15 Jahren ist es her, das ich zuletzt diese beiden Inselgruppen besuchte. Eine lange Zeit. In dieser Zeit ist Skandinavien für viele ein interessantes Urlaubsziel geworden – für viel, viel mehr wie 15 Jahre zuvor.
Das könnte vielleicht abschrecken, dennoch möchte ich noch einmal den Reiz dieser Inselgruppen erleben. Die Reisezeit wurde bewusst so gewählt, das ich am längsten Tag des Jahren (St. Hans) dort oben sein werden. Ein Tag ohne Nacht!
Da der Flugplatz Evenes auf den Vesterålen liegt, bot es sich direkt an diese Inselgruppe mit in die Reiseplanung zu übernehmen. Nach der Ankunft wird es daher zuerst ein paar Tage nach Nyksund gehen und am Ende der Reise noch an die Nordspitze von Andenes Øya.
Die meiste Zeit jedoch werde ich auf den Lofoten verbringen. Der Reine Blick, den ich 15 Jahre zuvor auf einem schmalen, steilen Wanderpfad erklommen habe, ist mittlerweile eine Natursteintreppe. So viel schon mal zu den Veränderungen, die vorab zu erfahren sind.
Auf der Reise werde ich meistens Zelten, und zwar auf Campingplätzen. Nur gelegentlich kommt eine feste Unterkunft dazu. Spannend wird dies insofern, als das auf den Campingplätzen vorab nicht buchbar ist. Für ein kleines Zelt sollte es hoffentlich immer eine Option geben.
Juni
Die Fluggesellschaft (Lufthansa) informiert, das der Flug mit Discovery Airlines stattfinden wird. In der E-Mail wird auf allerlei Service während und um den Flug hingewiesen.
Am Wochenende vor dem Abflug ist fleißiges packen angesagt. Da ich genügend Gepäck mitnehmen darf, sind es zwei Taschen (eine Große und eine Kleine), die ich aufgeben werden. Dazu kommt noch ein Rucksack fürs Handgepäck mit Fotokameras und sonstigem elektronischen Geräten bzw. Akkus.
Der Tag vor dem Abflug ist gekommen. Ein Online Check In war bereits nach dem Aufstehen möglich. Das ist direkt umgesetzt worden.
Baggage information These are the baggage items you have booked:
2 x carry-on item
1 x personal item
2 x checked baggage (32 kg)
Die Gepäckmenge beruht auf der Buchung eines Business Tickets. Das war ein verhältnismäßig geringer Aufpreis. So kann genügend Ausrüstung und vor allem Kleidung mit.
Am späteren Nachmittag des selben Tages brachte ich das Gepäck mit dem Auto zum Flughafen. Von meinem Arbeitsort war es eine kurze Fahrt zum Flughafen. Das Gepäck bestand aus zwei Taschen mit reichlich Gewicht. Vom Parkhaus bis zum Schalter zur Abgabe konnte die größer Tasche gezogen werden, während die kleinere als Rucksack getragen wurde. Zusammen gab ich damit 44 Kg Gepäck ab. Das ging recht flott, da ich direkt zum Schalter gehen konnte ohne in eine Warteschlange zu kommen.
In Digermulen lief ich den Wanderpfad zum Kaiserwarden nach oben. Es fing mit einem Pfad durch einen lichten Birkenwald an, der über der Baumgrenze in einen zwischen Steinen und Büschen überging. Natürlich war ein steiles Stück zu erklimmen und es ging auch wieder durch ein Feuchtgebiet. Wäre ja sonst kein vernünftiger Wanderweg für die Lofoten. 😅
Von der Spitze aus hat man einen tollen Blick auf den Raftsund. Auf der Spitze sind zwei Steinhaufen mit je einer Steinplatte. Kaiser Wilhelm II war hier zweimal, ist dort verewigt.
Am Raftsund fuhr ich nach der Wanderung zum nächstgelegenen “Campingplatz”. Dies ist ein Platz mit Self Service. Wenigen aber sauberen Toiletten und Duschen. Für den nächsten Tag jedoch gut gelegen und man kann die großen Schiffe sehen, die durch den Sund fahren. Oder eben nicht. Zumindest fuhr keines an diesem Abend vorbei.
Am späteren Abend fing es noch leicht an zu Nieseln.
Wanderung: ~4,6 Kilometer, ~380 Höhenmeter
04. Juli – Dronnigenstien auf Årsteinen
Über Nacht regnete es reichlich. Das Zelt war von außen sehr nass. Das ist für die Heimreise nicht so ideal, aber auch kein Beinbruch.
Da es nicht mehr regnete konnte ich mir mein Frühstück am Zelt zubereiten und im Zelt zu mir nehmen. Außen war es mir durch die Feuchtigkeit zu kühl. Wie so oft am Ende des Campingurlaubs hieß es alles packen. Das Zelt wurde halt nass zusammengepackt.
So fuhr ich dann an Årstein, eine Ansammlung von Häusern, südlich von Digermulen, wo ich am Vortag war. Der Wanderweg war als Dronningstien ausgewiesen, was soviel heißt das die Königin diesen gegangen war. Über eine kurze Straße und über eine Wiese ging es auf den eigentlichen Pfad. Ein schmaler Pfad, der einem Tal länger folgt. Durch den Regen waren einige Stelle reichlich feucht.
Es ging durch einen sehr lichten Birkenwald mit viel Grün wie Büsche, Gras und Farn. Genauso viel buntes war zu sehen, so viel blühte. 😀 Bis zu einem Sattel war der Pfad teils ziemlich zugewachsen. Da noch alles feucht war, war meine Hose außen gut nass, durch die wasserabweisende Wirkung waren meine Beine immer noch trocken. Vom Sattel ging es deutlicher nach oben. Es kam wieder ein Abschnitt, an dem Seile halfen weiter zu kommen. Oben folgte der Pfad einem Kamm bis zum Gipfel des Stortinden. Am Gipfel ist eine Plakette, die bezeugte das Sonja (Königin) in 2016 dort war.
Die Aussicht in den Raftsund; an der Lofotenküste entlang und in die entgegengesetzte Richtung war toll. Richtung Raftsund war alles mit dunklen Wolken verhangen, während über mir blauer Himmel und die strahlende Sonne war. Die vorherige Bewölkung hatte sich genau im richtigen Moment aufgelöst. 😊
Den selben Weg ging es zurück. Unten wechselte ich die Hose, Strümpfe und Schuhe. Das war insgesamt dann doch zu viel an Feuchtigkeit für die Schuhe gewesen. Da es schon sehr warm war mit 15 Grad, war es eh Zeit für eine kurze Hose.
Nun könnte man meinen, das der kritische Teil käme. Die Fahrt zur nächsten Ladestation, die angeblich mit nur noch 8% erreicht werden würde. Da ich selbst einen e-MINI habe, war ich in diesem Fall entspannt. An der Ladestation nutze ich die Zeit zum Laden für ein erstes packen der größeren der beiden Taschen. Sah ganz gut aus. Im gegenüberliegenden Café/Restaurant des dortigen Campingplatzes nahm ich einen Kaffee und einen Kanellboller. War ok, aber mehr auch nicht.
Kaum im Auto vielen mir die Wanderschuhe im Fußraum der Beifahrerseite auf. Ups, die sollten doch in die große Tasche. Egal, erst mal zum Hotel am Flugplatz von Evenes. Nach dem Einchecken, brachte ich einen Teil meines Gepäcks in das Zimmer. Dann beschäftigte ich mich am Auto mit der großen Tasche. Dazu wurde alles ausgepackt und auf den Boden daneben gelegt. Nun folgte das erneute packen, diesmal mit den Schuhe. Passte dann doch alles, so wie es sollte.
Nach einer ausgiebigen Dusche machte ich mich auf nach Harstad. Die zweitgrößte Stadt in der Fylke Troms nach Tromsø ist kleiner wie mein eigenes Dorf und war regelrecht ausgestorben an einem Samstag am frühen Abend. Ein paar Bilder wurden gemacht und im House Of Burger gab es einen guten Burger mit Pommes.
Danach bin ich weiter durch Harstad. Ich entdeckte ein paar schöne Street Arts.
Zurück am Hotel packe ich das Notebook und die Kameras um u. a. ein Backup der Bilder zu erstellen. Kurz vor Mitternacht legte ich mich in das Bett.
Wanderung: ~6,6 Kilometer, ~540 Höhenmeter
05. Juli – Heimreise
Nach drei Wochen das erste Mal wieder in einem Bett war komisch. So ganz ausgeruht war ich deshalb am Morgen nicht.
Das Frühstücksbuffett war umfangreich und wurde ausgiebig geprüft. 😀
Satt machte ich mich auf um ihr Evenes anzusehen. Das lohnte sich nicht. Ein paar Häuser und nichts was wirklich interessant war. Anschließend kehrte ich zurück zum Laden des Autos an einem Schnellader vor dem Hotel. Mit etwas mehr Akkukapazität wie bei der Entgegennahme des Autos gab ich es am Flughafen ab.
Dann wollte ich eigentlich mein Gepäck loswerden. Der Check-In per App war schnell durchgeführt. An einem Automaten konnte ich die zwei Gepäckklebebänder ausdrucken. Läuft. Aber leider nur bis hierher. Bei der Abgabe muss eine Airline angegeben werden und meine war nicht dabei. Mir wurde dann gesagt, das ich erst zwei Stunden vorher mein Gepäck abgegeben kann.
Somit musste ich die Zeit überbrücken. In dem kleinen Flughafen gab es jedoch keine Sitzmöglichkeit. Abgesehen davon war es sonnig und warm (13 Grad). Somit habe ich mich mit T-Shirt außen in die Sonne gesetzt und gelesen. Gegen 12:00 Uhr bin ich in das Gebäude und habe mich vor dem Schalter positioniert. Dort hatte ich angefangen weiter zu lesen, bekam jedoch recht bald das Signal, das ich das Gepäck abgeben könne.
Nun konnte ich durch die Sicherheitskontrolle. Im Bereich dahinter gab es Sitzmöglichkeiten, ein Duty Free Shop, eine Art Mini-Restaurant usw. Am Mini-Restaurant bestellte ich mir zur Mittagszeit einen Burger mit Pommes.
Nachmittags war der Flug nach Frankfurt. Vom Flugplatz nahm ich diesmal ein Taxi bis zur Firma, wo mein Auto stand. Heimfahrt, Zelt aufbauen damit es trockenen kann und ab ins Bett, denn der nächste Tag war Arbeitstag.
Resümee
Die beiden Inselgruppen der Vesterålen und Lofoten glänzen durch eine tolle Landschaft mit Bergen, die in ds Alpine gehen, mit Sandstränden und türkisfarbenen Buchten. Wo sonst kann man vom Strand direkt auf einen Berg und muss dann dabei auch noch klettern? Hier geht es.
Den Zeitraum Juni/Juli wählte ich bewusst. Klar, im Juli/August ist es wärmer und die Wahrscheinlichkeit für Regen ist niedriger, dafür aber ist die Menge an Touristen höher. Da ich keine Lust auf große Volkswanderungen hatte, war es eben der Juni.
Womit wir bei den Temperaturen wären. Es waren meist 10 – 14 Grad, mit einigen Ausreißern bis 19 Grad. Gefühlt lag es zwischen 5 und 25 Grad. Wind und Regen ändern die Wahrnehmung deutlich. Auf der anderen Seite war bei wenig oder gar keinem Wind ab 12 Grad T-Shirt Wetter und ab 15 Grad dann auch kurze Hose angesagt – und das schreibt hier eine, die gerne früh anfängt zu frieren.
Die Zeit der Mitternachtssonne hatte ich im gesamten Urlaubszeitraum. Während meines Aufenthaltes ging damit nie die Sonne unter. Wenn sich die Sonne dem Horizont näherte, wurde es kühler, vor allem wenn man im Schatten war.
Bei abendlichen Gesprächen miteinander verliert man deutlich das Zeitgefühl und wundert sich, das man Müde wird obwohl es noch hell ist. Kein Wunder, wenn ein Blick auf die Uhr zeigt, das es schon nach Mitternacht ist.
Zum Camping muss man sagen, das dies auf den Lofoten recht teuer ist. Selbst im Vergleich zu den Verhältnissen in Norwegen. Ebenso ist es fast überall in Norwegen (und Europa) so, das die Duschen im Preis enthalten sind. Auf den Lofoten und Vesterålen musste ich Duschmarken kaufen, die dann für eine begrenzte Zeit in der Dusche warmes (heißes) Wasser zur Verfügung stellten.
Was toll war, war wenn das Zelt in der Nähe des Strandes aufgebaut werden konnte. Das Rauschen der Brandung gefiel mir immer sehr gut. Der Vorteil am Meer war, das meist etwas Wind vorhanden war und somit keine Knotts. Diese Kriebelmücken sind nervig und dann beißen die auch noch. Direkt am Strand bedeutet allerdings auch, das man den Wind direkt abbekommt, was bei Windstärken bis Bft 8 ordentlich ist. Da sollte man schon ein Zelt haben, das was aushält.
Bei dem Mietwagen bekam ich ein Upgrade von einem VW ID.3 auf einen Volvo EX40 (Twinmoter Performance). Ein Auto mit über 440 PS, in einer Gegend wo maximal 80 km/h erlaubt sind. 🙃 Dafür war die Batterie größer und somit relaxter bei der Planung von Ladestationen. Der Allradantrieb erwies sich ebenfalls als ganz nett.
Vesterålen
Die ersten Tage auf den Vesterålen waren sehr ruhig. Ein schöner Einstieg in diesen längeren Urlaub. Die Berge haben im Vergleich zu den Lofoten nicht ganz das extreme Verhältnis in Bezug auf Höhe bzw. der Steilheit der Berge. Dennoch eine schöne und ruhige Wandergegend.
Am Ende war ich erneut auf Vesterålen, da dann auf Andøya. Die zwei nördlichsten Orte dort, Andenes und Bleik, sind bekannt für Safaris zu Seevögeln und Walen.
Ich erwischte dabei zwei sehr windige und regnerische Tage, sowie ein paar mit gutem Wetter. Das schlechte Wetter war zu dieser Zeit auch auf den Lofoten, so war es nicht weiter schlimm. Die Wanderungen sowie die Puffin Safari waren toll.
Lofoten
So wirklich viele Leute waren nur auf wenigen Touren unterwegs. Dies waren:
die Tour zum Reinebringen (Reine)
die Tour zum Festvågtinden (Henningsvær)
die Tour zum Ryten und Kvalvika Beach
die Tour bei Haukland/Uttakleiv
Auf alle anderen Touren waren wenige oder so gut wie gar keine anderen Personen unterwegs. Was das Wandern angeht, war es somit ganz ok, zumal es in 2026 eine Hype-Region ist und ich deutlich mehr erwartet hatte. Selbst die oben aufgelisteten Touren waren toll und sollten obwohl der Massen in Erwägung gezogen werden.
Was sich zu 15 Jahren zuvor deutlich geändert hat ist die Unmenge an Vans und Wohnmobilen, die an allen möglichen freien Plätzen an der Straße ihr Lager aufschlugen. Die Mehrzahl dieser Leute muss wohl eher in den Orten und an leicht erreichbaren Aussichtsplätzen gewesen sein. Denn sonst hätten fast alle Wanderwege überfüllt gewesen sein.
Meist verliefen die Wanderwege deutlich nach oben. Somit war sehr oft ein toller Blick auf die Küste möglich. Besonders auf den südlicheren Inseln der Lofoten bot sich damit der Blick auf Sandstrände und türkisfarbenem Meer. 😀
Oldtimer – Mir sind vergleichsweise oft Oldtimer aufgefallen. Als dann neben meinem Miet-Volvo zwei sehr alte Volvo Amazon parkten, hatte ich dies gleich genutzt und jemanden aus der Gruppe angesprochen. Die Menge an Oldtimer hing mit Oldtimer-Treffen auf den Lofoten und Vesterålen im Juni und Juli zusammen. Die zweite Frage bezog sich auf das Nummernschild und woher sie kamen. In Norwegen haben die Kennzeichen zwei Buchstaben gefolgt von fünf Zahlen. Die meisten Oldtimer hatten jedoch nur einen Buchstaben gefolgt von vier Zahlen. Das ist ebenfalls ein norwegisches Kennzeichen, das es allerdings nur gibt, wenn das Auto vor 1970 gebaut wurde.
Statistik
Die Kosten gerundet:
Flug: 600€
Mietwagen: 1700€
Ladekosten: 190€ (ausschließlich Schnelllader)
Parkgebühren: 100€
Camping: 760€
Hotel: 445€
Safari: 75€
Kaffee und Süßes: unbezahlbar.
Die höheren Ladekosten ergeben sich dadurch, das ich mehr mit dem Auto unterwegs war, wie ursprünglich angedacht – 2474 Kilometer insgesamt mit dem Auto. Aufgrund des Wetters bin ich öfter von Süd nach Nord nach Süd gefahren.
Aufgestanden bin ich zu einer Zeit, wie an einem normalen Arbeitstag, um dann zu meinem Arbeitsort nach Frankfurt zu fahren. Ist schon praktisch, dort das Auto abstellen zu können. Ein kleines Frühstück in unserer Cafeteria und es folgt die Bahnfahrt zum Flughafen.
Nur mit dem Tagesrucksack und ohne einen notwendigen Check-In verlief alles völlig relaxt. Die Wartezeit bis zum Boarding verbrachte ich in der Lufthansa Lounge. Das war ein stetiges kommen und gehen dort. Zumindest in der Nähe des Eingangs, wo ich saß.
Während des Fluges gab es ein spätes Frühstück. Vanillejoghurt mit Kürbisgranola und Kapstachelbeere. Dazu ein Kräuteromlett und Käsevariationen sowie ein Brötchen und Croissant mit Butter und Schokocreme.
Oberhalb von Trondheim konnte ich aus dem Flugzeug zwischen den Wolken die Küstenberge erkennen. Diese hatten alle noch weiße Hauben. In höheren Lagen lag damit noch Schnee. Hm, das könnte eine Auswirkung auf die höheren Berge der Lofoten und Vesterålen haben.
Die Wettervorhersage hatte leider recht gehabt. In Nordnorwegen war es bewölkt und sehr windig. Das war bei der Ladung zu merken. Vom Flugzeug ging es über eine Treppe nach unten, ein paar Meter im Freien und dann gleich in das Flughafengebäude. Bei den ersten Gepäckstücken, die auf dem Band erschienen, waren meine beiden Taschen. Der zusätzliche Flyer mit der Aufschrift Priority hat da sicherlich dazu beigetragen.
Damit war ich bei den ersten, die zur Mietwagenabholung kamen. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Netterweise bekam ich ein Upgrade auf ein größeres Auto mit mehr Reichweite. Dann hieß es den Weg nach Nyksund antreten. Mit den Verkehrsregeln in Norwegen dauerte die Fahrt für die 170 Kilometer länger wie in Deutschland. Im Urlaub völlig ok, ein wenig langweilig war es dennoch. Trüb, Windig und dann auch noch manchmal Regen. Keine nette Begrüßung in Norwegen. Erst nachdem ich einen Bergrücken nach gut 2/3 der Strecke überquerte, besserte sich das Wetter deutlich. Kein Regen, trockene Straßen und dann sogar Sonne. So geht das doch viel besser. 😀
In Sortland stoppte ich für ein Nachladen des Autos auf 80%. Die Pause konnte ich mit einer Zwischenmahlzeit verbinden.
In den verschiedenen Beschreibungen steht immer, das die Straße nach Nyksund eine Gravelroad ist. Ja, das ist sie, jedoch nur die letzten 8 Kilometer. Der Schotter ist so festgedrückt, das es sich sehr gut fahren lässt.
In Nyksund bezog ich mein Zimmer im Nyksund Ekspedisionen. In Nyksund gibt es keine Möglichkeit für ein längeres parken. Geparkt hatte ich kurzzeitig vor der Unterkunft um mein Gepäck auf das Zimmer zu bringen. Das Auto wurde danach auf dem kostenpflichtigen Parkplatz vor dem Örtchen geparkt.
So ergab sich ein kleiner Spaziergang zurück, der ausgedehnt wurde um einen Teil des Örtchens zu erkunden. Nyksund war früher ein wichtiger Fischereihafen, da die Fahrten zu den Fanggebieten kurz waren. Mit dem Aufkommen von moderneren Schiffen mit Dampfantrieb, verlagerten sich die meisten Fischer in geschütztere Häfen und Nyksund wurde unbedeutend. So unbedeutend, das Ende der 1970’ern die letzten Einwohner wegzogen und es zu einem Geisterdorf wurde. Dann kam in den 1980’ern ein Deutscher der es versuchte aufzubauen mit anderen Attraktivität als der Fischerei. Das gelang eine zeitlang ganz gut. In den 2026’ern ist es zumindest im Juni ein verschlafenes Dorf. Noch immer stehen viele der alten Hafengebäude und verfallen langsam. Die Möwen freuen sich über die Nistmöglichkeiten dort, also nicht für alle so traurig.
Man ist hier halt am Ende der Welt. Im Sommer ein Ende ohne Nacht! Je später der Tag wurde, desto freundlicher wurde das Wetter. Blauer Himmel und Sonne.
Dann kam noch Aufregung in das Restaurant. Ein Gast sah einen Orka und so sind wir alle rausgestürmt. Leider etwas zu spät.
12. Juni – Dronningruta
Morgens machte ich mir im Gemeinschaftsraum einen Kaffee und kam dabei mit einem Norweger ins Gespräch, wobei wir durch die große Glasscheibe einen tollen Blick auf den Hafen von Nyksund hatten.
Für das Frühstück war es noch zu früh. Daher unternahm ich mit der Kamera einen Spaziergang.
Zurück kam ich um 8:00 Uhr. Noch schnell die Kamera auf das Zimmer gebracht und dann zum Frühstück. An dem Tisch, an dem ich am Vorabend saß, war bereits gedeckt. Soooo viel, das muss wohl für jemand anderes sein. Nein, war tatsächlich alles für mich. Da wollte mich wohl jemand mästen. 😅
Gut gesättigt machte ich mich auf zur Wanderung. Zuerst raus aus Nyksund in Richtung des Wohnmobilstellplatzes außerhalb. Vor dem Platz steht ein Schild auf den nächsten Berghang zeigend und verweist auf die Dronningsruta. Hier ist der eine von zwei Zugangswegen zum Rundweg Dronningruta. Wer auch immer den Weg geplant hatte, dachte sich der direkte Weg ist der kürzeste und Serpentinen nach oben seien eher was für Anfänger. Ergo – gleich mal steil bergauf. Dafür befand ich mich damit gleich auf den für mich typischen norwegischen Wanderwegen. Schmal, gespickt mit Steinen, Felsen und Wurzeln. So macht das doch gleich Spaß. 😀
Gut zwei Kilometer lief ich von der Unterkunft, bis ich auf die Dronningruta kam. Entsprechend der Beschreibung, lief ich rechts lang – somit gegen den Uhrzeigersinn. Das sorgte bald für eine knifflige Stelle. Die Stöcke wurden eingepackt, denn nun war es nötig die Hände frei zu haben. Kleine Klettereinlagen und ausgesetzte Stellen wollten überwunden werden. Auf einem Teilstück waren Ketten und dann Seile zur Sicherung. Dies hätte gerne etwas mehr sein dürfen.
Erkenntnis bis hierher: Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind zwingend nötig. Das dies eine rote Tour ist, bewies sie.
Danach wurde es deutlich entspannter. Es folgte eine Hochebene, die überquert wurde und tolle Blicke erlaubte. Über einen Bogen ging es bergab in ein Tal, um auf der anderen Seite wieder hoch zu laufen. Oben war nicht ganz oben, sondern “nur” ein Sattel.
Lange zog sich der Weg parallel zum Hang langsam bergauf. Die Seite des Berges wurde immer mal wieder gewechselt. Toll, da sich so immer wieder neue Blicke ergaben.
Der Weg bergab nach Stø erlaubte an einer Stelle einen Blick auf den Sandstrand von Skipsand. Danach ging es steiler bergab mit zunehmenden Wind. Da war ich froh, bald weiter unten im nicht so freien Gelände zu sein. An der Straße bei Stø angekommen, folgte ein Stückchen Straße, dann ging es wieder auf einen Wanderweg. Immer in der Nähe der Küste verläuft dieser Wanderweg durch ein Feuchtgebiet. Holzbohlen helfen dabei keine nassen Füße zu bekommen. Auf dem Weg kommt man am Skipsand vorbei. Leider hatte ich weder Badezeug noch ein Handtuch dabei, denn sonst wäre ich glatt mal reingesprungen.
Gut 3,5 Kilometer wurden so zurück gelegt. Ich gelangte an einen See, den ich am Vormittag von oben schon gesehen hatte. Ab hier hieß es bergauf durch den Birkenwald bis ich wieder bei der Kreuzung zum Zugangsweg ankam. So folgte ich dem Zugangsweg, nahm später jedoch den Weg über Skåltofta. Es stellte sich heraus, das dieser Weg wesentlich einfacher ist wie der vom Anfang der Tour.
Relativ platt kam ich nach etwas über 7 Stunden reine Wanderzeit wieder an der Unterkunft an. Unterwegs traf ich immer wieder mal Pärchen, es waren insgesamt fünf. Davon drei zweimal. Ist halt ein Rundweg. Die Begrüßung beim zweiten Mal war immer nett und mit einem kurzen Gespräch verbunden.
Abends(!). Ist schon merkwürdig von Abends zu schreiben, wenn keine Sonne untergeht. Wie auch immer, klar gab es ein (Abend)Essen. Ich entschied mit für die Platte Smak av Nyksund. Reichlich Meerestier, Rentier und Wal.
Smak av Nyksund: Eine Symphonie aus Meeresfrüchten und Tapas. Garnelen, Kabeljauzungen/Kabeljaukiefer in Tempora, Stockfisch, Grönlandheilbutt, geräucherter Lachs, geräucherter Wal, Hering, Rentier und Clipfischkroketten. Dazu Brot und Butter.
Wanderung: ~17 Kilometer. ~870 Höhenmeter
13. Juni – Einkaufen und zwei kleine Touren
Das Frühstück war an diesem Morgen ein Buffet. Da viele Gäste über Nacht blieben, gab es so auf dem großen runden Tisch in der Mitte des Restaurants alles, was für ein gutes Frühstück nötig ist.
Da ich mir nicht ganz sicher war, mit den Öffnungszeiten einiger Geschäfte, vor allem Sportgeschäfte an einem Sonntag, beschloss ich an diesem Samstag meinen Einkauf vor zu nehmen. In Sortland wurde ich direkt im ersten Sportgeschäft fündig und kaufte eine große Dose Gas für die Campingtage. In zwei Supermärkten fand ich fast alles, was ich für meine Campingküche benötige und länger haltbar ist. Nudeln, Reis, diverse Tetrapacks (Tomaten, Kokosmilch, Kichererbsen, ..) usw. fanden den Weg in den Einkaufskorb.
Dann unternahm ich einen Spaziergang um mir die Ortsmitte anzusehen. Irgendwas muss wohl dort sein, den einige Straßen waren gesperrt. Viele Oldtimer wurden dort präsentiert und auf einem Platz gab es mehrere Food Trucks.
An der Ecke des Platzes, im Verkstedet bestellte ich mit einen Flat White und einen Kanelboller (Zimtschnecke). Die war sogar noch leicht warm. 😊 Kanelboller sind sehr typisch für Norwegen, lecker und daher ein Muss.
Eine längere Fahrt war nötig, um nach Nykvåg zu kommen. Von den Kilometern ist es nicht so weit, aber durch die Straßenführung, meist am Fjord entlang, dauert es eben etwas länger um anzukommen.
Die Wanderung zum Bufjellet ist kurz. Vom Ausgangspunkt und dem Ende oben im Fjell kann man gut den Sandstrand in der darunter liegenden Bucht sehen. Die einzige Herausforderung an der Wanderung war den Weg zu finden. Es geht über ein Geröllfeld nach oben. Der Pfad ist mal sichtbar, mal nicht, dann sind es mehrere, … irgendwann ist man oben. Runter geht es genauso.
Auf der anderen Seite von Nykvåg war die zweite Wanderung. Der Himmel war wie schon den ganzen Tag sehr bewölkt. Da jedoch die Bergspitze in den Wolken lag, war ich mir erst nicht sicher und wartete ein Zeit lang. Dann wagte ich es doch. Siehe da, es kam dann auf der Wanderung bergauf sogar die Sonne heraus. Auf dem letzten Kilometer wurde es langsam nebelig, die Sicht um mich war indes noch mehr wie ausreichend – also weiter. Oben auf dem Berg lichtete sich die Sicht wieder und es gab tolle Weitsichten in Fjorde durch Nebelschwaden.
Es folgte der lange Weg zurück nach Nyksund. Gut 1,5 Stunden brauchte ich dazu.
Nach einer notwendigen Dusche bin ich zum Essen in das Restaurant. Eine Fischsuppe wählte ich. Da wurde ich direkt nach der Bestellung vom Nachbartisch angesprochen. Es war das Paar aus England, dem ich auf der Wanderung am Vortag begegnete. Nach dem Essen kamen wir länger ins Gespräch. Es stellte sich heraus, das sie von den Orkneys sind und im Sommer mehrere Monate auf einem Schiff verbringen. Mit diesem waren sie an diesem Tag nach Nyksund gekommen.
Am morgen war der Himmel immer noch gut bewölkt in Nyksund. Nach einem Kaffee machte ich mich auf zum Parkplatz und fuhr mit dem Auto zur Unterkunft. Ein Teil meiner Sachen packte ich gleich ins Auto.
Vor dem Eingang machte es sich der Chef gemütlich mit einem Kaffee. Wir kamen ins Gespräch. So erfuhr ich, das es Anfang Juni sogar noch geschneit hatte. Er meinte, das ich von den Änderungen auf den Lofoten deutlich überrascht sein würde; es wäre eine größere Veränderung zu 15 Jahren zuvor. Deutlich mehr Touristen.
Beim Frühstück selbst kam ich noch mit zwei Australiern ins Gespräch. Bei der Abgabe des Zimmerschlüssels kam ich noch mit einer Angestellten ins Gespräch. Insgesamt eh eine freundliche Truppe dort.
Am Morgen entschied ich mich dazu nicht den Campingplatz bei Svolvær anzusteuern, sondern den bei Kabelvåg. Dieser ist besser bewertet, was die Sanitäranlagen angeht. Die Fahrt ging erst einmal bis Sortland auf den Vesterålen, um eine Ladestation anzusteuern.
Da für den Tag nicht groß was vorgesehen war, entschied ich mich für die Route durch Stokmarkes und der Fähre von Melbu nach Fiskebøl. Shit happens – ich kam genau dann an der Fähre an, als diese ablegte. Somit hatte ich eine längere Wartezeit.
Ab Fiskebøl war ich dann auf den Lofoten. Die zeigten sich bald mit ihrem tollen Terrain. Ein schmaleres Tal, mit steil nach oben gehenden Bergen, die sogar noch einzelne Schneefelder aufwiesen.
Am Campingplatz bei Kabelvåg, dem Kabelvåg Feriehus and Camping war nur ein Paar vor mir, das lediglich ein Eis kaufen wollte. Gute Idee, bei 19 Grad und strahlendem Himmel. Sommer. 😀 Da der Quittungsdrucker kein Papier hatte, sollte ich mir erst einen Platz für das Zelt auf den Zeltflächen suchen.
So bin ich dann bis zum obersten Feld gefahren. Ein stellenweise steiler Schotterweg, der mit dem Allradantrieb kein Problem darstellte. Während ich dort das Eis aß, schaute ich mich genau um, um zu entscheiden wo das Zelt hin sollte. Noch war fast alles frei.
Ein hübscher Platz war gefunden, auf dem ich das Zelt aufbaute. Danach fuhr ich zur Anmeldung für die Formalitäten. Auf dem Ausdruck gab es den Zahlencode zu den Duschen und die Info zum WiFi.
Nun konnte ich nach Kabelvåg fahren ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich noch einen Platz für das Zelt bekomme. In Kabelvåg unternahm ich einen Spaziergang. An einem Sonntag ist das ein ausgestorbenes Dorf. Es war absolut gar nichts los. Selbst die beiden Cafés hatten schon zu.
Somit hatte ich mir nach meiner Rückkehr am Campingplatz zuerst einen Kaffee gemacht. Versorgt mit dem Kaffee beschäftigte ich mich dem Umpacken der Kleidung, da diese für den Flug gut, für das Campen aber ungünstig aufgeteilt war.
Alles erledigt war es schon fast 19:00 Uhr. Zeit für das erste Essen am Zelt. Ein Curry mit Kokosmilch, Karotten, Paprika und Reis als Beilage. Mit dem schönen Ausblick schmeckte das Essen bestens. 😊
Nach dem Abwasch kam das Duschen. Dabei stellte sich heraus, das es nur vier Duschen gibt. ABER dafür sind das kleine Bäder mit Dusche, Waschbecken und Toilette.
Vor dem Schlafen gehen war noch Zeit um im Roman “Amalthea” weiter zu lesen.
15. Juni – Matmora
So um 7:30 Uhr stand ich auf. Im Zelt war es etwas heller wie am Abend. Die fast durchgehende Wolkendecke hatte sich in den letzten Stunden aufgelöst.
Auf dem Weg zu einer Toilette stoppte ich bei einem Radfahrer, der unweit von mir zeltete. Gestartet ist er in Hamburg und sein Ziel ist das Nordkap. Schon crazy, er hat vor dort Anfang Juli, zu seinem 66 Geburtstag zu sein.
Ich gehe das ruhiger an und machte mir nach der Morgentoilette mein Frühstück.
Die ausgesuchte Wanderung ist auf der anderen Inselseite. Also einmal halb um und durch die Insel. Das Wetter ist gut und das muss genutzt werden.
Die Wanderung beginnt an einem kleinen Wanderparkplatz. Es geht durch den Wald in großzügigen Serpentinen nach oben bis das Rangeldalen erreicht ist. Nun folgte ein leicht Wanderpfad, der leicht auf und ab geht bis zum Ende des Tales. Ab dort geht es in meist kurzen Serpentinen nach oben. Dabei muss auch ein Geröllfeld überquert werden oder, so dachte ich mir, bei dem Alternativweg darum. Der war zwar schön, endete jedoch dann im Geröllfeld ohne erkennbaren weiteren Verlauf. Also einmal quer über das Geröllfeld zum anderen Weg. Weiter steil nach oben bis kurz vor dem Gipfel nochmal ein Geröllfeld zu erklimmen war.
Oben am Gipfel der Matmora gab es einen wahnsinns Ausblick in alle Richtungen. 😀
Nach einer Pause versuchte ich den weiteren Weg. Der führte nach ungefähr einem Kilometer auf einem Grat. Da der Grat breit war, war es kein Problem, bis zu einer herausfordernden Stelle. Ca. 4 Meter nach unten über einen Erdweg und dann auf einem schmalen Pfad (zwei Fuß breit) am Abhang einen Fels umlaufen um dann wieder nach oben zu kommen. Bis zu dem Pfad bin ich und dann wieder zurück. Ohne Sicherung fühlte ich mich da nicht so sicher, zumal ich nicht wußte was noch kommen wird. Bevor ich wirklich zurück bin, versuchte ich es auf einem abgehenden Weg. Der war ebenfalls nicht ohne und endete dann einfach im Nichts.
Ergo: Zurück. Das bedeutete, das ich wieder hoch zur Matmora laufen durfte. Auf der anderen Seite hatte ich so erneut einen tollen Ausblick. 😀
Dann aber: Der Rückweg den Berg herunter antreten. Das klingt einfacher als es war. Durch die Steigung und dem Untergrund hieß es schön aufpassen.
Die Rückfahrt unterbrach ich in Svolvær aus zwei Gründen. Zum einen das Auto laden und zum shoppen. Von einem Kreisel abgehend kommt man relativ einfach zu einem Shopping Center. Etwas Kokosmilch hatte ich erneut gekauft. Kapern habe ich jedoch wieder nicht gefunden.
Am Campingplatz angekommen machte ich mich auf zum Duschen. Im Gesicht merkte ich da, das ich leicht weiß war. Das kam vom Salz, das ich auf der Tour ausgeschwitzt hatte.
Den One-Pot-Thunfisch gab es danach mit Nudeln und leider ohne Kapern. Gegessen wurde im Zelt, den die Sonne verschwand hinter dem Berg, womit der Zeltplatz im Schatten lag. Ohne Wind kamen gleich wieder nervende Kriebelmücken. 🫤 Mein Zelt lässt es zu, im Innenzelt einen Teil des Stoffes so zu teilen, das ein Mückenschutz immer noch vorhanden ist. So hatte ich beim Essen zumindest eine nette Aussicht.
Wanderung: ~9 Kilometer, ~890 Höhenmeter
16. Juni – Moskenes oder doch nicht!?
Es war ein schöner sonniger Morgen. Für das Frühstück hatte ich mir eine der Tisch-Bank-Kombination in der Nähe meines Zeltes geschnappt. Es folgte ein Packen aller Sachen, denn es stand ein Wechsel des Campingplatzes an.
Ziel war der Campingplatz in Moskenes um an das untere Ende der Lofoten zu kommen. Die Idee dabei war ab dort langsam in den folgenden Tagen nach Norden zu ziehen. Einen Zwischenstopp in Napp hatte ich im Navi eingeplant.
So fuhr ich los und stoppte immer wieder um Fotos zu machen. Um nicht die ganze Zeit die E10 zu fahren, bog ich auf eine vorgeschlagene alternative Route ab. Einige Kilometer vor Napp sah ich ein Schild, das mich zum Abbiegen brachte. Lofoten Wool hatte ich schon vor der Reise bei meiner Suche nach lokaler Seife entdeckt. Der kleine Laden ist voll mit Wolle und Wollprodukten. Die Wolle dazu kommt von den eigenen Schafen, sowie Schafen aus der Gegend, erfuhr ich in einem Gespräch. Seife gab es ebenfalls, die mit Schaffett hergestellt wird. Recht dünne Seifen waren das. War dann doch nicht so interessant. Dafür entdeckte ich einen schönen Schal aus Wolle mit verschiedenen Nuancen von Rot.
Auf dem, weiteren Weg nach Napp stoppte ich für weitere Fotos. Da hielt ein Auto und das Fenster ging runter. Es stellte sich heraus, das dies ein Pärchen war, mit dem ich mich in Nyksund unterhielt. Sie meinten am nächsten Tag die Tour zum Reinebringen unternehmen zu wollen. Genauso wie ich. Es wird sich also zeigen, ob man sich wieder trifft.
Napp war bald erreicht. Der Shop dort, Lofoten Seeweed hatte ich ebenfalls auf der Seifensuche entdeckt. Es gab genau eine Sorte von Seife, die ich nahm. Dazu kam dann noch dehydrierte Tang, der für Salat, Pasten usw. verwendet werden kann, sowie eine spezielle Salzvariation. All das gab es vor Ort zum probieren mit Erklärung.
Dort legte ich gleich noch eine Pause ein. In der Sonne vor dem Laden mit einem Kaffee und einem großen Cookie. Es gab dann sogar noch ein nachfüllen des Kaffees, wozu die Verkäuferin von sich aus mit der Kanne nach draußen kam. Insgesamt ein Laden mit sehr freundlicher Bedienung, die alles gut erklärte.
Als ich beim Campingplatz in Flakstad vorbeikam, schien die Sonne immer noch. Hm. Also die Wettervorhersage gecheckt und die Idee mit dem Campingplatz in Moskenes fallen gelassen. Nach der Anmeldung beim Lofoten Beach Camp suchte ich mir einen Zeltplatz im Dünenbereich vor dem Strand. Mein rotes Zelt war von weit her zu sehen. 😀
In der Beach Bar, die zum Campingplatz gehört, bestellte ich mir nach dem Aufbau einen Flat White mit einer Waffel. Die gab es mit Marmelade und Früchten. 😊
Da es noch früh am Tag war, ich jedoch keine anstrengende Wanderung unternehmen wollte, machte ich mich auf nach Å. Å ist der südlichste Ort der Lofoten. Ich kenne es noch als ein Fischerdorf in dem nicht viel los ist. Tja, das hat sich deutlich geändert. So viele Leute die dort mit Bussen angekarrt werden, ist mir neu dort.
Zurück am Campingplatz unternahm ich, was ich mir vorgenommen hatte – ins Meer gehen. Es war mittlerweile bewölkt, bei 12 Grad mit spürbarem Wind (Bft. 3). Immerhin bis zum Bauchnabel habe ich mich rein getraut. Und sogar geduckt in eine herankommende Welle. Als ich aus dem Wasser rauskam, fühlte es sich gar nicht mehr so kalt an. Dennoch, schnappte ich mir alles, was ich vorbereitet hatte und machte mich auf zu den Duschen. Die heiße Dusche war sehr angenehm. Später hatte ich nach der Wassertemperatur recherchiert und diese lag wohl bei 10 Grad.
Am Zelt suche ich mir einen größeren Stein als Windschutz für den Campingkocher um mein Abendessen zuzubereiten. Etwas einfaches. Nudel mit Pesto, das mit Knobi und Zwiebel die ich angebraten hatte verfeinert wurde.
Am späteren Abend machte ich es mir in der Beach Bar gemütlich.
17. Juni – Reinebringen
Der Wind des Abends hatte deutlich nachgelassen. Das Frühstück am Zelt war direkt angenehm. Noch zierten sich die höheren Berge und versteckten ihre Spitzen in den Wolken.
Durch die Bewölkung ging ich den Tag ganz langsam an. Alles nötige für die Wanderung wurde gepackt, um anschließend nach Reine zu fahren. Dort parkte ich auf dem Parkplatz am Hafen. Eigentlich sollte das Auto durch die Kameras automatisch erfasst werden. Die App Easy Park und die alternative Webseite gaben jedoch an, das ich nicht auf dem Parkplatz bin. Das wird sich möglicherweise später lösen.
Die Tour startete ich mit einem Umweg über den örtlichen Bäcker. Was süßes für die Gipfelpause. 😊 Der Weg führt durch Reine und danach an der E10 bis zum eigentliche Einstieg. Vom Parkplatz bis zur Spitze sollen es 2,8 Kilometer sein. Am eigentlichen Einstieg zog ich die Jacke aus um im T-Shirt den zweiten Abschnitt nach oben anzugehen.
Vor 15 Jahren hieß es für mich hier auf einem Gravelpfad nach oben kraxeln. Nun, die Zeiten haben sich geändert. Nur noch 1,1 Kilometer. Nur noch 1978 Stufen. Nur noch ein kleiner Gravelteil ganz oben. Nur noch gut 480 Höhenmeter.
Was war ich froh, das es beim Weg nach oben noch bewölkt war. Witzig war eine kleine Gruppe aus Spanien, die parallel mit mir ging. Durch die unterschiedlichen Pausen trafen wir uns oft. Die eine Spanierin meinte immer – Nur noch zwei Minuten. 😂
Oben angekommen lichteten sich die Wolken langsam. Ein paar Bilder, bevor es Zeit war für den Gipfelsnack. Ich hatte mir dazu etwas typisch norwegisches in der Bäckerei gekauft – eine Zimtschnecke. 😀 Ich aß jedoch nur einen Teil ganz oben, den anderen weiter unten. Oben war doch viel los. Nicht wie früher, wo wir nur zu fünft dort oben waren.
Als ich den weiteren Weg hinunter anging, kam mir bei den ersten Stufen jemand bekanntes entgegen. Wie am Vortag scherzhaft gesagt, trifft man sich vielleicht bei der Tour und so war es dann auch. Wir sind dann sogar nochmal ein paar Meter wieder zurück; also nach oben, denn die Sonne kam immer mehr heraus.
Die ganzen Stufen nach unten sind wir zusammen gelaufen und haben uns gut unterhalten. So kam der Abstieg gefühlt sehr kurz vor. Oben hatten wir wegen dem Wind noch Jacken an, auf dem Weg nach unten wurde es immer weniger. Unten angekommen, fühlten wir beide uns als würden wir auf einer Wolke laufen. Durch die vielen Treppenstufen fühlte sich das Laufen auf einer ebenen Fläche merkwürdig an. Der Effekt war aber bald wieder weg.
In Reine trennten sich unsere Wege. Sie lief zu ihrem Auto um zur Unterkunft zu fahren und dann ihrem Mann die Möglichkeit für die Tour zu geben, der sich um das Baby kümmerte. Meiner war der zum Parkplatz. Die App hatte immer noch keine Bestätigung, das ich dort parkte. So schrieb ich eine kurze E-Mail an die Kommune, wie es auf einem Schild auf dem Parkplatz stand.
Dann parkte ich kurz um, um das Auto zu laden. Während dessen konnte ich die Schuhe tauschen, sowie ein paar andere Dinge erledigen.
Auf Sakrisøy stoppte ich bei Anita’s Seafood Café. Ein Cappuccino mit einer warmen Zimtschnecke bestellte ich mir. Das was ich dort an Fischburgern und sonstigem Essen sah, sah gut aus. Da beschloss ich an einem anderen Tag dort zu Abend essen.
Auf dem Rückweg hatte ich leider zweimal wieder Schnarchnasen mit ihren Wohnmobilen vor mir. Bis eine geeignete Stelle zum Überholen kam, dauerte es. Die sollten sich mal bei dem Fahrer des Müllwagens vom Vormittag erkundigen. Der war mit dem Müllwagen sehr zügig unterwegs gewesen.
Am Campingplatz angekommen entschied ich mich dazu den Tag ruhig ausklingen zu lasen. Duschen und dann am Zelt einen Kaffee, sowie Lesen bis zum Abendessen. Das ganze bei sonnigem Wetter, das am Strand mit dem immer wieder auffrischenden Wind kühler wirkte. Im Zelt war es sehr angenehm. 😊
Wanderung: ~5,5 Kilometer, ~530 Höhenmeter
18. Juni – Kvalvika Beach und Nesland – Nusfjord
Heute wurde ich etwas früher wach. Eigentlich ganz gut, da die Wettervorhersage für Nachmittags gemischtes Wetter ankündigte. Wie auch immer, erst mal Frühstück.
Die Fahrt zur ersten Wanderung war eine, zu einer der Nachbarinseln. Dazu musste ich über zwei schmale, gebogene Brücken fahren. Ist immer wieder eine interessante Sache, da diese so gebogen sind, das man den entgegenkommenden Verkehr nicht sehen kann. Also vor der Brücke checken, ob was entgegen kommt.
Dann ging es durch da Örtchen Fredvang, das eher wie eine weit verstreute Ansammlung von Häusern, denn einem Dorf erscheint. Weiter die Straße bis zur einer weiteren Ansammlung von Häusern. Der Fluß Markelva ist eher ein kleiner Bach, der die geschotterte Straße quert. Das ist der Startpunkt der Tour.
Es ging durch ein Tal, dem Bach lose folgenden. Es ist am Anfang ein Weg, der immer wieder durch ein Feuchtgebiet geht. Daher ist der Weg oft mit Holzblanken ausgelegt. Wenn es nicht durch eine offene Landschaft ging, ging es durch einen Birkenwald. Vorbei an insgesamt drei Seen, bis ich zum Kvalvika Beach kam. Unterwegs sah ich Zwei ihre Zelte zusammenpacken und einige, die mir mit kompletten Gepäck begegneten. Ich war somit die Einzige, auf einer Tagestour.
Angeblich sollen in dieser Gegend Schafe weiden. Gesehen hatte ich keine, dafür aber einen Hasen.
Kvalvika Beach besteht aus drei Sandstränden. Den ersten sah ich schon von oben aus dem Tal kommend. Die nächsten zwei sind von jeweils großen Felsen getrennt. Bei dem ersten Felsbereich entschloss ich mich unten rum zu gehen. D. h. durch das Wasser. Dazu zog ich die Schuhe aus, krempelte die Hose hoch und umging die Felsen. Das kalte Wasser kribbelte ordentlich. Bei der zweiten Felsblockade zum dritten Sandstrand versuchte ich es genauso, brach aber ab, da dort das Wasser zu tief war. Ohne Hose wäre es möglicherweise gegangen, aber bei der Wassertemperatur(!).
So trocknete ich meine Füße nach der Kneipp Tour ab und machte mich oben herum um die zweite Felsblockade. Angekommen am dritten Sandstrand war mir klar, wo die ganzen Tourer mit ihrem vollen Gepäck herkamen. Noch standen hier acht Zelte in Strandnähe.
Kvalvika Beach selbst erstrahlte in der morgendlichen Sonne mit tollen Türkis- und Blautönen.
Von hier war der Weg bergauf. Wobei “der Weg” nicht so einfach zu sehen war. Es gibt in dem Wirrwarr von Steinen teils keinen Weg von unten zu sehen. Egal, einfach nach oben. Es passte schon. Auf der anderen Seite ging es länger durch ein Feuchtgebiet. Auch hier wieder auf Holzbohlen. Auf dieser Teilstrecke vom Strand bis zur Straße (Wanderparkplatz) kamen mir reichlich Wanderer entgegen. Kein Wunder, ist das doch der kürzeste Weg zu den Stränden. Schöner ist jedoch der, den ich lief.
An der Straße angekommen folgte ich dieser gut 3,8 Kilometer. Eher langweilig an der Straße, aber es gibt leider keinen alternativen Weg.
Da es gerade erst Mittagszeit war, machte ich mich auf zur nächsten Tour. Wobei, nicht ganz am Dorfende von Fredvang, vor der ersten Brücke stand ein Food Truck. Dort bestellte ich mir einen Burger. Die Lebensmittel dazu kamen angeblich alle aus der Gegend. Lecker war er zumindest.
Jetzt aber tatsächlich weiter zur nächsten Tour. Der Startpunkt ist in Nesland. Gar nicht so weit weg, durch die Schotterstraße ist es dann doch eine längere Fahrt, zumal hier dann auch Schafe neben und auf der Straße waren.
Von Nesland ging ich den Fiskersti nach Nusfjord. Der Pfad geht immer wieder auf und ab; immer wieder durch offene Landschaft oder durch Birkenwälder. Aber vor allem geht er immer in der Nähe der Küste entlang. Durch das auf und ab usw. braucht man für die gut 5,5 Kilometer einige Zeit. Abwechslungsreich wurde der Weg durch die Querung eines Felssturzes. Dort lagen riesige Felsbrocken und auf einigen war das rote T der Wegmarkierung zu sehen. Such dir deinen Weg und falle in keine der Spalten!
Später kam dann noch eine Holzleiter nach unten, mit einem Abschlussklettern an einem Seil Klettern musste eh immer mal wieder auf dem Weg.
Nusfjord war relativ ausgestorben. Nur eine Hand voll Personen war im Hafenbereich zu sehen. Mehr sah ich erst vor der Pizzeria und im alten Landhandel, der nun ein Café ist. Dort machte ich es mir mit einem Flat White und einer Waffel gemütlich. Der alte Landhandel ist ein Café, aber auch ein Museum mit dem was dort alles zu sehen ist. In ganz Nusfjord sind einige Gebäude als Museum zu begehen. So kann man nachvollziehen wie der Fischfang und die Verarbeitung einmal war. Ebenso der Walfang.
Zurück ging es fast auf dem selben Weg. Aus dieser Richtung sind die Markierungen nicht ganz identisch. So kam ich z. B. nicht mehr an der Leiter vorbei. Die spannende Felskletterei kann jedoch nicht umgangen werden. Nicht so einfach dort, irgendwie aber auch spaßig.
Die Wanderung endete somit wo sie begann, in Nesland. Zurück ging es wieder über die Schotterstraße und dann die normale Straße zum Campingplatz. Dort angekommen war die Heckscheibe völlig zugestaubt. 😂
Nach einer nötigen Dusche machte ich mir Nudeln mit Pesto. Es war schon später und zu richtigem kochen hatte ich keine Lust mehr.
Über “Nacht” zog der Himmel zu. Es sollte regnen. Leider immer wieder für die nächsten drei Tage. Damit macht ein Wechsel des Campingplatzes keinen großen Unterschied. Somit beschloss ich, drei Tage länger auf diesem Campingplatz zu bleiben und zu schauen, was gehen wird.
Wie ich morgens das erste Mal wach wurde, hörte ich leichten Regen, der auf das Zelt prasselte. Ich drehte mich um und schlief wieder ein. Als ich dann wach wurde, war es ok zum Aufstehen. Für das Frühstück saß ich im Zelt, mit der zum Strand offenen Seite.
Die Berge im Hintergrund hatten wolkenverhangene Spitzen, ansonsten sah es ganz gut aus. Dennoch verkroch ich mich zum Lesen im Zelt für einige Zeit. So ganz geheuer war mir das Wetter nicht.
Am späteren Nachmittag machte ich mich auf nach Sørvågan. Unterwegs stoppte ich in Hamnøy. Beim dortigen Bäcker kaufte ich eine Zimtschnecke und einen Kaffee. Beides gab es in der Sonne vor der alten Bäckerei.
In Sørvågan fand ich auf dem Parkplatz gerade so noch einen Platz für das Auto. Von dort machte ich mich auf die Tour. Das erstes Highlight war bald erreicht – ein schöner Wasserfall. Der Pfad querte einen kleinen Bach um dann zu einem See zu gelangen, an dem es entlang ging. Immer wieder mal über größere Steine und Wurzeln.
Am Ende des Sees nahm ich wohl den falschen Pfad und befand mich auf einem noch kleineren Pfad nach oben. Die Richtung stimmte, daher merkte ich es nicht sofort. Bis auf das knifflige Ende, dem hochklettern an einem 1,5 Meter hohen Felsblock am steileren Hang war es ein schöner Weg.
Dann war ich wieder auf dem eigentlichen Weg. Leicht bergab, um dann länger bergauf zu gehen. So im Inselinneren wurde es bald schon fast so wie in höheren Lagen in den Alpen. Viel Fels, Gras und höchstens kleine Büsche.
Der Munkebu ist ein See in einer Senke. Neben diesem ist eine DNT-Hütte, in der Mitglieder übernachten können.
Unterwegs lief ich an Schneefeldern vorbei, bei meist sonnigem Wetter. Die Gipfel der Berge ringsum versteckten sich in den Wolken. Da die Wolken eher dunkel waren, kehrte ich ohne größere Pause wieder um. Auf dem Rückweg gab es in meiner Laufrichtung auf einer Seite große helle Wolken, die sich über die Berge in das Tal bewegten. Das war schon ein tolles Naturschauspiel. Die dunkleren Wolken hinter mir aber auch.
Bergab bin ich den eigentlichen Hauptweg gelaufen. Damit kam ich über zwei längeren und steileren Felsen hinunter. Damit das gefahrlos geht, sind an beiden Abschnitten Ketten gespannt.
Wohlbehalten kam ich am Startpunkt wieder an. Morgens hielt ich zwischendurch für Fotos, was auf der Fahrt zurück zum Campingplatz nicht geschah.
Nach der Dusche machte ich mir ein Curry mit Gemüse und Reis.
An der Rezeption schaute ich kurz vorbei und buchte die Übernachtungen für drei weitere Tage. Der ursprünglich mit eingeplante Campingplatz in Moskenes entfiel damit. Denn dorthin zu wechseln, war nicht nötig, da ich die südlichen Touren bereits hinter mir hatte.
Zum Ausklang gab es an der Beach Bar an diesem Abend Live Musik.
Wanderung: ~10,3 Kilometer, ~720 Höhenmeter
20. Juni – Ryten?
Es regnete am frühen Morgen, kombiniert mit reichlich Wind. Ich drehte mich noch ein paar Mal um, bis ich, für mich sehr spät aufstand. Es wurde warm im Zelt. Der Grund: Der Regen hatte aufgehört, kaum Wind und die Sonne zeigte sich. Supi. Frühstück am/im Zelt.
Eine Recherche nach dem Frühstück ergab fast überall in der Nähe (Fahrtzeit ~1 Stunde) das selbe bescheidene Wetter. Also versuchte ich es mit einer Tour in der Nähe. So fuhr ich erneut nach Fredvang bzw. dem dahinter liegenden Indresand.
Kaum dort angekommen, fing es an leicht zu nieseln. Es gibt definitiv besser Voraussetzungen für eine Tour. Mit der Regenjacke zog ich somit los auf die Tour zum Ryten, von dem man die Sandstrände von Kvalvika sehen kann. Die Tour lt. Wanderführer macht auch einen Abstecher zum Strand, den ich auslassen wollte. Dort war ich bereits zwei Tage zuvor bei Sonnenschein.
Wie sich herausstellte, ist diese Tour sehr beliebt. Bis zu diesem Tag, die meistbesuchte während meines Urlaubs. Zu denken, ich wäre die Einzige die bei so einem Wetter los macht, ist eine Fehlannahme gewesen.
Unterwegs fluchte ich kurz, da ich die Stöcke im Auto gelassen hatte. Von der Steigung war es kein Problem, nur mit den Steinen, Felsen und dem gelegentlich rutschigen Untergrund hätten diese mehr Sicherheit geboten.
Auf dem Weg nach oben nieselte es schön weiter. Dazu kam dann ein deutlicher Wind – 5 Bft, in Böen bis 7 Bft. Da Teile des Weges über Holzblanken und teils sogar mit einem Meter Höhe verlaufen, hieß es gut aufpassen. Aufpassen war ebenfalls an ein paar leichten Kletterstellen angesagt.
Am Sattel, ab dem es weiter zum Gipfel oder nach unten zum Strand geht, hatte ich so langsam genug. Ein paar Meter lief ich noch zum See Forsvatnet, dann kehrte ich um. Es waren nur etwa 11 Grad, deutlicher Wind und Nieselregen. Den Gipfel des Ryten zu erklimmen war zusätzlich wenig anregend, da dieser in den Wolken versteckt war.
Nun also zurück, was nicht einfach war. Rutschig auf dem Erdboden, den Steinen und Felsen. Aufpassen war also angesagt.
Etwas wärmendes wäre nun gut. Zurück, über den Campingplatz fuhr ich bis Vikten. Dort gibt das Glasshytta Vikten. Eine Glassbläserhütte und Café. Die Tische des Cafés sind dabei im Shop verteilt. Ich wählte für mich einen Tisch im Raum wo der Glasbläser gerade seiner Arbeit nachging. Abgesehen davon, das dieser Bereich gut gewärmt war, konnte ich so dem Glasbläser zuschauen, wie viele andere und dabei meinen Flat White mit einem Stückchen genießen.
Sodann ging es zurück zum Campingplatz. Auf allen meinen Fahrten an diesem Tag, wie auch an den vorherigen war ich fasziniert von der Landschaft. Berge und davor Sandstrände mit türkisfarbenen Buchten. Die Wiesen mit ihren Blumen.
Am Campingplatz war es trocken und sommerlich. Sonne und kein Wind. Nach der obligatorischen Dusche gab es daher einen Kaffee am Zelt. Ich fing dann auch gleich an mit dem Abendessen. Knobi und Zwiebeln wurden in Chilli-Rapsöl angebraten. Dazu kam eine kleingeschnittene Paprika, die mitbruzeln durfte, bevor eine Packung Tomaten in Stücke darüber kamen. Ein paar Kräuter, Salz und Pfeffer. Den zuvor gekochten Reis gab es dazu.
Wie ich mit dem Spülen nach dem Essen beschäftigt war, wurde es wieder deutlich dunkler bewölkt, wie am Morgen. In der Beach Bar bei Live Musik war das weniger wichtig.
Wanderung: ~4,5 Kilometer, ~180 Höhenmeter
21. Juni – Regentag
Es regnete, wie ich wach wurde und soviel schon vorneweg, es änderte sich während des Tages auch nicht mehr wirklich. Eine kleine Regenpause gab mir die Möglichkeit am Zelt zu frühstücken. Wobei, nur die Zubereitung war im freien ohne Regen. Gegessen hatte ich im Zelt, da es schon wieder regnete.
Mit dem Spülen des Geschirrs hatte ich mir Zeit gelassen. In der Tageszeitung gab es ein paar interessante Artikel, die die Zeit überbrückten bis zur nächsten Regenpause.
Als das Geschirr gewaschen war, zog ich mich dem Wetter entsprechend an und machte mich auf nach Ytresand, das bei Fredvang liegt. Somit lag der Ausgangspunkt der Wanderung sehr nahe dem, des vorherigen Tages.
Der Wanderparkplatz war voll, nachdem ich dort parkte. Hatte gar nicht so viel an diesem Regentag dort erwartet. Die Wanderung ging an einem Berghang schräg und stetig nach oben. Auf dem Weg nach oben, bei Nieselregen gab es immer wieder schöne Blicke zurück. Der böige Wind schmälerte das Erlebnis etwas.
Dann machte der Weg einen Bogen um den Hang; jedoch weiter nach oben gehend und somit zum ersten Gipfel. Weiter in eine Senke und wieder nach oben kam ich am zweiten Gipfel an. Hier bot sich ein toller Blick auf die Sandstrände und die Berge im Dunst.
Den Weg zum letzten Gipfel hatte ich angetreten, dann wurde der Wind jedoch sehr stark, womit ich umkehrte. Alle anderen schienen an diesem Tag ebenfalls nur bis zu dem zweiten Gipfel (Røren) gelaufen zu seien. Weiter sah ich keine Person laufen. Kein Wunder, den weiter hieß noch ausgesetzter am Inselzipfel im starken Wind laufen, für eine Aussicht in die entgegengesetzte bergige Küstenlandschaft, wo doch die wesentlich interessantere Sicht bei Røren ist.
Auf dem Rückweg machte ich in Ramberg in einem Café halt.
Am Campingplatz angekommen, gab es eine Regenpause. Diese nutzte ich direkt für die Dusche.
Die Zeit bis zum Abendessen verbrachte ich mit lesen im Zelt, denn, oh Wunder es regnete.
Für das Abendessen bin ich zuerst nach Reine gefahren. Erst bekam das Auto sein “Abendessen” am Schnelllader. Auf der Insel Sakrisøy bei Reine ist Anitas Sjømat. Dort soll es mit den besten Fischburger auf den Lofoten geben. Ein Grund, dort vorbei zu schauen. Ich bestellte mir den Burger Winnie The Pooh. Ein Burger mit einem Fischpaddy, geräuchertem Lachs, Shrimps und Salat. Richtig lecker. 😋
Am Campingplatz ging ich direkt in die Beach Bar. Es waren nur noch 10 Grad, so wie an vielen Tagen zuvor, jedoch mit Regen und Wind fühlte sich das deutlich kälter an. Nach der Wettervorhersage waren es “Feels like 0”.
Da es ein Wochenendetag war, gab es wieder Live Musik. Nebenbei konnte man die Saunabesucher beobachten. Es gibt zwei Saunen mit Panoramafenster zum Strand. Die Abkühlung nach dem Schwitzen ist das Meer.
Wanderung: ~4 Kilometer, ~160 Höhenmeter
22. Juni – Relax-Tag
Als ich morgens wach wurde regnete es und stürmte. Wie an den letzten Tagen – umdrehen und weiterschlafen. 😅 Wie ich aufstand, dachte ich erst an ein Frühstück in der Beach Bar. Beim Weg zur Toilette, merkte ich, das es gerade ganz gut aussieht. Daher hatte ich mir vor dem Zelt ausreichend Wasser für den Kaffee und das Porridge gekocht. Der Kaffee war aufgesetzt und das Porridge zubereitet. Damit konnte ich alles wieder in das Zelt packen und dort Frühstücken. Das war genau die richtige Intention und der richtige Zeitpunkt. Kaum war das Zelt zu, begann es wieder zu regnen. Das machte mir ja nix, da ich Kaffee und Porridge im warmen und trockenen Zelt hatte.
Es war eh ein Relax-Tag geplant. Auszeit für die Beine; schließlich gingen alle Touren mehr oder weniger immer nach oben. Die ganze Zeit im Zelt rum sitzen wollte ich jedoch auch nicht. Daher ging es mit dem Auto auf eine erste Tour. In Ramberg kaufte ich Lebensmittel für die nächsten Tage.
In der näheren Umgebung bin ich an ein paar Orte gefahren, um zu fotografieren. Es war neblig, trüb und regnerisch; dennoch hatte das alles eine gewisse Stimmung, die ich versuchte in Fotos fest zu halten.
Zur späteren Mittagszeit bin ich in der Beach Bar eingetrudelt. Eine Waffel mit Salat und Lachs war das Mittagessen, mit einer Zimtschnecke als Nachtisch.
Im Zelt verkroch ich mich einige Zeit danach. Ein Podcast über Roswell-Aliens vorgetragen von Rahel und Christian im Stay Forever Podcast.
Ein weiterer Anlauf zu einer Fotorunde wurde gestartet. Diese endete fast gleich. Auf dem Weg vom Zelt zum Auto hatte ich keine Regenhose an und prompt fing es richtig an zu schütten. 🙃 Also mit dem Auto soweit zum Zelt wie möglich; dorthin gelaufen und umgezogen (diesmal Regenhose!). Nun konnte ich los zur Fototour.
Es gab einige schöne Stellen, die bei dem Wetter durchaus ihren Reiz hatten.
Da ich dabei wieder bis Reine kam, wurde nochmals der Akku geladen.
Am Campingplatz gibt es zwar ein Zelt in dem reichlich Platz ist, um bei so einem Wetter zu kochen und zu essen, da ich aber schon mal in Reine war, hieß das, das ich wieder durch Sakrisøy komme. Somit bin ich wieder zu Anitas Sjømat. Eine Fischsuppe wurde es an diesem Tag.
23. Juni – Kabelvåg – Svolvær
Es hatte geregnet, während ich schlief. Für das Kochen des Wassers für Kaffee und Porridge hatte ich gerade so eine Regenpause erwischt. Ergo: Frühstück im Zelt.
Es folgte ein packen aller Sache im Zelt. Die einzelnen Taschen packte ich auf einen Handwagen, den ich morgens beim Toilettengang auf dem Rückweg mitnahm. Dazu kam das schmutzige Geschirr. Dann wurde das Zelt abgebaut – im leichten Nieselregen. Es gibt schönere Momente dafür.
Mit dem Wägelchen wanderte ich zum Auto, um alles zu verladen. Erst nachdem ich den Handwagen wieder zurückgebracht hatte, wusch ich das Geschirr.
Die Abfahrt vom Campingplatz verzögerte sich noch etwas. Erst kaufte ich zur Erinnerung ein T-Shirt in der Beach Bar und genoss noch einen letzten Kaffee.
Die Fahrt nach Kabelvåg war komplett im Regen. In Borg machte ich einen ganz, ganz kurzen Stopp am Wikingermuseum. Ein Bild und weiter. Im Museum war ich 15 Jahre zuvor schon. Vermutlich hat sich in der Zwischenzeit einiges dort getan. Jedoch standen sehr viele Autos, Vans, Wohnmobile und sogar einige Reisebusse auf dem Parkplatz. Das Gedränge innen mochte ich mir gar nicht vorstellen.
In Kabelvåg baute ich mein Zelt auf dem selben Campingplatz wie eine Woche zuvor auf. Der entscheidende Unterschied: Diesmal im leichten Nieselregen.
Eigentlich wollte ich mir noch einen Kaffee kochen, bevor es weitergehen sollte. Nur mein Piezo-Anzünder wollte nicht mehr. Dann halt ohne nach Svolvær. Dort wurde ich im Sportladen leider nicht fündig für einem Ersatz. In dem Shopping Center bin ich daher noch in einen Supermarkt. Dort kaufte ich ein Feuerzeug, damit kann der Gaskocher ebenfalls angezündet werden.
Es nieselte immer noch ganz leicht, dennoch unternahm ich einen Spaziergang durch Svolvær. Der erste Gang natürlich zu einem Café. Das Deja Brew hatte ich mir ausgesucht. Es ist in einem kleinen Einkaufszentrum und gemütlich eingerichtet. Zum Flat White bestellte ich mir Pancakes mit Banane und Erdbeermouse. 😋
So konnte ich mich auf die weitere Erkundung von Svolvær machen. Das Zentrum ist ein Marktplatz, der am Hafen liegt. Das alles ist sehr übersichtlich. So groß ist die Lofoten-Hauptstadt nicht. In Geschäften fand ich neben einem T-Shirt, eine Fleecejacke. Nach ein paar Tagen mit Regen merkte ich schon die Kühle. Ein paar Fleecejacken, die ich dabei hatte waren zwar dick aber eben nicht so dick. Irgendwie irre, mir war teils kalt, während es Zuhause 39 Grad waren.
Am späteren Nachmittag hörte es auf zu regnen. Damit konnte ich mein Abendessen in Ruhe am Zelt zubereiten und dort essen.
In einem der Gemeinschaftsräume unterhielt ich mich mit einem anderen Camper während uns das Feuer des Holzofens wärmte. So ging der Abend schnell vorüber. Nur noch Duschen und ab in den Schlafsack.
24. Juni – Henningsvær
Ich wurde doch tatsächlich durch die Wärme im Zelt wach. Das hatte ich schon einige Zeit nicht mehr gehabt. Blauer Himmel und Sonne. 😀 Damit war klar, das das Frühstück auf alle Fälle vor dem Zelt sein sollte.
Die Fahrt zum Parkplatz für die Wanderung war ungefähr 20 Minuten. Es gibt dort ein paar vereinzelte kleine Parkbuchten, die alle bereits voll waren. Somit blieb nur übrig kurz vor Henningsvær auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz zu parken oder auf dem gebührenpflichtigen (und sehr teuren) nah an der Einstiegsstelle der Wanderung. Ich nahm letzteres.
Das Schild an Einsteig der Wanderung behauptet “nur” 1,4 Kilometer bis zum Gipfel des Festvågtinden. Es kamen eine Handvoll Treppenstufen, um danach über riesige Felsblöcke zu kraxeln. Hat man das geschafft, geht es nur noch geradeaus nach oben. Direkt ist eben kürzer. Das ist schon ziemlich steil auf dem Abschnitt bis zum See Heiavatnet. Immer wieder sind die Hände zu nutzen, um halt zu haben.
Ab dort sieht man schon den Pfad auf einem Kamm nach oben gehen. Ebenso geradeaus und gut besucht. Der hinter mir liegende Weg war schon anstrengend, der von dort folgende noch deutlich mehr. Je höher ich kam, desto steiler und rutschiger wurde der Weg. Dafür ist die Aussicht super.
Runter ging es den selben Weg. Am See bin ich an diesem vorbei und bis zu einer kleinen Spitze, den Nippen gelaufen. Von dort hat man meiner Meinung nach sogar den besseren Blick auf Henningsvær. Den von hier kann man mehr vom Ort erkennen als von weiter oben.
Bis zur Straße kommt ebenfalls wieder der selbe Weg, den ich hoch lief nur halt runter.
Diese Wanderweg grenzt schon ziemlich ans Limit dessen, was ein Wanderweg genannt werden kann. Es ist schon fast der leichteste Einstieg in die Kletterei.
So, nachdem ich Henningsvær von oben gesehen habe ging es natürlich auch nach Henningsvær. Ein ikonisches Fischerdorf heißt es. So wahr es nicht verwunderlich das dort viele Touristen unterwegs waren.
Neben einem Spaziergang durch den Ort gab es in dem Klatrekafeen einen Kaffee und einen Blaubeerkuchen. Das Klatre (Klettern) kommt u. a. dadurch, das dazu auch ein Shop mit Kletterartikeln gehört, sowie die Gegend um den Berg auf dem ich war auch ein Kletterberg ist.
Am Campingplatz war der Nachmittag mit relaxen und lesen bis zum Abendessen gestaltet worden.
Wanderung: ~4 Kilometer, reichlich Höhenmeter Keine Karte, da sich das GPS der Uhr in dem Einschnitt schwer getan hat mit der Aufzeichnung und einige Ausreißer zeigt.
25. Juni – Um Svolvær
Über Nacht war es wieder kühl. Im Schatten des Berges, ohne direkte Sonne spürte ich die 10 Grad deutlich anders. Ich hatte sogar die Zusatzbelüftung des Zeltes geschlossen. Das bedeutete das das Außenzelt morgens von Innen feucht war. War schon klar; besser wie frieren. Das wiederum war am frühen morgen gar nicht der Fall. Die Sonne zeigte sich beim Frühstück am Zelt von ihrer freundlichen Seite.
Später soll es lt. Wetterbericht regnen. Daher machte ich mich nach dem Frühstück gleich auf zu einer kurzen Wanderung in der Nähe. Diese startete in Osan, einem Vorort von Svolvær. Der Anfang war eher langweilig, auf einem Schotterweg bergauf bis ich nach 1,3 Kilometer den eigentlichen Einstieg erreichte. Ab hier war es dann wieder ein Pfad über Wurzel und Stein. 😀
Am Sattel entschied ich mich zuerst nach links, zu einer Spitze zu gehen. Es bot sich mir ein schönes und bewölktes Bild von Svolvær und den Inselchen drum herum.
Weiter, d. h. zurück zum Sattel und dort weiter zum nahen Tjeldbergtinden. Dort traf ich einen Local bei seiner Morgenwanderung. Still genossen wir die Aussicht.
Zurück ging es auf dem selben Weg. Nun kamen mir ein paar Personen entgegen. Zwei, die es wohl eher für einen Spaziergang hielten, so wie sie gekleidet waren. Das ist es jedoch nicht. Einfach ist der Weg schon, aber doch immer wieder feucht.
Am Auto angekommen, war es immer noch Vormittag. Nach der Wettervorhersage hatte sich der Beginn des Regens um fast zwei Stunden nach hinten verschoben. Im Wanderführer gibt es eine weitere einfache Wanderung. Von Svolvær zu einem Gipfel, mit der Option zu einem zweiten. Davor kommt man an einem See vorbei, der eine gute Aussicht bieten soll.
Somit nahm ich diese zweite Tour und beschloss sie aufgrund des kommenden Regens nur bis zu diesem See zu laufen. Auf dem steilen und felsigen Weg nach oben dachte ich schon, gut so zu entscheiden. Der Weg ist oft feucht, geht aber auch genauso oft über blanken Fels nach oben. Macht durch seine Abwechslung aber auch Spaß. Es geht durch viel grün, viel Farn, viele Birken. An einem unteren See vorbei, einem Bach mit Wasserfall entlang bis ich irgendwann oben am See war. Dort ist sogar eine große Holzplattform.
Von hier könnte man weiter auf den Tuva. Diesen Gipfel sieht man auf dem einen Foto über dem See. Oder in die andere Richtung, auf den Blåtinden. Auf den Tuva, wie erwähnt wollte ich von vornherein nicht und der Blåtinden versteckte sich schon in den dunklen Wolken.
Auf der Holzplattform war es leider zu windig für eine ausgiebige Pause. Somit machte ich ein paar Fotos und begab mich auf den selben Weg zurück. In diese Richtung waren die Felsen nochmal vorsichtiger zu nehmen; vor allem die, die schon nass waren.
Leicht durchgeschwitzt, entschied ich mich dazu den Campingplatz anzusteuern. Die Dusche war sehr angenehm. Auf den letzten Metern zum Zelt begann es dann auch leicht zu nieseln. Da war er, der angekündigte Regen.
Früher Nachmittag. In Svolvær suchte ich wieder das Deja Brew Café auf. Dort wurde ich gleich mit einem “Hallo, schön Dich wieder hier zu sehen” begrüßt. Das Café hat guten Kaffee, eine tolle Mannschaft und ist gemütlich. Hier war ich am Schreiben des Textes des Tages. Das geht am Besten mit einer Stärkung in Form von Pancakes. 😋
Es folgte ein Spaziergang durch Svolvær, bevor ich zum Campingplatz zurück kehrte.
Da es weiter regnete, machte ich es mir im Zelt gemütlich und las. Für das Abendessen packte ich alles in einen Beutel und lief zum Gebäude mit der Campingküche für alle. Dort machte ich mir ein Curry mit Gemüse und Reis. Dabei kam ich mit einer Schweizer Familie ins Gespräch. Dann kam sogar noch der Radfahrer, den ich dort zwei Tage zuvor traf.
Später lief ich zur Gemeinschaftshütte, da wir uns dort treffen wollten. Er war noch nicht dort, dafür eine Norwegerin, die es sich mit Kerzen auf dem Tisch gemütlich gemacht hatte. Wir kamen gerade ins Gespräch, als der Radfahrer zu uns traf. So waren wir – Emma, Wadim und ich – in dieser gemütlichen Hütte. Wadim sorgte für Feuer im Ofen, damit wir es bei unserer Unterhaltung gemütlich hatten und er seine Kleidung trocken bekam.
Es war bereits nach Mitternacht, als wir uns verabschiedeten und in unsere Zelte bzw. Auto verschwanden.
Guten Morgen Regen. Zum Glück nur ganz leichter Nieselregen.
Für das Frühstück machte ich mich mit meinem Beutel auf zu der einen Gemeinschaftshütte in der Nähe (eine andere wie am Abend zuvor). Dort traf ich Emma wieder, die genau aus dem selben Grund gerade dort ankam. Wir unterhielten uns erst mit einem anderen Camper und später mit einem Freund von Ihr, der sie abholte.
Ich erwähnte, das ich im August erneut in Norwegen sein werde und zwar in Trondheim. Da Emma aus Trondheim ist, gab sie mir einen Tipp für ein Café dort.
Das Zelt mit allem wurde im immer noch leichten Nieselregen abgebaut. Ich machte mich auf nach Hov. Dort auf dem Hov Gård wollte ich mein Zelt für drei Tage aufschlagen. Den Preis fand ich dann doch zu hoch, zumal es nur sehr einfache Sanitäranlagen dort gibt. Im Restaurant/Café gab es was zu Trinken und einen leckeren Karottenkuchen während ich mir die Gestaltung der nächsten Tage überlegte.
Die Entscheidung: Weiter bis zum bekannten Lofoten Beach Camp für zwei Tage und danach für einen Tag nach Hov Gård.
Damit war klar, das eine Weiterfahrt nach Flakstad kam, um dort wieder das Zelt am Strand aufzubauen. Das Zelt baute ich diesmal eher in der Nähe der Beach Bar und nicht am äußersten Ende des Strandes auf. Mit Kaffee und Lesen verbrachte ich den Nachmittag im Zelt. Es nieselte immer wieder, zum Abendessen bestand dann doch noch dieses am Tisch in der Nähe des Zeltes zu mir zu nehmen. Mein Zeltnachbar tat dies ebenfalls, womit wir uns während des Abendessens angeregt unterhielten.
Der Abend wurde in der Beach Bar verbracht. Noch war es ordentlich bewölkt, was sich über Nacht auflösen soll.
27. Juni – Uttakleiv
Der Morgen war schon wieder viel freundlicher. Es zeigte sich die Sonne und teils blauer Himmel. Dafür war der Wind etwas stärker. Aber kein Problem, ich öffnete einfach die dem Strand abgewandte Seite des Zeltes und konnte so im fast Windstillen frühstücken.
Mit dem Zeltnachbar kam ich auch an diesem Morgen wieder ins Gespräch. Am Ende fuhr ich ihn bis zum nächsten Ort. Ich hatte Zeit und für ihn war die langweilige Teilstrecke (Wandern mit vollem Gepäck) an der Straße und über zwei Brücken damit überwunden. Zurück am Campingplatz zog ich eine dünnere Hose an, um zur Wanderung zu fahren.
Die Fahrt nach Haukland dauerte länger. Zwei Wohnmobile mit gemütlicher Geschwindigkeit hatte ich vor mir. Auf der schmalen Straße nach Haukland dachten diese wohl, das der entgegenkommende Reisebus ihnen platz machen würde. Natürlich Fehlanzeige. Dann meinte eine aus dem einen Wohnmobil noch aufgeregt das ich zurück fahren sollte und ignorierte dabei, das hinter mir schon ein paar Autos waren. Wir fuhren alle zurück in Seitenwege. Nachdem der Reisebus an mir vorbei war, fuhr ich auf die Straße. An den Autos und Vans hinter dem Reisebus konnte ich ohne Probleme vorbeifahren und hatte somit die Wohnmobile abgehängt.
In Haukland machte ich mich auf den Wanderweg. Eigentlich dachte ich mir den einen Küstenweg mit dem Weg zum Himmeltindan, dem höchsten Berg von Vestvågøy zu verbinden. Der Himmeltindan versteckte sich jedoch in Wolken, womit ich beschloss nur den Rundweg zu laufen.
Auf einem alten Weg nach Uttakleiv verlief die Wanderung an der Küste entlang. Erst gegen den stärkeren Wind und auf det anderen Seite vom Berg war von diesem kaum was zu spüren. Uttakleiv streifte ich, nahm kurz die normale Straße und bog auf einen noch älteren Weg über einen Sattel ab. Dies ist der älteste Weg nach Uttakleiv, während der an der Küste der neuere ist. Zur Jahrtausendwende wurde es einfacher durch einen Tunnel. Damit konnten diese beiden Wege zu Wanderwegen werden.
Am Anfang zum Sattel stand ein Schild, das nach dem Sattel Wegarbeiten seien und man den Anweisungen folgen sollte. Soweit so gut. Am Sattel stellte sich heraus, das die Anweisung “geschlossen” hieß. Damit war der Rundweg kein Rundweg mehr. Über einen Pfad bin ich in einer Schleife zurück zum Weg nach Uttakleiv und dann den ganzen Weg zurück nach Haukland. Selbstverständlich war nun der starke Wind auf dieser Seite und somit wieder entgegen meiner Laufrichtung.
Am Ende wurde damit aus einem 8 Kilometer Rundweg ein über 13 Kilometer langer Weg.
Am Haukland Beach gab es daher eine Waffel und einen Flat White.
Uttakleiv und Haukland haben beide tolle Sandstrände mit herrlich türkisfarbenem Wasser. An beiden Stränden ist es erlaubt mit einem Zelt zu campen. Daher bieten auch beide Frischwasser, Abwaschmöglichkeiten und Toiletten. Man muss sich je nach Strand nur mit den ganzen Tagestouristen und/oder Schafen arrangieren.
Das Abendessen, Nudeln mit einer Soße aus Tomaten und Paprika sollte es am Zelt geben. Dann ging kurz vor dem Ende des Kochens das Gas aus. So bin ich mit dem Pot in die Küche für die Zelter gelaufen und habe es dort auf einer Herdplatte zu Ende köcheln lassen. Gegessen hatte ich im daneben stehenden Zelt.
Wanderung. ~13,4 Kilometer, ~320 Höhenmeter
28. Juni – Brattflogan – Hov
Das Frühstück konnte wieder am Zelt eingenommen werden. Das nötige Wasser kochte ich dazu in der Küche für die Zelter.
Das Abbauen des Zeltes war relaxt. Es war völlig trocken, was es schon länger nicht mehr war beim Zusammenpacken.
Entspannt bei Sonnenschein fuhr ich in das Slydalen (Tal) für die erste Wanderung. Der Weg von der Hauptstraße war jedoch ein geschotterter Weg und es gab ein paar Kühe, so wie viele Schafe. Die Schafe musste ich durchaus dazu bewegen, mir Platz zu machen.
Diese Wanderung ist eine leichte, die bewusst gewählt wurde. Ich wollte eine Tour in der Mitte der größten Lofoteninseln unternehmen. Es ging den Hang hoch. Links und Rechts kleine Büsche. Aufpassen musste ich eher auf den Weg, um nicht in die Hinterlassenschaften der Schafe zu laufen. Diese waren mit ihren Glocken gut zu hören; oft auch zu sehen.
Oben am Hügel, erreichte ich eine Hochebene. Diese war hauptsächlich mit Gras bewachsen. Hauptsächlich! Den was wäre eine norwegische Wanderung ohne durch ein morastiges Gebiet zu kommen. Es war schon gut, die wasserdichten Schuhe zu wählen.
Nach der Hochebene ging es erneut nach oben, bis ich den höchsten Punkt des Brattflogan erreichte. Es war zwar im Slydalen während der Wanderung schon bewölkt, es bot sich dennoch eine gute Sicht.
Same way back.
Auf dem weiteren Weg mit dem Auto kam ich am Lofotr Museum vorbei. Diesmal hielt ich dort um eine Kleinigkeit zu essen. Dort traf ich die Schweizer Familie wieder, mit der ich mich in Kabelvåg schon unterhalten hatte. Sie sind in das Museum; ich bin weiter nach Hov. Die Sonne kam wieder heraus. Es war eine schöne Fahrt mit guter Sicht auf den Berg Hoven, der als einziger Berg am Ende der Insel herausragt.
Da die Buchung schon am Tag zuvor erledigt wurde, konnte ich direkt einen Platz für das Zelt suchen. Den fand ich am Rand zum Strand. Bei der Entscheidung wurde ich von einer Norwegerin, die neben ihrem Zelt an einem Tisch saß angesprochen. Es war nicht das erste Mal, das man mich als Norwegerin vermutete aufgrund des norwegischen Kennzeichens am Auto. Wir kamen in ein längeres Gespräch (englisch und norwegisch gemixt) und stellten fest, das wir uns eventuell in ein paar Tagen auf Andøya wieder sehen.
Dann wurde tatsächlich noch das Zelt aufgebaut. Alles war soweit vorbereitet, womit ich auf die Tour zum Hoven gehen konnte. Mittlerweile war es leider wieder bewölkten das an einem Punkt der Lofoten, von dem die Mitternachtssonne gut anzusehen sei. Da sich die Bewölkung für den Rest des Tages nicht ändern sollte, machte ich mich auf die Tour.
Vom Hov Gård (Campingplatz!) lief ich über den mir dort mitgeteilten Weg. Was keiner sagte, war das der schöne Wanderpfad durch ein Feuchtgebiet läuft. Es wurde besser, als ich auf den eigentlichen Hauptwanderweg kam. Dieser war zwar hier und da matschig aber eben kein Moorgebiet. Fast ganz oben wurde es nochmals ordentlich steil, bis der Gipfel erreicht wurde.
Es bot sich eine tolle Rundumsicht. Schön wie die vielen Inseln zwischen den größeren liegen. Genauso wie der Strand am Campingplatz heraus leuchtete. 😀 Mein rotes Zelt war wieder Mal deutlich zu erkennen. 😀
Zurück dachte ich mir, lieber den Hauptwanderweg bis zum Golfplatz zu laufen um dem Feuchtgebiet aus dem Weg zu gehen. Tja, Pech gehabt. Der Hauptweg war matschiger.
Am Campingplatz kam ich mit meinen neuen Nachbarn aus der Hamburger Gegend ins Gespräch bevor es unter die nötige Dusche ging.
Auf dem Weg zum Restaurant im Hov Gård traf ich dann Beat mit Sohn (die halbe Schweizer Familie) sie warteten auf die anderen beiden. Da es der Tochter nicht gut ging, gingen nur Beat und sein Sohn zum Essen, womit mir angeboten wurde mit zu gehen. Das machte es einfacher für mich ohne eine Reservierung. Wir hatten beim leckeren Essen – ich mit Bacalao und später einem Schokodesert – ein angenehmes Gespräch. Gezahlt wurde getrennt, wobei Beat mir den Wein ausgab; ich das Brot mit Butter.
In der Nacht hatte es angefangen zu regnen. Wie ich aufstand, tröpfelte es ein klein wenig. Mit meinem Campingpot lief ich zum Restaurant. Es war kurz nach 7:00 Uhr und ab 7:00 Uhr gibt es dort ein Frühstücksbuffet, das gut aussah, mir nach dem Abendessen jedoch zu viel war.
Da ich kein Gas mehr hatte, fragte ich im Restaurant ob ich heißes Wasser bekommen könnte. Das war kein Problem. Damit bin ich zum Zelt zurück, machte mir meinen Kaffee und das Porridge.
Während des Frühstücks nieselte es, beim Abbauen des Zeltes zum Glück nicht mehr. Von meinen Campingnachbarn auf beiden Seiten verabschiedete ich mich. Die beiden Biker wollten den Weg langsam nach Hause antreten und die Norwegerin nach Stø und Nyksund. Je nachdem wie lange sie dort bleibt, kann es sein das wir uns in ein paar Tagen wiedersehen.
Im Regen fuhr ich nach Svolvær. Erstes Ziel war ein Sportgeschäft um Gas zu kaufen. Da ich in einem Einkaufszentrum war, kaufte ich gleich noch in einem Supermarkt Kaffee, Schokolade und Solo für die nächsten Tage. Solo? Solo ist eine norwegische Orangenlimonade.
Weiter ging es, immer noch im Regen bis Sortland. Zwischendurch war es sogar “nur” bewölkt. Daher prüfte ich das Wetter bei der Abbiegung nach Digermulen. Doch, leider nein, dort sollte es regnen, so wie an der Abbiegung. Daher macht ich mich direkt weiter.
In Sortland ging ich wieder zur Verkstedet. Bestellte hatte ich ein Focaccia, das warm gemacht wurde und was zu trinken.
Und weiter im mehr oder weniger reichlichen Regen. Am späteren Nachmittag kam ich in Bleik auf Andøya an. Bleik ist fast am äußersten nordwestlichen Ende diese Insel der Vesterålen. An der Rezeption wurde mir vorgeschlagen erst das Zelt aufzubauen und danach die Anmeldung zu erledige. Das habe ich gleich so gemacht, da es gerade nicht regnete. Das Zelt baute ich dort direkt am Rand zum Sandstrand mit Blick auf diesen auf.
Die Anmeldung war schnell erledigt. Dabei hatte ich gleich eine Seife gekauft, die mit dem Sand von genau diesem Strand hergestellt wurde. 😊
Jetzt erst einmal einen Kaffee und Schokolade. Den Kaffee machte ich mir in der Campingküche und im Aufenthaltsraum konnte ich auf mein Zelt, den Strand und die Insel Bleiksøya schauen. Wobei der Gipfel der Insel und die Gipfel der Berge auf Andøya alle in den Wolken waren. Wenn das Wetter besser werden sollte, wird es an einem der folgenden Tage zu eine Vogelsafari nach Bleiksøya gehen.
Ein einfaches Abendessen konnte ich mir am Zelt zubereiten und dort essen.
Ich las lange im Zelt, bevor ich einschlief.
30. Juni – Regentag
In der Nacht hat es wieder geregnet. Morgens war es eher windig. Das Wasser für das Frühstück hatte ich in einer Grillhütte, die in der Nähe des Zeltes war gekocht. Damit bin ich zurück zum Zelt und habe mein Frühstück im Zelt (geschlossen) zubereitet und zu mir genommen.
Anschließend ging es in das Gemeinschaftsgebäude für einen zweiten Kaffee. Dabei kam ich mit einigen anderen, die eintrudelten ins Gespräch. Einen Teil des Vormittags verbrachte ich im Geselligen, einen Teil mit Lesen.
Dann wollte ich mich auf eine Tour machen. Genau zu dem Zeitpunkt fing es an stärker zu regnen. Daher fuhr ich in den nächsten Ort Andenes. Erst wurde das Auto an Schnelllader um einige Prozent aufgeladen. Da es nicht besser wurde mit dem Wetter bin ich in das Lysverket Café. Ein gemütlich eingerichtetes Café, wo ich eine Zimtschnecke mit einem Flat White zu mir nahm.
Einen ganz kurzen Spaziergang unternahm ich in Andenes. Mehr nicht, den der Wind wurde stärker, bei gleichbleibenden Nieselregen.
Am Campingplatz verbrachte ich den Nachmittag so, wie den Vormittag. Kaffee, Lesen und mich mit anderen Campern unterhalten.
Der letzte Versuch des Tages für eine Wanderung endete am Ortsende. Als ich dort mit dem Auto am Startpunkt der Tour ankam, wurde der Wind so heftig, das es keinen Sinn machte eine Tour zu unternehmen.
Ergo: Zurück und das Abendessen in dem Gemeinschaftsgebäude gekocht und gegessen.
Der Rest des Tages war mit Lesen verbracht worden.
Starker Wind bedeutete an diesem Tag Windstärke von 5 -6 Bft, in Böen 8. Da wird selbst leichter Nieselregen ziemlich nervig und unangenehm.
01. Juli – Naturschutzgebiet
In der Nacht hatte es weiter geregnet. Wesentlich deutlicher war der Wind (Bft 6 (8)) zu spüren. Die Windverhältnisse änderten sich den ganzen Tag nicht. So war das Frühstück im Gemeinschaftsraum.
Am frühen Vormittag machte ich mich zu einer Wanderung in einem Naturschutzgebiet auf. Am Himmel waren Lücken in den Wolken, womit blauer Himmel zu sehen war und sogar die Sonne durchschien. Der Wanderpfad geht durch ein leicht hügeliges Gebiet mit vielen Seen und teils am Meer entlang. So lief ich in offener Landschaft mit niedrigem Bewuchs oder durch Birkenwälder. Die Runde war sehr schön und im Grunde einfach. Die Herausforderung war eher bei den heftigen Böen gerade laufen zu können.
Nach einer Pause am Campingplatz bin ich noch zu einer zweiten Tour losgefahren. Es war die Tour zum Andhauvet. Da sich schon die dunkeln Wolken ankündigten bin ich die geschotterte Straße zügig bis zum Einstieg gelaufen. Danach ging es nicht wesentlich langsamer den Wanderpfad bergauf. Je höher ich kam, desto stärker wurde der Wind. Gut 100 Meter vor dem Gipfel machte ich kehrt. Dieser letzte Abschnitt ist oben auf dem Berg im Freien und als ich dort ankam, war der Wind so stark, das ich kaum stehen konnte. Selbst auf dem Weg zurück, kam mir der starke Wind meist direkt entgegen, so das ich sehr konzentriert laufen musste.
Am Campingplatz folgte eine Dusche, bevor es nach Anderes ging. Dort wollte ich wieder in das Café vom Vortag, das leider nur bis 15:00 Uhr geöffnet hat. Da sie schon beim Abräumen war, gab es dort nichts mehr für mich. Im Einkaufsladen in Bleik ist ein Café dabei, wo ich einen Kuchen und Kaffee bekam.
Im Gemeinschaftsbereich wurde es gesellig. Später wurde dort gekocht. Wobei ich gerade anfangen wollte, wie mir gesagt wurde das die letzten Plätze für die Puffin-Tour am nächsten Tag um 16:30 Uhr vergeben wurden. Daher lies ich alles stehen und fuhr zum Schiff. Licht war dort zwar an, gesehen hatte ich jedoch keinen. Also Anrufen, den es sollte noch eine Zusatztour Ab 18:00 Uhr geben. Bei der Buchung konnten Erwachsene nicht gewählt werden. Das wurde gefixt, so das ich ein paar Minuten später dann die Tour buchen konnte. Damit war ich wesentlich beruhigter beim Abendessen. Nebenbei verlängerte ich meinen Aufenthalt am Campingplatz um einen Tag.
Am morgen konnte ich endlich wieder am Zelt mein Frühstück zubereiten und essen. Es war bewölkter, wie vorhergesagt, aber ansonsten ok.
Für die Tour auf den Måtinden wählte ich eine nicht so übliche Variante. D. h. vom Ortsende ging es auf einem Pfad eine zeitlang am Naturreservat entlang. Dann kam ich am ersten Berg an. Von dort verläuft der “Weg” an der Küste entlang. Im Grunde hat der Weg Spaß gemacht. Zwar gab es zwei Stellen, die an meiner Wohlfühlgrenze lagen, dennoch war es gut. Fast 2/3 des Weges klettert man über Felsen. Hoch, Runter und drüber. Zweimal so nah an der Wasserlinie, das ich den Eintrug habe, das dieser Weg bei Flut nicht geeignet ist.
Norwegischer Wanderweg, natürlich mit roten Punkten markiert. 😂 Wer sieht sie auf den Bilder?
Die zweite Stelle, ganz nah an der Wasserlinie ging um einen Grat. Zuerst folgte ich dem ausgetretenen Pfad nach oben. Der wurde aber ausgesetzter und sehr, sehr steil. Eine kleine Gruppe, die mir folgte fragte und wir beschlossen alle unten am Wasser entlang zu kraxeln. Das ging dann recht einfach. Danach war ich in einem Tal mit leicht hügeliger Landschaft. Bis fast zum Sandstrand ging es. Dann bog ich auf den Weg nach oben ab. Einen Hang hoch, erreichte ich eine flache Ebene mit einem See und einigen Schafen.
Die Schafe machten gemächlich Platz auf der Ebene, sowie auf dem weiteren Abschnitt bergauf. Oben am Sattel angekommen traf ich auf eine Wanderautobahn. Das ist der Weg, den die meisten von der Landstraße gehen. Bis hoch zum Måtinden folgte ich dem Strom. Die Aussicht von oben reichte sehr weit.
Zurück ging es bis zum Sattel und dann nach links, somit weg von der Wanderautobahn. Der Weg zum nächsten Gipfel verläuft auf eine weiten Ebene, auf der kein eindeutiger Weg zu sehen war. Ich folgte eher den unregelmäßigen Steinhaufen.
Nach dem Gipfel ging es auf eine Ebene bis unterhalb zum Anstieg des letzten Gipfels. Den lies ich links liegen und begab mich auf den Abstieg. Dieser war ordentlich steil; dennoch gut gehbar. So kam ich wieder in das Naturreservat. Am Rand von diesem ging es entlang bis zum Strand. Der Strandstraße folgte ich, bis ich zum Parkplatz am Rand von Bleik kam.
Eine Dusche war dann nötig. Ich lief im T-Shirt, da es warm war. Es war aber auch anstrengend.
Die Fotoausrüstung wurde gecheckt. Alles so eingestellt wie ich es für die Puffin Safari gebrauche.
Die Puffin Safari beginnt 20 Minuten vor dem eigentlichen Termin mit einer Einführung und den Sicherheitshinweisen. So stand es zumindest bei der Anmeldung. Da das Boot erst um 18:00 Uhr von der vorherigen Fahrt zurück kam, gab es die Infos an Board.
Auf der Fahrt nach Bleiksøya wurde uns einiges über die Papageitaucher erklärt. Das diese oft 40 Jahre alt werden und vermutlich bis zu 50 Jahre. Das sie einmal eine Partner gefunden, diesen ihr ganzes Leben lang haben, genauso wie es immer die selbe Bruthöhle ist.
Vor der Insel sahen wir dann schon die ersten Gruppen im Meer schwimmen. Auf der Insel hat man gar keine gesehen da oben auf der Insel einige Seeadler leben, die sich gerne von Papageitauchern ernähren. Wir standen einige Zeit vor der Insel, sind an dieser entlang und in einem Bogen zurück zum Hafen. Papageitaucher gab es im Meer reichlich zu sehen und an der Insel waren wir wohl gerade zur Fütterungszeit. Dort war ein sehr reghafter Flugverkehr. Wenn ein Papageitaucher landet, dann macht es dieser direkt in die Bruthöhle um den Seeadlern aus dem Weg zu gehen.
Die 90 Minuten auf See mit der tief stehenden Sonne, kühlten leicht aus. Die Hände waren auf alle Fälle kalt. Damit war klar, das ich im Gemeinschaftsbereich kochen werde, obwohl das Wetter zum Kochen am Zelt einlud. Apropos Zelt: Die Tage hatte ich ein bis drei Zeltnachbarn. An diesem Tag kamen so viele, das die Zeltwiese komplett voll war.
Wanderung: ~12 Kilometer, ~600 Höhenmeter
03. Juli – Bye Vesterålen
Das Wetter war gut an diesem Morgen. Nach dem Frühstück und packen von allem unternahm ich einen Strandspaziergang. Bei Bleik gibt es mehrere Sandstrände und dies über eine große Strecke. Herrlich, fast weißer Sand mit türkisfarbenen Meer. Dabei konnte ich ein paar Seevögel mit der Kamera erwischen.
Am Campingplatz verabschiedete ich mich von mehreren anderen Campern, mit denen ich mich an den vorherigen Tagen unterhalten hatte.
Von Bleik war es eine kurze Fahrt nach Andenes. Dort wird The Whale gebaut und voraussichtlich Mitte 2027 eröffnet. Die Grundstruktur des Gebäudes war bereits vorhanden. Viel mehr allerdings noch nicht. Da ich in Andenes war, wurde das mit einem Besuch im Lysverket Café verbunden.
An der Ostküste fuhr ich nach Süden. Während an der Westküste ein Gebirge über fast die gesamte Länge von Andøya geht, ist im Osten plattes Land angesagt. In ungefähr der Mitte ist Myre, das zu Dverberg gehört. Dort besuchte ich das Alveland AS. Dort wird Seife hergestellt. 😀 Ein paar in dem Laden habe ich gekauft. Zu Alveland gehört ein Café, das danach besucht wurde.
Auf dem weiteren Weg war ich am Überlegen. Am Ende von Andøya einen Campingplatz aufsuchen? Doch nach Harstad fahren, wie ich am Vortag überlegte? Oder nach Digermulen für eine Wanderung?
Harstad wäre die längste fahrt, die nach Digermulen ist deutlich kürzer und das Wetter dort sollte ganz gut werden. Somit bin ich einige Zeit später wieder auf den Lofoten gewesen.
2026 ist für mich das Skandinavien Jahr. Nach Kopenhagen im Mai, Lofoten und Vesterålen im Sommer kommt im letzten Monat des Sommers eine Reise nach Trondheim. Nicht alleine, sondern zusammen mit Miri, mit der ich schon länger nicht mehr unterwegs war.
Bei meiner Suche nach Festivals und ähnlichem im Sommer für die Reise auf die Vesterålen und Lofoten stolperte ich über das Matfestival und das Bryggerifestival in Trondheim. Da ich Trondheim nur von einem Ausflug während einer Hurtigrutenfahrt kenne, ist dies die Möglichkeit die Stadt mit Umgebung zu erkunden und dabei noch zwei Festivals mit einzubeziehen.
Norwegen, mein bis dato Lieblingsurlaubsland. Kennengelernt habe ich es zum ersten Mal kurz nach der Jahrtausendwende und war seit dem schon oft dort. Nur in den Jahren nach 2008 nicht mehr so oft. So ist dies nach 2011 (Lofoten) und 2015 (Jotunheimen) das dritte Mal nach 2010.
Die erste große Reise zusammen mit Melli, die Norwegen überhaupt noch nicht kannte. So wurde die Reise als Rundreise durch Südnorwegen geplant. Die bekannten Highlights wie Preikestolen und Besseggen durften ebenso wenig fehlen wie die viele Wasserfälle und bekannte Städte, einschließlich der Hauptstadt Oslo. Es wurde eine Planung, auf der auch ein paar Touren und Orte waren, die ich noch nicht besucht hatte oder erneut gespannt war wieder dort zu sein. Ein Beispiel für Neues war die Moschusochsen-Safari.
Melli brauchte noch einiges an Ausrüstung und auch ich kaufte noch ein neues Zelt, da sich bei meinem Alten die Versiegelung der Nähte auflöste und es undicht wurde. Bis Ende Juni hatten wir so weit alles, sodass es losgehen konnte.
Was nicht zu unserem Wunsch gehörte, war das Tief, das sich längere Zeit vor unserem Urlaub im Süden von Norwegen festgesetzt hat und auch noch in Ausläufern zum Reisebeginn vorhanden war.
18.06.2018 – Anreise
Uns stand eine sehr lange Autofahrt bis Hirtshalts bevor. Die Strecke bis zur Fähre am nördlichen Ende von Dänemark betrug 999 Kilometer. Wir sind daher zeitig los, um genügend Puffer zu haben und um mehrere Pausen einlegen zu können. Bis auf ein wenig stockenden Verkehr durch den Elbtunnel verlief alles reibungslos.
Das Einzige das uns Sorgen machte, war die Windstärke von 12 Beaufort (starker Sturm) bei Hirtshalts am Morgen. Während des Tages flaute es zum Glück ab und bei unserer Ankunft war es nur noch ein laues Lüftchen.
Nach dem Check-In und Bezug der Kabine machten wir noch einen kleinen Rundgang im Schiff. Gegessen hatten wir schon in Dänemark und sind so bald nach der Abfahrt ins Bett.
Die Fahrt von Abends (20:00 Uhr) verlief langsam und ruhig bis zu unserer Ankunft am frühen Morgen (6:30 Uhr) in Stavanger.
19.06.2018 – Ankunft in Norwegen – Preikestolen
Da waren wir also in Norwegen und hungrig, da wir bewusst nichts auf der Fähre gefrühstückt hatten. Unser Wunsch war, in einem Café in Stavanger zu frühstücken. Das taten wir dann auch im Starbucks, das war nämlich das Einzige, das in der Innenstadt schon offen hatte.
Von Stavanger fuhren wir an diesem Morgen an den Lysefjord, zur Preikestolen Fjellstue. Ziemlich dunkle Wolken hingen am Himmel und wir nahmen zuerst einen Kaffee in der Fjellstue, um zu sehen, ob das Wetter sich noch ändert. Wird schon!
So sind wir zu unserer ersten Wanderung in Norwegen zu einem der beliebtesten Highlights Südnorwegens los. Das Wetter hatte immerhin den Vorteil, dass nur sehr wenige an diesem Tag hier unterwegs waren. Vom Preikestolen hat man einen freien Blick, 600 Meter nach unten und einen tollen Fernblick. So kenne ich es auch aus meinen bisherigen Urlauben. Nur heute eben nicht. 😂
Auf dem Rückweg fing es dann leider doch noch an zu regnen. Durchnässt kamen wir an der Fjellstue an und tranken zum Aufwärmen etwas Warmes.
Von hier fuhren wir Richtung Norden, an das Ende des Tysdalsvatnet. Direkt am Zufluss des Sees ist der Tysdal Campingplatz. Eigentlich wollten wir hier unsere Zelte aufschlagen. Nur durch den Regen waren unsere Klamotten noch feucht und ein wenig kalt war uns auch. So entschlossen wir uns eine der kleinen Hütten zu nehmen.
20.06.2018
An diesem Tag wollten wir eigentlich zur Trolltunga wandern, um dort in der Nähe im Fjell zu übernachten. Eigentlich! Das Tief, das immer noch in Ausläufern über Norwegen hing, sorgte für Minusgrade in der Nacht im Fjell. Da Melli nicht für solche Temperaturen ausgerüstet war, haben wir uns kurzfristig umentschieden und sind ein paar Kilometer weiter gefahren.
Der Lofthus Campingplatz war somit unser Zuhause für zwei Nächte. Auch hier mieteten wir wieder eine der kleinen Hütten, die am Rand des Platzes steht. Der Campingplatz liegt oberhalb der Hardanger Fjordes, mitten in den Obstplantagen. Sogar auf dem Campingplatz sind eine ganze Menge Obstbäume, hauptsächlich Kirschbäume. Den Tipp zu diesem Campingplatz erhielt ich von einem Freund aus einem MINI Forum.
Ohne die Tour zur Trolltunga an diesem Tag hatten wir Zeit für einige Stopps und Exkursionen an diesem Tag. So bogen wir auf eine Seitenstraße ab, um zum Sandsfossen zu kommen, an dem eine ausgefallene Brücke die Überquerung zu Fuß interessant machte. Direkt an der Landstraße auf unserem Weg kamen wir am bekannten Låtefossen vorbei und stoppten auch hier. Eine so große Wassermasse ist hier nicht immer zu sehen. Da hatte zumindest das Tief für einen tollen Wasserfall gesorgt. Ebenso lag eine Stabkirche auf dem Weg und diese besichtigten wir, da diese für Melli neu waren.
21.06.2018 – Trolltunga
Da es nichts wurde mit der geteilten Wanderung über zwei Tage zur Trolltunga, sind wir an diesem Tag früh los, um hoffentlich einen freien Platz auf dem oberen Parkplatz des Startpunktes zu bekommen. Die Tour an einem Tag ist schon fordernd und vom oberen Parkplatz ist es zumindest etwas einfacher. So früh wir auch da waren, der obere Parkplatz war leider schon voll. So hieß es die ersten fast 4 Kilometer auf einer geteerten Serpentinenstraße den Berg hoch laufen. Wenig attraktiv, aber die einzige Möglichkeit.
Oben angekommen ging es dann auf einem typischen Wanderweg in das Fjell und lange oberhalb eines Sees entlang. Sogar ein Schneefeld mussten wir passieren. Der Frühling war hier oben tatsächlich noch nicht so ganz angekommen. Auf dem Weg und an der Trolltunga waren nur wenige andere mit uns unterwegs. Das war unser Glück und so mussten wir nicht allzu lange warten, um auf die Spitze zu gelangen. Etwas verzögert wurde es durch einen, der vor uns dort war und nacheinander verschiedene Flaggen für Bilder auspackte. Bei der dritten Flagge sorgte es aber auch für Belustigung – wie viele werden denn noch kommen? 😅 Es war dann nur noch eine.
Die Bewölkung variierte während des Tages und so liefen wir unter dichter Wolkendecke, wie auch im strahlenden Sonnenschein.
Anschließend hieß es, den Weg dann wieder zurück laufen. Fast 29 Kilometer und sehr viele Höhenmeter lagen am Ende hinter uns und so fuhren wir ausgepowert zum Campingplatz zurück.
Das jedoch nicht so direkt, denn wir wurden zu einem Stopp gezwungen. Für Bauarbeiten war die Straße am Fjord kurzzeitig gesperrt und wir mussten so lange ausharren bis sie wieder freigegeben wurde. Ein Umfahren hätte nur fünf Minuten Zeitersparnis gebracht und war damit keine wirkliche Option.
Am Campingplatz bereiteten wir unser Abendessen vor und nach dem Essen fielen wir erschöpft – aber auch zufrieden – in die Betten.
22.06.2018 – Fahrt nach Jotunheimen
Welchen Weg nehmen wir für die nächsten Tage – zum Geiranger Fjord oder in das Dovrefjell? Diese Frage stellte sich uns an diesem Tag, denn die weitere Reise nach Norden wird in einer Schleife verlaufen und heute hatten wir die Wahl in welcher Richtung. Der Wetterbericht sagte mäßiges Wetter für das Inland und gutes für die Küste voraus. Nach den letzten nicht ganz so sommerlichen Tagen beschlossen wir daher, unsere Reise in Richtung Küste fortzusetzen.
Zuerst hieß es noch am Hardanger Fjord entlangfahren bis zur Hardanger Brua, über die wir den Fjord überquerten. Um auf die Brücke zu gelangen, geht es in einen Tunnel und über einen Kreisel im Tunnel zur Brücke. Auf der anderen Seite des Fjordes folgten wir der Straße nach Norden zum Aurlandsfjord.
Unser nächster Halt war am Skjærdalsfossen. Beine vertreten und auf die Toilette gehen. Von letzterer hatten wir nicht viel erwartet, waren dann aber sehr überrascht über deren Stil mit großem Fensterblick.
Am Aurlandsfjord angelangt, machten wir erneut einen Stopp. Das Otternes Bygdetun, eine Ansammlung alter Bauerngebäude, lockte uns und war eine willkommene Gelegenheit, die Beine zu vertreten. Das Wetter wurde an diesem Fjord auch schon angenehmer.
Noch am Aurelandsfjord erwartete uns das nächste Highlight. Stegastein, eine Aussichtsplattform über dem Fjord, die am Ende mit einer Glasplatte abschließt und so freien Blick auf den Fjord gewährt. Tolle Aussicht bei reichlich Wind.
Der Aurelandsfjord geht in den größten Fjord Norwegens, dem Sognefjord über. Ab hier fuhren wir östlich in das Lærdal, in dem wir übernachteten.
Am Campingplatz Maristova im Tal gab es leider keine Hütte und so packten wir trotz kühler Temperatur unsere Zelte aus. Ich fand es schon sehr kühl über Nacht, Melli verzog sich mitten in der Nacht zuerst in Svarta und dann später in den gewärmten Aufenthaltsraum. Da wir die Einzigen hier waren, war dort mit keinen Überraschungen zu rechnen.
23.06.2018 – Valdresflya, Jotunheimen
Leicht verfroren frühstückten wir im Aufenthaltsraum, der zumindest etwas wärmte. Zelte abbauen und weiter….
Wir fuhren noch weiter im Lærdal bis wir zu einer Kreuzung gelangten, auf der wir abbogen zur Valdresflya, einer Hochebene. Hier lag sogar noch reichlich Schnee und es war merklich kühler.
Nördlich der Valdresflya kamen wir an unserem Tagesziel an. Jotunheimen, das Reich der Riesen, lag vor uns.
Wie sollte es auch anders sein – wir nahmen abermals eine Hütte. Der Mauranger Campingplatz liegt an der Landstraße, getrennt von einem wilden Fluss. Eine sehr schöne Hütte mit Küche und Terrasse am Rand des Campingplatzes, inmitten eines Birkenwaldes war unsere.
Da wir früh ankamen, nahmen wir uns eine kurze Wanderung im flacheren Teil von Jotunheimen vor. Der Hulderstigen etwas nördlich des Campingplatzes war es. In der Sonne war es hier schon sehr viel angenehmer als im Lærdal tags zuvor.
24.06.2018 – Jotunheimen
Ganz gemütlich begann der Tag. Nur eine knapp 10 Kilometer-Wanderung stand an. Abermals im selben Tal, um die Region um das Berghotel Hindsæter zu erkunden. Mit Veostigen ist der Weg bezeichnet und war nicht besonders anspruchsvoll, dafür von der Vegetation um so abwechslungsreicher.
Start- und Endpunkt war am Berghotel und nach der Wanderung buchten wir dort ein Zimmer für die übernächste Nacht inkl. Abendessen. Ich war in diesem Berghotel schon einmal für eine Woche zu Gast und es war sozusagen Pflicht eine Übernachtung mit Essen hier einzuplanen.
25.06.2018 – Jotunheimen – Besseggen
Mit die bekannteste Tour und eine, die jeder Norweger einmal gegangen sein sollte, war unsere heutige. Früh sind wir dazu aufgestanden und zum naheliegenden See Gjende gefahren. Mit der ersten Fähre sind wir dann bis nach Memurubu, das nicht ganz in der Mitte des lang gestreckten Sees Gjende liegt.
Hier waren wir nun mit einigen anderen Frühaufstehern, um den bekannten Besseggen zu bewandern.
Über 16 Kilometer standen vor uns und zuerst einmal hieß es bergauf, wie fast über die gesamte Strecke, mit Sicht auf den Gjende.
Bekannt ist diese Tour durch eine Erzählung von Henrik Ibsens – Peer Gynt. Nach einem Anstieg führt der Wanderweg fast auf einer gleichbleibenden Höhe bis zu einem Grat. Dieser trennt zwei Seen und ist an seiner schmalsten Stelle nur 50 Meter breit. Jedoch liegen zwischen den Seen mehrere hundert Höhenmeter!
Kurz danach kommt das steilste Stück mit großen Steinblöcken. Hier braucht man dann manchmal auch die Hände, um weiter zu kommen. Am Anfang des Abstiegs stießen wir auf ein Schneefeld in der Nähe des Wanderweges, auf dem ein paar Rentiere Zuflucht vor der Wärme gesucht hatten.
Nach dieser tollen, aber auch anstrengenden, Tour fuhren wir zum Berghotel Hindsæter.
Beim Weg von der Rezeption zu unserem Zimmer lief uns ein Koch über den Weg. Es war derselbe wie vor drei Jahren! Ein kurzer Plausch und nach dem Bezug des Zimmers genossen wir die Sonne auf der Terrasse mit einem Kuchen und Kaffee.
Der Essensraum wurde, so wie ich es noch aus Erinnerungen kannte, kurz vor dem Abendessen geschlossen. Alles versammelte sich in der großen Eingangshalle, bis wir freundlich zum Abendessen gebeten wurden. Ein Drei-Gänge-Menü mit Spezialitäten der Region, bereichert durch die internationale Küche. Seeeehr lecker.
26.06.2018 – Reisetag
Das Frühstück findet in der alten Stube des Gebäudes statt. Gemütlich, mit seiner Einrichtung und so verteilt, dass es ruhig ist.
Wir verabschiedeten uns vom Hotel und fuhren weiter nach Norden zum Geiranger Fjord. Auf dem Weg machten wir Halt in Lom, um die Stabkirche zu besuchen. Viele Kilometer weiter in Billingen stoppten wir erneut für eine Pause mit einem Spaziergang zum Vertreten der Füße.
Und dann kamen wir vom Fjell herab zum Geiranger Fjord, mit strahlendem Wetter und bester Aussicht.
Am Anfang des Ortes machten wir Halt und unternahmen die Wanderung zum Storsæterfossen, einem Wasserfall, hinter den man auch gehen kann, was wir auch taten.
Außerhalb vom Ort Geiranger, unterhalb der Serpentinenstraße „Adlerschwingen“ liegen zwei Campingplätze. Der erste war ausgebucht, auf dem zweiten (Grande Hytteutleige og Camping) haben wir noch ein Plätzchen für unsere zwei Zelte in der Nähe des Wassers bekommen.
27.06.2018 – Geiranger
In der Nähe der Zelte, am Wasser, standen ein paar Holztische in einer Vertiefung. Dort breiteten wir uns für das Frühstück aus. Während wir frühstückten und der Fjord noch im Nebel lag, huschte ein Eichhörnchen hinter uns, keine zwei Meter entfernt, vorbei. 😊
Nach dem Frühstück fuhren wir auf die gegenüberliegende Fjordseite für eine Wanderung zu einer alten Alm. Dazu ging es an den Felsen und immer mit Blick auf den Fjord, an diesem entlang. Die Alm ist auch per Boot erreichbar und auf dem Weg sind nur wenige andere unterwegs gewesen. An der Alm war es ebenfalls ruhig und nur ein paar weitere Personen außer uns dort. Ein Ausflug an einem sonnigen Tag, der nicht allzu anstrengend war.
Von der Alm aus kann man, wie auf dem letzten Bild zu sehen, die Wasserfälle der sieben Schwestern gut sehen, die ein weiteres Wahrzeichen des Geiranger Fjordes sind.
28.06.2018 – Trollstigen
Los geht’s. Wieder ein Fahrtag. Diesmal nach Westen, in das Landesinnere, in das Dovrefjell. So sind wir die Serpentinenstraße nach oben gefahren und haben natürlich noch einen letzten Blick auf den Fjord vom Aussichtspunkt geworfen. Bye Geiranger.
Über den Berg und weiter zum nächsten Grat, der uns mit Nebel erwartete. Von dort ging es die bekannte Serpentinenstraße Trollstigen herunter.
Unten im Tal angekommen, folgten wir dem Tal nach Åndalsnes. Im nächsten Tal bogen wir jedoch in die entgegengesetzte Richtung ab und in diesem Tal nach Westen. Am späteren Nachmittag kamen wir dann im Dovrefjell an. Hier war es wieder kühler und daher nahmen wir abermals eine feste Unterkunft. Die Hütten waren hier eher kleine Häuser und zu groß für uns oder klein und schon belegt. Jedoch gab es ein paar Apartments in einem langgestreckten Anbau mit jeweils eigener Eingangsterrasse und ein solches bezogen wir dann.
Das Furuhaugli liegt mitten im Nichts, nördlich von Dombäs. Gewählt hatten wir es, da hier Moschusochsensafaris angeboten werden. Der Guide kam auch gerade von einer Tour zurück, während wir bei der Anmeldung für das Apartment waren. Die Gelegenheit nutzten wir und buchten die Safari für den nächsten Tag.
Einen Ausblick auf einen Moschusochsen hatten wir bereits im Apartment, und zwar in voller Wandgröße am Ende des Bettes. Das wird bestimmt toll.
29.06.2018 – Muschusochsen-Safari
Am Morgen warteten wir zum vereinbarten Zeitpunkt auf den Guide. Er teilte uns mit, dass nur wir beide für diesen Tag gemeldet sind. Wir hatten somit eine Privatsafari. Der Guide, ein ausgewanderter Deutscher fuhr mit uns ein paar Kilometer die Landstraße entlang, bis er in einen Weg abbogen. Einige Zeit später waren wir am Ausgangspunkt für die Safari.
Da er uns für fit einstufte, liefen wir keine gemütlichen, flach ansteigenden Wege in das Fjell, sondern eher den kurzen steileren Weg. Im Fjell, das im Dovrefjell eher eine Hügellandschaft gleicht, dauerte es eine Weile bis wir nach mehreren Hügeln endlich Moschusochsen sahen. Eine kleine Gruppe mit zwei Jungtieren. Langsam trollten sie sich um einen Hügel.
Ihnen zu folgen bzw. den Weg abzuschneiden, ohne sie in Panik zu versetzen war gar nicht so einfach. Unser Guide wusste aber wie und so hatten wir dann nach einer Anhöhe die Moschusochsen wieder vor uns. In geduckter Haltung liefen wir zu einem großen Felsblock, der einsam im Fjell lag. Dieser gab uns Schutz, denn wir waren nicht mehr sehr weit von den Moschusochsen entfernt. So nah heran geht er nur bei ganz kleinen Gruppen.
Wie man an den Bildern erkennen kann, war es an diesem Tag im Fjell windig. Mit der entsprechenden Bekleidung kein Problem und für die Safari super, da das Fell der Moschusochsen dann schön im Wind wog.
Am Nachmittag bekam ich dann etwas typisch Norwegisches. Waffeln 😀 Mit jeweils einem warmen Kakao und einem großen Teller mit einer Waffel saßen wir im Freien vor der Rezeption. Danach machten wir es uns noch eine Weile auf einer Decke im Gras gemütlich und sonnten uns. Ja, im Windschatten war es sogar richtig warm. 😀
Zu späterer Stunde, nach dem Abendessen, sind wir noch nach Norden gefahren zu einem Spaziergang zum Snøhetta Viewpoint. Der Weg vom Parkplatz lag schon im Schatten und es wurde merklich kühler. Im Viewpoint dagegen war es angenehm warm, mit einem tollen Blick über das Tal auf den Snøhetta.
30.06.2018 – Lillehammer
Ein weiterer Fahrtag stand an. Wir fuhren nach Süden, nach Lillehammer. Vom Dovrefjell viele Kilometer entfernt, jedoch auf einer Hauptverbindungsstraße war die Fahrt bald hinter uns gelassen. Das Wetter war gut und unsere Zelte wurden wieder ausgepackt. Lillehammer Camping liegt am Ufer des Mjøsa-Sees und unsere Zelte standen nicht weit vom Ufer entfernt.
Lillehammer wollten wir mit Kultur verbinden. Maihaugen, oberhalb von Lillehammer, ist ein Freilichtmuseum. Hier stehen Gebäude aus den verschiedensten Epochen und Regionen Norwegens. Alle so eingerichtet wie es zur jeweiligen Zeit üblich war. Hier und da waren auch Angestellte des Museums in traditioneller Kleidung, um Gebäude, Funktionen oder Lebensweise zu erklären. Die letzten Gebäude sind aus den 70’ern und 80’ern und somit mit ihrer Einrichtung das, was wir aus unserer Kindheit oder der Erzählung unserer Eltern noch kennen.
Den Weg zum Freilichtmuseum und zurück zum Campingplatz sind wir selbstverständlich zu Fuß gelaufen. So konnten wir das heutige Lillehammer gleich mit erleben. Auf der Hauptfußgängerzone war schon einiges los, war es doch Wochenende und alles draußen bei dem guten Wetter.
Es war Wochenende und auf dem Campingplatz fanden sich am Nachmittag noch Grüppchen in Feierlaune ein. Ein Campingplatz muss also nicht immer ruhig und beschaulich sein. 🙃
01.07.2018 – Lillehammer
Die Wanderung, auf die wir uns nach dem Frühstück begaben, war auf der gegenüberliegenden Seeseite. So hatten wir oft einen schönen Blick über den See und auf Lillehammer. Von der nahen Stadt war hier nichts zu hören und nur wenige waren mit uns auf diesem Weg unterwegs. So ging es durch Felder und einem Wald. Ein Kontrast zum Dovrefjell, das fast nur mit niedrigen Pflanzen bewachsen ist.
Nachmittag sind wir durch Lillehammer gefahren, und zwar zur Skisprungschanze. Dort kann man zwischen den Skisprungschanzen auf einer Treppe nach oben laufen oder wie wir den danebenliegenden Sessellift nehmen. 😊
Die Aussicht von oben ist toll. Wahnsinn, denkt man sich, wenn man oben auf der Skisprungschanze steht und nach unten schaut. Da fahren die freiwillig runter?
So schnell wollten wir nun nicht runter und sind die Treppe nach einem Spaziergang im Wald oberhalb der Skisprungschanzen nach unten gelaufen.
Am Campingplatz machten wir es uns für den Rest des Nachmittags gemütlich bis zum Abendessen. Nach diesem sind wir für einen Spaziergang über die alte Brücke über den See gelaufen.
02.07.2018 – Oslo
Der wirklich letzte Fahrtag in Norwegen brachte uns von Lillehammer nach Oslo. Unsere Zelte schlugen wir auf dem sehr wenig besuchten Ekeberg Campingplatz auf. Ich kenne diesen Campingplatz auch ganz anders, nämlich so voll, dass sich nur noch hier und da ein Plätzchen für ein Zelt findet. Das schlechte Wetter zu Beginn unserer Reise hat wohl viele abgehalten.
Der Ekeberg Campingplatz liegt auf einem Berg (Ekeberg) innerhalb von Oslo und grenzt an einen Park an. Über diesen erreicht man in 15 Minuten die bekannte Osloer Oper, welche einem im Fjord liegenden Eisblock nachempfunden ist.
Also lag es nah, den Rest des Tages mit einem ersten Stadtrundgang zu verbringen. Hinunter zur Oper und von dieser über die Innenstadt (Karl Johans Gate), am Schloss vorbei und am Fjord zurück, um zur alten Festung von Oslo zu kommen. Akershus Festningen kann zum Großteil betreten werden und ist gleichzeitig ein Park am Meer.
Mehr haben wir an diesem Tag nicht erkundet. 😅 Es stand doch noch ein Einkauf für das Abendessen auf dem Rückweg an.
03.07.2018 – Oslo
Ein Besuch im Vigelandpark ist Pflicht, wenn man in Oslo ist. Wir sind jedoch nicht den kürzesten Weg dorthin gelaufen. Zuerst bogen wir am Hauptbahnhof auf einen Fußweg am Akers Elv entlang ab. Diesen liefen wir einige Zeit und sahen so das Oslo abseits der Hauptattraktionen.
Zurück am anderen Flussufer kamen wir wieder auf die Flaniermeile, auf der wir auch schon am Tag zuvor waren. In einer Seitenstraße kaufte ich mir noch eine kurze Hose, hatte ich doch keine saubere mehr dabei und es sollte ein schöner Tag werden.
Um das Schloss und einige Straßen weiter kamen wir zum Eingang des Vigelandparkes. Der Bildhauer Gustav Vigeland hat über sehr viele Jahre alle Skulpturen in diesem Park selbst angefertigt. Die Skulpturen stellen den Lebenslauf der Menschen in seinen einzelnen Phasen dar. Hauptattraktion im Park ist ein Monolith.
Es war so angenehm an diesem Tag, dass wir uns sogar ein Eis kauften. Ich hatte mich natürlich gleich bekleckert – kein Wunder, dass ich keine saubere kurze Hose dabei hatte. 😅
04.07.2018 – Heimreise
Da war er, unser letzter Morgen in Norwegen in diesem Urlaub. Nachdem wir ausgeschlafen hatten, packten wir alles in Svarta und fuhren zum Terminal für die Fähre von Oslo nach Kiel. Check-In für die Fähre war um 12:00 Uhr und noch sehr viel Zeit bis dahin. Wir waren mit bei den ersten am Terminal und konnten Svarta nach dem Check-In auf den Parkplatz abstellen.
Von dort sind wir in einem Bogen nach Aker Brygge. Hier waren einmal die Umschlaggebäude für Waren und es ist mittlerweile ein Bezirk mit Restaurants, Geschäften, Büros und Wohnungen. Vom östlichen Rand Aker Brygges hat man einen guten Blick auf das Rathaus von Oslo. Wir suchten uns ein Café, um gemütlich Frühstücken zu können und fanden eines im inneren Bereich von Aker Brygge.
Gesättigt sind wir zurück zum Parkplatz und konnten gleich los und Svarta in die Fähre fahren. Norwegen verabschiedeten wir mit der Fahrt durch den Oslofjord an einem sonnigen Tag.
05.07.2018 – Heimreise
Am frühen Morgen erreichten wir ein bewölktes Kiel. So sind wir gleich von der Fähre und haben die Heimfahrt angetreten. Auf dem Weg nach Hause hielten wir an einer Raststätte und frühstückten dort bei klarem Himmel und Sonnenschein.
Viele Stunden später waren wir wieder Zuhause von diesem Trip durch Südnorwegen.
Resümee
Norwegen, ein Land, das ich oft schon bereist habe und mich wieder erneut begeisterte. Wir waren „nur“ in Südnorwegen unterwegs und dennoch ist die gebotene Vielfalt von den Bergen (Fjell), den Fjorden und allgemein der Landschaft so groß, dass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.
Moschusochsen leben in Europa nur im Dovrefjell noch wild. Es ist toll, diese mächtigen Tiere in Freiheit erleben zu dürfen.
Wo auch immer wir auf Wanderungen unterwegs waren, waren wir oft sehr alleine unterwegs. Oder, wie bei der Wanderung zur Trolltunga oder über den Besseggen, mit vielen anderen unterwegs und waren auch dort nicht in einem Gedränge und konnten die Natur genießen.
Wetter – ja, da zeigt sich der Norden von allen Seiten. Soviel Regen, das wir durchnässt waren und auch Sonne mit kurzer Kleidung. Alles war dabei. Also immer schön gemischt einpacken.
Infos
Die Kartendarstellungen basieren auf der Anzeige in Trailrunner Mini mit OpenStreetMaps.
Wieder nach Norwegen. 😀 Zuletzt war ich in 2011 in Norwegen und endlich, vier Jahre später geht es wieder nach Norwegen. Jotunheimen hatte ich mir als Zielregion für diesen Urlaub ausgesucht. Mit dabei war eine Tour über einen Gletscher auf den höchsten Berg Skandinaviens, dem Galdhøppigen geplant.
Der Herbst war bewusst gewählt worden, in der Hoffnung, einen Indian Summer in den Bergen erleben zu können. Da dadurch aber mit kühleren Temperaturen über Nacht zu rechnen ist, hatte ich mir für die Woche dort ein Hotel ausgesucht. Das Hindsæter ist auf aktive Urlauber ausgerichtet. Für aktive Gäste gibt es im Sommer Wandertouren und im Winter Schneetouren/Loipen um das Berghotel.
Gebuchte wurde das Hotel und die Fährrückfahrt nach Deutschland über ein Reisebüro in Deutschland.
12. August – Reise nach Norwegen
Mitten in der Nacht war ich Zuhause losgefahren. Mitten in der Nacht, da die Fähre am Nachmittag in Hirtshals ablegen sollte und es bis dorthin rund 1000 Kilometer sind. Mit mehreren Stopps kam ich früh genug in Hirtshals an, so dass es dort nicht in Hektik ausarten musste.
Die Fähre legte pünktlich um 12:15 Uhr ab und war um 15:30 Uhr in Kristiansand. So war ich schon am Anreisetag in Norwegen. 😊 Von hier nahm ich die Landstraße RV9, die von Kristiansand nach Norden geht. Zwei Stunden später hielt ich an einem Campingplatz, um dort zu übernachten.
12. August – Fahrt nach Jotunheim
Weiter ging es am zweiten Tag nördlich, bis zum Ende der RV9 in Haukeli. Von dort dann westlich um die Hardanger Vidda. So kam ich über Edda bis zum Hardanger Fjord und später zum Sognefjord.
Alleine auf dieser Strecke war alles, von sonnig und warm bis kühl und Schneefelder in der näheren Umgebung. Auf diesem Weg kam ich wieder einmal am Låtefossen vorbei, der von den ersten Regentagen des Herbstes reichlich Wasser hatte.
Den Sognefjord überquerte ich mit einer Fähre und folgte der Landstraße RV53. Hier ging es nach oben und es wurde deutlich kühler. Kein Wunder, lag doch schon Schnee im Fjell.
Nachmittags erreicht ich dann das Bøverdalen Vandrerhjem, welches direkt an der RV53 liegt. Hier gibt es Gästezimmer und auch einen angeschlossenen Campingplatz. Für zwei Übernachtungen buchte ich einen Platz, um mein Zelt aufzubauen.
Das Bøverdalen Vandrerhjem liegt am westlichen Rand von Jotunheim und nicht ganz so hoch. Hier lag noch kein Schnee und die Temperaturen waren angenehm für die Jahreszeit.
Was ich ebenfalls hier buchte, war eine geführte Tour über einen Gletscher zum Gipfel von Skandinaviens höchstem Berg. Bis zur Bergstation, ab der die Tour beginnen sollte, führt eine Privatstraße (Maut) und es wurde empfohlen schon am Abend das Auto hinter der Mautschranke zu parken. Gesagt, getan.
15. August – Galdhøppigen
Für das Frühstück hatte ich mir das Buffett im Vandrerhjem gebucht. Fand ich einfacher, da wir uns danach alle vor dem Vandrerhjem für die Tour treffen sollten. Es wurde die Tour, mit der Überquerung des Gletschers und worauf zu achten ist erklärt. Zuerst in Norwegisch und dann in Englisch, für die paar, die dabei waren und nicht Norwegisch konnten. Die norwegische Erklärung war für mich an diesem Morgen verständlich genug.
Wir fuhren anschließen die Privatstraße bis zur Bergstation, der Galdhøppigen Sommerskistation. Hier bekamen wir einen Gurt und los ging es, dem Bergführer hinterher durch eine Geröllwüste bis zum Rand des Gletschers. Dort zogen wir den Gurt an und es wurde nochmals erklärt, dass wir alle an einem Seil mit einigem Abstand hintereinander dem Bergführer über den Gletscher zu folgen haben. In der Nähe machten sich noch andere Gruppen ebenfalls auf den Weg über den Gletscher.
Verbunden mit dem Seil liefen wir in einer Reihe über den Gletscher bis zum gegenüberliegenden Felsgrat. Das Laufen über den Gletscher war wie laufen auf festem Schnee. Nichts so besonderes. Da sich aber immer wieder Spalten öffnen oder Stellen einsacken, ist es gut, geführt über den Gletscher zu laufen. Auf dem Felsgrat angekommen, konnten wir uns wieder vom Seil lösen und einzeln nach oben laufen. Von hier sah der Gletscher zur Seite auch wesentlich spektakulärer aus, mit großen Rissen und Einbuchtungen.
Über den Grat ging es nach oben und dann das letzte Stück über ein Schneefeld. In der Mittagssonne war die Schneefläche oberhalb leicht angetaut und daher rutschig. Also drei Schritte vorwärts und gefühlt zwei zurück gerutscht. Sehr mühsam! Oben angekommen, wurden wir mit einem fantastischen Ausblick belohnt.
Wir waren der Seile wegen in zwei Gruppen aufgeteilt gewesen. Insgesamt sind es mit anderen Gruppen vielleicht 6 oder 8 Gruppen von je bis zu 20 Personen gewesen. Entsprechend groß ist die Menge auf dem Schneefeld gewesen. Davor und auf dem Gipfel verteilt sich das so, dass es sich nicht wie eine größere Menschenmenge anfühlt. Bemerkbar machte es sich aber beim schlechten Mobilfunkempfang. War aber kein Problem, der WIFI-Empfang der Gipfelhütte war super und kostenfrei. In der Gipfelhütte gab es für jeden Geschmack zu Essen und Trinken (auch warm).
Einige Zeit später hieß es dann in der Gruppe wieder zurück zu laufen. Wir lösten uns danach am Ausgangspunkt der Tour auf und ich fuhr wieder zurück zum Vandrerhjem.
16. August – Veostigen
Heute hieß es Abschied nehmen vom Vandrerhjem und zum Berghotel Hindsæter fahren. Dies ist auf der gegenüberliegenden Seite von Jotunheim und somit stand eine Umfahrung des Gebirges über den Norden an. Dichte Wolken prägten den frühen Morgen und verzogen sich nach und nach.
Die Fahrt dauerte nicht lange, obwohl ich mich nicht beeilte und auch noch Zwischenstopps einlegte. Gegen Mittag war ich im Berghotel und konnte sogar direkt einchecken. Mein feuchtes Zelt durfte ich mit Nachfrage auf einer Wiese zum Trocknen aufbauen. Die Sonne und der leichte Wind trockneten es im Nu.
Vom Hotel aus beginnen ein paar Wanderwege und den Veostigen nahm ich für diesen Nachmittag. Eine leichte Tour mit mäßigem Anstieg und einem Nadelwald. Im Wald duftete es herrlich und dahinter gab es einen freien Blick über die Landschaft bis zu den Bergspitzen.
11 Kilometer für einen tollen Blick in diese herrliche Landschaft und gerade im Wald waren die Herbstfarben und die leuchtenden Flechten fantastisch. 😀
Da vor dem Abendessen genug Zeit war, unternahm ich einen Spaziergang zu einem in der Nähe befindlichen Wasserfall.
Das Berghotel ist ein umgebauter Berghof. Dies sieht man nicht nur von außen, sondern auch im Inneren. Es macht es gemütlich, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Für Gruppen gibt es hinter dem Hauptgebäude noch weitere Hütten. Besonders hervorzuheben ist das abendliche drei Gänge Menü, das ich an diesem Tag zum ersten Mal erleben durfte.
Alle warteten in der Eingangshalle auf das Zeichen zum Betreten des Essensraumes. Dort wurde uns zuerst mitgeteilt, was es an diesem Abend zu essen geben wird. Zusätzlich wurde es beim Reichen der Speisen nochmals erwähnt. Die Speisen sind meist aus der Region und es wird u. a. erwähnt, woher sie kommen.
Meine Tischnachbarn waren ein junges Pärchen aus Luxemburg und so konnten wir uns zum Glück in Deutsch unterhalten. Macht es doch etwas einfacher. Nach dem Essen verzogen wir uns noch in die Lobby, in die Nähe des offenen Kamins, in dem ein kleines Holzfeuer für die gemütliche Stimmung prasselte.
17.08. – Hulderstigen
Das Frühstück im Berghotel fand in der alten Stube statt. Im Zwischenbereich des Raumes, in dem das Abendessen war und der alten Stube war ein üppiges Büfett aufgebaut. Gemütlich gefrühstückt und danach noch mein Matpakke zusammengestellt. Das Matpakke ist ein Pausenbrot und dazu durfte man sich vom Büfett nehmen, was man wollte, mit Ausnahme dessen, was auf dem Spezialitätentisch war. Finde ich gut, da so selbst bestimmt werden kann, was und wieviel man möchte. Der Spezialitätentisch ist mit Leckereien der Region gefüllt. Diese sind wohl etwas teurer und daher nicht für das Matpakke gedacht. Butterbrotpapier und Tüten zum Packen liegen selbstverständlich auch bereit.
Für diesen Tag nahm ich mir die kurze Wanderung Hulderstigen vor. Der Wanderweg liegt ein paar Kilometer südlich und geht von einem Wanderparkplatz an der Straße ab. Die rund 6 Kilometer sind keine große Herausforderung, zumal die Strecke relativ eben ist. So hatte ich mit dieser Wanderung einen Teil des Tals, in dem das Berghotel liegt, erkunden können.
Am Nachmittag habe ich noch eine Tour vom Hotel zum Hügel auf der anderen Talseite unternommen und später den Whirlpool im Keller genutzt. Das Hintergrundbild auf dieser Seite mit den Holzbalken wurde übrigens auf dieser Tour aufgenommen.
Ein insgesamt ruhiger Tag, nach den anstrengenderen Tagen zuvor.
18. August – Peer Gynt Hytta
Der Rondane Nationalpark liegt östlich von Jotunheimen und ist eher durch sanfte Hügel, den durch Berge geprägt. Am Høvringsvatne (See) in Rondane liegt eine Fjellstue und das war mein Ausgangspunkt an diesem Tag. Entlang in flachen und weiten Tälern bin ich durch das Rondanefjell bis zu einem Fluss gewandert. Dieser wurde überquert und kurz danach kam ich zu meinem Ziel, der Peer Gynt Hytta.
Die Peer Gynt Hytta ist eine im Sommer bewirtschaftete Hütte, die mit anderen einfachen Hütten ein Ensemble bildet. Wie ich dort ankam, war sie leider geschlossen. Es war Herbst und kein Sommer! In einer geschützten Kuhle widmete ich mich meinem heutigen Matpakke. 😊
Mit einem leichten Bogen und durch ein anderes Tal ging es danach wieder zurück zur Fjellstue.
Eine sehr schöne Tour, die sich völlig von den Touren der Vortage in Jotunheim unterschied. Keine wirklichen Berge und eine Vegetation, die eher aus niedrigem Gestrüpp bestand. Bäume sucht man hier vergebens.
Das leckere Abendessen war wieder mit meinen Tischnachbarn vom Vortag und wir unterhielt uns danach noch in der Lodge bei einem Getränk und ließen den Tag dabei ausklingen.
19. August – Besseggen
Für diesen Tag stand das zweite Highlight des Urlaubes an – die Besseggen Tour. Der Besseggen ist eine Engstelle zwischen zwei Seen, die jedoch einen deutlichen Höhenunterschied haben. Einige gehen die Wanderung von Gjendesheim, dem Seeende an, die meisten jedoch ab der Seemitte von Memurubu.
Ich entschied mich ebenfalls die Tour ab Memurubu anzugehen. Dazu nahm ich die Fähre ab Gjendesheim über den Gjende See nach Memurubu. So gibt es keinen Zeitdruck, um noch die Fähre zurückzubekommen. Die zwei Optionen wären dann in Memurubu zu übernachten oder am See entlang zurück zu laufen.
Mit die erste Fähre war meine, da ich las, dass die Fähren später durchaus sehr voll sein können und vielleicht sogar zu voll um mitzukommen. So früh morgens war es noch etwas kühl auf der Fähre, im Schutz vor dem Fahrtwind ließ es sich jedoch gut ertragen.
In Memurubu nahm ich die Gelegenheit wahr, auf eine der dort stehenden Toiletten zu gehen, bevor es auf die Tour geht. Sicher ist sicher und schont so auch ein wenig die Umwelt. Ab Memurubu geht der Weg eine ganze Zeit lang Bergauf, bis man auf dem Weg oberhalb des Gjende Sees gelangt, der diesem bis Gjendesheim folgt. Es ist ein stetiges leichtes auf und ab bis zum Besseggen, an dem ich eine Pause einlegte.
Anstrengend wurde es danach, da es dann deutlich steiler Bergauf geht und gelegentlich auch die Hände zum Einsatz kommen. Hier und da ist es gut keine Höhenangst zu haben, hat man doch an gewissen Stellen einen freien und steilen Blick mehrere hundert Meter nach unten.
Hat man es nach oben geschafft, so ist man wie so oft in den Bergen nicht wirklich oben, sondern sieht nur besser, dass es noch höher geht. Ab hier dann allerdings nur noch mit einer ganz leichten Steigung. Der Gipfel ist ein großer Steinhaufen in einer Geröllebene, der ohne den Steinhaufen gar nicht als Gipfel auffallen würde.
Anschließend geht es genauso lange leicht bergab, bis zum letzten, dann steileren Abstieg nach Gjendesheim.
Eine wirklich schöne Tour, auf der sich die Menge der Wandernden gut verteilt.
Abends gab es zur Belohnung wieder ein super Essen.
21. August – Leirungsdalen
In der Früh konnte ich vor dem Frühstück von meinem Zimmer den Morgennebel im Tal betrachten. Alles so friedlich und ruhig. Nach dem Frühstück war vom Morgennebel nichts mehr zu sehen. Das Tal war klar und es schien ein schöner Tag zu werden.
Die Tour über den Besseggen ist durchaus anstrengend und so entschied ich mich für eine leichte Tour an diesem Tag. Das Leirungstal ist ein Tal südlich des Gjende Sees und durch einen langezogenen Bergrücken von diesem getrennt.
Zuerst ging es in das weite Tal, einem Wanderpfad bis zum Berg, der das Tal zum Gjende See trennt, entlang. Diesem eigentlich steil nach oben und auf dem Bergrücken bis zu einem Einschnitt. Auf dem Stück nach oben war der Wind jedoch schon so stark, dass andere, die mit mir an dieser Stelle waren, genauso wie ich entschieden, diesen Weg nicht zu gehen. Es wäre vermutlich schon möglich gewesen nach oben zu kommen, nur im starken Wind auf einem Bergrücken entlangzulaufen macht keinen Spaß.
So sind wir alle in einigem Abstand dann im Tal selbst weitergelaufen bis zum zuvor genannten Einschnitt. Der Einschnitt ist nicht besonders hoch vom Tal aus und war schnell erklommen. Diese Stelle mit einem weiten Blick über den Gjende See hatte ich dann auch für meine Mittagspause gewählt.
Auf demselben Weg ging es dann zurück zum Wanderparkplatz auf den schmalen Pfaden im Tal.
22. August – Hindflyin
Eine leichte Bergtour suchte ich mir für den letzten Tag in Jotunheim aus. Hindflyin nennt sich die Tour und beginnt ebenfalls am Berghotel. Auf dieser Tour begleitete ich einen Bergbach in Richtung seiner Quelle nach oben. Danach war über den nächsten zwei Erhebungen jedoch kein weiterer Weg mehr zu erkennen und ich kehrte nach einer Pause um.
Für den Rückweg wählte ich einen Bogen, um auf den Veostigen vom ersten Tag zu gelangen. Über diesen ging es dann wieder durch den Wald mit seinem mit Flechten übersäten Boden zum Berghotel.
Den Nachmittag verbrachte ich zum Packen und für einen Spaziergang in der Nähe des Hotels.
23. August – Jotunheim – Oslo
Bye, bye hieß es an diesem Morgen nach dem Frühstück zum Berghotel Hindsæter und zu Jotunheimen zu sagen.
Am Nachmittag erreichte ich den Ekeberg Campingplatz in Oslo und baute mein Zelt dort auf. Der Campingplatz mitten in Oslo ist beliebt und war entsprechend voll. Für mich, mit einem kleinen Zelt, fand sich zum Glück noch ein Flecken.
Um die Beine nach der langen Fahrt zu vertreten, bin ich den Ekeberg runter und über die Oper zur Innenstadt gelaufen. Nichts Besonderes, einfach so um mich noch ein wenig zu bewegen.
Die Bilder entstanden in den Zwischenbereichen des Barcodes, einer Häuserreihe in der Nähe der Oper, die durch ihre völlig unterschiedlichen Gestaltungen auffallen.
24. August – Oslo
Ein ganzer Tag um Oslo zu erkunden stand vor mir. Ein ganzer Tag für ganz Oslo ist natürlich viel zu wenig, aber ausreichend für das, was ich mir vorgenommen hatte.
Zuerst herab vom Ekeberg, vorbei an der Oper und der alten Festung erreichte ich Aker Brygge durch dieses Viertel kam ich an dessem Ende auf die angrenzende Insel Tjuveholmen mit dem Astrid Fearnley Museum. Das Museum selbst war gar nicht so mein Ziel, sondern das durchaus interessant gestaltete Museumsgebäude, welches die Insel mit dem Festland verbindet. Am südlichsten Ende der Insel befindet sich dann sogar neben dem Museum eine kleine Bucht, in der Baden möglich ist und auch wahrgenommen wurde.
Aker Brygge, sobald es erwacht ist ebenso ein Viertel, das einiges zu bieten hat. Neben Geschäften, gibt es u. a. ganz viele Caféterien und Restaurants.
Von hier bin ich anschließend über das Schloss in der Stadtmitte zum Vigelandpark gelaufen. Dieser Park ist immer ein Besuch wert. So viele Figuren des Künstlers gibt es zu entdecken, dass es jedesmal wieder Neues zu erkunden gibt.
Die zunehmende Wolkendecke empfand ich für die Fotos spannend, bis es langsam windiger wurde und ich den Rückweg zum Campingplatz antrat. Leider nicht früh oder schnell genug. 🙃 Kurz nachdem ich an der Oper vorbei war und am Barcode entlang lief, erwischte mich der Schauer. Durchnässt kam ich an meinem Zelt an und zog mich gleich um.
Auf dem Campingplatz gibt es Räume zum Kochen und Reinigen des Geschirrs. Das war dann auch der Ort, an dem ich an diesem Abend mein Essen zubereitet. Diese Räume haben kein Fenster, dafür ist man im Trockenen beim Kochen und Abwaschen.
25. August – Oslo – Heimreise
Am Morgen packte ich alles zusammen und fuhr zum Terminal, an dem die Fähre Mittags nach Kiel ablegt. Nach dem Check-In parkte ich dort und lief in der letzten halbwegs sauberen Hose, die für das Wetter viel zu lang war, in die Innenstadt. Mein Ziel war ein Outdoorladen, an dem ich am Vortag schon vorbei kam. Eine 3/4 Hose war schnell gefunden und wurde auch gleich anbehalten.
Mit frischer Hose ging es erneut nach Aker Brygge und dort zu einem Café. Ein Latte Macchiato und ein Kanelboller (Zimtschnecke) waren meine Wahl. Die Frage, ob ich den Kanelboller warm möchte, bejahte ich. Hmmm, der warme duftende Zimt und der Latte waren toll.
Nun war es Zeit, langsam zum Fährterminal neben Akker Brygge zurück zu laufen. Bald danach konnte ich auf die Fähre und los ging die Fahrt nach Kiel, um dort am frühen Morgen anzukommen. Das Frühstück erfolgte auf der Fahrt nach Hause an einer Raststätte.
Voll mit neuen Erfahrungen war ich am späten Nachmittag dann Zuhause.
Resümee
Die Herbstfarben waren zwar nicht so intensiv, wie ich sie mir erhofft hatte, dennoch hatte die Woche in Jotunheim seinen Reiz. Das Wetter war die ganze Woche dort gut und tagsüber so angenehm, dass ich auch hin und wieder nur im T-Shirt unterwegs war.
Durch die kühleren Nächte war die Wahl des Berghotels gut gewesen und mit dem Berghotel Hindsæter war es eine sehr gute Wahl. Man fühlt sich dort heimelig und gut aufgehoben. Die Küche dort ist sehr zu empfehlenswert.
Ein Rückblick, 12 Jahre nach der Reise. Es wird spannend, was in meinem Gedächtnis hängen geblieben ist. 🙃
Norwegen, zum ersten Mal in 2000 bereist, hatte es mir sehr angetan und war anschließen für viele Jahre immer bereist worden. Geographisch war das in diesen Jahren immer im Süden Norwegens! Südnorgen geht bis Trondheim und das liegt so weit im Norden, dass es schon knapp nördlich der Färöer liegt. Erst danach fängt Mittelnorwegen an und viel weiter nördlich, kurz vor den Lofoten, das Ziel dieser Reise, beginnt Nordnorwegen. Wer so weit in Norwegen nach Norden gekommen ist, hat damit den Nordpolarkreis überschritten.
2008 bei einer Reise in den Norden war das für mich das erste Mal. Damals fuhr ich so weit nach Norden, um eine Freundin zu besuchen. Die Lofoten und Sonja ließ ich dabei links liegen. Für 2011 war dies anders angedacht gewesen.
Meine Idee ist, 2026 und somit 15 Jahre später noch einmal auf die Lofoten zu reisen. In 2011 war es mehr Sight Seeing mit ein paar leichten und mittleren Wanderungen. In 2026 wird sich das eher Richtung Wandern orientieren. Dafür soll es nicht wie damals noch nördlicher gehen. Denn ich machte einen Ausflug zu einer Freundin über die Vesterålen bis zum Kvænangsbotn, der zwischen Tromsø und Alta liegt. Auf dem Rückweg zu den Lofoten war noch ein Abstecher über Sonja dabei.
Was sich schon deutlich geändert hat, kann schnell über Satellitenbilder, vor allem aber Instagram festgestellt werden. Ein Campingplatz mit einer kleinen Rezeptionshütte ist deutlich gewachsen. Der Platz auf Senja an dem ich wild campte, mitten in der Hochsaison, ist mittlerweile selbst in der Nebensaison fast schon ein Campingplatz, so viele Zelte stehen dort, wie mir eine Freundin berichtete.
Der Urlaub war für ungefähr vier Wochen angesetzt und so stellte ich meinen Urlaubsantrag auf der Arbeit. Mein damaliger Chef rief mich daraufhin an und meinte, dass vier Wochen am Stück schon ziemlich lang sind. Mein Hinweis, dass es doch die Hälfte der Zeit meines letzten Urlaubs sei, hatte keine weitere Reaktion zur Folge und ich meinen Urlaub. 😁 Und wer sich fragt, was man so in acht Wochen machen kann: Es war Weihnachten, im neuen Jahr vier Wochen Patagonien und noch eine Woche wieder ankommen.
Wie war das mit dem Gedächtnis? Ich weiß noch, dass Sankt Hans bereits vorbei war, als ich auf den Lofoten ankam. Sankt Hans? Wem das nichts sagt, sei erwähnt, das ist der längste Tag des Jahres – Mitternachtssonne.
9. Juli – Erster Reisetag
Sehr früh am Morgen fuhr ich los Richtung Norden. Vor der dänischen Grenze wurde ein letztes Mal haltgemacht in Deutschland. Eine Pause und Nachtanken für die weitere Fahrt. Hoch bis Holding, die erste Großstadt in Dänemark. Von dieser Stadt aus fuhr ich nach Osten. Zuerst die Brücke über den Kleinen Belt und dann noch über den Großen Belt. So gelangte ich auf Seeland, die dänische Insel, auf der Kopenhagen liegt. Am südlichen Rand von Kopenhagen entlang gelangte ich auf die Öresundbrücke. Kurz vor dem Brückenende, unter mir schon das schwedische Festland, wurde die Maut in dänischen Kronen beglichen.
Angekommen in Malmö, überlegte ich mir, ob ich dort in der Nähe übernachten sollte. Vorab ausgesucht hatte ich mir eine alternative Unterkunft. Alternativ in dem Sinne, dass es alte Eisenbahnwaggons sind, die ein Hostel bilden. Nun, irgendwie hatte ich noch nicht die Lust zur Übernachtung und fuhr daher an der schwedischen Küste die Straße nach Norwegen weiter. Kaum war ich über die Grenze und in Norwegen angekommen, erreichte ich eine Mautstation. Tatsächlich noch eine, die mit Münzen gefüttert werden wollte. Gut, dass ich vom letzten Norwegenurlaub noch einige norwegische Kronen bei mir hatte.
Die nächste Ausfahrt war danach meine. Nach Osten, in den Ort Halden. Der Campingplatz Fredriksen Camping war einfach zu finden und es war reichlich Platz frei. Wie so oft in Norwegen konnte ich mir ein beliebiges Plätzchen für mein Zelt wählen. Dieses wurde flugs aufgebaut, um mich sofort meinem Abendessen zu widmen.
Ein langer, sehr langer Fahrttag lag hinter mir und so war es nicht wirklich verwunderlich, dass ich, kaum im Schlafsack, gleich einschlief.
10. und 11. Juli – Norwegen
Frühstücken, Zelt abbauen und weiter nach Norden. Vorbei an Oslo gelangte ich nach Hamar am Mjøsa See. In Hamar bog ich von der E6, der Hauptroute nach Norden ab auf die nach Osten führende E25 und in Elverum dann auf die E3 nach Norden bis ich viel später wieder auf die E6 traf und bald Trondheim erreichte.
Auf dem Weg machte ich mehrere Pausen, u. a. in dem kleinen Ort Anna. Ein x-beliebiger kleiner Ort in Norwegen, an dem ich vorbeikam. Dort suchte ich ein Café für eine Pause und fand das Glopheim Kafe. Das Café schien schon in 2011 wie aus der Zeit gefallen zu sein. Für eine Pause ein nostalgischer Trip in die Vergangenheit.
In der Nähe von Trondheim stoppte ich für die Übernachtung an einem Campingplatz. Zelt aufbauen, Abendessen und eine Runde die Füße vertreten, bevor ich mich schlafen legte.
Am nächsten Tag fuhr ich die E6 weiter. Mit Trondheim hatte ich endlich Mittelnorwegen erreicht und bei meinen Stopps machte meist ein Gruppe-Motorradfahrer ebenfalls halt. Als wir wieder einmal eine gemeinsame Pause machten und es war der Halt vor dem Erreichen des Portals zu Norwegens, unterhielt ich mich mit Ihnen. Sie fuhren nicht zum ersten Mal nach Nordnorwegen mit den Motorrädern und hatten auch in diesem Jahr für die Reise zurück die Schifffahrt mit der Hurtigrute gewählt. Nach dem Kaffee fuhren wir nacheinander weiter auf der E6 nach Norden.
Viele Stunden später war der nördliche Polarkreis erreicht. Einfach zu erkennen, da an der E6 ein Infozentrum an dieser Stelle liegt – das Polarsirkeln oder Arctic Circle Centrum genannt.
Einige Zeit fuhr ich noch weiter, bis ich einen Campingplatz für die Nacht erreichte, nachdem ich Fauske passierte
12. Juli – Lofoten
Noch war ich nicht auf den Lofoten angekommen, immerhin war ich schon in der nördlichen Polarregion. Es stand somit ein weiterer Fahrtag vor mir. Da ich schon fast auf der Höhe des südlichsten Punktes der Lofoten war, war es abzusehen, dass an diesem Tag die Lofoten erreicht werden würden.
Die E6 brachte mich hoch bis nach Narvik. Auf diesem Abschnitt ist Norwegen mit am schmalsten und die schwedische Grenze gefühlt immer nur einen Steinwurf entfernt. In Narvik endet eine Bahnlinie, deren anderes Ende an der schwedischen Ostseeküste liegt. Gerade für den Erzabbau in und um Kiruna ist über diese Strecke ein Transport des Erzes zu einem immer eisfreien Hafen möglich. Dies prägt auch Narvik, das nicht besonders einladend erscheint. Eher trist und auf Funktion orientiert, hatte ich den Eindruck. Vielleicht lag es jedoch auch am Wetter und dem bewölkten Himmel.
Im zweiten Ort nach Narvik, in Bjerkvik verließ ich die E6 und bog Richtung Lofoten ab. Die Fahrt ging weiter bis zu den Lofoten. Endlich war die Inselgruppe erreicht. 😀 Ich fuhr noch bis fast ganz an das südliche Ende. In Reine wurde ich auf ein Schild „rom ledig“ (Zimmer frei) aufmerksam. Ich rief an und wurde wenige Minuten später vor Ort begrüßt. Es waren keine Räume oder Zimmer, sondern Hütten bzw. Apartments, die vermietet wurden.
Ein bisschen groß für eine Person, der Preis für die nächsten drei Tage empfand ich als akzeptabel und sagte zu. Das Wetter erschien mir an diesem Tag und nach der Wettervorhersage für die nächsten Tage nicht sehr freundlich und ein festes Dach, eine warme Unterkunft war mir daher lieber.
13. Juli – Reine
Von der Hütte, die ich bezogen hatte, hatte ich die, dem Meer abgewandte Seite. Jedoch ein paar Meter vor der Hütte war es die typische Lofoten Bilderbuchsicht. Die Hütten, zu der u. a. meine Unterkunft zählte und fast alle am gegenüberliegenden Ufer waren rot.
Trüb war es, was mich nicht aufhielt für eine erste Erkundung der näheren Umgebung um Reine mit kleineren Wanderungen.
Die Sonne kam zwar immer wieder kurz heraus, so ganz konnte sie sich allerdings nicht durchsetzen. Das Wetter auf den Lofoten ist zu jeder Jahreszeit abwechslungsreich. Ich mag mit dem Juli im kurzen Sommer dort gewesen sein, das bedeutet jedoch nicht, dass das Thermometer weit über 20 Grad gekommen ist.
14. Juli – Reine
Das Wetter hatte sich über Nacht nicht so wirklich geändert. Eine Fahrt an das südliche Ende unternahm ich u. a., da ich las, dass es dort eine historische Bäckerei geben soll, wo an bestimmten Tagen noch traditionell gebacken wird. Wie sich herausstellte, war es nicht an diesem Tag.
Ein Spaziergang durch Å war interessant. Å, die norwegische Stadt mit dem kürzesten Namen – kürzer geht wirklich nicht mehr. Die Bucht, an der Å liegt, ist umrandet von vielen kleinen roten Fischerhütten. Ein beliebtes Ausflugsziel für Mensch und Tier. Hauptsächlich Möwen, in großer Menge, waren zu sehen. Bei dem trüben Wetter waren wenige Menschen unterwegs, was auch angenehm sein kann. Wie viel los sein wird in Å, kann schon festgestellt werden, wenn das Auto auf dem Parkplatz am Ortsrand abgestellt wird. An diesem Tag sehr wenige!
Auf dem Rückweg war eine Besichtigung von Mosknes, das zwischen Å und Reine liegt, eine kurze Unterbrechung.
In Reine bot sich die Möglichkeit vom Steg bei der Unterkunft ein paar Bilder zu machen, bevor es wieder zu regnen anfing.
15. Juli – Lofoten – Nusfjord – Wikingermuseum
Bye, Bye Reine hieß es an diesem Tag. Der erste Halt, war schon im nächsten Ort, der fast nahtlos an Reine anschließt. Hamnøy bietet von der Hauptstraße einen schönen Blick auf den Fjord, der Bucht mit seinen Booten und dem Ort dahinter. Hier sollte man auf alle Fälle nicht einfach so vorbeifahren und das Örtchen ignorieren.
Auf der E10 fuhr ich weiter bis Ramberg auf Flakstadtøya. Somit war ich bereits auf einer weiteren Insel, der Lofoten. Ramberg verteilt sich um eine Bucht mit einem wirklich schönen Sandstrand.
Auf Flakstadtøya nahm ich ein weiteres beliebtes Ziel als nächsten Stopp vor. Dazu muss ich von der E10 auf eine kleine Zufahrtsstraße abbiegen und am Ende der Straße kam ich nach Nusfjord mit seinem historischen Hafen.
Über die Zufahrtsstraße erreichte ich wieder die E10, nur um sie am nächsten Ort, Vareid, wieder zu verlassen. Ich folgte einer schmaleren Straße nach Viten. Ein Strandspaziergang und man glaubt es kaum, bei strahlend blauem Himmel.
Über die E10 erreicht ich die dritte Insel an diesem Tag. Mitten auf Vestvågøy befindet sich der Ort Borg und außerhalb des Ortes ein Wikingermuseum. Dort wurden die Überreste eines Wikingerlanghauses gefunden und als Erlebnismuseum wurde das Langhaus in unmittelbarer Nähe rekonstruiert. Einige Angestellte in entsprechender historischer Kleidung erzählen, wie das Leben damals vor Ort war. Sehr interessant.
An diesem Tag fuhr ich nicht mehr sehr viel weiter. Ich übernachtete an einem grünen Fleckchen auf Vestvågøy. In 2011 war das noch wesentlich relaxter möglich, wie Jahre später.
16. Juli – Solvær
Ein neuer Tag für Entdeckungen brach an. Nach dem Frühstück machte ich mich auf nach Austvågøy. Dies ist mit die Hauptinsel der Lofoten, auf der sich die Lofoten-Hauptstadt Svolvær und ein Flughafen befindet. Zuerst fuhr ich an der südlichen Küste entlang. Hier ein halt, dort ein halt. Das Wetter war an diesem Tag deutlich freundlicher. Die Farben von Meer, Land und Himmel faszinierten immer wieder.
Am Rørvikstranda machte ich länger halt. In das Wasser wagte ich mich allerdings nicht. 😅
Ein paar Fahrminuten später war ich in Henningsvær. Ein altes Fischerdörfchen, das es zu entdecken galt.
Weiter ging es zur Lofoten-Hauptstat Svolvær. Bis auf den Hafen fand ich die Stadt nicht allzu interessant. Die Wanderung zum bekannten Aussichtsgipfel unternahm ich nicht, dafür fand ich ein Restaurant am Hafen. Ein Fischteller (kalt) mit Brot und Butter. Sehr lecker, mit den verschiedenen Fischsorten, Shrimps und sogar einem kleinen Stück geräucherten Wal. Nicht gleich aufschreien, bei Wal! In Norwegen darf nur auf Schweinswale (so groß wie Delphine) jagt gemacht werden und das auch nur begrenzt. Die Walpopulation ist dadurch nicht gefährdet, sondern nimmt leicht zu.
Die nächste Insel war Hinnøya. Schon vor dem Erreichen von Hinnøya verließ ich die Lofoten und erreichte die Vesterålen. Austvågøy und Hinnøya werden durch den Tengelfjord getrennt. Dieser Fjord ist breit und von der Brücke hatte ich einen tollen Blick auf den Fjord.
Auf Hinnøya übernachtete ich auf einem Campingplatz. Bis ich diesen im Norden erreichte, dauerte jedoch noch einige Zeit.
17. Juli – Vesterålen
Vor 2011 und noch eine Zeitlang danach war ich in dem Norwegenforum Trolljentas Verden aktiv, das es mittlerweile leider nicht mehr gibt. Aus diesem Forum ergab sich ein Kontakt zu einer ausgewanderten Familie, die es auf die Vesterålen verschlagen hatte. Mit diesen vereinbarte ich ein Treffen in dem kleinen Örtchen Klo.
Das Navi im Auto kannte zwar die Major Roads Europe, die Anzeige einer Karte war in 2011 bei den üblichen Navis in Autos nicht weit verbreitet. So brachte mich die Fahrt leider auf eine Strecke, die auf der Hauptinsel der Vesterålen und nicht auf Langøya war.
Roaming in der EU war damals schon üblich, jedoch nicht in europäische Länder außerhalb der EU. Daher war ein Nachschauen über das Smartphone nicht möglich. Ein Anruf brachte die Erkenntnis, dass ich auf der falschen Seite des Fjordes war. Also zurück bis zur Brücke, über die ich dann auf Langøya kam. Noch einige Kilometer an der Küste entlang und ich kam in Klo an. Durch die kurvenreichen Straßen an der Küste entlang und meinem Umweg kam ich deutlich später wie gedacht an.
Kaffee und Kuchen standen bereit und sie waren über den Umweg und die Zeit, die damit verbunden war, nicht verwundert. Durch den Besuch erfuhr ich einiges über das Leben dort oben. Die Winter sind länger und dunkler als in der Mitte Deutschlands, sie empfanden es jedoch als eine Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Auch die strahlenden Häuser im Dunkeln mit der Weihnachtsdekoration sei toll.
Zum Abschied überreichte ich noch ein kleines Präsent. Ein Six-Pack Flensburger mit verschiedenen Bieren, das es so nur in und um Flensburg gab. Daran kam ich über einen ehemaligen Arbeitskollegen auf einem Projekt, der in der Nähe der Brauerei wohnte.
An diesem Tag fuhr ich noch weiter Richtung Tromsø. Den genauen Campingplatz für die Übernachtung habe ich nicht mehr in Erinnerung, glaube aber, dass es Bardu Camping war. Bei meiner Ankunft war ein Pärchen beim Ausfüllen der Formalitäten und mir wurde angeboten, dass ich mir einen Platz aussuchen könne und danach die Formalitäten vornehme. So tat ich es dann auch.
Der Abend und die Nacht waren kühl, um nicht zu sagen kalt. Auf der anderen Seite des Tals lag Schnee und mein damaliger Schlafsack war nicht ganz für diesen Temperaturbereich ausgelegt. Zum Glück hatte ich reichlich Fleecedecken dabei, die ich alle(!) aus dem Auto holte und mich darunter vergrub. 😂 Das Erste nach dem Urlaub war übrigens einen ordentlichen Schlafsack zu kaufen, der eine Wohlfühltemperatur bis knapp um den 0-Punkt hatte.
18. Juli – Kvænangsbotn
Auch am Morgen war es noch entsprechend kalt. Gefrühstückt hatte ich vor dem Zelt in reichlich Decken eingehüllt.
Alles eingepackt, ging die Reise nach Norden weiter. Der Kvænangsbotn war mein nördliches Ziel, um dort eine Freundin, die ein paar Jahre vorher auswanderte, zu besuchen.
Der erste Halt am Morgen war am Målselvfossen bei Bardufoss. Ein Wasserfall, der gerne als Halt für eine Reise in den Norden genommen wird. Viele Stunden später kam ich bei Djupvik vorbei (Bild mit der Hütte am Meer) und wußte, dass ich es nicht mehr so weit hatte.
Weniger als zwei Stunden später erreichte ich mein Ziel. Silke und Gejr hatten für mich bereits eine Hütte neben dem Haupthaus für die Nächte zurechtgemacht.
Abends sind wir zu den Nachbarn. Wobei hier zu erwähnen ist, dass die Nachbarn, unabhängig von der Richtung mind. zwei Kilometer entfernt wohnen. Es war ein unterhaltsamer Abend und es musste auch nicht oft für mich in das Englische gewechselt werden. Das meiste verstand ich so und manches vermittelte mir Silke auf Nachfrage.
19. Juli – Kvænangsbotn
Nach drei Jahren wieder bei Silke und Geijr zu sein, war schön. Silke war schon voll integriert im Kvænangsbotn und konnte so einiges erzählen.
Während Sie am Vormittag zur Arbeit fuhr, unternahm ich einen Ausflug Richtung Alta zu einem Gletscher. Am Nachmittag trafen wir uns wieder bei Ihnen Zuhause.
Nachmittags waren wir auf der Suche nach Multebeeren. Dazu fuhren wir ein Stück am Fjord entlang und bogen in einen Feldweg ab. Mir wurde vorher schon geraten, feste Schuhe zu nehmen. Das Warum stellte sich bald heraus. Die besten Multebeeren wachsen in Moorgebieten und in einem solchen waren wir. Mit entsprechender Kenntnis kamen wir mit trockenen Füßen und einer ordentlichen Menge an Multebeeren wieder zum Auto.
Der Hinweis, das es in der Gegend Braunbären gibt wäre ok gewesen, wenn es nicht gerade mitten im Moorgebiet gewesen wäre. 😅 Gesehen hatten wir an diesem Tag keinen. Am Abend wurde im lokalen Fernsehen berichtet, das ein Nachbarn der Beiden vor einem Braunbär auf das Dach einer Scheune geflüchtet war.
Am Abend nach dem Essen unternahmen Silke und ich noch einen Spaziergang zum Fjord.
20. Juli – Kvænangsbotn
Da Silke und Geijr arbeiten mussten, war mein Aufenthalt nur kurz und dies mein Tag für den Aufbruch.
Am südlichen Eingang in den Fjord oben im Kvænangsfjell stoppte ich am Gildetun für einen Blick über den Fjord. Die Aussicht von dort oben ist schon super.
Den restlichen Tag fuhr ich weiter nach Süden, bis ich am späteren Nachmittag einen Campingplatz für die Nacht aufsuchte.
21. Juli – Senja – Inselmitte
Weiter nach Süden, über den Kafjord, an dem ich bei einem Wasserfall einen Spaziergang unternahm, fuhr ich. Vorbei an Tromsø, gelangte ich nach Senja. Mit dem Auto erkundete ich die Inselmitte, die noch halb im Winter war. Kalt war es und so zog ich es vor, mir einen Campingplatz an der Ostküste der Insel für die Nacht zu suchen.
22. Juli – Senja
Die Sonne begrüßte mich am Morgen und das Meer strahlte in seinen schönsten Farben. 😀
Es ging wieder über die Inselmitte und nun auch bis zur Ostküste. Tungeneset, ein schöner angelegter Weg zum Meersaum mit einem tollen Blick lud zum Verweilen ein. Tungeneset ist einer der Ort des Nationalen Turistenweges, der durch gesamt Norwegen geht und an verschiedensten Stellen zum Halten animiert.
Für die Nacht pickte ich mir auf einer Karte einen Campingplatz an der Westküste heraus. Wie sich vor Ort herausstellte, war dieser allerdings nicht geeignet, um ein Zelt aufzustellen.
An diesem Tag kam ich am Ersfjord vorbei und dem dortigen Strand mit Dünengebiet. Die Straße führt mitten durch die Dünen und es standen bereits Zelte dort. So beschloss ich dorthin zurückzufahren und ebenfalls mein Zelt in den Dünen aufzubauen. Weit weg vom nächsten Ort, waren es mit meinem Zelt insgesamt vier Zelte, die sich auf dem breiten Strand bzw. Dünengebiet verteilten.
Ein Bild einer Freundin aus dem Jahr 2023 desselben Strandes, zeigte, dass dieser voll mit Zelten war. So ist das mit dem Wildcampen eigentlich nicht gedacht. In 2011 war ich in der Hauptsaison dort und es waren kaum Zelte am Ersfjord, in 2023 war es die Nebensaision und es war voll. Das zeigt, wie sich der Tourismus im hohen Norden in den 12 Jahren deutlich veränderte.
Abendlicher Blick vom Zelt aus.
23. Juli – Senja
Ein klein wenig parkte ich das Auto zu weit abseits der Straße in den Dünen. 🙃 Es war nicht ganz unproblematisch wieder aus dem Sand herauszukommen, gelang mir dann am Ende zum Glück mit etwas Geschick doch noch alleine.
Nach diesem Schreck machte ich mich auf zu einem der nördlicheren Finger von Senja. Husøy ist eine vorgelagerte Insel mit einem Dorf darauf, das über einen Damm gut erreichbar ist. Eine Wanderung in der Nähe erweckte mein Interesse und so parkte ich deutlich außerhalb von Husøy und machte mich auf den Weg.
Die Bewölkung könnte abschreckend wirken, war sie aber nicht. Im Gegenteil war dadurch deutlich mehr von der türkisen Farbe des Wassers in diesem Fjord zu erkennen.
Nach der Wanderung begab ich mich wieder auf den Weg der Westküste folgend nach Süden. Vorbei an meinem Übernachtungsstrand erreichte ich die Bergsbotn Aussichtsplattform und anschließend erneut Tungeneset.
Senjatrollet war auf dem weiteren Weg ein Haltepunkt. Hier wurde sich zum Thema Troll ausgetobt. Begrüßt wurde ich von einem riesigen Troll am Eingang. Ganz witzig das Ganze, nur scheinbar seit einiger Zeit nicht mehr geöffnet.
Auf einem Campingplatz verbrachte ich eine weiter Nach auf Senja.
24. Juli – Senja, Lofoten
So ganz konnte ich mich von Senja noch nicht lösen und fuhr auch an diesem Tag nochmals zum Bergsbotn Aussichtspunkt und kam dabei wieder an Senjatrollet vorbei.
Danach hieß es dann endgültig Abschied von Senja nehmen und zurück auf die Lofoten fahren.
25. Juli – Lofoten, Flakstad – Lofoten Beach Camp
Die Fahrt zu den Lofoten über die Vesterålen ist lang und beanspruchte einen Großteil des Tages. Mystischer Nebel in Tälern und Seen halb im Nebel gaben ein tolles Schauspiel, das die Fahrt kürzer erschienen ließ, wie sie war.
Bis auf Flakstadt fuhr ich und baute mein Zelt auf dem Lofoten Beach Campingplatz in der Nähe von Ramberg auf. Eine kleine Hütte mit Rezeption, ein kleines Sanitärgebäude mit zwei Toiletten und zwei Duschen für alle (Unisex!) war alles. Die Plätze in den Dünen vor dem Strand waren super. In den „Tälern“ der Dünen waren die Plätze, sodass durch die Dünen ein Schutz vor möglichem Wind bestand und es war dadurch ruhiger. Nachdem was ich heute (2023) auf Satelittenbildern sah, ist der Campingplatz deutlich gewachsen.
Um Mitternacht wachte ich auf und unternahm einen Spaziergang am Strand. Die Mitternachtssonne ist schon ein besonderes Erlebnis, weshalb ich selbst um diese Zeit nicht alleine am Strand unterwegs war.
26. Juli – Lofoten – Reine
Am Morgen war Strandtag angesagt. Zuerst war ich am Strand vor dem Campingplatz und danach 2,5 Kilometer weiter am Strand von Ramberg. Deutlich war der Unterschied der Lichtverhältnisse zu merken. Es war leicht heller, vor allem war der gelbliche Schimmer der „Nacht“ am Tag verschwunden.
Eine aussichtsreiche Wanderung hatte ich mir für diesen Tag vorgenommen. Dazu fuhr ich zunächst in südliche Richtung. An Hamnøy konnte ich jedoch nicht so einfach vorbeifahren, ohne ein paar Bilder zu machen.
Die Hauptstraße weiter fuhr ich durch Reine und dem dahinter liegenden Tunnel. Direkt hinter dem Tunnel befand sich auf der Seite zum Meer ein Schotterparkplatz. Ein älteres Schweizer Pärchen machte sich ebenfalls bereit für die Tour zum Reinebringen.
Der Einstieg auf der gegenüberliegenden Straßenseite war nicht so einfach zu finden, gemeinsam hatten wir ihn dann doch entdeckt. Der Schweizer mit seinen 60 Jahren ist mir deutlich davongelaufen oder sollte ich sagen gekrabbelt? Ein steiler, oft sehr steifer Weg war es bis oben, sodass die Hände manchmal zum Einsatz kamen.
Die Tour ist gar nicht so lange, jedoch haben es die 400 Höhenmeter auf der kurzen Distanz in sich. Den Schweizer habe ich mir gemerkt, im Sinne von dran bleiben, fit bleiben und auch mit über 50/60 Jahren noch aktiv unterwegs zu sein.
Aber zurück zum Reinebringen. Den kennt vermutlich jeder, der schon Bilder zu den Lofoten gesehen hat. Es ist der Aussichtsberg von Reine mit einem wirklich super Ausblick.
Ja, das weiße Zeug auf dem zweiten Bild ist Schnee und der hielt sich bis zum Juli in diesem Jahr an manchen höheren Stellen.
In Reine mietete ich nochmals für zwei Nächte eine Unterkunft, wie zu Beginn. Dieses Mal bekam ich ein Apartment in einer Hütte mit Meerblick.
Vor dem Abendessen fuhr ich in den südlichsten Ort Å. Ein Spaziergang im Ort und noch eine Minitour vom Parkplatz aus in die Hügel südlich davon waren der letzte aktive Teil des Tages.
27. Juli – Kvalvika Strand
Ich war in Reine auf Mosknesøya und mein Fahrtziel war Fredfang, ebenfalls auf Mosknesøya. Wie das so auf den Lofoten ist, führt kein direkter Weg dorthin, sondern nur einer über die Nachbarinsel.
Hinter Fredfang parkte ich auf einem Wanderparkplatz und begab mich auf die Tour zum anderen Inselufer. Zunächst leicht bergauf und durch Hügel erreichte ich mein Ziel, den Kvalvika Strand von oben. Da dieser Strand nur zu Fuß oder dem Boot zu erreichen ist, war es sehr ruhig. Lag aber vielleicht auch an dem bewölkten Wetter.
Nach dem Abendessen in der Hütte unternahm einen Spaziergang in der Nähe, bevor es in das Bett ging.
28. Juli – Lofoten
So langsam wurde es Zeit für die Rückreis, die ich an diesem Tag antrat.
Da ich fast am südlichen Ende der Lofoten war, folgte zuerst die Fahrt nach Norden. Vorbei an Henningsvær, Rambergstranda, dem Lofotr Viking Museum und über Kabelvåg (Bild mit Blumenstrand!) sowie Svolvær auf das Festland.
Bei Bjervik erreichte ich die E6 und bog nach Süden ab, um bald Narvik zu erreichen.
Einige Stunden später suchte ich mir einen Campingplatz und übernachtete dort.
29. Juli – Nach Süden
Weiter sollte es nach Süden gehen. Erneut kam ich am Artic Circle Center vorbei, was immer eine gute Idee für einen Stopp ist.
Außerhalb von Mo i Rana, das weiter südlich liegt, bog ich von der E6 ab, da mich ein Schild neugierig machte. Die Grønligrotta und eine weitere Grotte sind dort zu besichtigen. Durch die Grønligrotta, die im Gegensatz zur Setergrotta beleuchtet ist, startete eine Führung, der ich mich anschloss.
Mo I Rana war danach in wenigen Minuten erreicht und eine weitere Pause wert.
Ich fuhr noch einige Stunden weiter, bis ich den Campingplatz am Torghatten erreichte.
Den Torghatten hatte ich einige Jahre zuvor von einem Schiff der Hurtigrute aus gesehen und dachte mir, das wäre doch ein Ort für eine Übernachtung. Der Campingplatz war nicht sehr voll und so hatte ich eine freie Wahl für den Platz, auf dem ich das Zelt aufbaute.
30. Juli – Torghatten
Am Torgahtten übernachten und dann nicht zu selbigen nach oben laufen geht gar nicht. Ergo packte ich nach dem Frühstück alles zusammen und machte mich auf den Weg nach oben. Der Durchbruch durch den Berg entstand durch das Wasser des Meeres. Ja, Meer! Die Insel lag durch das Gewicht des Festlandeises vor sehr langer Zeit tiefer und hob sich, nachdem das Eis geschmolzen war.
Im Durchbruch, der vor Ort größer wirkt, werden manchmal Konzerte abgehalten. Durch die Akustik des Durchbruchs bestimmt ein besonderes Erlebnis.
Der gesamte Tag war ein Fahrtag mit kleineren Pausen. So war es mir möglich an diesem Tag bis südlich von Trondheim zu kommen und einen Campingplatz für die Nacht aufzusuchen.
Den genauen Namen oder Ort weiß ich nicht mehr. Was ich noch weiß, ist das dieser an der E6 lag, was im ersten Moment abschreckend wirken mag, ist es doch mit die befahrenste Straße des Landes. Jedoch liegt die eigentliche Campingwiese in einer Senke dahinter, in die ein Fußballfeld passen würde. So war es trotz der Nähe zur E6 für die Übernachtung dort ruhig, zumal nur zwei andere Pärchen sich noch auf dem Campingplatz aufhielten.
31. Juli – Geiranger
Nächster Tag und weiter ging die Fahrt. Dombås, rund 200 Kilometer südlich von Trondheim, war erreicht und der Ort, an dem ich auf die Straße nach Åndalsnes abbog. Vor Åndalsnes bog ich erneut ab, um auf die Straße zum Trollstigen zu kommen.
Der Trollstigen war oben am Pass im Nebel, wie so oft, wenn ich dort war. Umso bezaubernder ist es jedes Mal aus dem Nebel in die Sonne zu kommen.
Über die Ørnesvingen, die Adlerschwingen Serpentinenstraße erreichte ich den Campingplatz im Geiranger Fjord.
Am späteren Abend unternahm ich einen Ausflug mit dem Auto auf den Dalsnibba. Ein Aussichtsberg, der gerne von Tagestouristen per Bus angesteuert wird. Abends jedoch hat man dort oben seine Ruhe und eine super Aussicht.
01. August – Oslo
Am frühen Morgen lag der Geiranger Fjord im Nebel. Meine Fahrt aus dem Fjord war somit eine Fahrt durch die Nebeldecke und oben ergab sich dann eines der typischen Bilder eines Tales voller Nebel. 😀
Die Landstraße 63 aus Geiranger heraus brachte mich auf die E15 bis nach Lom. Sonnig war es und in Lom ist es Pflicht der Stabkirche einen Besuch abzustatten. Abgesehen davon war es Mittag und ich hatte Hunger. 😊
Von Lom waren es unter fünf Stunden, bis der Campingplatz auf dem Ekeberg in Oslo erreicht war. Dies ist in Oslo mein Lieblingscampingplatz. Oben auf dem Berg, ist die Oper, der Bahnhof und die Innenstadt in kürzester Zeit erreichbar.
Je nach Saison kann es allerdings dort ziemlich voll sein und das war es dann auch. Einen Fleck für mein Zelt fand ich gar nicht so weit von den Sanitäranlagen und vom Weg zur Innenstadt.
Am späteren Abend unternahm ich dann auch einen Spaziergang zur Oper und zurück.
2. August – Oslo
Am Morgen wollte ich Frühstücken, jedoch entpuppte sich meine Milch als Quarkansatz. Somit lief ich zur Rezeption mit ihrer kleinen Nahrungsmittelecke und kaufte Milch für das Frühstück. Gefrühstückt wurde bei gutem Wetter vor dem Zelt.
Alles gemütlich zusammengepackt machte ich mich auf für die kurze Fahrt zum Hafen. Die Fähre von Oslo nach Kiel lief am Nachmittag aus und ab Mittag ist ein Boarden möglich. Der Parkplatz davor kann schon deutlich früher aufgesucht werden. Also früh dorthin, einchecken um auf den Parkplatz zu kommen und anschließend zu Fuß in die Innenstadt oder wie in meinem Fall nach Akersbrygge laufen.
Die Sonne am Nachmittag ließ die Zeit, die die Fähre für die Fahrt durch den Oslo Fjord benötigte, schnell vergehen. Bald war Abend, Essenszeit und das offene Meer erreicht.
3. August – Heimreise
In Kiel kamen wir am frühen Morgen an. Ich fuhr von der Fähre los und hielt später an einer Raststätte für ein Frühstück.
Am späteren Nachmittag war ich nach über drei Wochen wieder Zuhause.
Resümee
In der Einleitung erwähnte ich bereits, dass ich vorhabe eine erneute Reise auf die Lofoten zu unternehmen. Somit kann es im Grunde nur ein positives Resümee geben. Dennoch gibt es die Punkte An- und Abreise, die zu bedenken sind. Vermutlich werde ich wieder mit dem Auto nach Norden fahren, auch wenn dafür über eine Woche einzurechnen ist. Zum einen kann die An- und Abreise durchaus abwechslungsreich gestaltet werden und es besteht die Möglichkeit Fähren zu nutzen. Mit dem Flugzeug wäre es zwar möglich auf die Lofoten zu kommen, die Kosten für einen Mietwagen für zwei Wochen sind jedoch exorbitant.
Zurück zu dieser Reise, die mir einen Rückblick, einen Ausblick und Ideen für die nächste Reise geben sollte. Der Fokus in 2011 war weniger das Wandern, eher mehr das Erleben und Bereisen. Es war gut so, wie es damals war.
Ein paar Anekdoten und Aktivitäten habe ich noch in Erinnerung, die nicht erwähnte. U. a. hatte ich ein Rad mit dabei. Wann ich es nutzte, weiß ich jedoch nicht mehr.
Wer sich wundert, dass Oslo so kurz kam, dem sei mitgeteilt, dass ich zuvor schon öfter in Oslo war und es bei dieser Reise bewusst kurz fasste. In den Reisen in 2015 und 2018 wurde Oslo wieder mehr bedacht.
Die Idee mit den Nationalen Turistenwegen und besonderen Haltepunkten war und ist interessant und führte damals, wie auch danach zu schönen Stopps. So was wird wieder bedacht.