Italien – Venezien – Gardasee und Venedig – Oktober 202

Ende 2019 hatte ich mich mit den Kosten und dem Design eines neuen Bades beschäftigt. Als alles stand war es gar nicht so einfach noch Handwerker zu finden. Entweder viel zu teuer oder „Wir verbauen nur, was wir bereitstellen“. Letztere wäre ja ok, wenn sie genau dazu in der Lage wäre. Es hat sich dann jedoch noch ein Unternehmen gefunden und das konnte mir dann auch tatsächlich noch für 2020 einen Termin nennen. Ende September sollte es losgehen.

Zuerst dachte ich, es wäre vielleicht nicht schlecht, genau während dieser Zeit in den Urlaub zu verschwinden. Es hat sich dann aber herausgestellt, dass eine tägliche Kontrolle mehr als gut war. Da kann man am Anfang alles erzählen, Zeichnungen vorlegen und es wird dann doch nicht so gemacht. 😖 Daher durften die Handwerker gelegentlich mehr machen, bis es so stimmte, wie ich es wünschte.

Wie absehbar war, dass nur noch die Endmontage der Armaturen fehlten, schaute ich nach einem Urlaubsziel. Die Duschabtrennung (Glaswand) und Schiebetür sollten eh später kommen (Lieferzeiten).

Fast drei Wochen ohne eigenes Bad!

Schon länger hatte ich ein Auge auf Cinque Terre in Italien geworfen. Eine Vorstellung der Touren hatte ich auch. Für diesen Trip hatte ich mir eine feste Unterkunft in Levanto ausgesucht. Auf der Anreise sollte es eine Zeltübernachtung am Gardasse geben und auf der Rückreise in Südtirol.

Ohne Stopp wollte ich Tirol passieren, war es doch im Oktober zum Risikogebiet erklärt worden (Pandemie). Die Mautgebühr zahlte ich daher Online und für die Mautstationen registrierte ich mich mit Svarta beim ASFINAG.

Am 15. Oktober packte ich Svarta, sodass alles für den 16. Oktober, für die Abreise vorbereitet ist.


16. Oktober – Anreise Gardasee

Der frühe Vogel….
Für eine Fahrt ohne Hektik, stand ich früh auf, um genügend Zeit für Pausen auf der Fahrt zu haben. Beim morgendlichen Kaffee meldet sich direkt nach dem Einschalten auch gleich eine Freundin. „Ab morgen wird Cinque Terre zum Risikogebiet“. Neeee.

Unabhängig von meiner Einstufung war es ein No-Go durch eine Vorgabe meines Arbeitgebers. 14 Tage Gehaltsverzicht bei bewusster Reise in ein Risikogebiet. Was nun? Bei einem weiteren Kaffee prüfte ich die Lage und Venezien sowie Südtirol waren und sollten kein Risikogebiet werden. Hm, am Gardasee wollte ich ursprünglich eine Zwischenübernachtung einlegen. Wieso nicht einfach einige Tage dort verbringen. Die Zwischenübernachtung war am nördlichen Ende gedacht, für ein paar Tage dort dachte ich mir, dass das Südufer besser wäre. In Bardolino fand ich einen Campingplatz, der mir zusagte.

Also Gardasee. Ich packte noch mein Notebook ein und los ging es. Während der ersten Pause schrieb ich den Vermieter in Levanto an und erkläre, warum ich nicht kommen könnte. Während der Fahrt kam auch schon eine Antwort. Bei der nächsten Pause las ich sie. Die Buchung wurde ohne weitere storniert. Wenn ich später alleine nach Cinque Terre kommen werde, wird das sicherlich mit einer Übernachtung bei A’Taversa sein.

Kurz vor der österreichischen Grenze stoppte ich ein weiteres Mal. Die Fahrt bis hierher war hauptsächlich im Nieselregen. Nicht so pralle. Durch Tirol ging es ohne Stopp. Hier regnete es zwar nicht, dafür lag am Fernpass links und rechts schon Schnee. Gut, dass ich schon die Winterreifen montiert hatte. Durch die vorherige Registrierung konnte ich die Mautstation vorm Brenner ohne anzuhalten passieren. Kurz darauf kam eine Info E-Mail mit der Bestätigung und der Abbuchungsinformation zur Maut. Sehr angenehm diese Variante mit der Registrierung.

Kaum über den Brenner wurde es sonnig und deutlich wärmer. Es stellte sich direkt ein Urlaubsgefühl ein. 😀

Das war meine erste Italienreise mit dem eigenen Auto und der Nutzung von Autobahnen. Wie wird hier die Maut funktionieren? Eine vorherige Registrierung war leider nicht möglich. Vom Brenner ging es noch lange durch das dahinter liegende Tal, bis ich dann auf die erste Mautstation traf. Hier zieht man ein Ticket. Aha, so geht das hier.

Bei Affi (Gardasee Süd) verließ ich die Autobahn über einen großen Kreis und kam auf der anderen Seite der Autobahn an der Mautstation an. Ticket rein und dann artig bezahlen. Etwas fummelig ist es, das Rückgeld aus der Schale zu holen.

Nun ging es über Landstraßen über den unteren Ausläufer des Baldo direkt nach Bardolino. In Bardolino nach Norden und kurz nach dem Ortsende war dann auch schon der Campingplatz. Unterwegs hatte ich mir überlegt, ob ich die ganze Zeit zelten oder doch lieber eine feste Unterkunft nehmen möchte. Ich entschied mich für eines der Appartements mit eigenem Bad. Ein eigenes Bad nach fast drei Wochen – was Neues. 😀

Das Appartement war im oberen Stockwerk und der Zugang erfolgte über eine eigene außen liegende Treppe zu einem kurzen Flur zu den drei Appartements. Meines war rechts der Treppe und hatte zwei Fenster mit Seeblick. 😊 Nachdem ich alles in das Apartment gebracht hatte, bin ich eine Runde gelaufen, um mich dann dem Abendessen zu widmen.

Nach dem Abendessen schnappte ich mir das Notebook und suchte nach Wanderführern für den Gardasee, und zwar als E-Book. Bei Rother wurde ich fündig, kaufte diesen Wanderführer und lud ihn herunter. Nun konnte ich nachsehen, was es so um Bardolino für mögliche Touren gibt und hatte dann vier für die kommenden Tage herausgesucht.

Ein langer Tag und wenn man bedenkt, wo ich eigentlich hin wollte, mit deutlicher Änderung. Jedoch hatte ich seit dem Brennerpass ein gutes Gefühl, das Richtige gemacht zu haben und schlief beruhigt ein.


17. Oktober

Ein sonniger Tag begrüßte mich an meinem ersten Morgen am Gardasee. Die ausgesuchte Tour startet in Brenzone Sul Garda. Der Parkplatz ist oberhalb der Altstadt und das Navi zeigte mir dazu einen abenteuerlichen Weg durch Brenzone. Von der Hauptstraße bog ich dazu in eine sehr schmale und steile Straße ab. Am Ende der Straße trifft man auf die parallel zum See verlaufende Straße oberhalb von Brenzone. Der Parkplatz war nun nicht mehr weit.

Durch den Ort, über kleine Straßen, gelangte ich zu einem alten Mauleselweg (Mulattiere). Ein gepflasterter Weg, der nur eine Richtung kennt – nach oben. Nicht lange und ich entledigte mich einer Bekleidungsschicht. Die Fleecejacke war doch zu viel. Mit der Sonne und der Anstrengung war mir auch so warm genug.

Auf dem Weg kam ich an einzelnen Gebäuden vorbei. Sommerhäuschen und/oder Schutzhütten. Je höher ich kam, desto mehr führte der Weg durch den Wald. Der Weg endete an einer Kreuzung, an der es für mich nach links und somit weiter bergauf ging. Von hier allerdings nicht mehr so lange und ich kam aus dem Wald heraus und zu einigen Gebäuden. Hier war auch die Landstraße durch die Berge. An einer Bank machte ich Rast. Dazu packte ich mich wieder wärmer ein. Hier oben auf 1000 Höhenmeter im Val di Flies war es kühler und auch nebelig.

Das Ziel lt. Wanderführer ist eine Speckhütte auf der anderen Seite des Tals. Diesen kleinen Abstecher habe ich nicht genommen, sondern bin direkt wieder denselben Weg zurück bis zur Kreuzung gelaufen. Hier nun jedoch geradeaus weiter. Dieser Weg führt über sehr viele Serpentinen hinunter nach Casteletto. Den Ort streifte ich nur, um jetzt auf einem flacheren Weg nach Brenzone zu kommen. Auf einem Stückchen führte der Weg durch ein Gehege und ein paar Esel waren ziemlich neugierig und sind direkt zu mir gekommen. Einer stupste mich sogar ganz leicht mit seiner Schnauze. 😊

Vor Brenzone nahmen die Felder mit Olivenbäumen zu und bald waren diese auf beiden Seiten des Weges. Einige Bauern waren auf einem Hain fleißig bei der Ernte.

Durch Brenzone ging es über die Altstadt hinunter an den Gardasee. Die Altstadt ist nur über schmalen Gassen begehbar und liegt schön am Berg. Am Hafen fand sich ein Café und ein Platz in der Sonne.

Jetzt hieß es wieder durch die Altstadt zum Parkplatz zu laufen. In der Nähe des Parkplatzes geht eine Straße in die Berge ab. Das große Schild an der Kreuzung macht reichlich Einschränkungen in Bezug auf Geschwindigkeit aber auch welche Fahrzeuge hier durch dürfen. Das machte mich neugierig und so bin ich diese Straße in die Berge gefahren. Je höher ich kam, desto mehr nahm wieder der Nebel zu. Die Straße selbst war kurvig und schön schmal – genau das Richtige für einen MINI. Oben kam ich an der Landstraße heraus, die ich schon von der Wanderung kannte. Über diese bin ich dann nach Bardolino zum Campingplatz zurück.

Im Appartment kochte ich mir einen Kaffee und lief mit diesem in einem Thermobecher durch den Campingplatz zum See. Fast genau gegenüber dem Ausgang des Campingplatzes war ein Steg und dieser war mein Ziel. Hier machte ich es mir in der Nachmittagssonne gemütlich und trank den Kaffee (Titelbild!).

Ein erster schöner Tag, der mir zeigte, dass die Herbstsonne am Gardasee toll sein kann.

Bevor ich mich jedoch schlafen legte, drehte ich noch eine Runde an der Strandpromenade.

Tour: ~13,5 Kilometer, ~1000 Höhenmeter


18. Oktober

Tori del Benaco liegt nahe bei Bardolino und war damit schnell erreicht. Der Parkplatz in einer Parallelstraße zur Gardasena, der Hauptstraße um den See, war auch nicht so abenteuerlich zu erreichen wie am Tag zuvor.

Vom Parkplatz lief ich zuerst nördlich und dann in einer Schleife nach Süden durch den Ort. Der weitere, meist breite Weg führte parallel zum See bis zu einer Landspitze. Die Aussicht bis hier über Olivenhaine und Waldstücke auf den See war toll. An der Landspitze war es ein Zickzack hinunter zur Gardasena und dort über diese hinüber. Auf dem äußersten Ende liegt San Vigilo – Baia delle Sirene, so der alternative Name, der Villa und der dortigen Kirche.

Wer dort eine Übernachtung gebucht hat, kann sich innerhalb der Mauern der Villa und zum Badestrand bewegen. Alle anderen und damit auch ich, haben nur den Zufahrtsweg und einen Gang, der zum kleinen Hafenbecken führt. Am Hafenbecken befindet sich ein beliebtes Restaurant und einige Gäste kommen auch mit Booten. Während ich dort saß und etwas zu mir nahm, kam sogar ein Hubschrauber und brachte Gäste.

Über fast denselben Weg ging es danach zurück nach Tori del Benaco. Fast, da ich nach der Straßenüberquerung dieses Mal einen Linksbogen wählte, um auf den oberen Weg zu kommen. Es geht hier an einer alten Festungsmauer vorbei. So wirklich sehen, was dahinter ist, konnte ich auch durch das Eingangstor nicht.

In Tori del Benaco angekommen lief ich zum Hafen, um das Örtchen kennenzulernen. Direkt neben dem Hafen gibt es eine alte Festungsanlage, von deren Türme man einen guten Blick über die Stadt und den Gardasee hat. Ebenso kann man hier von oben auf den Limonengarten schauen, durch den auch ein Weg führt.

Auf dem Weg zu Svarta kam ich an einer Gelateria vorbei. Es war sonnig und ich dachte mir, ein Eis geht. 😀 Lecker Zitrone!

Meine Nachbarin schickte mir einen Zeitungsbericht und fragte, ob ich Kekse mitbringen könnte, wenn ich sie sehe. Gemeint sind die Nutella Biskuits, die es zu diesem Zeitpunkt ausschließlich in Italien gab. Der Run darauf war so groß, dass selbst Italien anfangs nicht ausreichend beliefert werden konnte. Also mal sehen wie das im Supermarkt aussieht, zumal ich noch was zum Trinken und Nudelmehl kaufen wollte.

Der Supermarkt hatte mehr als genug von den Keksen und so waren es mehrere Packungen, die ich einkaufte. Bei Nudelmehl war es nicht so einfach. Das Regal mit Mehl hatte volle Höhe und war ungefähr vier Meter breit, mit sehr vielen Mehlsorten. Hab’ dann aber doch die richtige Sorte gefunden und ein paar Packungen mitgenommen. Der erfolgreiche Einkauf wurde mit einem Bild an meine Nachbarin dokumentierte, die sich auf die Kekse und das Mehl freute.

Am Campingplatz erfolgte wie am Vortag das Brühen eines Kaffees mit anschließend Gang zum Steg. Hier wurden die Kekse sofort geprüft. Lecker. 😀

Nachdem etwas früheren Abendessen unternahm ich einen Spaziergang am See entlang bis nach Bardolino und zurück. An der Promenade war doch einiges los. Hatte ich so nicht erwartet.

Tour: ~18 Kilometer


19. Oktober

An diesem Tag war keine Anfahrt nötig, da es vom Campingplatz nach Norden losging. Der nächste Ort ist Garda und war nach ungefähr 1,5 Kilometer erreicht. An diesem Morgen war noch nicht soviel los an der Strandpromenade, was mir gefiel. In Garda ging es quer durch die Stadt und dann nach oben zum Aussichtspunkt Rocco di Garda. La Rocca, der Berg über Garda ist oben leicht hügelig und war von dem Aussichtspunkt bald erreicht. Hier lohnt es sich einmal den Weg, um den Berg zu gehen.

Von hier geht es zuerst durch schmalere Waldwege und anschließend auf einem Wirtschaftsweg vom See weg. Dabei kam ich zum Eremo di San Giorgio. Es war jedoch geschlossen an diesem Tag und so ging ich weiter über Wirtschaftswege bis nach Sem-Rocca, das oberhalb von Bardolino liegt. Ein leicht verschlafenes Örtchen, von dem mich ein Weg nach Bardolino brachte. Ungefähr auf Höhe des Campingplatzes.

Ich lief die Straße jedoch weiter und gelange so an eine Querstraße, die mich zu einem der Kreisel in der Mitte von Bardolino brachte. Hier nun über die Straße und durch kleine Gassen nach Süden. Irgendwann gelangte ich wieder an die Hauptstraße, bog nach rechts ab und lief bis zum See, um dort die Promenade zurückzunehmen. Auf dem Weg zum Campingplatz machte ich an einem Café eine Pause.

Nach dem Abendessen packte ich das Notebook aus und recherchierte. Ich hatte eine Idee und nachdem ich ein günstiges Hotel gefunden hatte, buchte ich dieses und einen Platz für Svarta in einem Parkhaus für zwei Tage. Übermorgen sollte es daher einen Standortwechsel geben.

Tour: ~15 Kilometer


20. Oktober

Die Wanderung an diesem Tag war auf der Ostseite des Baldos. Ein alter Pilgerweg mit sehr, sehr vielen Stufen hoch zum Santuario Basilika Madonna della Corona.

Der Weg von Bardolino nach Brentino führt zuerst zur Autobahn, über diese hinweg und ein paar Kilometer parallel, um dann wieder die Autobahn zu queren. Brentino ist ein kleines, ruhiges Örtchen. Es sind scheinbar nicht mehr so viele, die den alten Pilgerweg nehmen. Die meisten kürzen ab, indem sie von einem naheliegenden Parkplatz zur Basilika laufen.

Für mich stand fest, den längeren und interessanteren Weg zu gehen. Stufen begrüßen einem am Anfang des Weges im Ort und begleiten einen immer wieder auf dem Weg nach oben. Es waren tatsächlich kaum andere mit mir auf diesem Weg unterwegs zu Basilika.

Das Santuario schmiegt sich an den Berg und mir kamen dabei Erinnerung an Paro Taktsang (Tigernest) in Bhutan. Auch dieses Kloster schmiegt sich malerisch an den Felsen.

Auf dem Klostergelände wurde es wieder voller. Die Enge der Verbindungswege verstärke den Eindruck zusätzlich. Am rechten Rand, vor der Kirche fand ich ein Eckchen, an dem ich unbelästigt eine Pause machen konnte.

Der Weg, durch den Wald hier hoch, war nun mein Weg wieder zurück nach Brentino.

Nach der Wanderung bin ich ein letztes Mal mit einem Kaffee auf den Steg gelaufen. Noch vor dem Abendessen zog ein Nebel über den See und verhüllte diesen.

Nach dem Abendessen packte ich meine Sachen, so weit wie möglich, um es am nächsten Morgen einfacher zu haben.

Tour: ~7 Kilometer, ~600 Höhenmeter


21. Oktober – Auf Wiedersehen Gardasee, Willkommen Venedig

Am Abend zuvor wurde es nebelig und heute Morgen scheint wieder die Sonne, als wäre nichts gewesen.

Nach dem Frühstück wurde der Rest gepackt und anschließend das Appartement sauber gemacht. An der Rezeption war nicht nur das Abgeben des Schlüssels, sondern auch noch das Zahlen nötig. Zuvor wurde jedoch jemand zur Kontrolle zum Appartement geschickt, ob alles sauber ist. Das OK, kam kurz darauf.

Nun startete die Reise nach Osten, nach Venedig. Über den südlichen Ausläufer des Baldos kam ich wieder zur Autobahn und von dieser zur nächsten, die bis Venedig führt. Je näher ich jedoch Venedig kam, desto nebliger wurde es. Aha, hier ist also der Nebel von gestern abgeblieben.

Auf der Zufahrtsstraße zur Hauptinsel Venedigs war es dann so neblig, dass ich nur wenig über Hundert Meter sehen konnte. In Venedig folgte ich der Straße zu den Parkhäusern. Am ersten vorbei und am zweiten, der Garage San Marco bin ich auf die linke Spur. Die ist für die, die vorab reserviert haben und rechts soll sich meist eine lange Schlange bilden. An diesem Tag jedoch nicht. An der Einfahrt wurde mir das Stockwerk genannt, in welches ich fahren sollte. Dort wurde mir dann ein Platz zugewiesen. Das besondere hier am Parkhaus ist, dass der Schlüssel im Auto bleibt, so dass die Angestellten die Autos, welche in zwei Reihen parken umparken können. Ist schon ein merkwürdiges Gefühl beim Verlassen des Parkhauses, da das aber für alle gilt und es 24 Stunden bewacht wird, wird das schon gehen.

Mit meinem Gepäck hieß es nun zum Hotel laufen. Nach der Karte ist es nicht weit, aber durch die Brücken und verschlungenen Wege ist die Orientierung anfangs nicht so einfach. Ich war so früh am Hotel, dass ich das Zimmer noch nicht beziehen konnte. Das Gepäck konnte ich zur Aufbewahrung im Hotel lassen.

Mein erster Eindruck von Venedig – nebelig.

Vom Hotel Canal, am Canale Grande, in der Nähe des Bahnhofs bin ich gegen den Uhrzeiger zum Kanal San Giorgio und dort am Kanal entlang bis zur Punta Della Dogana und somit dem Inselende. Von hier dann zurück bis zu einer Brücke (Ponte del Academia) um auf die andere Seite des Canale Grande zu kommen. Die kleinen Gassen waren sehr interessant und eine, hinter einem Gitter sogar richtig grün.

Nun ging es zur Piaza San Marco (Markusplatz). Auf der Karte sieht der Weg so einfach aus. Durch die kleinen Gassen, die gerne auch in einer Sackgasse enden und über Treppen hoch und runter ist das dann in der Realität verwirrender. Gefunden habe ich den Platz dann doch. Riesig und gefühlt nur 50 Personen dort. Da während der Pandemie keine Kreuzfahrtschiffe anlegen dürfen und auch sonst wenig Touristen in Venedig unterwegs sind, ist die Erkundung der Stadt sehr relaxt.

Auf dem Markusplatz selbst war kaum noch etwas von dem Nebel zu merken, sobald ich mich jedoch dem Kanal näherte wurde es wieder nebelig. Von San Marco bin ich am breiter werden Kanal bis zum östlichen Ende, bis Sant’ Elena gelaufen. An diesem Ende ist es fast wie in einer Kleinstadt. Ruhig, mit Hinterhöfen und Parks. Es ging denselben Weg bis ungefähr zur Hälfte nach San Marco zurück und dann nach rechts quer durch die Insel an das andere Ufer.

Am Ufer nun wieder in westliche Richtung und dann ging es nicht weiter, da hier keine Brücke über den Kanal war. Also nach links in das Inselinnere an dem Kanal entlang, der mir das Weiterkommen versperrte. Über ein Zickzack kam ich zu einer Brücke und konnte damit diesen Kanal überqueren. So ging es am nächsten Kanal weiter und weiter. An einer Brücke kam ich an einer Eisdiele vorbei. So einfach vorbei ging natürlich nicht. Eine Pause mit einem Eis hat schon was. 😀

Nach weiteren Straßen, Gassen und Kanälen gelangte ich auf eine breite Straße, die mich direkt zum Canale Grande in der Nähe des Bahnhofs führte. Über die Brücke und schon war ich fast bei meinem Hotel.

Am Hotel angekommen, konnte ich nun auch einchecken. Das Zimmer war ausreichend groß, das Bad dafür winzig. Dennoch haben es die Gestalter für nötig erachtet, noch ein BD in ein nicht einmal 4 qm Bad einzubauen. Naja, Hauptsache sauber. Das Haus selbst hat schon einige Jahrhunderte hinter sich und das merkt man an den Zimmern wie auch an den Fluren und Treppen. Alles in allem für den günstigen Preis ok.

Für das Abendessen nahm ich den Weg in ein Restaurant in der Nähe (Osteria Leone Alato). Die Gassen warnen im Dunkeln nicht immer wirklich vertrauenerweckend, aber alles ok. Der Weg hat sich gelohnt. Das Ambiente ist angenehm und das Essen lecker.

Nach dem Abendessen bin ich nicht direkt zum Hotel, sondern an diesem vorbei und zur großen Einkaufsstraße auf der anderen Seite. Etwas zu trinken und die Kekse haben wieder zu mir gefunden. Am Canale Grande und der großen, belebten Straße war es auch wieder deutlich heller.


Tour: ~14,5 Kilometer.


22. Oktober

Wie das bei Hotels meist so ist, ist das Frühstück immer erst deutlich, nachdem ich wach bin. So bin ich dann vor dem Frühstück raus und begrüßte den immer noch vorhandenen Nebel. Aber gerade der Nebel machte das morgendliche treiben auf dem Kanal sehr interessant. Aus allen Richtungen kamen Boote mit Paketen, Nahrungsmittel oder sonstigem aus dem Nebel und verschwanden auch wieder in diesen.

Dann war es Zeit für das Frühstück. Zuerst musste man sagen wie viele Brötchen/Croissants man möchte und ob süß oder herzhaft Beilage. Am Buffet gab es nur Joghurtbecher. Das alles war der Pandemie geschuldet. Obwohl, den Kaffee hat sich jeder an einem Automaten selbst holen dürfen. Der Rest wurde an den Tisch gebracht.

Für heute standen zwei entferntere Inseln auf dem Plan. Somit hieß es eine „Bus“-Karte für den Tag kaufen. Der Busbahnhof ist direkt unterhalb des Bahnhofs und fast gegenüber dem Hotel. Von den angeblichen Schlangen vor den Kassen war zum Glück nichts zu sehen und die Karte schnell gekauft.

Mit dem Vaporetto, so heißen hier die Busse, welche Schiffe sind, ging es erst durch den Canale Grande und dann mit einem anderen Vaporetto nach Murano, der Glasinsel. Während der Fahrt konnte ich erleben, wie DHL hier die Pakete ausliefert – mit dem Boot, wie sonst.

Auf Murano angekommen, machten die Wege dort einen anderen Eindruck. Klar, Kanäle gibt es hier, wie auch die Gassen nur alles etwas breiter und luftiger. An einigen Geschäften mit Glasarbeiten bin ich vorbeigekommen. Eine Glasbläserei konnte sogar besucht werden. Nur wollte ich in kein Gebäude und eine Glasbläserei habe ich schon mehrmals an anderen Orten besucht. Daher hatten es mir mehr die Gassen und Plätze angetan.

Mit der nächsten Fähre kam ich nach Burano. Hier bin ich schon an der ersten Möglichkeit von Bord gegangen und somit über einen kurzen Weg nach Burano gelaufen.

Auf dem Weg war noch alles neblig und blass. In Burano angekommen, hatte ich das Gefühl, in einem Bonbonladen gelandet zu sein. Trotz Nebel strahlten die Häuser schön bunt und hoben die Stimmung sofort. 😀

Da gerade Mittagszeit war und die Restaurants nicht allzu voll, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und mir eine Pizza bestellt. Nach dem Essen folgte noch eine weitere Runde Bonbonladen. 😊

Nun war es Zeit langsam wieder zur Hauptinsel mit dem Vaporetto zurückzukehren. Dort kam ich am nordöstlichen Ufer an und bin durch ein paar Straßen Richtung San Marco gelaufen, bis ich an ein Café kam. Danach ging es weiter zum Canale Grande und mit einem Vaporetto bis zum Hauptbahnhof.

Am Hotel angekommen hatte ich mich ausgeruht und frisch gemacht für das Abendessen. Dazu lief ich wieder über die große Brücke in der Nähe (Ponte degli Scalzi) und schräg gegenüber in eine ganz kleine Gasse zur Trattoria Alle Lance. Lokal Food! Das Schwarze ist Tintenfisch in eigener Tinte. Gewöhnungsbedürftig, um es vorsichtig auszudrücken.

Tour: ~12 Kilometer


23. Oktober – Heimreise

Ein letztes Frühstück in Venedig und dann kam der Weg mit Gepäck zum Parkhaus. Vom Hotel gab es noch einen Ermäßigung für das Parkhaus, sodass beides fast gleich viel gekostet hatte für die zwei Tage.

Gedacht war eine Heimreise mit einer Zwischenübernachtung. In Südtirol regnete es aber. Daher fuhr ich weiter und durch Tirol durch. Im Allgäu regnete es auch und so entschied ich mich den kompletten Weg bis nach Hause zu fahren.

Spät Abends kam ich dann Zuhause an und bin fast sofort ins Bett gefallen.


Resümee

Geplant war eine andere Reise und dennoch war es eine schöne Woche. Nach der Baustelle Zuhause war das genau der richtige Ausgleich. Am Gardasee, kaum war ich oberhalb der Orte, war kaum noch jemand anderes unterwegs und durch die Herbstsonne konnte ich sogar hin und wieder im T-Shirt laufen. 😀

Das nebelig Venedig hatte seinen ganz eigenen Charme. Innerhalb der Gassen und Plätze war vom Nebel nicht soviel zu merken, am Rand der Inseln war dieser dann sehr deutlich. Ich hatte teils das Gefühl, in einer Art Glocke unterwegs zu sein. Lediglich Pausen im Freien waren durch das kühlere Wetter nicht ganz so angenehm, wie sie an einem Sonnentage gewesen wären. Eine Fahrt mit einem Vaporetto sollte unbedingt mit eingeplant werden, sieht die Stadt aus dieser Perspektive doch nochmals anders aus.

Trotz Pandemie waren am Gardasee in den Orten direkt See einiges los. Es hielt sich aber noch in Grenzen. In Venedig hätte ich oft mit ausgebreiteten Armen durch die Gassen gehen können. Unvorstellbar, wenn man die üblichen Bilder von Venedig kennt. Hier machte sich deutlich bemerkbar, dass keine Kreuzfahrtschiffe die Stadt überfielen und auch sonst nicht soviel Touristen unterwegs waren.

Bei dieser Reise war Wickie mit dem Verbindungsengerl Lissi unterwegs. Lissi durfte mit Wickie drei Monate lang Deutschland und Europa erkunden. Diese Reise, war deren erste außerhalb Deutschlands und beide waren begeistert.


Karten



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Italien – Lombardei (Gardasee) – Oktober 2021

Südafrika. Ja, richtig gelesen. Im Oktober 2021 stand mein dritter Versuch für eine Südafrikatour an. Gebucht, bezahlt und die Bedingungen vor Ort sahen gut aus. Doch leider zu früh gefreut. Mangels der erforderlichen Mindestteilnehmerzahl wurde die Reise vom Veranstalter abgesagt.

So beginnt bereits der Bericht zur Reise nach Madeira. Doch auch hier passt es, denn die ursprüngliche Reise wäre über zwei Wochen gegangen. Der Ersatz Madeira war eine 10 Tage Reise und somit hatte ich noch ein paar Tage Urlaub zur freien Verfügung. Mit einem weiteren Tag wurde daraus eine Woche Lombardei im Oktober.

Das südliche Ende des Gardasees ist im Vergleich zu Frankfurt im Oktober wärmer und die Zeit von Sonnenaufgang zu Sonnenuntergang ist etwas länger – gefühlt deutlich länger! Dennoch hatte ich mich gegen das Zelt und für eine feste Unterkunft entschieden. Durch die frühe Dunkelheit ab ca. 18:00 Uhr, war es mir so lieber.

Aber wo? Im Oktober 2020 war ich im Süd-Osten des Gardasees, genauer gesagt in Bardolino. Daher ging es diesmal in den Süd-Westen. Meine Suche führte mich zu einem kleinen Hotel etwas oberhalb des Sees in Cecina, welches nahe Toscolano Moderna liegt. Dies ist ein kleines Bergdorf und das Hotel verfügt nur über ein paar Zimmer. Schon mal gute Voraussetzungen um den möglichen Touristenmassen aus dem Weg zu gehen. Zusätzlich gehört ein gut bewertetes Restaurant zu dem Hotel. Somit buchte ich die Woche direkt über die Webseite des Hotels Albergo Cavallino 10. Daraufhin erfolgten noch ein paar E-Mails zur Klärung von Einzelheiten. So war meine geplante Anreise an einem Tag, an dem das Restaurant geschlossen hat und keine weiteren Gäste im Hotel waren. Wir vereinbarten eine Uhrzeit und tauschten die Telefonnummern aus, für den Fall das etwas dazwischen kommt.

Der Kauf der Vignette für Österreich erfolgte Online. Für die zusätzliche Mautgebühr, die für die Überquerung des Brennerpasses fällig wird, hatte ich mich schon im Jahr zuvor in Österreich angemeldet. So kann man einfach durch die Mautstelle fahren und es wird kurz danach automatisch abgebucht. Zur Bestätigung gibt es eine E-Mail.


Tag 1

Der 19. Oktober kam und nach einem morgendlichen Kaffee ging es dann sehr früh los Richtung Süden. Die Fahrt war lang aber zum Glück wenig Ereignisreich. Am nördlichen Ende des Gardasees angekommen stellte sich schon ein Urlaubsgefühl ein, war die Landschaft eine andere und die Sonne grüßte. Von dort ging es an der Via Gardasena immer dem Gardasee am westlichen Ufer entlang. Bis ich Gargnano erreicht. Hier meinte das Navi man solle rechts abbiegen, was ich tat. Danach ging es durch Gargnano und die Straße wurde immer schmaler bis sie nur noch so breit war wie für ein Auto. Lt. Beschilderung nur noch für Fahrzeuge bis 2 Meter Breite. Hoffentlich kommt keiner entgegen! Zwei andere folgten mir auf der schmalen Straße, welche sich schön durch das Gebiet zwischen den Orten schlängelte. Und dann kam doch noch jemand entgegen. Nach einem Hinweis des entgegenkommenden Fahrers sind wir drei dann alle rückwärts bis zu einer Einfahrt gefahren. Dort sind dann die beiden uns entgegenkommenden hinein gefahren, so das wir wieder freie Bahn hatten.

In Cecina angekommen stand ich an einer Kreuzung und das Navi zeigte geradeaus. Da war eine sehr schmale, auf beiden Seiten von hohen Mauern eingefasste Kopfsteinstraße. Zuerst hieß es warten und die beiden Fußgänger, die entgegenkamen abwarten. Nun weiter durch die schmale Straße, welche nach kurzer Zeit wieder breiter wurde und zu einer Y-Kreuzung führte. Dort entschied ich mich für rechts, da die Angabe des Navis nicht ganz eindeutig war. Nun wurde die Straße im Ort wieder schmaler und führte durch den alten Ortskern von Cecina. Kurz vor dem Hotel geht es rechts eine kurze Straße hoch zu einem Parkplatz. Puh, geschafft. (Anmerkung: Wie ich an einem anderen Tag feststellte ist ein Teil der gefahrenen Straße nur für Autos bis 1,8 Meter frei gegeben. Geht auch mit einem MINI mit 1,92 Meter breite 😅)

Vom Parkplatz waren es wenige Meter bis zum Hotel, wo ich bereits erwartet wurde. Zuerst erfolgten die Formalitäten wie die Überprüfung der Impfung. Für das Hotel war diese zwar nicht notwendig, für das Restaurant jedoch schon. Hierbei stellte sich schon heraus das nicht alle im Hotel/Restaurant Englisch, geschweige denn Deutsch sprechen.

Nun wurde ich zu meinem Zimmer über dem Eingangsbereich geführt. Klein, sauber und für mich völlig ausreichend. Kurz darauf stellte ich fest, dass beide Lampen neben dem Bett nicht funktionierten. Wie sollte ich das jetzt mitteilen? So erschien es mir sinnvoll ein Bild einer der Lampen mit dem Smartphone zu machen. Damit ging ich zur Rezeption und meinte in einfachen Worten, dass sie nicht funktionieren. Die Dame war fleißig am Reden – in Italienisch – kam mit mir nach oben und organisierte nach eigener Prüfung neue Birnen für die Lampen. Dass ich kein Italienisch kann, hat sie nicht davon abgehalten meist italienisch mit mir reden zu wollen. 😂

Nach einem Spaziergang runter nach Toscolano Modena und zurück bin ich in das gegenüber liegende Ristorante Pizzeria La Macina. Hier gibt es eine sehr große Auswahl an Pizzen und der Steinofen ist von fast allen Plätzen zu sehen. Recht schnell hatte ich meine Pizza und war zufrieden für diesen Tag.


Tag 2

Zum Frühstück, welches im Restaurant serviert wird, war ich alleine. Dazu gibt es eine kleine Auswahl von verschiedenen Arten, unter denen man eine auswählt. Dies und der Kaffee wird einem an den Tisch gebracht. Vielleicht etwas ungewohnt gab es zuerst immer eine warme Brioche (Croissant). Dazu das Frühstück, was man gewählt hatte.

Die erste Wanderung begann etwas nördlich, oberhalb des Gardasees in Muslone. Durch Muslone hindurch und dann immer Bergauf, einem alten Karrenweg entlang. So erreicht man nach einiger Zeit den Gipfel des Berges, von dem es dann nach unten in das nächste Dorf Piovere ging. Vom fast höchsten Punkt aus führt ein kleiner Weg zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen schönen Blick über den Gardasee hat und wenn wie bei mir nichts los ist auch ein guter Punkt für eine Rast ist. Bis hierher war es jedoch leicht diesig. Im Aufstieg, der zum großen Teil im Wald verläuft, fiel dies nicht so auf, hier am Aussichtspunkt dann doch. Wie es nach unten, nach Piovere, ging, wurde es klarer und sonniger. Zurück führte der Weg relativ gerade (eben) von Piovere nach Muslone. Auf diesem Teilstück war es dann sonnig und ich hatte einen schönen Blick den Hang herunter und über den See. Hier zeigten sich zum ersten Mal für mich in diesem Urlaub die Herbstfarben der Natur.

Nach dieser Wanderung fuhr ich nicht direkt zurück zum Hotel, sondern nach Toscolano Moderna, um etwas zum Trinken und Essen für die nächsten Tage einzukaufen. Über eine Seitenstraße ging es dann in Toscolano Moderna den Berg hoch und über eine weitere Seitenstraße nach Cecina. Dies ist die offizielle Umleitung gewesen, da die Hauptstraße von der Gardasena nach Cecina wegen Bauarbeiten gesperrt war. Diese Zufahrt ist zwar auch an einer Stelle etwas enger, aber bei weitem nicht so wie die Zufahrt von der anderen Seite am Anreisetag.

Im Hotel gab es einen Kaffee bevor es unter die Dusche ging. Ausgeruht ging ich Abends in das angeschlossene Ristorante Cavallino 10. An diesen Abend entschied ich mich für Fisch – Fritto misto di lago e verdure. Frittierten Fisch aus dem See. Etwas mühselig durch die Gräten! Zum Abschluss gab es noch etwas Dulce, also süßes.

Um direkt ins Bett zu gehen war es noch zu früh und so entschloss ich mich dazu einen Spaziergang durch das Örtchen zu machen. Ruhig, sehr ruhig und verschlafen ist es hier am Abend. Auf dem Weg entdeckte ich noch ein größeres Hotel, das, wie es schien, nur zu einem Bruchteil belegt war.


Tag 3

Nach einer ruhigen Nacht zeigte sich der Morgen Wolken verhangen und die Wettervorhersage deutete auf keine wirklich Verbesserung während des Tages hin. Also erst einmal in Ruhe und ausgiebig Frühstücken.

Für mögliche Regentage hatte ich mir im Vorfeld bereits etwas überlegt und dies an diesem Tag umgesetzt. Es ging nach Gardone Riviera, was südlich von Toscolano Moderna liegt. Ich hatte den Tipp zum Giardino Botanico, bekannt als Heller Garden vor Reiseantritt bekommen. Dies ist ein botanischer Garten gestaltet von einem Künstler, weshalb der Garten auch einige Kunstobjekte aufweist. Aber auch von der Gestaltung und Anordnung merkt man, dass es nicht der typische Botanische Garten ist, der einem Wissen über die Pflanzenwelt vermitteln möchte. Nass war es noch, dennoch hatte es seinen Reiz dort.

Von hier aus ging es dann zurück und durch Toscolano Moderna in ein dahinterliegendes Tal – dem Papiermühlental. Tief hingen die Wolken und anfangs regnete es kurzzeitig, sodass kaum jemand hier unterwegs war. Die Fahrt in das Tal geht am Ende in einen geschotterten Weg über, der durch mehrere kurze Tunnel führt. Hinter dem letzten Tunnel ist ein Parkplatz und kurz danach das alte Papiermühlenwerk, von dem aus ein Wanderweg startet. Das Papiermühlenwerk und das Bistro dort waren leider geschlossen. So ging es direkt auf die Tour unten im Tal am Fluss entlang. Weiter hinten im Tal gelangte ich über einen Weg dann hoch in das Dorf Gaino. Ein kurzer Abschnitt führt durch das Dorf und da ein paar Straßen gesperrt waren musste ich mir eine alternative Route dort suchen bis zum eigentlichen Weg, der am Dorfrand mit einem Blick über das Tal weiter ging. An einer Stelle am Ortsrand geht es lt. Wanderführer rechts herum in das Tal zurück. Der Weg allerdings ist hier mittlerweile zugewuchert und so musste hier ebenfalls eine Alternative gefunden werden. Dazu führte der eigentliche Weg mich noch eine Zeitlang oberhalb des Tals entlang und dann in einem großen Bogen zurück, sodass ich wieder auf den mir bekannten Weg im Tal, am Fluss gelangte. Von hier war es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt zurück.

Am Abend ging es wieder in die Pizzeria, mit einem anschließenden größeren Spaziergang durch Cecina.


Tag 4

Dieser Tag begann wieder mit freundlicherem Wetter. Heute war ich mutig und bestellte das Full English Breakfast. Kann man essen, ist aber immer noch nicht meines. 😅 Die Wanderung sollte heute von Capovalle, einem Bergdorf über den Monte Stino und wieder zurückführen. Capovalle liegt in den westlichen Gardaseebergen und somit war eine längere Anfahrt wie in den Tagen zuvor nötig. Die Straße führte auch an einem langen Stausee entlang, mit einer sehr kurvenreichen Strecke. Wie geschaffen für einen MINI und morgens noch so schön leer. 😊

Am Ortseingang vor Capovalle gibt es einen Parkplatz den ich ansteuerte. Es gibt zwar noch einen oberhalb, dennoch war mir dieser lieber, da ich dadurch durch das Örtchen gehen musste und es mir ansehen konnte. Die Wanderung beginnt oberhalb und führt dort nach rechts – wenn den die Absperrung nicht wäre. Auf der Landkarte konnte ich erkennen, dass es einen weiteren Weg, mehr oder weniger parallel weiter oben gibt. Dazu hieß es die Straße zurück zulaufen und einen kleinen, unscheinbaren Trampelpfad bergauf gehen. Dieser ging dann tatsächlich wieder nach rechts und führt mich in die richtige Richtung. Der erste Teilabschnitt bis zum Refugio Monte Stino ist eine Bergstraße, auf die ich wieder gestoßen bin. Hier war nichts von einer Baustelle zu sehen und so bin ich weiter.

Nach einer Stunde kam ich an ein paar Fahrzeugen vorbei und da war sie dann, die Baustelle. Hier wurde ein Kabel verlegt und somit die schmale Straße für Autos nicht mehr nutzbar. Die Bauarbeiter waren nett und ließen mich passieren. So konnte ich den Weg wie geplant weiter gehen. (Auf der Landkarte ist ein Wanderweg fast parallel eingezeichnet und wäre eine Ausweichroute gewesen). Am Rifugio Monte Stino war ich alleine. Die Straße war gesperrt und somit konnte kaum einer hierher kommen. Abgesehen von Ausnahmen wie einem Mountain Biker oder mich. Hier machte ich Rast, bot der Außenbereich des Rifugios doch einige Sitzplätze.

Nun ging es auf den folgenden Kultur-Abschnitt. Hier oben in den Bergen war einmal die Grenze zwischen Österreich und Italien. Daher gibt es hier alte Schützengräben und Hinweistafeln bis zum Monte Stino und einer Gedenkstätte in der Nähe. Der Monte Stino entpuppte sich als ein Grashügel unter mehreren, umgeben von Schützengräben und das Gefühl auf einem Gipfel zu sein kommt hier nicht auf. Von der Gedenkstätten führt ein kleiner Stieg auf eine Aussichtsplattform. Von hier hat man einen tollen Blick über den Lago d’Idro – den Idrosee. Eine Rast bei der die Sonne und die Aussicht genossen werden konnte.

Der Weg weiter führt nun südlich am Berg entlang des Idrosees bis zu einer Stelle an der man über einen Pass zurück nach Capovalle gelangt.

Eine schöne und in der Sonne nach dem gestrigen Regentag wieder aufmunternde Tour. Zurück ging es über dieselbe Straße zum Hotel und einem Cappuccino am Nachmittag.

Für das Abendessen entschied ich mich an diesem Tag für das zum Hotel gehörende Ristorante. Meine Wahl fiel auf das Risotto mit Pilzen. Lecker. Hier hätte ich mich reinsetzen können. Und was wird es danach gegeben haben? Richtig, ein abendlicher Spaziergang durch Cecina.


Tag 5

Die Sonne grüßt und die Fahrt zum Ausgangspunkt für heute ist fast ähnlich zum Vortag. Ausgangspunkt ist jedoch nicht Capovalle, sondern das Rifugio Cima Rest in der Nähe von Magasa. Dazu fährt man vom Gardasee aus in die westliche Bergwelt, ausgeschildert nach Magasa. An einer Kreuzung kurz vor Magasa gibt es die Möglichkeit nach Magasa oder in die Richtung des Rifugios zu fahren. Am Rifugio war am frühen Morgen wenig los und der Parkplatz davor fast leer.

Kurz noch zum Rifugio und einen Blick auf den höchsten Punkt der Tour geworfen und einen Espresso genossen. Von hier heißt es fast 1000 Höhenmeter nach oben. Die ersten Meter an der Straße entlang und dann auf einem Seitenweg an ein paar Häusern vorbei, begann der Wanderweg. Den Großteil der Steigung läuft man an bzw. durch einen Buchenwald. Jetzt, im Herbst zeigt sich dieser in seinen schönsten Farben. 😀 Nachdem ich die Baumgrenze hinter mir gelassen hatte, kam ich auf ein Gelände mit Almwiesen und hat wieder einen direkten Blick auf den Monte Caplone. Von hier ist es nicht mehr so weit. An der Kreuzung vor dem Monte Caplone zeigt ein Schild zum Gipfel und die ersten Meter sind sehr gut zu erkennen. Dann allerdings heißt es konzentriert sein. Der weitere, teils steile Weg zum Gipfel ist nicht immer so einfach zu erkennen.

Oben angekommen hatte ich vom höchsten Gipfel der westlichen Gardaseeberge eine tolle Aussicht. Hier oben ist nicht viel Platz, aber ein Plätzchen für eine Rast war dennoch schnell gefunden.

Nun ging es erst einmal wieder denselben Weg zurück. Jedoch nicht über die Almwiesen bergab, sondern eine Zeitlang unterhalb des Berggrades nach Westen. Dieser Weg ist ein alter Militärweg, breit und geschottert. Mountain Biker sind oft auf diesem Weg zu sehen. Angekommen am Bocca die Cablone zweigte ich ab in das Tal zum Rifugio. Dieser Schotterweg führt in vielen Serpentinen langsam herunter bis an eine Kurve an der ich zu einem älteren, verlassenen Gebäude abbog. An diesem vorbei und über Wiesen teils weglos kam ich letztlich wieder oberhalb der Häuser vom Anfang heraus. Von hier ab ist es der befestigte und bekannte Weg zurück zum Rifugio. Die Tour schloß ich dort mit einer kleinen Belohnung in der Sonne ab.

Hiernach ging es nach Toscolano Moderna, um für Wickie eine Postkarte zu kaufen. Wie praktisch, dass es am Rand des Hafens einen Eisstand gibt. Dort holte ich mir noch ein Eis um aß es mit Blick auf den See.


Tag 6

Ein neuer sonniger Tag wartete darauf eine Tour mit Sicht auf den Gardasee zu füllen. Pieve ist der Ausgangsort und normalerweise durch eine Fahrt durch die schöne Brassaschlucht zu erreichen. Normalerweise! Eine Sperrung aufgrund von Bauarbeiten ließ dies jedoch nicht zu und so musste der nicht minder erlebnisreiche Weg über Limone Sul Garda und kleinen Bergstraßen erfolgen. Am Ortseingang von Pieve gibt es einen großen Parkplatz der genutzt wurde. Die Wanderung führte zuerst durch den Ort, bis zu einer Aussichtsplattform neben einem Ristorante. Von hier hat man einen tollen Blick über den Gardasee. Die Aussichtsplattform ist auf dem dritten Bild oben bei den Gebäuden zu erahnen.

An der Aussichtsplattform geht am Rand ein kleiner Weg in Serpentinen nach unten und erreicht dann die alte Straße entlang des Gardasees. Hier könnte man weiter nach unten zur jetzigen Gardesana gehen. Der eigentliche Weg führt jedoch nach Süden auf der alten Straße entlang. An einigen Kurven stehen Bänke, die zu einer Rast mit toller Aussicht einladen. Auch kommt man so durch ein paar alte Tunnel. Eine Taschenlampe ist jedoch nicht nötig. Die Straße endet in Campione. Dort konnte ich den Windsurfern zusehen und einen Espresso genießen.

Der nächste Abschnitt führt durch eine Schlucht mit schmalen Wegen und an Wasserläufen nach oben. Pregasio als nächstes Ziel liegt etwas über 400 Meter höher und jede Stelle mit freier Sicht auf den Gardasee ist immer wieder schön. Ab dem höchsten Punkt geht es mehr oder weniger auf einer Höhe zum Ausgangsort Pieve zurück. Achtung, nicht immer ist der Weg direkt erkennbar.

Da dies nur eine kurze Tour war, war Zeit Cecina einmal bei Tage zu erkunden.

Abends gab es Bigoli mit Fisch aus dem See und gesalzener Zabajione. Ein Gedicht. 😀 Vor dem zu Bett gehen war noch der übliche Rundgang durch Cecina.


Tag 7

Der letzte Wandertag brach an und zeigte sich leicht bewölkt. Die Anfahrt war ähnlich wie am Vortag und führte nach Vesio. Von hier hieß es einen alten geteerten Weg hoch zum Passa Nota zu laufen. Gemütlich ging es zuerst an einem Fluss entlang langsam aufwärts bis zu einem letzten Parkplatz. Ab hier ging es in vielen Kehren hoch und das letzte feste Teilstück war eine Steinstraße. Kurz vor dem Pass erreichte ich das Rifugio degli Alpini (Guardia di Finanza). Ein guter Punkt für eine Rast. Da das Rifugio im Oktober schon zu war, hatte ich dort meine Ruhe. Zum Glück waren die Tische und Bänke noch aufgestellt und so konnte dort eine Pause an einem Tisch einlegen. Nach der Pause ging es noch ein Stück weiter und am Pass selbst nach links. Es folgte eine wegloser Anstieg zur Malga Bestana mit einer wunderbaren Aussicht über die Berge und mit Blick auf den Ledrosee. Zurück ging es denselben Weg bis zum Rifugio und dort dann einen breiten Höhenweg entlang in Richtung Gardasee. Bevor der Weg in mehreren Kehren nach unten geht, durchquerte ich noch einige kurze Tunnel, die die Strecke mit ihrer Sicht über das Tal zusätzlich würzten.

Nach dieser doch recht langen Tour ging es direkt zurück in das Hotel.

Das letzte Abendessen sollten wieder Nudeln werden. Tagliatelle mit Wildschein. Wie die Bigoli am Vortag selbst gemacht und so wie sie sein sollten – bissfest.


Tag 8

Heute war wieder Dienstag und das Restaurant geschlossen. Da ich zudem die einzige im Hotel war, gab es das Frühstück diesmal in der Eingangsbar direkt von Andrea dem Koch. Bezahlt hatte ich am Vorabend bereits alles, sodass es nach dem Frühstück gleich losgehen konnte mit der Heimfahrt. Ohne große Vorkommnisse bin ich dann Abends Zuhause angekommen und habe noch alles ausgepackten können.


Resümee

Auch das zweite Mal im Herbst am Gardasee war eine schöne Zeit. Der Herbst am Gardasee zeigte sich in diesem Jahr meist sonnig und warm. Die Hänge am See und die Berge im Hinterland waren von der Pflanzenwelt in schöne bunte Herbstfarben gesetzt.

Meist habe ich bei Ankunft im Hotel den Weg zur Bar genommen und mir einen Cappuccino oder Kaffee gegönnt. Dabei kam ich fast jedes Mal mit den Angestellten ins Gespräch. Nicht immer einfach, wenn ich kein Italienisch kann und die andern nur wenig Deutsch oder Englisch. Hat aber letztlich immer irgendwie geklappt und machte es auf seine eigene Weise sympathisch.😊


Karte des Gebietes


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