In der Umgebung von Frankfurt gibt es reichlich Landkreise, die einladen zu Wanderungen. Mit der bekannteste Landkreis dazu ist der Taunus. Wobei dort hauptsächlich an den Taunus nördlich von Frankfurt gedacht wird.
Aber – Der Taunus ist viel mehr als nur dieser Landstrich nördlich von Frankfurt. Gerade im westlichen Teil des Taunus gibt es bis zum Rhein eine ganze Menge zu entdecken.
Das Wispertal ist es, was in zwei verlängerten Wochenenden erwandert werden wird. Der prägende Fluss ist die Wisper. Meine Touren für die beiden Wochenenden sind dem Rother Wanderführer Taunus entnommen, den ich eh schon habe. Die Wanderungen im Wispertal sind unter dem Begriff Wisper Trails zusammengefasst und auch über eine eigene Webseite erkundbar.
Die Touren des Wisper Trails sind gut ausgeschildert und es gibt immer eine Karte der Strecke, die sich meist am Anfang der Tour befindet. Das der Tourismusverband die Touren mit einer eigenen Webseite mit Beschreibung vorstellt, ist sehr gut. Die Beschreibungen sind mehr oder weniger Umfangreich und es findet sich dort eine GPX-Datei für die Tour zum herunterladen.
Wenn man zu Fuß im Wispertal auf den Touren unterwegs ist, so ist meist nach fünf bis zehn Minuten kaum bis gar nichts mehr von der Zivilisation zu hören. Je nach Streckenverlauf mindert der Lärm der Motorräder das Vergnügen. Dies kommt zum Glück nicht so oft vor.
Es war ein gemütlicher Morgen. Aufstehen, Brötchen holen und Frühstücken. Den üblichen Samstagseinkauf habe ich ausfallen lassen. Dadurch konnte ich an diesem Samstag früher los in das schöne Wispertal. Das war aufgrund der Wettervorhersage mit wechselndem Wetter gut so.
Mein erster Stopp war am Sportplatz von Hausen v.d.H., das zu Schlangenbad gehört. Der Himmel war auf der Fahrt gut bewölkt und die letzten Kilometer vor dem Parkplatz nieselte es. Am Parkplatz waren es nur noch vereinzelte Tropfen, womit ich entschied die Tour zu laufen.
Es war eine Tour hauptsächlich auf Wirtschaftswegen, gelegentlich gespickt mit Single Trails. So kam ich durch viele Felder und öfter durch den Wald. Im Gegensatz zu den Waldpassagen der Touren des vorherigen Wochenendes, waren diese sehr licht. An einem sonnigen Tag wäre ich damit sicherlich die meiste Zeit in der Sonne unterwegs gewesen.
Die Single Trails waren teils beabsichtigt, teils nicht. Durch die Felder ging es immer wieder auf ungemähten Wegen. Das bis zu hüfthohe und nasse Gras war erfrischend, der Weg damit jedoch nur grob zu erraten.
Einen Abstecher gab es auf der Tour. Das Schild kleine Basaltgrube machte mich neugierig. Dem schmalen Pfad folgte ich bis zu einem Schild und einem Loch dahinter, das völlig zugewachsen war. Ohne das Schild wäre ich an der ehemaligen kleinen Basaltgrube vorbeigelaufen. Tja, netter Pfad aber das ausgeschilderte Ziel lohnt nicht wirklich.
Ohne einen Regenschauer abzubekommen, kam ich wieder zum Parkplatz. Die Highlights der Tour waren für mich an diesem Tag die Gerüche des feuchten Nadelwaldes, des frisch geschlagenen nassen Holzes und das Zwitschern der Vögel und Zirpen der Grillen, wenn ich zwischen den Feldern unterwegs war.
Es folgte eine Fahrt bis zum Campingplatz Wisperpark. Als ich ankam, kam mir Claudia, die Besitzerin entgegen. Sie fragte ob ich den selben Platz von letzter Woche möchte und meinte noch: Du kennst ja alles andere.
Ja, das kenne ich und daher gab es erst einmal einen Kaffee und ein Erdnusseis.
Ausgeruht konnte ich dann in Ruhe mein Zelt auf dem mir bekannten Platz aufbauen.
Am späteren Nachmittag bin ich ins Nachbardorf gefahren. Der Hof Grilseifen bzw. das Flurstück 110 machten mich neugierig. Wie sich herausstellte ist in dem schönen Flurstück 110 Hüttchen eine nur geringe Mehrauswahl wie in der Hütte am Campingplatz. Neben den verschiedenen verarbeiteten Teilen der Galloways, die hier gezüchtet werden, gab es Wild in Dosen, Marmelade, Seife, Getränke, Eis und einiges mehr.
Die Zeit bis zum Abendessen machte ich mir in meiner Hängematte gemütlich.
Das Abendessen am Zelt (Easy-Chickpea-Curry) gab es dann sogar mit Sonne. Entgegen der Wettervorhersage wurde es Abends sogar richtig schön. Ein Bier zum Abschluss des Tages gab es auf einer kleinen Bank vor dem Campingplatzhauptgebäude in der Sonne. 😀
Wanderung: ~16,4 Kilometer, ~400 Höhenmeter Wisper Trail – Der Überhöhische
01. Juni – Dickschieder Wildwechsel
Die Wettervorhersage (mehrere Apps) kann man im Wispertal wohl gelegentlich vergessen. Am frühen Morgen war es gut bewölkt während ich mir meinen Kaffee und das Porridge zubereitete. Dann fing es an zu donnern …. und dann wurde es sehr windig. So wurde alles zügig in das Zelt gepackt. Kaum war alles im Zelt bzw. der Apside kamen die ersten Regentropfen. Schnell das Zelt zu. Dann fing es auch schon an heftig zu regnen. Im Zelt war ich im Trockenen, hatte meinen Kaffee und Porridge und konnte so gemütlich frühstücken, während „draußen“ das Gewitter tobte.
Es regnete am Vormittag immer wieder, aber nie lange. Also machte ich mich fertig für eine Wanderung und fuhr los nach Dickschied. Unterwegs regnete es nochmals ordentlich. In Dickschied, kurz vor dem Parkplatz stand die Feuerwehr. Ohje, hoffentlich ist nichts schlimmes passiert. Wie sich herausstellte war es eine Feuerwehrübung. Personen aus einem Auto herausholen und ein Feuer löschen waren angesagt und konnten vom anderen Ende des Parkplatzes beobachtet werden.
Es regnete nicht mehr, der Himmel war allerdings immer noch bewölkt. Ich entschied mich dennoch es zu wagen und die Wanderung “Dickschieder Wildwechsel” anzugehen.
Nach ein paar Minuten kam ich am Ortsrand an ein paar Häusern vorbei. An einem Stand ein Pferd direkt unter einem Balkon. Ist das der kleine Onkel und wohnt Pippi Langstrumpf hier? Witzig war es auf alle Fälle. Es kam dann sogar noch ein zweites Pferd heran geeilt.
Der Tourverlauf war wieder gut gewählt. Erneut ging es hauptsächlich durch die Felder, ohne den Wald auszulassen. Es gab auch wieder einige Single Trails. Bei den Pfaden durch das hohe Gras wurde die Leggings ordentlich nass. Mit dem leichten Wind, der manchmal aufböte, trocknete sie schnell.
Es wurde langsam wärmer. Die Sonne zeigte sich dann noch und machte die Tour angenehmer. Oder? Mit der Wärme stieg die Luftfeuchtigkeit; es wurde ziemlich drückend. Geregnet hatte es während meiner Tour nicht.
Top war der Single Trail um die Spitzlei mit seinem Auf und Ab. Der Abstecher zur Aussicht auf Geroldstein lohnte sich nicht, wohingegen der Weg um die Aussicht auf Dickschied vom Pfad her schön war. Er war von vielen blühenden roten Fingerhüten umsäumt.
In den Waldstücken sah ich dreimal Rehe in der Nähe vorbeihuschen. Der Titel der Tour passt also. Unterwegs passiert man kurz vor dem Ende noch den Franz Keller’s Falkenhof. Dort konnte ich viele Pferde sowie eine Sau mit Frischlingen sehen, die gerade gesäugt wurden.
Das Ende der Wanderung war an der Atzmannhütte Heidenrod. Ich hatte mich schon auf einen Kaiserschmarren eingestellt, auf den ich dann doch verzichten musste. Es war eine größere Gesellschaft in der Hütte, womit die Küche ausgelastet war. Daher gab es zum Latte Macchiato ein Stück Kuchen. Noch bevor der Kuchen kam, donnerte es und die ersten Regentropfen trafen uns, die wir draußen saßen. Wir rückten alle zusammen an dem einzigen Tisch unter dem Dach. So kam immerhin eine interessante Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen zusammen.
Für das Abendessen hatte ich mich vorab schon für das Restaurant am Campingplatz entschieden. Es sollte (stark) regnen. Das tat es dann nicht, hatte es dafür aber am Morgen, an dem nichts angekündigt war. Es gab bei Sonnenschein Schnitzel auf Salat und Pommes.
Abends im Zelt, ich war noch am Lesen, fing es an leicht zu regnen. Mit diesem leichten Regen schlief ich später ein.
Die Sonne schien bereits auf die Wiese vor dem Zelt, als ich aus diesem kroch. 😊 Super, so konnte ich wieder vor dem Zelt frühstücken.
Das packen aller Sachen erledigte ich in aller Ruhe. Die Marmeladen und das Glas Galloway Hackfleischsoße packte ich in meine Essenstonne.
Der Startpunkt bei Langenseifen liegt auf der Karte fast genau südlich des Campingplatzes. Der Höhenrücken dazwischen musste zum Erreichen des Wanderparkplatzes umrundet werden. Montags Morgens völlig lässig, da niemand unterwegs war.
Es war bewölkt und ein paar der Wolken waren dunkel. Vom Feeling eigentlich ok. Sicherheitshalber packte ich noch die Regensachen in den Rucksack. Der Start vom Wanderparkplatz geht durch ein Wäldchen und dann länger durch Felder. Getreide- und Rapsfelder waren um mich herum zu sehen. Auf den Weizenfelder waren viele Mohn- und/oder Kornblumen zu sehen. Schöne Farbtupfer im Hellgrün des Weizens.
Der Weg führt durch Langenseifen. Dabei kommt man am am Lebe-Platz und der Erfrischungsstation vorbei. Hier gibt es eine Selbstbedienung für Getränke, ein paar Bänke und Tische. Selbst eine Boule-Bahn ist vorhanden.
Von dort geht es wieder bergan durch die Felder in einem Bogen um wieder nach Langenseifen zurückzukehren. Der Weg führt an der dortigen Kapelle vorbei, die komplett aus Holz und eher einem Ei, denn einer üblichen Kapelle ähnelt.
Wieder ging es hoch durch die Felder bis zum Wald. Der Wald und damit der erste Single Trail ist nach knapp der Hälfte der Strecke erreicht gewesen. Im Wald gab es mit dem Schatten ein wenig Abkühlung, die gut tat.
Auf der anderen Seite des Waldes ging es durch Wiesen und auf einem Panoramaweg (gemäht) durch die Wiesen oberhalb von Ramschied. Über einen kleinen Pfad gelangte ich zur Hauptstraße. Am Dorfende nimmt der Weg über eine schmale Treppe, die in einen sich langsam nach oben ziehenden Pfad übergeht seine Spur.
Noch einmal durch einen ungemähten Wiesenweg und wieder in den Wald. Mehrere Kilometer später kam ich fast am Wanderparkplatz an, der wurde dann auf der ausgeschilderten Route umrundet, bis ich zu meinem Start- und nun Endpunkt gelangte.
Von dort fuhr ich nach Bad Schwalbach zu einem Bäcker. Etwas essen und einen Kaffee gab es direkt; ein Brot und ein Plunderstückchen nahm ich für Nachmittags mit.
Zuhause angekommen wurde das Zelt mal wieder zum völligen trocknen aufgebaut und alle Einlegesohlen aus den Schuhen entnommen, damit die Schuhe und die Einlegesohlen vollständig trocknen konnten.
Morgens war es für mich ein normaler Samstag. Aufstehen, Einkaufen und in Ruhe Frühstücken. Dann ging es los auf die Tour ins Wispertal. Für den Trip hatte ich bereits am Vorabend alles in Aurora verstaut. So konnte ich direkt los.
Am späteren Vormittag kam ich am Wanderparkplatz bei Nauroth an. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und es war bereits ziemlich warm. Nach eher mäßigen Tagen in der Woche zuvor, wechselte das Wetter am Tag zuvor auf Sommer. Während des Tages stieg das Thermometer bis auf 27 Grad. Dazu kam eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, die die Tour anstrengender machte, wie sie eigentlich ist.
Vom Wanderparkplatz führt der Weg am Waldrand entlang und bis zu einer alten Grube. Die Grube Rosit, war dort und große Mengen Schieferschutt sind gut zu erkennen. Das Gebiet ist mittlerweile ein Naturschutzgebiet und das mit Erfolg. Es summte um einen und viele Vögel waren zu hören.
Weiter ging der Wanderweg durch Wälder und Wiesen. Bei dem warmen und drückenden Wetter war ich froh, das der überwiegende Teil der Runde im Wald verläuft.
Es gab öfter Forst- und Landschaftswege, die zu bewältigen waren. Der meiste Teil davon ist jedoch wenig genutzt. Das machte es nicht so langweilig, da dadurch diese Wegabschnitte gefühlt keine Strecke-machen-Wege waren. Highlight war und ist die Menge an Single Trails. 😀
Nach der Wanderung begab ich mich auf den Weg zum Campingplatz. Eine ziemlich gut ausgebaute und sehr kurvenreiche Straße, die Spaß machte.
Am Campingplatz war mein Ankommen unerwartet, obwohl ich zuvor per E-Mail angefragt und die Bestätigung für das Wochenende erhielt. Wie sich herausstelle, lag der Fehler bei mir. 🙃 Hatte ich doch tatsächlich Juni und nicht Mai in der E-Mail angegeben. Plätze sind reichlich vorhanden, da der Campingplatz jedoch Autark ist, können nur eine bestimmte Menge an Personen dort unterkommen. Ein Plätzchen fand sich dennoch für mich.
Das Zelt war aufgebaut und ein paar Meter entfernt standen zwei Bäume in einem guten Abstand. Das wurde gleich genutzt und die Hängematte dort befestigt.
Später folgte das Abendessen am Zelt, nachdem ich zuvor geduscht hatte.
Der Abend klang bei einem alkoholfreien Weizen an der Wirtschaft des Campingplatzes aus.
Wie zu erwarten war das Zelt und die Wiese darum am morgen feucht vom Tau der Nacht. Um das Zelt war es noch schattig. Dreiviertelhose und eine Fleecejacke gingen dennoch ganz gut. So machte ich es mir vor dem Zelt für das Frühstück gemütlich.
Die Fahrt zum Wispersee dauerte gut 20 Minuten. Eine schöne, kurvig Strecke war das. Morgens war noch nicht so viel los, dennoch hieß es immer wieder langsam um die Kurve da diese oft nicht einsehbar waren.
Die Wanderung verlief Anfangs durch zwei Täler. Zuerst an der Wisper entlang und dann in ein Seitental. In diesem engeren Seitental führte der Weg stetig nach oben. Einmal musste ich an einer schmalen Stelle platz machen. Ein Traktor kam mir entgegen, der den Weg mähte. Der Geruch des morgendlichen Waldes wurde schlagartig durch das feuchte, gemähte Gras überdeckt. Beides Gerüche, die ich mag. 😊
Am oberen Talende lief ich durch mehrere Felder. Alles ungemähte Wiesen mit farbenfrohen Sprenkel der verschiedenen Wiesenblumen. Mal mehr Weiß, mal mehr Gelb. Über den Kamm folgte der Abstieg in das Dörfchen Wisper. Dem Weg folgte ich durch das Dorf und nahm am Ende den falschen Waldweg. 🙃 Das merkte ich recht bald, da die Beschilderung auf einen anderen Wisper Trail hinwies. Der richtige Weg ist am Dorfende ein versteckter Single Trail. Ein paar überwucherte Stufe hinunter, war ich auf einem schönen Single Trail. Es wäre schade gewesen, den anderen Weg, der auch zum Wanderparkplatz führt gegangen zu sein. So kam ich über den Single Trail in ein Nachbartal und diesem folgend erreichte ich den Wanderparkplatz wo Aurora stand.
Über reichlich kurvige Straßen fuhr ich nach der Wanderung nach Ransel, ein Ortsteil von Lorch am Rhein. Direkt neben dem Parkplatz zum Einstieg der Wanderung befindet sich das Landart Restaurant. Mit einer Portion Pommes stärkte ich mich für die nächste Wanderung – der Ranseler Höhenweg.
Mit gefülltem Magen machte ich mich los. Der Wanderweg von dort lt. GPX-Track nach rechts, ich bin nach links. Sollte bei einem Rundweg der leichten Kategorie unerheblich sein. Spoiler: War es auch.
Also, los. Vorbei an einem Traktoren- und Landwirtschaftsmuseum ging es auf Feldwegen durch die Felder. Gräser und Getreide waren es. In der Mittagssonne nicht ohne so zwischen den Feldern. Der leichte Wind machte es erträglich. Bald erreichte ich den Wald durch den es auf Forstwegen ging. Nur gut zwei Kilometer und ich war wieder auf offener Fläche unterwegs. So ging es bis kurz vor Ende der Tour weiter.
Es waren vielleicht noch 3,5 Kilometer bis zum Ziel, da bog der Weg auf eine Wiese und zwar auf eine mit einem Single Trail. Quer durch die Wiese, dann entlang dem Wald und schließlich in den Wald. Im Wald ging der Single Trail weiter. Durch den Wald hinunter zum Ranselbach.
Mitten im Wald raschelte es in der Nähe. Ich erblickte gerade so noch eine Gruppe von Rehen, die durch das Laub huschten.
Am Ranselbach kühlte ich Arme und Beine mit dem erfrischenden Wasser des Bachs. Wie immer: Wo’s runter geht, geht’s bestimmt auch hoch. Hier auch! Langsam und stetig führte der Waldweg nach oben bis zum Rand des Weges.
Aus dem Wald heraus befand ich mich in der glühenden Nachmittagssonne. Der Wind machte es wieder angenehm, durch die Felder bis zum Ausgangspunkt zu laufen.
Am Campingplatz angekommen begab ich mich zur kleinen Versorgerhütte am Eingang des Campingplatzes. Da gibt es viel Lokales. Neben Marmelade und Brotaufstrichen auch Hackfleischsoße von Galloway Rindern. Mir hatte es das Eis angetan. Davon gab es sehr viele Sorten. ABER nur Barzahlung in die Kasse. Am Campingplatz fragte ich nach dem nächsten Geldautomaten um mir Geld für Eis zu holen. Der nächste Geldautomat ist gut 10 Kilometer entfernt. Claudia (Campingplatzbesitzerin) stellte mir die vier Euro zu Verfügung, die dann mit der Campingplatzabrechnung später beglichen wurden.
Mit dem Eis machte ich mich zum Zelt, fixierte die Hängematte wieder zwischen die zwei Bäume und genoss in Ruhe das Blaubeere-Schmand-Eis. Irgendwann, ich lag noch in der Hängematte, kamen ein paar Hühner mit Hahn vorbei. Die waren sehr relaxt und hatten keine Scheu.
Später gab es am zentralen Platz neben alkoholfreien Weizen einen gegrillten Burger und Pommes.
Da war er wieder, der Abreisetag. Frühstück am Zelt und dann alles packen. Das Zelt leider feucht.
Die Fahrt nach Espenschied war schnell hinter mir gebracht. Geparkt hatte ich auf dem fast leeren Wanderparkplatz am Ortsende. Von dort aus bin ich los über Wirtschaftswege durch Felder bis zum Wald. Im Wald gab es den ersten von mehreren noch folgenden Single Trails.
Sehr schön und leicht bergab. Ein kleiner Abstecher auf einen anderen Single Trail reizte mich. So kam ich mit leichtem Umweg wieder auf den ursprünglichen Waldweg des Wispertalsteigs. Das war am Werkerbrunnen, am tiefsten Punkt des Wanderweges für dieses Tal.
Ein langer Single Trail durch den Wald bergauf endete am Waldrand, um dort auf einem Wirtschaftsweg durch die Felder weiter zu gehen. In einem großen Bogen führte der Weg zurück in den Wald, wieder heraus und in den nächsten Wald.
Auf einem Waldstück führte der Steig durch Uli’s Märchenwald. Reichlich Schilder mit Sprüchen, sowie Figürchen, Stoffherzchen und vieles mehr gab es am Wegesrand zu entdecken. Eine Schöne Idee.
Insgesamt eine schöne Strecke, bei der Temperatur mit den Anstieg jedoch schweißtreibend.
Zufrieden und K.O. kam ich am Wanderparkplatz an. In Espenschied hatte nichts auf, daher machte ich mich auf den Heimweg. Dabei kam ich wieder mal durch Geroldstein. Der dortige Biker Treff ist immer gut belagert. Zeit für ein Mittagessen und Trinken. Es gab Bratkartoffel mit Leberkäse und Spiegelei. Wie ich von Bikern erfuhr, die sich an den Tisch gesellten, ist das Fleisch aus der eigenen Schlachtung.
Die Menge war für mich genau richtig und das Gespräch mit den Bikern nett. Nicht alle Biker fahren wie die Irren durch das Wispertal mit seinen unzähligen Kurven.
Es folgte eine gemütlich und interessante Heimfahrt. Interessant, da die Entfernung nach Navi 107 Kilometer betrug, die Reichweite bei 110 Kilometern lag. Das Navi plante die Strecke jedoch ohne Ladestopp ein. Es hat mit einer Restreichweite von 12 Kilometern bis nach Hause gelangt.
Wie ich erwähnte, das Zelt wurde Nass eingepackt. Also wurde es flugs Zuhause zum Trocknen aufgebaut.
Ein neuer Mammutmarsch wird mich in eine Stadt führen, die ich bisher nicht bereist hatte. Bis auf Rømø war Dänemark ein Durchreiseland für mich. Wie ich gesehen hatte das es den Mammutmarsch mit der 42 Kilometer Distanz in Dänemark gab, war dies ein Grund einen Trip nach Kopenhagen in Betracht zu ziehen.
Gesagt, getan. Die Teilnahme wurde deutlich im Voraus gebucht. Sobald die Möglichkeit bestand einen Startzeitpunkt zu wählen – dies ist immer erst kurz vor einem Mammutmarsch möglich – nahm ich den frühesten, der zur Auswahl stand. Einige Tage später konnte ich auf den 8:30 Uhr Block umbuchen und bin somit im ersten Startblock für die 42 Kilometer.
Im April buchte ich einen Platz auf einem Campingplatz nördlich von Kopenhagen. Charlottenlund Fort Camping liegt in einem alten Fort. Die Buchung war einfach. Spannend wird es dann vor Ort. Ein übermittelter Code ist für die Schranke zum Campingplatz und gleichzeitig mit der ersten Verwendung die Ankunftsmitteilung.
Gut eine Woche vor Anreise buchte ich die Fährüberfahrt von Fehmarn nach Dänemark und zurück. Online sind die Preise deutlich günstiger, wie kurzfristig vor Ort.
Nur noch ein paar Tage. Die Wettervorhersage sieht gutes Wetter für das Wochenende voraus. Entsprechend wurde gepackt. Dennoch packte ich Regenkleidung in einen separaten Beutel, der hoffentlich unangetastet in Aurora bleiben darf.
Das wird meine erste längere Fahrt mit Aurora. Mit meinem e-MINI bin ich bisher zufrieden und vermutlich wird das mit der längeren Strecke schon passen. In der Vergangenheit hatte ich regelmäßig Fahrpausen für Toilette und/oder Kaffee gemacht. Diese Pausen werden in Zukunft dann direkt zum Laden genutzt.
01. Mai – Anreise
Durch den Feiertag ist dieses Maiwochenende ein verlängertes Wochenende. Daher bin ich lieber früher als eigentlich nötig losgefahren. Bis Hamburg lief alles gut. Leider nur bis Hamburg. Danach war stockender Verkehr oder gar Stau. Der Grund waren Baustellen und Unfälle.
Ein wenig nervös wurde ich jedoch zwischenzeitlich, da die Ankunftszeit im Navi nach der Abfahrt der Fähre wäre. Wie die Autobahn halbwegs frei war, fuhr ich daher zügiger und legte nur einen kurzen Ladestopp auf der Strecke zwischen Hamburg und der Fähre ein. So packte ich es gerade noch rechtzeitig zur Fähre.
Am Fährhafen galt es den Selbst Check In zu bewältigen, was einfach war, da ich nur die Personenanzahl bestätigen musste. Der Rest wurde durch das Nummernschild automatisch erkannt. In der Lane 3 stand ich dann nur ein paar Minuten, bevor es los ging zum boarden.
45 Minuten brauchte die Fähre bis Dänemark. Das Navi lotste mich dann direkt zur ersten Ladestation ein paar Kilometer von der Anlegestelle entfernt. Hier und in Kopenhagen lud ich jeweils nur halb um die Wartezeit zu verkürzen. Zweimal halb ist durch das Ladeverhalten nicht identisch mit einmal voll und daher schneller. Man lernt schnell bei den ersten längeren Fahrten.
In Kopenhagen steuerte ich einen Parkplatz in der Nähe des Sportheims von Lyngby an. Der Mammutmarsch Kopenhagen ist nämlich nicht in Kopenhagen sondern startet in einem Vorort. Am Sportheim ist der Start- und Zielpunkt des Marsches und wie beim Mammutmarsch Nürnberg konnte ich so schon mein Bändchen und das T-Shirt abholen.
Die letzte, kurze Fahrt anschließend brachte mich zum Campingplatz. Auf dem Satellitenbild sah das schon gut aus, wenn man dort ankommt ist das nochmal was anderes. Erst über eine schmale Brücke und dann durch den Durchgang in der Fortumrandung hat schon was. 😀
An meinem Platz angekommen, wurde das Zelt aufgebaut. Kaum stand es, gab es von einem anderen Camper einen Daumen hoch. Wie sich herausstellt, hat er das selbe Zelt.
So spät wollte ich nicht mehr selbst kochen. Das war mir vorher schon klar und meine Idee war im Restaurant am Fort zu essen. Das war dann leider nicht möglich. Es war voll und ich hätte über eine Stunde warten müssen. So bin ich die Straße entlang und zum Sprøde. Ein Thai-Restaurant. Die gebratenen Nudeln mit Gambas hatten es mir angetan. 😊
02. Mai – Mammutmarsch
Den Wecker hatte ich auf 5:46 Uhr gestellt. Da ich Abends zuvor schon früh im Schlafsack war, war ich schon deutlich vorher wach. So bin ich bereits um 5:30 Uhr zu den Toiletten gelaufen.
Blick zum Eingang des Campingplatzes
Zurück am Zelt schnappte ich mir meine kleine Tonne mit allem für das Frühstück. Die Sonne blickte gerade so über den Horizont, die 10 Grad fühlten sich aber noch nicht so warm an. Im Aufenthaltsbereich und der davor liegenden Küche war es deutlich angenehmer. Das Frühstück bestand aus einem Kaffee und einer kleinen Portion Porridge gepimpt mit Cranberries und Cashew Nüssen.
Ich nahm mir reichlich Zeit dafür. Erst um 7:15 Uhr fuhr ich zur Technischen Uni um dort zu parken. Beim Fußmarsch bis zum Start-/Ende-Gelände lief ich schon nicht mehr alleine.
Es bewahrheitete sich mal wieder als gute Idee, das ich den Check In am Tag zuvor gemacht hatte. Die Schlange war ziemlich lange am Check In. Die zu den Toiletten aber auch. Dort musste ich zum Glück nicht hin.
Um 8:30 Uhr war der Start und ich sehr weit vorne im Startblock. Noch bevor der erste See erreicht wurde, hängte ich mich an zwei Mädels mit einem guten Speed. Nach ungefähr Kilometer 11 lies ich die beiden ziehen, da ich mit einer anderen Läuferin ins Gespräch kam. Von da an ging es etwas gemütlicher; dennoch nicht langsam weiter.
Die Strecke führte erst durch einen alten Teil von Lyngby. Bald kamen wir an den ersten See und von da bis auf die letzten gut 2 Kilometer war die Strecke an Seen, durch Wälder und Graslandschaften. Eine Runde auf einem Flugfeld gehörte ebenso dazu. Oft liefen wir auf Single Trails, die durch ihren Verlauf Spaß machten.
Bei bestem Sonnenwetter kam ich, nachdem ich ungefähr für die letzten 7 Kilometer das Tempo deutlich anzog, nach 7:32 Std. im Ziel an. Wie alle natürlich mit einer großen Begrüßung, sowie Übergabe der Medaille. Im Ziel war ich vermutlich bei dem ersten Viertel derer die die 42 Kilometer gelaufen sind.
Unterwegs war an den Versorgungsstationen immer relativ wenig los und wir wurden von den Volontären feiernd begrüßt. Oft liefen wir ohne das wir jemanden vor uns gesehen hatten. Am Flugfeld übersahen wir sogar eine Markierung und hatten dadurch etwas über einen halben Kilometer extra gemacht. Die Zielzeit steht daher nicht für 42 Kilometer, sondern für 42,58 Kilometern.
Das Zielbier war somit wohlverdient. 😀
Die Pause mit dem Bier am Ende der Tour tat richtig gut. Die ersten Meter danach lief ich allerdings sehr unrund bis zur Straße. Dann ging es wieder gut bis zur Technischen Uni – allerdings sehr gemütlich.
Bevor ich unter die dringend nötige Dusche kam, quatschte ich noch mit ein paar anderen am Campingplatz, die andere Distanzen gelaufen waren. Alle bestätigten eine tolle Tour. Am Restaurant schaute ich kurz vorbei, um einen Platz für später zu erhalten. UND dann kam endlich die Dusche. 😀
Das Essen im Restaurant war super lecker. Der Preis dafür aber auch nicht ohne. War mir jedoch vorher schon klar und für mich eine Belohnung für die Leistung des Tages.
Fisch mit Gemüse und Kartoffeln – Rhabarberkuchen und Eis
Abends hatte ich Zeit für diesen Bericht sowie mich um Kleidung und anderes für die Folgetage zu kümmern.
Tour: 42,58 Kilometer, 429 Höhenmeter
03. Mai – Kopenhagen
An diesem Tag konnte ich ausschlafen. Es war morgens auch noch sehr ruhig auf dem Campingplatz. Gefrühstückt hatte ich wieder im Aufenthaltsbereich, der im alten Bunker ist.
Nun wurde das Gravel Bike aus dem Auto geholt und zusammengebaut. Es sollte auf eine Tour durch die Stadt gehen. Nach nicht einmal zehn Minuten stoppte ich für ein Bild und stellte dabei fest, das der Schlüssel zum Fahrradschloss weg war. Argh. Also zurück und am Campingplatz das Auto und Zelt mehrmals untersucht. Nichts. Dann bin ich etwas langsamer den Weg abgefahren und da lag der Schlüssel fast genau an der Stelle, wo ich festgestellt hatte das er weg ist. 🙃
Jetzt war ich wieder entspannter. Es ging mit dem Rad kreuz und quer durch die Stadt. Das ist mit dem Rad in Kopenhagen sehr gut möglich. Bei den Kreuzungen muss man ein wenig schauen wo es weiter geht, da der Radweg nicht immer klar über die Kreuzung erkennbar ist. Nach einiger Zeit hat man dafür dann schon ein Gefühl dafür. Natürlich bin ich auch die bekannte Fahrradschlange gefahren. Eine Radbrücke mit mehreren Windungen.
Das Hafengebiet dahinter wurde und wird immer noch zu Wohnviertel ausgebaut. Was ich sehen konnte waren schöne Wohnviertel in Wassernähe, von denen man schnell in der Innenstadt sein kann.
Am Ende des Hafens ging es durch ein Naturschutzgebiet. Von den Schafen und Alpakas, die dort sein sollen habe ich jedoch nichts gesehen. An das Naturschutzgebiet grenzt ein sehr großer Park an. An einem kleinen Sandstrand kam ich vorbei und stoppte. Dort war ein kleiner mobiler Kaffeestand. Einen leckeren Espresso gab es bei einer Pause.
Weiter ging es durch den Park und andere Viertel zurück zu einem Quartier mit vielen Restaurants, Cafés usw. Dort war ich bereits am Vormittag kurz gewesen für einen Kaffee und frisch gepressten Orangensaft. Am späteren Mittag stoppte ich dort für ein Essen. Eine Pizza Marina bestellte ich mir. Das Brunch Menü sah sehr, sehr gut aus, würde sich aber nur lohnen, wenn man wirklich Hunger hat. Da ich noch weiter wollte, sollte es bewusst nicht so viel werden.
Es folgte eine Strecke am Wasser entlang. Dabei kam ich ungewollt an einer der Prachtkanäle vorbei. Schön bunte Häuser und alte Boote an einem Kanal. Weniger schön, aber in Städten nicht zu vermeiden, war die große Menge an Menschen. Kurz ein paar Bilder und weiter.
Die kleine Meerjungfrau wurde besucht. Ich kam ohne große Probleme direkt davor. Im Sommer vermutlich ein Unding und mein Glück das an diesem Tag nur wenige dort waren.
Dann wollte ich nur kurz ins das Kastell, das ich auf dem Weg zur kleinen Meerjungfrau umfahren hatte. So kurz war es dann gar nicht, da dort eine Oldtimer Veranstaltung war.
Einige Straßen und Kilometer weiter war ich wieder am Campingplatz. Die Sonne schien und warm war es auch. Daher machte ich mich gleich auf zum kleinen Kiosk vor dem Campingplatz und kaufte ein Eis. Das schleckte ich am Sandstrand, der nicht weit entfernt ist.
Abends bin ich kurz mit dem Rad weg zum nächsten Türken, einen Döner holen. Auf dem Rückweg machte ich einen zusätzlich Stopp und kaufte etwas zu trinken. Nur Wasser war mir langsam genug.
Radtour: ~43 Kilometer
04. Mai – Kopenhagen
Wie angekündigt, hatte es über Nacht ordentlich geregnet. Am frühen morgen waren es vereinzelte, leichte Niederschläge bis es aufhörte. Ich drehte mich daher im Schlafsack um und stand etwas später auf. Ziemlich bewölkt war es und deutlich kühler. Aber immerhin kein Regen mehr.
Ein längeres Frühstück gönnte ich mir im Aufenthaltsbereich. Dann machte ich mich mit Regenhose und -jacke auf. Da ich kein Schutzblech am Rad habe, sollte die Hose mich schützen und abgesehen davon war die Regenkleidung ganz gut gegen den kühlen Wind.
Meine erste Idee waren ein paar Street Art Punkte anzufahren. Bis zum Ersten hat es fast geklappt. Davor hatte ich schon ein kleines Quartier mit sehr vielen Motiven entdeckt und danach bin ich eher auf Sicht und frei Nase gefahren. Gesehen habe ich dabei so einige Motive.
Dann meldete sich mein Magen langsam. Von meinem Camping Nachbarn hatte ich den Tipp zu Reffen bekommen. So suchte ich mir von dort, wo ich war einen Weg dorthin. Dabei bin ich durch Zufall wieder bei Nyhaven durchgekommen. Das ist der Kanal mit den bunten Häusern und den größeren Segelschiffen, den ich schon am Vortag gekreuzt hatte. Dort vorbei geht eine schöne Rad- und Fußgängerbrücke zu einer der vorgelagerten kleinen Inseln. Zick und Zack und bald war ich am Reffen. Mittlerweile waren die Wolken weg und es war ein sonniges und angenehmes Wetter.
Reffen st eine Ansammlung von vielen zusammengewürfelten Containern, Buden und einer größeren Halle, genannt Werkstatt. Dazu gehört noch ein großer Platz mit Tischen und Bänken. Teils auf Schotter, teils auf Sand. Die kleinen Buden machen es! Street Food in alle möglichen Richtungen und bei den Getränken gibt es ebenfalls genug Auswahl.
Der Smashed Burger mit Fries war lecker. Danach noch einen Espresso während ich es mir auf einem Liegestuhl im Sand gemütlich machte. 😀
Gemütlich machte ich mich dann auf den Heimweg. Ok, die letzten Kilometer etwas zügiger. 😁 Am Campingplatz angekommen nahm ich das Rad auseinander und packte es in Aurora.
Nyhaven
Den lile Butik suchte ich anschließend auf. Das liegt vor der Fort Anlage, gehört aber zum Campingplatz. Zeit für einen Schokocroissant und einen Cappuccino in der Sonne.
Genug gefaulenzt. Los ging es zu Fuß am Meer entlang nach Norden zu einem Jachthafen. Dort schaute ich bei Olivers Garage vorbei. Eine kleine ehemalige Autowerkstatt, in der nun ein Imbiss ist. Schon mal da, kann ich mir doch einen Burger bestellen. Der Classic Burger war lecker. 😋
Um und am Campingplatz
Nun nur noch zurück zum Campingplatz. Faulenzen, an diesem Bericht weiterschreiben und schon mal Gedanken zum Abfahrtszeitpunkt des nächsten Tages machen.
Duschen und ab in den Schlafsack.
Radtour: ~29 Kilometer Fußmarsch: ~5 Kilometer
05. Mai – Heimreise
Die letzten Tage waren durchaus anstrengend. So war ich früh im Schlafsack und damit früh wach. 6:00 Uhr, alles noch ruhig und der Großteil des Campingplatzes im Schatten. Mit meiner kleinen Tonne, in der ich alles für das Frühstück hatte, bin ich wieder zum Aufenthaltsbereich gelaufen. Kühl war es; angeblich 7 Grad.
Zurück am Zelt war es das erste Mal im diesem Jahr, in dem es für mich beim Camping hieß: Alles packen. Das ging ganz relaxt, zumal sich nun die Sonne zeigte. Durch die kühle der Nacht war das Zelt außen nass. Es wurde damit einfach in den Sack gepackt und nicht ordentlich zusammengerollt. Es muss Abends oder am nächsten morgen eh zum Trocknen aufgebaut werden.
Abfahrt war um 8:00 Uhr. Da es ein Dienstag war, bedeutete dies, das mir der Berufsverkehr bevorstehen wird. Dieser war letztlich gar nicht so schlimm. An der Fähre war ich viel zu früh, trotz das ich einen Stopp zwischendurch zum Laden eingelegt hatte.
Das wirklich letzte in Dänemark, abgesehen vom Warten auf die Fähre war ein Abstecher nach Rødby. Dort hatte ich mir zuvor schon Havfruen’s Smørrebrod ausgesucht. Zwei Butterbrote, etwas sehr typisches für Dänemark gab es damit zum verfrühten Mittagessen. Gegessen wurde bei Sonnenschein vor dem kleinen Laden.
Ich war bereits zur früheren Fähre am Hafen und da diese wohl nicht ausgebucht war, kam ich mit drauf. Sehr schön, da ich so eine Fähre ca. 40 Minuten früher bekam.
Die restliche Heimfahrt wäre fast langweilige gewesen, jedoch fing es ungefähr 75 Minuten bevor ich Zuhause angekommen wäre so zu schütten an, so das sich die Fahrt verlängerte. Es regnete so stark, das teils nur noch 60 km/h möglich waren und selbst dabei regelte die Elektronik die Leistung herunter um Aquaplaning zu verhindern.
Resümee
Der Mammutmarsch startete in einem der vielen Vororte von Kopenhagen, die in Kopenhagen übergehen ohne das man es groß merkt. Somit ging es gar nicht durch Kopenhagen, sondern sehr bald raus aus dem Ort und ab ins Grüne. Seen, Wälder und Felder; auf festen Wegen und Teils auf Single Trails. Viele mit denen ich später am Campingplatz gesprochen haben fanden die Strecke ebenso toll.
Da Kopenhagen sozusagen die Fahrradhauptstadt Europas ist, musste ein Rad mit. Damit bin ich dann die zwei Folgetage durch Kopenhagen gefahren. Das hat dort schon ein ganz anderes Level. Man sollte auf alle Fälle den anderen klar Signalisieren wenn man abbiegt oder halten möchte. Dafür gibt es an manchen Ampeln Haltehilfen. Es gibt fast an jeder Straße Fahrradwege für die jeweilige Richtung und an den Ampeln sogar extra Fahrradampeln. Die Fahrradwege sind an Kreuzungen gelegentlich mit Abbiegespuren. Das das Rad hier vor dem Auto Vorrang hat, merkt man. Oft sind Radwege so breit wie die Fahrspur für ein Auto. In schmaleren Straßen bleibt so manchmal nur eine Fahrspur in der Mitte der Straße für die Autofahrer durch parkende Autos zur Verfügung.
Insgesamt empfand ich Kopenhagen als sehr relaxt und freundlich. Es wird einiges geboten neben der Stadt gibt es direkt anschließende Naturschutzgebiete; es gibt große Parks; viele Möglichkeiten zum Schwimmen im Meer und mit Reffen eine tolle Street Food Area.
Die etwas andere Reise. Kein reiner Urlaub, sondern ein Bildungsurlaub soll es werden. Das Thema Resilienz soll dabei während Wandertouren im Passeiertal vermittelt werden. Das klang für mich wie eine gute Kombination und so wurde dies gebucht.
Zuerst überlegte ich im nahegelegenen Campingplatz in St. Leonhard mein Zelt für die Woche aufzuschlagen. Letztlich entschied ich mich dazu im Hotel Gurschler ein Zimmer mit Vollpension zu buchen, das es für die Seminarteilnehmenden vergünstigt gab. Meine Überlegung dabei war so morgens und Abends nach dem Seminar noch in geselliger Gemeinschaft zu sein.
12. Oktober – Anreise
Morgens um 9:00 Uhr wurde ich Zuhause abgeholt. Zu Dritt fuhren wir durch Deutschland und Österreich via Ötztal nach Südtirol. Gut 9 Stunden später waren wir an unserem Ziel, St. Leonhard in Passeier angekommen.
Timmelsjoch Mautstation
Die Anmeldeformalitäten wurden schnell abgewickelt und das Gepäck auf die Zimmer gebracht. Bald befanden wir uns im Speiseraum, wo schon die meisten aus der Gruppe saßen. Es war Essenszeit und so gab es erst einen Salat. Es folgten ein paar weitere Gänge, bis wir gut gesättigt waren.
Im Anschluß gab es eine Informationsrunde und jede Person stellte sich kurz vor.
Wir drei unternahmen noch eine kleine Abendrunde im Dorf.
13. Oktober – Erste Tour
Zum Frühstück schaute bereits die Sonne vorbei. Zwar noch nicht bei uns unten im Tal, aber immerhin. Für das Frühstück gab es eine reichhaltige Auswahl. Aus dem was geboten wurde erstellte jeder nach dem Frühstück ein Lunchpaket für den Mittag.
Vor dem Hotel erfolgten ein paar Achtsamkeitsübungen und Spiele zum Kennenlernen bzw. Merken der Namen der anderen.
Gemeinsam gingen wir dann die erste Wanderung an. Durch St. Leonhard in Passeier hindurch errichten wir den östlichen Hang des Tales. Dort folgen wir einem mal mehr, mal weniger breiten Weg durch Felder und den Wald. Im Wald umgab uns der Duft des feuchten Laubes – Herbstwald. 😊
Bis zur Mittagspause in St. Martin in Passeier gab es unterwegs bereits mehrere Übungen zum Thema Achtsamkeit und Resilienz. Die Mittagspause war außerhalb des Orts in der ordentlich wärmenden Herbstsonne. 😀 🍂
Durch den Ort gelangten wir zum Café Platzl. Ein leckerer Latte Macchiato bei angenehmen Gesprächen war die Pause vor der nächsten größeren Lerneinheit. Diese erfolgte ein paar Meter weiter am Dorfhaus.
Nach dieser vorletzten Lerneinheit liefen wir zum Fluss und diesen immer entlang zurück zum Hotel. Dabei sollten wir in Zweiergesprächen über das Thema vom Dorfhaus sprechen.
Angekommen am Hotel gab es noch einen Abschluß (Check Out) mit “wie war es”.
Es war reichlich Zeit für eine Dusche bis zum ausgiebigen Abendessen. Verhungern wird im Hotel Gurschler bei Klaus definitiv keiner. 😊
Wanderung: ~11,6 Kilometer, ~300 Höhenmeter
14. Oktober – Durch die Passerschlucht
Hauptthema des Tages war Achtsamkeit und Wertschätzung. Die Themen wurden in mehreren Einheiten während der Wanderung von St. Leonhard in Passeier durch die Passerschlucht bis Moos behandelt. Die Wanderung durch die Passerschlucht war gemütlich und bot schöne Blick auf den Fluss, der sich immer wieder wild gab. Kleine und größere Wasserfälle liefen in den Fluss, der selbst immer wieder mit Wasserfällen aufwarten konnte.
Vor Moos machten wir auf einer sonnigen Wiese unsere Mittagsrast. Es galt dann zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Am Ende sind wir alle das kurze restliche Stück bis Moos zur Bushaltestelle gelaufen. Die meisten hatten dann von dort den Bus zurück genommen.
Die Meisten, also nicht alle. Zu fünft liefen wir weiter und zwar auf dem Fernwanderweg E5. Gut 300 Höhenmeter lagen vor uns wir Stuls erreichten. Dort fand sich ein Café, bei dem es auch leckeren Kuchen gab. Mit Valerie teilte ich mir ein Stück Kastaniennusstorte.
Schon vor Stuls und einige Kilometer danach liefen wir auf einer zufahrtsbeschränkten Straße oder Wanderpfaden auf einer Art Höhenweg. Immer mit toller Aussicht auf die Täler um St. Leonhard. Das Thema für diesen Abschnitt war Optimismus.
Dann hieß es den Abstieg in vielen Serpentinen und teilweise steileren Passagen zu nehmen. Wir kamen 10 Minuten vor dem Abendessen am Hotel an. Während andere dann mit einem Check Out des Tages begannen, verschwand ich im Zimmer und duschte erst einmal.
Das Abendessen verzögerte sich etwas und so bekam ich doch noch das Ende des Check Outs mit und durfte meinen Beitrag leisten. (Wie war der Tag, was nimmst Du mit)
Das Abendessen war erneut reichlich und lecker. Aufgrund der größeren Wanderung kam es mir an diesem Tag gar nicht so üppig vor.
Wanderung: ~19,5 Kilometer, ~1000 Höhenmeter
15. Oktober – St. Anna Kapelle
Vom Frühstück gut gesättigt erfolgte vor dem Hotel der morgendliche Check In – Wie geht es, was erwartet man vom Tag.
So dann begaben wir uns auf die Wanderung. Die meisten zumindest. Durch den Ort bis wir an einer Kapelle die Straße verließen. Ab diesem Punkt wurde es für die nächsten gut 1,5 Kilometer recht steil. Auf der anderen Seite konnten so schnell 200 Höhenmeter gut gemacht werden.
Ein paar, die sich dieses steilste Wegstück sparen wollten, traf wir dann. Zum Treffpunkt sind sie mit zwei Autos gefahren worden. Ab dort liefen wir für einige Minuten auf einem Wanderweg bergauf bis wir an einem Wirtschaftsweg ankamen.
Von nun an liefen wir bis zur Kapelle St. Anna, welche neben der Pfistrad Alm steht auf dem Wirtschaftsweg.
Oben angekommen gab es an der Hütte, die saisonbedingt schon geschlossen hatte, eine Resilienzübung vor dem Mittagessen.
Bevor wir den Rückweg antraten gab es eine längere Übung zum Thema Lebensplanung.
Dann erfolgte der Abstieg. Nach grob zwei Kilometer verließen wir den uns bekannten Wirtschaftsweg und schlugen einen alternativen Weg nach St. Leonhard ein. Dieser Wanderpfad war wesentlich grüner und schöner zu laufen wie der Wirtschaftsweg. Die Sonne, die kurz vor unserem Aufbruch am Nachmittag hinter dem Berg verschwand war wieder zu sehen und wärmte uns erneut.
Der Wanderpfad endete an einer Straße, die uns in Serpentinen reichliche Meter nach unten brachte. Wir verließen die Straße um erneut einem Wanderweg zu folgen. Dieser hatte sogar ein paar Abschnitte mit Anforderungen durch den Weg über Fels.
Am Ortsrand trafen wir auf eine Straße unterhalb der Burgruine, die über St. Leonhard thront. Wir folgten der Straße bis fast zur Ortsmitte. Dort trennte sich die Gruppe. Die, bei denen ich dabei war, liefen zu einem Eiscafé. Ein Nussknacker-Eisbecher und einen Espresso gab es für mich.
Noch ein paar Meter und wir waren wieder am Hotel. Es konnte sich nun jeder in Ruhe frisch machen.
Vor dem Abendessen gab es die letzte Lerneinheit des Tages. Die Opferrolle war das Thema, das in zwei Aspekten in zwei Gruppen behandelt wurde.
Der Abend nach dem Essen endete in einer geselligen Rund mit einem Kartenspiel für mich.
Wanderung: ~12,7 Kilometer, ~700 Höhenmeter
16. Oktober – Meran
Heute gab zum Check In gleich ein kurzes Video zum Thema Empathie. Darauf sind wir zum Busbahnhof gelaufen, um mit dem Bus nach Meran zu fahren. Während der Fahrt galt es eine Übungsaufgabe zum Thema Empathie zu bearbeiten.
In Meran waren wir gut 50 Minuten später. Von dort ging es durch die Stadt bis zum Startpunkt der Wanderung. Einer Gasse folgten wir zum Duomo di San Nicolo (Stadtpfarrkirche St. Nikolaus Meran). Um diese herum erreichten wir die Treppe, die es hinauf zum Tirolersteig ging. Diesem weiter bergauf folgten wir zum Dorf Tirol. Vor Tirol machten wir für eine Übung im Burglehenpark halt. Ein schöner Park mit Sicht auf Meran.
Eine Übung zum Thema Netzwerk folgte. Da es bereits nach 12:00 Uhr war, gingen wir direkt in die Mittagspause über und packten unsere Lunchpakete aus.
Im Dorf Tirol verließen wir den Wanderweg für ein Durchquerung des Dorfes. Wobei wir uns an der dortigen Kirche in zwei Gruppen trennten. Die, bei der ich dabei war lief bis zum Ende des Dorfes, um dort eigentlich in einem Café halt zu machen. Beim erste Café war kein Platz mehr und das nächste hatte geschlossen. So sind wir in ein Restaurant. Unter einem Kakibaum mit prallen gelben Früchten genoss ich meine kleine Portion Kaiserschmarrn und einen Espresso.
Es folgte ein steilere Abstieg am Dorfende über den Brunnenburgsteig. Ein Teil des Weges verläuft durch einen Stadtteil mit Hotels, die alle sehr großzügig aussahen und von ihren Terrassen, umgeben von Palmen und Bananenpalmen eine tolle Sicht bieten.
Am Ende des Steigs nahmen wir die Tappeiner-Promenade. Eine schöne Spaziergangsstrecke, einem Höhenweg nicht ungleich, am Hang entlang. Sehr schön vom Weg und weiter Sicht auf und über Meran.
Das Ende des Weges waren ein paar Serpentinen um in der Nähe der Kirche wieder in Meran zu sein. Über ein paar hübsche kleine Gassen kamen wir zu einer größeren Straße mit Cafés. Wir hatten noch Zeit und kehrten in eines für ein Getränk ein.
Die letzten gut 900 Meter bis zum Busbahnhof legten wir zügig zurück um den Bus zu erreichen. Dieser fuhr ein paar Minuten nach unserer Ankunft ein. Die Fahrt dauerte gefühlt ewig bis St. Leonhard, wo es noch galt den Weg zum Hotel zurück zu legen.
Vor dem Abendessen trafen wir uns in der ganzen Runde für einen Check Out des Tages.
Das Abendessen war wieder toll. Zum “Nachtisch” gab es von Klaus (dem Chef und Koch des Hotels) noch ein paar Lieder, die er uns vorspielte. Er war der Bandleader der Musikgruppe Die Psayrer. Ein durch die Liedtext und die Geschichten zu den Lieder vergnüglicher Abend.
Wanderung: ~10,5 Kilometer, ~330 Höhenmeter
17. Oktober – St. Martin und zurück
Unsere Wanderung führte uns am Fluss entlang, Richtung Meran, bis zum nächsten Ort St. Martin. Auf dem Weg kamen wir an einem Biotop vorbei, durch das wir mit einer Übungsaufgaben liefen. Eine weitere Übung, diesmal zum Thema Vertrauen fand danach im Laufen auf dem Weg am Fluss entlang statt.
Es sollte ein Rundkurs werden, da die Sonne noch nicht im Tal war, liefen wir einfach weiter am Fluss bis St. Martin. Bis wir dort ankamen, war bereits das gesamte Tal im Sonnenlicht. In St. Martin liefen wir zum uns bekannten Dorfplatz um eine weitere Übung anzugehen.
Der Rückweg erfolgte wieder am Fluss entlang. Auf ungefähr der Hälfte der Strecke machten wir Stopp für die Mittagspause. Im Anschluss an die Mittagspause kam die letzte Übungsaufgabe, zu der auch eine Auflistung der Themen der Woche gehörte und wo jedeR für sich ein Defizit sieht. Daraus sollte dann eine Idee entwickelt werden, wie dieses Defizit mit dem Gelernten in der nächsten Zeit angegangen werden kann.
Es folgte der weitere Weg bis zum Hotel.
Am Hotel gab es ein Check Out und die Übergabe der Zertifikate sowie einem Kästchen mit Dankeskarten zum Verschenken. Ein Säckchen mit Bohnen und Anleitung bekamen wir bereits kurz nach dem Frühstück.
Das war es dann mit dem offiziellen Teil des Bildungsurlaubs.
In zwei Gruppen liefen wir nacheinander zu einem Café. Ein Latte Macchiato mit einem Mango-Kuchen bestellte ich.
Mit Valerie lief ich danach durch das Dorf. Wir schauen in ein paar Geschäfte und ich mache ein, zwei Fotos.
Um 18:30 Uhr trafen wir uns alle zum letzten gemeinsamen Abendessen.
Wanderung: ~9 Kilometer
18. Oktober – Heimreise
Vor der Frühstück kaufte ich beim lokalen Bäcker ein Brot um Abends Zuhause nicht noch einkaufen zu müssen.
Nach dem Frühstück traten wir die Heimreise an. Wir fuhren wieder über das Timmelsjoch. Dort und die umgebenden Bergspitzen waren bereits mit weißen Hauben versehen. Bei klarer Luft um die 0 Grad eine sehr schöne Aussicht. 😀
Resümee
Es war Bildungsurlaub im schönen Passeiertal mit durchgehendem sonnigen Wetter. So machte das Wandern Spaß und die damit verbundenen Resilienz-Lerneinheiten waren eine gute Kombination.
Vieles vom Lernstoff war mehr oder weniger bekannt, dennoch gab es immer wieder neue Aspekte, die hinzukamen. Verteilt auf die Tage kam die Menge an Lerninhalt allen gar nicht so viel vor. Bei der Übung am letzten Tag, an der alle Punkte betrachtete wurden, wurde die Menge an Lernstoff dann deutlich und überraschte alle.
Daneben nahm ich mit, das das Passeiertal zurecht als eines der schönen Täler Südtirols gilt. Der Tagesausflug nach Meran war eine gute Abwechslung und regte an dort irgendwann ein paar Tage zu verbringen.
Once a year. Einmal im Jahr bei einer Weitwanderung teilnehmen geht für mich. Dreimal an der Nordsee um die Insel Föhr, dann kam der Mammutmarsch Heidelberg und nun der Mammutmarsch Nürnberg. Wie in Heidelberg wieder die 42-Kilometer-Distanz.
09. Mai
Nach dem Mittagessen machte ich mich direkt von der Arbeit auf den Weg nach Nürnberg. Zuerst wollte ich dort zum Campingplatz. Abgesehen von einer sehr langen Baustelle auf der Autobahn verlief die Fahrt nach Nürnberg gut. In Nürnberg wäre der Campingplatz schnell erreicht. Wäre, den die Zufahrt, die das Navi vorschlug, war gesperrt. Mein Pech war, dass genau an diesem Tag ein Fußballspiel (Nürnberg gegen Köln) stattfand und das Stadion ist in der Nähe des Campingplatzes. Mit einem Umweg und der freundlichen Hilfe der Polizei kam ich zu meinem Ziel – nur halt deutlich später.
Am Campingplatz checkte ich ein und lief sofort los zum Check-in für den Mammutmarsch. Bei den 42 Km-Check-In stand keiner und so war dies schnell erledigt. Am T-Shirt-Stand war es fast genauso schnell.
Zurück am Campingplatz suchte ich mir in der vorgegebenen Zone einen Platz und baute das Zelt auf. Nachdem alles eingerichtet war, begab ich mich zu einem Italiener für das Abendessen. Beim Italiener war gerade noch ein Platz an einem zweier Tisch frei, den ich bekam. Zum Essen bestellte ich mir eine Pizza mit Steinpilzen, die es nur vorübergehend gab.
10. Mai – Mammutmarsch Nürnberg
Kurz nach halb sechs klingelte der Wecker. Die frühe Uhrzeit war bewusst, um noch zu frühstücken. Entgegen meiner ursprünglichen Idee setzte ich den Wecker erneut eine halbe Stunde später und drehte mich um. 😁
Dann aber gab es keine Alternative. Aufstehen. In den Sanitäranlagen des Campingplatzes waren noch weitere an Vorbereitungen zum Mammutmarsch. Die gut zwei Kilometer zum Startplatz legte ich zügig zurück, um warmzuwerden. Bei einer Temperatur im niedrigen, einstelligen Bereich auch wirklich nötig.
Zum Frühstück gab es am Start-/Zielplatz einen Kaffee und einen Trail-Mix (Nuss und getrocknete Früchte). Ich konnte mich auch gleich zur Startgruppe einsortieren, für die ich mich entschieden hatte (Gruppe 3, 7:00 Uhr). Beim Go war schon nach wenigen Schritten wieder Stopp. Der Weg verengte sich deutlich, um anschließend über eine schmale Brücke zu gehen. Auf der anderen Brückenseite war es etwas relaxter.
Wir liefen am Anfang in einem recht großen Pulk, der sich erst nach vielen Kilometern langsam auseinander zog. Bis zum ersten Versorgungspunkt kamen wir an größeren Teichen vorbei und durch Parkanlagen. Ein Großteil des Weges verlief durch die äußeren Ortsteile von Nürnberg.
Danach kamen wir bald aus Nürnberg und in einen Wald bis zu einem Vorort. Vor dem ersten Versorgungspunkt trennte sich schon der Weg für die, die die 30 Kilometer liefen und in dem Vorort dann, der von den 42 Kilometern, die ich lief und denen die 55 Kilometer laufen wollten. Wir liefen im Ort durch ein paar Straßen und gelangten dann in ein Naherholungsgebiet mit schönen Wegen.
So gelangten wir zum Tierpark, den wir links liegen ließen und weiter durch den Wald bis nach Nürnberg. Ein paar Straßen weiter waren wir bei Kilometer 23 am Wöhrder See angekommen, den wir Richtung Altstadt entlang liefen. Ein toller See in der Stadt mit vielen Möglichkeiten für Sport, zum Spazieren und Genießen.
In der Altstadt sind wir länger, hauptsächlich an der Stadtmauer entlang gelaufen. An einer Stelle war ich froh, in einem Pulk zu laufen. Die Personen links und rechts waren Obdachlose und Abhängige, die nicht besonders Vertrauens erweckend wirkten. Durch die Altstadt ging es dann doch noch, denn es war der Anstieg zur Burg zu erreichen und zu nehmen. Allzu lange war der steilere Anstieg nicht. Kein Vergleich zu dem in Heidelberg.
Durch die Burg nahmen wir den Weg nach unten und um die Altstadt. Am Ende dieser Runde erreichten wir wieder den Wöhrder-See. Vor und nach der Altstadt liefen wir öfter über Brücken mit tollen Blicken.
Eine Zeit lang ging es am See entlang, um dann durch einen südlich gelegenen Ortsteil zu laufen. Am Ende des Ortsteils kamen wir durch einen Wald mit Feuchtwiesen. Im Bogen kamen wir nach Osten, Richtung Messe. Ein bisschen Zickzack und wir passierten die Zeppelintribühne und für mich war es das Erreichen der 40 Kilometerstelle.
Am großen Dutzendteich entlang erreichten wir eine größere Verkehrsstraße. Diese nach Westen, dann überquert und um einen Park herum war das Ziel erreicht. 😀
Beim Zieleinlauf gab es eine Medaille, ein Armbändchen und eine Getränkemarke. Zuerst aber ging es dann zur Stempelstation, um ein paar Stempel in das Trophäenbuch zu bekommen und das Zertifikat abzuholen. Finischer!
Nur ein paar Meter weiter waren die Stände mit den Getränken. Ein alkoholfreies Radler nahm ich und suchte mir eine Bank in der Sonne.
Ein zwei Bilder und am Zieleinlauf lockte mich noch ein Coffee-Bike. Da nahm ich mir noch einen Moccachino. Während ich diesen Trank kam Melanie. Für sie war es der erste Mammutmarsch und mit 30 Kilometer ein ausreichender Anfang. Im Bereich der Altstadt kam ich mit ihr für ein paar Kilometer ins Gespräch. Da sie aus der Gegend ist, konnte sie mir während des Laufes durch die Stadt noch einiges sagen.
Am Campingplatz war dann eine Dusche fällig. Morgens nur wenige Grade über 0, waren es Nachmittags 19 Grad und die ganze Zeit strahlte die Sonne kräftig.
Zum Essen wollte ich in ein Lokal in einer Kleingartenanlage. Vor Ort stellte sich heraus, dass diese Lokalität nur Bargeld akzeptiert. Davon hatte ich nur viel zu wenig dabei. Also weiter zum nächstbesten Lokal – ein Italiener. Dabei lief ich einen Teil der Mammutmarschstrecke zurück. Ich wurde sogar von einer wieder erkannt, die noch unterwegs war und beglückwünscht für das Ankommen.
Beim Italiener gab es was Leckeres zum Essen und Trinken. Drei, die ebenfalls beim Mammutmarsch teilnahmen, kamen auch dort hin. Bevor ich ging, unterhielt ich mich kurz mit ihnen. Auf dem Rückweg (3,5 Kilometer) unterhielt ich mich mit zweien, die noch auf ihrer 55 Kilometerrunde waren. Am Fußballstadion trennten sich unsere Wege.
Meinen Rekord an Schritten hatte ich mit fast 60.000 beim Ankommen am Zelt schon erreicht. Um die 60.000 voll zu bekommen, lief ich noch die restlichen 150 Schritte auf dem Campingplatz.
Wanderung: 42 Kilometer, ~300 Höhenmeter
11. Mai – Altstadt
Meine Nachbarn waren schon am Zusammenpacken, als ich aus dem Zelt kroch. Sie kamen am Abend mit ihren Rädern an und machten sich nun bereit für den Rückweg in das Taubertal. 140 Kilometer nach Nürnberg radeln, dort übernachten und wieder zurück – so kann ein Wochenende auch aussehen.
Sie baten um ein Gruppenbild, während ich vor dem Zelt bei der Zubereitung meines Frühstücks war. Klar bekamen sie dieses. Ich frühstückte gemütlich in der Morgensonne, um anschließend alles zusammenzupacken.
Svarta parkte ich danach so nah am Volksfestplatz auf der Große Straße wie es an diesem Morgen möglich war. Zu Fuß machte ich mich auf in die Altstadt. Der Mammutmarsch ging zwar um die Altstadt und teils auch durch diese, alles gesehen hatte von der Altstadt dabei natürlich nicht. Dies wollte ich an diesem Tag nachholen.
Der erste Anlaufpunkt war ein Viertel südlich des Bahnhofs. Markiert in der Karte als gut frequentierte Gegend, war dies an einem Sonntagmorgen nicht so. Zusätzlich war der zentrale Platz hinter einem Bauzaun.
Durch eine Unterführung unter den Bahngleisen kam ich dann in die eigentliche Altstadt. Hier lief ich kreuz und quer, je nachdem was ich erblickte. Dabei sah ich mir den Handwerkerhof mit seinen kleinen Häusern an, der am größten der Stadtmauertürme liegt. Im Tourist Center erfuhr ich, dass die Türme der Stadtmauer bis auf einen alle nicht begehbar sind. Schade, gerade dort wäre es interessant gewesen.
Durch die Altstadt gelangte ich zum bekanntesten Platz der Stadt, den dort ist im Winter der Christkindlmarkt. Nur ein paar vereinzelte Stände waren dort und in den Gassen darum. Am Tag zuvor war Markt gewesen und dies noch der Rest, der Stand.
Was am Vortag ebenso wenig besichtigt wurde, war die Burg, zu der ich mich dann begab. Die Burg, überragt die gesamte Stadt, da sie auf dem höchsten Hügel steht. Einen weiten Blick über die Stadt hat man von hier.
Zickzack lief ich weiter durch die Altstadt. Am Bahnhof nahm ich die Tram zum Doku-Zentrum und war damit nicht weit vom Volksfestplatz entfernt. Will heißen Svarta war bald erreicht.
Die Fahrt nach Hause an diesem Sonntag verlief ruhig.
Spaziergang: ~12,5 Kilometer
Resümee
Durch den Mammutmarsch hatte ich den Eindruck, dass Nürnberg sehr viele Seen und sehr viel Grün zu bieten hat. Das relativierte sich bei der Altstadttour am Sonntag. Nur um die Stadtmauer und an der Pegnitz war es grün. D. h. auf der anderen Seite, dass die Streckenführung des Mammutmarsches sehr gut gelungen war.
Das große Gebiet mit der Große Straße, dem Volksfestplatz, der Zeppelinhaupttribühne, und den Seen und Parks ist historisch sehr eng mit dem Dritten Reich verbunden. Dort war das Reichsparteitagsgelände und die Große Straße die zentrale Achse. Deutlich wird das durch die vielen Infotafeln, die über die Geschichte aufklären. Wenn man den geschichtlichen Hintergrund nicht beachtet, ist es ein tolles Gebiet für die Naherholung, das dort entstanden ist.
Von Melli bekam ich die Info, das Straßburg toll sei und ich doch auch mal dorthin sollte. Die Stadt alleine wäre mir nichts, in einer Kombination mit Wandern und Stadtbesichtigung an einem verlängerten Wochenende könnte schon eher Meins sein.
Da bot sich in 2025 der 1. Mai mit einem Donnerstag gut als Einstieg an.
01. Mai
Die Fahrt in den Elsass war entspannt. Gar nicht so viel Verkehr und gar kein Stau. Mit einer kurzen Pause kam ich vor Mittag in Saverne an. Außerhalb des Ortes erreichte ich das Chateau du Haut-Barr. Eine Burgruine auf und an Sandsteinfelsen.
An diesem Tag war dort eine Ausstellung und zudem noch ein Imbissverkauf. Zuerst erkundete ich die Ruine, die sich über mehrere Felsen erstreckt. Begehbar ist jedoch nur ein Teil davon. Zudem geht es auf den oberen Teil immer über Metalltreppen am Fels entlang. Leichtes Entdeckerfeeling. 😀
Nun war es kurz vor Mittag und ich hatte Hunger. Also ab zum Imbiss und erst einmal grübel, was es gibt und wie ich etwas bestellen kann. Eine Cola und Merguez in einem Baguetteteil mit scharfem Senf wurde es. Bei der Bestellung stellte sich am Ende heraus, das ich diese auch in Deutsch hätte vornehmen können. Mit dem Senf hatte die andere Person etwas Probleme mir die Unterschiede mit zu teilen, da sie kein Deutsch und nur marginal Englisch konnte – ich wiederum kein Französisch. Spicy hatte sie dann zum Glück verstanden. Neue Erkenntnis war dann noch, das Coca in Frankreich eine Cola ist und Cola nur mit verständnislosem Ausdruck beantwortete wird. In Peru hätte ich bei Coca was anderes bekommen. 😂
Die Wanderung war als Burgentour beschrieben. Es als Ruinentour auszuweisen wäre wohl richtiger. Von der Ruine Haut-Barr lief ich über den Parkplatz zum Einstieg und war wenige Meter danach schon am alten Telegraphenturm. Ein nicht allzu hoher Sandsteinturm, der leider nicht besichtigt werden konnte. Weiter kam ich dann zum Chateau Grand Gerolseck. Dort waren Ritter und Mittelalterstände sowie ein Imbiss in der Ruine verteilt. Aber nicht nur das, sondern ganz viele Menschen, die ihre Decken ausgebreitet hatten und picknickten. Ein geselliges Treiben.
Die nächste Ruine war die Petit-Gerolseck. Eine kleinere Ruine. Es folgte ein längeres Stück bis zu Le Brotschberg. Eine Lichtung mit einem Aussichtsturm von 16 Metern Höhe, der über die Steinwendeltreppe selbstverständlich erklommen wurde. Ein schöner Ausblick bot sich auf die Lichtung auf der der Turm steht, den Wald und sogar weit darüber hinaus.
Wieder ein längeres Stück brachte mit zur Grotte du Brotsch. Diese erreichte ich oberhalb und musste daher den Wanderweg in Serpentinen nach unten laufen. Die offene Höhle und der Fels darum sind eine beliebte Kletterlokation. Daher war an diesem sonnigen Tag dort einiges los.
Langsam führte der Weg weiter nach unten zu einem Schäferplatz. Dieser entpuppte sich als Lichtung mit einem Gebäude. Hier gab es nichts wirklich interessantes. Daher lief ich direkt weiter. Ein Pfad an einem Hang im Wald brachte mich langsam nach oben. Oben, folgte ich dem Wanderweg so um die Burgruinen Petit-Gerolseck und Grande Gerolseck, das es kaum einen Höhenunterschied gab. Im Gegensatz zum Beginn der Tour. Jede Ruine und auch de Aussichtsturm waren auf einem Hügel und immer ging es dazu hoch.
Am Ausgangspunkt angekommen lief ich wieder zu dem Imbiss. Einen Kaffee und ein Stück Kuchen bestellte ich – diesmal in Deutsch, da ich ja nun wusste das ich verstanden werde.
Zufrieden mit dem bisherigen Tag machte ich mich auf zum Campingplatz in Dossenheim – Camping Au Pays de Hanau. Gelegen am Ortsrand von Dossenheim ist es dort sehr ruhig. Die Anmeldung machte kurz vor 16:00 Uhr auf. Ein Pärchen wartete bereits und nach mir kam auch noch jemand. All zu lange mussten wir nicht warten. Die Rezeption öffnete früher. Das Pärchen und ich hatten unsere Anmeldung schnell erledigt und sind nacheinander zum Bereich für die Zelte.
Während des Zeltaufbaus wurde ich von meiner Nachbarin (dem Pärchen) mit einem Bier begrüßt. Nachdem ich das Zelt aufgebaut und alles eingerichtet hatte gesellte ich mich zu Ihnen. Bei einem Bier unterhielten wir uns darüber wie bzw. warum wir hier waren. Für mich war es ein verlängertes Wochenende für die Beiden ein Halt am Anfang einer mehrmonatigen Fahrradtour, die bis in die Türkei gehen soll.
Wanderung: 9,6 Kilometer, ~360 Höhenmeter
02. Mai
Die Fahrt nach La Petite-Pierre war spaßig. Eine kleine, kurvenreiche Straßen – wie gemacht für Svarta. 😀
Für diesen Tag stand eine längere Wanderung an. Vom Parkplatz vor der Altstadt und der Burg Lützelstein lief ich in entgegengesetzte Richtung. Durch eine schmale Gasse kam ich auf einen Wirtschaftsweg an vielen Gärten vorbei.
Der Weg ging in einen schönen Wanderpfad im Wald über. Hoch, eher runter kam ich zum Rabenfelsen mit einer freien Sicht über das bewaldete Tal. In Serpentinen ging es bergab und noch länger den weiteren Pfad bergab bis nach Kohltal. Kurz vorher gab es nochmals Serpentinen bevor es für ein kurzes Stück auf einem schmalen Pfad neben der Straße entlang ging.
Nicht all zu lange später bog ich nach rechts, vorbei an einem großen Teich. Nach den Teichen ging es wieder in den Wald auf einen Pfad. Vom Startpunkt ging es leicht bergauf, dann gut 140 Höhenmeter nach unten und nun zum nächsten Hügel wieder gut 140 Höhenmeter nach oben, nur um dann gut 150 Höhenmeter wieder runter zu laufen. Allerdings das alles auf einem schönen Wanderpfad bis ich das Rehbachtal erreichte. Von dort folgte ich der einfachen Straße dem Tal entlang bis nach Graufthal, das ungefähr fünf Minuten später erreicht wurde.
In Graufthal lief ich direkt zu den Felsenhäusern, da diese über Mittag nicht zugänglich sind und ich doch hineinschauen wollte. Von vorne sehen die Gebäude fast wie normale (alte) Häuser am Berg aus. Jedoch ist nur die Vorderseite und ein Teil des Daches ein normales Haus. Gebaut in einen Felsüberhang ist der Rest eben genau dies – Fels. Daher sind die Räume reichlich uneben. Da es Sandstein ist, ist es in den Häusern, die Restauriert und als Museum zugänglich sind leicht feucht. Kaum zu glauben, das die letzte Bewohnerin ihr ganzes Leben bis zu ihrem Tod 1958 dort ohne Strom und fliesendem Wasser verbrachte.
Im Ort fand ich ein Café an der Hauptstraße und dort eine leckere Süßigkeit sowie einen Cappuccino.
Zurück zum Startpunkt folgte ich dem Wirtschaftsweg durch zwei Täler. Anfangs kam ich dabei an vielen Fischteichen vorbei. Diese gehörten wohl einem Angelverein und sehr vielen Privatleuten. Oft mit einer Hütte oder einem kleinen Haus auf dem Grundstück.
Nur die ungefähr letzten drei Kilometer waren dann wider fast komplett auf einem Wanderpfad. Dort wo der Wanderpfad beginnt, beginnt der Weg wieder deutlich anzusteigen um zur Burg zu gelangen.
Vor der Burg, die ich von hinten erreichte, folgte ich der Ausschilderung zu einer Zisterne. Ganz nett aber soviel sieht man dort ohne richtig gute Beleuchtung außer dem Loch nach oben zur Altstadt nicht.
Ergo wieder zurück und über einen Zugang zur Altstadt. Heraus kam ich neben dem Zugang zur Burg. Dort gab es im Hof und einem kleinen hübschen Garten nicht viel zu sehen. Ein Laden mit Infos und allerlei Waren gab es noch um sich kundig zu machen bzw. regionale Produkte zu erwerben.
Durch die Altstadt mit ihrer Handvoll an Straßen kam ich wieder auf den Parkplatz und zu Svarta.
Ohne Rucksack lief ich zu einem Stand mit Eis 😀 am Rand des Parkplatzes. Eine Waffel mit je einer Kugel Zitronen- und Himbeereis wurden es. Bis hierher war ich ungefähr 18 Kilometer gelaufen, da geht auf alle Fälle ein Eis. 😊
Über die selbe spaßige Straße kam ich zurück zum Campingplatz.
Nach einer ausgiebigen Dusche, es war schon ganz schön heiß unterwegs gewesen, machte ich es mir auf einer Decke vor dem Zelt gemütlich. Im Café in Graufthal hatte ich eine Art Rosinenbrötchen in Gugelhupfform gekauft und dies nun mit einem Kaffee genossen.
Vor dem Abendessen erfolgte ein kurzer Spaziergang im Dorf.
Nach dem Abendessen holte ich mir an der Bar des Campingplatzes ein Bier. Da nicht viel los war, bekam ich es ausnahmsweise im Glas. Sonst gibt es das nur in der Flasche, wenn man es zum Zelt mitnehmen möchte. Weit kam ich nur nicht. Mit ein paar Einheimischen, die an einem Tisch vor der Bar saßen kam ich ins Gespräch und erst ein Dreiviertel Glas später bin ich zum Zelt. Vor dem Schlafen brachte ich natürlich das Glas zurück.
Wanderung: ~18,5 Kilometer, ~650 Höhenmeter
03. Mai – Strasbourg / Straßburg
Beim Aufwachen am frühen morgen regnete es. Also umgedreht und weitergeschlafen. Eine Stunde später wurde ich wieder wach und es regnete immer noch. Daher packte ich alles notwendige für das Frühstück und begab mich vor die Rezeption und Bar. Dort ist ein großer überdachter Bereich mit reichlich Tischen und Bänken. Während meines Frühstücks kam zum einen mein Campingnachbar um Brot, Butter und Marmelade für das Frühstück zu holen. Ein anderer Niederländer kam später, um ebenfalls im überdachten Bereich zu frühstücken. Er erzählte das er die Hügellandschaft des Elsass mit dem Rad auf Gravelwegen überqueren möchte – rund 500 Kilometer.
Während des Frühstücks hörte der Regen auf. So musste ich wenigsten beim Zusammenpacken nicht im Regen hin und her laufen. Das Zelt wurde zwangsweise nass zusammengepackt.
Es folgte ein Fahrt nach Straßburg. Der dortige Campingplatz war leider komplett belegt. So musste ich mir ad hoc eine andere Unterkunft suchen. Das Logis Hôtel Restaurant Au Cerf d’Or wurde es. Somit musste ich noch ein paar Kilometer durch Straßburg fahren. Die gebührenpflichtigen Parkplätze vor dem Hotel waren mir zu teuer (35€ für 3 Stunden). Zwei Straßen weiter fand ich ein akzeptables Parkhaus.
Von dort machte ich mich zu Fuß in die Innenstadt. Im Grunde war ich nach fünf Minuten schon im Trubel. Sehr viele Touristen und zusätzlich war noch Trödelmarkt. Um mich zu orientieren und an den Trubel zu gewöhnen suchte ich das erste Café auf, das ich sah. Einen Cappuccino mit einem Croissant bestellte ich.
Quer durch die ganzen Straßen, Gassen und Wege am Fluss entlang verbrachte ich viel Zeit in der Stadt. Dabei sah ich verteilt reichlich alte Gebäude, Kirchen und besonders die Kathedrale Notre Dame de Strasbourg, welche über 200 Jahre lang das höchste Gebäude (147 Meter) der Menschheit war. Zwischendurch legte ich bei der Brasserie Bar Le Cintra eine Mittagspause ein. Galettes (zwei Kartoffelpfannkuchen) mit Räucherlachs und Salat war das Mittagessen.
Unterwegs sah ich viele Patisserien. Sind wohl sehr für das leckere Süße die Elsässer. 😊
Am späteren Nachmittag steuerte ich das Hotel an. Dort konnte ich direkt einchecken. Auf dem Zimmer machte ich es mir gemütlich, war mir die Sonne am Nachmittag mit der drückenden Hitze doch etwas zu viel.
Nochmals machte ich mich auf, um die Innenstadt zu erkunden, Das Ende dieser zweiten, kleineren Runde war das Parkhaus. Svarta parkte ich dann fast gegenüber dem Hotel. Die Parkplätze dort sind ab 19:00 Uhr kostenfrei und Sonntags den ganzen Tag.
Wieder im Hotel begab ich mich später in das Restaurant des Hotels. Ein bequemer, kurzer Weg. Das Restaurant ist gut bewertet und das bewahrheitete sich dann. Eine Terrine de Baeckeoffe mit salade verte bestellte ich. Aus der Küche gab es zuvor ein kleines Stück Lachs als Gruß, bevor der Eintopf kam. Dieser kam in einem eigenen Topf und die erste Portion wurde mir am Tisch aus dem Topf auf den Teller gereicht. Ein Kartoffeleintopf mit Karotte und Fleischstücken von drei verschiedenen Tieren. Ein typisches Gericht für den Elsass. Im Nachtischmagen war danach noch Platz für einen Rhabarberkuchen mit Baiser. 😀
So voll konnte ich nicht direkt ins Bett, sondern machte mich auf zu einem weiteren Spaziergang. Diesmal im Dunkeln. Einige Bereiche waren schön beleuchtet. Im Hintergrund waren immer wieder Blitze zu sehen, die den Nachthimmel erhellten. Erst als diese gefühlt fast über mir waren machte ich mich auf zum Hotel. Vorher erreichte ich erneut die Kathedrale. Dieses Mal schön beleuchtet. Ein Bild und dann ging auch schon die Beleuchtung aus. Um 22:00 Uhr, wie bereits Mittags um 12:00 Uhr läuteten die Glocken der Kathedrale sehr lange.
Kaum im Hotel gab es einen kleinen Weltuntergang in Form von starkem Regen. Dieser war jedoch nicht von lange Dauer. Zumindest soweit ich es mitbekommen habe bis ich einschlief.
Spaziergänge: ~18,5 Kilometer
04. Mai
Die zwei Fenster des Hotelzimmers zeigten in einen kleinen Innenhof. Da es Abends nicht in das Zimmer regnete lies ich das eine Fenster über Nacht leicht offen. Rein regnete es zwar nicht, aber am Morgen hörte ich beim Wachwerden das Plätschern von Regen. Bis zum Frühstück war noch sehr viel Zeit. Daher drehte ich mich noch einmal um. Kurz nach 7:00 Uhr wurde ich erneut wach. Diesmal stand ich auf. Neben den üblichen Aktionen morgens kam noch das Packen der Tasche. Dann war ich gespannt, was das Frühstücksbuffet so zu bieten hat. Es hatte reichlich zu bieten. 😀 Was für mich neu war, waren die Eier, die roh in einem Glas aufgeschichtet waren. Es gab Halterungen, mit denen man dann ein Ei in einen Behälter mit kochendem Wasser stecken konnte. Frischer geht ein gekochtes Ei bei einem Buffet nicht.
Beim Frühstück lies ich mir Zeit, es regnete ja noch leicht.
Nach dem Check-Out unternahm ich erneut einen Spaziergang. Mit Regenschirm! So langsam lies der Regen nach. Damit konnte der Regenschirm wieder weg. Die Regenjacke genügte für den Spaziergang. Ungefähr eine Stunde war ich unterwegs. Vom Hotel zum Petite France (die Inselgruppe im Westen, wo früher die Gerber waren) und in einem Bogen zurück.
In der Nähe des Hotels kaufte ich in einer Bäckerei ein kleines Brot und eine kleinere Leckerei (Mürbeteig mit Vanillepudding gefüllt) für Zuhause.
Die Fahrt nach Hause war leicht nervig. Durch den leichten Nieselregen trauten sich viele nicht die Spur zu wechseln und selbst links war oft weniger wie 100 Km/h möglich. Damit dauerte die Fahrt länger und war anstrengender da immer wieder gebremst wurde.
Am frühen Nachmittag war ich Zuhause. Es war trocken und sollte nicht mehr regnen. Daher konnte ich das Zelt im Garten aufbauen und trocknen lassen.
Resümee
Die Wanderungen haben mir gut gefallen. Der Elsass oberhalb von Straßburg ist auf alle Fälle toll. Selbst das Pärchen hat auf ihrer langen Radtour (sie wollen von den Niederlanden bis in die Türkei) einen ungeplanten längeren Aufenthalt eingelegt.
Straßburg selbst kann in ein zwei Tagen besichtigt werden – je nachdem ob noch die Orangerie, Museen oder Sonstiges eingeplant werden.
Was auffällt, sind viele deutsche Bezeichnungen von Straßen, Orten, Burgen usw. Kein Wunder, war die Gegen doch in früheren Zeiten ein Teil Deutschlands. Daher können auch heute noch viele dort Deutsch und das machte es mir ohne Französischkenntnisse leichter.
Die Gegend unterhalb von Straßburg und Colmar könnte ich mir für einen weiteren Trip gut vorstellen.
Dolomiten oder Ardennen? In den Dolomiten war ich noch nicht und ein deutlich verlängertes Wochenende würde da schon gehen. Da es jedoch in höheren Lagen in den Alpen bereits im September schneite entschied ich mich für die Ardennen. Vor über einem Jahr war ich im nördlichen Teil der Ardennen, im nächstgelegenen Ort zum höchsten Berg Belgiens. Somit war klar das es dieses Mal der südlich Teil sein wird.
Durch einen Podcast von Reisen Reisen im August 2024 wurde ich auf die Grotten von Han und den Wildtierpark aufmerksam. Die Grotten sagten mir bereits etwas. Bei meinem letzten Belgienbesuch waren sie mir nur zu weit vom damaligen Campingplatz entfernt.
Dadurch war dann schon mal die Gegend festgelegt. In Han-Sur-Lesse gibt es den Campingplatz Le Pirot. Die Webseite kann in vier verschiedenen Sprachen angezeigt werden. Die Wallonie, also dort wo Han-sur-Lesse liegt wird vorwiegend französisch gesprochen. Da ich diese Sprache nicht beherrsche, entschied ich mich für eine Reservierung per E-Mail in englischer Sprache. Tja, die Antwort kam im besten Französisch. 😅
Bonjour, votre réservation du 3/10 au 6/10 a bien été prise en compte.
Si vous arrivez en dehors des heures d’ouverture, une enveloppe à votre nom, avec votre numéro d’emplacement vous attendra à droite de la porte du chalet d’accueil.
Cordialement
Danna et Pierre
Wie gut, das die automatischen Übersetzer schon recht weit sind. Wenn ich nicht zu Rezeptionszeiten komme, liegt ein Umschlag mit meinem Namen bereit. Passt doch.
03. Oktober – Anreise und Höhle von Han
Nach einem gemütlichen Frühstück mit Brötchen, Marmelade und Kaffee machte ich mich auf den Weg nach Belgien. Han-sur-Lesse ist ein Ortsteil von Rochefort und liegt im südlicheren Teil der Ardennen. Daher führte mich das Navi an Trier vorbei, um Luxembourg in Luxembourg und von dort nach Belgien. Mit einer Pause war ich nach viereinhalb Stunden an meinem Ziel.
Ein Campingplatz auf einer Insel des Flüsschens Lesse. Eigentlich sollte neben dem Eingang ein Umschlag mit allen nötigen Informationen sein. Eigentlich. Zum Glück war jemand zum Rasen mähen vor Ort und konnte mir behilflich sein. Es war mir der Platz 31 zugewiesen. Vielleicht bekomme ich an einem anderen Tag noch heraus wo dieser ist, den gefunden hatte ich ihn nicht. Da der Campingplatz bis auf drei Zelte leer war, entschied ich mich für einen Platz in der Nähe einer Tisch-Bank-Kombination (Platz 34).
Der Himmel war ordentlich bewölkt und ein leichter Wind blies. So beeilte ich mich mit dem Aufbau des Zeltes, auch wenn kein Regen vorhergesagt war. Alles war soweit fertig um mich einem späten Mittagessen oder Snack zuzuwenden. Im Dorf entdeckte ich eine Fritur. Super Fritten gehen in Belgien immer. Leider stellte sich heraus, das aufgrund eines Familienvorfalles geschlossen war.
Die Straße weiter erreichte ich den Ausgangsplatz für die Grottentouren, den Wildtierpark und einigem mehr. Auf dem gesamten Gelände, das einem Park ähnelt, waren die verschiedensten Vogelscheuchen aufgebaut. Ganz lustig, so zum Herbst. Im Parkgelände zwischen Straße und Abfahrtsstelle zur Grotte bzw. zum Wildtierpark stehen einige Stände, von denen nur einer mit Kaffee und einer mit Fritten offen hatte. So kam ich dann noch zu meinen Fritten mit Soße Andaluse. 😊
Mit genügend Zeit bis zur Abfahrt kam ich am Zelt für die Tram an. Pünktlich stoppt sie am Zelt und wir konnten nach Kontrolle der Tickets in die über 100 Jahre alte Tram einsteigen. Mit Gebrumm vom Motor und Gequietsche der Tram mit den Gleisen fuhren wir leicht bergauf durch einen Wald bis zum Eingang in die Grotte. Wobei das der Eingang für die längere, fast zweistündig Tour ist. Es gab ein Schild mit Französisch und Niederländisch um es dem Guide leichter zu machen. Zum Glück fragte der Guide ob alle dies verstehen. Ein paar andere und ich hoben die Hand und unser Glück war das er dann sogar deutsch konnte.
So ging es mit der Truppe unter der Führung von Höhle zu Höhle. Insgesamt zwei Kilometer und bis zu über 100 Meter tief unter der Erde waren wir unterwegs. Die Höhlen haben eine erstaunliche Größe. Bei der Grottendurchquerung passierten wir mehrmals die Lesse, die für ein paar Kilometer durch den Berg fließt. Bei Hochwasser, was wir nicht hatten, sind manche Gänge nicht passierbar.
In einer der größten Höhle gab es kurz vor Ende der Führung noch eine Lichtshow. Sehr schön und stimmig gemacht erzählt sie die Geschichte der Entstehung.
Mir kam nach ungefähr einer halben Stunde nach Beginn der Führung eine Fledermaus lautlos entgegen geflattert. Lt. Guide würde es nur sehr wenige Tier in den Höhlen geben.
Die Höhlendurchquerung endet am Park, an dem die Tram ihre Haltestation hat. Von dort lief ich ohne Halt zum Campingplatz. Das Prähistorische Museum kann ich mir an einem anderen Tag ansehen.
Etwas später machte ich mir die von Zuhause mitgebrachte Gulaschsuppe warm und aß sie mit dem Rest des Brotes, das ich noch hatte.
04. Oktober – Wildtierpark
Kalt wurde es die Nacht. Im Winterschlafsack hatte ich dennoch einen angenehmen Schlaf und wachte ausgeruht auf. Der erste Blick aus dem Zelt war sehr begrenzt. Alles lag im Nebel und das Thermometer zeigte 4 Grad an. Gefrühstückt wurde daher im Zelt und zum Kaffee kochte ich noch genügend Wasser für die Teekanne.
Mit einem weiteren Kaffee und Lesen verbrachte ich die nächste Stunde, denn die Grotten und der Wildpark sind erst ab 10:00 Uhr zu begehen. Dann machte ich mich fertig für den Tag. Zuerst lief ich zur Rezeption, die offen hatte um mich anzumelden und meinen Aufenthalt zu zahlen.
Quer durchs Örtchen kam ich wieder zum Abfahrtspunkt zu den Grotten und zum Wildtierpark. Um zum Wildtierpark zu kommen, nahm ich den Fußweg. Noch lag alles im Nebel und die Vogelscheuchen im Park passten dazu ganz gut.
Durch den Wildtierpark geht es auf einem angenehmen Weg. An den verschiedensten Gehegen waren meistens die angegebenen Tiere zu sehen. Ein paar versteckten sich allerdings erfolgreich. Über alles dominierten die Hirsche, da Brunftzeit war und ihr dumpfes Röhren weit zu hören war.
Lustig war der Baumwipfelweg bei den Polarfüchsen. Von Baum zu Baum ging es über wackelige Hängebrücken. 😀
Die Auerochsen und die Bisons hatte ich leider nur weit im Wald als braune Erhebungen am Boden sehen können. Wie mir später eine Rangerin sagte, wandern diese umher und manchmal in ein Gebiet, das weder zu Fuß noch mit dem Safari-Bus erreicht werden kann. Schade.
Der Wildtierpark macht um 10:00 Uhr auf und die ersten Busse fahren ab 10:30 Uhr. Daher war ich ab 10:00 Uhr zu Fuß ziemlich alleine. Nur an ein paar Punkten trafen sich die Busse und Fußwege. Bis fast zum Ende waren dann jedoch wenige unterwegs. Erst kurz vor Ende erwischte ich eine Kindergartengruppe bei den Braunbären. Danach kam die Rückreise per Bus, da lt. Rangerin die Tram nicht fahren würde. Aufgrund ihres Alters fährt diese nicht bei niedrigen Temperaturen. Als ich dann am Abfahrtsplatz zurück kam, fuhr jedoch eine los!
In dem Park dort machte ich Pause mit einem Kaffee und einer belgischen Waffel sowie etwas Brot und Käse. In der Mittagssonne sehr angenehm.
Ich entschloss mich von dort direkt zu einer Wanderung aufzubrechen, solange die Sonne schien und mich wärmte. Eine Rundtour über zwei Täler. Durch Wiesen und Wälder ging es. Manchmal auch durch ganz enge Pfade. 😀 Nahe eines Kriegsdenkmals saßen einige Erwachsene auf dem geschotterten Weg und machten sich Notizen. Keine Ahnung warum und wieso an dieser Stelle, ich fand es relaxt, so wie die Gruppe dort saß.
Zurück am Campingplatz duschte ich bevor ich es mir bei einem Nachmittagskaffee gemütlich machte.
Später lief ich zur Kirche in der Ortsmitte. An Wochenenden ist dort ein Wagen, der Fritten und Burger verkauft. Angeblich der Beste Food Truck des Ortes. Ok, an diesem Tag auch der Einzige. Einen Cheeseburger und Fritten mit Soße Samurai bestellte ich. Der Burger war wirklich sehr gut und warum die Soße Samurai heißt, weiß ich nun auch. 😈
Eine Ortsrunde zur Verdauung und ich war wieder am Campingplatz. Dort konnte ich mich einem Bier, das ich zuvor kaufte widmen. Das Bier ist aus einer kleinen Brauerei zwei Orte weiter. Zum Nachtisch gab es noch eine Waffel.
Wildtierparkrunde ab Ortsmitte: ~8,4 Kilometer Wanderung: ~8,9 Kilometer
05. Oktober – Follow The Pink Point
War es am vorherigen Morgen schon kalt, so wurde dies nun übertroffen. Nur noch 2 Grad, leichter Nebel und auf dem Gras war Raureif. 🥶 Geschlafen hatte ich wiederum gut und im Zelt war es verhältnismäßig warm.
Gut gestärkt packte ich alles notwendige für die heutige Wanderung. Dazu fuhr ich eine halbe Stunde bis ich den gewünschten Ortsteil von Dinant erreichte. Unterwegs war es manchmal sehr nebelig, manchmal aber auch klar und sonnig. So wechselte sich das ab. Am Ausgangspunkt der Wanderung war es ebenfalls sonnig. Das änderte sich, nachdem ich den Ort zu Fuß hinter mir lies. Durch die Felder lief ich zum Waldrand. Zumindest glaubte ich es, denn viel sehen war nicht.
Im Wald wechselte ich auf einen kleinen Wanderpfad. Immer am Waldrand, aber noch im Wald ging es hoch und runter. Ein wirklich toller Weg, der mich kilometerweit führte. Zuerst am Waldrand konnte ich immer wieder auf die Felder im Nebel sehen, dann wechselte der Pfad leicht und es gab reichlich Abstecher zu Aussichtspunkten weit oberhalb des Flusses Meuse. Auch hier Anfangs noch reichlich Nebel, später mit freier Sicht.
Etliche Kilometer später bog ich ab, um zum Fluss zu gelangen. Auf und ab und am Ende einem Bach folgend. Wobei das am Bach entlang nicht ganz stimmte. Zweimal musste ich ihn durchqueren und dabei teilte sich beim ersten Mal der Weg und der Bach für einige Meter den Weg.
Je tiefer ich lief, desto höher wurden die Felswände und Hänge zu den Seiten. Unten angekommen hieß es einem Wirtschaftsweg bis zu einem Yachthafen folgen. Dort angekommen entschied ich mich für eine längere Pause. Dazu machte ich es mir mit Chillikäse, Brot und Waffeln auf einem Steg des Yachthafens in der Mittagssonne gemütlich. Dabei konnte ich die alte Personenfähre die Ufer wechseln sehen. In Handarbeit wurde dabei die Fähre an einem Seil zum gegenüberliegenden Ufer gezogen.
Die Wanderung begann ich mit einem Langarm-Shirt, einer dünnen Fleecejacke und einer Übergangsjacke. Bis zum Yachthafen zog ich zuerst die Fleecejacke aus und bevor es zum Fluss hinunter ging, tausche ich das Langarm-Shirt durch ein kurzes. Nun am Yachthafen packte ich die Übergangsjacke als letztes in den Rucksack. Der Nebel war verschwunden und die Sonne war angenehm warm um im T-Shirt weiter zu laufen.
Gestärkt ging es einem Pfad an der Meuse entlang bis zu einer sehr langen Kuhweide. Eigentlich waren es mehrere hintereinander, die untereinander offen waren. Die Kühe waren so an die Wanderer und Mountainbiker gewöhnt, das sie sich nicht mal umdrehten.
Es folgte ein Grillplatz und dann ein weiterer Pfad unterhalb der Felsen entlang. Eigentlich hätte ich hier abbiegen müssen lt. Wanderroute. Ich lief jedoch geradeaus weiter. Die Felsen und die vielen Kletterer faszinierten mich. Bis ich merkte, das ich den Abbiegepunkt längst hinter mir gelassen hatte, stand ich vor der Wahl. Es war zu entscheiden ob ich an den Kletterern vorbei zurück laufe oder weiter zum nächsten Ort gehen sollte.
Ich lief weiter, da mir der Weg gefiel. Im nächsten Ort lief ich über mehrere Straßen den Berg hoch und wieder in die entgegengesetzte Richtung zurück. Ein Waldpfad brachte mich zu einer kleinen Straßensiedlung und am Parkplatz danach bog ich auf einen Wanderpfad in den Wald. Die Wandertour sollte hier zwei Kilometer der Straße folgen, was ich wenig spannend fand.
Kaum im Wald erblickte ich wieder die mir bekannten pinken Punkte auf dem Pfad, die mich schon ab dem betreten des Waldes ganz am Anfang begleiteten. Diesen folgend ging es quer durch den Wald und mit Richtungswechsel wieder auf dem vorgegebenen Wanderweg am Waldrand entlang. So gelangte ich zu dem Punkt, an dem ich am Morgen den Wald betrat. Jetzt war nur noch der Verbindungsweg zum Ort zu nehmen.
Zu den Pfaden im Wald sei noch gesagt, das Trittsicherheit von Vorteil ist. Manchmal ging es steil neben dem Pfad bergab. Diese Stellen waren durch die Luftfeuchtigkeit und dem nassen Boden mit Vorsicht zu nehmen.
Nach reichlich Kilometern war ich am Ziel, der Brasserie Caracole. Dort wollte ich für ein alkoholfreies Bier einkehren. Eigentlich! Da es keine alkoholfreien Biere gab und ich noch fahren musste, zog ich von dannen. Nicht weit davon ist die Bäckerei Les Gourmandises du Moulin. Ein Cookie und ein Glas Konfitüre kaufte ich dort.
Zurück am Campingplatz aß ich den Cookie und trank dazu Tee. Der Cookie war richtig lecker. 😋 Manchmal genügen so einfach Sachen wie ein Cookie um zufrieden zu sein.
Nach dem Duschen machte ich mich langsam an das Abendessen. Das geschah an einem Holztisch in der Abendsonne. Für die letzten Bissen zog ich dann doch die Daunenjacke an. Die Sonne hatte sich da bereits unter dem Horizont versteckt und es wurde rasch kühler.
Wanderung: ~20,5 Kilometer, ~330 Höhenmeter Durch meine Abweichung von der vorgegebenen Wanderroute entstand ein Tierchen. 😅
06. Oktober
Am morgen war kein Nebel vorhanden und sogar 8 Grad. Durch die Feuchtigkeit und den gelegentlichen leichten Wind fühlte es sich jedoch kälter an wie die Tage zuvor.
Es war nach dem Frühstück so weit alles zu packen. Das Zelt musste ich dabei völlig nass einpacken. Gefühl war es doppelt so schwer wie normal. Gestopft in den Packsack war der Rest keiner Feuchtigkeit durch das Zelt ausgesetzt.
Vom Campingplatz lief ich ein weiteres Mal zum Startpunkt aller Aktivitäten rund um die Grotten. Einen Blick in das Museum PrehistoHan wollte ich zum Abschied werfen. Zu sehen gibt es neben den üblichen Funden wie Keramik, Schmuck und Speeren viel interessantes zur Entdeckung und Erschließung der Höhlen. Alles fing sogar mit Booten und Taucheranzügen im 19. Jahrhundert an.
Die Wanderung für diesen Tag startete in Grande Mormont. Dazu führte mich das Navi durch viele kleine und große Orte, sowie über Straßen, die ich sonst bestimmt nicht gefahren wäre. Immer wieder schön der Sightseeing-Modus des Navis bei der Vorgabe des schnellsten Weges. 😅
Vom Startpunkt kam ich recht schnell in einen Kiefernwald. Der Duft des Nadelwaldes, auch wenn es kühl und feucht war, war angenehm. An der ersten Kreuzung im Wald wechselte ich den Weg und lief bergab zu einem Fluss. Aus den bisherigen Wirtschaftswegen wurde nun ein schöner Wanderpfad direkt am Fluss entlang. Immer wieder leicht hoch und runter; über Wurzeln und Steine. So mag ich es. 😊
Nach zwei Flussbiegungen hieß es den Fluss zu verlassen. Der nun folgende lange Wirtschaftsweg ging stetig bergauf bis aus dem Wald heraus zu einer Kuppe. Ein weiter Blick bot sich mir. Durch die Bewölkung und die gepflügten Felder leider nicht ganz so imposant an diesem Tag.
Von einer Kuppe kann es nur nach unten gehen. Der gemütliche Weg brachte mich in ein Dorf und dann noch eines und noch eines. Schöne kleinere Dörfer mit alten Gebäuden, steinernen Ställen, die zu Wohnhäusern umgebaut wurden und schnörkelfreie Neubauten im Villenstil. Am Ende eines Dorfes fand sich auf einem Villengrundstück eine öffentliche Bank und eine Schiefertafel mit einem Spruch (natürlich in Französisch):
An einem schönen sonnigen Nachmittag neben ihrem Hund am Hang zu sitzen, ist wie im Paradies. Dort war Nichtstun keine Langweile, sondern Frieden. (M. Kunden).
Auf der Bank machte ich eine kurze Pause. Eine Waffel und Tee als Snack.
In einem der Dörfer, Ollomont, meinte ein Bewohner mit dem ich kurz ins Gespräch kam ich müsse mir unbedingt die Kapelle ansehen. Diese lag am Wanderweg und somit nur ein kurzer Abstecher. Eine ganz kleine Kapelle (Cimetiere de Ollomont) auf einem Friedhof war es.
Einen Ort weiter kam ich an der Friterie au chat l’Heurex nicht einfach so vorbei, ohne mir eine Portion Fritten mit Soße Andaluse zu kaufen.
Weiter durch den Ort Nardin kam ich zu einem Weg durch die Felder mit einem erneuten Blick über die weite Landschaft. Zumindest solange, bis es in einen Wald ging. Dort nahm ich den Weg, wie er in der Wanderbeschreibung vorgegeben war zum Fluss. Nur doof, das dieser dort nicht in die gewünschte Richtung weiter ging. Somit hieß es wieder den Weg hoch zum Waldrand und einen anderen Wanderweg weiter oberhalb des Flusses nehmen. Dieser führte mich später zum Fluss und damit wieder zum gewünschten Pfad.
Wobei die Beschaffenheit am Fluss entlang dort anfangs nicht so toll war. Zuerst konnte ich die matschigen Abschnitte noch durch Trampelpfade umgehen, aber eben nicht bis zum Ende. Langsam und mit Bedacht meisterte ich die grob 50 Meter. Danach kamen nur noch gelegentlich kleine matschige Stellen.
Der Wanderpfad läuft neben einem mäandernden Fluss entlang. Eine schöne und ruhige Gegend. Dämme und abgenagte Bäume deuteten auf Biber hin, von denen ich keine sah.
Der Wanderpfad endet in Petit Mormont, welches an Grande Mormont angrenzt und somit war ich wieder am Startpunkt der Wanderung.
Von dort fuhr ich Richtung Liege und dann Richtung Aachen. Bei Spa in Belgien tanke ich bei einem Kilometerstand von 111.444. Bis nach Hause waren es von dort immer noch reichlich Kilometer. Kurz nach dem Sonnenuntergang kam ich Zuhause an.
Wanderung: ~12 Kilometer, ~330 Höhenmeter
Resümee
Es waren am verlängertem ersten Oktoberwochenende vom Wetter her noch schöne Tage. Klar, morgens und Abends war es bereits ziemlich frisch. Gerade Abends war deutlich zu merken, wenn die wärmenden Sonnenstrahlen verschwanden. Tagsüber jedoch war es angenehm warm in der Sonne.
Mit dem Zelt und Schlafsack war trotz der niedrigen Nachttemperaturen ein erholsamer Schlaf möglich. Der Campingplatz Le Pirot liegt auf einer Insel in der Lesse. Auf beiden Seiten mit Staustufen in unterschiedlichen Höhen. Durch die Staustufen gab es immer ein entsprechendes Wasserrauschen. 😊 Hinzu kamen Kanadagänse, welche morgens in der Lesse schwommen. Der Platz war sauber und ruhig; lag vielleicht auch an der Jahreszeit.
Für den Besuch der Grotten und dem Tierpark ist dieser Campingplatz eine gute Basis. In der Umgebung gibt es zudem einige Wanderwege und Rad-/Mountainbike-Wege.
Die Wanderungen waren in einem Umkreis um Han-Sur-Lesse mit einem Radius von bis zu einer Stunde Fahrt gelegen. Die Fahrtzeiten kommen durch die vielen kleinen Landstraßen zustande und sollten daher nicht unterschätzt werden.
Das war sicherlich nicht der letzte Trip in die Ardennen. Der Fokus lag an diesem Wochenende auf dem Grotten- und Wildtierparkbesuch. Vermutlich wird es beim nächsten Mal eher wieder mehr um Wanderungen gehen oder sogar das Gravel Bike mitgenommen. Ausgewiesene Radwege gibt es mehr wie genug.
“Steht in Reiseführern immer dasselbe? Ja, schon, sagt Severin Groebner.”
Und die Begründung im Artikel ist logisch. Bezogen auf Amsterdam steht in den Reiseführern etwas von Grachten, von Fahrrädern, von Cafés und und und… Wieso sollte sich das auch ändern, wenn die Grachten nicht umziehen, die Fahrräder überall zu sehen sind usw.
Von mehreren habe ich positives wie negatives zu Amsterdam gesagt bekommen. Negativ: Abgesehen von einer höheren Kriminalitätsrate ist die Stadt je nach Saison ziemlich voll oder besser gesagt überfüllt mit Touristen. Positiv: Schöne Grachten, viel Grün und viel Wasser und tolle Locations.
Die letzte Info von einer Freundin und die Liste möglicher Orte in Amsterdam eines Kollegen, der dort einige Wochen während einer Workation verbrachte ließen mich dann doch dazu bewegen einen Plan für einen Trip nach Amsterdam anzugehen. Wenn dort soviel Touristen sind, kommt es auf die eine mehr auch nicht mehr an. 😂
Wie kommt man von Frankfurt nach Amsterdam? Die einfachste Möglichkeit bietet tatsächlich die Bahn mit dem ICE. Mit Svarta käme ich nicht wesentlich schneller nach Amsterdam und von den Kosten wäre es vermutlich sogar teurer – abhängig von 1. oder 2. Klasse der Bahnreise mit dem ICE.
Nach dem Fahrplan 2024 ist eine Anreise am Donnerstag und Rückreise am Dienstag mit den günstigsten Preisen bei der Bahn verwirklichbar. Fünf Übernachtungen also, für die es eine Unterkunft zu suchen galt. Die Hotel sind mir zu teuer und die Hostels haben fast nur Mehrbettzimmer und sind dabei nicht wirklich günstiger. Wobei das Bunk Hostel in Amsterdam-Noord, welches in einer alten Kirche ist durchaus seinen Reiz hat. Dort sind die Betten in einzelnen Kabinen mit Vorhang in einem Mehrbettzimmer und die Gemeinschaftsräume sehen auf den Bildern sehr gut aus. Preislich am günstigsten geht es jedoch mit einem Aufenthalt auf einem Campingplatz. Davon gibt es in der Nähe zum Zentrum zwei Stück. Am interessantesten fand ich den Camping Zeeburg Amsterdam. Dieser liegt auf einer (Halb)Insel östlich des Zentrums. Angeboten werden dort u. a. Leihräder, Kajaks und SUP’s. Somit erscheint mir dies eine gute Ausgangsbasis zu sein.
Das Wetter wird zeigen, ob ich auf dem Campingplatz oder im Hostel sein werde.
Und dann war da noch die Bahn. Da ich erst nach meiner Georgienreise mich um die Buchung des Zuges kümmern wollte, hat sich die Preissituation geändert. So entschied ich drei Wochen später und nur von Donnerstag bis Montag zu verreisen.
12. September
Nun ist es soweit und der Tag der Reise nach Amsterdam ist gekommen. Dennoch war er bis Mittags ein normaler Arbeitstag. Zuhause Frühstücken und mit der Bahn nach Frankfurt zur Arbeit fahren waren ein normaler Ablauf. Ungewöhnlich war lediglich der Trekkingrucksack. Den Vormittag arbeitete ich wie üblich und besuchte die Kantine zur Mittagszeit. Dann begann für mich das Wochenende. Arbeitsende war vor 13:00 Uhr. Somit war genügend Zeit für die S-Bahn zum Hauptbahnhof um dort den ICE nach Amsterdam zu bekommen. Die Ansagen im ICE waren auf der Strecke in Deutsch, Niederländisch und Englisch, womit klar war in welches Land es gehen wird.
Etwas über vier Stunden später kam ich in Amsterdam Centraal an. Es war am späteren Nachmittag sonnig und warm dort. Die Straßenbahn 26 sollte mich in die Nähe des Campingplatzes bringen. Ich bin jedoch auf den falschen Seite aus dem Bahnhof und musste diesen damit umrunden. Danach war es einfach. Vier Stationen später stieg ich an der Station Zuiderzeeweg aus. Zu Fuß ging es über eine Brücke bis zur Treppe auf die Inselseite, auf der der Campingplatz Camping Zeeburg liegt. Da ich während der ICE-Fahrt gebucht hatte, war der Check-In schnell erledigt. Auf der Zeltwiese baute ich mein Zelt auf und packte alles aus.
Um den Abend gemütlich anzugehen, lief ich zum Restaurant auf dem Campingplatz. Ein Zeeburger und ein Cider waren meins.
13. September
Für das Frühstück hatte ich meinen kleinen Campingkocher dabei. Zuerst wurde Wasser für den Kaffee gekocht und dann im Pot das Porridge, welches ich mit Cranberries pimpte. Das ich im Zelt frühstückte war gut, denn es war bewölkt und sollte regnen. Kaum war ich mit dem Frühstück fertig begann es tatsächlich leicht zu regnen. So machte ich es mir im Zelt gemütlich und las in meinem Buch.
Es regnete immer wieder, jedoch nie sehr lange. So beschloss ich nach einer Stunde mich doch auf den Weg zur Altstadt zu machen. Dabei kam ich am Zoo vorbei. Auf der Grachtenseite auf der ich lief ist ein altes Umschlagsgebäude welches zu Wohnungen umgebaut wurde. Die einzelnen Abschnitte des Gebäudes waren nach den Monaten und danach nach Orten benannt Lustig, wenn man sagen kann ich wohne in Amsterdam im Dezember. 😅
Als ich nach einigen Kilometern in der Altstadt nahe dem Hauptbahnhof ankam, machte ich Pause im Prins Heerlijk. Kleine Dutch Pancakes mit einem Cappuccino gab es. Die Pfannküchelchen waren lecker, mit der zerlassenen Butter und dem Puderzucker reichlich sättigend.
Vorab hatte ich mir eine Rundtour (GPX) ausgesucht und in meine App importiert. Diese Rundtour sollte mich durch die Innenstadt mit den interessantesten Punkten führen. So lief ich von Centraal zum Platz an dem der königliche Palast liegt, danach gelangte ich zum Anne Frank Haus. Bis hierher kreuzte ich einige Grachten und/oder lief an diesen entlang.
Auf dem Weg bis zum Reichsmuseum kam ich durch einen Blumenmarkt mit einer riesigen Auswahl an Pflanzen, Zwiebeln und Samen. Hier und schon vorher waren waren Geschäfte mit Käse. In einen bin ich aus Neugierde hinein. Reichlich verschiedene Varianten gab es hier, aber auch sehr touristisch aufgemacht.
Eine weitere Kaffeepause gab es im van Campen. Ein kleines, unscheinbares Café welches mit Spezialitäten Kaffee und Säften lockt. Vom Reichsmuseum war es bald erreicht.
Die Oper war das nächste große Gebäude das ich erreichte. Und erneut kam ich danach zu einem Markt. Hier war es Anfangs hauptsächlich Kleidung (auch Second Hand) und ging zu allem möglichen über.
Fast am Ende meiner Tour kam ich noch durch das Rotlicht Viertel. Ein empfohlener Koreaner – Kim‘s So steuerte ich davor für ein verspätetes Mittagessen an. Eine Nudelsuppe mit Seefood wählte ich.
Nachdem ich das Rotlicht Viertel gesehen hatte, machte ich mich auf den Weg zum Campingplatz. Es war ein anderer Weg wir am Vormittag und führte mich durch ein arabisches Viertel. Bei einem Bäcker kaufte ich ein Pizzateigstück für später. Bis zum Campingplatz war es noch einiges an Wegstrecke die ich zurückzulegen hatte.
Den Tag beendete ich mit einem Cider neben dem Holzfeuer im Restaurant des Campingplatzes.
Tour: ~22 Kilometer
14. September
Da es gemütlich war frühstückte ich wieder im Zelt. Vom Campingplatz lief ich an diesem Tag in die andere Richtung zur Tramstation. Der Takt ist hoch und so war es eine kurze Wartezeit bis ich in der Straßenbahn saß und genauso schnell war ich am Bahnhof Centraal.
Am Vortag hatte ich beim Anne Frank Hause ein Boot gesehen, das nicht ganz so nach Massenabfertigung aussah. Von Centraal fahren diese zusätzlichen ab. Der entsprechende Steg war schnell erreicht. Morgens um 10:00 Uhr bei sonnigem Wetter wollten wohl noch nicht viele, womit es reichlich Platz gab auf dem offenen Boot. Der Guide und Barkeeper unterhielt uns gut während der Fahrt. Wenn, dann sollte auf alle Fälle eine Bootstour mit einem dieser kleineren Boote gebucht werden. Einen Bonuspunkt gab es für den Elektroantrieb des Bootes.
Wir lernten während der Fahrt, das die Häuser so schmal sind, da auf die Breite Steuer anfiel. Auf der anderen Seite konnte, wer Geld hatte mit einem breiteren Gebäude den Reichtum zur Schau stellen. Da die Gebäude alle unter Denkmalschutz stehen ist das teuerste Hotel auf mehrere Gebäude verteilt. Es wird ebenso sehr auf den Erhalt und die Farbe der Gebäude geachtet um die Ursprünglichkeit zu erhalten.
Neben den vielen geraden Gebäuden fallen die Dancing Houses oder wie unser Guide sagte die Drunken Houses wegen des Irish Pub in einem auf. Oft stehen die Gebäude auf Stelzen, welche sich manchmal absenken und dann zu solch schiefen Gebäuden führen.
Seven Bridge View
Die Fahrt war nach einer Stunde zu Ende, die durch die gute Unterhaltung viel kürzer erschien. Zu Fuß machte ich mich auf Richtung königlichem Palast. Neben der Kirche dort befindet sich Melly‘s Cookie Bar. Ein Cappuccino gab es zu dem leckeren Schokokuchen. 😊
Weiter ging es nach Osten zum Noordermarkt. Ein Markt, der zweimal die Woche statt findet. Es gab dort alles von Obst, Käse, Blumen bis Krimskrams. Genauso oft waren Stände mit Essen dazwischen. Bei einem Stand kaufte ich Cranberries, getrocknete Apfelringe und mit Schokolade überzogene Nüsse. An einem anderen Stand kaufte ich eine Bratwurst mit Kraut im Brötchen.
Vom Noordermarkt folgte ich einer Gracht zu meinem nächsten Ziel des Tages: La Savonnerie. Ein Geschäft mit reichlich Seifen, von denen einige den Weg zu mir fanden. 😀
In der Nähe des Leidsplein, ein großer Platz habe ich bei einem Asiaten eine Ramensuppen zu Mittag gegessen. Gesättigt schlenderte ich weiter um zum Back in Black zu kommen. Ein lässiges Café mit vielen unterschiedlichen Kaffeesorten unter denen ich mich für den Indonesischen entschied. Zum Kaffee gab es einen kleinen Zettel mit Angaben zur Herkunft des Kaffees. 👍
Über verschiedene Ortsteile lief ich zum Campingplatz. Dabei kam ich durch den schönen Oosterpark und in der Nähe des Campingplatzes durch den Flevopark. Beide lassen die Stadt draußen und bieten Ruhe sowie viel grün. Kleine Oasen in einer fast Millionenstadt.
Zum Abendessen begab ich mich zum Restaurant des Campingplatzes. Es gab ein vegetarisches Curry und an diesem Abend zusätzlich Live Musik.
Tour: ~15 Kilometer
15. September
Das übliche Frühstück war die Stärkung für den Weg nach Javeland. Eine der Inseln die zu Amsterdam gehören. Oder sollte man eher sagen aus denen Amsterdam besteht? Von dort nahm ich die Fähre nach Amsterdam-Noord. Noord ist am Fluss ein Industriegebiet, jedoch nicht mehr rentables wurde aufgegeben und zu einem großen Freizeitgebiet geworden. Dort wo die Fähre anlegte war ein großer Sandkasten für die Kinder zum Spielen und für alle anderen gab es Sitzmöglichkeiten. Ein Restaurant gibt es auch. Daneben in einer großen Halle befindet sich ein Indoor-Skate-Park der gut besucht war. Für Ersatzteile für die Skateboards wie für das leibliche Wohl gab es genügend.
Der Straße zum zentralen Bahnkreuz folgte ich. Vorbei ging es an kleinen und großen Industriegebäuden und Geschäften. Über das Kreuz und die Gracht daneben kam ich in einem Wohngebiet an. Die Häuser dort sind deutlich niedriger wie in der Altsdtadt. Zwar immer noch lange Blöcke, durch die Straßenführung und das Grün erschien es mir viel wohnlicher.
Am Bunk Hostel, das in einer alten Kirche ist machte ich halt. Dieses hatte ich mir als Alternative zum Campingplatz ausgesucht. Schon beim Betreten wurde klar, das ist mehr Hotel als Hostel. Stylisch. Genügend Zeit für ein Getränk hatte ich und nahm mir diese auch.
An der Gracht entlang kam ich wieder zum Fluss. Der Pfad durch den Tuinhuis Park war interessant. In der Mitte ist ein Platz mit einem Kiosk-Restaurant. Dort wurde Boxen aufgebaut und um den Platz waren mehrere Stände die Schallplatten (neu und alt) verkauften.
Unten am Fluss sind ein paar neuere Gebäude und das A‘Dam mit seiner Aussichtsplattform. In der Nähe der Fähren zum Centraal fand ich eine Frieten Budde. Frieten mit einer Currysauce beim Point Neuf waren mein Mitttagssnack.
Das wie weiter war mit der Fähre und dem Fußweg zu Melly‘s Cookie Bar gelöst. Ein Cappuccino, ein Keks (lecker) und ein Mitbringsel wurden gekauft.
Während der Bootsfahrt am Vortag kamen wir am Aussichtspunkt zu den sieben Brücken und den Dancing Houses vorbei. Beides steuerte ich an, um zu sehen ob es vom Ufer einen guten Blick für ein Foto gibt.
Erneut kam ich am Rembrandt Plein vorbei. Das ist der Platz mit Rembrandt und dem Astronaut. Hier ist immer was los. Zuvor entdeckte ich De Laatste Kruimel. Ein Kuchen geht doch immer – Hallo vierte Mahlzeit 😀. Der Lemon Pie war echt gut und die anderen sahen genauso gut aus.
Eine Herausforderung war dann den Weg zum Campingplatz zu finden und zwar so das ich dabei an Brouwerij‘t Ij vorbei komme. Etwas Zickzack, dabei in den Vorbereich des Artis (Zoo) geschaut und ich erreichte die Mühle in der die Brauerei ihren Ausschank hat. Eine Grillworscht (Wild und scharf) war gut. Dazu gab es ein helles großes Nijpa. Ein dunkles Ijbok mit einer Tüte Chips war sozusagen der Nachtisch. 😅
Den Weg zum Campingplatz habe ich anschließend gut gemeistert. Zuerst langsam, da ich den Alkohol leicht merkte, dann normal.
Als Absacker gab es am Abend ein Cider bevor ich in den Schlafsack kroch.
Tour: ~22 Kilometer
16. September
Es regnet leicht. Also nochmal umdrehen und liegen bleiben. 😁 Hat gewirkt!
Zum Frühstück hatte ich alles gepackt und bin an diesem Morgen zum zentralen Platz des Campingplatzes. Dort gibt es eine Ecke mit Kochplatten, Wasserkochern usw. Die Tische und Bänke stehen unter einem luftigen Dach und haben Sicherheit vor weiterem möglichen Regen gegeben. Der blieb zum Glück aus. Nach dem Frühstück kam ich zum Zelt zurück und die Enten, die vorher schon darum Gras zupften waren noch dort. Gemütlich watschelten sie davon als ich mich näherte.
Im Zelt packte ich soweit wie möglich alles zusammen und in den Trekkingrucksack, denn die Wiese war noch nass. Als letztes kam das Zelt. Dafür hatte ich den Kompressionsbeutel dabei. So bekommt es ein kleines Packmaß und alles andere im Trekkingrucksack bleibt trocken.
Zum Check Out war lediglich das Schild mit der Platznummer abzugeben. So machte ich mich mit allem auf den Weg zur nächsten Straßenbahnhaltestelle. Unterwegs konnte ich noch einem älteren Paar behilflich sein einen Radweg zum Centraal zu finden.
Am Centraal bin ich einige Minuten umhergegangen um dann zum Amsterdam Pancakes zu laufen. Ein Pfannkuchen mit Apfelmus und Zimt wurde das zweite Frühstück. 😊
Die restliche Wartezeit bis zur Abfahrt verbrachte ich bei einem Kaffee im Bahnhof. Der zentrale Eingang und die Halle dort sind noch älteren Datums und haben Stil.
Die Wartezeit am Bahnsteig verlängerte sich nochmals um ungefähr 20 Minuten. In der DB-App war es angekündigt und wieder weggenommen worden. Letzteres war falsch. Durch einen Noteinsatz war ein Streckenabschnitt gesperrt. Somit war die Rückreise spannend, da immer wieder neue Ansagen zum Verlauf kamen. Eine angekündigte Passkontrolle entfiel vermutlich durch die geänderte Strecke. Am Frankfurter Flughafen endete der Zug ungeplant. Mit der S-Bahn ging es bis Frankfurt weiter.
Da es schon deutlich nach 18:00 Uhr war als ich am Hauptbahnhof ankam startete ich einen Versuch zum Abendessen. In der Nähe liegt das Soi 22, aufgemacht wie eine thailändische Gasse (Soi) ist es hübsch eingerichtet. Aufmerksam wurde ich darauf durch einen Zeitungsartikel und ein Arbeitskollege hatte das Essen ebenfalls für gut bescheinigt. Die Hauptgerichte dort sind Suppen mit selbstgemachten Nudeln und wirklich lecker.
Ein letztes Mal Zugfahren an diesem Tag stand noch an. Mit der Regionalbahn nach Hause.
Resümee
Amsterdam hat mehrere internationale Verweise. Zum einen ist da die ursprünglich Siedlung, welche ein Fischerdorf war, das in einem Marschgebiet erbaut wurde. Dies wandelte sich zu einem internationalen Handelszentrum im Mittelalter. Gewürze aus Übersee brachten einen hohen Wohlstand. Die Gebäude der heutigen Altstadt zeugen noch von beidem. Gebaut auf Stelzen wie z. B. in Venedig entstanden schmale hohe Gebäude. Reichtum wurde durch breitere Gebäude gezeigt.
In manchen Situationen ist der Ideenreichtum der Amsterdamer begrenzt. Ein bekanntes Segelschiff aus Amsterdam hieß Amsterdam (heißt Amsterdam – Nachbau). In der neuen Welt entstand eine Stadt und wie sollte es anders sein, sie wurde New Amsterdam genannt. Ortsteile bekamen Namen niederländischer Orte (Haarlem) oder Straßen. Aus De Wallen wurde die Wall Street – auf beiden wurde und wird gehandelt wobei in Amsterdam daraus der Red Light District geworden ist. Wer immer noch auf der Landkarte nach New Amsterdam sucht, findet es unter dem neueren Namen New York.
Amsterdam ist in den Jahrhunderten gewachsen und je weiter es von der Altstadt weg geht, desto ländlicher wird es. Dort wird es dann wesentlich ruhiger und verschiedene Parks machen es angenehm.
Lt. Guide der Bootstour sind die Grachten drei Meter tief. Ein Meter Schlamm gefolgt von einem Meter Fahrräder. Erst dann kommt Wasser. Kein Wunder, den auf rund 935.00 Einwohner (Stand 2024) kommen über 1,6 Millionen Fahrräder. Daher gilt es jederzeit bei einer Kreuzung oder einem Straßenseitenwechsel auf diese aufzupassen.
Gut voran kommt man mit den Straßenbahnen und den kostenfreien Fähren. Bei den Straßenbahnen kann man mit dem Smartphone (Apple-/Google-Pay) einchecken. Das Auschecken nicht vergessen um nur die gefahrene Strecke zu zahlen.
Was mir gut gefiel, war das ich kein einziges Mal Bargeld verwenden musste. Alles, aber auch wirklich alles, konnte mit dem Smartphone bzw. der damit verbundenen Kreditkarte bezahlt werden.
Der Campingplatz für vier Tage war günstig und das obwohl er sauber ist und einiges bietet. Das war es dann auch mit günstig und Amsterdam. Alles andere schlägt deutlich zu buche. Ein Wochenende wird damit kostspielig. Ein paar Tage mehr um das Umland zu erkunden kann dennoch in Erwägung gezogen werden.
Natürlich gab es in Amsterdam wieder einiges an Grafitties und Gemälden zu sehen.
Nicht mehr lang ist es bis zur nächsten Asienreise. Ich bin oft mir dem Rad #mdrza unterwegs um mich fit zu halten. Wobei die Wege von der Arbeit nach Hause auch eine gute Art sind um abzuschalten. Dabei werden jedoch die Muskeln in den Füssen und den Unterschenkeln wenig bis gar nicht gefordert. Daher beschloss ich im Juli ein paar Wanderungen zu Unternehmen. Am vorhergehenden Wochenende war ich in Unterfranken unterwegs und für dieses verlängerte Wochenende sucht ich mir Touren im Taunus heraus.
Die drei Wanderungen aus dem Wanderführer liegen alle in der Nähe von Nassau, wo ich einen Campingplatz entdeckte.
Da das Wetter in den letzten Wochen sehr wechselhaft war und die Vorhersagen nicht immer stimmten, entschied ich mich erst sehr kurz vor dem Wochenende zu der Unternehmung.
13. Juli
Am Morgen fuhr ich nach Hahnstätten, was in Rheinland-Pfalz und im Taunus liegt. Wäre die Baustelle auf der Landstraße nicht gewesen, hätte es eine einfach Anfahrt sein können. Da die Landstraße komplett gesperrt war, folgte ich der Ausschilderung der Umleitung. Etwas später wie ursprünglich gedacht, kam ich in Hahnstätten an. Ein ruhiger Ort, zumindest dort wo ich war.
Nur ein paar Minuten zu Fuß und schon war ich am Ortsrand und befand mich auf einem Waldlehrpfad entlang des frei fliesenden Hohlenfelsbaches. Entlang des Weges gab es einige Tafeln mit Erklärungen zum Bach, dem Wald und dem Leben darum. Nach ein paar Kilometern kam ich auf eine Lichtung und hatte den ersten Blick auf die Burg Hohlenfelsbach.
Über einen Waldweg gelangte ich zum Eingang. Dieser war an diesem Tag verschlossen und so drehte ich mich um, um wieder auf den Weg der vorgegebenen Wanderung zurück zu kehren. Einige Meter durch den Wald und dann immer am Waldrand entlang gelangte ich zum Dreiländereck, eine historische Landmarkierung welche heute nur durch ein Schild und eine Bank zu erkennen ist.
Weiter durch den Wald gelangte ich nach Burgschwalbach. Durch diesen hindurch kam ich fast zur gleichnamigen Burg, die über dem Ort drohnt. Aufgrund von Restaurierungsarbeiten ist diese leider geschlossen gewesen. Von einer gemütlichen Bank oberhalb der Burg hatte ich eine schöne Aussicht und einen angenehmen Rastplatz. Zwei Brötchen (Handwerker) mit reichlich Käse gab es. 😀
Am Waldrand entlang und durch viele Felder mit Getreide und Raps gelangte ich zurück nach Hahnstätten. Noch auf dem Weg oberhalb von Hahnstätten zwischen den Feldern huschte ein Fuchs über den Weg. Ich bin oft unterwegs, einen Fuchs in freier Wildbahn ist mir so jedoch bisher noch nicht über den Weg gelaufen.
Für einen Nachmittagskaffee wollte ich mir beim örtlichen Bäcker ein Stückchen kaufen. Dieser hatte jedoch bereits geschlossen und lt. Aushang erst am Montag wieder geöffnet. Somit bin ich ohne Stückchen nach Nassau zum Campingplatz gefahren. Da ich bereits vorab alles gebucht und bezahlt hatte war der Check-In schnell erledigt. Ich baute das Zelt auf und wischte es innen feucht aus. Es war immer noch Sand von den Nordseeinseln im Inneren. 🙃
Anschließend machte ich mich auf um in Nassau einen Bäcker zu finden. Der in der Ortsmittag hatte ebenfalls schon geschlossen. In der Nähe war ich an einer Eisdiele vorbeigekommen, die ich auf dem Rückweg ansteuerte. Ein Eis tat schon gut. 😊 Über zwei, drei Seitenstraßen gelangte ich zu einem weiteren Bäcker. Dieser hatte doch tatsächlich geöffnet. Juhu! Ein Schokobrötchen genügte mir, da ich ja schon ein Eis hatte.
Zurück am Zelt räumte ich zuerst alles ein. D. h. Iso-Matte aufblasen, Schlafsack auspacken, Kopfkissen aufblasen usw. Dann aber war alles erledigt und die Zeit für einen Kaffee gekommen.
Ein gemütlicher Restnachmittag am Zelt lag hinter mir, bevor ich mich an das Abendessen machte.
Wanderung: ~13 Kilometer
14. Juli
Am Morgen war das Zelt außen nass. Die Bergrücken waren oben noch im Nebel. Die Feuchte im Boden und von der Lahn stiegen mit dem ersten Sonnenstrahlen nach oben. Für das Frühstück war es eine angenehme Temperatur, trotz der Feuchtigkeit.
Mit Svarta fuhr ich in den nächsten Ort – Obernhof. Für kurz nach 9:00 Uhr sollte ein Bus nach Balduinstein gehen. Nur wo ist die Bushaltestelle? Eine Jugendliche war hilfreich und zeigte mir den Halt. Er ist an der Hauptstraße, gegenüber einem Hotel – ohne Schild oder einem anderen Hinweis.
Ein älteres Paar, mit dem ich mich während des Wartens und der Busfahrt unterhielt, wollte den gleichen Wanderweg gehen. In Balduinstein war die Bahnschranke unten und der Busfahrer lies uns auf unseren Wunsch dort heraus und war damit wieder alleine im Bus.
Nun war die Sonne so stark, das ich die Leggins gegen eine kurze tauschte, die ich wohlweislich zuvor eingepackt hatte. Der Hauptstraße folgte ich bis zum Abzweig, der an der Kirche vorbei führt. An der Kirche wiederum ging es über Treppen zu einem Pfad. Dieser Pfad war die ersten Meter sehr zugewachsen und ich zweifelte ob ich richtig bin. Es lichtete sich und der Weg war besser zu erkennen. Nachdem ich die letzten Schrebergärten am Hang hinter mir gelassen hatte befand ich mich auf einem Waldpfad nach oben. Ausgeschildert war der Pfad mit LW für Lahn Wanderweg.
Der Wanderweg war meist auf schönen Pfaden durch Wald, am Waldrand entlang oder durch Felder. Das Paar traf ich an der ersten Aussichtsstelle oberhalb von Balduinstein wieder und lies sie bald hinter mir.
Nach ungefähr der Hälfte der Strecke kam ich in Laurenburg an. Unten, an der Lahn war ein Stand neben der Brücke ich ich überquerte. Ein Bootsverleih, ein Getränke- und Imbissstand und sogar ein Eisstand. Eine Bratwurst im Brötchen bestellte ich mir. Nicht Zuviel, den es sollte wieder den Berg hochgehen. Während der Rast unterhielt ich mich mit einem Radfahrer. Es ist wohl keine so gute Idee an der Lahn entlang zu fahren. Schwierig ist die Strecke nicht, jedoch fahren die Autos teilweise viel zu dicht an eine vorbei.
Wieder folgten Pfade und Wege, hauptsächlich durch den Wald. Oberhalb von Obernhof kam ich am Goethepunkt an. Ein Aussichtspunkt und der Beginn des Lahn Wein Steigs für mich. Der Steig fällt unter die leichteste Kategorie und wäre in anderen Ländern vermutlich nur als Wanderweg gekennzeichnet. Auf alle Fälle war es noch eine schöne Abwechslung auf der Wanderweg. Der Name Lahn Wein Steig kommt vom Wein, der um Obernhof noch angebaut wird als letzter Weinort an der Lahn.
Zum Abschluss wollte ich in Obernhof noch in das Café Nr. 9 besuchen. Das existiert mittlerweile jedoch nicht mehr. Dafür gibt es ein paar Meter eine Eisdiele. Somit gab es ein Eis zum Abschluss der Wanderung.
Am Campingplatz machte ich es mir bei einem Kaffee gemütlich. Nach dem Kaffee machte ich mich zu einem Spaziergang durch Nassau auf. In der Innenstadt befinden sich einige Figuren aus Metall. Sie sind eine Spende des Herrn Leifheit, der der größte Arbeitgeber im Ort ist.
Auf der Lahnseite gegenüber der Innenstadt lief ich einen Waldpfad entlang. Er brachte mich zur abgesperrten Burgruine Stein und dem Stein Denkmal. Das Stein Denkmal ist aus Stein, der Name bezieht sich jedoch auf die Person Freiherr von und zum Stein. Dann war es Zeit zurück zum Campingplatz zu gehen.
Eine ausgiebige Dusche und ich fühlte mich viel wohler. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kam ich während des Tages deutlich ins Schwitzen.
Den Rest des Abends mit Essen und Lesen verbrachte ich am und im Zelt.
Wanderung: ~19,7 Kilometer, ~870 Höhenmeter
15. Juli
Ausschlafen war nur bedingt möglich. Am Wochenende war es halbwegs ruhig auf dem Campingplatz. Heute, an einem Montag zeigte der Berufsverkehr das er nicht wirklich lautlos ist. Immerhin bis 07:00 Uhr konnte ich schlafen.
Das Frühstück bereitete ich mir vor dem Zelt vor und nahm es im Zelt zu mir. Warm genug war es, der Rasen jedoch war genauso wie das äußere Zelt nass. Nach dem Frühstück packte ich alles ganz gemütlich zusammen.
Mein erster Halt an diesem Morgen war vor der Burg Nassau. Dazu fuhr ich ein schmale, steile Straßen hoch auf den Berg. Es waren lediglich zwei mit einem Hund schon dort. Diese gehörten zum Restaurant in der Burg, das Montags geschlossen hat. So konnte ich die Burg erkunden und da der Turm offen war, nahm ich zuerst die Stufen in den Keller. Ein Stock tiefer und ich stand in einem sehr hohen, fensterlosen Raum. Das ist in Burgtürmen oft der Kerker gewesen – könnte hier ebenso sein. Dann hieß es die Wendeltreppe bis ganz nach oben laufen. Dabei kam ich an einem Raum mit Erklärungen und ein Stockwerk darüber dem des Standesamtes vorbei. Oben endete die Wendeltreppe in einem ziemlich leeren Raum. Dieser Raum hatte noch eine Tür und durch diese kam ich auf den äußeren Ring um den Turm. Bei dem klaren Wetter mit blauen Himmel hatte ich eine gute Weitsicht.
Danach fuhr ich zuerst wieder den bekannten Weg nach Obernhof. Von dort ging es über eine MINI-süchtige Straße mit einigen Serpentinen nach oben. 😀 So früh am Morgen war kaum jemand auf dieser Strecke unterwegs und vor allem keine Motorradfahrer. Bald war Ergeshausen erreicht. Dort gleich die erste Straße ab war der Weg zum Wanderparkplatz.
Die Wanderung sollte wie am Vortag einige Kilometer haben, jedoch ohne viele Höhenmeter. Sollte! Ab dem Wanderparkplatz ging es schon gleich bergauf. An einer Weide vorbei, kam ich in den Wald und so führte mich der Forstweg über den Hügel bis zum nächsten Tal. Ab hier wurde es deutlich ruhiger. Es waren bis auf Flugzeuge keine Geräusche der Zivilisation zu hören. So lief ich auf dem am Grundbach entlang führenden Forstweg, der zunehmen verwachsener wurde. In diesem Tal war der Weg fast komplett im Freien. Vom Grundbach war nur selten etwas zu sehen, zu hören war er fast immer.
Am Ende des Tals ging es kurz in den Wald um an der nächsten Kreuzung den Weg nach Niedertiefenbach zu nehmen. Durch den Ort kam ich zum nächsten Tal, dem Hasental, in dem der Hasenbach fließt. Ab hier war der Wanderweg bis zum Ende ein Weg von Mühle zu Mühle. Im Hasental kam dann bald der Abschnitt mit einem Pfad. Ab der Uhus Mühle bis zum Talende (ca. 2,5 Kilometer) war der Pfad leider ziemlich zugewachsen. An der Uhus Mühle weißt ein Schild “auf eigene Gefahr” hin. Gefahr war, das der zugewachsene Pfad die nächsten zwei Kilometer durch große Brennnesselfelder verlief. Mit kurzer Kleidung kein wirklicher Spaß. Dadurch wurde das Erlebnis in diesem ansonsten schönen Tal deutlich geschmälert.
Am Ende des Tales, wie sollte es auch sein, ging es in das nächste Tal. Endlich wieder ein Forstweg. 😀 Dieser wurde zu einem Wanderweg und manchmal zu einem Pfad. Schön in der Nähe des Baches, der durch dieses Tal fließt. So geht das wesentlich angenehmer.
Kurz nach der Neuwagenmühle bog ich auf den Dörsbach Mühlenwanderweg ab. Dieser war ein schmaler im und am Fels verlaufender Pfad mit ein paar Haltegriffen. Schön abwechslungsreich ging es so einige Zeit weiter. Mal unten am Bach, Mal deutlich oberhalb. Die unterschiedlichen Blickwinkel und die immer wieder erscheinenden Felsformationen ließen mich an meine Tour im Schwarzwald erinnern.
Nach 14 Mühlen war ich wieder am Wanderparkplatz. Es waren dann doch deutlich mehr Höhenmeter wie im Wanderführer angegeben. 🙃
Die Mühlen waren fast alle gut erhalten, gemahlen wird in diesen Mühlen allerdings nichts mehr. Dafür dienen sie als Gasthäuser, Veranstaltungsorten, Pferdehof und einige werden einfach nur bewohnt.
Nach Hause! Aber doch nicht so schnell, es fehlt noch was Süßes. Ein Schild “Kuchen erreicht Stellen, da kommt Motivation gar nicht hin!” war ein deutlich Hinweis hier die vierte Mahlzeit (Kuchen) zu mir zu nehmen. So gestärkt konnte ich beruhigt den weiteren Heimweg antreten.
Wanderung: ~20 Kilometer, ~600 Höhenmeter
Resümee
Das Wochenende im Taunus war toll. Der Campingplatz war noch fast ganz leer. So teilten nur vier Französinnen mit Ihren beiden Zelten für einen Tag die große Zeltwiese mit mir.
Die Wanderung am zweiten Tag auf dem Lahn Wanderweg gefiel mir von den drei Touren am Besten, auch wenn es die fordernste war. So darf es gerne noch ein paar Mal in den Taunus gehen.