Deutschland – Spessart – Mai 2024

Das durch den Christi Himmelfahrt Feiertag verlängerte Wochenende stand bevor. So weit weg wollte ich nicht fahren und schaute daher nach Touren in der weiteren Umgebung. Der Spessart und der Odenwald liegen südlich und sind schnell erreichbar. Für das kommende Wochenende wählte ich den Spessart. 

Der Campingplatz bei Wiesen hatte ich schon Anfang des Jahres entdeckt, bei der Suche nach Campingplätzen die ganzjährig geöffnet haben. Im Mai haben bereits viele weitere Campingplätze geöffnet, zu diesem wollte ich dennoch.


09. Mai

Vor dem Mittag, nach einem ausgiebigen Frühstück fuhr ich in den Spessart. Knapp eine Stunde später war ich schon am Camping Resort im Spessart, das direkt neben dem Wiesbüttsee liegt. Die Westseite des Wiesbüttsees ist gleichzeitig die Grenze zwischen Bayern und Hessen.

Allerdings liegt der Campingplatz an einer Kreisstraße, die Freude am MINI-Fahren bereitet und genauso beliebt bei Motorradfahrern ist. Der Platzwart meinte, das Abends und Nachts nur wenig Verkehr auf der Straße sei. Der Check-In war kurz, da er sich zur Mittagszeit um die Handwerker kümmern musste, die selbst an diesem Feiertag arbeiteten.

Mein Zelt stellte ich auf der zugewiesenen Rasenfläche auf, bevor es auf die erste Tour gehen sollte. Diese startet lt. Wanderführer in Bieber, ich entschied mich jedoch an dem fast südlichsten Punkt der Tour zu starten, Damit verkürzte sich die Fahrtstrecke bis zur Wanderung deutlich.

Vom Parkplatz den ich fand geht lt. Karte ein Weg zum Schwarzbach, an dem die Wanderstrecke bis Bieber entlang läuft. Ich hatte es zumindest versucht! Die Tour im Wanderführer ist wohl schon etwas älter, den am Schwarzbach geht kein wirklicher Weg entlang. Somit beschloss ich auf einen höher liegenden Weg auszuweichen. Damit kam ich zwar nicht an der Eisenschmelze vorbei, aber dafür sicher nach Bieber. 

In Bieber stehen viele Schilder, die alte Zugänge zu Bergwerkstunnel markieren. In früheren Zeiten wurden durch die niedrigen Tunnel von Kleinwüchsigen und Kindern Erze zu Tage gefördert. Das hatte die Gebrüder Grimm angeregt und wer kennt nicht Schneewittchen und die sieben Zwerge? 

Durch Bieber hindurch gelangte ich am anderen Ende des Ortes auf einen nach oben führenden Weg. In der Sonne ging es am Waldrand entlang und nach einiger Zeit in den Wald. Es erwartete mich die erste und einzige deutliche Steigung der Tour. Im Wald lief ich fast auf dem Bergrücken um Bieber und gelangte nach Röhrich, einem Ortsteil von Bieber. Halt. Zuvor kam ich im Wald an einer großen Kreuzung an, an der auf einer angrenzenden Lichtung Tische und Bänke standen. Ein guter Ort für eine Pause.

Röhrich streifte ich im Grunde nur, um auf der anderen Seite wieder bergauf in den Wald zu kommen. Der Weg nach oben war im Grunde einfach und dennoch an diesem Tag leicht mühsam. Die Sonne schien bis ich den Wald erreicht und strahlte eine deutliche wärme aus. Im Wald zuvor und immer wenn die Sonne von Wolken verdeckt wurde, wurde es merklich kühler. Ein Wetter also, bei dem entweder Zuviel angezogen wird oder eine Erkältung drohen kann.

Oben im Wald lief ich an der Mauritius-Kapelle vorbei. Durch den Wald kam ich zu einem Stausee.Von diesem führt ein Bach bis zur Lochmühle und ein Weg oberhalb brachte mich genau dorthin. Nun folgte noch ein kleines Stück und ich war wieder am Ausgangspunkt meiner Wanderung.

Was sich so einfach anhört, hätte mit der GPS-Route aus dem Wanderführer auch sein können. Nur sind nicht alle Wege wirklich begehbar gewesen und an einer Stelle fand ich eine wesentlich interessantere Strecke. Somit war die Route aus dem Wanderführer eher eine Orientierung.

Am Campingplatz gab ich dem Platzwart den Zettel mit meinen Daten und zahlte für den Platz. Danach unterhielten wir uns noch angeregt über die Bauarbeiten und als eine Dauercamperin vorbei kam über vieles weitere mehr.

Es gab noch einen Kaffee, bevor ich mich an das Abendessen machte, ein Auberginen-Kichererbsen-Curry machte.

Tour: ~15,5 Kilometer, ~370 Höhenmeter


10. Mai

Früh morgens wurde ich von dem Gezwitscher der Vögel wach. Wie der Platzwart es sagte, war es gegen Abend immer weniger Verkehr geworden und hörte mit Einbruch der Dunkelheit fast vollständig auf.

Es war kühl und vor allem feucht. Das Zelt war von außen mit einem feinen Wasserfilm versehen und die Füße wurden beim Gang durch die Wiese zur Toilette leicht nass. Zurück am Zelt machte ich es mir gemütlich und bereitete mein Frühstück mit Kaffee und Porridge zu. Während ich aß kam langsam die Sonne soweit über die Bäume, das ich im Zelt nicht mehr im Schatten saß.

Nach Partenstein sollte es gehen. Eigentlich ganz einfach: die Kreisstraße vom Campingplatz bis zur nächsten Landstraße und dann immer gerade aus. Nur stellte sich an der Kreuzung heraus, das die Landstraße gesperrt ist. Also der Umleitung nach. Das war ganz lustig, da morgens kaum Verkehr war und die Straßen MINI-Spaßfaktor haben. 😀 

In Partenstein einen Parkplatz zu finden war schwieriger wie erhofft. An einer großen Mauer war ein Parkplatz frei und den schnappte ich mir. Von dort lief ich in den Supermarkt, da dieser der einzige Bäcker im Ort zu sein schien. Etwas für die Tour und zum Kaffee am Nachmittag hatte ich bei der kleinen Auswahl für mich gefunden.

Zurück bei Svarta wechselte ich die Schuhe und schon ging es los auf die Wanderung. Durch den Ort lief ich nur kurz bis ich den Ortsrand erreichte. Ein Weg neben einem kleinen Bach folgte ich zum Wald. Im Wald hieß es bergauf nach oben auf den Lohrberg laufen. Der Wanderführer schlug dazu den direkten, also steilsten Weg vor. Einige Höhenmeter weiter oben, kam ich am “Gipfel” des Lohrbergs vorbei. Der Gipfel selbst ist eine unscheinbare Stelle im Wald. 

Weiter ging es auf verschiedenen Wegen im Wald bis zu einem lang gezogenen Naturschutzgebiet in einem Tal. Die große offene Grasfläche bot einen schönen Kontrast zum Wald. Das i-Tüpfelchen machte ein rotes Eichhörnchen, das sich kurz blicken lies. 😀 Am Ende des Natuschutzgebietes fanden sich mehrere Bänke in der Sonne mit einer guten Aussicht in das Tal. Nach etwas über 11 Kilometer machte ich hier meine Rast.

Bald erreichte ich Frammersbach, das an diesem Tag sehr verschlafen wirkte. Es war kaum etwas los. Auf meinem Weg entdeckte ich eine Verbindungstreppe zu zwei Straßen am Hang, die parallel zur Hauptstraße verlaufen. Ergo, bin ich die Treppe hoch und oben weitergelaufen, das war viel angenehmer wie an der Hauptstraße entlang zu laufen. Am Ende der Straße kam ich wieder auf den vorgegebenen Weg und gleichzeitig war es der Ortsausgang. Ein alter Fuhrmannsweg durch den Wald nach oben. Diese Fuhrmannswege waren früher die Verbindungen zu den Fernwegen für die Fuhrmänner, die Waren von A nach B brachten. Und da man früher sehr christlich war, befindet sich bis heute oben auf dem Berg die Kreuzkapelle, welche der Wendepunkt der Strecke war.

Von dieser war es noch ein langer Weg bis Partenstein. An einer Stelle wurde Abwechslung geboten. Der eingezeichnete Weg war nicht mehr wirklich zu erkennen. Dennoch versuchte ich ihm zu folgen, Zum Glück war es nur der Anfang, der so unscheinbar und verwachsen war.  Weiter wurde es sogar noch richtig interessant, da sich der Weg und der Untergrund immer wieder veränderte. Wobei das für die gesamte Wanderung zutrifft: Geteerte Straßen, Waldwege, die mal geschottert waren, mal natürlich und manche Wege waren breit, andere schmal. So macht es doch Spaß.

Kurz vor Partenstein kam ich am Schloßberg mit der Burgruine Bartenstein an. Dort bin ich hoch und durch die Ruine und einer Brücke zurück auf den Weg. Jetzt war es nur noch ein schmaler Pfad nach unten in den Ort. Ein paar Straßen weiter war ich wieder bei Svarta und am Ende der Wanderung.

Für den Rückweg zum Campingplatz wählte ich einen anderen Weg wie am Morgen. Auch dieser bereitete mit seinen vielen Kurven Freude beim Fahren. Am Campingplatz war nach der Dusche Zeit für einen Kaffee und das Stückchen vom Morgen. Herrlich in der Sonne mit dem Geruch des frisch gemähten Grases. Während ich meinen Kaffee trank kam der Platzwart auf einen Smalltalk vorbei. Da ich dabei war mir ein Restaurant für das Abendessen zu suchen, bekam ich so zusätzlich mehrere Tipps. Außerdem sagte er mir, nachdem ich ihm meinen Plan für den nächsten Tag sagte, das ich das Zelt solange stehen lassen kann und mich nicht beeilen muss. Super, so kann es dann trocknen bevor es abgebaut wird.

Das Abendessen. Eigentlich dachte ich, ich fahre nach Wiesen um dort gut bürgerlich zu Essen. Zwei Tipps ließen mich das überdenken. Wild oder eine ordentliche Portion Schnitzel? Es wurde das Schnitzel!

Puh, die haben im Gasthaus Stern in Flörsbach Portionen für hungrige. Ein paar ältere aus dem Dorf trafen nach und nach ein und unterhielten sich über die Geschehnisse der letzten Tage. Top-Thema war ein Brand in der vorherigen Nacht zu der Feuerwehren aus den umliegenden Orten kamen. Dorf-Talk halt.

Mehr wie satt, war mir nach einem kleinen Spaziergang. Neben dem Campingplatz liegt der Wiesbüttsee, ein Stausee errichtet vor mehreren Jahrhunderten um “…den Künsten zur Hebung der Grubenwasser im Lochborn, dem Kobaltpochwerk … dem  Lettenpochwerk sowie der Biederer Hütte und dem Hammerwerk genügend Aufschlagwasser zu liefern”. Mit anderen Worten, der Stausee hat mehrere Werke, die ihre Tätigkeiten mit Wasserkraft bedienten bedient. Zu lesen ist dies auf einem Schild am See.

Ich machte es mir danach im Zelt am früher Abend gemütlich, als ich Besuch bekam. Elke und Oliver sind an diesem Tag angereist und luden mich auf einen Wein ein. Es war ein kurzweiliger Abend an einem kleinen Lagerfeuer.

Tour: 22 Kilometer, ~560 Höhenmeter


11. Mai

Dem Frühstück folgte ein Packen aller Sachen im Zelt. Die Packsäcke lies ich im Zelt und das Zelt blieb stehen, da ich dies durfte. Auf zur Tour des Tages direkt vom Campingplatz aus. Eigentlich sollte die Tour am See entlanggehen. Ich entdeckte ziemlich am Anfang einen kleinen Pfad, dem ich folgte. Dieser war von der Beschaffenheit interessanter, auch wenn er etwas weiter vom See entfernt ist wie der breite Weg am See. 

Es folgte mehrere Waldwege, bis ich oberhalb von Wiesen aus dem Wald heraus kam. Die Wege bis hierhin waren angenehme Waldwege und kleinere Pfade. Kurz bevor es aus dem Wald ging, sah ich ein rotes Eichhörnchen über den Weg huschen. Hinunter nach Wiesen wurde der Weg zu einer Teerstraße, auf der es durch den Ort zur Hauptstraße ging. Entlang dieser Straße kam ich beim “Der Bäckerladen” vorbei. Wunderbar. Ein Brot für Zuhause und etwas Süßes fand sich. An einer Kreuzung später war “Der Dorfladen”. Ein paar Frischkäse sahen interessant aus, mit auf die restliche Wanderung wollte ich davon dann doch nichts nehmen, bei dem warmen Wetter.

Weiter durch Wiesen und an einer Seitenstraße ab führte mich der Weg hoch zur Kreuzkapelle. Am Waldrand und im Wald waren es noch einige Kilometer bis zum Campingplatz. Die restlichen Kilometer waren jedoch eher Schotterautobahn im Wald und nicht besonders schön zum Laufen. Bis kurz vor diesem Weg kam mir doch tatsächlich eine größere Wandergruppe entgegen. Die Erste und Einzige an diesem Wochenende.

Am Campingplatz angekommen packte ich ich alles in den Trekkingrucksack und verstaute dies in Svarta. Zuletzt wurde das Zelt abgebaut und verstaut. Nun widmete ich mich noch dem süßen Stück aus der Bäckerei. 😊

Ich verabschiedete mich von Elke und Oliver und fuhr anschließend nach Hause.

Tour: ~11,3 Kilometer, ~200 Höhenmeter


Resümee

Der Spessart liegt nah und ist damit ein willkommenes Ziel für (verlängerte) Wochenenden. Viele Wanderwege verlaufen im Wald und werden immer wieder von Wiesen und Naturschutzgebieten aufgelockert. In dieser Gegend sind genauso viele Wege für Fahrradtouren ausgeschildert.

Ein wenig verwundert war ich, da mir nur ganz selten andere zu Fuß oder auf dem Fahrrad entgegen kamen. Ich hatte doch etwas mehr dort erwartet, war aber auch nicht wirklich traurig darüber. Was mir deutlich am Campingplatz und auf den Touren auffiel, war das frische Grün des Frühlings und das Gezwitscher der vielen Vögel.

Das Hauptgebäude und die Sanitäranlagen des Campingplatzes werden derzeit umgebaut, weshalb der Campingplatz offiziell geschlossen hat. Für Dauercamper und bei Nachfrage ist ein campen dennoch möglich. Dadurch war es sehr friedlich auf dem Gelände.

In den Spessart geht es bald wieder…..



#bayern #hessen #spessart #wiesen #partenstein #bieber #flörsbach #campingresortspessart

Deutschland – Churfranken – Oktober 2023

Churfranken ist nicht besonders weit von meinem Zuhause entfernt und für einen Wochenendtrip eine schöne Wahl. Im September 2023 war ich bereits für ein Wochenende dort und so sollte es im Oktober 2023 erneut dorthin gehen.

Die zwei ausgesuchten Touren fand ich in einem Wanderführer und zum Einlaufen der neuen Trailrunningschuhe hatten diese eine passende Distanz.


07. Oktober

Trübe war es Zuhause. Die Wettervorhersage für Churfranken zeigte etwas Ähnliches an. Eigentlich wollte ich bereits am Wochenende zuvor nach Churfranken und alles war gepackt gewesen. Eine fiese Erkältung hielt mich dann doch Zuhause fest. Ausgepackt hatte ich aber nichts und so war alles schon so weit, dass ich es nur noch in Svarta packen musste.

Bis Amorbach hielt sich die Bewölkung fast durchgehend. Am Campingplatz angekommen, schaute die Sonne dann doch noch raus. 😊 Der Campingplatz sah zwar im Eingangsbereich aus, wie ein Lagerplatz, aber das wird schon dachte ich mir. Und siehe da, weiter hinten sah es schon deutlicher nach einem Campingplatz aus. Ohne Parzellierung hatte ich die freie Wahl für einen Platz für das Zelt.

Nachdem das Zelt aufgebaut war, machte ich mich auf zur Wanderung nach Miltenberg. Quer durch Armorbach hieß es am anderen Ende des Ortes bergauf gehen. Oben am Hügel angekommen, stand ich vor der Gotthardsruine. Ein altes Kloster, das auf den Resten einer Burg aufgebaut war und schon seit jahrhunderten verlassen war. Übrig geblieben sind eine Kirchenruine und ein paar Grundmauern. Auf einen Kirchturm konnte ich über die alte Wendeltreppe aus Sandstein gelangen. Einen wirklich schönen Ausblick hatte ich von dort oben.

Für eine Pause habe ich Chilikäse und eine Laugenstange an einer Bank unterhalb der Kirchruine ausgepackt. Oben war es mir dann doch zu windig für die Rast.

Durch den Wald kam ich über Wirtschaftswege nach Reuenthal. Ein kleines, verschlafenes Dorf. Nach dem Wanderführer und dem GPX-Track sollte es in der Mitte des Dorfes auf einem Weg den Hügel hochgehen. Nur da, wo der Weg sein sollte, war kein Weg, nur ein Hof. Just zu dem Zeitpunkt, an dem ich dort war, war das Paar, das dort wohnt, im Hof tätig. Die Frage nach dem Weg ergab, dass dieser bereits seit über zwölf Jahren nicht mehr existierte. Ein Erdrutsch machte ihn unpassierbar. Sie empfahlen mir den Nibelungensteig bis zum nächsten Ort zu folgen.

Gesagt, getan. Ein Waldweg, folgte erst einem Bach und zweigte später ab, um den Hügel hochzugehen. Oben angekommen, wurde ich von einer größeren Menge an Kühen begrüßt. Das Muhen hallte an dieser Stelle sehr deutlich.

Mit dem Ende des Waldes kam ich in Monbrunn an. Ein auf den ersten Blick verwirrender Ort. Um mehrere Gehöfte fügten sich ein paar Häuser. Nun ist es jedoch so, dass zwischen diesen Siedlungsinseln bewirtschaftete Felder liegen und dennoch ist alles zusammen ein Ort. Der Hauptstraße(!) folgend durchquerte ich den Ort.

Es folgte nun der letzte Waldabschnitt bis Miltenberg. Breite Wege, um einen Hügel ein Wanderpfad und erst die letzten siebenhundert Meter bis Miltenberg wurden wieder sehr abwechslungsreich. An einem Felsenmeer vorbei lief ich einer Art Schlucht nach unten Richtung Miltenberg.

Ein fester Pfad führte mich durch das Schnatterlochtor nach Miltenberg hinein. Nun hieß es nur noch die Gasse bis zum historischen Marktplatz der Altstadt hinab laufen.

In Miltenberg lief ich durch die Innenstadt, die überraschenderweise gut gefüllt war bis zur Bushaltestelle. Noch über eine Stunde, bis mein Bus abfahren würde. Genug Zeit um wieder in die Altstadt zu einem Café zu laufen. Ein Valentino wurde es. Mal wieder was Neues ausprobieren. Weißer Schokomus, Espresso, Milch und Tonka (Gewürzbohne) sind die Zutaten. Schmeckte gut. 😊

Der Bus brachte mich später zurück nach Amorbach.

In Amorbach am Abend etwas zu Essen zu finden, war gar nicht so einfach. Lokales Essen war mein Wunsch, griechisches Essen wurde es, denn der Grieche war der Einzige, bei dem ich noch einen Tisch bekam.

Tour: ~14,6 Kilometer, ~460 Höhenmeter


08. Oktober

Wie ich wach wurde, war es noch trüb. Kurz auf die Toilette und nochmal in den Schlafsack. 😉 Eine Stunde später war es dann schon heller und ich stand auf, um das Frühstück zuzubereiten. Es folgte ein Packen aller Sachen, das Zelt selbst blieb jedoch noch stehen.

Nur mit der Kamera in der Hand spazierte ich an diesem Sonntagmorgen durch Amorbach. Alles noch ruhig und verschlafen. Fast! Eine kleine Gruppe war ebenfalls für eine Ortsbesichtigung unterwegs. Amorbach hat in seiner Altstadt ein paar kleine Gassen und viel Kopfsteinpflaster. Überragt wird alles von der fürstlichen Abtei und der Klosterkirche.

Zurück am Campingplatz baute ich das Zelt ab und machte mich auf den Weg nach Mainbullau. Ein kleiner Ort, der über eine Straße mit ein paar Spitzkehren zu erreichen ist. Ein Parkplatz im Zentrum zu finden, war einfach. Die Schuhe noch gewechselt und los auf die Wanderung. Es war immer noch bewölkt, jedoch so das es immer heller wurde. Aus Mainbullau heraus lief ich auf einem Weg zwischen Feldern mit Büschen bis zum nächsten Wald. Auf diesen Feldern werden die verschiedensten Beeren angebaut, die im Oktober bereits alle geerntet waren.

Eine längere Strecke im Wald folgte. Langsam und dann immer deutlicher bergab ging es. Der Pfad führte mich auch direkt an zwei Heunesäulen vorbei. Mit einem Abstecher kam ich zu mehreren, größeren Heunesäulen. Die Sonne kam während dessen hinter den Wolken hervor, sodass der erste Blick auf Rüdenau im Sonnenschein war. Unterwegs konnte ich zwischen den Bäumen hindurch auch Großheubach sehen. Mit Rüdenau war dann der erste Abschnitt des Waldweges hinter mir.

Am Ortseingang stand ich vor der Destillerie St. Kilian. Die Destillerie ist schon etwas größer und bietet Führungen und Tastings an. Nur halt nicht an einem Sonntagmorgen. Also weiter bis zur Ortsmitte und der dortigen Kirche. Hinter der Kirche fand ich einen kleinen gemütlichen Platz in der Sonne für eine Rast.

Gestärkt lief ich weiter durch den Ort, um am Ende des Orts wieder bergan zu laufen. War ja klar, irgendwann musste es wieder nach oben gehen, um nach Mainbullau zu kommen. Es folgte ein langer Abschnitt bis fast nach Mainbullau durch den Wald. Meist größere Wege, nur gelegentlich kleinere. Im Wald kam ich an der Lauseiche vorbei und da dort Bänke stehen, bot sich eine weitere kleine Pause an.

In Mainbullau angekommen war es angenehm sonnig und für die Jahreszeit warm. Da es dort kein Café oder ähnliches gibt, fuhr ich direkt los. Ich fuhr allerdings nicht gleich nach Hause, sondern machte noch einen Abstecher nach Klingenberg. Das Main Café, war mein Ziel. Dort war ich bereits beim letzten Trip nach Churfranken. Eines der letzten Stücke Kuchen und ein Latte Macchiato bekam ich. Es herrschte ein ziemlicher Andrang und fast alle Sitzplätze waren belegt. Aber nur fast. Den letzten freien Platz konnte ich mir noch ergattern. 😊

Zum Abschluss lief ich noch kurz durch die Altstadt von Klingenberg, in der an diesem Tag Herbstmarkt war. Da es bereits später Nachmittag war, war nicht mehr viel los und einige Stände wurden bereits abgebaut. So fuhr ich nach diesem kurzen Spaziergang nach Hause.

Tour: ~15,4 Kilometer, ~380 Höhenmeter


Resümee

Churfranken geht eigentlich immer. Es finden sich genügend Wanderwege und die Orte bieten ebenfalls interessantes zum Erkunden. Quer durch Churfranken verläuft der Niebelungensteig, auf dem ich stellenweise unterwegs war. Zu finden sind auf solchen Weitwanderwegen immer andere zu treffen, sodass man selten ganz alleine unterwegs ist.

Mit dem Angebot des NatourBus lassen sich Wanderungen, die keine Rundwege sind, gut angehen. Einzig auf die Fahrtzeiten sollte vorher ein Blick geworfen werden. Der NatourBus von Miltenberg nach Amorbach fuhr z. B. nur alle zwei Stunden.

An beiden Tagen hatte ich Eichhörnchen gesehen. Ich mag diese kleinen, putzigen Gesellen. 😀


Anmerkung

Den Verlag des Wanderführers habe ich informiert, dass der Weg bei Reuenthal selbst in der aktuellen Ausgabe (2022) falsch angegeben ist.



#deutschland #bayern #churfranken #amorbach #miltenberg #mainbullau #rüdenau #canon #canonr #canonrf35

Deutschland – Odenwald – September 2023

Das dritte Wochenende in 2023 in Folge, an dem es weggehen sollte. Nach Nordhessen und dem Spessart folgte der Odenwald. Aus einem Wanderführer waren schnell ein paar interessante Touren gefunden und zwei davon für das Wochenende eingeplant.

Die Wettervorhersage zeigte an, dass es sich um ein schönes Wochenende handeln wird. Sonne pur. Meteorologisch war es schon Herbst und somit mit kühleren Temperaturen am Abend und frühen Morgen zu rechnen, besonders kühl sollte es jedoch nicht werden.


08. September

Ein weiteres Wochenende und dieses Mal mit Begleitung. So hieß es morgens erst Melli abholen und dann die Fahrt in den Odenwald nach Neckargerach antreten. Bis Miltenberg war es derselbe Weg wie für die Tour nach Churfranken. Bei Miltenberg bogen wir ab, um über Armorbach unser Ziel zu erreichen. Leider war die Ortsdurchfahrt Armorbach wegen Bauarbeiten gesperrt und es musste eine Alternative gefunden werden. Hat es dann auch.

Zur Mittagszeit kamen wir am Campingplatz Odenwald River Camp an. Die Anmeldung war unkompliziert und wir machten uns auf, um die Zelte aufzubauen. Nach Rückfrage, konnten wir unsere Zelte an einer geschützten Stelle aufstellen. Es war keine Hauptsaison und das Betreiberpärchen war sehr entspannt und entgegenkommend dabei. Geschützt bezieht sich in diesem Fall auf die Lage zur nahen Landstraße, dem wirklich einzigen Nachteil am Campingplatz, der ansonsten sehr gepflegt war.

Wie nicht unüblich, bleibt gelegentlich etwas zu Hause. 😅 Dieses Mal war es die Gaskartusche. So sind wir mit einem Hinweis zu einem Bootshaus einige Orte weiter gefahren, das auch Campingzubehör verkauft. Die Gaskartuschen dort waren jedoch nicht die, die wir brauchten. Es fehlte das Schraubgewinde. Auf dem Rückweg hielten wir an einem Baumarkt und dieser hatte verschiedene Gaskartuschen. Um nicht suchen zu müssen, fragten wir einen Mitarbeiter, ob und wo die Gaskartuschen wären. Am Ende hatten wir die Unterstützung von drei Mitarbeitenden des Baumarktes und eine passende Gaakartusche. 😊

Nun waren wir mit Gas versorgt und konnten endlich unsere erste Tour für dieses Wochenende angehen. Vom Campingplatz aus liefen wir kurz an der Neckar entlang bis zu einer Unterführung, durch diese unter der Landstraße hindurch und danach durch Neckargerach bis zum Bahnhof, wo die Tourbeschreibung startet. 

Ein kleiner Weg zeigte uns den Weg durch den Ort, um auf eine breitere Schneise im Berghang zu gelangen. Ein Weg mit Aussicht, der uns bis zur Magarethenschlucht führte. Dort angekommen, waren wir schon einmal durchgeschwitzt. Die Schwüle und eine unnachgiebige Sonne auf dem Weg bis zur Schlucht zeigten ihre Wirkung.

So empfanden wir es als sehr angenehm in der Margarethenschlucht, in der wir vor der Sonne geschützt waren und es deutlich angenehmer, kühler war.

Die Margarethenschlucht sollte nur begangen werden, wenn man trittsicher ist und über eine entsprechende Kondition verfügt. Das mit der Kondition ist ernst zu nehmen, wenn auch nicht übertrieben. Es gab einen Felsabsatz, der mind. 60 cm hoch war und eine Stelle, an der es sehr eng an einem Felsüberhang vorbeiging. Die Tage zuvor waren sehr trocken und so war auch der Weg in der Schlucht trocken und gefahrloser. Leider war der Bach, der sich in mehreren Kaskaden durch die Schlucht nach unten bahnt, durch den fehlenden Regen nur noch ein Rinnsal. So wirklich Wasserfall war nicht.

Am oberen Ende der Magarethenschlucht machten wir auf einer Bank mit Tisch Pause und aßen die Brötchen und den Käse, die ich am frühen Morgen eingekauft hatte.

Der übliche Weg wäre nun in einem Bogen oberhalb des Berges zurück nach Neckargerach zu laufen. Wir jedoch folgten dem Weg in die entgegengesetzte Richtung. So kamen wir durch den Wald langsam herunter zum Fluss und dort beim Stauwehr Guttenbach heraus. Auf dem Stauwehr gibt es einen Fußweg, den wir nahmen, um auf die andere Flussseite zu gelangen.

Über eine Schleife kamen wir auf einen Forstweg oberhalb des Neckars und diesem folgend bis nach Guttenbach. An der Kirche vorbei erreichten wir die Brücke über den Neckar und waren auf der anderen Seite schon wieder an unserem Ausgangspunkt, dem Campingplatz.

So eine erste Tour verlangt nach Belohnung und die gab es in Form von Kaffee, Tee und zwei Stückchen vor den Zelten. 😀

Ein wenig relaxen, den alten VW Bus auf dem Campingplatz genauer unter die Lupe nehmen und schon war es Zeit für das Abendessen. Kritharaki mit Gemüse (Paprika und Zucchini) kochten wir uns.


Tour: ~10,5 Kilometer, ~800 Höhenmeter


09. September

Die Zelte und die Wiese waren nass. Die Decke vom Vortag war leider auch noch sehr feucht. So bereiteten wir unser Frühstück vor den Zelten zu und liefen mit diesem zu einem Unterstand mit einer Bücherwand. Auf der trockenen Bank, unter einem Dach, nahmen wir in Ruhe unser Frühstück zu uns.

Unsere Tour für diesen Tag ist eine Rundtour, die zwar in Zwingenberg startet, aber auch über Neckargerach führt. So sind wir wie am Tag zuvor unter einer Durchführung unter der Landstraße in den Ort gelangt. Direkt hinter dieser Unterführung war ein Supermarkt, der von uns gleich gestürmt wurde. Es fanden sich Brot, Käse und ein paar Knacker für eine, zwei Pausen.

Wieder durch Neckargerach, dieses Mal auf anderen Straßen, gelangten wir zu einem Waldwirtschaftsweg oberhalb des Neckars. In der Morgensonne ein schönes Lichtspiel mit den Sonnenflecken auf dem Waldboden. Ein paar Abbiegungen im Wald, an einer Lichtung und schon waren wir in Zwingenberg. Die Straße führte uns dort direkt zum Bahnhof und von dort kamen wir über eine schmalere Straße zur Burg Zwingenberg.

Das gute Wetter und die schöne Aussicht bewogen uns zu einer ersten Rast. Mangels Sitzmöglichkeit machten wir es uns dabei auf einer Mauer gemütlich.

Hinter der Burg Zwingenberg wurde es dann wieder richtig interessant. Die Wolfsschlucht lag vor uns. Im Wald und wildromantisch, mit einem kleinen Bach. 😀

Am Ende der Wolfsschlucht kamen wir in dem Weiler Oberdielbach-Post heraus. Der Ursprung des Weilers war eine alte Zollstation und ein moderneres Überbleibsel ist noch vorhanden.

Nun waren wir nicht mehr im Wald, sondern auf offener Fläche unterwegs. Die Sonne war zur Mittagszeit wieder deutlich zu spüren.

Am Wegesrand stehen viele Apfelbäume und unter einem Baum fanden wir eine Bank im Schatten. Super für eine Mittagspause. Wir packten Brot, Käse und Knacker aus, aßen und erfreuten uns an der Aussicht.

Bald waren wir wieder im Wald und auf Wirtschaftswegen unterwegs. Einige Kilometer wurden so zurückgelegt und gelegentlich kamen wir an alten Mühlen vorbei. Ein kürzerer Weg nach Neckargerach hätte es auch getan, dachten wir uns zwischenzeitlich. Den wirklich aufregendes bis Neckargerach gab es nicht mehr.

Zumindest ein Pfad als Verbindung zweier Wirtschaftsweg lockerte es kurzzeitig auf. In Neckargerach liefen wir über den Bahnhof wieder durch den Ort zu Unterführung. Dort fand sich dann kurz vorm Abschluss der Tour eine Überraschung. Eine Schlange auf einem Stein im Bach.

Am frühen Morgen entdeckte ich, dass die Campingplatzbetreiber an den Wochenenden hausgemachte Kuchen anbieten. Zwei Stück reservierte ich morgens und so beendeten wir unsere Tour, die drei Kilometer länger war, wie im Wanderführer beschrieben, mit Kaffee und Kuchen (Kirsch-Quark- und Karottenkuchen).

An diesem Tag sind wir zum Abendessen zum Landgasthaus Wiesengrund in Schwarzach gefahren. Einmal lokales Essen ist Pflicht auf Reisen!

U. a. am Campingplatz hingen Plakate aus, die auf eine Feier am Bootshaus des Kanuclubs hinwiesen. Wo aber ist das Bootshaus? Auf Nachfrage wurde auf das Zelt am gegenüberliegenden Ufer der Neckar verwiesen.

So sind wir nach unserem Abendessen zu Fuß über die Brücke zum Bootshaus gelaufen. Musik und Getränke sollte es geben. Ein Bierchen und etwas Musik zum Ausklang des Tages sollten doch gehen. 😀 Am Ende hatten wir einige nette Unterhaltungen und sogar eine Mitreisende meiner Madeira Reise trafen wir.

Einige Bierchen später liefen wir zurück und verkrochen uns um die Mitternachtszeit in unsere Zelte.

Tour: ~21,5 Kilometer, ~700 Höhenmeter


10. September

Wie am Tag zuvor bereiteten wir unser Frühstück vor den Zelten zu. Wir nahmen dann alles mit und frühstückten an einem der Tische vor der Rezeption. Es war witzig, während des Frühstücks zuzusehen, wie aus allen Richtungen Personen kamen für die Morgentoilette.

Die Feuchtigkeit machte sich bei dem Abbau der Zelte an diesen deutlich bemerkbar. Sie waren sehr nass. Zusammengefaltet und in den Kompressionssack gestopft war es für uns kein Problem den Rest trocken zu halten.

Wir hatten uns schon zuvor entschlossen, keine weitere Wanderung zu unternehmen, sondern eine Stadttour. Dazu fuhren wir in die nächste größere Stadt – Heidelberg.

Heidelberg am Morgen war nicht überfüllt und das sollte sich während des Tages nicht groß ändern. Für eine Stadttour toll, wenn man nicht durch Gassen geschoben wird.

Wir liefen durch die Innenstadt zum Stadttor und der alten Brücke. Ein paar Fotos und ab in das nächstgelegene Café.

Weiter ging es am Fluss, durch ein paar Gassen bis zur Universitätsbibliothek und weiter bis zur unteren Station der Bergbahn. Bergbahn fahren, wenn es auch eine Treppe zum Schloss hochgeht? Tja, nicht mit uns! Wir sind selbstverständlich die Treppe nach oben gelaufen. 😀

Die Treppe endet vor dem Zugang zum Schloss. Wir sind zuerst nach links, in einen Garten mit Blick über Heidelberg.

Im Schloss erworben wir Eintrittskarten, um in das Innere des Schlosses zu gelangen. Dort erkundeten wir viele Winkel und Wege. Wir sahen das große Fass und waren im Apothekenmuseum.

Das Schöne am Schloss ist, dass es sehr viele Möglichkeiten für eine Sicht auf die Stadt bietet. Der Park hinter dem Schloss hatte etwas Beruhigendes und über diesen kamen wir vorbei an den Hauptgebäuden zur Bergbahn. Ja, Bahn herunterfahren geht – schont die Gelenke. 😉

Soviel zu sehen, macht hungrig und da gibt es eine gute Lösung – Essen. In der Innenstadt fanden wir ein Lokal und konnten dabei dem Treiben in der Fußgängerzone zusehen.

Es war Zeit, aufzubrechen und die Fahrt nach Hause anzutreten. Am späteren Nachmittag waren wir Zuhause und konnten beide unsere nassen Zelte ausbreiten, damit diese trockneten.

Stadttour: ~7 Kilometer, ~200 Höhenmeter


Resümee

Wieder ein Wochenende, bei dem das Ziel schnell erreicht war und das uns mit zwei schönen Wanderungen vom Alltag abschalten ließ.

Einzig die Lage des Campingplatzes neben der Landstraße trübte ein ganz klein wenig die ansonsten gute Lage des gepflegten Campingplatzes. Das Fest des Kanuclubs war ein netter Abend. Ruhig Feste mitnehmen, wenn diese so einfach wie an diesem Wochenende erreichbar sind.

Die Innenstadt von Heidelberg ist eigentlich immer ziemlich voll. An unserem Sonntag war schon einiges los, jedoch bei weitem nicht so viel wie in der Hauptsaison. Damit ließ sich die Erkundung der Innenstadt und des Schlosses entspannt angehen.

Was uns in Heidelberg nicht auffiel, sondern mir erst bei der Nachbearbeitung der Bilder, war ein Akrobat in der Innenstadt auf einem Seil in luftiger Höhe.


#deutschland #badenwürttemberg #neckar #neckargerach #margarethenschlucht #wolfsschlucht #zwingenberg #heidelberg #guttenbach #canon #canonr #canonrf35 #35mm

Deutschland – Churfranken – September 2023

In einer großen deutschen Tageszeitung las ich einen Artikel zu einer interessanten Tour in der Rubrik Reise. Churfranken ist nicht weit entfernt und somit eine Variante für ein Wochenende. Eine zweite Tour fand ich in einem roten Wanderführer. 

Ursprünglich dachte ich mir, die Tour aus der Zeitung mit einer bei Miltenberg zu kombinieren und auf dem Campingplatz in Miltenberg zu übernachten. Ein Arbeitskollege erwähnte jedoch, dass derzeit der Michaelismesse in Miltenberg sei. Damit war Miltenberg keine Option mehr, da durch das Volksfest der Campingplatz und alles andere weit im Voraus ausgebucht ist.


2. September – Bürgstadt

Die Fahrt nach Bürgstadt am Vormittag war gemütlich, da nicht allzu viel auf der Straße los war. Bei der Fahrt durch Miltenberg war der Trubel um die Michaelismesse bereits am Vormittag zu sehen. Bürgstadt, das nahtlos an Miltenberg grenzt, war wesentlich ruhiger. Auf dem Parkplatz an der alten Tabakhalle war bei meiner Ankunft noch reichlich platz. 

Zu Hause war es bewölkt und nebelig, kaum 50 Kilometer südlich und es schien die Sonne am blauen Himmel. Ein paar letzte Nebelschwaden waren an Berghängen oberhalb Miltenbergs noch zu sehen. Die Wandertour führte mich allerdings zum Ortsende und dort in die Weinberge, fernab von Miltenberg. Ich folgte zuerst dem fränkischen Rotweinwanderweg durch die Weinberge. Schön gemacht, da Schilder auf die angebauten Rebsorten hinweisen und erklären.

Am Ende des Weinberges, dort wo der Wald beginnt, verließ ich den fränkischen Rotweinwanderweg und folgte dem nächsten Zeichen, dem fränkischen Marienweg, durch den Wald. Oft auf Waldwirtschaftswegen, genauso oft auch auf kleineren Wanderpfaden wie dem Höllgrabenweg.

Die feuchte, durch die Sonne erwärmte Luft zeigte in den Weinbergen ihre Wirkung und ich krempelte meine Hose bald nach oben. Im Wald war es kühler, dafür duftete es oft herrlich nach frischem Wald. 😊

Auf einer lichten Wegkreuzung stand wie für mich gemacht eine Bank mit Tisch. Wunderbar für eine Pause hatte ich doch morgens extra ein Brötchen und Käse eingepackt.

Nach der Pause führte die Route zu einem “Berggipfel” und noch zu einem teilweise rekonstruierten Ringwall.

Auf den Resten des Ringwalles, zumindest manchmal erkennbar, ging es weiter. Der Weg war mit Schildern und Skulpturen gespickt. Von diesem Weg führten gelegentlich kurze Abstecher zu Heunefässer (Steinsäulen) oder auch Rohlingen für Mühlsteine.

Am Ende der Tour, bevor ich Bürgstadt wieder erreichte, kam ich erneut durch das Weinanbaugebiet. dieses Mal von einer anderen Seite. Über ein paar Straßen im Ort erreichte ich die Tabakhalle, dem Ausgangspunkt meiner Wanderung.

In Bürgstadt suchte ich eine Bäckerei, um ein Stückchen für den Nachmittagskaffee zu kaufen. Fehlanzeige. Am Samstagnachmittag hatte der Bäcker bereits geschlossen. Nun, dann weiter nach Großheubach zum Campingplatz. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem anderen Bäcker vorbei und wurde fündig.

Der Campingplatz (Camping am Leinritt), direkt am Main war schnell gefunden, die Einfahrt dann nicht direkt möglich. Online war erstes Gebot. Es gibt zwar eine Rezeption, die Plätze sollten jedoch Online gebucht werden. Dies machte ich vor der Einfahrt und bestätigte auf der Webseite gleich noch mein ankommen. 

Die Plätze sind mit einem Pflasterstein, auf dem eine Nummer steht, markiert. War nicht so einfach den Platz an sich zu finden, da an der Stelle, an der ich den Platz buchte, waren keine Wege, die die Parzellen trennt. Erschwerend kam hinzu, dass die Pflastersteine in der großen, mit Bäumen besetzten Wiese schlecht zu sehen waren. Nach Nachfrage von dort schon campenden hab ich den Platz gefunden und konnte mein Zelt aufbauen. 

Flugs noch Wasser für den Kaffee geholt und auf einer Decke vor dem Zelt in der Sonne den Kaffee mit der Mohnschnecke zu mir genommen. Faulenz war dann angesagt. Schön warm, in der Sonne. 😀

Am späteren Nachmittag packte ich die Decke weg und machte mich auf zu den Duschen. 

Anschließend übertrug ich noch einen Teil des Textes vom vorigen Wochenende in das Sauerland in den Blog, bevor ich mich bereit machte zum Essen.

In Großheubach gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten und ich entschied mich für das Gasthaus zur Krone. Klingt gut bürgerlich und war es auch. Ohne Reservierung hatte ich Glück und noch einen Tisch bekommen, der kurz zuvor frei wurde. Das Essen ist wirklich sehr gut und das Gasthaus findet sich daher auch im Michelin Guide. Rehkeule mit Rotkraut und Spätzle. Ein Gedicht – das Fleisch war zart, das Gemüse bissfest und die Spätzle wie sie sein sollten. Der Rotwein dazu, aus den Weinberge um Großheubach passte bestens. Zum Nachtisch wählte die Dreierlei Sorbet auf frischen Früchten. 😊 Zum Personal sei gesagt, dass dies sehr freundlich und kompetent ist.

Zurück am Campingplatz übertrug ich noch den zweiten Teil des Textes in meinen Blog, bevor ich mich mit einem Krimi in das Zelt zurück zog.

Tour: 13,5 Kilometer, ~600 Höhenmeter 


3. September – Klingenberg

Selbst in der Nacht schlugen die Glocken der nicht weit entfernten Kirche regelmäßig. Und warum muss sonntags morgens um 6:00 Uhr zum Gebet geläutet werden? Die Kirchenaustritte nehmen seit Jahren zu und ist dies ein letzter, verzweifelter Versuch der Kirche auf sich aufmerksam zu machen?

Zumindest führte es dazu, dass ich wach wurde. Kurz raus auf die Toilette und wieder zurück in den Schlafsack. Es war noch sehr dunkel und äußerst nebelig. Zwei Stunden später stand ich dann wirklich auf.

Das Zelt baute ich nach dem Frühstück ab und fuhr über einen zweiten Weg vom Campinglatz. So musste ich nicht quer durch den Campingplatz fahren und war schneller an der nächsten Straße. Klingenberg, mein Ziel liegt nur zwei Orte weiter von Großheubach und war dementsprechend schnell erreicht. Ich entschied mich Svarta auf dem großen Parkplatz neben dem zentralen Kreisel der Stadt zu parken.

Die Wanderung führte erst durch die Altstadt von Klingenberg, die sonntags morgens noch im Dämmerschlaf war. Am Ende der Hauptstraße, bevor sie in die nächste Straße übergeht, lief ich in einen schmalen Durchgang. Ein paar Meter geradeaus, rechts, links und wieder rechts erreichte ich den Weg durch den Weinberg zur Ruine Clingenburg. Die Clingenburg thront über Klingenberg und so waren ab dem schmalen Durchgang reichlich Treppenstufen zurückzulegen.

Von der Ruine Clingenburg hatte ich einen guten Blick auf die Altstadt. In der Ruine finden regelmäßig Events wie Theateraufführungen oder Musicals statt. Daher standen an der Zufahrt auf der anderen Seite der Ruine einige Sanitärwagen und ein überdachter Zugangsbereich.

Die Wegbeschreibung zeigte jedoch auf einen anderen Weg, und zwar auf den Esskastanienlehrpfad. Noch bevor ich ihn erreichte, querte ein Eichhörnchen mit einer Nuss meinen Weg und verschwand im Wald. Dem Esskastanienweg folgte ich entsprechend der Routenbeschreibung zum Teil. Zum Teil war es wohl auch eine Art Abkürzung und wie die so sind am Berg, war auch diese ziemlich steil. Dafür gelangte ich relativ zügig nach oben. Ein weiterer Pfad, ziemlich eben, brachte mich zum Aussichtsturm am Wanderheim.

Der Aussichtsturm wird Nachmittags geschlossen und Morgens wieder geöffnet. Ich stand allerdings vor einer verschlossenen Tür. Hm. Ich entschloß mich in der Gaststätte des Wanderheimes nachzufragen und bekam direkt den Schlüssel. So konnte ich doch noch auf den Aussichtsturm für eine übersichtliche Aussicht an diesem Morgen.

Die weiteren Wege, fast komplett im Wald, wechselten zwischen Wirtschaftswegen und Pfaden. Manche Wirtschaftswege wurden allerdings selten genutzt und waren kaum zu erkennen. Viele Brombeersträucher und Brennnesseln versperrten manchmal den Weg. Durch die lange Hose bekam ich nur manchmal ein paar Nesseln ab. Es fördert die Durchblutung 😉 und das Gefühl ließ bald nach. Was immer wieder zu hören war, waren Spechte. Erblickt hatte ich im Wald jedoch keinen einzigen. Zu versteckt in den Bäumen waren diese unterwegs auf Nahrungssuche.

Rund 3,5 Kilometer lief ich durch den Wald, bis ich wieder auf Felder traf und dort auf die Paradeismühle. In dieser befindet sich ein Hotel und Restaurant und dahinter ein Rotwildgehege. Um die Paradeismühle kam ich auf einen dahinter entlangführenden Radweg, um später wieder in den Wald zurückzukehren.

Viele Kilometer später kam ich am alten Tonwerk, außerhalb von Klingenberg an. Von hier bis nach Klingenberg lief ich durch die Seltenbachschlucht. Eine Schlucht, in der es Feuersalamander geben soll. Soll, denn gesehen habe ich keine. Der Weg war auch ohne Feuersalamander ein schöner Abschluss der Wanderung, denn der Pfad durch die Schlucht endet an einer Straße, die in die Hauptverkehrsstraße von Klingenberg mündet.

Am Parkplatz angekommen, wechselte ich die Schuhe und begab mich ein paar Meter zurück. Am Rand des Parkplatzes liegt das alte Schloss mit seinem Schlossgarten. In diesem war an diesem Wochenende eine Häckewirtschaft. Ein Flammkuchen mit Birne, Hirtenkäse und Rosmarin war mein Mittagessen.

Wirklich schön gemacht im Schlossgarten. 👍

Einen Latte Macchiato vor der Heimfahrt gab es am Main Café. Das ist ein kleiner Wagen auf der Parkanlage zwischen Main und Straße am Kreisel. Mit dem Latte machte ich es mir auf einem Liegestuhl bequem und genoss die Sonne.

Tour: ~12 Kilometer, ~600 Höhenmeter 


Resümee

Nur zwei Tage und doch viel gesehen. Reichlich Nebel leitete die Tage ein und so wurde es an beiden Tagen zu schweißtreibenden Touren, infolgedessen die Sonne herauskam. Die längeren Abschnitte im Wald waren dadurch eine Wohltat.


Graffiti in einer Unterführung in Klingenberg:

Sehr schön gemacht. Der Boden und die Wände sind kunstvoll und farbenfroh gestaltet worden.



#deutschland #bayern #unterfranken #churfranken #bürgstadt #großheubach #klingenberg #canonr6 #canonrf35 #35mm #trailrunnermini #openstreetmap

Deutschland – Sauerland – August 2023

Reichlich plus auf meinem Zeitkonto hatte ich und eine Auszeit für ein verlängertes Wochenende wäre doch was. In einem Bericht hatte ich gelesen, dass bei Willingen eine neue Hängebrücke gebaut und diesen Sommer geöffnet werden sollte. Die zu diesem Zeitpunkt längste Fußgängerhängerbrücke der Welt. 

Na, das wäre doch ein Ziel für ein Wochenende und ein paar Wanderungen in der Gegend werden sich schon finden. Und so war es auch. 


25. August 

Viel zu packen war für das Wochenende nicht und die Campingsachen liegen eh immer bereit für einen Ausflug. Zuerst frühstückte ich gemütlich und am späteren Nachmittag machte ich mich auf die Reise nach Heringhausen an den Diemelsee

Ich kam genau in der Mittagspause des Campingplatzes an. Auf der Webseite steht nur, dass bei Reservierungen ab 14:00 Uhr der Platz zur Verfügung stehen wird. Wie die sonstigen Öffnungszeiten der Rezeption sind, war nicht zu erfahren. Nun, von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr ist Mittagspause und die Angabe „14:00 Uhr – nach Bedarf“ ließ mich nur einen Spaziergang am See machen, um die Zeit bis 14:00 Uhr zu überbrücken.

Ich bekam einen der wenigen noch grünen Plätze unter zwei Bäumen zugewiesen. Das Zelt wurde sofort aufgebaut, um die Regenpause zu nutzen. Hat fast geklappt. Ich war noch am Aufbauen, als es anfing zu regnen. Erst leicht und dann immer stärker werdend. Das Zelt mit Außenzelt stand und im Zelt konnte ich gemütlich die Tasche, geschützt, vorm Regen auspacken und das Zelt „einrichten“. 

So wirklich aufhören wollte der Regen nicht. Dennoch eine Runde um den See wagen? Ja! Es war nicht wirklich kalt und gegen den Regen gibt es einen Regenponcho. Also Rucksack gepackt, Poncho übergezogen und durch den Campingplatz zum See, auf die Runde um den See. Der leichte Regen, ohne Wind, war nicht weiter schlimm auf den ersten Kilometern.

Nach knapp einem Kilometer erreichte ich die Brücke über den See und kaum einen weiteren Kilometer später hörte der Regen fast ganz auf. Nur noch gelegentlich kurze Phasen ließen mich den Poncho weiter anlassen.

Der Weg am See entlang verläuft meist nur ein paar Meter über dem Wasserspiegel und ist befestigt. Insgesamt dennoch sehr abwechslungsreich, durch die unterschiedlichsten Umgebungen. Über eine Brücke, an Campingplätzen oder kleinen Siedlungen vorbei.

Ab Kotthausen, was von meinem Startpunkt der entfernteste Ort am See ist, war es wie erwähnt ein Weg am See. Ab Kotthausen ging es an einem Bauernhof vorbei nach oben. Von hier bis fast zur Staumauer, gut einem Drittel der Tour, führte mich der Weg oberhalb durch Wiesen und einem Wald mit Blick auf den See.

Nun kam auch die Sonne wieder heraus und es wurde merklich wärmer.

An der Staumauer gab es zwei Möglichkeiten auf die andere Seite zu gelangen. Die einfach wäre über die Staumauer, die andere, die ich wählte, war der Weg hinter der Staumauer herunter zum Wasserkraftwerk und auf der anderen Seite wieder rauf. Das Wasserkraftwerk ist schon etwas älter und lässt sich alleine betrachtet gar nicht mal als Kraftwerk identifizieren. Hübsch angelegt, mit einem Garten herum.

Nach weiteren knapp vier Kilometern kam ich wieder am Campingplatz an.

Der Weg am See bei Heringhausen ist mit einem schönen Pflaster gelegt und sehr beliebt. Ende August war dieser jedoch nicht allzu überbevölkert. 

Für den Abend war nochmals Regen angesagt und so entschloss ich mich in der Gaststätte Seeblick, die vor dem Campingplatz liegt zu Abend zu essen. Ohne Reservierung hatte ich Glück noch einen Platz an der Theke zu bekommen. Die Portionen sind hier, sind gut und reichlich.

Tour ~14 Kilometer 


26. August 

Wach wurde ich von alleine und wenn nicht, wäre dies durch die Kirchenglocken geschehen, die pünktlich um 7:00 Uhr vom Kirchturm nebenan zu hören waren. Leichter Wind mit gelegentlichen Böen und fast wolkenloser Himmel begrüßten der Morgen. Durch den Regen des Vortages war es nicht mehr ganz so warm und ich frühstückte daher im Zelt. Den Gaskocher in der Apside aufgestellt, Wasser für den Kaffee gekocht und danach mein Porridge zubereitet, war es ein angenehmer Morgen, zumal die Sonne direkt in das Zelt schien.

Meine Tour für diesen Tag war so geplant, dass ich über den Sky Walk bei Willingen kommen würde. Die Brücke ist normalerweise ab 9:00 Uhr geöffnet. Je nach Wetter kann dies aber auch abweichen. Ein Blick auf die Homepage zeigte, dass die Hängebrücke geschlossen ist. War wohl auf der Brücke zu windig. Vielleicht ändert sich das noch und wenn nicht, gibt es eine Alternative, um das Tal zu durchqueren, um die geplante Wanderung durchführen zu können.

Zuerst hieß es zu einem Wanderparkplatz nahe der Graf Stolberg Hütte zu fahren. Das war gar nicht so einfach. Im ersten Dorf nach Heringhausen kam ich an einem Bäcker vorbei, bei dem ich spontan ein Stückchen für eine Rast kaufte. Bis hier war noch alles ok. Die erste Abfahrt nach Titmaringhausen war gesperrt und so fuhr ich geradeaus weiter. Im nächsten Ort war die Abfahrt ebenfalls gesperrt. Erst im dritten Dorf gab es über eine Seitenstraße einen Weg nach Titmaringhausen. Einspurig, kurvig und ziemlich abgelegen. Eher das, was man als Promileweg bezeichnen würde. Zumindest war die Aussicht schön, den der Weg führt über einen Hügel mit Weitsicht. In Titmaringhausen ging es über ein paar Straßen wieder auf eine ebenso schmale Straße in einen Wald. Richtig hier? Wird schon! Nach einiger Zeit kam ich an einem Wanderparkplatz an, auf dem nur ein einziges Auto parkte. Da ist doch noch Platz für Svarta und schon parkte ich dort.

Über einen Verbindungspfad ging es einen Hügel hoch zur Graf Stolberg Hütte. Reichlich Tische und Stühle standen draußen und eine Tür war offen. Gut, eine Option für eine Einkehr nach der Wanderung wäre gegeben. 

Von hier lief ich auf Wirtschaftswegen durch den Wald und erreichte nach drei Kilometern den Sky Walk. Ein Blick auf die Brücke und ich erspähte schon ein paar Personen auf der Brücke – sie ist also offen.

Mit einer Frau kam ich ins Gespräch und sie bestätigte, dass die Hängebrücke an diesem Morgen erst um 9:20 Uhr geöffnet wurde. D. h. sie war gut 20 Minuten zuvor geöffnet worden und das erklärte auch, warum noch so wenige auf und an der Brücke zu sehen waren.

Über einen QR-Code am Zugang kam ich auf eine Webseite und über die erhielt ich mein Ticket. Das war der einfache Part. Dass der Strichcodeleser nicht direkt reagierte, der eher ärgerliche Part. Es dauerte ein paar Versuche, bis der Ton zur Erkennung ertönte.

Für die Überquerung konnte ich mir Zeit lassen, da, wie beschrieben, noch nicht viel los war. In der Mitte der Brücke war ich froh, noch meinen Windbreaker angehabt zu haben. Es war ziemlich windig und mit der übergezogenen Kapuze viel angenehmer.

Der Sky Walk wird vom Baustil mit der Geyerlay Brücke und der Highline 179 verglichen und das kann ich bestätigen, da ich auf diesen auch schon unterwegs war. Diese Hängebrücken bewegen sich ein ganz klein wenig und haben einen Gitterrostboden. In Nepal und Bhutan sind die Hängebrücken, über die ich lief, wesentlich flexibler; ergo bewegen sich deutlich mehr und sie haben einen Boden, der nicht zu durchblicken ist. Das hat praktische Gründe, da sonst die Lastentiere sich weigern würden über die Brücken zu laufen. Vom grundsätzlichen Stil sind sie sich dennoch ähnlich.

Zurück zu Deutschland und dem Sky Walk. Angekommen am anderen Ende der Hängebrücke befand ich mich neben der Skisprungschanze von Willingen, hier standen einige Tische und Bänke und ein Pärchen verkaufte Kaffee und Kuchen. Einen Kaffee kaufte ich mir und aß das Stückchen vom Bäcker etwas abseits, dennoch mit Blick auf den Sky Walk.

Nach der Pause folgte ein Anstieg auf einem Waldwirtschaftsweg und über diesen, mit einer kurzen Phase eines Wanderpfades gelangte ich zum Wasserbecken in der Nähe der oberen Gondelbahn von Willingen. Einmal drumherum und schon war ich am Hochheideturm des Wasserbeckens, dessen Aussichtsplattform ich bequem per Lift erreichte. Schon beim Umlaufen des Wasserbeckens ergaben sich tolle Weitsichten und noch ein Stück weiter dann von der Aussichtsplattform.

An der K1 Hütte neben der Ettelsberg Seilbahn war reichlich betrieb. Vor allem die Seilbahn mit den Sesselliften war bei den Mountainbikern sehr beliebt. Den Berg hoch hingen die Räder hinten an den Sesseln. 

Mein Weg führte mich an der K1 Hütte vorbei um den Ettelsberg. Anfangs durch Heide und danach auf Waldwirtschaftswegen zurück zur Graf Stolberg Hütte. Um den Ettelsberg hieß es jedoch aufpassen. Mit Schildern wurde deutlich auf die Querung der Downhill Strecken hingewiesen. 

Die ruhige und einsam liegende Graf Stolberg Hütte war, wie ich dort wieder ankam nicht mehr so einsam und ruhig. Reichlich wanderndes und Rad fahrendes Volk hatte sich eingefunden. So viele, dass ich im Außenbereich gar keinen Sitzplatz gefunden hatte und gerade so noch einen in der Hütte. 

Ein Snack zur späteren Mittagszeit sollte meine Wanderung an diesem Tag abschließen.

Der fast leere Wanderparkplatz war danach dann wie zu erwarten fast voll. 

Gerade als ich losfahren wollte, kam ein Krankenwagen mit Blaulicht auf dem Single Track entgegen. Ich hatte ihn schon so früh gesehen, dass ich die 50 Meter zurückfahren konnte, ohne dass der Krankenwagen seine Geschwindigkeit ändern musste. Danach war der Weg frei und die Straße führte mich bis nach Usseln, einem Ortsteil von Willingen. Die Hauptstraße erreicht ich an der Straßenkreuzung, an der das Milchmuseum zu finden ist.

Anstatt auf die Hauptstraße zu biegen, nahm ich den Weg auf den Parkplatz zum Café und Museum für einen Zwischenstopp. Das Museum ist ganz nett gemacht und zeigt die Verarbeitungsarten der Milch. Im Laden, der leider schon geschlossen hatte, gibt es reichlich Milchprodukte zu kaufen, soweit ich das durch die Glastür sehen konnte. Im Café, das Teil des Museums ist, gönnte ich mir einen Cappuccino bevor es danach zurück zum Campingplatz ging.

Nach einer erfrischenden Dusche unternahm ich einen Spaziergang am See und machte es mir für den restlichen Nachmittag mit einem Kaffee auf einer Decke vor dem Zelt gemütlich. Später folgte noch ein zweiter Kaffee, den ich mitnahm und auf der längsten Holzbank Hessens (34,5 Meter lang), am See zu mir nahm, während ich in meinem Krimi weiter laß.

Für das Abendessen kam der Campingkocher zum Einsatz: One Pot Thunfisch mit Nudeln.

Tour: ~12,8 Kilometer, ~400 Höhenmeter 


27. August 

Da es an diesem Morgen ebenfalls kühl war, hatte ich es mir zum Frühstück wieder im Zelt gemütlich gemacht. Wie immer stand am Abreisetag der Abbau des Zeltes an. Außen war es trocken, nur innen war das Außenzelt nass und der Boden Footprints. So packte ich das Zelt wie schon so oft in einen Kompressionssack. Dadurch bleibt alles andere trocken in der Tasche.

Kurz vor 9:00 Uhr war ich mit allem fertig und genau passend zur Öffnungszeit der Rezeption. Der Aufenthalt auf dem Campingplatz wollte noch bezahlt werden.

Svarta durfte ich auf einem Parkplatz auf dem Campingplatz stehen lassen und den Schlüssel für den Sanitärbereich konnte ich ebenfalls behalten und sollte ihn nach der Wanderung in den Briefkasten werfen. Sehr entgegenkommend. 👍

Vom Campingplatz lief ich über den Weg am See zur Hauptstraße, folgte dieser kurz und bog in der Kurve am Ortsanfang ab. Dort ist ein Wanderparkplatz und für mich war es der Einstieg in die Heringhausen Panoramatour. 

Irgendwie war es schon klar, dass Panorama mit Höhenmeter in Verbindung steht, und dass ein Pfad mit einem stärkeren Anstieg im Wald den Anfang machte, nicht verwunderlich. Hin und wieder zeigte sich sogar die Sonne am ansonsten wolkenbedeckten Himmel und zauberte Lichtflecken in den Wald.

Immer höher ging es im Wald. Der Route folgend nahm ich den Abstecher zu einem Aussichtspunkt und wurde an einer Hütte mit einem schönen Ausblick belohnt. Entgegen der Tour lief ich nicht wieder zurück, sondern folgte einem kleinen Pfad an der Kante des Hügels und entdeckte so zwei Bänke mit noch wesentlich besseren Ausblicken.

Über zwei Waldwirtschaftswege kam ich dann auf den eigentlichen Panoramaweg zurück und folgte diesem. Es gab noch zwei weitere Abstecher mit Ausblicken auf die Staumauer, die wohl eher in der Vergangenheit einen Ausblick gewährten. Mittlerweile sind diese Ausblicke so zugewachsen, dass der See zwar zu erkennen ist, aber nicht mehr so wie am ersten Aussichtspunkt.

Einige Kilometer später verließ der Weg den Wald und führte am Waldrand und durch Felder eine Schleife. An einem Abbiegepunkt am Waldrand steht eine Bank, die für mich der Punkt einer Rast war. Bis hierher hatte es immer wieder ganz kurz geregnet und danach nicht mehr.

Die weitere Schleife führte mich an einem Waldrand entlang, von dem aus Adorf zu sehen war. Weiter über Felder und dann wieder durch einen Wald kam ich oberhalb von Heringhausen heraus, mit einem letzten Blick von oben auf den Diemelsee.

Eine schöne, gute ausgeschilderte Tour ist der Panoramaweg und bietet mit Blick auf den Diemelsee und den Feldern im Hinterland viel Verschiedenes für das Auge. 

Am Campingplatz gab ich den Schlüssel zurück und lief wieder zur Hauptstraße. Nicht weit vom Campingplatz ist das Fach Werk, ein Café zu finden. Eine recht junge und sehr freundliche Gruppe betreibt das Café. Eine Waffel und ein Latte Macchiato waren mein Abschiedsessen von Heringhausen.

Tour:  ~13,8 Kilometer, ~450 Höhenmeter 


Resümee

Der Diemelsee war in zwei Stunden erreicht und die Region bietet einiges, nicht nur für ein Wochenende. Der Campingplatz liegt zwar an der Hauptstraße, besonders viel Verkehr herrschte zum Glück nicht. Daher war ich mit dem Campingplatz an sich für die Tage, die ich dort verbracht hatte, zufrieden.

Beim Sky Walk spekulierte ich auf das Ferienende und auf das angekündigte durchwachsene Wetter. Erst im Juli 2023 geöffnet zieht der Sky Walk bereits viele an und ist damit im Sommer hoch frequentiert gewesen. Meine Spekulation ging auf und es war sehr relaxt am und auf dem Sky Walk. 


#deutschland #hessen #heringhausen #diemelsee #skywalk #willingen #canonr6 #canonrf35 #35mm #trailrunnermini #openstreetmap

Deutschland – Sylt – Oktober 2023

Im Mai 2023 wurde der Entschluss getroffen, für ein paar Tage nach Sylt zu reisen. Durch ein Wanderevent von Marsch-zum-Meer – Insel-Edition Föhr – habe ich u. a. ein paar Personen, die auf Sylt leben getroffen und zu zweien habe ich noch losen Kontakt.

So schrieb Steffie (von Sylt), ob ich Lust habe mal auf die Insel zu kommen. Ein paar Tage vor dem letzten Wochenende im Oktober sollten doch möglich sein. Gefunden haben sich dann vier Tage im Oktober. 

Bei vier Tagen kristallisierte sich heraus, dass ein Flug von Frankfurt nach Westerland die zeitlich beste Variante ist. In Bezug auf den CO₂-Fußabdruck nicht wirklich ideal, aber mit der Bahn würden alleine für die An- und Abreise, genauso wie mit dem Auto je ein Tag anfallen. Der Flug wird selbstverständlich kompensiert und für das Gewissen nicht nur mit dem berechneten Wert, sondern noch mit einem Faktor versehen.

Apropos Wanderevent. Steffie und Charlotte hatten sich schon für das letzte Oktoberwochenende angemeldet, um die 100 Kilometer um Sylt vorzunehmen. 50 Kilometer hätte ich mir wohl zugetraut, eine Anmeldung war jedoch nur für 100 Kilometer möglich. Was soll’s! Die beiden unternehmen ja Trainingsläufe und so werden wir vielleicht zusammen ein paar Kilometer auf der Insel unterwegs sein.


Oktober

Meine letzten beiden Aufenthalte auf Sylt war zweimal zur Jugendzeit zur Kur. Lange ist es somit her, dass ich auf Sylt war.


14. Oktober – Westerland

Den Check-in zum Flug hatte ich am Vortag erledigt und somit bereits die Bordkarte in meinem Wallet auf dem Smartphone. Am Flughafen Frankfurt war ich schon sehr früh, da ich nicht sicher war, wo ich mein Gepäck abgebe und wie das mit der Sicherheitskontrolle abläuft. Seit einiger Zeit heißt es zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Vor 05:00 Uhr ist es auf dem Flughafen noch überschaubar, was so los ist. Die Gepäckabgabe hatte ich dann am Lufthansa Baggage Drop abgegeben. Geht mit dem Boardingpass im Wallet sehr einfach.

So war ich schnell mein Gepäck los und sah mich nach Frühstück um. Der Point, den ich meistens am Flughafen anlaufe, hatte noch geschlossen. Ein Bäcker in der Nähe hatte zum Glück schon auf und so gab es eine Schoko-Zimt-Schnecke und einen Kaffee.

Für unterwegs füllte ich nach der Sicherheitskontrolle meine Trinkflasche an einem der Trinkbrunnen im Flughafen. Apropos Sicherheitskontrolle. Es war dieses Mal eine der neuen Systeme, wo es nicht mehr nötig ist alles auszupacken. Sehr praktisch.

Mit dem Bus gab es dann eine Rundfahrt auf dem Flugplatz und danach gefühlt nochmals mit dem Flugzeug, bis wir auf der Startbahn waren. 55 Minuten später setzte der Flieger auf Sylt auf. In Frankfurt war es warm und leicht windig. Auf Sylt kühl und es herrschte starker Wind. Gut, dass ich meine Merinojacke und den Windbreaker im Handgepäck hatte.

Bei dem winzigen Flughafen war das Gepäck schnell auf dem Band, was gut war, da diese Halle nicht beheizt war. Mit meiner Tasche bin ich in das Abfluggebäude, um es dort zu deponieren. Das geht ziemlich einfach und kostet 10 € für einen Tag.

Nur mit dem Rucksack und Kamera ging es zu Fuß nach Westerland zur Innenstadt. Frühmorgens war diese noch leer. Je näher ich dem Strand kam, desto heftiger wurde der Wind. Je nach Wetter-App waren es 6 – 8 oder 7 – 10 Bft. Eine kleine Runde auf der Strandpromenade und ich bin zurück auf die Hauptflaniermeile von Westerland. Mein Ziel war ein Café für ein Frühstück. Bei Café Orth bin ich fündig geworden.

Von hier unternahm ich dann einen Spaziergang in Richtung Süden. Meist auf der Inselseite der Düne, manchmal aber auch auf der anderen Seite. Das Überqueren der Dünen war jedes Mal eine ziemlich stürmische Sache. Manchmal musste ich mich auf den Stufen der Holztreppen arg konzentrieren, um nicht weggeweht zu werden. Das Schauspiel der Wellen war dann doch so faszinierend, dass ich es immer wieder wagte.

Auf der Inselseite der Dünen durchlief ich mehrere kleine Wälder und mit der Vogelkoje ein Vogelnaturschutzgebiet. Sehr schön.

In Westerland passierte ich eine längere Mauer an einem Fußgänger- und Radweg. In 2017 durften sich bei dem Projekt „Surf Insel Sylt“ namhafte Graffitikünstler an dieser Wand austoben. Wirklich toll, was mit Graffiti möglich ist, wenn das Können über einfache Schmierereien weit hinausgeht.

So langsam wurde es Nachmittag und der Hunger meldete sich. Wie gut, dass ich meinen Weg so geplant hatte, dass ich ungefähr zur Essenszeit an der Beach Box sein werde. Ein Chili-Con-Carne-Burger bestellte ich mir. Was ich bekam, war ein riesiger Bürger, der doppelt so groß war wie der Bun. Unfallfrei Essen ist damit auf eine andere Ebene gehievt worden. Hat aber ganz gut geklappt und der Burger war sau lecker gewesen. Wer in Westerland ist, sollte dort unbedingt hin. Die Burger gibt’s nur To Go, aber in der Nähe befinden sich Sitzmöglichkeiten und es sind vermutlich die besten Burger der Insel.

Weiter ging es am Strand bis an das Ende der Strandpromenade. Der weiterführende Weg war schon sehr mit Sand verweht und der Wind wurde immer heftiger. So kehrte ich um und steuerte ein Café an. Einen Latte Macchiato zum Aufwärmen!

Über die Flaniermeile kam ich zum Bahnhof. Dort folgte ich der Straße zum Apartment. Auf dem Weg kam ich an einem Supermarkt vorbei und kaufte gleich alles für die nächsten Tage ein.

Das Apartment stand ab 16:00 Uhr zur Verfügung. Kurz danach war ich dort und konnte über die Box neben der Haustür mit der mitgeteilten Pin-Nummer den Schlüssel zum Apartment erhalten. Das Apartment befindet sich ganz oben im Haus. Klein aber fein. Zweimal hatte ich an diesem Tag einen kurzen und heftigen Regenschauer abbekommen. So war es gut, ein festes Dach über dem Kopf zu haben. So ganz war es das dann doch noch nicht. Ich musste noch mein Gepäck vom Flughafen abholen. Der Weg zu Fuß dorthin beträgt ungefähr 20 Minuten. Mit Gepäck etwas mehr. 😅

Spaziergang: ~14 Kilometer


15. Oktober – Der Süden

Gut geschlafen, wachte ich morgens auf. Kurz ins Bad und dann ran an das Frühstück. Porridge, Milch und Banane hatte ich dafür am Tag zuvor eingekauft. Das Wetter draußen sah immer noch so na ja aus, weshalb ich mir beim Frühstück Zeit ließ.

Das südliche Ende von Sylt hatte ich mir vorgenommen. Dorthin kam ich mit dem Bus, der mich bis zum Hafen von Hörnum brachte. Die Wandertour startete am Hafen und führte mich zuerst durch das ältere Hörnum. Dabei brachte mich ein Pfad quer durch den Ort an die Westküste. Stürmisch war es wie am Vortag und dazu kamen noch reichlich dunkle Wolken. Wer nun denkt, ich wäre die Einzige, die trotz starkem Wind und Regenvorhersage am Strand bis zum südlichsten Punkt lief, irrt. Es waren sogar recht viele am Strand unterwegs.

Der Regen kam am südlichen Ende. Zuvor konnte ich am Horizont in den dunklen Wolken die Nachbarinseln sehen. RALF – rechts Amrum, links Föhr. Der Regen war erfreulicherweise nicht von langer Dauer und hörte auf, bevor ich Hörnum wieder erreichte. Das erste Gebäude von Hörnum aus südlicher Richtung ist die „Südküste“, ein Restaurant. Dort kehrte ich ein und wärmte mich mit einem schönen heißen Kakao. 😊 Aufgewärmt kaufte ich außen ein Matjesbrötchen und futterte dies am Strand. Dort waren ein paar Bänke, sodass ich das Brötchen mit Meerblick zu mir nehmen konnte. Ja, Kakao und danach ein Matjesbrötchen geht. 😀

Bis zum Hafen war es dann nicht mehr weit. Da der Bus in Kürze kommen sollte, unternahm ich keinen weiteren Spaziergang in Hörnum. Den Bus nahm ich bis zur Haltestelle Punta Klient. Das ist ein Dünendorf. Kaum war ich ausgestiegen und der Bus weg, fing es an zu regnen. Ich wartete den Hauptguß in dem Häuschen der Bushaltestelle ab, bevor ich die Treppe über die Düne nahm. Es regnete zwar immer noch, mit dem Poncho machte mir das allerdings nicht so viel aus. Ich vermutete eh, dass bis zum Dorf der Regen aufhören würde.

Falsch gedacht! Daher nahm ich nicht den Weg zum Strand, sondern den alten Bahnweg nach Norden. So kam ich immerhin durch die Dünen des Baakdeel. Der Weg brachte mich zurück zur Straße und diese lief ich bis zur nächsten Bushaltestelle. Jetzt aber lief ich dann doch nach Osten durch die Dünen bis zu Sandstrand. Das war gut so, den trotz des immer noch leichten Regens befand ich mich doch hier in einem Naturschutzgebiet, das so anders aussah, wie das, das ich bisher sah.

Zur Straße ging es denselben Weg zurück. Auf der anderen Straßenseite kam ich über den Parkplatz und einem Zubringerweg zur Sansibar. Da es nur tröpfelte, lief ich weiter bis zum Strand. Die hohen Wellen der stürmischen See haben schon was Faszinierendes. In der Sansibar bekam ich einen Platz an einem Fenster.

Die Speise- und Getränkekarte ist ordentlich dick. Wobei sich nur die ersten paar Seiten den Speisen widmen. Es folgen Seiten über Seiten mit verschiedensten Weinen, Sekten und anderen alkoholischen Getränken. An Auswahl mangelt es definitiv nicht. Ein Zwetschgenkuchen und ein Latte Macchiato waren genau das Richtige.

Fast alle Tische waren besetzt, warten auf die Bedienung musste ich nicht wirklich. Sehr freundlich und immer einen Blick, ob alles in Ordnung ist. So sollte es sein, wenn eine Bedienung gut ist. 👍

Tja, wie sollte es auch anders sein, als dass es zu regnen begann, als ich mich auf den Weg machte. Meine Entscheidung fiel daher auf den direkten Weg zur Bushaltestelle. Da ich vom Weg einen Bus dort sah, war mir klar, dass ich einige Zeit auf den nächsten warten darf. Im Häuschen der Bushaltestelle war ich zumindest geschützt vor Regen und Wind.

In Westerland suchte ich eine Bank auf. An der ersten waren alle Geldautomaten außer Betrieb. Bei der zweiten nicht alle. Eigentlich habe ich es mehr mit Kartenzahlungen, auf Sylt kommt man damit jedoch nicht so weit. Den Bus konnte ich mit Karte bezahlen, das Frühstück im Café Orth am Vortag und den Kakao in der Südküste nicht. Zu hohe Kosten würden anfallen bei geringen Beträgen, hieß es. Die waren wohl noch nicht in Italien, wo selbst ein Espresso per Karte gezahlt werden kann.

Ratet, was war, als ich aus der Bank kam! Richtig, es regnete wieder. Ich wagte es dennoch durch die Flaniermeile bis zur Strandpromenade. Einen Kitesurfer konnte ich erblicken. Nun gut, bei dem Wetter ist das auch nur was für Könner. Mit einem Bogen lief ich zur Hauptstraße und weiter bis zum Apartment. Genug Regen für heute. 😂

Die GPS-Aufzeichnung scheint schon zu stimmen. Abhängig vom Kartenmaterial (OpenStreetMap) passt es, wie im Bild zu sehen ist, nicht. Bei Apple-Maps und auf Apple Satellitenbildern ebenso. Mit HERE als Kartengrundlage passt es. Daran kann gut erkannt werden, welch schnellem Wandel die Südspitze von Sylt unterzogen ist.

Tour im Süden: ~5 Kilometer
Tour durchs Baakdeel: ~3,5 Kilometer


16. Oktober – Nach Osten

In der Nacht hatte es weiterhin gestürmt und geregnet. Als ich aufstand, war es noch bewölkt, doch während des Frühstücks schaute die Sonne vorbei. 😀

Gut eingepackt, machte ich mich auf den Weg. Durch Westerland, am Bahnhof vorbei, erreichte ich Tinnum. Durch Tinnum kam ich an vielen älteren Häusern vorbei und es gab abseits der Hauptstraße schöne Gassen.

Am östlichen Ende bog ich auf einen Schotterweg an der Bahn entlang ab. Mit einem Bogen gelangte ich so nach Keitum. Zwischen diesen zwei Dörfern sah ich viel plattes, grünes Land. Landwirtschaft auf weiten Feldern geht in der Inselmitte scheinbar ganz gut.

Hallo Regen! Kurz vor Keitum packe ich den Poncho aus, da es anfing leicht zu regnen. Nach Keitum hineinzukommen war nur möglich, indem ich eine Zeitlang an der Landstraße entlang lief, um durch die Unterführung der Bahnstrecke nach Keitum zu kommen. Freundlicherweise hörte der Nieselregen auch auf. Keitum erkundete ich über mehrere Straßen. Viele Geschäfte in alten, reetgedeckten Häusern gab es zu sehen.

An der kleinen Teestube war ich kurz nach 11:00 Uhr und somit kurz nach der Öffnung. Ein warmer Tee wäre schon was. Also rein in die Teestube. Sehr urig ist diese eingerichtet und auf einem Sofa fand ich einen gemütlichen Platz. Das mit dem Tee war dann doch nicht so einfach. Die Teekarte umfasst eine sehr große Auswahl an Teesorten. Ich entschied mich für einen Ingwer-Lemon-Tee. Neben dem Sofa ist die Auslage der Kuchen. Die sahen alle toll aus, womit ich nicht widerstehen konnte und einen Mohn-Käse-Kuchen orderte. Der war sogar noch leicht warm. 😊

Weiter ging es durch Keitum. Das dies einmal ein Fischerdorf mit Hafen war, ist kaum zu erkennen. Alles ist auf Tourismus und Geschäfte ausgerichtet. Ein Wandel, der nach dem Bau des Dammes zum Festland nötig wurde, da dadurch der Hafen nicht mehr nutzbar war.

Mehr oder weniger an der Küste auf einem Wirtschaftsweg erreichte ich Morsum. Bis dahin hieß es öfter improvisieren. Die erste Hälfte des Weges war immer wieder mit größeren und tieferen Pfützen und mit Schlamm gespickt. Zwischen der Küstenlinie und dem Weg war Marschland – bzw. manchmal auch der Weg selbst. 🙃 Die Küstenlinie war nicht immer einfach zu erkennen. Es herrschte Ebbe und das Meer war weit draußen.

Morsum, zumindest der Ortsteil, durch den ich lief, war wenig spannend. Vieles ähnelte dem, was ich an diesem Tag von den anderen Dörfern schon gesehen hatte. Einzig, dass es hier viel ruhiger war, fiel gleich auf. Durch das Dorf und über eine Straße kam ich zum Wanderparkplatz des Morsumer Kliffs.

Durch eine Heidelandschaft gelangte ich an den oberen Rand des Kliffs. Ein Pfad oberhalb brachte mich bis zum Ende des Kliffs. Hier war einiges los, da es bis hierher ein gemütlicher Spaziergang vom Wanderparkplatz aus ist.

Tja, dann aber wurde es interessant. Es sollte nun unterhalb des Kliffs zurückgehen. Ein Schild beschrieb den Weg als naturbelassen. Was das wohl bedeuten soll? Nun, ich erfuhr es wenige Minuten später. Naturbelassen heißt, dass der Weg durch das Grün des Watts, durch Schlick und Schilf führt. Der Weg war somit eine kleine Herausforderung, die Landschaft, durch die der Weg führt, ist es allemal Wert ihn zu gehen.

Zurück in Morsum, steuerte ich den Bahnhof an. Gegenüber befindet sich mein Ziel – die Sylter Seifenmanufaktur. Meine Schuhe machte ich vor dem Eingang so sauber, wie es nur ging. Hatte ich das mit dem naturbelassenen Weg schon erwähnt. 😅 Innen erwartete mich eine große Auswahl an Seifen und Zubehör. Zu den Seifen bekam ich reichlich Infos, von der Dame, die mich bediente. Viele Seifen fanden den Weg in meinen Rucksack. Gut, dass hier Kartenzahlung möglich ist.

Nun zum Bahnhof – d. h. zum Bahnhofsgebäude, in dem Brød & Smør zu finden ist. Bodenständig und lecker. Ein Brot mit Garnelen frisch zubereitet und ein Cappuccino waren meins.

Die zeitlich nächste Gelegenheit nach Westerland war der Zug. Über die DB-App hatte ich ein Ticket gekauft und bald war ich in Westerland. Es folgte noch der Weg zum Apartment.

Bei Kaffee am Nachmittag und später Wein zum Abendessen ließ ich den Tag ausklingen.

Tour: ~21,5 Kilometer


17. Oktober – Um Kampen

Eine Tour um Kampen hatte ich mir für diesen Tag ausgesucht. Den Bus bis Kampen nehmen oder laufen? Ich lief vom Apartment nach Norden. Kaum hatte ich Westerland verlassen, war ich schon in Wenningstedt. Getrennt sind die beiden Orte durch einen Wald, mit reichlich Wegen.

In Wenningstedt kam dann sogar die Sonne so langsam heraus und es wurde heller und machte einen freundlicheren Eindruck. Die Häuser an den ersten Straßen waren oft mit Reetdächern versehen und meist mit Mauern aus Backstein. Erst in der nördlichen Straßen waren es modernere Bauten.

Raus aus Wenningstedt und über einen Fuß- und Radweg kam ich nach Kampen. Kurz nach Wenningstedt konnte ich links den Grabhügel Denhooge sehen. Solche Grabhügel gibt es auf Sylt mehrere. Hier ist es jedoch möglich, in den Hügel hineinzugehen. Die kleine Schleife um in einen dunklen Gang zu gehen hatte ich mir gespart, da ich davon ausging, dass es nicht so spannend sein dürfte.

Was sehr deutlich von weitem zu sehen war, war der Leuchtturm von Kampen. Weiß, mit schwarzem Band und über 60 Metern Höhe gut erkennbar, selbst vor dem dunklen Wolkenhimmel.

Dunkle Wolken? Ja, die Sonne versteckte sich wieder immer mehr hinter den aufziehenden Wolken. In Kampen bin ich den ersten Weg nach links. Dieser führt zu einem Campingplatz und durch diesen hindurch in die Dünen. Ein schöner Weg durch die Dünen mit Blick auf die Uwe Düne, Sylts höchster Erhebung mit 52 Metern. Durch die Dünen kam ich oberhalb des Roten Kliffs an. Ein angelegter Holzweg geht nah an der Abbruchkante entlang nach Norden und dann über Treppenstufen wieder Richtung Kampen, also der Inselmitte. Einige Stufen auf der anderen Seite der Düne herunter und dann kamen 110 Stufen nach oben. Hier war ich dann auf der Aussichtsplattform der Uwe Düne. Benannt nach Jens Uwe Lornsen, der für eine Unabhängigkeit von Dänemark vor Jahrhunderten kämpfte.

Runter von der Uwe Düne und am Restaurant Sturmhaube vorbei kam ich unten am Strand an und konnte so das Rote Kliff das erste Mal aus Sicht der See sehen. So wirklich Rot war es durch die Bewölkung gar nicht. Dennoch war es sehr markant, da es sich durch die Farbe vom hellen Strand abhob. Auf letzterem waren übrigens viele spazieren. Da es hier ein Hundestrand ist, auch viele mit Hunden.

Weiter am Strand nach Norden kam ich zu Kaamps7 und dachte mir, hier könnte ich was Warmes trinken. War jedoch nicht so, den Kaamps7 öffnet erst um 12:00 Uhr und es war noch deutlich vor 12:00 Uhr. Ein Blick auf die Karte zeigte mir eine weitere Möglichkeit an und so bin ich weiter am Strand entlang gelaufen. Die Buhne 16 war mein Ziel und hier bekam ich was zu Trinken und zwei Pfannkuchen mit Apfelmus zu Stärkung.

Zurück nach Kampen bin ich über den Wanderpfad und den Fuß-/Radweg durch die Dünen. Erneut bin ich nicht nach Kampen hineingelaufen, sondern am Ortsrand auf dem Wanderweg an das östliche Ufer von Sylt gelaufen. Dort ging es an der Küstenlinie nach Süden in die Braderuper Heide. Der Kontrast auf dieser Wanderung von der West- zur Ostküste war faszinierend. Westlich viel Sand und in den Dünen teils Heide waren es, im Osten Schilf und Heide. Von Meer war jedoch im Osten nur zu ahnen, da Ebbe war.

Dann ging es wieder in die Inselmitte bis zum Kampener Leuchtturm, an diesem vorbei zu Westküste. Über mehrere Pfade, dem Strand und anderen Wegen fand ich meinen Weg zurück zum Apartment.

Geduscht, relaxt und eine halbe Stunde später bin ich los in die Innenstadt. Im Mio traf ich mich mit Steffie und Charlotte, die ich vor Jahren bei einem Wander Event auf Föhr kennengelernt hatten. Bei Essen und Unterhaltung gestaltete sich so ein kurzweiliger Abend.

Tour: ~22,8 Kilometer


18. Oktober – Nördlichst!

Gemütlich bin ich zum Bus, um mit diesem nach List, dem nördlichsten Ort auf Sylt zukommen. In List angekommen, schaute ich mir den noch fast leeren Hafen an. Bei Gosch kaufte ich ein Fischbrötchen für später und packte es in den Rucksack. So ausgerüstet machte ich mich auf den Weg zum Lister Ellbogen.

Hinter List ging es durch die mit Heidesträuchern bewachsenen Dünen. Ab der Abzweig der Privatstraße (Mautpflichtig für Fahrzeuge) wurden es immer weniger Wolken. Im Grund gibt es nicht viele Möglichkeiten zum westlichen Lister Leuchtturm zu kommen. Entweder wie ich über die Straße oder am Strand entlang. Auf der Straße laufen hieß auch diese mit Autos und Fahrrädern zu teilen. Mit meiner orangen Jacke im Sonnenschein war ich gut zu sehen und alle wichen schön aus. Das war auch gut, den nicht immer hätte ich zur Seite springen können. Abgesehen davon sind die Autos dort langsam unterwegs, da Schafe frei umherlaufen und Aufpassen angesagt ist.

Am Leuchtturm vorbei, durch die Dünen, erreichte ich den Strand. Hier lief ich mit vielen anderen nach Nordosten. Die vielen anderen waren im Gegensatz zu mir mit dem Auto oder Fahrrad bis zum Leuchtturm gefahren. Obwohl einiges los war, war es eine friedliche, gar beruhigende Stimmung. Leichtes rauschen der Wellen, Sand und Sonne. 😊

Dann erreichte ich den nördlichsten Punkt Deutschlands. Das Schild steht am Übergang vom Strand zu den Dünen. Daher konnte ich mich von der Wasserlinie kommend aus nördlicher Richtung dem Schild nähern. Nördlichst halt! Ein paar Bilder, einen Sitzplatz gesucht und dann das Fischbrötchen ausgepackt. Fisch am nördlichsten Punkt von Sylt. 😊
Ich hatte eine gute Weitsicht dabei und konnte sogar die Küste der dänischen Insel Rømø sehen.

Weiter ging es am Strand in östlicher Richtung bis zu einem Weg durch die Dünen und zur Straße. Die Straße erreichte ich an einem Parkplatz, an dem eine Kiteschule ein paar Wagen stehen hat. Die Wagen waren verlassen, da Ebbe war und somit im Lister Ellbogen kein Wasser.

Für mich hieß es nun die Straße bis zur Mautstation zurücklaufen. Dort bog ich jedoch nach rechts ab und lief entgegengesetzt zu List. Unweit ist ein Parkplatz und die Bam Bus Bar. Zumindest war sie einmal dort. Das Gebäude steht noch, nur ist die Bar mittlerweile geschlossen. Nur wenige Meter weiter in den Dünen ist die Strandhalle am Ellbogenberg und dort bekam ich dann auch einen Latte Macchiato. Die Kuchen sahen alle sehr lecker aus, ich verkniff es mir jedoch.

Kaum trat ich aus der Strandhalle, war mir deutlich kühler. Die Sonne verbarg sich hinter einer größeren Wolkendecke und der Wind wurde stärker. Der Weg zum Lister Hafen war derselbe, den ich am Morgen schon gelaufen war. Durch die Dünen und List kam ich am Hafen an.

Es war Nachmittag und am Hafen war ein reges treiben. Davon ließ ich mich nicht irritieren und steuerte Gosch an. Die nördlichste Fischbude Deutschlands hatte ich mir für ein (Nach-)Mittagessen ausgesucht. Der Grillteller mit dreierlei Fisch und Bratkartoffeln war lecker.

Fast wie vorausgeplant kam ich genau in dem Moment an der Bushaltestelle an, als der Bus nach Westerland kam. Flugs rein und einen Sitzplatz ergattert.

Jedoch nur bis Kampen Süd bin ich gefahren und dort durch Kampen, am Campingplatz vorbei zum Strand gelaufen. Die Sonne hatte sich wieder gezeigt und nur noch wenige Wolken waren am Himmel. Vielleicht bleibt es und ich habe doch noch die Chance das Rote Kliff in der Sonne zu sehen, wenn es rot leuchtet.

So war es auch. Obwohl so richtig intensiv rot ist es dennoch nicht. In der Sonne machte es aber wesentlich mehr her. Am Strand lief in mit der Abendsonne über dem Meer bis Westerland.

Im Apartment hatte ich an diesem Tag nicht mehr viel unternommen. Den ganzen Tag draußen, laufen, Sonne, Wind und Salzluft zeigten ihre Wirkung.

Tour: ~17 Kilometer
Strandspaziergang: ~6 Kilometer


19. Oktober – Rantumbecken

Wie vorhergesagt, fing es schon in der Nacht an, stürmischer zu werden. Am späten Abend und frühen Morgen hörte ich die Bewegung im Gebälk bei heftigen Böen. Da das Apartment ganz oben im Gebäude liegt, hörte ich manchmal auch einen Ast auf das Dach fallen.

Somit machte ich es mir am Morgen gemütlich. Die Nachrichten überfliegen und dann langsam dem Frühstück widmen. Zwischenzeitlich tröpfelte es auch noch. Ein Niederschlag von wenigen Millimeter pro Stunde war angekündigt. Mit dem Wind hörte sich das am Dachfenster nach viel mehr an.

Dennoch packte ich meinen Rucksack und machte mich auf zu einer Wanderung. Es sollte um das Rantumbecken gehen. Da der Wind von Osten kam, folgte ich Charlottes Hinweis, die Runde so zu laufen, dass zuerst der Deich nach Rantum kommt.

Am Bahnhof vorbei durch Tinnum kam ich zur Tinnum Burg. Um diese „Burg“ lief ich auf einem Holzweg. Hier war es schon reichlich windig. Vom Wall der „Burg“ konnte ich in das Innere sehen. Im Grunde ist die Tinnum Burg ein Ringwall und innen wächst genau das, was drumherum wächst – viel Schilf.

Nun kam ein Abschnitt über offene Felder, am Tierpark vorbei bis zum Deich. Auf offener Flur war der Wind mit dem inzwischen wieder einsetzenden leichten Nieselregen nicht sehr angenehm. Nieselregen und Wind von vorne ist echt gemein. 😕

Dann erreichte ich den Deich, der das Rantumbecken zur See abgrenzt. Oben auf dem Deich war es mit den Böen kaum möglich, gerade zu laufen. Daher bin ich auf der Insel zugewandten Seite des Deiches etwas unterhalb gelaufen. Wesentlich besser!

Das Rantumbecken sollte ein Flugplatz für Wasserflugzeuge werden. Dazu wurde der Deich ursprünglich gebaut. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war ein solcher Flughafen nicht mehr nötig und das Becken wurde zu einem Naturschutzgebiet.

So begrüßten mich am Anfang des Außendeiches Schafe, die das Gras des Deiches pflegen. Im Watt sah ich ein paar Vögel, im Rantumbecken deutlich mehr. Enten, Schwäne, Möwen und viele mehr. Mit dem starken Wind war das Fotografieren schwierig, aber nicht unmöglich. Danke an die Erfindung der Bildstabilisierung bei Kameras. 😀

Viele Kilometer später kam ich am Rantumer Hafen an. Es ist der jüngste Hafen von Sylt und nur bei Flut schiffbar, also in dem Moment nicht, da Ebbe war. Auf ein Boot wollte ich eh nicht und bog in das Dorf ab.

Mittagszeit! 😊 Zuvor hatte ich schon eine Möglichkeit für eine Rast entdeckt und die steuerte ich an. De Lüx Curry hat sich auf die Currywurst spezialisiert. Das Besondere sind die Soßen für die Wurst (auch vegan) und die verschiedenen Mayonnaise-Variationen, die alle selbst hergestellt werden. Zuerst bekam ich einen Probierteller mit den beiden Soßen – Tomaten-Mango-Soße mit Limette und Tomate Total mit getrockneten Tomaten. Ich entschied mich für die Tomten-Mango-Soße. Die leichte süße der Mango mit dem säuerlichen der Limette hat was. Zu den Pommes bekam ich ein dreigeteiltes Schälchen mit allen Mayonnaise Variationen (mit Limette, mit Trüffel und mit Speck).

Weiter laufen bis zur Bushaltestelle oder die ganze Tour laufen? Während ich am Essen war, hörte es auf zu regnen. Ich lief erst einmal zur Hauptstraße und entschied dann, dass ich den Weg zurück nach Westerland auch laufen könnte. In der Inselmitte war der Wind nicht ganz so stark und wie erwähnt, regnete es nicht mehr. Der Weg selbst war nichts Besonderes, da es der Rad-/Fußgängerweg neben der Landstraße war. Von hier ergibt sich ein Blick auf die Dünenlandschaft des Baakdeel. Bei dem unfreundlichen Wetter war dort jedoch nichts Besonderes auszumachen.

In Westerland angekommen lief ich durch den Wald am südlichen Ende und dann erneut den Weg an der Graffitimauer entlang. Ein paar Straßen weiter, in der Nähe des Bahnhofs, machte ich bei der Bäckerei und Konditorei Abeling halt. Diese wurden mehrfach ausgezeichnet und Kuchen für einen Kaffee später war mir eine gute Idee. Mit dem Kuchen bin ich das letzte Stück zum Apartment gelaufen.

Frisch geduscht machte ich mir einen Kaffee und aß den Kuchen dazu (Apfel- und Schoko-Käse).

Tour: ~19 Kilometer


20. Oktober – Last Day

Eigentlich. Eigentlich wollte ich morgens das Gepäck am Flughafen abgeben, zurück zum Apartment und dann mit Rucksack in die Innenstadt. Eigentlich!

Mit dem Gepäck war ich am Flughafen und der war morgens um 8:30 Uhr noch geschlossen. 😕 Also mit Gepäck zurück zum Apartment. Dort machte ich mir einen Kaffee, brachte den Müll weg und schaltete die Spülmaschine an.

Zweiter Versuch, diesmal mit Gepäck und Rucksack, da ich das Apartment verlassen musste. Kurz nach 10:00 Uhr war ich erneut am Flughafen und nun war dieser auch tatsächlich auf. Das Gepäck gab ich ab und machte mich dann auf in die Innenstadt.

In einer Bücherei fand ich eine schöne Postkarte und wie am ersten Tag steuerte ich das Café Orth für ein Frühstück an. An diesem Morgen war wesentlich weniger los wie an meinem Ankunftstag auf Sylt. Lag es am Wochentag, es war Freitag oder am bescheidenen Wetter. Wie auch immer, ich bekam einen gemütlichen Platz am Fenster.

Zuerst widmete ich mich der Postkarte – Wickie musste doch wie immer eine Postkarte schreiben, die nach Wien gehen soll. Bald darauf bekam ich mein Frühstück und lies so den gemütlichen Teil des Tages beginnen.

Es nieselte nicht mehr und so beschloß ich einen Spaziergang durch Westerland zu unternehmen. Am Bahnhof vorbei und immer weiter kam ich zum Industriegebiet von Tinnum.

Nein, ich hatte mich nicht verlaufen. Im Industriegebiet fand ich, was ich suchte, die Sylter Schokoladenmanufaktur. 😀 Ein paar leckere Schokoladen hatten es mir angetan, wie auch ein Glas Bamboleros Limone. Ich hatte Zeit und trank vor Ort eine Tasse heiße Schokolade. Genau das richtige bei dem stürmischen Wetter. Es wehte immerhin mit 6 bis 7 Beaufort und in Böen bis über 10 Beaufort.

Über einen Bogen lief ich zurück und zwar so, das ich zur Beach Box kam. Ein Burger am ersten Tag und einer am letzten Tag. Es wurde der Cheeseburger.

Über die Düne kam ich zur Strandpromenade, die ich entlang lief. Fast am Ende der Strandpromenade bog ich in die Stadt ab. Das Sunset Beach führte noch zu einem Stopp für ein Getränk. Dann aber machte ich mich auf den Weg zum Flughafen. Kaum aus der Sunset Beach heraus, nieselte es wieder. So wie am morgen war der Weg zum Flughafen sehr windig und nass. Regen und Wind von vorne macht keinen Spaß. 😅

Am Flughafen war warten angesagt, ich war sehr früh für den Rückflug dort, das Wetter lud jedoch nicht dazu ein, noch länger in Westerland unterwegs zu sein. Die Wartezeit überbrückte ich mit dem Schreiben des Textes für diesen Tag.

Der erste Flieger an diesem Nachmittag wurde gecancelt. Da hatte ich mir noch nichts gedacht, es war ja nicht meiner und von einer anderen Fluggesellschaft. Dann war es so weit mit der Sicherheitskontrolle. Das Gepäck hatte ich ja bereits abgegeben.

Nochmal warten. Warten.
Die Ankunftszeit des Fliegers wurde mehrmals korrigiert und irgendwann kam ein Mitarbeiter vom Flugfeld und meinte, das war jetzt der erste Landeversuch. Auf Fight Radar konnten wir sehen, dass der Flieger einen Bogen flog. Zuerst dachten wir, um einen neuen Versuch zu starten, dann sahen wir, dass der Flieger über Sylt hinweg flog, Richtung Kiel oder Hamburg. Kurz darauf kam eine SMS, dass der Flug gecancelt ist.

In der SMS und in der kurz darauf folgenden E-Mail war ein Link zu einem Chatbot. Ich bin ja kein Fan von Chatbots, aber wenn es genau in diesem Augenblick als mögliche Lösung angeboten wird. Über den Chatbot konnte ich dann tatsächlich den Flug auf den nächsten Tag kostenfrei umbuchen. 😊 Andere, die dies am Schalter vornehmen wollten, hatten Pech. Das war wohl einer der letzten Sitzplätze gewesen, den ich bekommen hatte.

An der Schalterschlange stand ich dennoch an. Wie geht’s nun weiter mit Übernachtung und in die Stadt kommen? Beim Warten unterhielt ich mich mit mehreren Personen. Ein älteres Paar, das nach Stuttgart wollte und einer Frau, deren Tochter nach Frankfurt wollte. Wie das so mit dem Zufall ist. Mit letzterer unterhielt ich mich und erwähnte den Mammutmarsch und dass ich mich die Woche mit Teilnehmerinnen getroffen hatte. Das war bestimmt Charlotte, meinte sie und hatte recht. Letzten Endes hatte Andrea für ihre Tochter einen Flug für den nächsten Tag mit Umstieg in Stuttgart nach Frankfurt bekommen und ich mit ihr die Möglichkeit zu Charlotte zu kommen. Auf Nachfrage bei Charlotte, meinte diese, dass noch ein Bett frei ist und ich gerne kommen könnte.

Einige Zeit später war ich dann bei Charlotte und Steffie war auch dort. Zusammen mit weiteren Anwesenden unterhielten wir uns noch gut an diesem Abend und ich bekam sogar noch Lasagne. 😀 Für Getränke war ebenfalls gesorgt gewesen.

Spaziergang: 12 Kilometer


21. Oktober – Last Day (The Real One)

Der Wecker weckte mich kurz nach 7 Uhr. Anziehen, alles wieder packen und ein Taxi rufen. Da ich durch das Zimmer musste, in dem Steffie schlief, weckte ich sie zwangsweise. Wir unterhielten uns kurz und dann machte ich mich auf, das Taxi sollte gleich kommen.

Eine kurze Fahrt und ich war wieder am Flughafen. Bei der Gepäckabgabe und bei der Sicherheitskontrolle wurde ich mit einem „Moin, schon wieder hier“ begrüßt.

Dieses Mal kamen alle Flieger pünktlich und flogen auch wie geplant zu den jeweiligen Städten. Noch am selben Vormittag war ich in Frankfurt und somit bald Zuhause.


Resümee

Sylt im Herbst kann sonnig und warm sein, muss es aber nicht. Während der Woche war es meist bewölkt und am Anfang, wie am Ende der Reise ziemlich stürmisch. Hat auch was, wenn man mit solch einem Wetter umgehen kann. Was mir nochmals deutlich auffiel, war bei der Nachbearbeitung der Bilder, welche unterschiedliche Witterungsbedingungen ich an einem Tag erleben konnte. 😀

Was das leibliche Wohl angeht:

  • Die kleine Teestube stellte sich als urgemütlich heraus. Ohne Reservierung kann es Glückssache sein, noch einen Platz zu bekommen. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle.
  • Die Beach Box in Westerland und De Lux Curry in Rantum bieten beide gutes Essen, ohne das ganze Drumherum. Einfach, aber gut. 👍

Im Gegensatz zu sonst, gibt es bei den Tourangaben keine Höhenangaben. Der niedrigste Punkt war leicht unterhalb von 0 NHN und der höchst bei rund 53 Metern auf der Plattform der Uwe Düne. Somit waren die Höhendifferenzen auf den Touren nicht weiter erwähnenswert.

Die Wanderungen waren alle durchaus länger und zu einer wärmeren Jahreszeit hätte ich bestimmt mehr Pausen eingelegt. Das fehlte mir ein wenig. Nur im starken Wind eine Pause einlegen, ist nicht wirklich gemütlich.

Dass eine Kurabgabe fällig wird, sobald man auf den Strand möchte, ist u. a. dem Strand geschuldet. Ich war vor sehr langer Zeit im Januar zur Kur auf Sylt und da gab es in Westerland die Strandpromenade, die Tetrapoden und dann kam gleich das Meer. Kein Strand also. Der Strand verschwindet jedes Jahr mit den Herbststürmen und muss im Frühjahr wieder herausgepumpt werden.

Was immer wieder auffällt, ist, dass auch offizielle Beschriftungen (z. B. Ortsschilder) zusätzlich in Sölring, dem lokalen Dialekt, sind.

Vielleicht kombiniere ich beim nächsten Besuch Amrum, Sylt und Rømø im Sommer.



#deutschland #sylt #westerland #hörnum #rantum #tinnum #morsum #kampen #list #morsumerkliff #roteskliff #canonr #canonr6 #canonrf35 #canonrf100500 #canonrf16

Deutschland – Sächsische Schweiz – September 2018

Für das erste Septemberwochenende stand ein MINI-Treffen mit Ausfahrt in Dresden an. Eine Stadtführung am Sonntagmorgen inklusive. Wenn man schon in Dresden ist, bietet es sich an das Wochenende um ein paar Tage zu verlängern und in die Sächsische Schweiz vor den Toren Dresdens zu fahren. 

So hatte ich es dann auch geplant und umgesetzt. Anreise zum MINI-Treffen war am Freitag, die Ausfahrt am Samstag leider im Regen und Sonntag die Stadtführung. Am Sonntagmittag verabschiedeten wir uns und die meisten fuhren nach Hause und ich in die Sächsische Schweiz.

Vorab gebuchte hatte ich einen Platz für ein Zelt auf dem Campingplatz Berg Oase in Sebnitz. Der Campingplatz liegt am Ortsrand und danach kommt nur noch Naturschutzgebiet – also freie Sicht auf die Sächsische Schweiz. Der Campingplatz selbst ist über drei Terrassen verteilt und recht locker geführt. So gab es eine handvoll Duschmarken und abgerechnet wurde erst am Ende. Mein Zelt baute ich auf der mittleren Wiese neben einem Obstbäumchen auf.

Die Touren für die nächsten Tage suchte ich mir vorab im Internet über Outdoorseiten heraus. Die vier gewählten Touren bieten einen guten Überblick über die Vielfalt des Nationalparks.


03. September – Aussichtsreiche Stiegentour

Am ersten Tag fuhr ich nach Schmilka, kurz vor der tschechischen Grenze. Ein großer Parkplatz war an der Elbe gleich zu sehen. Schmilka selbst ist so klein und urig, dass es dort keine Parkmöglichkeiten gibt und daher ist der Parkplatz am Ortsrand am besten zu wählen.

Der Wanderweg führte mich zuerst an der Elbe entlang zu der Aussicht „Kleine Bastei“, von dort über einen längeren geschlängelten Weg zur Affenwand. ok, so einfach war es dann doch nicht. Ich gelangte in einen Einschnitt, der an einer Felswand endete. Da hoch? Ja, es ist die starke Stiege und oben konnte ich noch ein Pärchen auf den letzten Metern erkennen. Der Aufstieg hoch war schnell gefunden und die spärlich gesetzten Eisenringe zeigten den Weg.

Über den Weg im Wald, der öfters sandig war, hatte ich an ausgesetzten Stellen einen schönen Blick über die Landschaft. Viel später kam ich zur Häntzelstiege. Ohne Stiegausrüstung war mir diese dann doch nicht ganz geheuer. Da auf einem Schild zuvor auf eine Klettersteigausrüstung hingewiesen wurde, lies ich es sein. So bin ich dann über einen Bogen und durch eine Schlucht auf einem anderen Weg oberhalb der Häntzschelstiege herausgekommen und weiter zum Carolafelsen gelangt.

Von hier bin ich dann nach Schmilka zurück und habe dabei die Heilige Stiege von oben herab genommen. Sehr schön – von oben. Von unten gefühlt eine Treppe ohne Ende.

In ungefähr der Mitte macht die Treppe einen Bogen um einen großen Felsen. Dort kamen mir zwei Mädels entgegen. Kaum an dem Felsen vorbei, hörte ich einen Schrei. 😂 Noch mehr Stufen!

Mein Weg war da so viel einfacher! In Schmilka kam ich am oberen Ortsende an und folgte der Straße nach unten zur Elbe. Kurz vor dem Erreichen des Parkplatzes stoppte ich für ein Bild an der alten Bäckerei. Hier hatte ich am morgen etwas für meine Pause gekauft. Sehr empfehlenswert.

Nach dem Abendessen am Campingplatz endete der Tag mit einem tollen Sonnenuntergang.

Tour: 17,6 Kilometer mit Klettereinlage


04. September – kleines Raubschloss

Der Ausgangspunkt für die Wanderung liegt an einer Straße parallel zum Campingplatz im Kirnitzschtal. Um dorthin zu gelangen, musste ich jedoch einen großen Bogen fahren. Das Kirnitzschtal ist u. a. wegen seiner dort fahrenden Straßenbahn bekannt. Der Wanderparkplatz befindet sich bei der Neumannmühle, die einsam in einer Lichtung an der Straße liegt.

Der Wanderweg führte mich nach Süden in Richtung der tschechischen Grenze durch den Wald. Die meiste Zeit ist es ein breiter Forstweg bis fast zum ersten Highlight der Tour. Hier bog ich ab auf einen schmaleren Weg, um zum Winterstein zu kommen. Oben auf dem Winterstein sind die Überreste des Raubschlosses noch zu erkennen. Um dorthin zu gelangen, hieß es durch schmale Felsspalten und auf Eisentreppen hoch zu laufen. Bei Entgegenkommenden war ein Ausweichen nicht so einfach. Dies geht nur an den Stellen, an denen es ein wenig breiter ist. Von oben hatte ich dann eine tolle Aussicht über die Sächsische Schweiz.

Weiter ging es dann wieder größtenteils über Forstwege zu einem alten Zeughaus, das mittlerweile ein beliebtes Ausflugsgasthaus im Wald ist. Bis dorthin kam ich auch an einer Grotte vorbei, an den Bärenfangwänden und auf schmalen sandigen Pfaden in ein Tal. 

Wirklich schön war es, dort unterwegs zu sein. Bilder hatte ich auf dieser Strecke kaum welche gemacht, hätte man doch fast nur Bäume gesehen. Felsformationen, wie die Bärenfangwände, stehen immer wieder aus dem Wald heraus und sind typisch für die Region. Dort wo sie etwas höher sind, kann es durchaus sein, dass Kletterer unterwegs sind. Sandige schmale Pfade durch den Wald laden abschnittsweise zu einem meditativen Laufen ein. Kopf frei und einfach nur laufen.

Am Campingplatz kam ich mit einer mir gegenüber campenden Familie ins Gespräch. Ein großer umgebauten Unimog war deren Zuhause. Sehr interessant, da vieles auch selbst umgebaut wurde. Ich, mit meinem kleinen Zelt, war daneben ein deutlicher Kontrast.😅

Nach dem Abendessen verbrachte ich noch ein wenig Zeit am großen Baum vor dem Campingplatz in der Abendsonne und mit der Sicht auf die Sächsische Schweiz.

Tour: 16 Kilometer


05. September – Basteiaussicht

Zur Bastei kamen wir bereits während der MINI-Ausfahrt. Nur leider im Regen und ohne große Aussicht. Da die Bastei eines der Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz ist, gehört sie einfach für eine Tour dort dazu. Die ausgesuchte Wanderung startet dazu am Parkplatz zur Bastei.

Am Rand des Parkplatzes ging es dann jedoch nicht zur Bastei, sondern seitlich ab zu den bereits dort ausgeschilderten Schwedenlöchern. Ein breiter Weg durch den Wald, der ab den Schwedenlöchern deutlich stärker bergab geht. Bei den Schwedenlöchern gibt es ein paar Engstellen zu durchlaufen, die diese Strecke interessant machen. Zusammen mit dem Sonnenlicht war es ein schöner Weg bis zum langstrestreckten Amselsee.

Am See führte mich ein gut ausgebauter Weg bis nach Rathen. Da Rathen ein Kurort ist, ist der Weg am See ein beliebter Spaziergang und entsprechend gepflegt, während der Woche zum Glück auch nicht völlig überlaufen.

In Rathen angekommen, sah ich eine Eisdiele und konnte nicht widerstehen. 😊

Nun ging es zuerst die Straße zum See zurück, um dann vor dem See die Abzweigung zum Basteiweg zu nehmen. Dieser ist breit und gut ausgebaut, geht jedoch stetig bergauf. Nix mit gemütlichen Spaziergang. 😁

Noch vor der Bastei kam ich an den Überresten des Neurather Schlosses vorbei. Das wurde von mir erkundet und auf die Brücke dort bin ich selbstverständlich auch.

Eine schöne Anlage, die nicht so überlaufen ist, wie die Bastei. Es gibt auch hier ein paar tolle Aussichten, jedoch mit nicht ganz so weitem Blick wie von der Bastei. 

Die Bastei war dann nicht mehr weit und dort bin ich ebenfalls über die gemauerte Basteibrücke. Am Samstag zuvor war es bei Regen kein besonderer Ausblick, heute mit strahlendem Wetter war die Sicht sehr weit über die Sächsische Schweiz. 

Tour: ~7,5 Kilometer


06. September – Heimreise

Ausgeschlafen kroch ich aus meinem Zelt und frühstückte. Danach folgte das übliche packen. Vor der Abfahrt zahlte ich meinen Platz und die genutzten Duschmarken. 

Sodann ging es auf die Fahrt nach Hause.


Resümee

An das MINI-Treffen noch ein paar Tage anzuhängen und daraus einen Kurzurlaub zu machen, war eine gute Idee. Für den September waren die Temperaturen noch sehr angenehm – auch über Nacht. 

Die Sächsische Schweiz ist ein beliebtes Wandergebiet. Innerhalb der Sächsischen Schweiz verläuft sich das und nur an wenigen Punkten waren mir größere Menschenmengen begegnet. Ausnahme hiervon ist die Tour an der Bastei, da dies mit eines der Hauptattraktionen ist und oberhalb eines Kurorts liegt. Aber auch hier hielt sich das an dem Tag, an dem ich dort war, in Grenzen. Es empfiehlt sich oft solche Hotspots eher während der Woche zu besuchen und bewahrheitete sich hier wieder.

Die Wege in der Sächsischen Schweiz boten alles, von normalen Waldwegen, festen Schotterwegen bis zu kleinen schmalen und sandigen Wegen nahe einer Felsenkante. Es wurde so nie langweilig auf den Wegen. Die Stiege und Wege durch Felsformationen taten ihr Übriges dazu.

Von oben betrachtet liegen die meisten Wege im Wald und dennoch bieten sich immer wieder tolle Aussichten über die Region. 😊



#saechsischeschweiz #beroase # schmilka #raueberschloss #haentzschelstiege #stiege #steilestiege #schwedenloecher #bastei #neuratherschloss #rathen #canon #canoneos6dmk2 #canonef1740/4

Deutschland/Österreich – Allgäu/Tirol – Juli 2020

Der erste größere Urlaub in der Pandemie und Unsicherheiten in Bezug auf die Regelungen haben uns dazu bewogen, mit Auto und Zelt auf die Reise zu gehen. Uns, das sind Miri, Melli und ich. Drei Mädels und ihre Zelte.

Nach einem verlängerten Wochenende im Juni in der Rhön entschieden wir uns für einen Urlaub in der Alpenregion. Die Suche nach einem geeigneten Campingplatz für drei kleine Zelte und einen MINI waren gar nicht so einfach. Der Boom der letzten Jahre zum Camping mit Van oder Wohnmobil hatte stark zugenommen und so musste ich einige Campingplätze anschreiben und nach einem Platz fragen. Meist kam die Absage recht schnell. Einige ließen sich jedoch auch viel Zeit dazu, mir zu antworten. Bei einem Campingplatz stand jedoch explizit, dass man anrufen sollte. Nun, da schon so viele Absagen vorhanden waren, rief ich an einem Montagmorgen dort an. Ein freundlicher Herr erklärte mir, dass der eigentliche Campingplatz bereits voll ist, sie in diesem Jahr aber eine davor liegende Wiese zur Verfügung haben. Ursprünglich eine Wiese für Weidetiere und damit keine festen Wege und Plätze, kleine Unebenheiten und ein etwas längerer Weg zu den Sanitäranlagen. Hm. Was wird uns da erwarten? Dennoch sagte ich zu. Kurz darauf bekam ich noch eine Antwort eines anderen Campingplatzes, mit dem Vorschlag einer großen Eckparzelle und dem Hinweis, dass dies für die drei Zelte ausreichend groß sein würde. Selbst ein Plan wurde mitgegeben und ja, es hätte gepasst. Da ich schon eine Reservierung hatte, habe ich dankend abgesagt.

Bis Juli waren es noch einige Wochen und so nutzten wir diese für Vorbereitungen.
Welche Touren wollen wir gehen? Am liebsten solche, die schön, aber nicht so überlaufen sind. Was wollen wir essen? Campingküche für drei und entsprechende Planung war nötig. Bewusst waren es im Voraus mehr Touren als Tage, um dann vor Ort flexibel entscheiden zu können, wenn eine vorgesehene Tour an dem Tag nicht möglich wäre.


Unsere Planung:

In der Woche vor dem Urlaub haben wir schon einiges an Lebensmittel eingekauft, um es in Pfronten einfacher zu haben. Melli und ich haben uns um Nudeln, Kritharaki usw. gekümmert, während Miri unsere Gewürz- und Kräuterexpertin war. Für das Frühstück einigten wir uns auf Porridge mit Mandelmilch. Mandelmilch, da diese nicht gekühlt werden muss und somit unproblematischer ist beim Campen. Das Porridge sollte immer mit frischem Obst gepimpt werden.

Am Tag vor der Abreise packte ich alles und verstaute dies bis auf den Tagesrucksack schon im MINI (Svarta).


18. Juli – Anreisetag

Der Wecker an diesem Samstagmorgen meldete sich früh. Noch einen Kaffee und die Lage auf der Straße sowie das Wetter checken. Passte alles. Nun los. Zuerst in einen anderen Ortsteil um Melli abzuholen. Das Gepäck stand schon bereit und das Einladen war schnell erledigt. Nächste Station war Stuttgart. Von uns aus fast 3 Stunden Fahrt, begleitet vom Sonnenaufgang. Zum Glück fand sich in der Nähe von Miri’s Wohnung ein Parkplatz.

Nach der Begrüßung ging es an das gemütliche Frühstück bei Miri auf dem Balkon. Dort teilten Miri und ich Melli mit, dass wir die Kosten für den Urlaub (Camping) für sie übernehmen. Ein Geschenk zur kurz vorher bestandenen Prüfung.

Zurück zu Svarta, hieß es das Gepäck von Miri noch unterbringen. Drei Personen mit Gepäck und Campingausrüstung für eine Woche in einem MINI. geht. 😀

Die Fahrt ins Allgäu war ohne größeren Stau. Zumindest bis kurz vorm Allgäu. Auf der A7 im Allgäu ging es dann langsamer voran. Nachmittags kamen wir am Campingplatz in Pfronten an. Die Anmeldung war schnell erledigt und wir hatten freie Wahl auf der Wiese vor dem eigentlichen Campingplatz. Wir entschieden uns für eine Ecke, um unsere drei Zelte im Halbkreis aufstellen zu können. Der Aufbau der Zelte, Aufblasen der Isomatten usw. ging schnell vonstatten. (Titelbild!).

Für die Zeit bis zum Abendessen hatte Miri eine kurze Tour in der Nähe ausgesucht. Auf der kurzen Fahrt dorthin sind wir über die Grenze und waren damit in Tirol. Hier ging es von einem Parkplatz am Ortsrand von Vils durch einen Wald auf einem breiten geschotterten Weg bergauf bis zum Alatsee. An diesem linksherum entlang und dann wieder leicht bergauf zur Salober Alm. Hier waren wir dann wieder im Allgäu. Eine kurze Rast und dann wieder zurück zum See auf dem bekannten Weg. Dort ging es nun nach links und somit einmal komplett um den See herum. An der Stelle, an der wir zum ersten Mal auf den See gestoßen sind, führte der Weg zurück zum Parkplatz.

Zurück von dieser ersten Tour war es Zeit, sich an das Abendessen zu machen. Angedacht waren griechische Reisnudeln.

Tour: ~400 Höhenmeter
Essen: Kritheraki mit Paprika und Tomaten in einem Topf.


19. Juli

Am frühen Morgen war die Wiese, auf der wir die Zelte aufgestellt haben, vom Nebel feucht. D. h. die Füße bekamen morgens auf dem Weg zu den Sanitäranlagen eine kleine Dusche.

Für das Frühstück breiteten wir wie auch abends eine Decke zwischen den Zelten aus, auf der wir uns einfanden. Zuerst wurde Wasser für den Kaffee gekocht und danach Porridge mit Mandelmilch. Nach dem Aufteilen auf die drei Schüsselchen bekam jede von uns noch Apfelstückchen und Bananenstückchen obendrauf. Eingemummt saßen wir auf der Decke und aßen unser Frühstück an der frischen Luft.

Die heutige Tour begann direkt am Campingplatz. Rechts neben diesem geht ein schmaler Weg Richtung Berge durch Wald und Wiese bis zum Einstieg in die Reichenbachklamm. Durch diese folgten wir dem Weg nach oben und kamen am Ende der Schlucht auf einen großen Schotterweg, welcher uns in weitläufigen Windungen bis zur Hochalphütte führte. An dieser vorbei, noch ein wenig höher fanden wir einen Platz zur Rast und konnten dabei den vielen Gleitschirmflieger zuschauen.

Nach der Rast sind wir wieder zurück zur Hochalphütte und dieses Mal dort eingekehrt. Einen Latte Macchiato und ein Stück Kuchen zum Nachtisch. 😀

Über einen deutlich ausgebauten Weg ging es in Serpentinen immer wieder unter den Gondeln der Breitenbergbahn durch. Der Weg endete fast an der Talstation der Bergbahn und somit nur einen Feldweg von unserem Campingplatz entfernt.

Den restlichen Nachmittag machten wir es uns am Campingplatz gemütlich, bevor wir uns abends an die Spaghetti mit Soße aus einem Topf machten.

Tour: ~860 Höhenmeter
Essen: Spaghetti, Cocktailtomaten, getrocknete Tomaten, Zwiebel, Knoblauch und reichlich Kräuter


20. Juli

Wieder ein einfaches, stärkendes Frühstück unter freiem Himmel. Heute ging es in das Tannheimer Tal. Dazu nahmen wir die Straße, die von Pfronten direkt in das Tannheimer Tal geht. Am Ortsanfang von Haldensee ist ein großer Supermarkt, an dem wir stoppten und uns Brötchen sowie Käse für die Wandertour kauften. Wir fuhren dann noch bis vor den Ortseingang von Nesselwängle auf einen ausgeschilderten Parkplatz.

Der Wanderweg ging erst durch Felder und Wald und wurde langsam aber stetig steiler. So folgten wir dem Weg bis zum Gimpelhaus und an diesem vorbei, immer mit Blick auf felsige Gipfel. Nach einiger Zeit erreichten wir die Baumgrenze und konnten unseren Gipfel sehen. Von hier geht der Weg über eine Senke hoch auf einen Pass. Dabei überquerten wir eine Stelle, an der irgendwann einmal ein Steinrutsch war. D. h. hier war der Weg durch mehr oder weniger große Steine und lockere Steine nicht ganz so einfach. Es hieß aufpassen. Oben am Pass angekommen, legten wir eine Rast mit fantastischem Ausblick ein.

Von unserem Rastplatz auf ungefähr 2000 Metern war unser Gipfelziel nicht mehr weit. Teils mussten wir auf den letzten Metern einige Passagen durch leichtes Klettern überwinden, aber nichts wirklich Schwieriges. Und dann waren wir auf unserem Gipfel, auf der Roten Flüh (2108 Meter). Hier war es dann doch recht voll, obwohl wir unterwegs gar nicht so vielen anderen Personen begegnet sind.

Von hier ging es wieder herunter zum Pass und weiter den Weg bis fast zur Baumgrenze, den wir hierher gekommen waren. An einer Kreuzung nach dem Geröllfeld nahmen wir nun jedoch einen Weg nach links und folgten so einem langen, aber nicht so steilen Weg nach Nesselwängle herunter. Der Weg führt sozusagen an das andere Ende des Ortes, macht jedoch vor diesem einen Knick. Dadurch liefen wir oberhalb von Nesselwängle im Wald bis zum Parkplatz zurück.

Zurück am Campingplatz breiteten wir unsere Decke zwischen den Zelten aus und ich gönnte mir vor der Dusche einen Kaffee. Die anderen beiden hatten noch so viel Energie, dass sie eine Yogaeinheit einlegten. Nachdem wir alle geduscht hatten, machten wir uns an das Abendessen. Nach dem Essen und dem obligatorischen Abwasch verschwanden wir nacheinander in unsere Zelte.

Tour: ~1130 Höhenmeter
Essen Gemüsecurry mit Couscous – Mangold, Süßkartoffel, Champions und Couscous.


21. Juli

Ein frühes Frühstück, denn heute war Melli’s Wunschtour geplant, wozu wir eine längere Anfahrt hatten. Zuerst hieß es daher von Pfronten bis nach Oberstdorf zu fahren. Der Parkplatz war einfach zu finden und der Weg zur Kasse ebenfalls. Dann hatten auch wir die Kasse erreicht, bezahlt und vor uns war die Breitachklamm.

Anfangs ein wilder Fluss in einem Tal, wie er oft zu sehen ist. Je weiter wir kamen, desto enger wurde das Tal und wilder der Fluss, da auch er weniger Platz hatte. So ging es an Felsen entlang auf schmalen Wegen, welche auch durch Brücken miteinander verbunden sind.

Mehrmals wechselten wir über Brücken die Seite des Tals, bis wir zum oberen Ende der offiziellen Tour kamen. Für uns war das natürlich nicht das Ende der heutigen Tour. Wir sind direkt der ersten Brücke auf die andere Seite gefolgt und dort noch eine Weile dem Fluss entlang. Der Fluss ist hier breiter und weniger reißerisch, hat dafür aber auch viele Steinbänke. An einer markanten Stelle sind auf zwei aneinander grenzenden Steinbänken sehr, sehr viele Steintürmchen.

Kurz danach verließen wir den Weg, den wir direkt am Fluss entlang gingen und bogen nach rechts ab. Über eine Kuppe kamen wir nun in das Nachbartal mit weniger dichtem Wald und mehr Wiesen. An der ersten Hütte in diesem Tal machten wir Rast bei schönstem Sonnenschein. Diesem Tal folgten wir anschließend einige Kilometer auf einem breiten Weg bis wir am Parkplatz herauskamen.

Zurück am Campingplatz duschten wir alle und ruhten aus, bis zum Abendessen.

Tour: 538 Höhenmeter
Essen: Mexikanische Avocadosuppe mit Carmague Reis, Ingwer, Knoblauch, Karotte, Lauch, Avocado und Limette


22. Juli

Heute war eine Tour auf einem Höhenweg angedacht. Dazu fuhren wir zuerst den uns bereits bekannten Weg in das Tannheimer Tal. Auch bei dem Supermarkt machten wir wieder halt, um uns für eine Rast einzudecken. Der Parkplatz für die heutige Tour ist außerhalb von Grän am Rand eines Waldes.

Hier ging es eine Zeit lang gemütlich auf einem Waldweg bergauf. Dieser wurde mit zunehmendem Verlauf immer steiler und endete für uns an der Bad Kissinger Alp. Abseits der Alp legten wir auf einer Bank eine Rast ein und genossen die Aussicht bei Brot und Käse.

Von hier hieß der nächste Abschnitt immer dem Gräner Höhenweg folgen, mit mehr oder weniger Aussicht. Nebel zog sich nämlich am Berg hoch und versteckte hier und da den Weg kurzzeitig.

Der Gräner Höhenweg endet an einer Bergstation und dem Bergrestaurant Sonnenalm. Hier kam ich endlich zu meinem Kaiserschmarrn. 😀 Natürlich wurde geteilt. Jede hatte eine Gabel und bei einem Latte Macchiato wurde dieser in der Sonne sitzend gegessen.

Der Weg von der Sonnenalm hinunter in das Tal führte uns an der Skipiste entlang. Der Weg selbst war wenig interessant, war er doch ein normaler Feldweg. Was deutlich zu sehen war, waren die Erosionen durch den Wintersport. Der Weg führte oberhalb von Grän vorbei und zurück zum Parkplatz.

Es folgte noch die Fahrt nach Pfronten, aber nicht direkt zum Campingplatz. Hatten wir doch die Tage zuvor an der Hauptstraße den kleinen Laden „Käsealp“ entdeckt. Dort war eine überschaubare Auswahl an lokalen Käsespezialitäten, bei denen wir zugeschlagen haben – zwei Käse für die Tour am nächsten Tag. Von der Käsealp waren es nur noch ein paar Minuten bis zum Campingplatz. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit liegen in der Sonne, lesen oder ähnlichem.

Einmal während dieser Woche wollten wir essen gehen und das war heute. So sind wir abends nach Pfronten gefahren und dort zum Gasthof Adler. Hier bekamen wir im überdachten Außenbereich einen Tisch. Melli und ich hatten heute die Möglichkeit wieder Fleisch zu essen. Nach längerem Aussuchen, entschieden wir uns für einen Salat mit drei verschiedenen Käsen (Miri), Käsespätzle (Melli) und einem großen Knödel mit Pilzsoße (Ich) – soviel zum Thema Fleisch. 😂

Tour: 1600 Höhenmeter


23. Juli

Nachts hatte es geregnet und auch gewittert. Melli und ich hatten es zwar wahrgenommen, ansonsten jedoch gut geschlafen. Nur Miri war durch das Gewitter etwas aufgeregt gewesen, war es doch ihre erste Nacht bei Gewitter in einem Zelt. Ergebnis ihrer Recherche über Nacht war, dass man besser nicht bei Gewitter campen sollte. Auch nicht in der Nähe von hohen Objekten wie Bäumen. Am Morgen, zum Frühstück war von dem Regen bzw. Gewitter nicht viel zu merken. Die Wiese war wie immer leicht feucht vom Nebel der Nacht, mehr aber auch nicht. Für unser Frühstücksritual hatte es zumindest keine Auswirkung.

Auch heute war wieder eine Tour im Tannheimer Tal vorgesehen. Am Vilsalpsee, der recht bekannt ist, war der Beginn der Tour. Der Tag begann mit strahlendem Sonnenschein und ließ Gutes erwarten. Zuerst ging es ein kurzes Stück vom Parkplatz zum See und an diesem rechts entlang.

Am nordwestlichen Ende folgten wir dann jedoch nicht weiter dem Weg um den See, sondern liefen geradeaus und damit bergauf weiter. Von hier in westlicher Richtung liegt die Roßalpe und etwas höher ein Pass, der unser Ziel war. Ein gemütlicher, stetig steigender Weg. Oben angekommen machten wir eine Pause, bevor es wieder auf demselben Weg zurück zum See ging.

Am See folgten wir dem Weg entlang dem Ufer bis zum südlichen Ende und dort noch weiter in das Tal hinein zur Vilsalpe wo wir einkehrten.

So langsam zogen Wolken auf und es wurde windig. Daher machten wir uns nun zügig an auf den Rückweg. Ungefähr auf halber Strecke fing es an zu regnen und bis zum Auto sollte es leider nicht mehr aufhören. Dort angekommen, waren wir alle drei durchnässt.

Auf dem Campingplatz sind wir deshalb ziemlich schnell unter die warme Dusche verschwunden. Hier hatte es nicht geregnet und alles war trocken, weshalb das Abendessen im Freien wieder ohne Probleme möglich war.

Mit dem Sonnenuntergang bot sich uns noch ein tolles farbiges Wolkenspiel zum Abschluss des Tages.

Tour: 700 Höhenmeter
Essen: Griechische Nudelpfanne mit Nudeln, Aubergine, Zucchini und Feta


24. Juli

Der Morgen begann wieder sonnig, jedoch etwas frisch. Eingepackt in Fleecedecken haben wir dennoch auf unserer Decke zwischen den Zelten gefrühstückt.

Der Weg zur heutigen Wanderung war uns vom Vortag schon bekannt. Es ging wieder an den Vilsalpsee. Dieses Mal jedoch auf der anderen Seeseite bis ungefähr zur Mitte des Sees. Ab dort folgten wir einem Wanderweg bergauf, am Traualpsee vorbei bis zur Landsberger Hütte in der wir kurz einkehrten. Während wir dort saßen und etwas tranken, konnten wir beobachten, wie eine Gruppe auf der anderen Talseite sich in einem Steig vorantastete.

Von der Landsberger Hütte hieß es für uns nach Süden weiter. Zuerst ein paar Meter nach unten, um dann auf einem Grat nach oben zu laufen. So gelangten wir bis zur Steinkarspitze.

Die Tour hätte uns eigentlich einmal um den Vilsalpsee geführt. Jedoch zogen immer dunklere Wolken im Norden auf und daher entschieden wir uns über die Steinkarscharte und damit etwas unterhalb des zuvor hoch gelaufenen Grates zurück zur Landsberger Hütte zu laufen.

Meine Idee war es, den Regen, der vermutlich kommen sollte, auf der Hütte auszusitzen. Miri bestand jedoch darauf, so schnell wie möglich nach unten zum Vilsalpsee zu gehen. Miri hatte gewonnen. 😊

So sind wir von hier zügig über den Traualpsee zurück zum Vilsalpsee. Auf halber Strecke zwischen Traualpsee und Vilsalpsee hatte es dann begonnen zu regnen. Daher stoppten wir kurz, um unser Regenzeug anzuziehen und weiter ging es, zurück zu Svarta.

Angekommen an Svarta hatten wir einiges an Regen abbekommen. Meine Hose ist zwar nur extrem Wasser- und Winddicht, hielt aber absolut trocken. Die Regenjacke hatte mich ebenso trocken gehalten. Daher war die Rückfahrt zum Campingplatz heute entspannter.

Da wir nun viel früher wieder am Campingplatz waren wie ursprünglich geplant, machten wir es uns im Aufenthaltsraum des Campingplatzes gemütlich und bestellen Kaffee und Kuchen. Der Kuchen war lecker. Wie wir erfuhren, wird jeden Tag neuer Kuchen von der Oma des Betreiberpärchens gebacken.

Am späteren Nachmittag kam dann Micha, Miris Freund. Leider konnte er keine Tage frei nehmen und auch nicht früher kommen. Zumindest zum letzten gemeinsamen Abendessen hat es immerhin geklappt. Und Svarta hatte mit Elmo nun ebenfalls Besuch bekommen.

Tour: 950 Höhenmeter
Essen: Kirchererbseneintopf mit Tomaten. Kichererbsen, gehackte Tomaten, Zwiebel, Knoblauch und Mais.


25. Juli – Heimreise

Der letzte Morgen für Melli und mich. Wir packten unsere Zelte und alles andere ein. Miri und Micha blieben noch einen Tag und wir verabschiedeten uns daher nun.

Melli und ich fuhren nach Pfronten zur Bäckerei und Café Tipp. Dort sind wir in den letzten Tagen immer wieder vorbeigefahren und heute wollten wir hier Frühstücken. Auf der Bank am Ende des Raumes machten wir es uns gemütlich und bestellten ein Frühstück für zwei. Da war alles dabei, von Süßem bis Herzhaften und zusätzlich hatten wir uns noch Eier bestellt.

Nach dem ausgiebigen Frühstück hieß es für uns dann aber wirklich Abschied nehmen von Pfronten und die Heimreise anzutreten.

Viele Stunden später sind wir nach einer erlebnisreichen Woche Zuhause angekommen.


Resümee

Campingplätze sind in den letzten Jahren schon beliebter geworden, die Pandemie hat es scheinbar noch verstärkt. Gemerkt haben wir das bei der Suche nach einem Platz für drei Zelte auf einem Campingplatz. Die Betreiber des Campingplatzes in Pfronten sind echt super. Haben sich um alles gekümmert, waren immer hilfsbereit und die Sanitäranlagen waren immer sauber. 👍

Die Woche Chill & Climb war zwar anstrengend, aber auch sehr schön. Miri hatte dazu tolle Touren ausgesucht, die nicht so geläufig sind und uns daher auf Pfade gebracht, auf denen nicht so viele andere unterwegs waren.

Allgäu und Tannheimer Tal – wir kommen gerne wieder.


Unsere Campingküche bestand aus zwei Kochern mit Töpfen und vielem frischen wie auch fertigem aus Dosen. Hier ein paar Impressionen dazu.


Karte mit den Touren


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