Für mich zum ersten Mal soll es nach Rügen gehen. Ikonisch für Rügen sind die Kreidefelsen an der nördlichen Küste. Für diesen Tripp fiel die Entscheidung bewußt auf die Halbinsel Mönchgut im Südosten von Rügen.
Vier Tage sollen es werden. Der dazu ausgesuchte Campingplatz ist Teil einer Surfschule. Die Surf Oase Klein Zicker. Vorsichtshalber wurde der Campingplatz angeschrieben, da es keine Reservierungsmöglichkeit über die Webseite gab. In der Antwort wurde mitgeteilt, das eine Reservierung nicht nötig ist und Platz für das Zelt vorhanden sei.
30. August – Anreise
Entgegen meiner ursprünglichen Idee, machte ich mich dann doch schon am Sonntag auf den Weg. Warum? Nun, die verschiedenen Wetter-Apps meinten einige Tage zuvor das es Sonntag und Montag viel regnen würde. Dann, am Samstag waren verschiedene Apps anderer Meinung. Eine sogar mit zwei Meinungen, abhängig vom Vorhersagezeitraum. 🙃
Aurora wurde über Nacht auf 100% aufgeladen. Warum in der Anzeige in Aurora eine Reichweite von 320 Km angezeigt wurde, während die MINI-App 415 Km meinte, war leicht irritierend. Im Grund jedoch nicht so entscheiden. Die Planung von Ladestopps überließ ich der Routenberechnung im Auto. Das passt auch ganz gut. Netterweise waren die Ladepunkte oft in der Nähe von Bäckereien, die geöffnet hatten. So ließen sich die Ladepausen gut mit Trinken und Essen verbinden.
Das die Fahrt am Ende fast eine Stunde länger benötigte wie vorhergesagt, lag am Verkehr und daran, das ich nicht immer gleich losgefahren bin, wenn eine Weiterfahrt lt. Anzeige möglich war. Ich trank in Ruhe meinen Kaffee oder las einen Zeitungsartikel zu Ende.
Das Aufbauen des Zeltes geschah unter erschwerten Bedingungen. Windstärke 5 Bft, in Böen 6 Bft, machen es nicht einfach. 😅 Nachdem das gemeistert war, erfolgte ein Gang zum Strand. Der Wind, der es mir nicht einfach machte, war für die Surfer super.



Mein Abendessen machte ich mir in der kleinen Küche des Campingplatzes, da es für den kleinen Gaskocher ohne Windschutz doch zu windig war. Ein Gemüsecurry mit Karotte, Zucchini und Spinat gab es auf Reis.
Gesättigt machte ich mich noch auf einen Abendspaziergang nach Klein Zicker.

31. August – Baabe – Göhren
Das Wetter sah an diesem Morgen ganz gut aus. Sogar das Frühstück konnte ich neben dem Zelt zubereiten und essen.
Mit dem Auto ging es zu einem Parkplatz beim Südstrand von Göhren. Zuerst ging es auf einer wenig befahrenen Straße im Schatten von Bäumen entlang. Immer wieder wehte der Duft von reifen Mirabellen um die Nase. Das änderte sich, nachdem ich auf einen Waldweg einbog. Dieser führte mich fast immer am Rand entlang bis zum Baaber Hafen, dem gegenüber die Moritzburg liegt. Am Fischkutter “Lütt Matten” bekam ich leider keinen Kaffee, da dieser erst ein Viertelstunde später öffnet.






So bin ich weiter über einen Fuß-/Radweg nach Baabe, um dann auf einem Damm um denOrt weiter zu laufen. Am Bahnhof angekommen, suchte ich den Weg zur Promenade. Die Strandstraße war dazu gut geeignet. Im Hörnchen’s Bakery Cafè bekam ich was leckeres – Einen Kaffee und ein Hörnchen gefüllt mit einer Pistaziencreme. 😊


Ein par Häuser weiter machte das Selbstbedienungslädchen von Insel-Salz neugierig. Hauptsächlich Salze gibt dort in verschiedenen Mischungen. Ein Glas Salz mit Sanddorn kaufte ich.
An der Promenade angekommen folgte ich dieser bis Göhren. Am Meer, im Sand war mir zu anstrengend, zudem war die Promenade am Rand eines Waldes. Im Schatten mit dem Duft der Nadelbäume lies es sich gut laufen in der Mittagshitze.
An der Seebrücke bog ich auf diese ab. Einmal Göhren vom Meer betrachten.




Der Promenade folgte ich bis zu ihrem Ende. Ab dann war es ein Weg in einem Wald oberhalb der Steilküste. Von der Steilküste sieht man von oben nicht viel. Hier und da boten sich Aussichten. Der Waldweg selbst war angenehm zu laufen, allerdings bot es reichlich hoch und runter bis zum südlichen Ende, der Umrundung des Nordperd.



Von dort konnte ich einen Weg zum Meer nehmen und am Südstrand bis fast zum Parkplatz laufen.


Von dem angekündigten Regen und möglichen Gewitter war nichts während der Tour. Damit war die Hose die ich an hatte die falsche gewesen, ist sie doch extrem Wind- und Wasserabweisend. Das war bei Sonne und hoher Luftfeuchtigkeit alles andere als Ideal. Am Campingplatz folgte damit gleich der Wechsel zu einer kurzen Tight.
Der restliche Nachmittag wurde mit eine Kaffee liegend am Strand verbracht.
Eine Pflichtabgabe auf Rügen ist die Kurtaxe. Online lässt sich dazu einiges an Veranstaltungen finden, die damit kostenfrei sind. Frei sind ebenfalls die Busse auf Rügen mit der Kurkarte. Für diesen Spätnachmittag hatte ich eine Führung auf die Zicker Berge ab Gager entdeckt. Treffpunkt war der Parkplatz am Ortseingang von Gager. Der Naturführer kam ein paar Minuten nach mir dort an. Bis es los ging, waren wir zu sechst.
Es ging durch den Ort und ab in die Zicker Berge. Auf dem Weg bis zum höchsten Punkt wurde uns viel über die Landschaft und die Kultur erzählt. So sind die Zicker Berge von den Eigentümern aus den zwei Dörfern um die Berge für Bauprojekte als gesperrt definiert worden.





Nach einigen Erklärungen und dem tollen Wolkenschauspiel traten wir den Rückweg an. Die Wolken wurden dunkler und kamen auf uns zu. Blitz und Donner begleiteten das Naturschauspiel. Am Ortsrand fing es mit wenigen, großen Regentropfen an. Kaum hatte ich die Regenjacke an, fing es richtig an zu regnen. Sogar kleine Hagelkörner waren dabei. Am Parkplatz verschwanden wir alle ohne großen Abschied in die Autos um vor dem Gewitter zu flüchten.
So war die Führung schon nach der Hälfte der eigentlichen Zeit zu ende. Damit konnte ich am Campingplatz schon früher mit meinem Abendessen (Kriteraki mit Paprika und Tomatenstücke) beginnen.


Wanderung 1: ~15,7 Kilometer, ~160 Höhenmeter
Wanderung 2: ~2 Kilometer, ~70 Höhenmeter
01. September – An der Ostküste
Über Nacht hatte es ordentlich gestürmt. Hat schon seinen Grund, warum die Surf Oase genau hier ihren Standort hat. Am Morgen war es so naja vom Wetter. Bis zur Toilette und zur Küche kam ich ganz gut. In der Küche kochte ich Wasser, mit dem ich zurück zum Zelt lief. Den Kaffee und das Frühstück bereitete ich am Tisch neben dem Zelt zu. Mit beidem rettete ich mich ins Zelt, da es anfing zu regnen. Das war gut so. Kaum im Zelt fing es immer wieder an heftiger zu regnen.
Da sich das nach dem Frühstück nicht groß änderte, machte ich mir einen zweiten Kaffee und hörte eine Folge meines Podcasts zu ende.
Viel später machte ich mich dann doch noch auf. Mit regenabweisender Hose, Regenjacke und den Regenschutz um den Rucksack ging es los. Bald zog ich die dünne Fleecejacke aus. Der Weg an der Küste entlang um Thiessow war toll.





Weiter an der Küste entlang gelangte ich an den ganz langen Sandstrand der Ostküste. Diesen ging es erst auf der Promenade entlang und dann am Meeressaum. Vom Strand entfernte ich mich wieder, als es muffelig wurde ab der Stelle, ab der reichlich Algen am Saum waren. Dort war ein Bagger dabei die Menge an Algen auf einen Hänger zu verfrachten um die Algenmenge einzudämmen.



Der Weg war dann der Radweg in Meeresnähe durch den Wald. Mit der immer mehr herauskommenden Sonne wurde es warm, so das sogar die Jacke in den Rucksack kam.
Bei Lobbe kam ich zurück an den Strand und umlief damit am Meer entlang Lobbe. Es ging hier an einer der Steilküsten Rügens entlang.


Beim Südstrand nahm ich einen Zugangsweg um zur Straße zu kommen. Ein paar Minuten später war ich an dem Parkplatz Südstrand, an dem ich am Tag zuvor parkte. Von hier lief ich eine Querverbindung nach Göhren. Der Hauptstraße in Göhren folgte ich bis zum Bahnhof. Dort stand der Rasende Roland abfahrbereit. Eine Dampflok mit Waggons einer Schmalspurbahn durch Rügen. Zu hören ist das Pfeifsignal der Loks im weiten Umkreis.

Mir genügte der Bus bis Thiessow zurück. In Thiessow kaufte ich mir ein Fischbrötchen. Bin ja schließlich am Meer gewesen. Auf dem letzten Kilometer bis zum Campingplatz wurde es wieder windiger.
Nach einer Dusche machte ich mir einen Kaffee und dann gleich mit Aurora auf den Weg. Gerade als ich zum Auto lief, fing es an zu schütten. 🙃 Egal. Ich wollte doch pünktlich zur Führung an der Störtebeker Brennerei sein. Die Führung hatte bereits begonnen als ich ankam, so das ich eigentlich zu spät war und diese eigentlich voll war. Eigentlich, ich konnte dann aber doch noch mit. War schon interessant. Auch die Tastings am Ende. Gekauft hatte ich daraufhin zwei Whiskys. 😀







Auf dem Weg zum Campingplatz machte ich einen Umweg um das Auto zu laden.

Wanderung: ~12 Kilometer, ~100 Höhenmeter
02. September – Von Sellin nach Baabe
Ein Morgen mit Sonnenschein. 😀 Gefrühstückt wurde dennoch im Zelt. Der Wind war außerhalb zu stark. Dafür hatte ich beide Seiten des Zeltes offen und die Sonne im Gesicht.
Mit Aurora ging es nach Baabe zum Bahnhof. Dort ist einer der wenigen kostenfreien Parkplätze in der Gegend; beliebt und gerade nur noch ein Platz war frei. Genügte mir ja. Kaum geparkt, hörte ich schon das Pfeifen des Rasenden Rolands. Also alles nötige schnell geschnappt und zum Bahnhof auf der gegenüberliegenden Seite gesprintet. So konnte ich sogar noch ein paar Bilder des ankommenden Zuges machen.




Mit dem Rasenden Roland, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Km/h kam ich zum nächsten Ort Sellin. Von dort startete die Wanderung. Durch den Ort bis zum Wald und durch diesen bis zum Jagdschloss Granitz. Der Weg im Wald war breit und angenehm. Er führt eine Zeit lang neben der Bahnstrecke entlang. Dort kam mir dann sogar ein Zug entgegen.
Das Jagdschloss auf einem Hügel, im Wald ist durchaus groß und zumindest was ich von der Eingangshalle sehen konnte gut ausgestattet. Allerdings auch ein wenig gruselig mit den unzähligen Geweihen in allen Größen an allen Wänden. Da mir nicht nach einer Besichtigung war, machte ich mich auf den weiteren Weg.




Durch den Wald kam ich am Waldrand auf eine alte Kopfsteinstraße, die zum nächsten Dorf führt. Hinter dem Dorf ging es durch Felder und an einem See entlang. Hier endlich auf einem kleinen Pfad. Bei Seedorf, einem Dorf am See (!) konnte über eine schmale Brücke die Seeseite an einer Engstelle gewechselt werden. Seedorf war nicht besonders Interessant. Der Pfad ab dem Dorfende dann schon. Schmal, an einem Schilffeld entlang und dann hügelig durch einen Wald bis zur Moritzburg. Diese ließ ich, wie zwei Tage zuvor links liegen und kam zum Fähranleger.





Die Fähre, ein kleines Boot, fährt bei Bedarf. Ich wurde direkt gesehen und das Boot kam rüber um mich auf die andere Seite dieser Engstelle zu bringen. Beim Baader Bollwerk war ich erneut beim Fischkutter “Lütt Maten”. Von der Zeit wäre ein Halt für ein Fischbrötchen eine gute Idee. Nur leider wieder nix. Diesmal war es der Ruhetag.



Weiter den schon bekannten Weg nach Baade. An diesem Tag lief ich durch den Ort um zu sehen, warum dieser Weg empfohlen wird. Fazit: Auf dem Damm um den Ort ist schöner.
Am Bahnhof angekommen parkte ich um auf die andere Seite um Aurora voll zu laden. Während des Ladens bin ich nach Baade rein zum Café Klatsch, nahe der Strandpromenade. Soooo viele Kuchen gab es da und es wurde weiter gebacken, weshalb es wunderbar duftete. Es wurde ein Kirschstreusel mit ordentlich Kirschen. 😀


Nun kam die Fahrt zurück zum Campingplatz. Wasser auffüllen usw. Einige Zeit später machte ich mich auf ins Hobbit-Land. Will heißen ich fuhr nach Groß Zicker und unternahm eine Wanderung in den Zicker Bergen. Berge ist eher Süß für die Hügel. Die beiden höchsten Punkte liegen bei je 66 Meter. Durch die gesamte Landschaft ziehen sich viele kleine und größere Weg. Meist lief ich auf einem Weg durch die Graslandschaft, der mit Wäldchen gespickt ist.






So lief ich vom Dorf Groß Zicker hoch zum ersten “Gipfel” um dann im stetigen ab und auf bis zum westlichen Ende, dem Zickerschen Höft. Ein Punkt oben an der Steilküste mit einem tollen Blick auf die Steilküste und weit über das Meer. Von dort ging es über das Nonnenloch und einem Wald hinunter zum Strand. Die letzten Meter waren dabei eine Holztreppe. Ich wollte zwar noch an die Stelle der Steilküste, die ich von oben sah, da war jedoch immer noch das Mädels, das sich in verschiedenen Posen mit dem Handy fotografierte – Nackt. Daher bin ich nur ansatzweise bis zum Punkt gelaufen, zu dem ich wollte. Das genügte bereits um einen Eindruck der Steilküste von unten zu bekommen.



Klar war es, weiter geht es über die Treppe hoch und den Wald zurück nach oben. Ab dem Nonnenloch lief ich den direkten Weg zurück nach Groß Zicker.
Groß Zicker wird zwar als Dorf mit traditionellen Häusern hervorgehoben, aber so viele sind es dann doch nicht. Die viel interessanteren Zicker Berge waren ein Ort der Ruhe. Außer dem Zirpen der Grillen war kaum ein anderes Geräusch zu hören.
Auf dem Weg wurde ich durch einen QR-Code auf einen Audio Guide aufmerksam. Es werden Sagen und Geschichten vorgetragen. U. a. woher die Bezeichnung Nonnenloch kommt – so züchtig waren die Nonnen früher nicht immer. 😅. Hier der Link zum Audio Guide.


Wanderung 1: ~17,2 Kilometer, ~2200 Höhenmeter
Wanderung 2: ~8,5 Kilometer, ~220 Höhenmeter
03. September – Heimreise
Manchmal stimmen die Wettervorhersagen. 🫤 Regen und Wind wurden vorhergesagt. Den Wind und Regen nahm ich morgens bereits im Zelt war. Zum Frühstück konnte ich mich dennoch draußen an den Tisch setzen, da dieser mit einem weit überragenden Dach versehen ist. Obwohl bei manchem Windstoß die Tischplatte am Rand was vom Regen abbekam. Zumindest ich saß im Trockenen.
Während des Frühstücks prüfte ich erneut die Wettervorhersage über mehrere Apps und alle meinten, das es diesen und den folgenden Tag fast durchgehend regnen soll und das mit stärkerem Wind gepaart. Damit fiel die Entscheidung bereits einen Tag früher die Heimreise anzutreten.
Die einzigen zwei Stunden, an denen es nicht regnen sollte, waren morgens. Das passte wunderbar für das Packen und dem Abbauen des Zeltes. Um dann los zu fahren musste ich noch bis 9:00 Uhr warten. Der Platz und die Duschmarken mussten noch bezahlt werden. Dabei stellte sich heraus, das andere es genauso sahen und ebenfalls an diesem Tag abreisten.

Meine Heimreise endete kurzfristig in Baade. Im Hörnchens Café kaufte ich ein Hörnchen mit Vanillecremefüllung und eine Zimtschnecke für unterwegs. Die Heimreise war wenig spannend; zum Gluck aber auch nicht komplett im Regen.
Zuhause wurde alles Abends ausgepackt. Das Zelt wurde wie schon öfter in der Wohnung aufgebaut, um es an einem Haken an der Decke hängend trocknen zu lassen.
Resümee
Die Tage waren vom Wetter sehr gemischt. Weshalb es gut war, auf alles mit Kleidung eingestellt zu sein. Im September muss mit solchem Wetter durchaus gerechnet werden. Vor allem ist auf Rügen oft ein von Osten kommender, kühler Wind vorhanden. Damit sind die gefühlten Temperaturen niedriger als real. Im Winter 2025/2026 war Rügen sogar von Eis umgeben. Dies reichte in die Ostsee bis zum Horizont und auf den anderen Seite bis zum Festland.
Die Touren auf der Halbinsel Mönchgut waren sehr abwechslungsreich. Strand – steinig oder sandig, Steilküsten, Wald und Wiese. Alles ist anzutreffen. Sogar Meer 😅 Hier und da hatte ich eher den Eindruck bei mir in der Gegend unterwegs zu sein. Leicht hügelig mit Feldern und Wald. Also nicht das, was man direkt mit einer Insel verbindet.
Fällig mit dem Übernachtungspreis wurde eine Kurabgabe. Dazu lohnt es sich zu prüfen, was darin alles enthalten ist. So sind die Busse z. B. frei. Die Abendwanderung mit Naturguide war ebenfalls damit abgedeckt. Und, und, und…
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