Deutschland – Sylt – Oktober 2023

Im Mai 2023 wurde der Entschluss getroffen, für ein paar Tage nach Sylt zu reisen. Durch ein Wanderevent von Marsch-zum-Meer – Insel-Edition Föhr – habe ich u. a. ein paar Personen, die auf Sylt leben getroffen und zu zweien habe ich noch losen Kontakt.

So schrieb Steffie (von Sylt), ob ich Lust habe mal auf die Insel zu kommen. Ein paar Tage vor dem letzten Wochenende im Oktober sollten doch möglich sein. Gefunden haben sich dann vier Tage im Oktober. 

Bei vier Tagen kristallisierte sich heraus, dass ein Flug von Frankfurt nach Westerland die zeitlich beste Variante ist. In Bezug auf den CO₂-Fußabdruck nicht wirklich ideal, aber mit der Bahn würden alleine für die An- und Abreise, genauso wie mit dem Auto je ein Tag anfallen. Der Flug wird selbstverständlich kompensiert und für das Gewissen nicht nur mit dem berechneten Wert, sondern noch mit einem Faktor versehen.

Apropos Wanderevent. Steffie und Charlotte hatten sich schon für das letzte Oktoberwochenende angemeldet, um die 100 Kilometer um Sylt vorzunehmen. 50 Kilometer hätte ich mir wohl zugetraut, eine Anmeldung war jedoch nicht mehr möglich. Was soll’s! Die beiden unternehmen ja Trainingsläufe und so werden wir zusammen 30 bis 40 Kilometer auf der Insel unterwegs sein. Wird spannend, was ich dabei sehen werde.


Oktober

Meine letzten beiden Aufenthalte auf Sylt war zweimal zur Jugendzeit zur Kur. Lange ist es somit her, dass ich auf Sylt war.

Weiter im Oktober….

Deutschland – Sächsische Schweiz – September 2018

Für das erste Septemberwochenende stand ein MINI-Treffen mit Ausfahrt in Dresden an. Eine Stadtführung am Sonntagmorgen inklusive. Wenn man schon in Dresden ist, bietet es sich an das Wochenende um ein paar Tage zu verlängern und in die Sächsische Schweiz vor den Toren Dresdens zu fahren. 

So hatte ich es dann auch geplant und umgesetzt. Anreise zum MINI-Treffen war am Freitag, die Ausfahrt am Samstag leider im Regen und Sonntag die Stadtführung. Am Sonntagmittag verabschiedeten wir uns und die meisten fuhren nach Hause und ich in die Sächsische Schweiz.

Vorab gebuchte hatte ich einen Platz für ein Zelt auf dem Campingplatz Berg Oase in Sebnitz. Der Campingplatz liegt am Ortsrand und danach kommt nur noch Naturschutzgebiet – also freie Sicht auf die Sächsische Schweiz. Der Campingplatz selbst ist über drei Terrassen verteilt und recht locker geführt. So gab es eine handvoll Duschmarken und abgerechnet wurde erst am Ende. Mein Zelt baute ich auf der mittleren Wiese neben einem Obstbäumchen auf.

Die Touren für die nächsten Tage suchte ich mir vorab im Internet über Outdoorseiten heraus. Die vier gewählten Touren bieten einen guten Überblick über die Vielfalt des Nationalparks.


03. September – Aussichtsreiche Stiegentour

Am ersten Tag fuhr ich nach Schmilka, kurz vor der tschechischen Grenze. Ein großer Parkplatz war an der Elbe gleich zu sehen. Schmilka selbst ist so klein und urig, dass es dort keine Parkmöglichkeiten gibt und daher ist der Parkplatz am Ortsrand am besten zu wählen.

Der Wanderweg führte mich zuerst an der Elbe entlang zu der Aussicht „Kleine Bastei“, von dort über einen längeren geschlängelten Weg zur Affenwand. ok, so einfach war es dann doch nicht. Ich gelangte in einen Einschnitt, der an einer Felswand endete. Da hoch? Ja, es ist die starke Stiege und oben konnte ich noch ein Pärchen auf den letzten Metern erkennen. Der Aufstieg hoch war schnell gefunden und die spärlich gesetzten Eisenringe zeigten den Weg.

Über den Weg im Wald, der öfters sandig war, hatte ich an ausgesetzten Stellen einen schönen Blick über die Landschaft. Viel später kam ich zur Häntzelstiege. Ohne Stiegausrüstung war mir diese dann doch nicht ganz geheuer. Da auf einem Schild zuvor auf eine Klettersteigausrüstung hingewiesen wurde, lies ich es sein. So bin ich dann über einen Bogen und durch eine Schlucht auf einem anderen Weg oberhalb der Häntzschelstiege herausgekommen und weiter zum Carolafelsen gelangt.

Von hier bin ich dann nach Schmilka zurück und habe dabei die Heilige Stiege von oben herab genommen. Sehr schön – von oben. Von unten gefühlt eine Treppe ohne Ende.

In ungefähr der Mitte macht die Treppe einen Bogen um einen großen Felsen. Dort kamen mir zwei Mädels entgegen. Kaum an dem Felsen vorbei, hörte ich einen Schrei. 😂 Noch mehr Stufen!

Mein Weg war da so viel einfacher! In Schmilka kam ich am oberen Ortsende an und folgte der Straße nach unten zur Elbe. Kurz vor dem Erreichen des Parkplatzes stoppte ich für ein Bild an der alten Bäckerei. Hier hatte ich am morgen etwas für meine Pause gekauft. Sehr empfehlenswert.

Nach dem Abendessen am Campingplatz endete der Tag mit einem tollen Sonnenuntergang.

Tour: 17,6 Kilometer mit Klettereinlage


04. September – kleines Raubschloss

Der Ausgangspunkt für die Wanderung liegt an einer Straße parallel zum Campingplatz im Kirnitzschtal. Um dorthin zu gelangen, musste ich jedoch einen großen Bogen fahren. Das Kirnitzschtal ist u. a. wegen seiner dort fahrenden Straßenbahn bekannt. Der Wanderparkplatz befindet sich bei der Neumannmühle, die einsam in einer Lichtung an der Straße liegt.

Der Wanderweg führte mich nach Süden in Richtung der tschechischen Grenze durch den Wald. Die meiste Zeit ist es ein breiter Forstweg bis fast zum ersten Highlight der Tour. Hier bog ich ab auf einen schmaleren Weg, um zum Winterstein zu kommen. Oben auf dem Winterstein sind die Überreste des Raubschlosses noch zu erkennen. Um dorthin zu gelangen, hieß es durch schmale Felsspalten und auf Eisentreppen hoch zu laufen. Bei Entgegenkommenden war ein Ausweichen nicht so einfach. Dies geht nur an den Stellen, an denen es ein wenig breiter ist. Von oben hatte ich dann eine tolle Aussicht über die Sächsische Schweiz.

Weiter ging es dann wieder größtenteils über Forstwege zu einem alten Zeughaus, das mittlerweile ein beliebtes Ausflugsgasthaus im Wald ist. Bis dorthin kam ich auch an einer Grotte vorbei, an den Bärenfangwänden und auf schmalen sandigen Pfaden in ein Tal. 

Wirklich schön war es, dort unterwegs zu sein. Bilder hatte ich auf dieser Strecke kaum welche gemacht, hätte man doch fast nur Bäume gesehen. Felsformationen, wie die Bärenfangwände, stehen immer wieder aus dem Wald heraus und sind typisch für die Region. Dort wo sie etwas höher sind, kann es durchaus sein, dass Kletterer unterwegs sind. Sandige schmale Pfade durch den Wald laden abschnittsweise zu einem meditativen Laufen ein. Kopf frei und einfach nur laufen.

Am Campingplatz kam ich mit einer mir gegenüber campenden Familie ins Gespräch. Ein großer umgebauten Unimog war deren Zuhause. Sehr interessant, da vieles auch selbst umgebaut wurde. Ich, mit meinem kleinen Zelt, war daneben ein deutlicher Kontrast.😅

Nach dem Abendessen verbrachte ich noch ein wenig Zeit am großen Baum vor dem Campingplatz in der Abendsonne und mit der Sicht auf die Sächsische Schweiz.

Tour: 16 Kilometer


05. September – Basteiaussicht

Zur Bastei kamen wir bereits während der MINI-Ausfahrt. Nur leider im Regen und ohne große Aussicht. Da die Bastei eines der Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz ist, gehört sie einfach für eine Tour dort dazu. Die ausgesuchte Wanderung startet dazu am Parkplatz zur Bastei.

Am Rand des Parkplatzes ging es dann jedoch nicht zur Bastei, sondern seitlich ab zu den bereits dort ausgeschilderten Schwedenlöchern. Ein breiter Weg durch den Wald, der ab den Schwedenlöchern deutlich stärker bergab geht. Bei den Schwedenlöchern gibt es ein paar Engstellen zu durchlaufen, die diese Strecke interessant machen. Zusammen mit dem Sonnenlicht war es ein schöner Weg bis zum langstrestreckten Amselsee.

Am See führte mich ein gut ausgebauter Weg bis nach Rathen. Da Rathen ein Kurort ist, ist der Weg am See ein beliebter Spaziergang und entsprechend gepflegt, während der Woche zum Glück auch nicht völlig überlaufen.

In Rathen angekommen, sah ich eine Eisdiele und konnte nicht widerstehen. 😊

Nun ging es zuerst die Straße zum See zurück, um dann vor dem See die Abzweigung zum Basteiweg zu nehmen. Dieser ist breit und gut ausgebaut, geht jedoch stetig bergauf. Nix mit gemütlichen Spaziergang. 😁

Noch vor der Bastei kam ich an den Überresten des Neurather Schlosses vorbei. Das wurde von mir erkundet und auf die Brücke dort bin ich selbstverständlich auch.

Eine schöne Anlage, die nicht so überlaufen ist, wie die Bastei. Es gibt auch hier ein paar tolle Aussichten, jedoch mit nicht ganz so weitem Blick wie von der Bastei. 

Die Bastei war dann nicht mehr weit und dort bin ich ebenfalls über die gemauerte Basteibrücke. Am Samstag zuvor war es bei Regen kein besonderer Ausblick, heute mit strahlendem Wetter war die Sicht sehr weit über die Sächsische Schweiz. 

Tour: ~7,5 Kilometer


06. September – Heimreise

Ausgeschlafen kroch ich aus meinem Zelt und frühstückte. Danach folgte das übliche packen. Vor der Abfahrt zahlte ich meinen Platz und die genutzten Duschmarken. 

Sodann ging es auf die Fahrt nach Hause.


Resümee

An das MINI-Treffen noch ein paar Tage anzuhängen und daraus einen Kurzurlaub zu machen, war eine gute Idee. Für den September waren die Temperaturen noch sehr angenehm – auch über Nacht. 

Die Sächsische Schweiz ist ein beliebtes Wandergebiet. Innerhalb der Sächsischen Schweiz verläuft sich das und nur an wenigen Punkten waren mir größere Menschenmengen begegnet. Ausnahme hiervon ist die Tour an der Bastei, da dies mit eines der Hauptattraktionen ist und oberhalb eines Kurorts liegt. Aber auch hier hielt sich das an dem Tag, an dem ich dort war, in Grenzen. Es empfiehlt sich oft solche Hotspots eher während der Woche zu besuchen und bewahrheitete sich hier wieder.

Die Wege in der Sächsischen Schweiz boten alles, von normalen Waldwegen, festen Schotterwegen bis zu kleinen schmalen und sandigen Wegen nahe einer Felsenkante. Es wurde so nie langweilig auf den Wegen. Die Stiege und Wege durch Felsformationen taten ihr Übriges dazu.

Von oben betrachtet liegen die meisten Wege im Wald und dennoch bieten sich immer wieder tolle Aussichten über die Region. 😊



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Deutschland/Österreich – Allgäu/Tirol – Juli 2020

Der erste größere Urlaub in der Pandemie und Unsicherheiten in Bezug auf die Regelungen haben uns dazu bewogen, mit Auto und Zelt auf die Reise zu gehen. Uns, das sind Miri, Melli und ich. Drei Mädels und ihre Zelte.

Nach einem verlängerten Wochenende im Juni in der Rhön entschieden wir uns für einen Urlaub in der Alpenregion. Die Suche nach einem geeigneten Campingplatz für drei kleine Zelte und einen MINI waren gar nicht so einfach. Der Boom der letzten Jahre zum Camping mit Van oder Wohnmobil hatte stark zugenommen und so musste ich einige Campingplätze anschreiben und nach einem Platz fragen. Meist kam die Absage recht schnell. Einige ließen sich jedoch auch viel Zeit dazu, mir zu antworten. Bei einem Campingplatz stand jedoch explizit, dass man anrufen sollte. Nun, da schon so viele Absagen vorhanden waren, rief ich an einem Montagmorgen dort an. Ein freundlicher Herr erklärte mir, dass der eigentliche Campingplatz bereits voll ist, sie in diesem Jahr aber eine davor liegende Wiese zur Verfügung haben. Ursprünglich eine Wiese für Weidetiere und damit keine festen Wege und Plätze, kleine Unebenheiten und ein etwas längerer Weg zu den Sanitäranlagen. Hm. Was wird uns da erwarten? Dennoch sagte ich zu. Kurz darauf bekam ich noch eine Antwort eines anderen Campingplatzes, mit dem Vorschlag einer großen Eckparzelle und dem Hinweis, dass dies für die drei Zelte ausreichend groß sein würde. Selbst ein Plan wurde mitgegeben und ja, es hätte gepasst. Da ich schon eine Reservierung hatte, habe ich dankend abgesagt.

Bis Juli waren es noch einige Wochen und so nutzten wir diese für Vorbereitungen.
Welche Touren wollen wir gehen? Am liebsten solche, die schön, aber nicht so überlaufen sind. Was wollen wir essen? Campingküche für drei und entsprechende Planung war nötig. Bewusst waren es im Voraus mehr Touren als Tage, um dann vor Ort flexibel entscheiden zu können, wenn eine vorgesehene Tour an dem Tag nicht möglich wäre.


Unsere Planung:

In der Woche vor dem Urlaub haben wir schon einiges an Lebensmittel eingekauft, um es in Pfronten einfacher zu haben. Melli und ich haben uns um Nudeln, Kritharaki usw. gekümmert, während Miri unsere Gewürz- und Kräuterexpertin war. Für das Frühstück einigten wir uns auf Porridge mit Mandelmilch. Mandelmilch, da diese nicht gekühlt werden muss und somit unproblematischer ist beim Campen. Das Porridge sollte immer mit frischem Obst gepimpt werden.

Am Tag vor der Abreise packte ich alles und verstaute dies bis auf den Tagesrucksack schon im MINI (Svarta).


18. Juli – Anreisetag

Der Wecker an diesem Samstagmorgen meldete sich früh. Noch einen Kaffee und die Lage auf der Straße sowie das Wetter checken. Passte alles. Nun los. Zuerst in einen anderen Ortsteil um Melli abzuholen. Das Gepäck stand schon bereit und das Einladen war schnell erledigt. Nächste Station war Stuttgart. Von uns aus fast 3 Stunden Fahrt, begleitet vom Sonnenaufgang. Zum Glück fand sich in der Nähe von Miri’s Wohnung ein Parkplatz.

Nach der Begrüßung ging es an das gemütliche Frühstück bei Miri auf dem Balkon. Dort teilten Miri und ich Melli mit, dass wir die Kosten für den Urlaub (Camping) für sie übernehmen. Ein Geschenk zur kurz vorher bestandenen Prüfung.

Zurück zu Svarta, hieß es das Gepäck von Miri noch unterbringen. Drei Personen mit Gepäck und Campingausrüstung für eine Woche in einem MINI. geht. 😀

Die Fahrt ins Allgäu war ohne größeren Stau. Zumindest bis kurz vorm Allgäu. Auf der A7 im Allgäu ging es dann langsamer voran. Nachmittags kamen wir am Campingplatz in Pfronten an. Die Anmeldung war schnell erledigt und wir hatten freie Wahl auf der Wiese vor dem eigentlichen Campingplatz. Wir entschieden uns für eine Ecke, um unsere drei Zelte im Halbkreis aufstellen zu können. Der Aufbau der Zelte, Aufblasen der Isomatten usw. ging schnell vonstatten. (Titelbild!).

Für die Zeit bis zum Abendessen hatte Miri eine kurze Tour in der Nähe ausgesucht. Auf der kurzen Fahrt dorthin sind wir über die Grenze und waren damit in Tirol. Hier ging es von einem Parkplatz am Ortsrand von Vils durch einen Wald auf einem breiten geschotterten Weg bergauf bis zum Alatsee. An diesem linksherum entlang und dann wieder leicht bergauf zur Salober Alm. Hier waren wir dann wieder im Allgäu. Eine kurze Rast und dann wieder zurück zum See auf dem bekannten Weg. Dort ging es nun nach links und somit einmal komplett um den See herum. An der Stelle, an der wir zum ersten Mal auf den See gestoßen sind, führte der Weg zurück zum Parkplatz.

Zurück von dieser ersten Tour war es Zeit, sich an das Abendessen zu machen. Angedacht waren griechische Reisnudeln.

Tour: ~400 Höhenmeter
Essen: Kritheraki mit Paprika und Tomaten in einem Topf.


19. Juli

Am frühen Morgen war die Wiese, auf der wir die Zelte aufgestellt haben, vom Nebel feucht. D. h. die Füße bekamen morgens auf dem Weg zu den Sanitäranlagen eine kleine Dusche.

Für das Frühstück breiteten wir wie auch abends eine Decke zwischen den Zelten aus, auf der wir uns einfanden. Zuerst wurde Wasser für den Kaffee gekocht und danach Porridge mit Mandelmilch. Nach dem Aufteilen auf die drei Schüsselchen bekam jede von uns noch Apfelstückchen und Bananenstückchen obendrauf. Eingemummt saßen wir auf der Decke und aßen unser Frühstück an der frischen Luft.

Die heutige Tour begann direkt am Campingplatz. Rechts neben diesem geht ein schmaler Weg Richtung Berge durch Wald und Wiese bis zum Einstieg in die Reichenbachklamm. Durch diese folgten wir dem Weg nach oben und kamen am Ende der Schlucht auf einen großen Schotterweg, welcher uns in weitläufigen Windungen bis zur Hochalphütte führte. An dieser vorbei, noch ein wenig höher fanden wir einen Platz zur Rast und konnten dabei den vielen Gleitschirmflieger zuschauen.

Nach der Rast sind wir wieder zurück zur Hochalphütte und dieses Mal dort eingekehrt. Einen Latte Macchiato und ein Stück Kuchen zum Nachtisch. 😀

Über einen deutlich ausgebauten Weg ging es in Serpentinen immer wieder unter den Gondeln der Breitenbergbahn durch. Der Weg endete fast an der Talstation der Bergbahn und somit nur einen Feldweg von unserem Campingplatz entfernt.

Den restlichen Nachmittag machten wir es uns am Campingplatz gemütlich, bevor wir uns abends an die Spaghetti mit Soße aus einem Topf machten.

Tour: ~860 Höhenmeter
Essen: Spaghetti, Cocktailtomaten, getrocknete Tomaten, Zwiebel, Knoblauch und reichlich Kräuter


20. Juli

Wieder ein einfaches, stärkendes Frühstück unter freiem Himmel. Heute ging es in das Tannheimer Tal. Dazu nahmen wir die Straße, die von Pfronten direkt in das Tannheimer Tal geht. Am Ortsanfang von Haldensee ist ein großer Supermarkt, an dem wir stoppten und uns Brötchen sowie Käse für die Wandertour kauften. Wir fuhren dann noch bis vor den Ortseingang von Nesselwängle auf einen ausgeschilderten Parkplatz.

Der Wanderweg ging erst durch Felder und Wald und wurde langsam aber stetig steiler. So folgten wir dem Weg bis zum Gimpelhaus und an diesem vorbei, immer mit Blick auf felsige Gipfel. Nach einiger Zeit erreichten wir die Baumgrenze und konnten unseren Gipfel sehen. Von hier geht der Weg über eine Senke hoch auf einen Pass. Dabei überquerten wir eine Stelle, an der irgendwann einmal ein Steinrutsch war. D. h. hier war der Weg durch mehr oder weniger große Steine und lockere Steine nicht ganz so einfach. Es hieß aufpassen. Oben am Pass angekommen, legten wir eine Rast mit fantastischem Ausblick ein.

Von unserem Rastplatz auf ungefähr 2000 Metern war unser Gipfelziel nicht mehr weit. Teils mussten wir auf den letzten Metern einige Passagen durch leichtes Klettern überwinden, aber nichts wirklich Schwieriges. Und dann waren wir auf unserem Gipfel, auf der Roten Flüh (2108 Meter). Hier war es dann doch recht voll, obwohl wir unterwegs gar nicht so vielen anderen Personen begegnet sind.

Von hier ging es wieder herunter zum Pass und weiter den Weg bis fast zur Baumgrenze, den wir hierher gekommen waren. An einer Kreuzung nach dem Geröllfeld nahmen wir nun jedoch einen Weg nach links und folgten so einem langen, aber nicht so steilen Weg nach Nesselwängle herunter. Der Weg führt sozusagen an das andere Ende des Ortes, macht jedoch vor diesem einen Knick. Dadurch liefen wir oberhalb von Nesselwängle im Wald bis zum Parkplatz zurück.

Zurück am Campingplatz breiteten wir unsere Decke zwischen den Zelten aus und ich gönnte mir vor der Dusche einen Kaffee. Die anderen beiden hatten noch so viel Energie, dass sie eine Yogaeinheit einlegten. Nachdem wir alle geduscht hatten, machten wir uns an das Abendessen. Nach dem Essen und dem obligatorischen Abwasch verschwanden wir nacheinander in unsere Zelte.

Tour: ~1130 Höhenmeter
Essen Gemüsecurry mit Couscous – Mangold, Süßkartoffel, Champions und Couscous.


21. Juli

Ein frühes Frühstück, denn heute war Melli’s Wunschtour geplant, wozu wir eine längere Anfahrt hatten. Zuerst hieß es daher von Pfronten bis nach Oberstdorf zu fahren. Der Parkplatz war einfach zu finden und der Weg zur Kasse ebenfalls. Dann hatten auch wir die Kasse erreicht, bezahlt und vor uns war die Breitachklamm.

Anfangs ein wilder Fluss in einem Tal, wie er oft zu sehen ist. Je weiter wir kamen, desto enger wurde das Tal und wilder der Fluss, da auch er weniger Platz hatte. So ging es an Felsen entlang auf schmalen Wegen, welche auch durch Brücken miteinander verbunden sind.

Mehrmals wechselten wir über Brücken die Seite des Tals, bis wir zum oberen Ende der offiziellen Tour kamen. Für uns war das natürlich nicht das Ende der heutigen Tour. Wir sind direkt der ersten Brücke auf die andere Seite gefolgt und dort noch eine Weile dem Fluss entlang. Der Fluss ist hier breiter und weniger reißerisch, hat dafür aber auch viele Steinbänke. An einer markanten Stelle sind auf zwei aneinander grenzenden Steinbänken sehr, sehr viele Steintürmchen.

Kurz danach verließen wir den Weg, den wir direkt am Fluss entlang gingen und bogen nach rechts ab. Über eine Kuppe kamen wir nun in das Nachbartal mit weniger dichtem Wald und mehr Wiesen. An der ersten Hütte in diesem Tal machten wir Rast bei schönstem Sonnenschein. Diesem Tal folgten wir anschließend einige Kilometer auf einem breiten Weg bis wir am Parkplatz herauskamen.

Zurück am Campingplatz duschten wir alle und ruhten aus, bis zum Abendessen.

Tour: 538 Höhenmeter
Essen: Mexikanische Avocadosuppe mit Carmague Reis, Ingwer, Knoblauch, Karotte, Lauch, Avocado und Limette


22. Juli

Heute war eine Tour auf einem Höhenweg angedacht. Dazu fuhren wir zuerst den uns bereits bekannten Weg in das Tannheimer Tal. Auch bei dem Supermarkt machten wir wieder halt, um uns für eine Rast einzudecken. Der Parkplatz für die heutige Tour ist außerhalb von Grän am Rand eines Waldes.

Hier ging es eine Zeit lang gemütlich auf einem Waldweg bergauf. Dieser wurde mit zunehmendem Verlauf immer steiler und endete für uns an der Bad Kissinger Alp. Abseits der Alp legten wir auf einer Bank eine Rast ein und genossen die Aussicht bei Brot und Käse.

Von hier hieß der nächste Abschnitt immer dem Gräner Höhenweg folgen, mit mehr oder weniger Aussicht. Nebel zog sich nämlich am Berg hoch und versteckte hier und da den Weg kurzzeitig.

Der Gräner Höhenweg endet an einer Bergstation und dem Bergrestaurant Sonnenalm. Hier kam ich endlich zu meinem Kaiserschmarrn. 😀 Natürlich wurde geteilt. Jede hatte eine Gabel und bei einem Latte Macchiato wurde dieser in der Sonne sitzend gegessen.

Der Weg von der Sonnenalm hinunter in das Tal führte uns an der Skipiste entlang. Der Weg selbst war wenig interessant, war er doch ein normaler Feldweg. Was deutlich zu sehen war, waren die Erosionen durch den Wintersport. Der Weg führte oberhalb von Grän vorbei und zurück zum Parkplatz.

Es folgte noch die Fahrt nach Pfronten, aber nicht direkt zum Campingplatz. Hatten wir doch die Tage zuvor an der Hauptstraße den kleinen Laden „Käsealp“ entdeckt. Dort war eine überschaubare Auswahl an lokalen Käsespezialitäten, bei denen wir zugeschlagen haben – zwei Käse für die Tour am nächsten Tag. Von der Käsealp waren es nur noch ein paar Minuten bis zum Campingplatz. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit liegen in der Sonne, lesen oder ähnlichem.

Einmal während dieser Woche wollten wir essen gehen und das war heute. So sind wir abends nach Pfronten gefahren und dort zum Gasthof Adler. Hier bekamen wir im überdachten Außenbereich einen Tisch. Melli und ich hatten heute die Möglichkeit wieder Fleisch zu essen. Nach längerem Aussuchen, entschieden wir uns für einen Salat mit drei verschiedenen Käsen (Miri), Käsespätzle (Melli) und einem großen Knödel mit Pilzsoße (Ich) – soviel zum Thema Fleisch. 😂

Tour: 1600 Höhenmeter


23. Juli

Nachts hatte es geregnet und auch gewittert. Melli und ich hatten es zwar wahrgenommen, ansonsten jedoch gut geschlafen. Nur Miri war durch das Gewitter etwas aufgeregt gewesen, war es doch ihre erste Nacht bei Gewitter in einem Zelt. Ergebnis ihrer Recherche über Nacht war, dass man besser nicht bei Gewitter campen sollte. Auch nicht in der Nähe von hohen Objekten wie Bäumen. Am Morgen, zum Frühstück war von dem Regen bzw. Gewitter nicht viel zu merken. Die Wiese war wie immer leicht feucht vom Nebel der Nacht, mehr aber auch nicht. Für unser Frühstücksritual hatte es zumindest keine Auswirkung.

Auch heute war wieder eine Tour im Tannheimer Tal vorgesehen. Am Vilsalpsee, der recht bekannt ist, war der Beginn der Tour. Der Tag begann mit strahlendem Sonnenschein und ließ Gutes erwarten. Zuerst ging es ein kurzes Stück vom Parkplatz zum See und an diesem rechts entlang.

Am nordwestlichen Ende folgten wir dann jedoch nicht weiter dem Weg um den See, sondern liefen geradeaus und damit bergauf weiter. Von hier in westlicher Richtung liegt die Roßalpe und etwas höher ein Pass, der unser Ziel war. Ein gemütlicher, stetig steigender Weg. Oben angekommen machten wir eine Pause, bevor es wieder auf demselben Weg zurück zum See ging.

Am See folgten wir dem Weg entlang dem Ufer bis zum südlichen Ende und dort noch weiter in das Tal hinein zur Vilsalpe wo wir einkehrten.

So langsam zogen Wolken auf und es wurde windig. Daher machten wir uns nun zügig an auf den Rückweg. Ungefähr auf halber Strecke fing es an zu regnen und bis zum Auto sollte es leider nicht mehr aufhören. Dort angekommen, waren wir alle drei durchnässt.

Auf dem Campingplatz sind wir deshalb ziemlich schnell unter die warme Dusche verschwunden. Hier hatte es nicht geregnet und alles war trocken, weshalb das Abendessen im Freien wieder ohne Probleme möglich war.

Mit dem Sonnenuntergang bot sich uns noch ein tolles farbiges Wolkenspiel zum Abschluss des Tages.

Tour: 700 Höhenmeter
Essen: Griechische Nudelpfanne mit Nudeln, Aubergine, Zucchini und Feta


24. Juli

Der Morgen begann wieder sonnig, jedoch etwas frisch. Eingepackt in Fleecedecken haben wir dennoch auf unserer Decke zwischen den Zelten gefrühstückt.

Der Weg zur heutigen Wanderung war uns vom Vortag schon bekannt. Es ging wieder an den Vilsalpsee. Dieses Mal jedoch auf der anderen Seeseite bis ungefähr zur Mitte des Sees. Ab dort folgten wir einem Wanderweg bergauf, am Traualpsee vorbei bis zur Landsberger Hütte in der wir kurz einkehrten. Während wir dort saßen und etwas tranken, konnten wir beobachten, wie eine Gruppe auf der anderen Talseite sich in einem Steig vorantastete.

Von der Landsberger Hütte hieß es für uns nach Süden weiter. Zuerst ein paar Meter nach unten, um dann auf einem Grat nach oben zu laufen. So gelangten wir bis zur Steinkarspitze.

Die Tour hätte uns eigentlich einmal um den Vilsalpsee geführt. Jedoch zogen immer dunklere Wolken im Norden auf und daher entschieden wir uns über die Steinkarscharte und damit etwas unterhalb des zuvor hoch gelaufenen Grates zurück zur Landsberger Hütte zu laufen.

Meine Idee war es, den Regen, der vermutlich kommen sollte, auf der Hütte auszusitzen. Miri bestand jedoch darauf, so schnell wie möglich nach unten zum Vilsalpsee zu gehen. Miri hatte gewonnen. 😊

So sind wir von hier zügig über den Traualpsee zurück zum Vilsalpsee. Auf halber Strecke zwischen Traualpsee und Vilsalpsee hatte es dann begonnen zu regnen. Daher stoppten wir kurz, um unser Regenzeug anzuziehen und weiter ging es, zurück zu Svarta.

Angekommen an Svarta hatten wir einiges an Regen abbekommen. Meine Hose ist zwar nur extrem Wasser- und Winddicht, hielt aber absolut trocken. Die Regenjacke hatte mich ebenso trocken gehalten. Daher war die Rückfahrt zum Campingplatz heute entspannter.

Da wir nun viel früher wieder am Campingplatz waren wie ursprünglich geplant, machten wir es uns im Aufenthaltsraum des Campingplatzes gemütlich und bestellen Kaffee und Kuchen. Der Kuchen war lecker. Wie wir erfuhren, wird jeden Tag neuer Kuchen von der Oma des Betreiberpärchens gebacken.

Am späteren Nachmittag kam dann Micha, Miris Freund. Leider konnte er keine Tage frei nehmen und auch nicht früher kommen. Zumindest zum letzten gemeinsamen Abendessen hat es immerhin geklappt. Und Svarta hatte mit Elmo nun ebenfalls Besuch bekommen.

Tour: 950 Höhenmeter
Essen: Kirchererbseneintopf mit Tomaten. Kichererbsen, gehackte Tomaten, Zwiebel, Knoblauch und Mais.


25. Juli – Heimreise

Der letzte Morgen für Melli und mich. Wir packten unsere Zelte und alles andere ein. Miri und Micha blieben noch einen Tag und wir verabschiedeten uns daher nun.

Melli und ich fuhren nach Pfronten zur Bäckerei und Café Tipp. Dort sind wir in den letzten Tagen immer wieder vorbeigefahren und heute wollten wir hier Frühstücken. Auf der Bank am Ende des Raumes machten wir es uns gemütlich und bestellten ein Frühstück für zwei. Da war alles dabei, von Süßem bis Herzhaften und zusätzlich hatten wir uns noch Eier bestellt.

Nach dem ausgiebigen Frühstück hieß es für uns dann aber wirklich Abschied nehmen von Pfronten und die Heimreise anzutreten.

Viele Stunden später sind wir nach einer erlebnisreichen Woche Zuhause angekommen.


Resümee

Campingplätze sind in den letzten Jahren schon beliebter geworden, die Pandemie hat es scheinbar noch verstärkt. Gemerkt haben wir das bei der Suche nach einem Platz für drei Zelte auf einem Campingplatz. Die Betreiber des Campingplatzes in Pfronten sind echt super. Haben sich um alles gekümmert, waren immer hilfsbereit und die Sanitäranlagen waren immer sauber. 👍

Die Woche Chill & Climb war zwar anstrengend, aber auch sehr schön. Miri hatte dazu tolle Touren ausgesucht, die nicht so geläufig sind und uns daher auf Pfade gebracht, auf denen nicht so viele andere unterwegs waren.

Allgäu und Tannheimer Tal – wir kommen gerne wieder.


Unsere Campingküche bestand aus zwei Kochern mit Töpfen und vielem frischen wie auch fertigem aus Dosen. Hier ein paar Impressionen dazu.


Karte mit den Touren


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