Spanien – Lanzarote – Dezember 2020

Das erste Pandemiejahr neigte sich dem Ende zu. Reisen in 2020 war nicht einfach, unmöglich jedoch auch nicht. Für das Ende des Jahres hatte ich mir was Sonniges vorgestellt. Meine Entscheidung fiel auf die Kanaren und dort auf Lanzarote. Zum einen, weil ich dort noch nicht war und zum anderen, weil die Insel sehr niedrige Inzidenzwerte hatte und auch nicht übermäßig viele Urlauber anlockte.

Die Pauschalreisen (Flug und Hotel), die ich fand, waren alle in größeren Hotels. Größere Menschenansammlungen, also größere Hotels, wollte ich jedoch vermeiden. Somit schieden die Pauschalangebote aus. Bei meiner Suche entdeckte ich ein kleines Hotel in einem kleinen Fischerdorf an der Ostküste. Das Hotelito del Golfo in El Golfo. Gerade einmal acht Zimmer! Gebuchte hatte ich dann Anfang Dezember.

Den Flug buchte ich bewusst erst eine Woche vor Abreise, um zur Not die Reise auch nicht durchzuführen, sollten die Bedingungen gegen eine Reise sprechen.

Die Wandertouren, die ich mir vorab herausgesucht hatte, waren über die Insel verstreut. Der öffentliche Busverkehr stellte sich als nicht so optimal heraus und somit war ein Mietwagen meine Wahl. Dieser war schnell gefunden und gebucht.

Jetzt hieß es noch ein paar Tage warten, bis kurz vor Abreise. Voraussetzung für die Einreise war ein negativer PCR-Test, welcher nicht älter als 72 Stunden sein durfte. Der Flug sollte am 23. Dezember gehen und am 19. Dezember am sehr späten Nachmittag bin ich daher an den Frankfurter Flughafen gefahren, um den PCR-Test vornehmen zu lassen. Dies hatte ich dort machen lassen, da der Nachweis der Person (Ausweisnummer) von den Kanaren gefordert war. Am Folgetag kam dann per E-Mail die Benachrichtigung, dass das Testergebnis vorliegt. Negativ war es. Praktisch war es, dass es von einem Portal in einer Vielzahl von Sprachen heruntergeladen werden konnte. Dies tat ich einmal auf Spanisch und einmal auf Englisch.

Nun konnte die Tasche gepackt und auf den 23. Dezember gewartet werden.


23. Dezember

Der Tag der Abreise war gekommen. Von der Abflugzeit wäre es problemlos möglich gewesen, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Der Rückflug jedoch war für Abends angesetzt und da war es fraglich, ob ich den letzten Zug nach Hause noch bekommen würde. Ich entschloss mich daher mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren. Von dort brachte mich die S-Bahn zum Flughafen. Das Einchecken war jedoch mit kleiner Diskussion verbunden. Eigentlich sollte man sich vorher online registrieren. Dabei hatte die Webseite jedoch auch nach mehreren Versuchen ein Problem. Abgesehen davon konnte man eine Angabe nicht wieder ändern, wenn man sich z. B. vertippt hat. Die Idee mit der Registrierung ist nachvollziehbar, die Umsetzung mehr als mangelhaft gewesen. Ich bekam daher mit meiner Boarding-Karte das Anmeldeformular in Papierform, um es auf Lanzarote abgeben zu können.

Es war genügend Zeit um nun noch in der Mitte des Frankfurter Flughafens zu einem Bistro zu gehen und dort etwas zu Trinken und Essen. Der Abflug war wie geplant und die Ankunft verzögerte sich nur um einige Minuten, da der Flug etwas länger brauchte. Am Flughafen gelangten wir in eine Schlange, die fast bis zu den Gepäckbändern, eine Etage tiefer ging. Die Anmeldung wurde auf der unteren Etage entgegengenommen und anschließend wie bei allen noch die Temperatur gemessen. Erst danach war der Weg frei zum Gepäckband.

Nach dem Erhalt der Tasche hieß es den Mietwagen entgegennehmen. Da der Mietwagen reserviert war, waren es nur noch die üblichen Formalitäten und raus aus dem Flughafen zum Parkdeck. Dort dann regelmäßig auf die Fernbedienung gedrückt, um zu sehen, welches mein Auto ist. Da war es, ein weißer VW Polo.

Nun hieß es noch durch die halbe Insel bis zum Hotel zu fahren. Zwischendurch hielt ich kurz an einem Supermarkt, um Wasser für die Woche einzukaufen.

Die Sonne ging während der Fahrt unter und ich kam im Dunkeln am Hotelito an. Per E-Mail hatte ich zuvor erfahren, wo mein Zimmer ist und dass die Tür offen sei. Vom Parkplatz ein paar Treppenstufen hoch, nach rechts, dann am Pool vorbei und zur ersten Terrasse links. Die Tür war tatsächlich offen und so bezog ich das Zimmer.

So langsam stellte sich Hunger ein. Hier im Fischerdorf sollte es mehrere Restaurants geben. Dazu bin ich die Hauptstraße entlang gelaufen und habe das erste Restaurant gewählt, das offen hatte und mir zusagte. Fisch gab es zur Einstimmung. Danach noch ein kleiner Ortsspaziergang und zurück zum Hotel.


24. Dezember

Das Frühstück gibt es erst ab 8:00 Uhr und ich war schon deutlich früher wach. Da die Sonne sich bereits zeigte, konnte ich so die Zeit bis zum Frühstück mit einer kleinen Erkundung vertreiben.

Bei der Beschreibung des Hotels und den Rezessionen wurde das Frühstück immer besonders herausgestellt. Ich war gespannt, ob sich das bestätigen wird. Ein Tisch an den fast bodenhohen Fenstern suchte ich mir aus und dann wurde der Tische mit vielen leckeren Köstlichkeiten gefüllt und einen Kaffee gab es direkt aus der großen Kaffeemaschine. Hier gab es kein Buffet. Alles wurde immer an den Tisch gebracht. Lecker und sehr reichlich.

Meine erste Wanderung sollte im Nordwesten von Lanzarote sein. Startpunkt war ein Wanderparkplatz in der Nähe von Máguez. Bei sonnigem Wetter ging es so die kurze Strecke bis zur Kante des Famarakliffs und von diesem in Serpentinen herab. Unten angekommen war es ein fast flacher Weg bis zu einem Strand und von dort nicht weit entfernt zu alten Salzfeldern (Salinas del Rio). Hier wird kein Salz mehr gewonnen, die Felder selbst sind jedoch noch zu erkennen.

Von den Salzfeldern zurück war ich alleine an diesem Strand und genoss das Wetter und die Aussicht auf das Meer und die Nachbarinsel La Graciosa bei einer Rast.

Der Weg von hier zurück zum Parkplatz ist derselbe wie hierher.

Eine schöne Wanderung für den ersten Tag und danach ging es gemütlich zurück zum Hotel. Der Fischerort El Golfo, in dem das Hotel lag, konnte ich so noch bei Tageslicht erkunde, bevor es in eines der Restaurants zum Abendessen ging.


25. Dezember

Ausgeschlafen, geht es morgens zum Frühstück. Gut gesättigt geht es nach Femés, einem Bergdorf im Süden von Lanzarote. Hier beginnen einige Touren durch das Ajaches-Massiv. Eine davon war meine heutige. Angekommen in Femés fand sich direkt vor der Kirche ein Parkplatz. Die Tour startete hier und führte nach Westen in die Berge hoch. Wobei hoch, nur um die 100 Höhenmeter in diesem Fall bedeutete. Oben angekommen hat man einen weiten Blick in ein Tal bis zur Westküste. Durch Calima war dieser leicht eingeschränkt, aber immer noch sehr weit. Nun wurde aus dem breiten Weg, der auch Zufahrtsstraße zu den Stallungen hier oben ist, ein schmaler Wanderweg am Rand des Talendes entlang, sodass man immer in das Tal Valle de la Higuera hineinsehen konnte. Dieser Weg führt bis kurz vor den Pico de la Aceituna. An diesem Bergkegel ging es jedoch nicht hoch, sondern in einem Bogen rechts herum. Somit kam ich auf die andere Seite des Bergrückens und hatte jetzt eine Aussicht bis zur Süd- und Ostküste von Lanzarote.

Um den Berggipfel herum gelangte ich auf der anderen Seite wieder in das Tal. Nun ging es jedoch leicht bergab auf einem Sattel, nur um dann wieder etwas nach oben zu laufen. Der Pico Redondo war schon zu sehen und ab diesem Punkt war der Abstieg in das Tal. Auf der anderen Talseite ging es wieder hoch und zu einem Abstecher. Ein Aussichtspunkt auf dem Morro de la Loma. Vom Abstecher zurück führte der Weg in die Mitte des Tales Valle de la Higuera. Von unten ging es auf einem längeren Weg hoch zu der Stelle, an der ich das erste Mal das Tal erblickte. Die Stallungen waren eine deutliche Markierung zur Orientierung. Von hier folgte ich dem breiten Weg hinunter nach Femés zur Kirche und zum Ende dieser Tour.

Diese Wanderung wird im Wanderführer als extrem karg bezeichnet und das ist sie auch. Hier kann man abschalten und in einen meditativen Trott kommen, ohne von einer Vegetation abgelenkt zu werden.

Weiter ging es von hier mit dem Auto nach Mancha Blanca. Also nicht ganz. Vor dem Ort ist eine Straße in das Vulkangebiet, die zu einem Parkplatz führt. Auf dem Weg dorthin finden sich auch vorher schon einige kleine Buchten zum Parken. Ich hatte Glück und hatte einen Parkplatz am Ende gefunden. Fast dort, wo der Wanderweg beginnt.

Dieser Wanderweg führt zur Caldera Blanca. Dies ist ein Vulkankegel, der sich durch seine helle Farbe von der dunklen Vulkangegend abhebt. Zuerst läuft man recht lange auf einem Weg durch ein riesiges Lavafeld. Hier gibt es bis zum Montaneta Caldereta keine Abzweigung. Dort angekommen geht es einen Weg etwas den Berg herauf und nach links. In einem Bogen führt der Weg nun zum Fuß der Caldera Blanca. Hier ist Teils staubiger Boden vorhanden und gelegentlich kann man auch Pflanzen zu erblicken.

Vom Fuß der Caldera Blanca geht ein schmaler Weg nach oben an den Kraterrand und auf diesem um die Caldera. Kurz bevor die Caldera einmal komplett umrundet ist, führt ein Pfad an der Nordseite vom Kraterrand nach außen und unten. Unten angekommen ist es ein breiter, auch von Fahrtzeugen genutzter Weg. Zumindest waren Fahrspuren und Reifenabdrücke zu sehen. Eine halbe Stunde später gelangte ich an eine Kreuzung und von dieser auf demselben Weg wie am Anfang durch das Lavafeld zum Parkplatz zurück.

Ein Tag mit zwei Wanderungen durch karge und unwirklich erscheinende Gebiete neigte sich langsam dem Ende. Von Mancha Blanca fuhr ich am Rande des Timanfaya Nationalparks entlang Richtung El Golfo. Am Eingang des Nationalparkes machte ich allerdings einen kurzen Stopp, auch um mich nach Touren durch den Nationalpark zu informieren, da nur geführte Touren in diesem Gebiet erlaubt sind. Leider waren dies nur geführte Bustouren und auf die Enge eines Busses verspürte ich keine Lust aufgrund der Pandemie. So fuhr ich direkt zum Hotel weiter.

Nach dem Duschen und Umziehen ging es zum Essen. Heute jedoch nicht in El Golfo, sondern im nahe gelegenen La Hoya. Die Straße dazu führt durch ein Vulkangebiet und am Meer entlang. Nach La Hoya öffnet sich dann eine große Bucht, mit vielen Salzfeldern. Am nördlichen Ende ist das Restaurant Mirador de Las Salinas. Hier kann man gut Essen und dabei den Sonnenuntergang mit Blick über die Salzfelder genießen.

Der QR-Code im Restaurant war mir neu. Das ist der Zugang zur Speisekarte gewesen. Eine gute Idee, wie ich finde.


26. Dezember

Das heutige Frühstück im Hotel ließ ich ausfallen, wollte ich doch auf die kleine Nachbarinsel La Graciosa. Die Fähre dorthin geht in Órzola ab. Von El Golfo ist das am entgegengesetzten Ende von Lanzarote und daher der Grund für meinen frühen Aufbruch. Die Fahrt einmal quer über die Insel dauerte knapp eine Stunde und die letzten 20 Minuten wurde es doch tatsächlich zum Teil Grün.

In Órzola gibt es ein paar kostenpflichtige Parkplätze, der richtige war zum Glück schnell gefunden. Der Weg vom Parkplatz bis zur Fähre war nicht lang und die Abfahrt begann in Kürze. Bevor es auf die Fähre ging, wurde die Temperatur gemessen und jeder bekam einen Spritzer Desinfektionsmittel auf die Hand.

Auf La Graciosa kommt man im Hauptort der Insel an. Hier gibt es nur im Bereich um den Hafen feste Plätze und Straßen. Alle anderen Straßen sind fest gedrückte Sandwege. Soweit bin ich jedoch zuerst gar nicht gegangen. Von der Fähre lief ich nach Links. Am Rand des Hafens ist eine Panaderia, die sich großer Beliebtheit erfreute. Brav stellte ich mich an der Schlange an. Meine Wahl fiel auf etwas Süßes. Im Café nebenan bekam ich noch einen Kaffee und so frühstückte ich auf der Hafenmauer.

Die Wandertour geht vom Hafen an der Küste entlang in nördlicher Richtung. Zuerst durch eine breite Seitenstraße und am Ende dieser auf einem markierten Weg durch die Dünen, immer in Küstennähe. Sehr windig war es an diesem Morgen und der Windbreaker mit Kapuze leistete gute Dienste. Nach einiger Zeit endete das Dünengebiet und geht in eine schroffe Felsenküste über. Hier hieß es an einigen Stelle langsam und vorsichtig gehen, war doch der Weg an einer Klippe. Schmal und teilweise sogar abgebrochen Stellen hieß es zu überwinden. Nachdem dieses Stück hinter mir war stellte sich wieder eine Dünenlandschaft ein und eine Siedlung von Ferienhäusern kam näher.

Die Siedlung wurde über die einzige Straße durchquert und am Ende ging es nach Westen und nicht mehr direkt am Meer entlang. Die Strecke hier war anfangs durch ein flaches Feld mit vielen Steinen und ging dann über in ein sehr weitläufiges Dünengebiet. Dünen, so weit ich sehen konnte. Am nordwestlichen Wendepunkt der Tour ging es ab in die Dünen zu einem Aussichtspunkt (Château). Hier ist ein felsiger Einschnitt mit einer natürlichen Brücke, unter der sich die Wellen des Meeres brechen. Zeit für eine Pause im Sand.

Zurück auf dem Hauptweg, führt dieser nach Süden. Nach einiger Zeit wurde der Sand immer weniger und ging in eine rötliche Staubebene über. Am Horizont, immer näher kommend, war der Montana Bermeja zu sehen. Zuerst ging es um den Berg herum, um dann von der Südseite diesen hochzugehen. Wobei Hoch relativ ist – 152 Meter. Dennoch hat man von hier aus eine tolle Aussicht, da doch alles andere deutlich flacher ist. Auch das nächste Zwischenziel war schon auf dem Weg nach oben zu erkennen und von hier oben noch deutlich zu sehen. Der Strand Playa de las Conchas. Somit ging es wieder auf demselben Weg vom Berg herunter und zum Strand. Kurz vor dem Strand kommt man an einen kleinen Parkplatz. Für die, die nicht hierherlaufen möchten. Ich bin daran vorbei und zum Strand.

Ein ganz feiner und tiefer Sand erwartete mich am Strand. Das Laufen hier ist ein wenig anstrengend durch den feinen Sand. Nach einer Weile fand ich ein windgeschütztes Plätzchen für eine Rast. An Baden ist an diesem Strand nicht zu denken. Die Wellen sind wie an diesem Tag meist ausgeprägt und die Strömung würde einen sofort wegreisen.

Vom Strand ging es zuerst zum kleinen Parkplatz, an dem auch einige Jeeps standen, die mit Fahrer für Ausfahrten gemietet werden können. Ich bin dann die geschotterte Straße quer über die Insel zum Ausgangsort der Wanderung gelaufen. Dieser Streckenabschnitt ist gerade im Inselinneren sehr staubig und entsprechend wendete ich mich bei vorbeifahrenden Autos ab um nicht alles ins Gesicht zu bekommen.

In Caleta del Sebo angekommen ging es bis zum Hafen und damit zum Ende der Tour. In Hafennähe sucht ich mir ein Restaurant in einer Nebenstraße, um etwas zu essen. Anschließend ging es wieder zum Hafen und dort zum Café des frühen Vormittags für einen Cappuccino.

Die Fähre am späteren Nachmittag fuhr in einem Bogen nach Lanzarote, sodass ich das Famarakliff, an dem ich meine erste Wanderung hatte, in der Nachmittagssonne bestaunen konnte.

In Órzola hieß es dann zum Parkplatz laufen, um anschließend nach EL Golfo zum Hotel zu fahren.

Danach saß ich noch einige Zeit auf der Mauer zum Zimmer und las. Bzw. ich unterhielt mich mit einer Engländerin, die wagemutig in den Pool ist. Ihrer Aussage nach sehr frisch. 😅


27. Dezember

Heute gab es wieder ein leckeres und ausgedehntes Frühstück. 😀

Für heute stand eine Wanderung an, die mich wieder in den Norden führte. Wie schon an einem anderen Tag durchfuhr ich dabei eine Weinanbauregion, die hier so völlig anders aussieht. Jeder Weinstock ist in seiner eigenen Mulde, vor dem Wind geschützt.

Der Ausgangspunkt der Wanderung war in Urbanización Famara. Ein Ort am südlichen Ende des Famarakliffs. Hier parkte ich in einer Seitenstraße, am Ortsrand, an dem der Rundweg der Wanderung begann.

Zuerst ging es langsam in ein Tal und leicht bergauf. Je mehr ich mich dem Talende näherte, desto grüner wurde es. Der Wanderweg wurde nun stellenweise etwas steiler. Vereinzelt kamen mir andere Wanderer entgegen. Zurückschauend wurde der Ort immer kleiner und zu einem weißen Fleck in der Landschaft. Oben am Talende kam ich auf einen breiten Schotterweg. Diesem folgte ich ein kurzes Stück nach links und damit entgegen der Wanderroute, um zu einem Aussichtspunkt abzubiegen. Der Weg führte auf ein Plateau des Famarakliffs mit einer tollen Aussicht auf die Küste.

Zurück zum Schotterweg und nun diesen in die andere Richtung folgend führt der Weg mit Sicht in das Tal, das mich hierherführte. So ging es hier am höchsten Berggipfel vorbei, auf dem eine Radarkuppel ist und somit auch nicht zugänglich war. An ein paar Stellen kommt man an alten Höhlen vorbei, zu denen es Pfade gibt. Für mich ging es jedoch auf dem Hauptweg weiter bis zu einer Kapelle, der Ermita de las Nieves. An dieser Stelle hat man wieder eine schöne Aussicht und sie bot sich für eine Pause an.

An der Kapelle ging der Schotterweg in einen geteerten Weg über. Diesem folgte ich kurz, bis es wieder auf einen Schotterweg ging, weiter es bis zum Pico de Maramajo. Vom Weg her war der Pico, also der Berg nur eine leichte Erhebung. An der Seite des Pico de Maramajo folgte ich dem schmalen Wanderweg nach unten. Auf der Ebene unten angekommen gelangte ich zur Schotterstraße, die nach Urbanización Famara führt. Dort war es noch eine Seitenstraße bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Nach der Dusche im Hotel machte ich noch einen Ausflug mit dem Auto an der Küste von El Golfo nach Süden entlang. Hier und da sind Buchten, die von der Straße aus zugänglich sind und meist ist in deren Nähe auch eine Parkbucht.

Noch ein wenig weiter an La Hoya mit den Salzfeldern vorbei, gelangt man an eine große Ebene mit Parkplätzen. Von hier kann man zu einzelnen Buchten laufen, die natürliche Becken zum Baden bieten. Das wollte ich doch unbedingt machen und ja, das Wasser im Winter ist seeehr erfrischend. Immerhin kurz im Meer gewesen. Zurück zum Hotel dachte ich mir, die Badesachen sind schon nass und da kann ich ja den Pool noch testen. Brrr. Meerwasserpool – Das bezieht sich auf das Wasser, aber auch auf die Temperatur. Die Engländer bekamen das vom Balkon oberhalb des Pools mit und fragten schelmisch, ob es kalt ist. 😅 Ja, aber einmal drinnen gewesen. Nun schnell unter die warme Dusche.

Für das Abendessen nahm ich den kurzen Weg auf die gegenüberliegende Straßenseite zum Restaurants Costa Azul.


28. Dezember

Ein neuer Tag und wieder ein sehr leckeres und üppiges Frühstück. 😀

Es folgte wieder eine Fahrt in den nördlichen Teil der Insel. Ein Rundweg, ausgehend von Haría. Angekündigt mit der Beschreibung „Tal der tausend Palmen“ stellte ich mir diese Tour relativ grün vor. Wo so viele Palmen sein sollen, muss doch Wasser sein und der Rest auch grün!

In Haría fand sich in der Nähe des Ausgangspunktes der Wandertour ein Parkplatz. Es ging aber nicht direkt auf die Wanderung, denn ich war in Haría an einem Platz vorbeigefahren und hatte dort eine Weihnachtsgeschichte gesehen. Das wollte ich mir zuerst genauer ansehen. Ob man nun an Weihnachten im religiösen Sinne glaubt oder nicht, die hier gestaltete Geschichte mit Elementen der Insel wie Lava und Gebäude ist auf alle Fälle sehr schön gemacht.

Nun ging es los auf die Wanderung. Zuerst durch mehrere Gassen. Hier und da waren die kargen Bäume oder auch Kakteen weihnachtlich geschmückt. Am Ortsrand wurde die Gasse zu einem Schotterweg, der langsam nach oben zum Famarakliff führte. Ab dem Ortsrand kam ich an mehreren bewirtschafteten Feldern vorbei, die die Gegend tatsächlich etwas grün erscheinen ließen. Mit der Sonne in Laufrichtung jedoch ein wenig blass. Zurück geschaut nach Haría, mit der Sonne im Rücken war es schon wesentlich grüner. Der Weg machte an einer Mauer, direkt am Kliff, eine Kehre. Im Grunde bin ich hier einem Tal zu seinem hohen Ende gelaufen und jetzt auf der anderen Seite wieder zurück. Jedoch nicht ohne vorher noch einen Blick von der Mauer über das Kliff auf das Meer zu erhaschen. Etwas trübte Calima die Weitsicht, dennoch toll. Weiter führte der Weg raus aus dem Tal und parallel zur Küste nach Süden. An einer markierten Stelle hieß es dann den breiten, festen Weg verlassen und einer Schlucht nach oben folgen. Hier war ein wenig klettern über große Felsen und suchen eines Weges angesagt. Dieser Pfad scheint nicht so oft genutzt zu werden. Oben angekommen geht es auf einem gepflasterten Weg weiter nach Süden zum Mirador del Bosquecillo. Ein großer Platz mit vielen Sitzmöglichkeiten. Auch Grillstellen und ein kleiner Spielplatz befinden sich hier. Die Aussicht von der Kante ist wieder atemberaubend.

Der Weg von diesem Aussichtspunkt zurück nach Haría ging zuerst auf einem gepflasterten Weg. Dann verließ ich diesen und folgte einem staubigen Pfad durch einen ausgetrockneten Flusslauf – Barranco de Elvira Sánchez. Auf diesem Abschnitt säumten sehr viele Kakteen den Weg.

In Haría angekommen, lief ich wieder durch einige Gassen zurück zum Ausgangspunkt. In der Nähe ist ein Platz mit einigen Cafés und Restaurants. Dort gönnte ich mir vor der Heimfahrt noch einen Kaffee.

Zum Abendessen wählte ich wieder das Restaurant Mirador de Las Salinas, mit einem vorherigen Spaziergang dort und dem Besuch des „Werksverkaufs“ der Salzgewinnung.


29. Dezember

Die Sonne grüßte und während des Frühstücks kam ich wie an ein paar anderen Tagen mit weiteren Gästen ins Gespräch. Das Frühstück fiel heute etwas gemächlicher aus. Der Grund dafür war ein Besuch eines Geschäftes in Yaiza, das nur an wenigen Tagen und dann auch nur zwischen 10:00 und 14:00 Uhr geöffnet hat.

In Yaiza war das Geschäft schnell gefunden. Ein wenig unscheinbar von außen, aber nicht so verwunderlich. MAMA PEPA Jabonería artesanal war mein Ziel, bin ich doch Seifenfan und nutze diese seit einiger Zeit ausschließlich und kam somit von Duschgels weg. Mama Pepa gehört zu denen, die ihre Seifen selbst herstellen. Kurse werden ebenso angeboten und mit der Besitzerin hatte ich mich gut unterhalten. Im großen Innenraum, in dem die Kurse abgehalten werden, kann man durch ein großes Fenster in einen weiteren Raum sehen und dort bei der Herstellung, Verpackung usw. zusehen. Eigene Seifenherstellung ist bei Mama Pepa immer auch mit lokalen Zutaten verbunden. Mit Salz, Vulkanasche, Kamelmilch oder Kaktussaft. Einige Seifen haben mir zugesagt und wurden gekauft.

Nach dem erfolgreichen shoppen ging es nach Mancha Blanca. Dabei fuhr ich wieder die Landstraße wie an einem vorherigen Tag, die durch Weinfelder führt. Kurz vor Mancha Blanca bog ich auf einen Parkplatz ab.

Hier war der Anfangs- und Endpunkt einer fast flachen Tour durch ein Vulkangebiet mit viel Vulkangestein und einigen Vulkankegeln. Mit anderen Worten – Schatten Fehlanzeige! Zu Beginn ist der Weg breit und die Umgebung mit grobem Vulkangestein bedeckt. Um die Vulkankegel führte der Weg öfter durch feinen Vulkansand und die Kegel zeigten sich in verschiedenen Farben, je nach Sonnenstand.

Nach der Tour fuhr ich zuerst eines der Weingüter an, die an der Straße durch die Weinfelder liegen um etwas zu Trinken und zu Essen. Anschließend ging es zum Hotel.

Es war noch viel zu früh für das Abendessen und so entschloss ich mich zuerst vom Hotel zum Aussichtspunkt mit Blick auf den Lago Verde zu laufen und danach noch einen Spaziergang durch El Golfo anzuhängen. Am Ortende stoppte ich nicht, sondern lief noch etwas weiter. Die ganze Zeit die Brandung und den Sonnenuntergang im Blick.

Dann aber ging es tatsächlich zum letzten Abendessen und wieder in das Restaurant Costa Azul.


30. Dezember

Mit einem ausgiebigen Frühstück begann ich den Tag. Danach folgte das Packen der Tasche und dem anschließenden Zahlen der Unterkunft. Nachdem das Zimmer bezahlt war, gab es sogar noch eine Jutetasche mit Aufschrift des Hotelito del Golfo zur Abreise.

Der Heimflug war für den späten Nachmittag angesetzt und somit noch genügend Zeit für einen Ausflug in die alte Hauptstadt Teguise. Hier schlenderte ich durch den Ort, der am morgen noch verschlafen wirkte. Um die Mittagszeit kehrte ich in ein Restaurant in der Nähe der Kirche ein. Den Abschluss des Essens bildete ein Espresso.

Nur war es Zeit nach Arrecife zum Flughafen zu fahren. Kurz vor dem Flughafen tankte ich das Auto voll und am Flughafen war die Abgabe damit nur noch eine Formsache mit der Übergabe des Schlüssels.

Vor dem Abflug hieß es noch, sich auf einreiseanmeldung.de anzumelden.
Der Flug von Arrecife nach Frankfurt verlief planmäßig. Mit dem Gepäck bin ich ohne weitere Kontrolle zum Regionalbahnhof im Flughafen gelaufen. Von dort mit der S-Bahn nach Frankfurt und mit dem Auto nach Hause. Den letzten Zug nach Hause hätte ich tatsächlich nicht mehr erreicht und daher war ich froh, dass das Auto in Frankfurt stand. Um kurz vor 24:00 Uhr fiel ich nach dem langen Tag ins Bett.


Resümee

Vor dem Urlaub stellten sich viele Fragezeichen ein, war es doch der erste Urlaub in der Pandemie mit Flug. Kaum angekommen auf Lanzarote war alles relaxt und das Urlaubsgefühl stellte sich schnell ein. Auch die Wahl des Hotelito del Golfo hat sich als sehr gut herausgestellt.

Die große Restaurantauswahl in El Golfo indes war zwar eingeschränkt, da einige Restaurants geschlossen hatten. Genügend Auswahl war dennoch vorhanden. El Golfo ist ein beliebtes Ausflugsziel auf Lanzarote, aber tagsüber war ich auf der Insel unterwegs und morgens bzw. Abends ist es ruhig gewesen. An der Westküste gelegen, gab es immer schöne Sonnenuntergänge und selbst danach war es noch warm genug um im Freien sitzen zu können.

Von den Regelungen aufgrund der Pandemie war nur wenig zu bemerken. Klar, die üblichen Desinfektionsspender waren an allen Eingängen, aber mehr auch nicht wirklich. Eine Maske war nur selten nötig. Einzig eine paar Örtlichkeiten wie den Timanfaya Naturpark, den Kaktusgarten oder die Lavagrotten Jameos del Agua habe ich um Menschenmengen zu vermeiden nicht besucht. Beim nächsten Urlaub werde ich dies sicherlich nachholen.


Karte mit den Touren


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Spanien – Fuerteventura – Dezember 2021

Der Winter naht. Im Rhein-Main-Gebiet seit Jahren ein Zeichen für dunkles und graues, nasses und kaltes Wetter. Zuhause Trübsal blasen und sich dem Winterblues hingeben mag manchen gefallen, mir nicht und so nehme ich mir seit einigen Jahren eine Auszeit kurz vor Jahresende.

Mir war mehr nach Wärme und daher suchte ich wie in den Jahren zuvor ein Ziel im Süden das dies versprach, ohne all zu weit weg zu sein. Im vorhergehenden Jahr war es Lanzarote und so entschied ich mich für Dezember 2021 für Fuerteventura. Beide Inseln warten mit einer großen Kargheit auf. Nicht jedermanns Sache aber durchaus ein Kontrast wenn man ansonsten im Jahr im Grünen unterwegs war.

Nach dem Kauf des gerade erst aktualisierten Wanderführers stellte ich fest, dass es vielleicht besser ist zweimal nach Fuerteventura zu kommen um von der Unterkunft nicht zu lange Fahrten zu den Wandertouren haben. Für die Ruhe und auch mit Blick auf die Pandemie entschied ich mich für eine kleine Unterkunft. Zwei Rurals, alte umgebaute Gebäude hatte ich entdeckt. Eines im Süden kurz vor der Halbinsel Janida und eines im Norden. Zum Zeitpunkt der Buchung war das Rural im Süden jedoch bereits ausgebucht und so buchte ich eine Woche im Hotel Rural Mahoh. Das Video auf der Webseite des Hotels versprach ein schönes Ambiente und mit wenigen Zimmer. Genau das was ich suchte. Einen Mietwagen buchte ich kurz danach, was wohl im Nachhinein eine gute Idee war. Die meisten Mietwagenunternehmen hatten auf den Kanaren ihre Flotte verkleinert und nun, da wieder mehr Urlauber kommen das Problem ihre Flotten zu vergrößern.


23. Dezember

Endlich war der Tag der Abreise gekommen. Der Flug war für den frühen Vormittag geplant und so hieß es sehr früh aufstehen, mit dem Auto nach Frankfurt fahren und von dort mit der S-Bahn zum Flughafen. Praktisch, wenn der Firmenparkplatz groß genug ist und rund um die Uhr ein Pförtner vor Ort ist.

Den Check-In hatte ich bereits am Vortag getätigt. Wie im November bei der Reise nach Madeira war es bei einer Reise nach Spanien ebenfalls Pflicht sich beim dortigen Gesundheitsamt anzumelden. Für die Anmeldung wird eine Sitzplatznummer benötigt und ohne diese gibt es keinen QR-Code, der für die Einreise nötig ist. Somit war man gezwungen, Online einzuchecken, da der QR-Code für die Gepäckabgabe vorzulegen war.

Somit brauchte ich nur noch mein Gepäck beim Drop-In abzugeben. Eigentlich! Die Schlange vor dem Schalter war etwas länger und ein paar haben wohl auch mit dem Angestellten am Schalter diskutiert. Jedenfalls ging es sehr, sehr langsam voran. So langsam, dass die für den Flug nach Fuerteventura bereits vom Personal an den Schaltern für Check-In und Drop-In aufgerufen wurden. Nach langer Wartezeit konnte ich dann mein Gepäck abgeben. Dabei wurde dann auch der QR-Code geprüft. Nun war es schon so spät, dass der Weg zum Gate so schnell wie möglich erfolgen sollte. Getan und an einer Stelle falsch abgebogen. 😕 Dadurch kam ich in eine Passkontrolle und noch einer weiteren. Ein Mitarbeiter des Flughafens war sehr hilfsbereit und schaute, ob ein boarden noch möglich war. Leider Fehlanzeige. 😡 Er sagte mir dann auch, dass es öfter vorkommt, dass Flüge aufgrund einer nicht ganz deutlichen Wegmarkierung verpassen werden. Er hat mir aber auch gleich den Tipp für einen Flug einer anderen Fluggesellschaft gegeben, die noch an diesem Vormittag fliegen sollte.

Somit bin ich erst einmal zurück zu Condor und habe dort erfahren, dass ich neu buchen müßte und der nächste Flug am Folgetag sein wird. Alternativ könnte das Gepäck umgeroutet werden. Daher habe ich mich in eine ruhige Ecke begeben und dort nach weiteren Flügen gesucht und den Flug von Eurowings zwei Stunden später gleich gebucht. Mit der Flugnummer konnte dann das Gepäck umgeroutet werden. Nächster Schritt war direkt zum Expressschalter von Eurowings zu gehen. Hier waren nur zwei weitere Personen vor mir und das Einchecken ging schnell, da ich ja kein Gepäck zum Aufgeben mehr hatte. Nun direkt zum Gate….. Dort angekommen hatte ich noch reichlich Zeit und bin ein kleines Stück den Weg zurück um mir einen Latte Macchiato und ein Croissant zu holen. Damit dann wieder zum Gate und gefrühstückt. So langsam beruhigte sich mein Puls wieder.

Am Gate nebenan war bereits der Flug nach Madeira ausgewiesen. Da war ich doch erst einen Monat vorher. 😀

Eine Ansage verkündete, dass sich das Boarding etwas verzögern wird, da es Probleme beim Tanken gab. Auf die 10 Minuten kam es mir nun auch nicht mehr drauf an. Obwohl der Check-In so spät war, hatte ich einen Platz am Notausgang bekommen. Für mich sehr angenehm, mit der größeren Freiheit dort. Wir rollten zur Startbahn und standen dann im Stau an der Stelle, an der die Flugzeuge gegen eine Vereisung besprüht wurden. Es wurde mitgeteilt, dass es eine allgemeine Verschiebung einiger Abflüge gab und es daher nicht gleich losgeht. Somit hatten wir letztlich rund 45 Minuten später wie geplant abgehoben. Hier darf ich Eurowings dennoch loben, die Begleiter und der Pilot waren immer freundlich und haben uns regelmäßig auf dem Laufenden gehalten. Es gab sogar eine Ansage beim Überfliegen der Alpen und welche Berge man gerade sehen kann!

In Fuerteventura angekommen hieß es den Weg zu den Gepäckbändern nehmen. Kurz vorher an einer Tür wurde kontrolliert, ob der QR-Code für die Einreise vorhanden ist. Ein paar Meter weiter ist man durch eine Schranke gelaufen, die die Temperatur misst und noch ein paar Meter weiter wurde der QR-Code inhaltlich geprüft. Dass dieser sich bei mir auf einen anderen Flug an diesem Tag bezog, war aber kein Problem. Nun zum Gepäckband und warten … warten … und warten. Ein paar andere und ich hatte vergeblich gewartet. Die Ground Force war daher unsere Anlaufstelle. Eine Gruppe aus fünf Personen von Oslo kommend hatte zuerst ihre Daten angegeben. Danach ich. Uns wurde mitgeteilt, dass nach dem Gepäck geforscht wird und es dann vermutlich am nächsten Tag zum Hotel gebracht wird. Auf dem Weg Richtung Ausgang ging die Dame von der Ground Force mit mir, da sie ebenfalls fast bis zum Ausgang musste. Wir gingen an einigen Gepäckbändern vorbei und auf einem, der nicht zu meinem Flug gehörte, lag eine orange Tasche. Mooooment! Schon auf dem Weg zur Tasche erkannte ich, dass es sich tatsächlich um meine handelte. Juhu. 😀 Die Dame von der Ground Force konnte somit das Formular direkt wieder entsorgen. Scheinbar wird das Gepäck auf einem Flug durchaus mitgenommen, auch wenn man selbst nicht im Flugzeug sitzt.

Das Mietwagenunternehmen hatte ich bereits in Frankfurt per e-mail informiert, dass ich später komme. Sie schrieben, dass sie die Info an das lokale Büro weitergeben. Mit dieser Info bin ich mit meinem Gepäck zur Mietwagenausgabe. Dort noch die üblichen Formalitäten wie Ausweis und Führerschein vorgelegt und dann den kurzen Weg zum Mietwagen genommen. Es war ein Opel Corsa mit Automatik. Im Gegensatz zu den Färöern hat diesmal die Buchung eines Kleinwagens auch tatsächlich zu einem Kleinwagen geführt. Auf Inseln sind mir die lieber, da dort mit engen Straßen zu rechnen ist und ein fremdes kleines Auto angenehmer ist.

Die anschließende Fahrt zum Hotel war unkompliziert. Am Hotel angekommen, war zunächst keine Rezeption, sondern nur der Eingang zum Restaurant zu erkennen. Ok, dort hinein. Wie sich herausstellte, ist die Rezeption ein kleiner Raum im Restaurant. Auch hier waren die Formalitäten schnell erledigt und ich wurde zu meinem Zimmer geführt. Zimmer Nummer 1 – Bayuyo.

Da es schon später Nachmittag war haben ich außer auspacken und Einkaufen im gegenüberliegenden Supermarkt nicht viel unternommen. Für das Abendessen hatte ich mich bereits beim Einchecken angemeldet. Nach dem reichlichen Abendessen ging es dann ins Bett. War ein langer und erlebnisreicher Tag.


24. Dezember

Der frühe morgen grüßte mit den ersten Sonnenstrahlen und um 8:00 Uhr war im Frühstücksbereich noch nichts los. Der Frühstücksbereich ist im hinteren Restaurant und im Freien. Für die kleine Anzahl an Gästen gibt es ein Frühstücksbuffet mit genug Auswahl für jede Geschmacksrichtung. Den Kaffee oder eine Kaffeevariation gibt es Immer frisch gemacht an einer großen Maschine mit gutem Kaffee.

Für den ersten Tag hatte ich mir die Tour auf der Nachbarinsel Isla Lobos vorgenommen. Die Fähre dorthin geht nur bei ruhiger See und so hätte ich dann noch einen weiteren Versuch in diesem Urlaub.

Die Anzahl der Personen auf Isla Lobos ist begrenzt, weshalb man sich zuvor selbst oder aber mit dem Fährticket dazu registrieren muss. Ich hatte das bereits am Abend zuvor selbst vorgenommen. Die Anmeldung ist im übrigen kostenfrei.

Nach dem Frühstück folgte somit die Fahrt nach Corralejo, im Nord-Osten von Fuerteventura. In der Nähe des Hafens gibt es einige Straßen mit Parkstreifen. Dort ist eigentlich immer was frei. Der Weg von dort, wo ich das Auto parkte, bis zum Hafen war kurz und direkt am Anfang des Hafens erblickte ich auch schon den kleinen Stand, an dem man die Fährtickets kaufen kann. Tja, die freundlich Frau sagte mir jedoch, dass heute und an den folgenden zwei Tagen aufgrund des Wellenganges keine Fähre gehen wird. Hm. Also Plan B.

Plan B war die für den nächsten Tag geplant Tour zu nehmen. Gedacht war diese mit einer Änderung als Rundtour ab Lajares im nördlichen Inselinneren. Da ich nun schon in Corralejo war, konnte ich diese auch so gehen wie sie vorgeschlagen wird, von Lajares nach Corralejo. Der Abfahrtspunkt des Busses, um nach Lajares zu kommen, liegt am anderen Ende der Stadt vom Hafen aus gesehen. So weit ist es dann allerdings auch nicht. Also los, durch die noch ruhige Stadt zur Bushaltestelle. Die Buslinie beginnt hier und so war der Bus noch leer. Während der Fahrt kamen auch nicht sehr viel weitere Fahrgäste hinzu, sodass genügend Platz war. Auch wenn man dem Busfahrer sagt, wo man hin möchte, hat das scheinbar nur Auswirkung auf den Preis. Er merkt sich wohl nichts und man muss auf alle Fälle rechtzeitig signalisieren, wenn man an der nächsten Haltestelle heraus möchte. Nicht so einfach, wenn man die Haltestellen nicht kennt. Auf der Fahrt kam ich sogar an meinem Hotel vorbei. In Lajares ging es in den Ort und am Ende über den Kreisel zurück. Mein Signal wurde nicht gleich erkannt und zum Glück hatten Fahrgäste in der Nähe des Fahrers diesen darauf aufmerksam gemacht, dass ich aussteigen möchte. So hielt er, etwas stärker bremsend am Ortsausgang hinter der Bushaltestelle und ließ mich raus.

Jetzt hatte ich ein zusätzliches Ortstürchen vor mir, den die Wanderung beginnt am anderen Ende. Auf dem Weg dorthin war deutlich zu erkennen, was in den Beschreibungen zu Lajares steht. Ein Surfer Ort. Mehrere kleine Restaurants, Cafés und Verkaufs- bzw. Reparaturläden für Surfer.

Am Ortsende ist ein kleiner Parkplatz, von dem der Wanderweg losgeht. Ziemlich breit und gefühlt eine Wanderautobahn. Die meisten gehen jedoch nur bis zum ersten oder zweiten Vulkankegel, danach wird es deutlich einsamer. Auf diesem Weg ist mir morgens auch eine Kamelkarawane entgegengekommen.

Am ersten Vulkankegel ging es vorbei und am zweiten Vulkankrater hoch auf eine Aussichtsplattform. Der Krater hat eine beachtliche Größe und andere Wanderer in der Ferne am Kraterrand sehen von hier aus wie winzige Ameisen. Weiter führt der Weg wieder vom Kraterrand herunter und Richtung Norden. Eine Zeitlang geht es über einen geschotterten und selten befahrenen Weg. Hier und da sind einsame Gebäude oder Gehöfte zu sehen. Der Abzweig zum Gipfel des Bayuyo ist etwas undeutlich. Von dort kommende Wanderer machten es mir allerdings einfacher, den Einstieg zu erkennen. Hier geht es durch eine Gerölllandschaft langsam nach oben bis auf den flachen Gipfel des Bayuyo von dem aus man eine gute Sicht auf Corralejo und die dahinter liegende Isla Lobos hat. Auch in der anderen Richtung kann man sehr weit über Fuerteventura sehen. Ein guter Punkt für eine Rast, zumal ich alleine war. Ähm, nicht lange. Da kam ein Trio, angeführt von einer farblich deutlich herausstechenden Person. Wie sie näher kamen, stellte er sich als Capitan Canarias vor. (Er kann für Touren gebucht werden.) Wickie hat es sich nicht nehmen lassen und wollte unbedingt ein Bild mit ihm. Klar, kein Problem. 😊

Der weitere Weg verlief ein Stück am Kamm entlang und dann bergab, um über eine große Schleife nach Corralejo zu führen. Die letzten Kilometer vor Corralejo wird der Weg eher uninteressant und geht am Ende die Hauptstraße entlang bis zur Bushaltestelle vom Anfang.

Noch früh am Tag entschloß ich mich noch einmal nach Lajares zu fahren, hatte ich dort doch eine Panaderia gesehen die auch gut bewertet ist. Es gab etwas Süßes und einen Latte Maccichato.

Wenn schon auf einer Insel sollte doch ein kurzer Abstecher zum Meer nicht fehlen. So ging es dann weiter nach El Cotillo. Ein Surferörtchen direkt am Meer mit größeren Stränden. Den Strand, den ich mir ausgesucht hatte, war und ist wohl sehr beliebt und daher waren viele dort. Ein wenig dort umhergelaufen, der Brandung zugeschaut und kurz mit den Beinen im Wasser gewesen war es ein entspannter Abschluss des Tages.

Für das Abendessen dachte ich mir wieder in das Restaurant, welches zum Hotel gehört zu gehen. Dort angekommen fragte ich nach einem Tisch für später, da es gerade voll war und um vorher Duschen zu können. Es gab nur keinen mehr, denn es war Weihnachten und so wurde mir gesagt das um 18:00 Uhr geschlossen wird, damit alle bei Ihren Familien den Abend verbringen können. Mit ein paar anderen Zimmern teilte ich mir eine Innenhofecke, in der ein Tisch mit Stühlen war. So kam ich auf die Idee zu fragen, ob ich etwas für dort haben könnte. Das ging und die Entscheidung für das Kaninchen war schnell gefallen. Nun führte mein Weg zu meinem Zimmer und einer schnellen Dusche. Kaum fertig, kam auch schon mein Essen. 😀


25. Dezember

Mein Teller vom Abendessen stand immer noch auf dem Tisch. Daher nahm ich diesen mit zum Frühstücksbereich, um ihn dort abzugeben. Das Frühstück war auch an diesem Tag wieder mit der aufgehenden Sonne verbunden.

Betancuria, die alte Hauptstadt, war der Ausgangspunkt der Tour für diesen Tag. Auf der Fahrt dorthin kam ich an einer Molina vorbei und hatte dort gehalten, um ein paar Bilder zu machen. Auf Fuerteventura gibt es zwei Arten von Mühlen, Molinas und Molinos. Also weibliche und männliche. Die Molinas sind flache Gebäude mit einem Windrad darauf und zeichnen sich durch eine höhere Mahlleistung aus. Die Molinos hingegen sind runde Türme, an deren Dach das Windrad befestigt ist. Bei den Molinos kann das Windrad mit Dach gedreht werden.

Weiter der Straße entlang bis zu einem Pass und kurz zuvor an einer Kreuzung nahm ich die Gelegenheit wahr zu einem Aussichtspunkt abzubiegen. Vom Morro de la Cruz hat man eine tolle Aussicht über weite Teile Fuerteventuras und früh morgens noch genügend Ruhe.

Die weitere Straße bis Betancuria war wie zum Pass hoch kurvig und wäre bestimmt spaßiger mit meinem MINI gewesen. An das Schwanken des Mietwagens musste ich mich noch gewöhnen. Der Parkplatz ist am südlichen Ortsrand von Betancuria. Ein schmaler Weg führt in die Ortsmitte, von hier aus und war mein Start der Wanderung. Es ging jedoch nicht in die Ortsmitte, sondern vorher ab in eine Seitenstraße, über die Hauptstraße und dann eine Straße den Berg hoch welche in einen Schotterweg überging. So führte der Weg das Tal bis zum Ende und dort auf einen Pass. Ziemlich windig war es hier und der nächste Abschnitt am Bergkamm hoch zum Gipfel war stürmisch. Am Pass und hier oben auf dem Gipfel hat man eine tolle Aussicht auf die Betancuria Berge. Der Weg auf der anderen Seite herunter war zumindest etwas geschützt. Am tiefsten Punkt, bevor es zum nächsten Gipfel hoch geht führt mich der Weg jedoch in das nächste Tal hinab. Hier sollte der einzige Wald Fuerteventuras sein. Sollte. Was ich sah, waren fast ausgetrocknete Bäume mit großen Abständen. Geregnet hat es hier wohl schon länger nicht mehr!

Der Weg senkt sich in das Tal herab zu einem großen Waldpicknickplatz. Aufgrund der Pandemie ist dieser geschlossen gewesen und war leer. Für mich jedoch ein guter Platz für eine Pause. Um den Picknickplatz sind die Bäume dann auch tatsächlich grün. 😊

Der Wanderweg führt von hier nicht die Schotterpiste vom Picknickplatz zur Landstraße entlang, sondern auf einem kleinen Pfad oberhalb, sodass man letztlich in das nächste Tal gelangt. Hier dann runter und auf einem festen Weg bis zur Landstraße. Im Gegensatz zum Wanderführer bin ich jedoch nicht nach Vega de Rio Palmas, sondern zurück nach Betancuria gelaufen. Eine alte sandig-staubige, geschotterte Piste führt dem Barranco (Flußbett) entlang und ende kurz vor dem Parkplatz an der Landstraße. Das Auto und damit das Ende der Tour waren kurz danach erreicht.

Die anschließende Fahrt bis nach Vega de las Palmas war kurz. Im Ort war es noch eine längere kleine Straße bis fast zum Ende. Dort liegt das Casa Naturaleza. Ein Restaurant mit einem grünen Garten und einem Teich. Kontrastreicher könnte es fast nicht gehen.

Nicht weit entfernt, gerade einmal ein paar Häuser weiter ist der Ortsrand und der Anfangspunkt der nächsten kurzen Tour zur Wallfahrtskapelle „Der Jungfrau de la Pena“. Breit und eben ist der Weg die meiste Zeit entlang des Barranco bis zu einem Stausee. Wobei Stausee nicht so wirklich zutrifft. Was sich mir bot, war eine größere ausgetrocknete Fläche, an deren Ende eine Staumauer zu sehen war. Angekommen an der Staumauer, änderte sich die Tour schlagartig. Die Staumauer war von der anderen Seite sehr hoch und so hieß es nun in Serpentinen nach unten gehen in eine Schlucht. Nicht ganz bis zum Boden, da dort tatsächlich ein Bach mit Wasser war. So ging es einige Zeit an der rechten Seite der Schlucht entlang und die Wallfahrtskapelle mit ihrem strahlenden Weiß war immer wieder zu erblicken. Kurz vor der Wallfahrtskapelle führt ein nicht so deutlicher Weg hinab zu ihr.

Viele dieser schwarzen Gesellen sind hier anzutreffen und zum Teil gar nicht so scheu.

Zurück auf dem Weg führte er mich bis an den Anfang der Schlucht und dort über einen Bogen hinab, fast bis zur Straße. Kurz vor der Straße geht ein Weg ab, der über den Bachlauf zum Weg auf der anderen Seite geht. Einzig der Beginn des Weges ist nicht wirklich gut zu erkennen. Dank Karte und GPS konnte ich dann die ersten Meter erahnen. Diese gegangen, war der weitere Weg dann erkennbar.

Auf der anderen Bachseite geht der Weg Mitten durch die Schlucht hoch zur Wallfahrtskapelle. Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig. Der Weg hierhoch ist nicht markiert und geht über große Felsblöcke. Eine willkommene Abwechslung. An der Wallfahrtskapelle angekommen ist der bekannte Weg der, der zum Ausgangspunkt der Wanderung zu nehmen ist.

Auf der Fahrt zum Hotel erblickte ich oberhalb von Villaverde zwei Molinos und da es noch hell war habe ich vom Hotel einen Spaziergang dorthin unternommen. Zurück am Hotel kam ich auf die Idee den Pool noch zu testen. Brrrr. Also nur kurz rein, ein paar Züge und wieder raus. Die letzten Sonnenstrahlen begleiteten mich zum Zimmer und dann mit Kamera kurz wieder zurück.

Da ich Mittags schon warm gegessen hatte und keinen so großen Hunger hatte, entschied ich mich für einen Salat mit Shrimps und Mango. Lecker. 😀

Nach dem Abendessen machte ich noch einen kleinen Spaziergang durch Villaverde. Die Gebäude im Ort liegen sehr verstreut und im Dunkeln kommt man leider nicht weit. Es gibt nur gelegentlich Bürgersteige und mit Straßenlaternen haben dies es dort auch nicht so sehr. Es war somit kein besonders langer Spaziergang.


26. Dezember

An diesem Morgen traute sich die Sonne nicht so recht durch die Wolkendecke zu schauen. Das Frühstück schmeckte dennoch. 😊 Während des Frühstücks informierte ich mich über das Wetter an der Westküste. Ich war auf einer Insel und mindestens eine Küstenwanderung sollte schon sein, finde ich. Die Wettervorhersage sah ganz gut für die Westküste aus und so entschied ich mich nach Puertito de los Molinos zu fahren.

Auf dem Weg wurde es teilweise noch bewölkter und ganz leichter Nieselregen stellte sich ein. Am Hafenörtchen war immerhin schon blauer Himmel über dem Meer zu sehen und die Sonne zeigte sich. Am Ortsanfang gibt es einen großen Schotterparkplatz, von dem ich startete. Der Wanderweg zweigt noch vor dem ersten Gebäude nach rechts ab. Dieser breite Schotterweg führt einen hoch über das Dörfchen und auf die Ebene darüber.

Ab hier geht der Weg immer entlang der Steilküste. Oft auf einem Weg, der von Autos genutzt wird. An einer Stelle parkte auch eines und zwei Personen waren am Angeln. Die Brandung zeigte heute ein tolles Schauspiel in jeder neuen Bucht 😀, während die Sonne immer stärker wurde. Mein Ziel war eine Bucht mit Sandstrand – Playa de Jarubio.

Die letzten Meter von der Hochebene hinunter zum Strand sind nicht so einfach zu finden, aber unmöglich nun auch wieder nicht. Am Strand war ich nicht alleine. Es gibt einen ausgewaschenen Weg über die Hochebene, über den ein paar Personen mit zwei Autos hierher gefunden hatten. Dennoch war es hier sehr ruhig. So konnte ich meinen Rucksack und die Schuhe am einen Ende lassen und den Strand im Wasser barfuß einmal hoch und runter laufen.

Nach einem Snack ging es dann denselben Weg wieder zurück. Eines der ersten Gebäude des Fischerörtchens ist ein Restaurant, welches ich für das Mittagessen ansteuerte. Hier hat man von der großen Terrasse aus eine super Aussicht auf das Meer. Die Küche ist einfach, aber lecker.

Nun folgte eine Fahrt in ein südlicheres Küstenörtchen. Playa de Valle. Dies ist eher eine Ansammlung von ein paar Gebäuden als ein eigener Ort. Am Kieselstrand sind ganz vorne zwei Gebäude und genau dazwischen ist ein kleiner Weg nach oben um auch hier wieder oben an der Steilküste entlangzulaufen. Zuvor jedoch ging ich noch direkt auf die Felsen an der Küste, um der Brandung zuzuschauen.

Auf diesem Wanderweg galt es jedoch mehrere Einschnitte zu umgehen bzw. große zu durchqueren. Bei den Durchquerungen der Einschnitte hat man oft die Möglichkeit bis ans Meer zu kommen. Dadurch gestaltete sich diese Tour deutlich anstrengender – auch da hier der Weg meist nicht klar erkennbar war. Diese Wanderung war wie die Erste an diesem Tag ein hin und wieder zurück Weg.

Auch an diesem Tag gab es Abends wieder einen leckeren Salat.


27. Dezember

Der Tag begrüßte mich mit Sonnenstrahlen. Es war in Villaverde schon viel freundlicher, als am Morgen zuvor. Während des Frühstücks schrieb ich eine E-Mail an das Fährunternehmen, um zu erfahren, ob die Fähre nach Isla Lobos heute fährt. Noch während des Frühstücks kam die Antwort – Ja. 😊 Somit war klar, wo die heutige Wanderung sein wird.

Den Weg nach Corralejo kannte ich bereits vom ersten Tag und es fand sich fast an derselben Stelle ein Parkplatz. Die Anmeldung für die Insel hatte ich bereits beim Frühstück erledigt und so benötigte ich nur noch die Fährkarte, welche ich diesmal am Tickethäuschen am Hafenrand tatsächlich bekam. Die Fähre ist von dort schnell erreicht. Bei strahlendem Wetter konnten wir so die Fahrt nach Isla Lobos genießen.

Die Anlegestelle auf der Insel ist ein betonierter hoher Klotz mit zwei Treppen an den Seiten. Zum Meer ist diese Stelle offen und mir war nun klar, warum die Fähre bei stärkerem Wellengang hier nicht anlegen kann. Heute war es ruhig und mit einem kleinen Hopp war man schon auf der Treppe der Anlegestelle.

Der Rundweg um bzw. durch die Insel kommt an der Anlegestelle vorbei und wie viele bin ich zuerst nach rechts gelaufen, um zum einzigen Dorf auf der Insel zu gelangen. Bereits das Wegstück dorthin zeigte die vulkanische Vergangenheit der Insel sehr deutlich.

Groß ist der Ort nicht. Eigentlich ist die Bezeichnung Ort schon übertrieben. Daher bin ich fast direkt weiter. Nun kommt man auf die östliche Seite der Insel. Hier wechseln sich größere Flächen mit Büschen und Dünen ab. Am nordöstlichen Ende nahm ich den Abstecher zum alten Leuchtturm. Dieser liegt mit einem verfallenen zweiten Gebäude auf einem Hügel. Die Aussicht von hier geht über die halbe Insel und lohnt sich.

Weiter auf dem Rundweg, bis zu einer Kreuzung kamen mir nun vereinzelt andere entgegen, die den Rundweg in umgekehrter Richtung gingen. An dieser Kreuzung nahm ich ebenfalls die Möglichkeit wahr und folgte dem Weg zum Montana de la Caldera. Ein steiniger und gerölliger Weg führt den Berg hoch. Am Ende des Weges ist eine Gipfelmarkierung und hier, gerade etwas über 1000 Meter über dem Meer bietet sich dennoch eine tolle Aussicht.

Zurück auf dem Hauptweg ging es gefühlt auf einer Autobahn bis zur Anlegestelle, so breit und eben war der Weg. Kurz vor der Anlegestelle kommt man an einer Bucht mit einem größeren Sandstrand vorbei. Dieser war mir jedoch zu voll.

Da bis zur Abfahrt der Fähre noch reichlich Zeit war, bin ich weiter zum Dörfchen. Dort versuchte ich etwas zu Essen zu bekommen, dies hätte aber zu lange gedauert und daher entschied ich mich lediglich für ein Getränk und machte mich zu einem Becken in der Nähe mit etwas Sandstrand. Aufgrund der Zeit bin ich hier nur durch das Wasser gelaufen. War aber mit den Fischen schon lustig.

Dann war es Zeit für die Fähre, die pünktlich kam. Es geht noch eine weitere zu einem späteren Zeitpunkt, aber 3 Stunden hier vor Ort waren mir zu langweilig und daher wollte ich diese nehmen. Die Fährfahrt war wieder entspannt und in Corralejo fand ich schnell ein Restaurant in Hafennähe für ein Mittagessen.

Unterhalb von Corralejo gibt es ein riesiges Dünengebiet mit einem ebenso großen Strand, welchen in nach dem Essen ansteuerte. Wie die meisten parkte ich an der Verbindungsstraße von Corralejo zum nächsten Ort. Es wurde bewölkter und etwas windiger, was einige jedoch mit Begeisterung aufnahmen. Zum Baden ist es hier, ohne Bucht, zu stürmisch gewesen.

Danach ging es wieder in die bekannt Panaderia für ein Stückchen Kuchen und etwas für Abends.


28. Dezember

Ein neuer sonniger Tag wartete darauf entdeckt zu werden. Wickie brauchte jedoch noch eine Postkarte und eine Briefmarke. Auf dem Weg nach Casillas del Ángel hielt ich daher in Antigua. Hier gibt es in einer Seitenstraße einen kleinen Schreibwarenladen. Eine Postkarte war schnell gefunden und ein Stift ebenso. Nur Briefmarken gab es nicht. Vom Verkäufer erfuhr ich wo die Post ist und dass ich dort Briefmarken bekommen könnte. Also einmal quer durch den Ort zur Post. Eine Briefmarke bekam ich dort. 😀 Zurück zum Auto ging es über andere Seitenstraßen. U. a. an einem Platz mit Weihnachtsdeko und einem Café vorbei. Hier traf sich scheinbar der halbe Ort zum morgendlichen Kaffee und Schnack. Dorfleben eben.

Nur ein paar Kilometer weiter war Casillas del Àngel erreicht. Ein Parkplatz fand sich in der Ortsmitte an einem großen Platz, welcher auch der Ausgangspunkt der Wandertour war. Von hier geht es eine schmale Straße entlang, die bald in einen Schotterweg überging, jedoch immer noch zu vereinzelten Häusern führte. In einem leichten Bogen ging es bergauf bis auf eine Anhöhe. Hier war es schon sehr windig und ich war froh meine Windbreaker Jacke dabei zu haben. Der Weg weiter führte dann zum Glück am Berg entlang und damit aus dem Freien und dem Wind heraus. Hier wurde es sofort angenehmer. Der Weg schlängelt sich am Berg entlang und geht anschließend hinunter nach Tefia. Durch diese große Schleife bin ich damit um die Berge herumgelaufen.

In Tefia geht es am Ortsrand entlang bis zur Kirche und an dieser wieder weg vom Ort in die Berge. Der geschotterte Weg steigt auf der Ebene vor den Bergen leicht an. Der Wind wurde hier wieder etwas stärke und es gab nichts das den Wind blockte. Am Fuß der Berge wurde es weniger windig, dafür ging der Weg nun in einen schmalen Pfad über, der deutlich steiler wurde. Der Weg windet sich entlang dem Berg bis zu einem Pass. Die letzten Meter am Pass zeigten nochmals deutlich, welche Winde heute unterwegs waren. Kaum den Pass überquert, war es fast windstill.

Es folgte ein langer gemächlich nach unten führender Weg in das breite Tal. Hier und da waren sogar Brücken an ausgewaschenen Einschnitten zur Überquerung. Nach einigen Kilometern kamen zwei auseinander liegende Gebäude und beim zweiten ging es rechts ab. Kurz danach verlor sich der Weg ein wenig. Der Anfang zum Aufstieg des nächsten Passes war jedoch gut von weitem zu sehen und schnell erreicht. Der Weg hoch war teils wie eine Steintreppe, die sich mit längeren Geraden und Kurven nach oben führt. Auch dieser Übergang ist wieder etwas stürmischer. Hier war es kurz nach der Überquerung des Passes wieder fast windstill und die Sonne zeigte sich deutlich, so dass es nun tatsächlich wieder so warm wurde, dass ich im T-Shirt laufen konnte. Der Weg zurück nach Casillas del Ángel geht am Fuß der Berg in einen breiten Schotterweg über, der direkt in den Ort führt und dort über zwei Straßen zum Parkplatz.

Nach der Tour ging es wieder in die bekannte Panaderia. Eine leckere Belohnung und einen Cappuccino gab es.

El Cotillo ist schon bekannt und es führt mich dieses Mal jedoch bis an das Ende, bis zum Leuchtturm Faro del Tostón. Hier gibt es reichlich Sanddünen, aber auch kleinere und größere Becken umgeben von Lavagestein. Ich suchte mir eine ruhige Stelle und zog mich um, wollte ich doch auch einmal im Meer schwimmen gehen. Anfangs war das Wasser schon kühl, sobald ich komplett im Wasser war und mich bewegte, war es angenehm. Danach verzog ich mich in eine der Steinkreise, die vor dem Wind, der nur ganz leicht wehte, schützten.

Das Abendessen war an diesem Tag im Azzuro. Ein Restaurant am Ende von El Cotillo in Richtung des Leuchtturms. Von meinem Badeplatz also schnell erreicht. Ich hatte nicht reserviert, bekam jedoch einen Tisch, der gerade frei wurde. Alles wurde vorher noch gereinigt, bevor ich mich setzen durfte. Das Essen hier ist gut und die Aussicht Abends ein Traum für einen Tagesabschluss.


29. Dezember

Der letzte Wandertag und wieder zeigte sich schon beim Frühstück die Sonne. 😊 Für diese Reise war nur der Norden und zum Teil die Mitte Fuerteventuras das Ziel. Der höchste Berg ist im Süden, der zweithöchste in der Mitte der Insel und genau der war das Ziel für diesen Tag. Der Gran Montana.

Tiscamanita nennt sich der Ort, an dem die Tour begann und ein Parkplatz in einer Seitenstraße war schnell gefunden. Zuerst entlang einer Straße bis zum Ortsrand und dann weiter zu den Bergen führte die Straße bis zu einem Rasthäuschen. Ab hier begann dann ein schmaler Wanderweg nach oben. Es ging stetig bergauf, jedoch nicht zu steil und so war der erste Pass bald erreicht. Von hier bog ich nach links ab und aufwärts, auf den Gran Montana. Die letzten Meter vor dem Gipfelplateau waren wie auch oben ziemlich windig. Eine tolle Aussicht bot sich hier. Die Suche nach einem windgeschützten Platz dauerte dafür etwas länger. Gefunden hatte ich aber dann doch einen für eine Rast.

Vom Gran Montana ging es wieder herunter zum Pass und danach ein wenig bergauf auf den Morro Jorado. Vom Morro Jorado bis zum Morro Rincon del Atajo ist der Weg auf einem Grat mit guter Aussicht zu beiden Seiten. Am Morro Rincon del Atajo angekommen, bog ich ab. Nun ging es langsam den Berg hinunter nach Agua de Bueyes. Dieser Ort besteht nur aus ein paar Häusern und es war nichts los.

Der letzte Abschnitt bis nach Tiscamanita war eine breite Schotterstraße parallel zur Hauptstraße. Die Schotterstraße endet am Parkplatz vor Tiscamanita und hier war es nur noch eine Seitenstraße hoch bis zum Auto. Von dort ging ich noch an die Hauptstraße zu einem kleinen Restaurant. Diese bot jedoch nur das Tagesmenü an, welches mir zu dem Zeitpunkt zu viel war. So trank ich dort nur etwas und machte mich danach auf zur weiteren Reise.

Ein letztes Mal bin ich von hier nach El Cotillo und an die Küste um den Leuchtturm gefahren. Es war schon spät und so machte ich dort noch einen Spaziergang und schaute den Wellen zu.

Das Abendessen war wieder im zum Hotel gehörenden Restaurant. Ein Steak mit leckerem Nachtisch. Da ich einen Tisch mit Blick auf den Grill hatte, konnte ich das Grillen des Steaks beobachten. Dieses wurde zuerst von einem großen Stück Fleisch abgetrennt und landete dann direkt auf dem Grill und kurze Zeit später bei mir auf dem Tisch. Zuvor allerdings noch eine Vorspeise – gegrillte Chorizo. Ich weiß, etwas fleischlastig an diesem Abend. 😅

Nach dem Essen zahlte ich die offene Rechnung der Essen und Getränke der Woche, um es am nächsten Morgen einfacher zu haben.


30. Dezember

Ein letztes Frühstück bei aufgehender Sonne im Hotel. Dann folgte das Packen der Tasche. Da der Flug erst für Nachmittags angesetzt war, hatte ich Zeit und konnte somit einen kleinen Umweg fahren. Über La Olivia hoch auf einen Parkplatz und zu einem Aussichtspunkt – Mirador de Vallebrón. Der Ausblick von hier auf die Ebene vor der Ostküste ist weit, obwohl der Aussichtspunkt nicht auf einem Berggipfel ist. Wer hier vorbeikommt, sollte den Abstecher machen.

Von dort fuhr ich nach Puerto del Rosario, die Hauptstadt von Fuerteventura. Einen Parkplatz zu finden war nicht schwer, es war der große, öffentliche am Hafen. Von hier unternahm ich einen Spaziergang durch die umliegenden Straßen und kehrte in einem Café mit Blick auf den Hafen ein.

Während meinem weiteren schlendern durch die Gassen hörte ich laute Musik. Weihnachtsmusik und Pop. Es musste etwas sein, das sich bewegte, da der Ursprung der Musik sich änderte. Und da war er, der Ursprung. Ein großer Bus mit reichlich Lautsprechern, der durch die Gassen fuhr. Verrückt.

Nun war es Zeit, zum Flughafen zu fahren. Die Abgabe des Autos war einfach und unkompliziert. Im Flughafen suchte ich dann zuerst die Schalter, um meine Tasche abgeben zu können und die Bordkarte zu erhalten. Auf der Tafel war jedoch mein Flug überhaupt nicht aufgelistet. Dafür gab es zwei andere zur selben Zeit. Hm. Lufthansa wollte scheinbar nicht. Am Infoschalter erfuhr ich, dass es der Eurowingsflug ist und sollte bei der Ground Force nachfragen, ob ich auch tatsächlich dafür gebucht war. Also an das andere Ende der Schalter zur Ground Force. Dort wurde bestätigt, dass der Lufthansa Flug von Eurowings übernommen wird und ich bekam gleich noch die Info an welchen Schalter ich gehen sollte. Ich hatte Zeit und somit Zeit für einen Cappuccino. Danach ging ich zum Schalter, an dem nur eine kurze Schlange war. Das Einchecken ging schnell und unkompliziert vonstatten. Die Anmeldung in Deutschland (Einreiseanmeldung) hatte ich schon während des Frühstücks erledigt.

Hinter den Schaltern geht es über reichlich Umwege zur Security und dann einen Stock höher in den Abflugbereich. Hier gibt es einige Bistros, von denen die Hälfte jedoch geschlossen waren. Das Bistro auf der Dachterrasse war offen und mein Ziel für ein Baguette und etwas zu trinken.

So verging die Zeit bis zum Abflug schnell. Der Flug selbst startet planmäßig und kam pünktlich in Frankfurt an. Hier war das Gepäck, diesmal ohne Probleme schnell auf dem Band und los ging es nach Hause.


Resümee

Es war nicht meine erste Reise am Jahresende in den Süden und auch diesmal wieder schön. Klar, Fuerteventura ist sehr karg, aber gerade das war wieder das reizvolle. Oder besser gesagt das nicht ablenkende. Die Reisen während des Jahres waren alle im Grünen oder im bunten Herbst. Hier war der Kontrast dazu.

Ich war nur im Norden und in der Mitte der Insel unterwegs. Der Süden kommt in 2022. Ja, es wird im Süden nicht viel grüner als das, was ich gesehen habe, aber die angedachten Reisen in 2022 bieten dazu die ausreichenden Kontraste.

Und – nicht gleich völlig aufgeben, wenn man einen Flug verpasst. Es gibt immer eine Alternative.


Karte mit den Touren.


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