei Steaks. Für eines, eine Art Ribeye ohne Knochen entschied ich mich. Medium mit einem leckeren Salat dazu war das ganze Abendessen, was lecker und völlig ausreichend war.
Spaziergänge: ~9,5 Kilometer
31. Dezember – Porto
Am morgen krabbelte ich aus meiner Box. Einen Stock höher gab es das Frühstück. Das Frühstücksbuffet war umfangreich und in einer Küche aufgebaut. Das hatte dadurch eine sehr relaxte Atmosphäre.
Da nur eine Übernachtung in der Zero Box gebucht war, wurde alles gepackt. Die große Tasche und einen Rucksack deponierte ich in einem Locker – Locker 42. 😀
Der Bahnhof Sao Bento liegt mitten in der Altstadt. Von Außen gar nicht so sehr als Bahnhof zu erkennen. Vor allem nicht durch die Baustelle davor. 😅 Der Bahnhof selbst hat eine tolle Halle mit ganz vielen Kachelmotiven. Das lohnt sich alleine deswegen in den Bahnhof zu kommen. Hauptgrund für mich war allerdings der Zug nach Espinho.
Am Schalter bekam ich das Ticket und die Info, das der nächste Zug in 40 Minuten abfahren wird. So war noch Zeit für eine kleine Runde in Porto. Der Zug stand bereits, als ich wieder im Bahnhof war. So konnte ich direkt einsteigen. Die Sitzrichtung war zum Tunnel, denn der Bahnhof ist ein Sackbahnhof.
Etwas verwundert war ich einige Minuten nach der Abfahrt. Der Zug fuhr in die falsche Richtung. Ah, er muss erst nach Norden zum nächsten Bahnhof um dann nach Süden fahren zu können.
In Espinho suchte ich einen Weg vom Bahnhof zum Strand und auf dem Weg ein Café für einen Stopp. Die Wanderung des Tages sollte von Espinho nach Porto gehen und zwar immer an der Küste bzw. später am Douro entlang.
Bis zur Douro-Mündung waren es ungefähr 15,5 Kilometer. Der Weg dahin war fast immer ein Bohlenweg. Meistens durch die Dünen, nahe am Meer. Je näher ich Porto kam, desto größer wurden die Gebäude. Gefühlt bin ich an einer einzigen Stadt entlang gelaufen. Nur selten war es ein Stückchen zwischen zwei Orten. Die Abschnitte bei den Orten waren/sind beliebt für Spaziergänge und bei Joggern.
Grob in der Mitte meiner Tour machte ich an einer Strandbar halt. Zeit für einen Mittagssnack.
Es ging weiter bis zur Douro-Mündung. Ab dort konnte man schon die erste der markanten Brücken von Porto sehen. Am nördlichen Ufer lief ich bis zur Brücke Ponte Luis I, die ich vom vorherigen Abend schon kannte. Dieses Mal überquerte ich die Brücke auf dem unteren Teil, auf dem auch Autos fahren können. (Und affige Motorradfahrer ☹️)
Am anderen Ufer überraschte ein Chor, der neben der Brücke sein Bestes gab. 👍
Es lies sich dann nicht vermeiden den Weg nach oben anzugehen. Dazu nahm ich die Treppe, die gegenüber der Brücke liegt.
Nur noch durch die Altstadt bis zum neuen Hotel für die nächsten Tage. Dabei kreuzte ich den zentralen Platz, auf dem eine Bühne aufgebaut war und ein Soundcheck durchgeführt wurde. Das Wummern der Bässe hörte ich bereits ein paar Straße vorher.
Einchecken nach einer zügigen ~23,6 Kilometer Tour. 😅 Den Rucksack brachte ich ins Zimmer im 6. Stock. Ja, ich nahm den Aufzug. 😅 Das Zimmer für die nächsten Tag ist klein, hat jedoch eine große Dachterrasse und von dort eine gute Hörmöglichkeit auf das Konzert, das um 22:00 Uhr beginnen sollte.
Bevor ich unter die Dusche verschwinden konnte musste ich allerdings meine Tasche und den zweiten Rucksack aus dem Locker holen. Nochmal ein paar Straßen durch die Altstadt zur Zero Box und zurück.
Zum Abendessen wollte ich in den Time Out Market am Bahnhof. War ich auch, nur war das kurz vor dem Schließen, weshalb es nur noch Snacks gab. Daher bin ich durch die Altstadt bis ich ein Lokal fand, das mir zusagte.
Auf dem Rückweg zum Hotel kreuzte ich den noch fast leeren Platz vor der Bühne. Ein Stand mit Getränken hatte schon auf. Daher konnte ich mir ein Cider mitnehmen.
Viel später versuchte ich auf den Platz zu kommen. Einerseits der Musik wegen, andererseits wegen dem Feuerwerk. Kaum aus dem Hotel heraus, war ich in der Seitenstraße schon in einer großen Menschenmenge. An der nächsten Kreuzung gab es eine Polizeikontrolle zum Platz. Zum Platz kam ich jedoch nicht. Nach der Kontrolle vielleicht max. 50 Meter und dann ging nichts mehr. Also zurück zum Hotel.
Auf der für Hotelgäste frei zugänglichen Dachterrasse waren bereits reichlich Hotelgäste. In der Bar bestellte ich mir einen Wein und verzog mich dann auf meine Dachterrasse neben der allgemeinen. Die Gäste aus den drei Zimmern nebenan waren bereits auf ihrer Terrasse. Ist so gesehen schon Luxus mit der Dachterrasse. 😀
Und dann kam von der Straße unten ein lautes herunterzählen (in portugiesisch) …. 3 ….2 ….1 🎉
Das Feuerwerk und die Laser kamen von der Stadthalle am Ende des Hauptplatzes. Auf genau diesen Turm der Stadthalle hatte ich einen guten Blick. Es gab ein sehr ordentliches Feuerwerk. 👍
Später startete ich einen erneuten Versuch zum Platz und dieses Mal kam ich auch auf ihn. Was ich nur hören konnte vor Mitternacht war das Konzert von Clã. Jetzt nach Mitternacht war es Nininho Vaz Maia. Beide wohl in Portugal sehr bekannt. Clã fand ich besser und Nininho Vaz Maia agierte mir zuviel (in portugisiesch) mit dem Publikum. Zwei Lieder hörte ich mir an und bin dann zurück ins Hotel.
Der Schlaf war so naja. Da das Hotel in der Seitenstraße zum Platz liegt, war das Konzert trotz geschlossenem Fenster sehr gut zuhören. Nach dem zweiten Sänger begann um 2:00 Uhr dann die Vorstellung der Beatbombers (zwei DJ’s) – soviel zum ruhigen Schlaf. 😂
Wanderung: ~23,6 Kilometer
01. Januar – Porto
Guten Morgen! Wieso ist es noch so dunkel? Ah, es hatte geregnet und es ist durchgehend bewölkt.
Für das Frühstück konnte ich mir einen Zeitslot auswählen und der war der zweite. Mh, so im Nachhinein zumindest für den ersten Januar keine gute Idee gewesen. 😂 Der Kaffee wird’s schon richten.
Der Vormittag wurde eher relaxt angegangen. In Ruhe die Zeitung durchgehen, bevor es auf eine gemütliche Runde durch die Altstadt ging. Gemütlich im Sinne der Laufgeschwindigkeit, denn der Nieselregen und Wind waren weniger gemütlich.
Es hatten für einen 1. Januar relativ viele Geschäfte offen. Die gesamte Runde endete mit einem Mittagessen im Time Out Market mit einer Fischsuppe und dem anschließendem kurzen Weg zum Hotel.
Eine Podcast Folge später machte ich mich nachmittags erneut auf. Es regnete nicht mehr und der Wind blies weniger kräftig. Beim Gang auf der Brücke Ponte Luis I kamen ein paar Windstöße und zerzausten das Haar ordentlich. Von der anderen Seite boten sich mehrere Blick auf die gesamte Brücke.
Über die Brücke und verschiedene Straßen kam ich wieder am Hotel an. Am Beginn dieser Tour und am Ende kreuzte ich den Hauptplatz. Auf der Bühne spielte ein klassisches Orchester.
Das Abendessen war im Honest Greens José Falcão. Leckeres Hühnchen mit einer Limonen-Senf-Soße, Salat und Brot war die Hauptspeise; ein Schokoball mit Espresso die Nachspeise.
Spaziergänge: ~10 Kilometer
02. Januar – Porto
Das Wetter mag nicht mehr so wirklich besser werden. Stark bewölkt. Beim Frühstück war mehr los wie am Vortag. Da werden wohl die meisten früher ins Bett gegangen sein.
Irgendwann am Vormittag bin ich auf einen Spaziergang los. Heute ein wenig an den östlichen Bereich der Altstadt orientiert bis hinunter zum Douro.
Die Markthalle hatte ich schon vorher gesehen, da war sie nur geschlossen. Wo sie an diesem Werktag offen war, bin ich hinein. Diese Markthalle ist keine komplette Halle. Es ist eher ein mehrstöckiges Gebäude mit sehr großem Innenhof. Mehrstöckig ist es, da es einen kompletten Straßenzug lang ist und dieser eine Hanglage hat. Der eigentliche Innenhof ist fast vollständig überdacht. Allerdings auf der untersten Ebene und nicht komplett über das Gesamtgebäude. Hier gibt es alles von Fisch und Fleisch über Obst, Käse und, und, und…. In der Galerie (1. Stock), welche offen zum Innenhof ist, gibt es Kunststände und Restaurants.
Nach so einer Besichtigung ist Zeit für einen Kaffee. Simply Coffee Aliados. Da gibt es nicht nur Kaffee, sonder sogar noch die Info, was es für ein Kaffee ist.
Auf einem langen Weg zum Fluss hinunter über Treppen hatte ich ein schönes Wandbild entdeckt. 👍
Vom Douro hoch habe ich den Funicular dos Guindais (Standseilbahn) genommen. Die Standseilbahn ist im unteren Bereich sehr steil und im flacheren oberen Bereich in einem Tunnel. Ganz witzig, vor allem aber eine bequeme Art nach oben zu kommen.
Für das Mittagessen war ich wieder im Time Out Market, da dies auf dem Weg zum Hotel lag. Im Hotel wurde gerade mein Zimmer gemacht. So bin ich ein paar Meter weiter zum Alice in Brewland. Lecker Kaffee in einer relaxten Atmosphäre.
Nur für das Abendessen verlies ich das Hotel als es dunkel war. Einmal um die Ecke; könnte sogar unter meinem Zimmer sein; war ich angekommen. Buga Ramen. Dort bin ich in den letzten Tagen schon öfter vorbei und nun zum Essen rein. Es gibt dort zwei Ramen Restaurants nebeneinander. Das Buga ist so typisch nach dem japanischen Anime gestaltet. Bunt. Eine Suppe (Ramen) und einen Ginger-Lemon-Tee bestellte ich. Das war alles ziemlich schnell bei mir, da es für portugiesische Verhältnisse noch früh für das Abendessen ist – ergo kaum war los.
Spaziergang: Dürften ein paar Kilometer gewesen sein. Das Tracken hatte ich nicht aktiviert, da ich eigentlich nur um die Ecke wollte. 🙃
03. Januar – Porto und Heimreise
Abends und über Nacht machte sich die in den letzten Tagen leicht angekündigte Erkältung voll bemerkbar. 🫤 Der Saum der Decke und das Kopfkissen waren feucht, da ich Nachts wohl geschwitzt hatte.
Es gab damit keine letzte Runde in Porto. Statt dessen bin ich später zum Frühstück. Dort nahm ich dann noch einen Kaffee mit auf das Zimmer und machte es mir gemütlich, nachdem die Tasche gepackt war. Gaaaanz gemütlich. Im Grunde habe ich den Vormittag verschlafen. 😅
Der Check-Out war easy. Mein gesamtes Gepäck konnte ich in einem abgeschlossenen Raum deponieren. Nur mit der Kamera in der Hand bin ich los für ein Mittagessen oder sowas in der Art. Mich hat es zum Honestly Green geführt. Da war kurz vor 12:00 Uhr noch Frühstücks-/Brunchzeit. Aus dem Angebot wählte ich einen XL (griechischen) Joghurt mit Früchten. Was ich bekam, war eine mehr als ausreichende Portion und typisch für das Lokal lecker und toll angerichtet.
Am Hotel schnappte ich mir mein Gepäck und bestellte ein Uber. Gerade einmal eine Minute musste ich warten bis das Elektroauto (BYD) da war. Es war eine angenehme und ruhig fahrt zum Flughafen.
Ja, zu früh. Das war mir durchaus vorher schon bewußt. Den Check-In hatte ich nach dem Abendessen am Tag zuvor erledigt, womit ich am Flughafen nur noch meine Tasche abgeben musste.
Auch die Sicherheitskontrolle war schnell hinter mich gebracht. Im Abflugbereich fand ich auf einem der Liegestühle einen Platz um zu dösen (ohne ganz einzuschlafen). Daneben hatte ich am Flughafen Zeit für diesen Reisebericht.
Ah, es gab zum Abschied selbstverständlich noch einen Kaffee und ein Pastel de Nata. 😀
Resümee
Dieser Urlaub war für mich eine ganz neue Erfahrung. Ein zweiwöchiger Städtetrip. Normalerweise bin ich eine, die eher auf Wanderungen oder Trekkings unterwegs ist. Da kann dann mal eine Stadt dabei sein. Aber zwei Wochen fast nur Städte…..
Kurz gefasst – brauche ich so nicht erneut. Die Beleuchtungen zu Weihnachten in den Städten waren toll. Gerade in den größeren gab es immer eine Straße oder einen Platz mit einer Kombination aus Musik und Beleuchtung. Und in den Altstädten waren oft Lautsprecher, mit denen die Gassen mit Musik beschallt wurden. Meistens was Weihnachtliches aber nicht immer.
Zwei Wanderungen gab es immerhin. Die eine durch die Weinberge. Die Rebstöcke waren alle ohne Blätter und meistens schon gestutzt. Die Olivenbäume und manche Orangenbäume brachten etwas Farbe in die Landschaft.
Bei der zweiten Wanderung war es eine am Meer entlang. Schön auf einem Bohlensteg. Dieser gibt unmerklich nach, macht die Wanderung dadurch jedoch angenehmer. Auf der einen Seite gab es immer die Brandung zu hören und oft zu sehen. Die landeinwärts gewandte Seite war weniger interessant. Es gab nur wenig Landschaft zu sehen. Dafür viele einfach Häuser und je näher Porto kam, desto größer und moderner wurden diese.
Es gab noch zwei weitere Touren am Meer, die als Wanderung durchgehen könnten, die ich jedoch sehr gemütlich gelaufen bin und daher nicht so wirklich als Wanderung einstufe. Beide Bei Esposende und ganz angenehm.
Für mich wird ein erneuter Portugal Urlaub eher mit Wanderungen im Norden oder an der Algarve verbunden sein. Es wird sich zeigen….
Fotos: Bei den Fotos habe ich mich bewusst für eine etwas blassere Gestaltung entschieden. Das Wetter bot in den zwei Wochen alles. Von Temperaturen unter 0 Grad bis zu 16 Grad, windstill bis stürmisch, bewölkt, Regen und dann auch wieder blauer Himmel mit strahlender Sonne. Durch die blassere Farbwahl ergibt das innerhalb des Berichtes über alle Fotos einen etwas ruhigeren Eindruck, als es in Farbe, Grau und strahlend oder Trist wäre.
Sonstiges
Pastel de Nata oder gerne in der Mehrzahl Pasteis de Nata – Portugal ohne geht nicht. 😁 Kleine Leckereien, die gerne zu einem Kaffee genommen werden. Hach, werde ich die wieder vermissen. Kennengelernt hatte ich sie schon auf Madeira. Mit den Pasteis de Belem gab es in diesem Urlaub das Original. Von Belem aus eroberte sich diese Süßspeise das Land.
An Bacalhau kommt man in Portugal ebenfalls nicht wirklich vorbei. Das ist ein typisches portugiesisches Fischgericht. Wobei es sich bei dem Fisch um Stockfisch, hauptsächlich von den Lofoten und Vesterålen handelt. Diesen konnte ich in Norwegen schon vor vielen Jahren dort essen und im nächsten Jahr (2027) wird es auf diese zwei Inselgruppen erneut gehen. Also dahin, wo der Bacalhau herkommt.
Das zweite, was es überall gibt, sind Fliesen. Nicht die üblichen, sondern welche mit Motiven bzw. welche, die größere Motive ergeben. Viele Hauswände sind komplett verfliest. In Pinhão und Porto gibt es die Bahnhöfe und in Porto eine Kirche, die mit Fliesenbildern ganze Geschichten erzählen.
In Short…
Lissabon hat ein paar nette Ecken zu bieten. Die verschiedenen Aussichtspunkte (Miradouro …) gaben einen guten Blick über die Stadt. Dazu bedarf es gar nicht die scheinbar über alles thronende Burg. Der Miradouro da Senhora do Monte bietet bereits eine sehr umfassend Übersicht.
Apropo Miradouro – davon gibt es reichlich. Was bedeutet, das man in Lissabon immer am Rauf- und Runtergehen ist. Mit etwas Kondition kein Problem. Aufpassen bei nassem Wetter sollte man dennoch. Die meisten Wege sind mit kleinen Pflastersteinen belegt. Daher teils rutschig, auf der anderen Seite immer wieder schön zu betrachten; zumal oft Muster oder Motive eingearbeitet wurden.
Mit Metro, Bahn und Tram kommt man gut durch die Stadt. Die Metro, wie die alten Trams sind, nett ausgedrückt historisch. Da wackelt es, quietscht und ist allgemein laut. Eine Tour mit einer der alten Straßenbahnen sollte auf alle Fälle eingeplant werden.
Peniche ist eher was für Surfer. Die Stadt lohnt sich nicht wirklich für einen Stopp. Ich jedoch wollte keine langen Strecken in diesem Urlaub fahren und fand dies als guten Stopp. Zumal im Winter die dortigen Übernachtungspreise in den Großhotels günstig sind.
Obidos kann von Peniche aus in 20 Minuten per Auto erreicht werden. In Kombination kann so die Altstadt dort besucht werden und in Peniche ein Strandspaziergang folgen.
Coimbra ist eine Universitätsstadt. Es gibt eine Hauptgeschäftsmeile in der Altstadt. Damit hat es sich im Grunde schon. Wer mehr Zeit dort verbringen wird, schaut sich sicherlich den Botanischen Garten an oder unternimmt eine Paddeltour auf dem Fluss. Für mich genügte der eine Tag. Durch das Wetter und dem Feiertag (25. Dezember mit sehr vielen geschlossenen Geschäften/Cafés/…) machte es nur bedingt Laune die Stadt zu erkunden.
Mit Pinhão erreichte ich einen der bekanntesten Ort der Weinregion am Douro. Oder sollte ich Dörfchen sagen? Im Winter ist hier nicht viel los und es hat auch nicht alles auf. Wenn während des Tages Tagesgäste mit Zug, Bus oder Bahn kommen, wird es belebter. Das war es auch schon. Interessant sind die möglichen Wanderungen in und durch die Weinberge.
Es folgten an einem Tag Guimarães und Braga. Guimarães wird als Gründungsort von Portugal angesehen. Daher war dies vor sehr langer Zeit einmal die Hauptstadt. Im Altstadtbereich gibt es viele kleine Gassen, Touristisch war es nicht überlaufen. Der nächste Ort, in dem dann wieder eine Übernachtung war, war Braga. Vom Namen her kennt das außerhalb von Portugal kaum jemand obwohl es die drittgrößte Stadt des Landes ist. Der Altstadtbereich ist ganz nett und war schön bunt beleuchtet.
Meine nördlichste Stadt dieser Tour war Viana do Castelo. Die Stadt, gelegen am Mündungsbereich des Rio Lima besticht durch eine angenehme Altstadt. Nicht zu überlaufen und mit der Beleuchtung schön inszeniert gewesen. Von der Spitze der Basilika auf dem Hausberg gibt es einen Wahnsinns Ausblick. Fährt die Standseilbahn nicht und man möchte kein Auto nehmen, gilt es die Herausforderung der über 680 Stufen bis zur Basilika zu meistern. Der Strand bei Viana do Castelo ist in einer schön langgezogenen Bucht. Es gibt für Surfer Wellen und wer mag, geht schwimmen.
Den Abschluss machte Porto. Nach den Orten der letzten Tage war das ankommen dort fast ein Schock – so viele Menschen auf einem Haufen. Der interessante Teil von Porto, die Altstadt, ist kompakter wie in Lissabon. Es gibt ein paar schöne Ecken und herausgeputzte Häuserzeilen. Insgesamt gibt es in der Altstadt leider auch viele verlassene und mind. genauso viele verfallene Gebäude. Wenn es so weiter geht, könnte ein größere Teil der Altstadt als Lost Place vermarktet werden.