Camping a Sole

Italien – Trentino – Ledrosee
Camping a Sole – https://www.campingalsole.it/de
Empfehlung – Ja
Juni 2022

#camping #italien #trentino #ledrosee #campingasole


Gesucht war ein Campingplatz am nördlichen Ende des Gardasees. Um flexibel zu bleiben, war nichts gebucht. Nicht bedacht, war das es sich um die Pfingstwoche handelt und viele aus Deutschland ebenfalls an den Gardasee fahren werden. So waren die Campingplätze in Riva del Garda alle voll belegt.

Zuvor hatte ich mir schon als Ausweichmöglichkeit zwei Campingplätze am Ledrosee gemerkt. Der Campingplatz Camping a Sole wurde es und es war gut so.

Allgemein sind die mir bekannten Campingplätze am Gardasee und Ledrosee eher für Vans, Wohnmobile usw. ausgelegt. D. h. hauptsächlich oder nur Parzellen und auf diesen wenig Gras und viel staubige Erde. Zum Zelten nicht ganz so optimal, aber auch nicht unmöglich. Auf alle Fälle sollte ein Hammer für die Heringe im Gepäck sein.

Bei Camping a Sole gibt es einen schmalen Streifen Wiese für Zelte. Diese war zu unserer Ankunft jedoch komplett belegt und wir bekamen den einzigen freien Platz für eine Woche. Angrenzend war die Rückwand zum Sanitärgebäude/Lagerräume des Poolbereichs. Der Campingplatz ist auf Familien mit Kindern ausgelegt und so war jeden Abend Kinderdisco.

Sehr positiv hat uns die Sanitäranlage gefallen. Kein Wunder, wurde sie in diesem Jahr doch saniert und das sehr komfortabel. So gibt es im Haupteingang mit automatischen Glasschiebetüren einen Block mit gekühlten Schließfächern.

Über diesen Eingang und über zwei Seitentüren gelangt man in den Bereich der Toiletten, Waschbecken und dahinter der Toiletten. Links Frauen, rechts Herren. Alles sehr stylish und sauber. Morgens und Nachmittags hatte ich Putzfrauen gesehen. Es wird also mind. zweimal am Tag sauber gemacht.

Im Duschbereich sind zusätzliche Waschbecken und dort auch Föhns vorhanden. Teilweise auch nur Ablagebretter mit Spiegel und Föhns gegenüber der Duschkabinen.

Jede Duschkabine hat einen Vorbereich mit Ablagebank UND ein kleines Waschbecken mit Spiegel.

Da im Preis die Benutzung der Sanitäranlage inbegriffen ist, sind keine Duschautomaten o. ä. vorhanden. Die Armaturen an den Waschbecken und in den Duschen haben einen kleinen Hebel für die Temperatur. Das Wasser wird überall mittels Sensoren angestellt. In der Dusche einfach die Hand für den Sensor halten für an oder aus.

Warum im hintersten Duschbereich die Wand zu den Waschbecken und den gegenüberliegenden Toiletten grün sind, ist nicht bekannt.

Familiencamping. Es wurde sogar an die Kleinen und Kleinsten gedacht. Ein Raum mit einem Wickeltisch und dort ist eine kleinere Toilette mit einem kleinen und niedriger angebrachten Waschbecken.


Auf der rechten Seite des Sanitärgebäudes ist ein zweiter Eingang. Dieser führt zu einem Raum mit vielen Spülen zum Waschen. Dort befinden sich sogar abgetrennt zwei Spülmaschinen. Ebenfalls abgetrennt sind einige Waschmaschinen und Trockener vorhanden. Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner sind mit Marken zu füttern.


Im ersten Stock des Sanitärgebäudes ist der Wellnessbereich, in dem ich nicht war.

Wie bereits erwähnt gibt es einen Pool und dort zusätzliche Toiletten. Zum Campingplatz gehörend, jedoch außerhalb, ist eine Bar.

In der Einfahrt zum Campingplatz ist die Rezeption (auch deutschsprachig), ein Mini-Markt sowie ein Restaurant.

Zum See ist der Campingplatz mit einem Zaun abgegrenzt, die Öffnungscodes für die beiden Türen bekommt man bei der Anmeldung. So ist man vom Zelt in nur wenigen Schritten am Seeufer.

Einzig, was leider vergessen wurde, ist ein Aufenthaltsraum für Regentage. So ist man z. B. mit einem Zelt auf das Kochen aus dem Zelt heraus angewiesen.



Der Pool und die Bar mit dem Ledrosee im Hintergrund.

Bhutan und Kathmandu (Nepal) – März 2017

Meine erste Reise in den Himalaya sollte nach Bhutan gehen. Warum Bhutan? Von diesem Land hatte ich einiges gehört, was die Kultur und die Landschaft angeht und mich fasziniert. So ist Bhutan das einzige Land mit einem Bruttosozialglück. Im Gegensatz zu anderen Ländern steht hier nicht die Wirtschaft (Demokratien) oder Politik (Sozialistische Staaten) an ersten Stelle, sondern das Wohlbefinden der Einwohner. Aus Sicht des Umweltschutzes fällt das Land ebenfalls positiv auf, ist es doch das einzige Land mit einer negativen CO₂-Bilanz.

Unter den ganzen Angeboten, hatte ich mich für „Genussvolle Wander- und Kulturtage im buddhistischen Königreich“ des DAV entschieden, da es mir eine angenehme Mischung zwischen Aktivität und Kultur darstellte. Eine zweite Tour mit einer Kombination aus Nepal und Bhutan bot mir zu wenig Bhutan, war ansonsten dennoch interessant von der Beschreibung. Eine Gruppenreise sollte es sein, da ich nicht alleine in diesem Land mit einem Guide unterwegs sein wollte.

Ein Urlaub in Bhutan ist nicht unbedingt günstig. Zum einen muss ein Urlaub über eine offizielle Agentur erfolgen, ein bhutanesischer Guide ist Pflicht und dann gibt es noch eine Tagespauschale. 200 $ – 250 $ pro Tag je nach Saison sind abzuführen, dürfen aber u. a. mit den Übernachtungen verrechnet werden. Hierzu brauchte ich mir jedoch durch die Buchung beim DAV keine Gedanken zu machen. 

Dass nach Bhutan nur eine bestimmte Anzahl an Touristen pro Jahr einreisen dürfen, kommt aus der Anfangszeit des Tourismus in Bhutan (1970). Dies wurde 1994 aufgehoben. Die Tagespauschale jedoch gibt es seit 1970 und hat noch immer Bestand. Die Besucherzahlen aus den 70ern sind nicht so ohne weiteres mit den heutigen zu vergleichen, da die Grundlage der Zählung eine andere ist. U. a. werden auch inländische Touristen mitgezählt. 

Wie auch immer in 2017 war ich eine von 673 Besuchern aus Deutschland und eine von insgesamt fast 240.000 Besuchern. Der März erschien mir eine gute Reisezeit. Die Hauptsaison geht nicht ohne Grund von Februar bis Mai. Auch wenn die 240.000 Besucher in diesem Jahr einen neuen Höchststand bildete, so hatte ich dennoch nie das Gefühl in einer Region mit einer großen Zahl von Touristen zu sein. 

Wie immer bei Fernreisen, buche ich schon Monate im Voraus und hatte somit reichlich Zeit mich noch intensiver mit Bhutan zu beschäftigen bis es losgehen sollte. So war auch mehr als genügend Zeit vorab ein Visum für Nepal zu beantragen, um es nicht bei der Einreise noch machen zu müssen. Das Visum für Bhutan, erfolgte durch den Reiseanbieter.


26.03.2017 – Anreisetag

Meine knallig gelbe Tasche, die ich mir zur Patagonienreise kaufte, nutzte ich für diesen Urlaub. Eigentlich ein wenig zu groß, aber nicht weiter schlimm, da diese mit Riemen komprimiert werden kann. Die knallige Farbe macht es mir auf Flügen und beim Campen einfacher, da sie immer auffällt. 

So bin ich Nachmittags zum Flughafen nach Frankfurt. Dort checkte ich mich ein und bin so nur noch mit meinem Tagesrucksack langsam zu den Gates. Da noch sehr viel Zeit bis zum Abflug war, suchte ich mir ein Café in der Nähe des Gates und dort einen gemütlichen Platz auf einer gepolsterten Bank, um meinen Latte Macchiato zu trinken. Während ich dort saß, setzte sich zwei Mädels neben mich. Ich hatte ein paar Worte mitbekommen und von der Kleidung könnten sie dasselbe Ziel haben.

Es war Zeit, zum Gate zu gehen. Der erste Flug brachte mich nach Abu Dhabi, wie bei allen Flügen von Etihad. Für den weiteren Flug musste ich durch das gesamte Gebäude und dabei durch eine Kontrolle. Hinter der Kontrolle wurde ich angesprochen. Da hatte jemand den Eindruck, wir könnten dasselbe Ziel haben. Ja, hatten wir. So wurde gefühlt das Warten auf den Anschlussflug kürzer, da wir uns schon einiges zu erzählen hatten. Die fast vier Stunden in Abu Dhabi waren um, und es folgte der Weiterflug nach Kathmandu.


27.03.2017 – Kathmandu

Der Flug in Frankfurt startete um 21:45 Uhr und in Kathmandu kamen wir am nächsten Tag um 16:20 Uhr (lokale Zeit) an. Vor dem Flughafen waren einige mit Schildern der Reiseanbieter und warteten auf Ihre Gäste. Derjenige mit dem DAV-Schild war schnell ausfindig gemacht und stellte sich als Kazi vor. Wir wurden dann zu einem Kleinbus gebracht und ja, die zwei Mädels aus Frankfurt waren auch dabei.

Durch das wuselige Kathmandu mit seinem chaotischen Verkehr brachte uns der Fahrer zum Hotel Annapurna. Einchecken und dann ab auf das Zimmer. Für heute stand nur noch ein gemeinsames Abendessen mit Kennenlernen der Gruppe an. 

Zuvor wollte ich mir noch die Beine vertreten, es war jedoch schon dunkel und so bin ich nur im Hotelhof bis zur Straße. Dort waren mehrere Personen im Halbdunkel, da nichts wirklich besonders gut beleuchtet war. Also lieber zurück. So ganz geheuer war mir das nicht.

Abends trafen wir uns dann im Hotel zum gemeinsamen Abendessen. Es waren ein paar vom selben Flug, ein paar aus München und drei, die schon etwas vorher angereist waren.

So ging der erste Tag in Nepal nach nur wenigen Stunden zu Ende, ohne wirklich etwas von Nepal gesehen zu haben. Nicht so tragisch, das Ziel war ja auch Bhutan.


Da die Reise nach Bhutan mit zwei Tagen Kathmandu verband, trennt sich die Beschreibung hier.


07.04. – 08.04.2017 – Heimreise

Am späteren Nachmittag sind wir mit dem Bus vom Hotel zum Flughafen gebracht worden. Dort bekamen wir vor dem Eingang von Kazi Schals zum Abschied umgehängt. Ab hier waren wir auf uns gestellt. 

Einchecken für einen Flug ist nichts Neues und verlief ohne Probleme. Lediglich der rote Aufkleber mit der Aufschrift „Hot Transfer“ machte etwas stutzig. Der Grund war die Umsteigezeit in Abu Dhabi. Dort sind wir aus dem Flugzeug, zügig durch den Flughafen zum Gate für den Anschlussflug, der nicht lange auf sich warten ließ.

Um 21:00 Uhr in Kathmandu gestartet, kam ich um kurz nach 7:00 Uhr in Frankfurt an. Mein Gepäck hatte es in den Anschlussflieger geschafft und war bei den ersten, die auf dem Gepäckband landeten. Mit dem Gepäck hieß es noch zum Auto zu kommen und nach Hause zu fahren. Am frühen Vormittag war ich damit nach zwei erlebnisreichen Wochen wieder Zuhause.


Resümee

Die Entscheidung gegen die kombinierte Reise mit Nepal und Bhutan und damit für die Reise nur nach Bhutan war ich im Nachhinein sehr zufrieden. In der Kombination wären es mir vermutlich zu wenige Tage in Bhutan gewesen.

Mal abgesehen von dem Durchfall mit Übergeben und dem damit verbundenen Tag im Ressort, war das Essen immer gut. Die Versorgung mit Wasser im Bus war ebenfalls gut und erleichterte die Organisation von Wasser für die Touren. 

Wer viel trinkt, muss auch regelmäßig auf Toilette. In den Ressorts und Restaurants waren dies normale Toiletten. Unterwegs, in Schulen, Klosteranlagen usw. waren es oft nur längliche Keramikvertiefungen. Anfangs mit einem Na ja, hat sich herausgestellt, dass dies sehr angenehm ist, da man so am wenigsten Körperkontakt mit der Toilette hat. Kam jemand von uns von der Toilette mit dem Kommentar „Basic“, so war uns klar, was gemeint war.

In den ländlichen Regionen, wie auch in der Hauptstadt Bhutans trugen fast alle traditionelle Kleidung und bewahrten somit ein Flair, dass die westliche Kultur diese vor Ort noch nicht überrannt hat. Im Gegenteil war es sogar so, dass Bhutanesen andere aus dem Land eher abschätzig würdigten.

Kathmandu war dagegen ein Kontrast, der nicht stärker hätte sein können. Laut, hektisch und vom Verkehr einfach irre. Die religiösen Stätten und Plätze um diese waren wie eine Oase. Nicht ganz so laut, keine Hektik und meist kein Verkehr in der Nähe.


Lektüre

Zur Einstimmung, Vorbereitung und auch aus Interesse an Land und Kultur hatte ich mich nach der Buchung der Reise auf die Suche nach einem Buch zu Bhutan begeben, das Informationen zu Land und Kultur bietet. Viele Bücher dazu gab es nicht. So hatte ich mir einige angesehen in einem Buchladen, die in die Auswahl fielen.

Titel: Bhutan
Ausgabe: 12. Auflage von 2015
ISBN 978-3-86108-810-3
Autorin: Françoise Pommaret
Verlag: Edition Temmen


#bhutan #paro #haa #punakha #thimphu #taktsang #tigernest #nepal #kathmandu #boudnath #stupa #tempel #canon #canoneos70d #canonef24-105/4L #canonef70-300II

Kathmandu – Nepal – März 2017

06.04.2017 – Kathmandu

Der Flug von Paro (Bhutan) nach Kathmandu (Nepal) war kurz und ruhig. In Kathmandu liefen wir zur Gepäckausgabe und ich wartete auf meine knallig gelbe Tasche. Dann kam eine gelbe Tasche wie meine, nur nicht ganz so abgenutzt. Und noch eine und noch eine und noch eine und ……  Da war eine Reisegruppe mit uns angekommen und alle hatten dieselbe gelbe Tasche wie ich. 🙃 Kam mir bis zu diesem Tag noch nie vor! Meine Tasche war mitten unter den vielen gelben und für mich zum Glück eindeutig zu erkennen, da sie im Gegensatz zu den anderen bereits Streifen und Schrammen hatte.

Mit dem Gepäck folgten wir Kazi aus dem Flughafen zu einem Kleinbus, der uns zum Hotel Annapurna bringen sollte. Wie laut und wuselig war es hier! Nach den ruhigen Tagen in Bhutan war alles wie ein wildes Durcheinander und hektisch unterwegs. Das mehr oder weniger häufige Hupen machte es nicht besser.

Im Hotel konnten wir direkt einchecken. Wir hatten Zeit uns frisch zu machen und da es Mittagszeit war, sollte es in das Dechenling Garden Restaurant gehen. Wir trafen dazu in der Lobby. Mit Kazi voran liefen wir die Straße bis zum nächsten Zebrastreifen. Eine vierspurige Straße mit dem chaotischen Verkehr Kathmandus und da sollte es rübergehen? Kazi erklärte uns dazu die Grundregel: Eine Lücke suchen und dann gleichmäßig, geradeaus ohne stocken einfach laufen. Wir waren sehr skeptisch, aber das funktioniert tatsächlich. Durch die gleichmäßige Geschwindigkeit weiß jeder, wie er uns einzuschätzen hat und reagiert entsprechend. Im Dechenling war es im Garten ruhig und grün. Die Pflanzen spendeten zudem etwas Schatten, vor allem auch Frischluft.

Mit Kazi als Guide fuhren wir nach dem Essen in einen anderen Ortsteil von Kathmandu und wurden an einer großen staubigen Straße herausgelassen. Hier soll eine Stupa sein? Kazi zeigte uns den Weg entlang der Straße, bis zu einer schmalen Seitenstraße. Ah, da geht’s lang. Ab hier wurde es ruhiger, bis nichts mehr vom Straßenlärm wahrzunehmen war. Wir waren angekommen und blickten auf die Boudhanath Stupa.

Eine wirklich große Menge an Gläubigen umrundete die Stupa auf mehreren Ebenen. Buddhisten und Hindus nebeneinander. 

Wir vereinbarten einen Treffpunkt und erkundeten unabhängig die Stupa und die Läden in den Gebäuden drumherum. Vor der Stupa war eine große Schale mit Weihräuchern und verteilte einen intensiven Geruch. An einer anderen Stelle saßen Mönche um einen großen Haufen von Gaben, beteten und spielten auf ihren Instrumenten.

Hier und da gab es Durchgänge an der Mauer der Stupa, die zu Treppen führten, um auf die zwei höher liegenden Ebenen zu gelangen. Das nutzte ich, um die Menge von oben zu betrachten und auch dort die Stupa zu umrunden.

So langsam hieß es zum Treffpunkt zu gehen. Dort warteten schon welche aus der Gruppe und schauten beim Händler, vor dem wir uns trafen, was dieser anbot. Gebetsfahnen wurden von mehreren dort als Andenken gekauft. Auch ich hatte hier welche gefunden.

Mit der gesamten Gruppe liefen wir drei Häuser weiter und zu einem Eingang mit dem Hinweis auf ein Restaurant. Das Restaurant befindet sich auf den zwei obersten Ebenen und mit dem Hauptbereich auf einer abgestuften Dachterrasse. Von oben hatte die kreisende Menge eine beruhigende Wirkung. 

Mit der hereinbrechenden Nacht wurden die Lichter eingeschaltet und erleuchteten die Stupa.

Zurück am Hotel bin ich dann noch eine kleine Runde die Durban Marg, die Straße vor dem Hotel gelaufen. Direkt auf das Zimmer wollte ich noch nicht und bin daher zum Pool, um zu sehen, ob sich dort jemand aus der Gruppe befindet. Ja, es waren einige dort und ich gesellte mich zu ihnen für einen Schlummertrunk, um den Tag abzuschließen. Everest Bier in ungewohnten 650ml Flaschen. Da macht sich immer noch der britische Einfluss aus der Kolonialzeit bemerkbar.


07.04.2017 – Kathmandu

Früh war ich an diesem Tag wach und hatte schon meine Sachen gepackt, soweit ich konnte. Bis zum Frühstück war es noch reichlich Zeit und ich entschloss mich daher zu einem Spaziergang in Hotelnähe. Auf der fast noch leeren Durban Marg kamen mir zwei freundliche Jogger entgegen. Ansonsten war alles noch sehr ruhig und die meisten Geschäfte waren noch geschlossen.

Im Nebengebäude des Hotels, in einem großen Raum mit hohen Fenstern, wurde gefrühstückt. Nach dem Frühstück wurden die letzten Sachen gepackt. Der Tag stand zu freien Verfügung, Kazi hatte uns für diesen Tag eine Stadttour angeboten, welche wir angenommen hatte. Daher checkte ich aus und brachte mein Gepäck zum Sammelpunkt in der Lobby.

Abermals trafen wir uns in der Lobby, um dann gemeinsam im Kleinbus in den Westen von Kathmandu zu fahren. Swayambhunath, der Affentempel, ist hier. Dazu wurden wir am Fuß des Berges, auf dem die Tempelanlage steht, herausgelassen.

Am Fuß des Berges geht es über Treppen auf mehrere kleinere und größere Ebenen. Schon hier waren Affen zu sehen. Kazi warnte uns zuvor, vor den Affen aufzupassen. Es sind wilde Tiere, an den Menschen gewöhnt, aber immer noch wild.

Es waren am frühen Morgen noch nicht so viele auf dem Weg zum Tempel und wir konnten uns in aller Ruhe umsehen und die nach den Plätzen kommende lange Treppe gemütlich nach oben laufen. Uns begegneten auf dem Weg nach oben Touristen, Einheimische in Alltagskleidung und manchmal auch herausgeputzte Personen.

Oben angekommen, standen wir vor der zentralen Stupa der Tempelanlage. Um diese herum gab es mehrere kleinere Stupas und andere religiöse Bauten. Durch das verheerende Erdbeben von 2015 waren einige Gebäude beschädigt worden und noch nicht wieder komplett aufgebaut gewesen. Daher lag hier und da noch Baumaterial oder Schutt.

Um die Stupa und den kleineren Plätzen herum waren auch Händler, die Waren feil boten.

Von diesem Hauptpunkt der Tempelanlage geht ein Weg über eine Senke zu einem weiteren, viel kleineren Platz, auf dem ebenfalls zentral eine Stupa steht. Hier waren Unmengen von Gebetsfahnen von dieser zu den umliegenden Bäumen gespannt. Schon auf dem Weg zu diesem Platz waren Gebetsfahnen über unseren Köpfen zwischen den Bäumen zu sehen gewesen.

Hinter dem zweiten Platz sind wir noch ein paar Treppen heruntergelaufen, um dann an einem Platz vom Kleinbus aufgesammelt zu werden. Wir fuhren nun in einen weiteren Ortsteil von Kathmandu, nach Paten.

Auf dem Weg nach Patan lief mitten auf einer mehrspurigen Straße eine Kuh. Alle, wirklich alle fuhren um diese Kuh mit Abstand, als wäre es das Normalste in der Welt. Kein Gehupe oder ähnliches. Chaotischer Verkehr und dann doch irgendwie koordiniert.

Direkt vor dem zentralen Platz von Paten, dem Patan Durbar Square wurden wir aus dem Bus gelassen. Kazi kaufte für uns die Tickets, wie schon am Affentempel. Wir vereinbarten einen Treffpunkt und zogen dann vereinzelt zur Erkundung los. Miri und ich sind gemütlich über den Hauptplatz und in Gebäude, Gebäudeanlagen am und um den Platz gelaufen. Hier waren ebenfalls noch größere Berge von Schutt und Backsteinen. Einerseits durch Aufräumarbeiten nach dem Erdbeben, andererseits Baumaterial zum Wiederaufbau.

Der zentrale Platz von Paten ist der Religion gewidmet, was nicht zu übersehen ist. Auch hier wieder vieles aus beiden Hauptreligionen Nepals.

Vom Sammelpunkt sind wir über mehrere Seitenstraßen zu einer kurzen Sackgasse. Am Ende dieser Sackgasse ist der Eingang zum Hiranya Varna Mahavihar. Der goldene Tempel ist eindeutig als Hinduistischer Tempel zu erkennen. Der Tempel ist um einen Innenhof mit einem zentralen Gebäude. Wenn man es nicht weiß, würde man an diesem Tempel vorbeilaufen ohne zu registrieren, dass es ihn gibt, so versteckt ist er.

Der Abschluss unserer Erkundung von Kathmandu war ein zügiger Lauf durch die Freak Road (Titelbild) und deren Nebenstraßen. Kazi wollte zuerst nicht, hat auf unsere Bitte dann jedoch zugestimmt. Staubig ist es, mit den vielen zur Straße offenen Läden durchaus mit bunten Orten im grauen Gesamtbild.

Somit war unsere Tour durch Kathmandu zu Ende und es ging zurück in das Hotel.

Im Hotel hatte ich aus meiner Tasche die oben liegende Kleidung genommen und bin damit zu den Umkleiden am Pool. Dort konnte ich duschen und frische Kleidung für den Rückflug anziehen. Kathmandu ist, gerade an sonnigen Tagen, sehr trocken und staubig. Entsprechend sah meine Kleidung nach diesem Tag aus.

Geduscht und mit frischer Kleidung fühlte ich mich für den Heimflug wohler, zu dem es bald gehen sollte.


Impressionen

Ein paar Bilder, von dem, was wir auf unseren Wegen durch Kathmandu alles gesehen haben. Händler mit Bananen sahen wir sehr viele. Manche mit festen Ständen, manche auf Fahrrädern.

Ein paar Eindrücke vom Verkehr in Kathmandu.

Die Herausforderung stellt sich, sobald man eine Straße überqueren möchte. Zebrastreifen gibt es, es sind Markierungen, die nicht wirklich beachtet werden. Eine die Lücke im Verkehr suchen und dann gleichmäßig, ohne zu Stöcken über die Straße gehen. Durch das gleichmäßig Tempo ist man für andere einschätzbar und es wird ohne Murren gestoppt. Das funktionierte in der Gruppe, wie auch alleine bei meinen Spaziergängen.

Bhutan – Genussvolle Wander- und Kulturtage

28.03.2017 – Flug nach Bhutan 

Raus aus dem Bett und packen. Der Kleinbus wartete bereits vor dem Hotel Annapurna in Kathmandu auf uns. Vorher gab es vom Hotel noch ein Frühstückspaket für jeden. So sind wir früh morgens durch Kathmandu an den Flughafen gefahren worden.

Unser Flieger der Drukair sollte um 9:30 Uhr abfliegen. Wir waren sehr früh im Flughafen und durch die erste Kontrolle. Bei dieser Reise des DAV’s war zum ersten Mal ein nepalesischer Guide dabei. Kazi, ein Sherpa war unser erfahrener Guide und freute sich genauso wie wir auf die Reise. Es war sein erster Besuch in Bhutan und das, obwohl er mit einer Bhutanesin verheiratet ist, wie er uns verriet. 

Kazi erhielt sogar ein Ticket für die erste Klasse und kam damit direkt zu mir und bot an, mit mir zu tauschen. Das nahm ich gerne an, würde ich so doch mehr Platz für meine Beine haben.

Jetzt hieß es für uns vor der Sicherheitskontrolle im Wartebereich unser Frühstück zu uns zu nehmen. Es war mehr wie genug in den Frühstückspaketen. Dennoch war ich neugierig und bin in den Wartebereich für die erste Klasse und hatte mir dort einen Kaffee genommen. Mit diesem bin ich zurück, da ich es nicht gut fand in diesem Bereich, abseits der Gruppe zu warten. 

Hm, in meiner Trinkflasche war Wasser und mir war klar, dass ich sie nicht leer trinken würde. Vor der Sicherheitsprüfung war gerade keiner und so nahm ich die Gelegenheit wahr und bin dort hingelaufen und hatte gefragt, ob es ein Problem darstellen würde, wenn noch etwas Wasser in der Trinkflasche wäre. Nein, kein Problem. Allerdings wollten die Damen noch ein Foto zusammen mit mir. Haben Sie bekommen. Es kommt nicht oft vor, dass eine Frau über 2 Meter vorbeikommt. 😊

Als wir mit dem Frühstück fertig waren, sind wir zur Sicherheitskontrolle und dann weiter zum Gate. Ich hatte einen Platz in der ersten Reihe und auch noch alleine auf dieser Seite. Vor mir war soviel Platz, dass ich bequem meinen Rucksack dort vor mir abstellen konnte. Kurz nach dem Start bekamen wir eine Kleinigkeit zu trinken und ein gut gewürztes Sandwich. 

Wir hatten während des Fluges bestes Wetter und eine tolle Sicht auf die Berge des Himalayas. Nur waren die hohen Berge auf der anderen Seite! Dort saß ein Bhutanese in traditioneller Kleidung und fotografierte mit seinem Smartphone. Er erkannte, dass ich gerne von seiner Seite ein paar Bilder machen möchte und bot mir den Platz vor sich an. Sehr freundlich.

Es kam der Anflug auf Paro und die Anschnallpflicht. Paro liegt auf rund 2200 Meter, der Anflug erfolgt jedoch durch ein Tal, vorbei an Bergen, die bis zu 5500 Meter hoch sind. Im Flugzeug fühlte sich das relativ normal an, lediglich die Schwenks, um dem Tal zu folgen waren deutlicher. Gerade aus den Fenstern hatte man teilweise das Gefühl, direkt auf derselben Ebene in die Wohnungen schauen zu können. Zum Schluss folgte noch eine rechts, links Kombination bevor es runter zur Landebahn ging.

Angekommen auf der Halteposition kamen direkt zwei Bhutanesen in schlichter Tracht und wollten dem Bhutanesen vorne die Tasche abnehmen. Die wollte diese jedoch selbst tragen. So sind die drei vorneweg und wir mussten alle warten bis sie unten waren. Danach kam ich und sah von oben schon einen roten Teppich. Auf Nachfrage bei einem Bhutanesen auf dem Flugfeld wurde mir gesagt, dass es ein Minister sei.

Der Flughafen ist überschaubar und so waren wir mit unserem Gepäck bald vor dem Gebäude. Dort wartete unser bhutanesicher Guide und ein Fahrer auf uns. Zur Begrüßung bekamen wir einen Schal (Khata). Uns wurde erklärt, dass dieser Glück bringt, wenn er allen fünf Elementen begegnet. Die meisten ergeben sich von alleine, lediglich Wasser nicht, da es nicht regnete. So war es sozusagen Pflicht den Schal umgehängt zu lassen bis wir den ersten Fluss überquerten.

Unsere Unterkunft, das Paro Kichu Ressort liegt etwas außerhalb und auf dem Weg dorthin überquerten wir einen Fluss und begegneten somit dem letzen Element. Auf der Fahrt konnten wir bereits einen Blick auf das Paro Dzong (Kloster) erhaschen.

Im Ressort bezogen wir unsere Zimmer und machten uns fertig für eine erste Tour um das Dorf. Wir liefen auf einfachen, größtenteils fest getretenen Böden durch das Dorf und die angrenzenden Felder. Alles erschien so einfach und friedlich.

Ein kleiner Platz diente den Bhutanesen für eine einfach Variante des Nationalsports. Nicht mit Pfeil und Bogen, sondern mit Wurfpfeilen. Das war gar nicht so einfach, wie wir selbst testen konnten.

Auf dem Rundweg kamen wir auch an einem Platz vorbei, an dem der Nationalsport ausgeübt wurde. Zwei Gruppen mit Bögen versuchten abwechselnd die Zielscheibe der Gegner zu treffen. Dabei wurde vor jedem Schuss von den Gegnern ein Spruch in einer Art Gesang mit Tanzbewegung vorgetragen.

Wir durften sogar dorthin und wenn wir auf der gegnerischen Seite waren, natürlich hinter eine Mauer. Unglaublich, dass immer wieder die Zielscheibe getroffen wurde. Diese ist traditionell in einer Distanz von 145 Meter entfernt. Zum Vergleich bei internationalen Wettkämpfen sind die Zielscheiben zwischen 18 und 70 Meter entfernt.

Kurz vor dem Ressort begegneten wir noch einer Gruppe von Schülerinnen auf dem Heimweg. Was uns auf dieser Rund schon aufgefallen ist, ist das fast alle traditionell gekleidet waren. (Abgesehen von den Schuhen)

Im Ressort angekommen wurden wir mit Tee begrüßt, dazu wurde uns starker schwarzer Tee und Milch gereicht. So unterhielten wir uns noch einige Zeit im Freien, bevor wir nach und nach in unsere Zimmer verschwanden.

Am Abend gab es ein gemeinsames Essen im Ressort, in dem nur wenige andere Gäste außer uns waren. Ganz alleine waren wir nicht und fanden uns nach dem Essen in der Lobby auf den Sofas und Sessel wieder. Der alte Inhaber der Agentur, über die die Reise vor Ort organisiert war, kam im Ressort vorbei und wir hatten die Gelegenheit uns mit ihm zu unterhalten. So bekamen wir einen angenehmen Einblick zum Land aus seiner Sicht.


29.03.2017 – Taktsang

Beim Frühstück waren wir alle schon gespannt auf die Tour des Tages. Ziel war mit das bekannteste Kloster Bhutans – Taktsang, im deutschen Tigernest genannt. Nach dem Frühstück packten wir unsere Tagesruckksäcke und wurden dann fast an das Ende des Paro Tals gefahren. 

Es war ein größerer Parkplatz, der zum Glück noch sehr leer war, an dem wir hielten. Von hier ging es durch eine Gasse mit Läden auf beiden Seite. Nur wenige Meter lang, jedoch der Hauptweg zum Startpunkt der Wanderung. Auf einer Karte findet man diesen Punkt unter der Bezeichnung „Taktsang Trail Starting Point“. Der Startpunkt ist eher eine Fläche mit vielen kleinen Wegen, die zu einem Hauptweg führen. Ähnlich einem Flussdelta. 

Vom Startpunkt sind wir kurz danach in einen Wald und bald auf ein erstes Gebäude an einem Bachlauf gestoßen. Es befand sich eine Gebetstrommel im Inneren, welche durch den Bach in Bewegung gehalten wurde. Der Weg führte stetig in Serpentinen nach oben. Zweimal konnten wir dabei in der Ferne unser Ziel schon sehen. Immer wieder gab es Stellen, an denen Gebetsmühlen standen, meist aber auch nur Gebetsfahnen, die sich im Wind bewegten.

So ging es weiter und weiter, bis wir fast auf derselben Höhe wie das Kloster waren. Zum Greifen nahe, und dennoch weit entfernt, da uns ein Bergeinschnitt trennte. Diesem Einschnitt folgend führte der Weg uns wieder nach unten, bis es am Ende des Einschnittes wieder nach oben zum Kloster ging. 

Am Fuß des Klosters hieß es alle Sachen ablegen bzw. denen geben, die dort blieben. Unserem Fahrer z. B. In das Kloster darf man nur ohne Fotoapparat, Videokamera oder Smartphone. Bilder der heiligen Stätte würden etwas von seiner Energie nehmen und das wolle man verhindern.

Das Kloster selbst verteilt sich über mehrere Ebenen und die Gebäudeteile verbinden sich über Höfe und kleine Wege. Teils auch durch Gebäude hindurch. Die Menge an Touristen hielt sich in Grenzen und es verteilte sich über das Kloster.

Zurück ging es denselben Weg, den wir zum Kloster gingen. Auf halber Strecke machten wir halt und kehrten in eine Alm zum Mittagessen ein. Ein größeres Buffet war in der Mitte des Raumes und bot reichlich Auswahl an. 

Auf dem weiteren Weg kamen wir auch wieder an der großen Gebetsmühle mit den Fahnen vorbei. Kazi ließ es sich nicht nehmen und nahm dort für ein Bild Platz.

Zurück am Ressort, wurden wir wieder mit Tee begrüßt. 

Da es noch lange bis zum Abendessen war, sind Miri und ich noch eine kleine Runde in der Nähe des Ressorts gelaufen.

Das Abendessen war wieder lecker und reichlich. Der bhutanesiche Guide und der Fahrer hatten uns bis zum Ressort gebracht und wie am Vortag waren sie danach verschwunden. Kazi jedoch kennt das europäische Verhalten und aß mit uns zu Abend. Das war auch gut, konnten wir so einige Fragen zum Land und zur Kultur stellen, die sich aus den Gegebenheiten des Tages ergaben.

Gute Nacht hieß es danach…


30.03.2017 – Paro – Klöster und Burg

Die Nacht war nicht erfreulich. 😖 Mitten in der Nacht bin ich mit Übelkeit aufgewacht und kurz danach war ich im Bad. Durchfall und Erbrechen. Die Tabletten, die ich nahm, zeigten zumindest am Morgen ihre Wirkung und so konnte ich zum Frühstück in das Haupthaus – allerdings deutlich geschwächt. Ein paar hatten nur mit Übelkeit zu kämpfen, ein paar aus der Gruppe irgendwo zwischen diesen und mir. Vermutlich war es das Mittagessen auf der Alm – zumindest waren wir alle dieser Meinung.

Das Frühstück bestand bei mir aus einem Tee und einer Scheibe Toast. Mehr ging nicht. Daher entschloss ich mich an diesem Tag im Ressort zu bleiben. Bevor alle anderen zur Erkundung von Paro und dem dortigen Dzong loszogen, organisierte Kazi für mich noch ein Tablett mit Bananen und eine Kanne Tee.

Ein oder zwei Stunden später kam einer aus der Gruppe früher zurück. Ihm war nicht gut und er wollte daher ebenfalls den Rest des Tages im Ressort bleiben. Gegen Mittag hatte ich mich auf die Terrasse vor dem Zimmer gesetzt und es mir in der Sonne gemütlich gemacht. Die Übelkeit war weg und so langsam erholte ich mich. Die Elektrolyte, die ich von einer Mitreisenden bekam, haben bestimmt dazu beigetragen.

Zum Tee am Nachmittag kam ich zur Runde dazu und das Abendessen war ebenfalls kein Problem mehr. Von den anderen bekam ich während des Tees am Nachmittag und auch Abends zumindest erzählt wie der Tag in Paro war.

Die folgende Nacht war ruhig und erholsam.


31.03.2017 – Haa Tal

Der Wechsel zur nächsten Unterkunft stand an. Mir ging es bereits besser und das Abendessen sowie das Frühstück haben mich gestärkt. Alles war gepackt und die Taschen brauchten wir nur vor die Zimmer zu stellen. Die Guides und Angestellten des Ressorts trugen diese zum Kleinbus. Auf dem Dach befand sich der Fahrer, der die Taschen dort gut sicherte und anschließend mit einer Plane abdeckte.

Wir fuhren nicht weit, genau genommen nur bis zum naheliegenden nächsten Ort. Dort ist ein Kloster, an dem Miri und ich bei unserem Spaziergang vor zwei Tagen bereits vorbei kamen und das unser heutiges erstes Ziel ist. In der Früh war es sehr friedlich hier. Zwei ältere Menschen liefen um das Kloster und drehten dabei die Gebetsmühlen.

Die Straße, die Anfangs noch geteert war, wechselte zu einer Schotterstraße je höher wir fuhren und je näher wir dem Chele La kamen – dem Chele Pass auf 3780 Metern. Auf unserer Fahrt bergauf stoppten wir an einer Stelle mit vielen Fahnen, an der wir eine Pause machten. Der Platz mit den Fahnen ist ein Friedhof. Begraben in der Erde wird hier keiner, es ist symbolisch. Traditionell ist die Himmelsbestattung in Bhutan

Bei der weiteren Fahrt kamen an einer Yak Herde vorbei und hielten dort. Ein Kamerateam einer lokalen Fernsehstation interviewte zwei Herren, die in einem Zusammenhang mit der Yak Herde standen. Die Yaks sollten geschlachtet werden und wurden durch abgekauft gerettet und dürfen nun ihr Leben bis zu einem natürlichen Tot in den Bergen verbringen.

Der Chele La ist der höchste befahrbare Punkt in Bhutan mit 3988 Meter. Genau hier ließ uns der Fahrer mit unseren Tagesrucksäcken für eine Wanderung aus dem Bus. Wir sind zuerst entgegen des Wanderweges auf den nahe gelegenen Hügel, an dem sehr viele Gebetsfahnen wehten und der den Gipfel darstellte. Hier waren wir somit auf über 4000 Metern. Bei recht gutem Wetter hatten wir eine schöne Weitsicht auf den Himalaya.

Für die Wanderung mussten wir zuerst zurück zum Pass und danach auf einem schmalen Pfad leicht bergab. In den Nächten zuvor hatte es geschneit bzw. war Frost hier oben. Auf den offenen Flächen war kein Schnee mehr zu sehen, in einem Wald aus Magnolienbäumen mussten wir allerdings aufpassen das wir auf dem Schnee nicht ausrutschten. Dadurch, das es noch nicht so warm war, waren an den Magnolienbäumen nur Knospen und noch keine offenen Blüten zu sehen. Das muss toll sein, wenn hier alles blüht.

Der Weg verlief tendenziell bergab, vor der Keyla Gompa, unserem Wanderziel allerdings wieder bergauf. Hier brauchte ich ein paar kurze Pausen. Ich war wohl doch noch ein bisschen geschwächt vom Vortag.

Die Keyla Gompa ist ein Nonnenkloster, das an einem Berghang vor einer Steilwand gebaut wurde. Im Klosterhof legten wir eine Pause ein und hatte so die Möglichkeit einzeln oder in kleinen Grüppchen das Kloster zu erkunden.

Vom Kloster liefen wir nicht lange und erreichten unseren Bus, der wartete. Es folgte eine fahrt auf einer abenteuerlichen Piste zur Straße hinunter in das Haa Tal.

Im Tal angekommen machten wir einen Stopp im ersten Ort um uns dort umzusehen und die Beine zu vertreten. Da es Mittagszeit war, war es ebenso der Stopp für das Mittagsessen.

Die weißen Bällchen auf dem ersten Bild sind getrocknete Yak Käse.

Ein weitere, kurze Fahrt brachte uns in den letzten Ort im Haa Tal und dort in die Nähe der Lechuna Heritage Lodge – ein altes umgebautes Bauerngehöft. Dieses liegt an einem schmalen Weg und so waren die letzten Meter von der Straße zu Fuß zurück zu legen. Das Gepäck wurde uns in den Eingangsraum der Lodge gebracht, während wir mit einem Tee begrüßt wurden.

Ein Spaziergang im Ort nach dem Abendessen führte Miri und mich zu einem Bachlauf und einer vom Wasser angetriebenen Gebetsmühle. Das Wasser und die Gebetsmühle in der Dämmerung hatten eine beruhigende Wirkung.


01.04.2017 – Haa Tal

Es hatte über Nacht geregnet und noch immer hingen die Wolken ziemlich tief im Haa Tal. Dennoch hielt uns das nicht ab an diesem Tag bei leichtem Nieselregen eine Wanderung zu wagen.

So packten wir unsere Tagesrucksäcke und wurden zuerst durch das Dorf geführt. Unser bhutanesicher Guide kommt aus diesem Dorf und so führte er uns auch an seinem Haus vorbei. Hier und da hörte man Handwerker, auf der Straße konnten wir zusehen, wie Frauen die gemolkene Milch in große Kannen für den weiteren Transport umfüllten. Auf kleinen Zwischenwegen begegneten wir Frauen, die etwas in Säcken transportierten und diese Art des Transportes als völlig normal ansahen. 

Bei dem Bau eines Hauses wurden die Balken auch vor Ort gesägt. Kazi fand das sehr interessant und fragte ob er auch mal dürfe. (Im Hintergrund ist unser bhutanischer Guide zu sehen.)

Das hier noch ein Landleben stattfindet, war gut zu sehen. Holz für den Winter wurde gestapelt und bildete gleichzeitig eine Mauer. Vor und um Gebäude waren Felder für den Ackerbau. So früh im Jahr, noch karg, vereinzelt waren immerhin schon erste Arbeiten auf den Felder zu erkennen.

Wir kamen zum Ortsrand und folgten einem Pfad, der uns zu einer Hängebrücke über den Fluss führte. Über diese liefen wir und kamen so zu einer Schule. Es war Pause und die Schüler*innen vertrieben sich die Zeit im Freien. Bei dem trostlosen Wetter waren wir für diese wohl eine willkommene abwechseln. Der Zaun um das Gelände soll Wildtiere abhalten, die in dieser entlegenen Gegend auch in die Dörfer kommen.

Von hier führte uns der Guide zu einem Kloster, an dem wir unseren Fahrer trafen, der sich netterweise für ein Bild zur Verfügung stellte. Er kam mit dem Bus und brachte uns nach der Klosterbesichtigung zurück zur Lodge.

Ea war noch früh am Tag und nach dem Mittagessen experimentierte ich mit der Kamera im Haus und außerhalb. Das alte Bauernhaus hatte für jeden ein Zimmer; das Bad war ein Gemeinschaftsbad. Die Holzböden knarrten hier und da und die Räume waren alle im Halbdunkel. Der Essensraum war in einem gegenüberliegenden Gebäudeteil und durch einen Hof mit Wiese getrennt. Irgendwie heimelig und so fühlte wir uns sehr wohl.

Es regnete am Vormittag immer wieder leicht und so war die Frage, was mit dem restlichen Nachmittag zu machen ist. Eine kleine Gruppe mit Kazi entschloß sich dennoch noch einmal los zu ziehen. Klar war ich dabei. 🙂

Über schmale Wege brachte uns Kazi zum Ortsrand und von dort immer am Fluß entlang aufwärts. Die Wege waren zwar aufgeweicht, uns störte dies jedoch nicht. Wir schauten immer wieder, wie wir auf die andere Flussseite gelangen könnten um dort zurück zu laufen. Da entdeckten wir eine “Brücke”. Wir waren ziemlich skeptisch. Kazi prüfte die Brücke und lief mit einem aufgespannten Schirm in einer Hand über diese. Auf der andern Seite angelangt meiner er, wir sollten in der Mitte etwas schneller laufen. So liefen wir einzeln über die Brücke und in der Mitte schneller. Das war nötig, da sich die Bretter nach unten bogen und somit im Wasser verschwanden. Wir kamen alle trocken auf der andern Seite an. 😀

Auf dieser Flussseite war anfangs noch ein Weg zu erkennen, der sich dann im Flussbett verlief. Wie weiter? Wir folgten abermals Kazi quer durch das Gestrüpp einen Hang hinauf. Von oben kam von ihm die Aussage hier wäre eine Autobahn. Die Autobahn entpuppte sich als ein schmaler Pfad. Immerhin, ein Pfad. Dieser brachte uns zum Ort und über eine Schleife zur Lodge.

In der Lodge duschte ich mich und gesellte mich anschließend zu denen, die in einem Zwischenraum schon saßen und Tee tranken. So unterhielten wir uns über das erlebte auf dieser und auf anderen Reisen und warteten bis zum Abendessen.

Es gab Gemüse im Sud mit Reis. Dazu bekamen wir noch Fleisch, soweit gewünscht wurde.


02.04.2017 – Punakha

Der Tag begrüßt uns mit Sonne und so saßen wir fröhlich gelaunt beim Frühstück zusammen. Heute war es wieder soweit weiter zu ziehen. Also Stand nach dem Frühstück das packen an. 190 Kilometer Busfahrt bis zur ehemaligen Hauptstadt Punakha und noch ein Stückchen weiter sollten es sein.

Die Fahrt wurde unterbrochen am Hauptkreuzungspunkt, an dem die Straße aus dem Haa Tal, aus dem wir kamen und der Straße von Paro auf die Straße nach Thimphu treffen. Die Beine vertreten….

Bhutan ist zwar mittlerweile keine Monarchie mehr, das Königspaar wird jedoch immer noch sehr verehrt, wie an dem Plakat zu erkennen ist. Bis zur Hauptstadt Thimphu waren es noch reichlich Kilometer von hier. Nun auf einer gut ausgebauten Straße und somit schneller zurückgelegt. 

Mitten in Thimphu ist ein Kreisel mit einer Verkehrsrefelung.

Die ist die einzige Kreuzung in Bhutan mit einer Verkehrsregelung. Eine Ampel gibt es im ganzen Land nicht!

In Thimphu waren wir zur Mittagszeit angekommen und so waren wir hier in einer Seitenstraße in einem Restaurant. Von der Straße war nur ein Schild und ein unscheinbarer Eingang tz sehen. Das Restaurant selbst war im ersten Stock. Ein langer Tisch, an dem wir alle Platz hatten war bereits gedeckt. Wir waren auf über 2300 Meter und die Sonne brachte eine angenehme Wärme. Beim Essen war die leichte Kühlung durch die Klimaanlage dennoch angenehm.

Mehr als angenehm, denn ich war so wagemutig und hatte bei dem Buffet Ema Datshi gesehen und mir einen Löffel voll auf den Teller genommen. Ema Datshi ist das Nationalgericht aus einer Yak Käse-Sahnesoße mit Chillis. 🔥 Es waren in der Soße seeeeehr viele grüne Chillis – Chilli ist in Bhutan eher ein Gemüse, daher die Menge. Der Löffel voll zusammen mit Reis hat dann auch mehr als genügt. Die Soße alleine hatte einen interessanten Geschmack, durch die Schärfe mit den Chillis war das an der Grenze dessen, was ich vertrage. Selbst Kazi, der scharfes Essen gewohnt ist, meinte das es scharf wäre.

Um Punakha zu erreichen mussten wir von Thimphu über einen Pass, den Dochu La. Das besondere an diesem Pass sind die 108 Chörten, die nicht zu übersehen sind. Apropos sehen. Von hier gab es eine wolkenverhangene Sicht auf die Himalayaberge wie den Gangkar Pusum mit 7550 Meter Höhe. Ein Spaziergang auf den Hügel neben dem Pass brachte Erholung vom langen Sitzen und die frische Luft war ebenso angenehm.

Mit dem Fahrer der Royal Enfield unterhielt wir uns etwas. Die Royal Enfield, ursprünglich aus England wird immer noch in Indien gebaut und verkauft. Dies war ein solches Modell und daher so gut erhalten.

Bis  Phunaka war die Straße gut ausgebaut. Unser Ressort für die nächsten Tage, lag jedoch in einem Tal oberhalb von Punakha und je mehr wir uns Wangdue näherten, je einfacher wurden die Straßen. In Wangdue waren es nur noch feste Lehmwege. So trostlos unser Aussteigspunkt aus dem Bus zum Ressort aussah, so überrascht waren wir vom Ressort, das sich als kleine Oase am Fluss zeigte.

Ja, natürlich wurden wir im Garten unter einer großen Laube mit Tee begrüßt. 😊

Vor dem Abendessen im Kichu Ressort Wangdue vertraten Miri und ich unsere Beine auf einem Spaziergang. Dazu wählten wir einen Seitenweg, mit sehr wenig Verkehr in das weiter nach hinten führende Tal und zurück.

Das Abendessen im Ressort und die bisherigen in Bhutan waren lecker. Ja, ich hatte Durchfall, das Essen am Tag vor dieser Nacht war dennoch gut gewesen.


03.04.2017 – Punakha Dzong

Das Ressort hat mehrere Wohngebäude und die meisten von uns hatten ein Zimmer mit Balkon zum Fluss. Sehr angenehm. 😊 Vom Garten des Ressort gabe es ebenfalls einen Abschnitt mit Zugang zum Fluss.

Unser Fahrer brachte uns an diesem Morgen sicher in das Shengana-Tal. Auf der Fahrt waren schon die Reisfelder des Tals gut zu sehen gewesen.

Die Wanderung, von der Länge eher ein Spaziergang, führte von einer Talseite zur anderen und wieder zurück. Dabei kamen wir durch drei Dörfer und an bewirtschafteten Feldern dazwischen vorbei. Der Kehrtpunkt auf der anderen Talseite war, wie sollte es auch anders sein ein Klster. Im Gebetsraum lagen noch Kissen, Decken und Instrumente von einer Zeremonie, die an diesem Morgen statt fand. Ein Instrument fiel mir besonders auf. Auf Nachfrage bei einem Arzt aus unserer Gruppe bekam ich die Bestätigung, das dieses Instrument aus dem Oberschenkelknochen eines Menschen ist. (Es ist eine besondere Würdigung, wenn die Knochen eines Toten verwendet werden.)

Vor einem Dorf waren mehrere Händler mit ihren Zelten die u. a. Mandalas und Gemälde mit buddhistischen Motiven verkauften.

Wieder im Ausgangsdorf Sopsokha war es Zeit für das Mittagsessen in der Chimi Lakhang Cafeteriea. Dies liegt am Hang und bietet eine schöne Aussicht über das Tal während des Essens.

Von Sopsokha brachte der Bus uns nach Punakha, der Punakha Dzong wollte besucht werden. Vor erreichen machten wir einen Fotostopp. Sehr schöne liegt der Dzong am Fluss und strahlte mit seinen weißen Wänden in der Sonne.

Vor dem Punakha Dzong hielt der Bus uns lies uns heraus. Der Fahrer fuhr zu einem Parkplatz in der Nähe weiter. Zum Dzong hieß es über eine Brücke den Fluss zu überquere.

Der Eingang zum eigentlichen Kloster war eine Steintreppe, die in eine steile Holztreppe übergeht. Die Holztreppe ist jedoch so steil, das sie fast schon als Leiter durchgehen könnte.

Die schwarzen Gebilde an den Holzbalken oberhalb sind Waben von wilden Bienen, welche deutlich zu hören waren. In das Innere des Klosters führt ein reich verzierte Gang.

Das Innere des Klosters ist von mehreren gepflasterten Innenhöfen geprägt, um die sich Gebetsräume und Aufenthaltsräume befinden. Einige ebenerdig, einige über Treppen.

Zwischen den beiden Haupthöfen war ein goßes Gebäude, um welches Gänge herum führten.

Der größte Gebetsraum des Klosters war für uns an diesem Tag nicht zugänglich. Es gab eine Zeremonie bei der das Königspaar anwesend war. Gestoppt wurden wir von einem freundlichen Mönch vor dem bunten Vorhang. Security konnten wir keine entdecken.

Das es sich um ein normales Kloster und nicht nur um ein Ausstellungsstück handelt war gut zu erkennen. Mönche jeden Alters, auch solche die noch auf dem Weg dahin sind liefen uns über den Weg.

Um den Dzong konnten wir an der Mauer entlang gehen, die sehr viele kleine Gebetsmühlen beherbergte.

Dieser sehr interessanten Besichtigung bei bestem Wetter folgte eine Fahrt zu einem weitern Dorf. Dieses Dorf ist bekannt für seine mit Fruchtbarkeitssymbolen bemalten Häuser. Ein Spaziergang durch das Dorf zeigte dies deutlich. Unser Spaziergang brachte uns auf schmalen Pfaden um das Dorf an Reisfeldern vorbei bzw. zwischen diesen durch. Die Felder wurden im einfachen Geräten und von Hand bearbeitet.

Ein kleines Kloster gibt es auch in diesem Dorf und wurde besichtigt. Der Markt mit seinen Ständen an der Hauptstraße war letztlich für mich doch interessanter wie die bemalten Gebäude und ein Besuch wert.

Sehr viele Eindrücke brachte dieser Tag mit sich und wurde bei einem Tee im Ressortgarten besprochen. Das Essen am Abend war wieder im Ressort.


04.04.2017 – Kloster und Schule

An diesem sonnigen Tag wurden wir in ein Dorf gebracht, zudem uns der Weg durch Punakha führte und von dort nach Osten in ein Tal. Die Wanderung sollte zu einem Kloster in den Bergen führen. Abgesetzt wurden wir gefühlt im nirgendwo an einer Kreuzung zweier Schotterwege. 

Sehr lange waren wir nicht unterwegs bis wir die ersten Gebäude der Schule sahen, die wir ebenfalls auf dieser Tour besuchen wollten. Die Shengana Lower Secondary School. Kaum betraten wir das Schulgelände, stürmten Schüler*innen aus den Gebäuden. Es war Pause. Die Hunde, auf dem Schulhof interessierte das recht wenig und blieben einfach liegen. Mit einem Lehrer konnten wir uns unterhalten und bekamen so Einsicht in die Räume. Sogar einen Computerraum gibt es hier in dieser abgeschiedenen Gegend.

Von der Schule sind wir wieder zurück zum Weg und auf diesem in die Berge. Mäandernd, leicht steigend hatten wir immer wieder Sicht in die Täler. In diesen waren reichlich Reisfelder zu sehen.

Zum größten Teil lag dieser Weg im Wald, was angenehm war, denn die Sonne war deutlich zu spüren. Auf dem Weg kam uns ein einzelner Lastenträger mit einem riesigen Bündel entgegen. 

Nach rund 3,5 Kilometern gemütlichen Laufens war das Kloster Dadar Rimpoche bereits zu sehen. Ein Gebäude am Weg, ohne das zu erkennen ist, das es hier einen besonderen Grund für diesen Platz zu geben scheint.

Der Eingang ist von dieser Sicht auf der rechten Seite und auf der Rückseite. Eine Treppe führt außen zum ersten Stock, zum Gebetsraum. Ab hier wieder ohne Kamera und ohne Schuhe wie es sich gehört. Es ist immer wieder beeindruckend wie die Gebetsräume aussehen. Seitlich oft verwinkelt und der Platz um den Schrein erscheint für Europäer immer etwas wie ein unordentliches Sammelsurium. Liegen hier doch dort die Gaben der Gläubigen. Das kann Geld sein, ist genauso oft auch abgepacktes Essen und Trinken.

Der Abt des Klosters bekam durch einen Mönch die Info, das eine Gruppe Europäer im Kloster ist. Der Mönch kam dann zu uns und bat uns freundlich zu einem Gebäude neben dem Kloster zu begleiten. Der Abt würde sich gerne mit uns unterhalten. 

Da waren wir doch alle gespannt und folgten dem Mönch. Auf einer Wiese wurden ein paar einfach Stühle bereitgestellt und der Rest von uns setzte sich auf den Boden. Wir bekamen alle ein Getränk zur Begrüßung. Der Abt nahm auf einem Stuhl uns gegenüber platz. Wir unterhielten uns u. a. darüber, wie das Kloster finanziert wird. Spenden – dazu reist der Abt oft in das Ausland. 

Der Abt war immer am lachen und sehr, sehr freundlich. Ich könnte gar nicht sagen wer mehr auf den anderen neugierig war – er oder wir.

Von hier war es derselbe Weg zum Bus zurück, den wir hierher gekommen waren. Gemütlich sind wir diesen zurück gelaufen, da für diesen Tag lt. Programm nichts mehr Anstand. 

Beim nachmittäglichen Tee im Ressort kamen unsere Guides auf uns zu und teilten uns mit, das in der nähe ein Fest ist und ob wir Lust haben dorthin zu fahren. Ja, hatten wir. 

Da das Fest auf einem Platz über 3000 Metern sein soll, war der Hinweis eine Fleecejacke mitzunehmen sehr gut. Im Ressort und auf der vorherigen Wanderung war es warm und ohne Hinweis hätte bestimmt kaum einer eine Jacke mitgenommen.

Vor dem Festplatz waren einige Stände an denen Waren angeboten wurden. Das der Festplatz nicht weit entfernt sein kann, war schon hier zu hören.

Alle hatten sich herausgeputzt für dieses religiöse Fest. Aufgrund des religiösen Hintergrundes waren sehr viele Mönche zu sehen.

Um die Tänzer auf dem Festplatz mit ihren Trommeln waren mehrere “Aupasser”. Diese wiesen die Tänzer auf ihr Verhalten auf oder feuerten diese an. Die Tänzer mit ihren Masken boten ein tolles Spektakel.

Der Klang und Rhythmus der Trommeln sind ungewohnt gewesen. Nach welcher Vorgabe die Tänzer sich bewegten und Trommelten war mir nicht bekannt. Das Schauspiel an sich war auch so sehr faszinierend.

Um den Platz gab es geschützte Plätze für gehobene Gäste, alle andere versammelte sich direkt um den Platz mit den Tänzern. Jung und Alt, sitzend oder stehend.

Ein wirklich tolles Erlebnis. Wir waren, soweit ich das gesehen habe die einzigen Touristen. Hier war nichts gestellt! Es war ein Fest, wie es sein sollte.

Beim Abendessen gab es viel zu erzählen, da wir einzeln oder in Grüppchen auf dem Fest unterwegs waren.


05.04.2017 – Thimpu 

Ein weiteres Mal sollte in Bhutan noch die Unterkunft gewechselt werden. So fuhren wir über Punakha und dem Dochu La in die Hauptstadt Thimphu. Immer wieder begegneten wir, wie in den Tagen zuvor LKW’s mit der großen Aufschrift BLOW HORN am Heck. Hupen. Einmal kurz gehupt war das Signal für das Überholen, unabhängig welches Fahrzeug. So wurde immer bereitwillig zur Seite gefahren. 

Am Dochu La war die Aussicht durch Wolken ein wenig getrübt. Um den Pass herum konnten wir mehrer kleinere Rhododendren sehen. Während der vergangenen Fahrten hatten wir diese oft in Baumgröße, voll mit Blüten gesehen. In Deutschland sind sie nur als Sträucher zu sehen, in Baumgröße wirken diese nochmals völlig unterschiedlich. Apropo – Weihnachtssterne hatten wir unterwegs ebenfalls gesehen; bis zu 2 Meter hoch!

Unser Weg in Thimphu führte uns zu einer Ausbildungsschule. Ausgebildet werden die Schüler*innen in den verschiedensten traditionellen Berufen, was wir in aller Ruhe verfolgen konnten.

So langsam wurde es Zeit für das Mittagessen und über einen Platz sowie ein, zwei Seitenstraßen kamen wir am gewünschten Restaurant zum Mittagessen an. Es mag zwar die Hauptstadt des Landes sein, von einem Großstadtleben in Thimphu hetten wir auf diesem Weg wenig gemerkt.

Der König-Wangchuck-Chörten entpuppte sich als großer Park mit einem Chörten in der Mitte heraus, den Gläubige unentwegt umrundeten. Abgeschirmt von hohen Mauern war der Park eine Oase in der Stadt.

Den Park verliesen wir um zu einem weitern Heiligtum gefahren zu werden. Die Buddha Dordenma Statue thron auf einem Berg oberhalb Thimphus. Die Statue hatten wir bereits bei unserer ersten Fahrt nach Thimphu gesehen. Mit 54 Metern Höhe auch nicht wirklich schwierig. Im Gebäude unterhalb der Statue ist ein großer Gebetsraum und viele kleinere Räume mit Erklärungen und Symbolen aus dem Buddhismus.

Das dritte Bild ist ein Spiegelbild auf einer bonzefarbenen Tür – daher die Farbe des Bildes.

Um die Gesamtgröße zu erfassen, ist es nötig deutlich von der Statue entfernt zu sein. Vor ihr kommt man sich richtig klein vor.

Die nächste Besichtigung war der Zoo am Rande von Thimphu. Es sind weitläufige Gehege und nur wenige Tiere, vor allem das Nationaltier Thakin, die zu sehen sind.

Vor dem Zoo war an der Seite eines Gebäudes ein Webstuhl mit einer Frau und einer kleinen Mauer aus gewebten Schals. Miri und ich sind dorthin und haben uns die Schals genauer angesehen. Einen habe ich zur Erinnerung gekauft.

Viel hatten wir von Thimphu gesehen an diesem Tag und nun war es Zeit das Hotel aufzusuchen. 

Da es genügend Zeit bis zum Abendessen war, bin ich für einen Spaziergang durch die Straßen in Hotelnähe gelaufen. Das Hotel liegt an einer Hauptverkehrsstraße, welche durch einen Tunnel zu unterqueren war. In einem Bogen bin ich nach fast 3 Kilometern wieder am Hotel gewesen.

Am Abend sind wir gemeinsam zu dem Restaurant gefahren, welches wir auf der Durchreise schon aufsuchten. Kazi konnte für das letzte Abendessen in Bhutan unseren bhutanesischen Guide und den Fahrer überreden mit zum Essen zu kommen.


06.04.2017 – Nepal – Kathmandu

An diesem Morgen wurde sehr gemütlich gefrühstückt. Es galt die Tasche zu packen und zum Flughafen zu fahren. Dort hatten wir zum Abschied nochmals einen Schal bekommen, der uns Glück bringen soll.

Am Bistro im Flughafen hatte ich mir einen Kaffee geholt und damit die Zeit bis zum Abflug nach Kathmandu verkürzt.

Weiter geht es mit der Erkundung zu Kathmandu, das wir während der Mittagszeit erreichten.


Bhutan

Damit wir immer zu Trinken hatten, gab es im Bus für jeden pro Tag eine Flasche Wasser. In den Unterkünften war ebenfalls genug zum Trinken vorhanden. Somit war es nicht nötig für eigenes Wasser zu sorgen und machte die Reise entspannter.

In der Hauptstadt war es etwas abweichend, ansonsten sind wir fast nur Bhutanesen begegnet, die in traditioneller Kleidung unterwegs waren. Es ist eher so, das westliche Kleidung nicht gerne gesehen wird.


Nepal – Trekking in Solo Khumbu und Kathmandu – März 2019

No Mountain To High. So zumindest der Titel eines Fotobuches von Miri, die mit mir in den Himalaya mochte. Dort ist das uns allerdings dann doch zu ambitioniert, den der Mount Everest (oben im Bild hinter der Wolke) ist nichts für eine Urlaubs-/Trekkingreise.

Nach dem Vergleich einiger Reisen in die Solo Khumbu Region in Nepal haben wir uns für ein Angebot des DAV Summit entschieden – Everest Summit Lodges – Komfort-Trekking ins Ama Dablam Basecamp. Das Ama Dablam Basecamp war nach dem Titel zwar das Hauptziel, der höchste Punkt der Reise jedoch war ein Pass etwas oberhalb. Höhenluft auf 5000 Metern schnuppern. 😀

Diese Reise hatte uns am besten gefallen in Bezug auf die Höhenanpassung und dass es mit den ausgewählten Lodges etwas komfortabler ist. Da wir getrennt buchten und in unterschiedlichen Städten wohnen, hatten wir uns einen Zeitpunkt ausgesucht und dann per Chat die Buchungen zum zeitgleich ausgeführt. Das hat problemlos geklappt. Für mich hieß es nun nach Darmstadt zum Generalkonsulat fahren und ein Visum beantragen. Dort war ich zwei Jahre zuvor schon für eine Reise nach Bhutan über Nepal. Es ist zwar möglich das Visum am Flughafen von Kathmandu bei der Ankunft zu beantragen, wenn man es vorher macht ist es entspannter.

Gebucht hatten wir Anfang September und bis Mitte März war noch reichlich Zeit. Das war auch gut so, da ich meine Ausrüstung noch erweiterte um z. B. Trekkingstöcke. Ich hatte die Zeit auch für ein Beintraining genutzt und dazu alle zwei Tage früher Feierabend gemacht, um im Hauptgebäude meines Arbeitgebers die acht Stockwerke mehrmals hoch zu laufen. Jede Stufe bewusst einzeln.

Der März näherte sich und bald war es Zeit für die Reise nach Asien.


15./16.03.2019 – Anreise und Kathmandu

Wir vereinbarten uns am Flughafen in Frankfurt zu treffen und dann ab dort die Reise gemeinsam zu unternehmen. Durch die Bahnverbindung war ich etwas früher am Frankfurter Flugplatz und wartete in Terminal 1 auf Miri. Dabei fiel mir ein Pärchen auf, das DAV Taschen hatte und sich auch auf denselben Schalter konzentrierten und dann auch tatsächlich dorthin liefen. Ob die auch diese Reise gebucht haben?

Miri meldete sich in dem Moment, dass sie gleich ankommt. Ich bin somit mit den beiden zum Check-in und habe sie auch angesprochen und gefragt, wo es hingehen soll. Und siehe da, wir hatten dasselbe Ziel und erkannten, dass wir in derselben Reisegruppe sein werden. Kurz darauf kam dann auch schon Miri zu uns in die Schlange am Schalter.

Wir gaben unser Gepäck ab und sind mit den Bordkarten in die Mitte des Terminals 1 gelaufen. Dort ist ein großer Bereich mit Geschäften, Kiosken und Restaurants. In der Mitte ist ein Stand mit Getränken und Essen, den wir ansteuerten für einen Kaffee und um zu Quatschen.

Der Flug startet pünktlich um 21:00 Uhr in Frankfurt nach Abu Dhabi. Dort hieß es für uns quer durch den kompletten Flughafen, einer Kontrolle und weiter zum Gate für den Weiterflug nach Kathmandu. Das kannten wir schon und sind so zielstrebig, ohne zu trödeln durch den Flughafen, da der Anschlussflug dies nicht zuließ.

In Kathmandu kamen wir am späteren Nachmittag an. Durch die Einreisekontrolle ging es recht flüssig, da wir unsere Visa bereits in Deutschland haben erstellen lassen. Innerhalb des Flughafens wechselten wir noch Geld an einem Stand, an dem fast nur Einheimische waren. Ist schon etwas abenteuerlich vom Ablauf für uns gewesen. Man hält das Bargeld unter einem Brett in den Laden (kann es aber die ganze Zeit sehen). So machten das alle, die gerade ganz vorne waren. Es zeigten also ganz viele Hände ihre Scheine in die Wechselstube. Dann wurde das Geld genommen, gezählt und mit einem Taschenrechner umgerechnet und anschließend gezeigt was ich bekommen würden. War ok und so bekam ich die angegebenen nepalesischen Rupien. Dasselbe dann noch für Miri.

Vor dem Flughafen warteten ganz viele Guides auf ihre Teilnehmer und wir erblickten schnell unseren und liefen zu ihm. Ein weiterer brachte uns und noch ein paar andere als Teilgruppe zum Transporter. Als wir alle im Transporter waren, ging es durch die abenteuerlichen Straßen von Kathmandu bis zur Durban Road, zum Hotel Annapurna. Abenteuerlich, durch das Gehupe und die freie Auslegung der Fahrspuren. Da wurden dann z. B. aus zwei schon mal vier Spuren gemacht. 🙃

Das Hotel ist schon älter und strahlte eine gewisse Eleganz im Eingangsbereich aus. Das die Eingangstür von einem Pförtner aufgemacht wird, um einzutreten, unterstrich dies. Eingecheckt war schnell, da alles gut vorbereitet war und so konnten wir auf das Zimmer.

Die Zeit bis zum Abendessen hatten wir u. a. mit umpacken genutzt. Gepäck, das wir für das Trekking nicht brauchten, kam in eine eigene Tasche, um sie in Kathmandu zu lassen. Dann wurden die Tasche für das Trekking und der Tagesrucksack gepackt. Für den Inlandsflug durften wir 15 Kg Gepäck mitnehmen. Allerdings aufgeteilt auf 10 Kg in einer Tasche und 5 Kg im Rucksack. D. h. Trekkingstiefel und zwei Bekleidungsschichten wurden für den nächsten Tag zum Anziehen zur Seite gelegt.

Vor dem Abendessen sind wir ein paar Meter die Durbar Marg hoch und runtergelaufen. Dann war es Zeit für das Abendessen. Das Abendessen ist zum ersten Kennenlernen der Gruppe in lockerer Atmosphäre gedacht und es sind keine Guides dabei gewesen, die sonst vielleicht zu viel zu den nächsten Tagen erzählt hätten. Nicht das das schlecht ist, es hätte vermutlich vom Kennenlernen abgehalten. Zu Essen gab es das traditionelle Dal Bhat mit viel verschiedenem Gemüse und Fleisch.


Die Reise bestand aus zwei Teilen. Die Hauptunternehmung war das Trekking im Himalaya. Danach kam die Erkundung von Kathmandu. Die Tage in Kathmandu können auch kürzer ausfallen, wenn der Flug zurück aus dem Gebirge nicht wie geplant stattfinden kann. Bei uns verlief die Reise wie geplant.


Resümee

Aus den zur Auswahl stehenden Trekkingtouren im Himalaya war die ausgesuchte genau die Richtige für uns. Die Mehrkosten für das Komforttrekking war nicht so extrem, da wir uns u. a. ein Zimmer teilten. Ein Einzelzimmer hätte fast 900 € mehr gekostet!

Die Reise von Mitte bis Ende März war ebenso genau richtig. Der Hauptansturm auf dieser Route erfolgt erst ab April und so waren wir fast immer die einzige Gruppe auf dem Weg. Lediglich am Anfang eine und an den letzten beiden Tagen in der ersten Stunde ein paar, die bergauf sind.

Nur ein kurzer Regenschauer und sonst meist Sonne. Der Schnee an den beiden Rückreisetagen machte es dann sogar noch zu etwas Besonderem für uns. Vom Wetter somit sehr gut gewesen. 😊

Die einfache Lebensart, die Freundlichkeit und die Fähigkeit, mit einfachsten Mitteln sehr schmackhafte Essen zuzubereiten waren immer wieder aufs Neue faszinierend.

Genauso faszinierend wie die Natur. Berge, mehrere tausend Meter höher und das, obwohl wir schon mehrere tausend Meter über dem Meeresspiegel waren. Klare Luft und tolle Sicht. 😀

Kathmandu hat uns beiden dieses Mal gut gefallen. Das wir mit der aufwachenden Stadt diese erkundeten machte den Wechsel vom Trekking zur Stadt sehr angenehm.

Gerne wieder. Mustang wäre da mein Favorit für das nächste Mal.


Karten

Die Touren wurden mit einem Smartphone aufgezeichnet und daher ist die Genauigkeit schwankend. Zum Zeigen der Strecken finde ich sie ausreichend.

Die Kartendarstellungen basieren auf der Anzeige in Trailrunner Mini mit OpenStreetMaps.


Lektüre

Völlig unvorbereitet bin ich seltenst unterwegs. So hatte ich mir für Nepal ebenfalls ein Buch zugelegt.

Titel: Nepal
Auflage: 3. Auflage, 2016
ISBN: 978-3-89794-356-8
Autor: Ray Hartung
Verlag: Trescher Verlag


Die Bilder im Bericht sind von mir (Canon 6D Mk2) und von Miri (Fuji X-T1).


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Nepal – Kathmandu – März 2019

29.03.2019 – Kathmandu – Thamel

Frisch gekleidet und mit bequemen Schuhen für die Stadt sind wir aus dem Hotel Annapurna auf die Durbar Marg und an der nächsten, nördlich gelegenen Kreuzung nach links auf die Tridevi Sadak bis zu einer Kreuzung mit der Thamel Marg. Wir waren somit ungefähr in der Mitte von Thamel, dem bekanntesten Ortsteil von Kathmandu, angekommen.

Wie wir schon auf dem Weg bis hierher feststellten, ist Kathmandu gerade erst am Erwachen. Beste Voraussetzung für uns nach dem Trekking, um in eine wuselige Millionenstadt zu kommen. Das Gegenteil hatten wir bereits zwei Jahre zuvor erlebt. Aus dem beschaulichen Bhutan kamen wir damals in eine sehr lebendige und volle Stadt. 

Für den heutigen Tag hatten wir uns in Thamel ein paar als religiös gekennzeichnete Orte und ein paar Plätze auf einer Karte herausgepickt. So sind wir nun die Thamel Marg nach Süden gelaufen. In der Mitte zum nächsten Platz machten wir noch einen Abstecher über kleine Seitengassen. Viele der Geschäfte auf unserem Weg machten gerade erst auf oder waren sogar noch geschlossen. Angekommen am Platz, der auch das Ende der Thamel Marg ist, war prominent in der Mitte die Stupa zu sehen, die wir uns auf der Karte als einen Anlaufpunkt ausgesucht hatten.

Die Dharmadhaatu Stupa war herausgeputzt und strahlte über den Platz. Um die Stupa waren schon ein paar Stände aufgebaut, an denen hauptsächlich Lebensmittel dargeboten wurden. Stände können in Kathmandu auch bedeuten, dass die Waren in Körben o. ä. ausgebreitet angeboten werden.

Von hier sind wir über zwei Straßen nach Südwesten zum nächsten Platz. Shree Gha. Wieder eine Stupa in der Mitte, diesmal jedoch von vielen kleineren Säulen umgeben. Am Rande des Platzes liegt zudem ein Kloster und eine Schule. Es schien gerade Pause zu sein, denn einige Schüler befanden sich vor der Schule auf dem Platz. Ein paar Mönche, vermutlich aus dem Kloster, liefen um die Stupa.

Weiter nach Süden kamen wir an einen kleinen Platz mit Schreinen, die von Gittern umgeben waren. Klein und unscheinbar war hier alles. Weiter zum nächsten Platz, mit einem Schrein auf einem gestuften Podest. Es war die Kreuzung der Chandraman Maskey Marg, die wir liefen, mit der Chittadhar Marg.

So langsam wurde es voller auf den Straßen in Thamel. 

Über die „Hauptstraße“, die Chandraman Maskey Marg sind wir weiter bis zum nächsten Platz und dann über große und sehr kleine Gassen nach Westen. Vorbei kamen wir dabei an einem weiteren religiösen Ort, der nur aus einem Schrein in einer Vertiefung einer Hauswand bestand. Der davor betende lies sich durch die Menschenmenge nicht beirren und alle liefen mit gebührendem Abstand um ihre herum.

Wir trafen auf die Gangalal Marg, welche vereinfacht dargestellt eine westlich gelegene Parallelstraße zu der bisher gelaufenen Straße ist. Auch diese war bereits voll von Menschen. Wo ist der Platz, den wir auf der Karte gesehen haben? Wir liefen hin und her, bis wir eine kleine Gasse als unseren Weg zum Platz erkannten.

Yetakha Baha entpuppte sich als Stupa auf einem riesigen, fast leeren Platz. Hinter der Stupa sahen wir dann noch Ganesh Mandir, ein Hindu Tempel. Dieser Platz war kein relativ einfach gestaltet und die umgebenden Häuser wiesen teilweise deutliche Schäden, vermutlich vom Erdbeben in 2015 auf.

Der nächste Tempel war ebenfalls ein Hindu Tempel, der Akash Bhairab. Dazu mussten wir nun wieder nordwärts gehen. Der Tempel liegt an einer viel befahrenen Straßen und nur wenige Schritte vom vorherigen Platz entfernt.

Faszinierend war der Mönch, der die ganze Zeit regungslos in der Mitte stand. Dieser Tempel war offen und wir haben die Chance genutzt und betraten ihn. Im Tempel war alles ganz ruhig und abgedunkelt.

Als wir wieder auf dem Platz waren, sind wir eine kleine Gasse von dort nach Westen gelaufen. Wo führt sie uns wohl hin?

Wir kamen auf einem langgezogenen Platz heraus. Auf diesem in der Mitte und an den Rändern waren Heiligtümer. Einige Betende waren zu sehen. Hier war es wieder ruhig und friedlich.

So langsam hatten wir Hunger bekommen und schauten uns auf der Karte an, wo das Restaurant ist, das ich am Morgen im Hotel auf der Karte gesehen hatte. Es ist das Helena’s Kitchen in der Chaksibari Marg. Dort haben wir es uns auf der Dachterrasse für ein Mittagessen gemütlich gemacht. Von oben war alles Gewusel auf der Straße gefühlt weit weg und nichts störte beim Essen.

Aus dem Restaurant heraus sind wir nach rechts und waren an der nächsten Kreuzung schon wieder in der Mitte von Thamel angekommen. Dort ebenfalls nach rechts und schon erreichten wir die Kreuzung zur Thamel Marg und schlossen so den gegangenen Kreis durch Thamel.

Der weitere Weg bis zum Hotel war identisch wie am Morgen. Jedoch machten wir in der Mitte der Straße zur Durbar Marg an der das Hotel liegt einen Abstecher. Auf der linken Seite ist eine hohe und lange Backsteinmauer. An dieser sind wir am Morgen schon vorbeigelaufen. In der Mitte ist ein Durchgang, den wir nun nahmen, um direkt wieder vor einer Mauer zu stehen. Um diese geht es zu beiden Seiten herum und an beiden Seiten waren Wasserläufe über Stufen, die bereits ein anderes Klima erzeugten. Auf der anderen Seite der Mauer waren wir dann im Garden Of Dreams.

Der Garden Of Dreams ist ein Park, umgeben von einer hohen Mauer und bildet einen Kontrast zur staubigen Innenstadt. Alles war grün oder blühte in tollen Farben und von der Stadt war kein Geräusch wahrzunehmen. Eine Oase in der Stadt, die von vielen jungen Pärchen genutzt wurde.

In diesem Park gibt es mehrere kleine Cafés und bei einem stoppten wir. Umgeben von Grün und im Schatten, bestellten wir uns einen Latte Macchiato und ein Stück Kuchen.

Von hier war es nun wirklich nicht mehr weit bis zum Hotel. Dort checkten wir ein und nahmen unsere Taschen aus dem Taschenberg in der Lobby und bezogen unser Zimmer. 

Kathmandu liegt in einem Tal und hat sehr viele staubige Straßen. Das merkt man, wenn man einen Tag in der Stadt unterwegs ist. Daher duschten wir und relaxten bis es Zeit war in die Lobby zu gehen. Einige aus der Gruppe warteten dort bereits.

Schumi hatte uns einen Tipp für das Abendessen gegeben. Das One Tree liegt ebenfalls in der Durban Marg und keine fünf Minuten vom Hotel entfernt. Von der Straße aus sieht man eigentlich nicht viel vom Restaurant außer einem längeren Gang. Dieser Gang führte uns zu einem Raum, in dessen Mitte ein dicker Stamm war und von diesem Raum aus es über eine Treppe nach oben geht. Dort waren wir im ersten Stock im Freien und doch nicht im Freien. Der Baum überdachte mit seiner Krone das gesamte Restaurant nach oben. 

Der Baum hat das Restaurant vor den Geräuschen der Straße und der staubigen Luft abgeschirmt und bot frische Luft. Wir suchten uns einen Tisch aus, der groß genug für uns alle war.

Die Speisekarten kamen recht schnell und die Getränkebestellung lief noch unkompliziert ab. Etwas komplizierter war die Essensbestellungen bei denen, die abweichende Wünsche hatten. Warum es nicht so einfach war? Es lag nicht an der Sprache, sondern an der Besonderheit des One Tree. Hier arbeiten fast ausschließlich Taube, Stumme oder zumindest im Hören eingeschränkte Personen. Nur ganz wenige können auch Hören und Sprechen. 

Wir bekamen unsere Getränke, unser Essen und den Nachtisch. Alle waren sehr freundlich und das One Tree kann man ohne Bedenken weiterempfehlen. Während des Essens tauschten wir unsere Erlebnisse des Tages aus. Manche waren wie wir unterwegs, manche machten sich einfach einen gemütlichen Tag am Pool.

Karte


30.03.2019 – Kathmandu

Die Nacht im Hotel war erholsam und vom Verkehr der Straße war so gut wie nichts zu hören. Wir hatten zwar ein Zimmer mit Fenster zum Innenhof und damit indirekt zur Straße, aber dennoch war es von der Straße abgeschirmt gewesen.

Das Frühstück gibt es in einem Raum, der mit sehr großzügigen Scheiben versehen ist, im Nachbargebäude. Dazu mussten wir aus dem Hotel heraus und über den Innenhof gehen. Am Eingang war ein Koch, der Eier in den verschiedensten Varianten, Speck und Würstchen auf Wunsch zubereitete.

Wir sind erstmal an ihm vorbei und suchten uns einen Platz zum Frühstücken. Das Buffet war reichhaltig und nach dem ersten Toast, war mir nach Ei. So suchte ich den Koch auf, der mir direkt die gewünschten Rühreier mit Kräutern zubereitete. 

Für diesen zweiten Tag in Kathmandu bot uns Schumi eine geführte Tour an, der wir alle zusagten. So trafen wir uns nach dem Frühstück zum ausgemachten Zeitpunkt in der Lobby. Ein Kleinbus brachte uns zunächst in den Ortsteil Lalitpur. Wir wurden zur Patandhoka Road gebracht. Im Hotel war es noch sonnig, auf dem Weg nach Lalitpur fing es jedoch an leicht zu regnen.

Wir hatten Glück und der Regen ließ bald nach und hörte dann ganz auf, noch bevor wir den ersten Platz erreichten. Über mehrere Straßen und Plätze auf denen Waren angeboten wurden, gelangten wir zum Hiranya Varna Mahavihar, auch Goldener Tempel genannt. Von der Straße aus durch einen unscheinbaren Zugang zu erreichen, bot sich uns ein Kleinod an. 

Der Tempel selbst ist um einen Innenhof mit einem zentralen Schrein gebaut worden. Es waren viele Hindus hier, die beteten oder anderen Zeremonien nachgingen.

Dieses Kleinod verließen wir und folgten Schumi durch einige Straßen bis zu einem Geschäft. Von außen und im Innenraum nicht sehr groß, bot es viele verschiedene, hauptsächlich religiöse Gegenstände und Klangschalen. Wegen letzteren waren wir hier und der führende Name des Geschäfts – Tibetan Singing Bowl Center. Für eine Präsentation wurden wir in den Keller geführt. Dieser Raum erschien deutlich größer. Vielleicht dadurch, dass er nicht so voll war mit Regalen und Tischen. Um einen zentralen Punkt waren mehrere Bänke, auf die wir uns setzten. Ein Meister erklärte und die Herstellung und Verwendung der Klangschalen. Dies wurde zu den Erklärungen demonstriert. 

Eine größere z. B. über den Kopf hilft bei Kopfschmerzen und Verspannungen. Dazu wurde diese mit einem Klöppel dreimal geschlagen. Ein anderes Beispiel war mit sehr großen Klangschalen. Ich stellte mich ohne Schuhe in die Schale. Mit drei kräftigen Schlägen wurde die Schale in Bewegung versetzt. Die Vibrationen gingen über die Füße, die Beine bis in den Oberkörper und entspannten dadurch den gesamten Körper.

Miri kaufte sich eine kleine Klangschale, ich eine leicht größere. Dazu gab es einen Klöppel, einen Stab sowie ein Zertifikat inkl. einiger Anleitungen der Nutzung. Da die Schalen aus massivem Metall bestehen, haben selbst die kleinen Klangschalen ein ordentliches Gewicht. Hauptbestandteil ist mit 77 % Kupfer. Meine Schale mit Zubehör wiegt fast ein Kilo, mit reichlich Papier umwickelt waren nun etwas über ein Kilo den restlichen Tag zu tragen.

Mit unserer Beute zogen wir weiter und waren bald am Patan Durbar Square angekommen. Dieser sehr touristisch geprägte Ort war am Morgen noch nicht überfüllt. Miri und mir fiel sofort auf, dass in den zwei Jahren seit unserem letzten Besuch hier viel am Wiederaufbau getan wurde. Durch das Erdbeben 2015 sind mehrere der Backsteinbauten zusammengefallen oder standen kurz davor. Noch war nicht alles so wie zuvor, jedoch schon sehr viel davon.

Wir schlenderten verstreut über den Platz und durch die Gebäude. Ausgemacht wurde zuvor eine Uhrzeit und ein Treffpunkt an einer Kreuzung zum Durbar Square.

Unser Kleinbus pickte uns auf und fuhr einmal quer durch Kathmandu nach Bodnath. Wir brauchten wenige Meter zum Gang, der zum Platz mit der bekanntesten Stupa führt. Die Boudhanath Stupa ist eine der größten Stupas in der Welt und die größte in Nepal. Um die Stupa liefen Buddhisten und Hindus, da sie aus beiden Religionen als Heiligtum angesehen wird. 

Wir sind zuerst in ein Gebäude am Rand geführt worden. Dort in einem oberen Stockwerk werden Mandalas von Hand gemalt. Uns wurde die Entstehung und die Bedeutung der Mandalas erklärt, während im selben Raum mehrere Schüler Mandalas erstellten. Wir erfuhren so, dass nur die Meister die Mandalas mit Gold bemalen dürfen. Um ein Meister zu werden, ist man fast ein Jahrzehnt Schüler.

So langsam wurden wir hungrig und besuchten eines der Restaurants in den Gebäuden um die Stupa. Die meisten, wie auch das welches wir wählten haben eine Dachterrasse. Der Himmel war zwar immer noch bewölkt, löst sich jedoch langsam auf. So ließ sich beim Essen in der Sonne das Treiben unten gut beobachten.

Abermals machten wir eine Uhrzeit und einen Treffpunkt aus. Bis dahin hatten wir reichlich Zeit, um um und auf die Stupa zu gehen.

Der Fahrer holte uns in der Nähe ab und fuhr uns zu einem anderen Stadtteil im Westen. Swayambhunath, auch Affentempel genannt, liegt auf einem Hügel. Der Fahrer ließ uns am Fuß des Hügels heraus und bot uns so die Gelegenheit, die lange Treppe nach oben zu laufen.

Die Affen, die hier leben, begründen den Beinamen Affentempel und haben sich an die Menschen gewöhnt. Dennoch sollte man aufpassen. Vor allem, wenn diese sich streiten.

Oben angekommen liefen wir um die Stupa und hatten genug Zeit, die Nebengebäude anzusehen. Ein Sadhu tauchte auf und verdeckte sein Gesicht. Erst als er Geld bekam, um mit dem Spender fotografiert zu werden, ließ er die Deckung kurz fallen.

Die gesamte Anlage erstreckt sich dahinter noch über einen weiteren Hügel, zu dem wir liefen. Auf mittlerer Höhe des zweiten Hügels wartete unser Fahrer, der uns zurück zum Hotel brachte.

Im Hotel war eine weitere Reisegruppe angekommen und mit ihrem Guide am anderen Ende der Lobby. Wir erkannten den Guide, es war Kazi. 😀 Selbstverständlich sind wir sofort hin und haben ihn begrüßt. Er erkannte uns ebenfalls direkt, waren wir doch bei seiner ersten Reise nach Bhutan zwei Jahre zuvor dabei. Dass wir bei ihm Zuhause waren und seine Frau kennengelernt hatten, hatte er bereits erfahren. Da er mit seiner Reisegruppe beschäftigt war, konnten wir uns nicht sehr lange mit ihm unterhalten, dennoch war es wieder sehr angenehm.

Die Zeit bis zum Treffen für das Abendessen nutzten wir, um so weit wie möglich unsere Taschen für die Abreise vorzubereiten. Hatten wir die Wäsche noch in Beutel nach sauberer und schmutziger Wäsche getrennt, so landete alles schmutzig und das war fast alles direkt in der Tasche. So konnten die Klangschalen und anderes mit genügend Kleidung umgebend geschützt werden. Die Taschen wurden dann gleich geschlossen, da es, na ja gebrauchte Wäsche war. 😅

Für das Abendessen sind wir in das Decheling Garden Restaurant, das neben dem Garden Of Dreams in einer Seitenstraße liegt. Gartenrestaurant ist in diesem Falle sehr zutreffend, da sich die Tische außen zwischen den Pflanzen im Grünen befanden. Für uns war allerdings ein Raum reserviert. Das Abschiedsabendessen war ein geselliges – ein Sherpa Hot Pot.


31.03./01.04.2019 – Rückreise

Das Frühstück nahmen wir wieder früh ein. Einer aus der Reisegruppe erzählte etwas von einem Teeladen und machte uns neugierig. Zuerst mussten wir jedoch auschecken. Unsere Taschen wurden wieder in der Lobby unter einem großen Netz gesammelt. 

Edgar, das war derjenige, zeigte uns führend den Weg zum Teeladen, der in nördliche Richtung vom Hotel liegt. (Lazimapat Road, kurz nach der Kumari Mai Marg)

Der Verkäufer war sehr freundlich und viel am lachen. Wir bekamen Tees zum probieren und fast alle sind mit Tee und Miri auch mit Seife aus dem Laden.

Die nächste Station war ein Marktplatz südlich unseres Hotels. Dazu sind wir zum Hotel zurück, daran vorbei und an der nächsten großen Kreuzung nach rechts gelaufen. Zwei Kreuzungen weiter waren wir am Platz mit dem Markt. Hier ist der Annapurna Ajima Temple und drumherum auf dem Platz ist Markt gewesen. Genauso wie in den angrenzenden Straßen.

Bei den angebotenen Speisen waren wir skeptisch und haben für das Mittagessen doch lieber wieder das One Tree aufgesucht. Unsere leibgewordenen Momos wurden bestellt und eine zweite Portion Dumplings. Geschmacklich identisch. Der Unterschied ist lediglich die Art, wie die Teigtaschen verschlossen werden.

Im Hotel fischten wir aus unseren Taschen die Beutel mit der letzten frischen Wäsche und verschwanden zu den Umkleiden am Pool. Dort bekamen wir Handtücher und konnten so vor der Abfahrt zum Flughafen noch Duschen.

Bevor es dann los ging zum Flughafen bekam jeder noch einen Khata.

Kazi kam extra wegen Miri und mir und so bekamen wir von ihm einen weiteren Schal zum Abschied, und nicht nur das, er begleitete uns sogar noch zum Flughafen.

Der Flug wollte pünktlich starten und so war sogar der Flieger schon an der Position zum Starten als das Flugzeug langsam wieder zum Flughafengebäude zurückfuhr. Was war? Uns wurde mitgeteilt, dass ein Gewitter auf Kathmandu zukommt und wir dieses abwarten müssen. Freundlicherweise wurde während der Wartezeit die Videofunktion im Flugzeug aktiviert. Raus aus dem Flieger durften wir leider nicht mehr. Insgesamt warteten wir fast zwei Stunden, bis es dann endlich losging. 

In Abu Dhabi verringerte sich dadurch der Zwischenaufenthalt. Es war genügend Zeit um zum Abflug Gate zu kommen und sogar um dort noch etwa zu trinken. Der weitere Flug nach Frankfurt verlief nach Plan und wir erreichten Frankfurt morgens um kurz vor 7:00 Uhr.


Graffiti

In Kathmandu sahen wir einige Graffitis, die nicht nur einfach Schriftzüge waren. Hier ein Auszug davon.

Nepal – Trekking in Solo Khumbu – März 2019

17.03.2019 – Lukla

Früh weckte uns der Wecker. Alles war schon am Vortag gepackt und so waren wir bald in der Lobby des Hotels. Das Gepäck, das in Kathmandu bleiben soll, gaben wir ab. Die Taschen für das Trekking kamen in den Bus und wir sind danach mit den Tagesrucksäcken ebenfalls in den Bus. Die Fahrt zum Flughafen war gefühlt ruhiger als am Tag zuvor. So früh schlafen noch einige.

Am Flughafen fuhren wir zum Nebengebäude für die Inlandsflüge. Mit dem Guide vorneweg, sind wir in die Eingangshalle. Diese ist an einer Front mit Schaltern und Gepäckwaagen im Wechsel versehen. Hier sind wir mit unserem Gepäck über eine Waage in eine dahinter liegende Halle. Auf die Idee über eine Waage in den nächsten Raum zu gehen wäre ich allein nicht gekommen. Hier warteten wir, während unser Guide zu einem Schalter lief. Kurz danach kam er wieder und wir folgten ihm zum Schalter. Alle Taschen inkl. Rucksäcke wurden zusammen auf eine Waage getürmt und gewogen. Und wir machten uns am Tag davor noch Gedanken über die Gewichtsaufteilung. 😂

Nun sind wir an den Rand zu einem Förderband. Dort wurden wir gebeten, unsere Taschen zu öffnen, damit diese kontrolliert werden können. Die Taschen sind danach auf dem Förderband weiter und wir nur noch mit unseren Tagesrucksäcken in die Abflughalle.

So lange mussten wir gar nicht warten, bis unser Flug aufgerufen wurde. Mit einem Bus fuhren wir gefühlt einmal über den kompletten Flugplatz zum Flugzeug. Im Gepäckteil vor dem Cockpit wurde unser Gepäck eingeladen, während wir hinten über eine Treppe mit wenigen Stufen in das Flugzeug sind. Ein schmaler Gang und links und rechts davon je ein Sitzplatz. Ich hatte netterweise den Platz direkt hinter dem Piloten bekommen. Zwischen Pilot, Co-Pilot und uns war zwar eine Wand, jedoch in der Mitte offen. So hatte ich einen guten Blick ins Cockpit und das Geschehen von Pilot und Co-Pilot.

Der Flug war nicht besonders lang und brachte uns von dem auf rund 1300 Meter liegenden Kathmandu nach Lukla auf über 2800 Meter. Vor Lukla überquerte die Maschine noch einen Bergkamm, um dahinter etwas abzusinken. In der Ferne war ganz klein Lukla zu erkennen, das schnell näher kam.

So spektakulär die Landungen in Lukla aussehen auf Videos, so unspektakulär sind diese aus dem Flugzeug. Das Flugzeug setzte auf, bremste und fuhr mit einer gefühlt hohen Geschwindigkeit auf eine Mauer zu. Kurz davor bog der Pilot ohne zu bremsen nach rechts ab und erreicht nur wenig später seine Parkposition direkt vor dem Flughafengebäude. Bei laufendem Rotor wurde das Gepäck entladen, während wir wurden um das Flugzeug zum Gebäude gelotst wurden. Nur wenige Schritten waren es bis wir im Gebäude waren um unser Gepäck zu erhalten.

Gegenüber des Flughafengebäudes wurden wir in einen schmalen Gang geführt und waren auch schon in der Everest Summit Lodge in Lukla angekommen. Zwischen den Gebäudeeingängen waren es vielleicht zwei Minuten Fußweg und doch war es eine Lodge mit eigenem Garten und ruhig. Hier konnten wir uns umsehen, bis es Zeit war für das Mittagessen.

In der Lodge haben wir den jungen Sherpa Passang Sherpa kennengelernt, der uns während des Trekkings begleitet und den Guide Suman „Schumi“ Pant unterstützen wird.

Am Nachmittag war eine Akklimatisationstour zu einer Alm. Auf diesem Weg sind wir bereits über unsere erste Hängebrücke für diesen Urlaub. Strahlend sonniges Wetter begleitete uns an diesem Tag. Die Alm Nangbu Kharka liegt auf 3100 Meter und somit fast 300 Meter höher wie unsere Unterkunft, was für die Höhenanpassung eine gute Basis war.

Zurück an der Lodge sind wir in kleinen Gruppen zur Erkundung von Lukla losgezogen. Groß ist Lukla nicht und besteht eigentlich nur aus einer Straße mit ein paar abzweigenden Wegen. Am Ortsende drehten wir um und suchen Schutz vor dem Regenschauer der einsetzte. Dieser war nur von kurzer Dauer und so ging es bald weiter.

Die eine Frau auf dem ersten Bild hielt demonstrativ etwas vor ihr Gesicht, da sie nicht fotografiert werden wollte. Mir ging es aber auch eher um die „Hauptstraße“ und die Geschäfte. 

Abends wurden wir wieder mit leckerem Essen versorgt. Hier füllte ich meine Thermoskanne, in die ich zuvor ein paar Stücke Ingwer gegeben hatte, mit heißem Wasser. Nachdem das Wasser so weit abgekühlt war, dass ich es umfüllen konnte, kam in der Trinkblase.

Satt und voller Spannung auf die nächsten Tage sind wir in unsere Zimmer.

Karte

Der Start und das Ende der Aufzeichnungen sind leider nicht immer genau und war abhängig vom GPS-Empfang des Smartphones. Für die Nachvollziehbarkeit aber besser als gar keine Aufzeichnung, wie ich finde.


18.03.2019 – Lukla → Monjo

Ein ausgiebiges Frühstück und dann packen für unseren ersten Trekkingtag. Die Taschen wurden im Vorraum gesammelt und von Schumi und Passang zu unserem Gepäcktransporteur nach draußen gebracht. Dort packte dieser immer zwei Taschen in einen Beutel, verzurrte die Beute und verteilte disee auf seine beiden Lastentiere. 

Für uns hieß es nun die Trekkingstiefel anziehen und vor der Lodge sammeln. Bevor wir losliefen, gab es noch zwei einfache Regeln.

  1. Laufen oder Fotografieren. Niemals beides zusammen.
  2. Immer bergauf warten. Besonders, wenn Lastentiere entgegenkommen.

Durch die Hauptstraße liefen wir zum westlichen Ortsende und dort weiter. Nepali flach! Also immer wieder hoch und runter sollte es gehen. Zunächst nordwestlich und bergab zum Fluss Dudh Kosi. Auf dem Weg kamen uns einige Kinder auf ihrem Weg zur Schule nach Lukla entgegen. Hier gibt es keine Straßen in der Art, wie wir sie kennen. Alles geht zu Fuß oder mit Tieren.

Wie nicht anders zu erwarten, gab es wieder eine Hängebrücke zu überqueren. Heute hieß es jedoch warten um die Lastentiere vorbeizulassen.

Gegen Mittag machten wir halt in einem kleinen Ort. Kurz vorher hatte es angefangen zu regnen und da kam uns die Pause gerade recht. Die Getränkewünsche wurden aufgenommen und einfache Speisekarten verteilt. Miri und ich entschieden uns für Momos – gefüllte Teigtaschen. Die Getränke, für uns Tee, kamen schnell, das Essen dauerte einige Zeit. Nicht das sie hier langsam waren, nein, alles wurde frisch zubereitet. Auf Nachfrage gab es vom Guide das OK für hier und für die restliche Tour auch in die Küchen schauen zu dürfen.

Wir hatten uns bewusst für ein kleines Mittagessen entschieden. Zum einen hatten wir noch Musliriegel dabei, vor allem wollten wir für die weitere Tour fit bleiben. Es ging nämlich, wie nicht anders zu erwarten, erst einmal nach Oben. Der Regen war nur von kurzer Dauer und nach unserem Mittagessen zum Glück schon wieder vorbei.

Auf dem Weg kamen wir immer wieder an Manisteinen und kleineren Stupas sowie einmal an einer Gebetsmühle vorbei. Immer links herum! 

Bisher liefen wir rechts vom Fluss, der übersetzt Milchfluss heißt und durch seine Farbe ein wenig an Milch erinnert. Vor Phakding überquerten wir den Fluss. Nur noch durch Phakding und einer weiteren Siedlung führte der Weg bis Monjo, unserem Tagesziel. Die Lodge ist am Hauptweg durch den Ort und wir wurden am Eingang bereits erwartet.

Wie es sich in Nepal gehört, zogen wir die Schuhe aus und wurden in den Hauptraum geführt. Dort gab es Tee, Kaffee und Kuchen. Während wir uns dort erholten von der Tour, kam auch unser Gepäck schon.

Insgesamt waren es nur rund 10 Kilometer, die Beschaffenheit des Weges und die Höhe, obwohl erst auf ungefähr 2800 Meter waren zu spüren. 

Bis hierher sind uns außer Einheimischen nur ein paar vereinzelte Touristen begegnet. Unsere Hoffnung, dass vor April noch nicht soviel los sein wird im Solo Khumbu hat sich zumindest bisher bewahrheitet. Ab April geht der große Run auf das Everest Base Camp los und da soll es hier sehr voll sein. Wir mussten lediglich an den Hängebrücken die entgegenkommenden Lastentiere abwarten, was nie lange dauerte.

Der restliche Nachmittag stand zur freien Verfügung und wir bezogen unsere Zimmer und ruhten uns aus.

Das Abendessen gab es im Hauptraum. Dal Bhat mit viel Gemüse und Fleisch. Während des Essens und auch danach sprachen wir über den Tag, wie wir diesen selbst wahrgenommen hatten. Schön war es für uns, dass Schumi und Passang bei den Frühstücken und Abendessen immer dabei waren. So konnten wir diese fragen bzw. bekamen zusätzliche Infos.

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19.03.2019 – Akklimatisation

Akklimatisation. Bei dem Wort muss ich mich immer konzentrieren. Höhenanpassung finde ich viel angenehmer. Wie auch immer, das ist der Grund, weshalb wir in Monjo für zwei Übernachtungen geblieben sind. So hieß es nach dem Frühstück nur den Tagesrucksack packen. 

Ein sonniger Tag um von ~2850 Meter hoch auf fast 3600 Meter zu laufen. Wir sind dazu von der Lodge aus nach Osten durch einen Nadelwald bergauf bis zu einer Alm und sogar noch weiter. Der Weg nach der Alm war allerdings nicht mehr befestigt und sehr steil. Als es kaum noch eine gute Möglichkeit zum Weiterlaufen gab, machten wir Pause und aßen, was wir in unseren Picknickpakten mitbekommen hatten.

Auf unserem Weg zurück nach Monjo sind wir einer älteren Frau, geschätzt über 70 Jahre alt begegnet. Diese hatte Holz für den Ofen dabei. Beachtlich, in dieser Höhe und noch so aktiv.

Zurück in der Lodge gab es wieder Tee, Kaffee und Kuchen. 😀

Da der Ausflug nicht allzu lange war, war noch genug Zeit den Ort vor dem Abendessen zu erkunden. Dabei entdeckten wir, wie auf einem Platz neben der Hauptstraße Metall verflüssigt und in Form gegossen wurde. An diesem Platz war einiges los und die Töpfe scheinbar begehrt.

Im ersten Bild ist die „Hauptstraße“ zu sehen, mit einem der typischen Träger. Lastentiere haben nur die Wohlhabenderen, alle anderen tragen die Lasten auf dem Rücken. Die Stapel auf den Rücken sind zum Teil beachtliche Türme und ließen uns immer wieder staunen.

Den Tag schloss ein leckeres Abendessen und eine Dusche ab, bevor es ins Bett ging. Da wir nicht direkt einschlafen konnte, starteten wir mit einem Hörbuch, das Miri dabei hatte. Mit Timer, da klar war, dass wir irgendwann automatisch einschlafen würden.

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20.03.2019 – Monjo -> Namche Bazar -> Mende

Es sollte weitergehen und so packten wir schon einmal alles so weit und gingen dann zum Haupthaus um zu frühstücken. Die Lodge teilt sich in zwei Gebäude und die Zimmer sind in einem zweiten dahinter liegenden Gebäude.

Nach dem Frühstück, noch einmal auf die Toilette und alles fertig packen. Die Taschen wurden vor dem Gebäude gesammelt, damit unser Träger diese dort holen kann. Während wir darauf warteten, dass sich alle einfinden, kam ein Hubschrauber und landete neben der Lodge. Wer wird dort wohl aussteigen? Das Geheimnis lüftete sich einige Minuten später – es war ein buddhistischer Abt. Was sein Ziel war, hatten wir nicht mehr erfahren können.

Wir waren nicht die einzigen, die früh morgens auf dem Gelände der Lodge unterwegs waren. Ein kleiner Jung spielte zwischen den Häusern.

Es hieß nun loszugehen. Am Ortsende von Monjo waren an einer Mauer viele Trägergestelle mit Waren aufgereiht. Hier war wohl ein Frühstückshalt.

Den nächsten Ort, den wir erreichten, war Jorsale. Am Ende des ersten Ortsteils war der Zugang zum Sagamartha Nationalpark. Während Schumi die Permits bezahlte warteten wir, den ohne geht es nicht weiter. Der Zugang zum Sagarmatha Nationalpark führt durch einen überdachten Bereich, an dessen Seiten Gebetsmühlen waren und dessen Wände wie auch die Decke bemalt waren.

Hiernach geht es zunächst bergab, um über eine Brücke auf die andere Seite des Milchflusses und damit zur zweiten Ortshälfte von Jorsale zu kommen.

Jorsale sagte den anderen nichts, Miri und mir jedoch schon. 2017 waren wir in Bhutan und unser damaliger Guide Kazi Sherpa, kommt aus Jorsale. Zusammen mit seiner bhutanesischen Frau betreibt er die Nirvana Lodge, in der wir in Jorsale vorbeikamen. Kazi hatte uns zuvor jedoch schon mitgeteilt, dass er mit einer anderen Gruppe im Himalaya unterwegs sein wird. Zum Einkehren war es ebenfalls zu früh und so sind wir weiter am Milchfluß (Dudh Kosi) gelaufen.

Das nächste Highlight war die Hillary Bridge, über die alle gehen, die aus Nepal zum Mount Everest möchten. Durch die heftigen Erdbeben 2015 war die ursprüngliche Brücke mitsamt eines Felsblockes eingestürzt. Wir konnten noch den Ansatz der alten Brücke am anderen Ufer erkennen.

Apropo Hängebrücke. In Europa gibt es ebenfalls einige Hängebrücken und teils weisen diese auf den Nepalesischen oder Tibetischen Stil hin. Wer einmal über die Geierlay Brücke oder die Highline 179 gegangen ist, kann die Konstruktion der Brücken nachvollziehen. Die Brücken in Nepal, über die wir sind, hatte immer einen geschlossenen Boden, damit die Tiere diese überqueren. Die Seiten hatten immer oben ein stabiles Stahlseil, seitlich zum Boden jedoch oft nur einen dünnen Gitterzaun. Was sie nicht haben, sind die vielen seitlichen Streben der europäischen Hängeseilbrücken. D. h. diese Hängeseilbrücken schwanken schön. 😀

Auf die nächsten 3 Kilometer kamen fast 400 Höhenmeter. Von etwa 2950 Meter hoch bis auf 3350 Meter. Angekommen waren wir nun am Ortseingang von Namche Bazar, der Sherpa Hauptstadt. Diese erstreckt sich an einem Berghang über eine größere Fläche. 

Neben diesem Ortseingang verläuft ein Fluss in einem gefassten Becken und dieser Bereich wurde just in dem Moment, in dem wir kamen, von einigen zum Waschen der Kleidung genutzt. Bis in die Mitte von Namche Bazar geht der weitere Weg an einer großen Stupa und mehreren großen, vom Wasser angetriebenen Gebetsmühlen vorbei.

Die Hauptstraße in der Ortsmitte, ist nicht besonders breit, dennoch kommt hier alles durch – auch die Lastentiere!

Es war Mittagszeit und wir hatten Hunger. Schumi führte uns dazu zum Hotel Namche am Ende der Hauptstraße. Vom Essensraum hatten wir einen tollen Blick über Namche Bazar.

Gut gegessen und viel getrunken hieß es anschließend Namche Bazar nach Nordwesten und nach oben zu verlassen. Einige Meter oberhalb hatten wir dann noch eine tolle Aussicht auf Namche Bazar, bevor es um eine Ecke ging und die Stadt für uns verschwand. Auf dem weiteren Weg passierten wir eine kleine Siedlung und vor Mende verlief der Weg herunter in eine Senke. Auf der anderen Seite waren 300 Höhenmeter auf einer steileren Passage hinter uns zu bringen. Dabei schwächelte ich ein wenig und Passang trug meinen Rucksack die letzten Meter bis zur Lodge. Oben angekommen, auf einem Plateau, waren wir an unserer Lodge. Der Ort Mende selbst ist eine verstreute Häusersiedlung dahinter und das Zuhause von Passang, unserem Sherpa.

Im Eingangsbereich der Lodge waren wieder die Schuhe auszuziehen. Nach rechts kamen wir in den Gastraum, in dem Kaffee/Tee und frischer Kuchen auf uns wartete.

Unser Gepäck kam während dessen an und so konnten wir die Zimmer für die folgenden zwei Nächte beziehen. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir mit dem Erkunden der näheren Umgebung. Vor dem Abendessen traf sich wieder alles im Gästeraum und war gespannt auf das Abendessen. Zuvor gab es aber noch ein Bild von Wickie, den die Mädels dort toll fanden.

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21.03.2019 – Akklimatisation

Wie eingangs erwähnt, hatten wir uns diese Tour ausgesucht, da sie mehrere Tage zur Höhenanpassung beinhaltete. An diesem Tag war es wieder so weit. Ein Tagesausflug zum Thame Kloster.

Der Weg von Mende bis Thame verlief relativ flach und erst bei der halben Umrundung von Thame zum Kloster ging es nach oben. Nicht so, dass es eine große Herausforderung war, aber schon merklich. Für diesen Ausflug wurden wir morgens schon mit bestem Wetter begrüßt und dies hielt sich den ganzen Tag. Zwischen 3700 Metern und 4000 Metern bei klarem, sonnigen Wetter zu laufen und doch noch von deutlich höheren Bergen umgeben zu sein war beeindruckend. 😀

Auf dem Bergrücken zum Kloster kamen wir an einer größeren Stupa vorbei und folgten einer längeren Manimauer bis zum Kloster. Wir erreichten das Kolster, welches am Berghang liegt und hatten nun noch einige Schritte auf der Treppe zum Eingang. Das Kloster selbst ist schlicht, wie wir es von den buddhistischen Klöstern kennen. Einzig der Gebetsraum fällt immer heraus.

Vom Kloster ging es zunächst herunter nach Thame, um dort zu Mittag zu essen und um wieder reichlich zu trinken. Um Thame konnten wir einige bei den ersten Tätigkeiten des Jahres auf den Feldern beobachten und Nutztiere, außer Yaks gab es auch.

Die Küchenbilder geben die Herstellung unserer geliebten Momos wieder.

Von Thame sind wir über einen Bogen wieder auf unseren Weg gekommen, der uns zurück nach Mende brachte. Ja, es gab wieder Kaffee, Tee und Kuchen bei der Ankunft. 😀

Damit wir es schön warm haben, wurden die Haupträume in den Lodges immer geheizt. In dieser Lodge hatte ich schon beim ersten Betreten einen leichten Geruch wahrgenommen, nur war ich mir nicht ganz sicher, wo dieser herkam. Das wurde an diesem Nachmittag dann klar.

Getrocknete Yak-Fladen wurden für den Ofen verwendet. Daher kam also der Geruch. Diese Lodge lag zwar in einem Waldgebiet und die Notwendigkeit, mit Yak-Fladen zu heißen ist nicht unbedingt nötig, aber wenn sie schon da sind, so ist dies wohl einfacher als Holz zu schlagen.

An diesem Abend gab es nach dem Abendessen (Sherpa Hot Pot) noch ein Kulturabend. Dazu wurde alles im Hauptraum zur Seite gestellt und die Angestellten sowie ein paar weitere Einheimische spielten traditionelle Musik und tanzen dazu. Nett, hätte aber auch nicht sein müssen. Die Stimmung war zwar locker, aber man merkte schon, dass dies nur für uns war und daher irgendwie das lockere von einem Fest o. ä. fehlte.

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22.03.2019 – Mende -> Khumjung -> Tashinga

Early Bird – also für Miri und mich mehr als early. Allgemein sind wir früh raus und hatten unsere Touren nach dem Frühstück zum Großteil am Vormittag hinter uns gebracht. Das war auch gut so, da morgens das Wetter immer gut war und erst am Nachmittag Wolken aufzogen.

Heute jedoch hatten wir uns den Wecker eine Stunde früher gestellt. Wir wollten vor dem Frühstück eine Runde um die Lodge drehen und die aufgehende Sonne begrüßen. So sind wir also früh aufgestanden und raus aus der Lodge. Alles war noch ruhig und der Himmel zeigte, dass die Sonne bald hervorkommen wird. An der Lodge waren Eiszapfen am Dach und der Boden ringsum war ebenfalls leicht gefrostet. Kalt war es, aber darauf waren wir eingestellt. Durch die Kälte waren wir von einer sehr klaren Luft umgeben.

Da es hier keine eindeutigen Wege gibt, hatten wir uns frei Nase im Bereich um die Lodge bewegt. Wie wir zurück zur Lodge kamen, hörten wir das Tropfen des schmelzenden Eises vom Dach. 

Beim Frühstück hatten wir davon den anderen berichtet und waren selbst froh so früh aufgestanden zu sein, um den Sonnenaufgang draußen im Himalaya zu erleben.

Auf Wiedersehen Mende. Unser Weg führte grob fast wieder zurück nach Nasche Bazar. Bevor wir Namche Bazar erreicht hätten wechselten wir die Richtung nach Osten und dann nach Nordosten um nach Khumjung zu gelangen. Ein Ort auf rund 3900 Metern und damit leicht höher gelegen wie die Lodge der letzten beiden Tage. Bevor wir Khumjung erreichten, kamen wir an einem Aussichtshügel vorbei. Von hier hatten wir das erste Mal freie Sicht auf den Mount Everest. Ok, nicht ganz frei. Wie oft war die Spitze auch an diesem Tag mit Wolken verhüllt. Der Blick auf die umgebenden 6000’er mit ihren schneebedeckten Flanken war dafür umso schöner.

Am Ortseingang von Khumjung passierten wir die Edmund Hillary School. Ein großes, gefördertes Schulgelände, was in dieser Region, in dieser Größe nicht üblich ist. Wir schauten uns dort um und folgten dem Hauptweg fast ganz durch Khumjung bis zu einem Restaurant. Es war zwar kühl aber sonnig und daher entschieden wir uns alle im Freien zu Essen. Dick eingehüllt saßen wir auf einfachen Stühlen an Tischen umgeben von einer großartigen Landschaft. Nebenan, getrennt durch eine Steinmauer waren einige der Lastentiere, die wir auf unseren Wegen regelmäßig sahen.

Die Toilette hier war in einem einfachen Verschlag abseits. Ein Loch im Holzboden war die Toilette, umgeben von Yakfladen innerhalb des Verschlags. Der Geruch der Yakfladen verdrängte den Geruch aus der Gruppe und war dennoch nicht unangenehm.

Der weitere Weg führte uns weiter nach Nordwesten Richtung Tashinga. Dazu mussten wir in einer Schleife nochmals durch Khumjung und erreichten dabei ein Kloster. In diesem Kloster war es uns ausnahmsweise erlaubt im inneren zu fotografieren, was für buddhistische Klöster völlig unüblich ist. 

Auf unseren Wegen kamen Lastentiergruppen mit den verschiedensten Waren entgegen. Wenn, wie man im Bild sieht, diese mit Gasflaschen entlang trotteten, sah dies leicht aus. Genau das war ein Grund für die Regel Uphill wait. Diese Lastentiere mit ihrem Gepäck würden es vermutlich nicht mal spüren, wenn sie einen durch die normalen Wankbewegungen herunterschubsen würden.

Als wir in Tashinga unsere Lodge erreichten, zog sich der Himmel bereits zu. Wir waren daher froh, im Warmen mit Kaffee/Tee und Gebäck begrüßt worden zu sein.

Nach und nach verschwanden alle in ihre Zimmer, um sich frisch zu machen und zu duschen. Weit vor dem Abendessen traf sich alles wieder im Hauptraum und versammelte sich um den Ofen, war es doch die einzige dauerhafte Wärmequelle und nach dem Duschen in den kühlen Zimmern zu kühl. So saßen wir, tranken Tee und quatschten, bis zum Abendessen geladen wurde.

Karte


23.03.2019 – Tashinga -> Kloster Tengpoche -> Pangpoche

Frühstück und wieder packen. Wie meist machten wir uns kurz vor unserem Gepäckträger mit seinen zwei Lastentieren auf den Weg zu unserer nächsten Lodge, der höchstgelegenen für diesen Trip. 

Zuerst liefen wir einen schmalen Weg hinunter zum Hauptweg und von dort stetig bergauf bis Tengpoche. Es waren rund 500 Höhenmeter auf nicht einmal 4 Kilometer. Wir liefen allerdings an diesem Tag in einem gemächlicheren Tempo und so war es fast Mittagszeit bei unserer Ankunft in Tengpoche. 

Wir besichtigten zuerst noch das Kloster in Tengpoche und schauten uns in der kleinen Siedlung um, bevor es an das Mittagessen ging.

Eine andere vom DAV angebotene Trekkingtour hätte hier ihren höchsten Punkt und es hieße dann wieder zurück nach Lukla. Miri und ich waren froh, nachdem wir nun hier waren diese Tour nicht gewählt zu haben. Klar es wäre weniger anstrengend, aber wir hatten beide das Gefühl, dass es schade wäre hier um zudrehen.

Für uns hieß somit Tengpoche weiter bergauf zu verlassen. Na ja, erst einmal ging es wieder etwas nach unten, aber tendenziell nach oben. Immer wieder hatten wir auf dem Weg einen Blick auf „unseren“ Berg. Die Ama Dablam ist mit ihrem Profil sehr gut erkennbar.

Einige Stunden später erreichten wir unsere Lodge in Pangpoche, direkt an de „Hauptstraße“. Das Schild neben dem Eingang wies auf die Höhe hin – 3998 Meter. Unsere Zimmer und der Hauptraum waren auf der Höhe des Hauptweges. Im Aufenthaltsraum im ersten Stock war man somit auf 4000 Meter und hatte von dort einen Blick von oben auf die „Hauptstraße“.

Auch hier gab es zur Begrüßung wieder etwas zu trinken und zu essen. Komfort Trekking! 😀

Bis zum Abendessen hatten wieder reichlich Zeit und nutzten diese zur Erkundung von Pangpoche. Direkt vor der Lodge gabelte sich der Hauptweg und Wickie wollte unbedingt ein Bild mit sich an dieser Stelle.

Auf der Höhe der Baumgrenze, wird wesentlich mehr mit Yakdung geheizt, der an mehreren Stellen im Ort gestapelt wurde. Auf den Feldern werden im Sommer hauptsächlich Kartoffeln angebaut, die sich zur Einlagerung unter den vielen Erdhügeln befinden. Bis zum Abendessen dösten wir ein wenig im oberen Aufenthaltsraum in der wärmenden Sonne.

Während des Abendessens wurde uns mitgeteilt, dass über Nacht mit Minustemperaturen zu rechnen ist und daher die Wasserleitung im Ort abgedreht wird, damit keine Leitungen einfrieren. Hier kam der Luxus des Komforttrekking zu tragen. Wir wurden gefragt, ob wir eine Wärmflasche später mit auf die Zimmer nehmen möchten. Das wurde von allen dankend angenommen.

Kaum waren wir auf unserem Zimmer, klopfte es. Ein Angestellter brachte uns zwei 10 Liter Eimer mit heißem Wasser. Wir hatten nun genügend Wasser zum Waschen und für die Toilette. 😀

Wir hatten beide ein Inlett dabei, mit dem wir uns mitsamt der Wärmflasche ein die Betten verzogen. 

Karte


24.03.2019 – Akklimatisation nach Dengpoche

Dieser Morgen begrüßte uns mit einer beschlagenen, leicht gefrosteten Fensterscheibe. Es klopfte. So früh am Morgen hatten wir nicht erwartet, dass jemand an der Tür klopfte. Es war ein Angestellter mit zwei weiteren 10 Liter Eimern voll heißem Wasser. Da Miri noch in ihrem Schlafzeug war, schaute der Angestellte ganz verlegen auf den Boden. 😅

Das Frühstück gab uns Kraft für unsere letzte Tour zur Akklimatisation. Dazu liefen wir den Hauptweg von Pangpoche nach Dengpoche. Wir ließen damit rund 400 Höhenmeter bis Dengpoche hinter uns. Dies ist der Weg, den alle gehen, die zum Mount Everest Base Camp wollen. Für uns jedoch war es nur eine Tagestour bis Dengpoche und zurück nach Pangpoche.

Vor Dengpoche verließen wir den Hauptweg, um über einen kurzen Umweg um auf einen Aussichtshügel zu gelangen. Vom Aussichtshügel liefen wir nach Dengpoche und dort in ein einfaches Restaurant zum Mittagessen.

Kurz vor der Ankunft in unserer Lodge in Pangpoche war ich kurzzeitig unkonzentriert und stolperte. Ich kam mit einem Knie auf den Boden auf. Das war es auch schon. Eigentlich nichts Tragisches nur hatte ich mir dazu einen der frischen Yakhaufen ausgesucht. 😂 In der Lodge versuchte ich die Hose am Knie so gut wie möglich zu reinigen und wechselte zur Ersatzhose. Der Geruch war doch sehr intensiv.

An diesem Nachmittag trafen eine Trekkinggruppe auf Ihrem Rückweg und eine kleine Erkundungsmanschaft in der Lodge ein. Mit einigen Mädels aus der Trekkinggruppe unterhielten wir uns im oberen Aufenthaltsraum. Diese kamen von der großen Tour über das Mount Everest Basecamp und dem Gipfel des Kala Pattar. Die letzte Nacht im Zelt war so kalt, dass ihnen das Wasser in den Trinkbeuteln gefroren war. So wie sie berichteten, werden sie sicherlich noch lange an diese Trekkingtour denken. 👍

Mit der Hauptperson der Erkundungsmanschaft unterhielten wir uns später im Hauptraum. Es war ein Veranstalter für Touren zur Besteigung der Ama Dablam. Er war hier, um die Änderungen zu erkunden und die Planungen für die nächsten Touren anzupassen.

Vor dem Abendessen legten wir abermals eine Ortsrunde ein.

Beim Abendessen dreht sich fast alles um den nächsten Tag, unseren „Gipfel“-Tag. Wir bekamen auch an diesem Tag eine Wärmflasche mit auf die Zimmer. Einer aus der Gruppe meinte das wäre doch zu warm, wir antworteten fast alle ohne zu zögern mit NEIN. 😅 Die beiden Wassereimer bekamen wir auch wieder.

Karte


25.03.2019 – Ama Dablam Basecamp und Pass Sherkim Peak

Da war er, unser „Gipfeltag“. Wir folgten zuerst dem Weg wie am Vortag nach Dengboche, allerdings nicht sehr lange. Nach nicht einmal einem Kilometer bogen wir rechts ab, hinunter zum Fluss Imja Kola und dort über eine Brücke. Von hier an hieß es nun immer nach oben. Rückwärtsgewandt hatten wir einen guten Blick auf den Weg nach Dengboche und die dahinterliegenden Berge. 

So liefen wir über Wege, die nicht so ausgetreten waren wie bisher. Wir erreichten nach einiger Zeit einen Aussichtshügel, an dem wir eine Rast einlegten. Von hier bot sich uns ein tolles Bild auf die Ama Dablam.

Nicht lange nach diesem Rastpunkt gelangten wir in ein Sandfeld, das einem Dünengebiet an einer Küste nicht unähnlich war. Geologisch ist es erklärbar, vor Ort dann aber doch erstaunlich.

Hinter dem Sandgebiet erreichten wir einen kleinen, schmalen Bach, dem wir bis zum Ama Dablam Base Camp folgten – auf Karten gerne mit ABC abgekürzt. Die fast komplett ebene Fläche, auf der sich im Sommer das Basecamp befindet, war leer. Im März finden keine Touren auf die Ama Dablam statt und so waren wir hier völlig alleine auf 4600 Meter.

Wir überquerten die Ebene und steuerten aus unserer Perspektive einen Kamm an der rechten Seite an. Am Rande der Ebene wurde es anstrengend, da wir nun den Hang hoch auf den Kamm durch ein Schneefeld mussten. Es waren nicht sehr viele Höhenmeter, aber die Stöcke waren nur bedingt nutzbar durch den Schnee. Oben angekommen folgten wir dem schneefreien Kamm bis zum Shrekim Peak. Der Sherkim Peak ist eher ein Pass, den ein Gipfel auf dem Weg vom Ama Dablam Base Camp zum nächsten Camp. Für uns war es der höchste Punkt der Reise – 5000 Meter. 😀

Hier auf 5000 Meter machten wir Rast für unsere Mittagspause. Dazu hatten unsere Guides Tee und Lunchpakete dabei. 

Das Panoramabild am Anfang dieses Reiseberichtes ist oberhalb des Ama Dablam Base Camp und etwas unterhalb der 5000 Metern aufgenommen worden. Umgeben von niedrigen Wacholdersträuchern, die einen intensiven Duft von sich gaben.

Der Weg zurück, war der Kamm, den wir hoch gelaufen waren. Den Nebel, den wir aufziehen sahen, erreichte uns ungefähr auf Höhe des Basecamps. Ungefähr, da wir auf dem Rückweg einen Bogen liefen und damit am Basecamp vorbei, einen anderen Weg durch das Sandgebiet.

Mit dem Nebel wurde es merklich kühler.

Wie man auf der Karte sehen kann, war der Bogen nur um das Basecamp, durch die Dünen. Ab dem Aussichtspunkt liefen wir denselben Weg zurück, auf dem wir am Vormittag hoch liefen.

Rund 1000 Höhenmeter Unterschied waren hinter uns, als wir wieder an der Lodge ankamen. Tatsächlich waren es natürlich etwas mehr, durch die vielen kleinen Senken, durch die wir liefen.

Erschöpft und zufrieden genossen wir unseren Tee und den Kuchen, der auf uns wartete.

Noch vor dem Abendessen wurde es trüb draußen und es fing an zu schneien. Während des Abendessens hatten wir bereits einen Blick auf eine leicht schneebedeckte Landschaft um uns herum.

Wir bekamen auch an diesem Abend wieder eine Wärmflasche und jede von uns einen Eimer voll heißem Wasser auf das Zimmer. 

Wie wird es morgen früh wohl aussehen?

Karte


26.03.2019 – Pangboche -> Kloster Tengpoche -> Tashinga 

Es hatte über Nacht weiter geschneit und wir merkten schon beim Aufstehen, dass es zum vorherigen Morgen etwas wärmer war. Klopf, Klopf. Ah ja, da kamen auch wieder unsere zwei Eimer mit heißem Wasser.

Heute war unser erster Tag, der Rückreise nach Lukla, weshalb wir nach dem Frühstück unsere Taschen packten und im Vorraum der Lodge sammelten. Wir warteten im Inneren der Lodge und einige Außen, bis sich alle eingefunden hatten. Unser Marsch begann in einer weißen Winterlandschaft. Es war ein trockener Schnee und es ließ sich sehr gut darauf laufen.

So ganz anders kam uns die Landschaft an diesem Morgen auf dem Weg vor.

Einige hundert Meter vor dem Kloster Tengboche machten wir eine kurze Rast, um hauptsächlich zu trinken. Dazu hatten wir alle Tee dabei. Wickie gefiel es sichtlich in der weißen Landschaft.

Das Schild bei Tengboche, das den Weg nach Namche Bazar zeigt, war noch halb verschneit. Je weiter wir nach Tashinga liefen, desto weniger wurde der Schnee.

Schon einige Zeit vor Erreichen der Lodge in Tashinga war kaum noch Schnee um uns herum. Nur die Spitzen der Berge behielten ihre weißen Kappen, die sie schon seit unserer Ankunft im Himalaya hatten. 

Auf den Tee und das Gebäck freuten wir uns heute Nachmittag ebenso wie auf den wärmenden Ofen in der Lodge. Unser Gepäck war heute früher als wir angekommen und die beiden Lastentiere ruhten auf einer Fläche neben der Lodge.

Schumi hatte schon bemerkt, dass einige von uns die Momos gerne essen und vor ein paar Tagen etwas vorgeschlagen: Wie wäre es, wenn wir selbst unsere Momos für ein Abendessen zubereiten? Das Angebot wurde freudig aufgenommen und so trafen sich alle vor dem Abendessen im oberen Küchenbereich. Der eigentliche Kochbereich in dieser Lodge ist ein paar Stufen niedriger und hinter dem oberen Küchenteil. Dort wurde zuvor die Gemüsefüllung vorbereitet.

Ein Angestellter rollte den Teig zu kleinen Teigfladen vor dem Fenster. Dazu bewegte er mit der rechten Hand den Metallstab in einer konstanten Bewegung nach vorne und zurück. Mit der linken Hand legte er die Teigkugeln dann so vor den Metallstab und drehte diese, dass Ruck Zuck aus einer Teigkugel ein Teigfladen wurde.

Diese Teigfladen nahmen wir in die Hand, gaben einen Teelöffel vom Gemüsebrei in die Mitte darauf. Nun folgte der schwierigere Part. Das Kunstvolle zusammenfalten des Teigfladens. Schumi zeigte uns dies in langsamen Schritten. Die Momos legten wir dann in einen Korb für das spätere Dämpfen.

Unsere Momos waren zwar nicht alle so perfekt von ihrer Form, aber es war unsere selbstgemachte Vorspeise. 😀

Es war ein sehr geselliges Abendessen und was die Mannschaft der Lodge zubereitete war reichlich und sehr lecker.

Diese Lodge hat zwar keinen direkten Stromanschluss, verfügt aber über einen Generator, der Abends für zwei Stunden lief. So waren unsere Betten in den Zimmern wieder schön vorgewärmt als wir uns in die Zimmer zurückzogen.

Karte


27.03.2019 – Tashinga -> Namche Bazar -> Monjo

Erneut hatte es über Nacht geschneit und so war wieder alles um uns herum weiß. 😊

Es hieß auch wieder die Taschen packen, da es weiter zur nächsten Lodge gehen sollte.

Von der Lodge aus liefen wir in einem Bogen über einen schmalen Pfad durch den Schnee, bis wir den Hauptweg nach Namche Bazar erreichten. Wie am Vortag war der Weg anfangs wieder deutlich mit Schnee bedeckt. In Namche Bazar war jedoch kaum noch was vom Schnee zu sehen und hinter Namche Bazar nur noch an den feuchten Wegen zu erkennen.

In Namche Bazar kehrten wir zur Mittagszeit wieder im Hotel Namche zum Essen ein.

Der Weg ab Namche Bazar war wieder etwas steiler, bergab jedoch nicht so anstrengend. 😁 Wie bereits erwähnt, anfangs noch etwas feucht und mit kleineren Pfützen gesät. 

Etwas über 4 Kilometer waren wir gelaufen, als wir Jorsale erreichten. Von Namche Bazar kommend liegt die Nirvana Lodge am Anfang von Jorsale auf der rechten Seite. Eigentlich waren wir vom Mittagessen noch satt, zu einem gemeinsamen Teller Kaiserschmarren konnten alle dennoch überredet werden. So sind wir zur Nirvana Lodge abgebogen und haben dort die Frau von Kazi begrüßt. Wir setzten uns an einen großen Tisch vor dem Eingang und erhielten zuerst zwei Kannen Ingwertee und nicht lange danach zwei Teller mit Kaiserschmarren, die in die Tischmitte kamen. Jeder bekam eine Gabel und so hatten wir einen leckeren Nachtisch bekommen. 😃

Anschließend gab es noch eine Führung auf dem Gelände. Die beiden bauen auf ihrem Land viel Gemüse und Obst an. Im hinteren Ecke war dann ein Gehege für zwei Tiere, die neugierig auf uns zukamen.

Nach dieser sehr angenehmen Pause wollten wir zahlen. Kazis Frau hatte mittlerweile mitbekommen, dass Miri und ich Kazi kennen. Er selbst war ja gerade auf einem Trekking und nicht vor Ort. Als Freunde von Kazi wollte sie von uns nichts für den Kaiserschmarren und den Tee in Rechnung stellen. Wir alle steckten dafür einen Schein Nepalesischer Rupien in die Tip-Box.

Monjo, unser Tagesziel ist der nächste Ort hinter Jorsale und war bald erreicht. Wir wurden wieder begrüßt und zum Tee und Kaffee geladen.

Wir verbrachten den Nachmittag mit einer kleinen Erkundungstour im Ort, bis es später zum Abendessen ging.

Karte


28.03.2019 – Monjo -> Lukla

Unser letzter Trekkingtag brach an. Man merkte es bereits ein bisschen am Abend und am heutigen Tag an der Stimmung. So anstrengend wie die Tage waren, so waren sie doch mit vielen tollen Phasen gefüllt gewesen.

Die Tour an diesem Tag war wie fast alle Tage wieder mit Sonnenschein, der uns begleitete. Auf dem Weg nach Lukla machten wir Mittags wieder in dem Restaurant halt, in dem wir auch zu Beginn des Trekkings stoppten.

Auf dem weiteren Weg machten wir in einem Ort einen kleinen Umweg und liefen damit an einer Schule vorbei. Es war gerade Pause und einige der Schülerinnen kamen zu uns an den Zaun. Fragt sich, wer nun neugieriger war. 🙃

In Lukla bezogen wir unsere Zimmer wieder in derselben Lodge, gegenüber dem Flughafen. Den Tee und Kaffee gab es zur Begrüßung im Garten der Lodge.

Auch hier waren Miri und ich wieder Nachmittags im Ort unterwegs. Einige andere aus unserer Gruppe ebenfalls und so liefen wir uns gelegentlich über den Weg.

Das Beachtliche an dem Turm mit dem Gerüst ist, dass wir dort zu Beginn des Trekkings in Lukla durchliefen und auf dem Turm damals Konturzeichnungen aufgemalt wurden. Nun, am Ende des Trekkings war der obere Teil bereits kunstvoll bemalt. 

Den Flughafen beobachteten wir eine Zeit lang von oberhalb und sahen so auch Flugzeuge landen und starten. 

Vor dem Abendessen trafen wir uns alle, ohne Schumi und Passang um Umschläge für die Trinkgelder vorzubereiten. Wir waren uns mit der Geldmenge nicht sicher, klar war uns jedoch die Hierarchie und damit die Verteilung des Geldes.

An diesem Tag war unser letztes Abendessen im Solo Khumbu. Dazu wurde wieder reichlich aufgetischt. Zum Nachtisch gab es noch einen frisch zubereiteten Kuchen. Ist schon irre, was die hier alles nur in Töpfen zubereiten. 

Vor dem Nachtisch baten wir, dass der Träger noch zu uns in die Stube kommt. Nun wurden die Umschläge mit dem Trinkgeld verteilt und natürlich mit entsprechenden Kommentaren für die gute Unterstützung begleitet.

An diesem Abend hieß es noch das Gepäck für den morgigen Rückflug vorbereiten, um es am nächsten Tag entspannter angehen zu können.

Eine ruhige und erholsame Nacht erwartete uns.

Karte


29.03.2019 – Rückflug nach Kathmandu

Früh, sehr früh morgens sind wir aus den Betten und zum Frühstück.

Zum Abschied vom Solo Khumbu und vom Trekking bekamen wir weiße Khatas, wie es üblich ist. Danach verabschiedeten wir uns von Passang, der zurück nach Mende, nach Hause lief. Er wird die Strecke innerhalb eines Tages laufen, wo wir mehrere Tage unterwegs waren. Eine Höhenanpassung ist bei ihm nicht nötig.

Wir nahmen mit Schumi den kurzen Weg zum Tenzing-Hillary-Airport. Das Einchecken war easy und so hieß es im Warteraum auf den Flieger warten. Witzig hier ist, dass es zwei Türen gibt, mit der Beschriftung Gate 1 und Gate 2. Die Türen liegen nicht mal zwei Meter auseinander und führen auf denselben schmalen Weg vor das Gebäude.

Da kam auch schon unsere Maschine. Bei laufendem Motor wurde diese entladen und beladen. Zuerst sind die Fluggäste nach Lukla ausgestiegen und wir wurden ein paar Minuten später zum Flugzeug gelotst. 

Der Rückflug an sich war ruhig und bot eine tolle Sicht auf den Himalaya. Uns wurde gesagt, das an diesem Tag die letzten Direktflüge von und nach Kathmandu sein sollen. In Zukunft soll ein Flug immer über einen dritten Flugplatz gehen.

In Kathmandu angekommen, wartete unser Fahrer bereits. Die Fahrt in das Hotel verlief schnell, noch war in Kathmandu nicht viel los. 

Wir kamen zur Frühstückszeit im Hotel an. D. h. wir konnten noch nicht auf die Zimmer. Unser Gepäck wurde daher im Eingangsbereich gestapelt und mit einem Netz versehen. Wir bekamen hier unser in Kathmandu gelassenes Gepäck und Miri und ich sind damit nach hinten zum Pool. Dort in den Umkleiden hatten wir uns umgezogen, um Kathmandu mit frischer Kleidung zu erkunden.

Hier endete unser Trekking und es folgten zweieinhalb Tage Kathmandu.


Akklimatisation

Für die Höhenanpassung ist es wichtig, viel zu trinken. Daher habe ich mir, wenn wir zu einer Lodge kamen, nachmittags eine Thermoskanne (1L), in der ich etwas Ingwer hatte, mit heißem Wasser füllen lassen. Die Thermoskanne ließ ich zum Abkühlen offen im Zimmer stehen. Abends füllte ich das Ingwerwasser in den Trinkbeutel und ließ die Thermoskanne nochmals mit heißem Wasser füllen. Das warme Ingwerwasser wurde dann am morgen ebenfalls in den Trinkbeutel gefüllt.

Während der Mittagspausen bestellten Miri und ich uns eine große Kanne Ingwer-Honig-Tee. Dazu kamen noch der Kaffee am Morgen und Nachmittag sowie das, was wir zum Abendessen tranken.

Somit kam ich im Durchschnitt auf rund 3 Liter Flüssigkeit pro Tag, was ausreichte.

Probleme in Bezug auf eine Höhenkrankheit hatte ich nicht.
Das lag vermutlich auch an der Tour. Entweder war die Höhendifferenz zwischen den Übernachtungen nicht zu groß oder es war danach mindestens ein Anpassungstag auf dieser Lodge.

Belgien – Gent, Brügge und die Küste – April 2022

Seit Anfang des Jahres nicht mehr weg gewesen, so geht das aber nicht weiter in diesem Jahr! Ostern bot sich mit den Feiertagen geradezu an, für ein paar Tage zu verreisen. An eine Küste, Seeluft schnuppern war die Vorstellung von uns – einer Freundin und mir. Nach Norddeutschland an die Nord- oder Ostsee wäre eine Option. Nun waren wir beide im letzten Jahr schon in Schleswig Holstein an der Nordsee und ich sogar auch schon an der Ostsee bei Lübeck. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass von Frankfurt aus eine andere Nordseeküste näher liegt.

Wieso also nicht nach Belgien? Wir waren uns schnell einig, dass das unser Ziel sein sollte. Wenn man schon in Belgien an der Küste ist, liegt Brügge für einen Tagesausflug nicht fern. Ein Ex-Kollege von mir, welcher aus Gent kam, pries mir Gent also schöne Alternative zu Brügge an. Gent liegt von uns aus näher und wir könnten somit die Anreise verkürzen. Da wir uns für keine der beiden Städte entscheiden konnten, planten wir beide in die Reise ein.

Diese Reise fällt von den letzten heraus, da es keine große geplante Wanderung gab und wir uns einfach treiben lassen wollten. Eine kurze Flucht vor dem Alltag, die am Mittwoch vor Ostern starten sollte. OK, ein wenig geplant haben wir schon. Die meisten Übernachtungen waren Zeltübernachtungen und die Planung bezog sich auf das Frühstück und Abendessen. Fast alles hierzu kauften wir vorab ein, um vor Ort nicht noch groß Zeit mit Einkaufen verbringen zu müssen.

Der Mittwoch kam näher, immer näher. 😀


13. April – Gent

Es sollte ein relaxter Urlaub werden. Daher war die Abreise erst für 8:00 Uhr angesetzt. Nachdem Svarta gepackt war, fuhren wir entspannt und ohne Hektik los. Vor Köln war eine Pause angedacht und ein Schild auf der Autobahn kündigte uns die nächste Raststätte an. Ja, die nehmen wir. Nun, hätten wir, wenn wir die Ausfahrt vor lauter LKW’s gesehen hätten. Die nächste halt. Wir näherten uns Köln und kamen jedoch in einen stockenden Verkehr, der uns um Köln begleitete. Die erste Raststätte auf der Autobahn nach Aachen war dann unsere.

Groß gefrühstückt hatten wir beide vor der Abfahrt nicht und diese Pause war somit unsere Frühstückspause. Melli hatte dazu ein paar Brote geschmiert. Einen Kaffee dazu kauften wir in der Raststätte. Das Frühstück draußen in der Sonne war angenehm.

Weiter auf der Autobahn nach Belgien. An den Schildern im Navi konnten wir schon die Grenze erahnen. Da kamen auch schon die ersten realen Schilder und wir waren in den Niederlanden! Die Navi-Route führte uns über einen Schlenker durch die Niederlande und dann nach Belgien. Um Brüssel wurde es wieder ein stockender Verkehr. Danach, bis Gent, war die Fahrt entspannt.

In Gent wäre unser Weg zum Hotel nicht so kompliziert, wenn die Baustelle, auf die wir trafen, nicht gewesen wäre. Die Straße, in der das Hotel liegt, war zum großen eine Baustelle bis kurz vor dem Hotel und für den Verkehr nicht nutzbar. Somit mussten wir uns dann für die letzten Straßen bis zum Hotel einen Weg nach Gefühl suchen. Wir parkten kurz in einer Seitenstraße und liefen zum Hotel, um uns zu anzumelden. Den kostenpflichtigen Parkplatz in der Tiefgarage nutzten wir, um so unser Gepäck nicht durch Gent tragen zu müssen. Im Vergleich zum nächstgelegenen Parkhaus waren es auch nur 2 € Unterschied. Dass wir direkt einchecken konnten, lag auch an dem stockenden Verkehr bei Köln und Brüssel. So wurde die leicht längere Anreise dann sogar zu unserem Vorteil. Das Zimmer war klein, für uns aber ausreichend und für den Preis am Rand der Altstadt ok. Ach ja, es war das IBIS Gent Centrum Opera.

Wir brachten also unser Gepäck aufs Zimmer, machten uns kurz frisch und los ging es in die Altstadt, die kurz hinter dem Hotel beginnt. Hier sind wir erst geradeaus und dann bei der ersten Brücke über die Leie, den Fluss der durch Gent geht und sich in viele Kanäle teilt. Auf der anderen Flussseite folgten wir dem Weg bis zur nächsten Brücke und zurück in die Altstadt. Dort gelangten wir zum Korenmarkt, einem der zentralen Plätze, an dem sich die alte Kirche Sint Niklaskerk anschließt. An der Kirche vorbei, über den Platz und am Ende des Platzes sind wir die erste Gasse nach links, hatte Melli doch etwas gesehen.

Es war der frühe Nachmittag und wir beide hatten Hunger. Was Melli gesehen hatte, war Frituur frans Hooiaard. Das, was bei uns die Bratwurst am Stand ist, sind in Belgien die Frieten, meist mit Sauce. Genau das war dann auch, was wir bestellten. Wobei das mit der Sauce gar nicht so einfach war, es gab reichlich verschiedene und die sagten uns bis auf zwei alle nichts. Wir waren erst einmal glücklich, hatten wir doch was typisch belgisches zum Essen und dann sogar noch einen der wenigen Sitzplätze ergattern können.

Gestärkt waren wir nun für weitere Erkundungen von Gent. Wir folgten erst der Gasse, in der wir waren zum Fluss, überquerten diesen und zwei Brücken später sind wir wieder zurück. Dabei kamen wir an einer Wasserburg vorbei, die wir auf unserer Schleife danach erneut, nur von der anderen Seite aus wieder erreichten. Von hier sind wir über ein paar Seitengassen dann wieder zur Leie gelangt und über eine Brücke auf die andere Seite. Kurz danach erreichten wir den Vrijdagmarkt. Ein riesiger Platz, auf dem auch ein Wochenmarkt an manchen Tag stattfindet. An diesem Mittwoch jedoch nicht.

Von dort sind wir quer durch die Innenstadt bis zur Kathedrale St. Bavo. Hier noch ein wenig hin und her und dann in einer Seitengasse hinter der Kathedrale und dem anschließend Platz abgebogen. Dort befindet sich das Café Koffeine. Ein Café mit sehr vielen verschiedenen Kaffeesorten und wie wir erkennen konnten ein beliebter Ort für einige zum Arbeiten und/oder Lernen. Wir machten hier eine Pause und tranken etwas. Dabei überlegten wir, wo wir als Nächstes hingehen könnten. Auf der Karte entdeckte ich einen Park mit angrenzenden Ruinen. Dort sind wir dann auch hingelaufen. Es ist der Coyendanspark. Die Ruine ist der Rest einer alten Kirche und die Bäume/Sträucher des anschließenden Parks sind so gepflanzt, dass die Mauern der ehemaligen Kirche abgebildet sind. Dies kann man auf einer Landkarte sehr gut erkennen – vor Ort nicht so direkt. Auf alle Fälle war es hier außerhalb der Altstadt deutlich ruhiger und bot einen angenehmen Kontrast.

So langsam sind wir nun wieder in die Altstadt und über eine Schleife auf der anderen Seite des Platzes zur Kathetedrale St. Bavo gelangt. Ziel war jedoch nicht der Platz, sondern das Hawaiian Poke Bowl. Wir hatten nämlich Hunger.

Pappsatt sind wir ziemlich direkt zurück zum Hotel.

Ungefähr eine Stunde später, die Dunkelheit brach gerade an, machten wir uns auf den Weg durch die Innenstadt zum Het Waterhuis aan de Bierkant. Wir waren in Belgien und da gehört ein Bierchen doch zur Pflicht. OK, es waren dann jeweils drei für jede von uns. Beim Preis sollte man eher die Augen zu machen – sechs Bierchen waren rund 33 €! Aber was für Bierchen! Wir hatten auf der Bierkarte die Auswahl aus 180 Bieren und wie uns auf Nachfrage gesagt wurde, gibt es dazu 150 verschiedene Biergläser. D. h. Fast jedes Bier hat sein eigenes geformtes, bedrucktes Glas!

Nach diesem Erlebnisreichen Tag sind wir in das Hotel zurück und in die Betten gefallen.

Worauf man bei einem Gang durch Gent achten muss, sind die Radfahrer. Fiets, das entsprechende Wort in Flandern dazu. Sehr, sehr viele gibt es hier davon und sogar viele Singelspeed Räder. Das sind mit die puristischsten, mit nur einem Gang und alles was nicht nötig ist, wird weggelassen. So wie ich eines habe. 😀


14. April – Gent und Küste

Nachdem es spät ins Bett gegangen war, sind wir nicht allzu früh aus selbigen wieder aufgestanden. Melli hatte gut geschlafen, ich nur mäßig, da das Bett mir zu kurz und zu weich war.

Für das Frühstück hatten wir uns bewusst gegen das Buffet im Hotel entschieden. Ein paar Häuser weiter liegt das Luv l’Oeuf. Dieses ist u. a. für sein Frühstück gut bewertet und so sind wir dorthin gelaufen. Vor Ort stellte sich aber heraus, dass das dort angebotene Frühstück nicht dem entsprach, was wir erwarteten. Es gibt eine kleine, feine Auswahl, aber eben nicht zu unserer Vorstellung passend.

Somit verliesen wir das Luv l’Oeuf und liefen in die Altstadt um dort ein Café zu suchen. Kaum hinter der ersten Brücke zur Altstadt sah Melli in der ersten Seitenstraße ein „Café“, das ich nicht direkt als solches erkannt hatte. Hier gibt es ein All-You-Can-Eat-Frühstück und damit eigentlich keine Auswahl. Wir sind das Experiment eingegangen und fanden uns in dem einzigen Innenraum des Olé Pistolet wieder. Ein paar Tische unterschiedlichster Art mit genauso verschiedenen Stühlen prägten das minimalistische Bild des Raumes. Der Betreiber begrüßte uns und meinte, er käme gleich, da er noch zwei Frühstücke zubereiten müsse. Einen Kaffee bekamen wir jedoch schon kurz danach.
Als er dann Zeit hatte, ein paar Minuten später, kam er nicht nur mit der kurzen Speise- und Getränkekarte, sondern erklärte zusätzlich noch alles. Wir entschieden uns für das Frühstück ohne zusätzliche Eier o. ä. Was wir dann bekamen, war ein Tablett mit vielen verschiedenem süßen und herzhaften und ein Körbchen mit Brot, Brötchen und Croissants. Das war genau das, was wir für diesen Tag von einem Frühstück erwartet hatten. 😀 Während wir frühstückten erkundigte er sich zwischendurch, ob alles passt oder wir noch etwas benötigen. Die Menge war für uns so schon ausreichend.

Gesättigt hatten wir noch kurz überlegt, ob wir zum Belfort oder der Kirche laufen und dort auf den Turm, um über Gent zu schauen. Wir entschieden uns jedoch dagegen und sind in das Hotel zurück. Nachdem alles gepackt und ausgecheckt war, traten wir die weitere Reise an die Küste an, die von Gent nicht so weit entfernt ist.

Ausgesucht hatten wir uns vorab den Campingplatz Esmeralda in Wenduine. Wobei dieser und zwei weitere Anlagen nicht an Wenduine, sondern an Blankenberge angrenzen. Wir kamen in der Mittagspause an und konnten somit erst einmal nicht einchecken. Daher nutzen wir die Zeit und hatten uns die Sanitäranlagen angesehen. Sah einfach aus und uns viel direkt auf, dass die Toiletten kein Papier hatten. Hm, das kennen wir so nicht. Wir überlegten und fuhren daher zu einem Campingplatz in Blankenberge, den wir als Alternative herausgepickt hatten. Auch hier war kein Toilettenpapier vorhanden und die Sanitäranlage machte ansonsten einen ähnlich sauberen Eindruck. Da dieser Campingplatz jedoch weiter weg liegt vom Strand sind wir zurück und kauften unterwegs – na was? Richtig, Toilettenpapier. Einen dritten Campingplatz hatten wir auch noch aufgesucht und ebenfalls hier dasselbe Bild der Sanitäranlage erhalten. Somit gab es für uns keinen Unterschied in Bezug auf die Sanitäranlagen und wir sind zurück zu unserem eigentlich gewählten Campingplatz Esmeralda.

Die Anmeldung war nun auch direkt möglich. Wir wählten die zusätzliche und kostenpflichtige Karte für die Schranke, um mit Svarta auf den Campingplatz fahren zu dürfen. Die freundliche Dame an der Rezeption erklärte uns nach der Anmeldung vor dem Gebäude noch wo wir was finden und zeigte uns auch den Weg zur Zeltwiese.

Wir hatten sogar Glück und konnten direkt an der Zeltwiese parken. Das hatten wir gehofft, da einige Lebensmittel im Auto bleiben sollten. Das Aufbauen der Zelte, auf der leeren Zeltwiese, war schnell erledigt.

Nicht ohne Grund hatten wir die Nähe zum Meer gesucht und schon beim Aufbau der Zelte spürten wir die salzige Seeluft. Nachdem die Zelte gestanden hatten, sind wir die 500 Meter bis zur Brücke gelaufen. Diese Brücke über die Landstraße und der daneben liegenden Straßenbahnlinie fällt architektonisch heraus. Die seitlichen Holzbalken sind auf den ersten Blick wirr miteinander verbunden. Wichtig für uns, ist, dass wir somit sicher in die Dünen kommen konnten und mit dem weiterführenden Holzweg über diese hinweg. Am Ende des Holzweges, noch in den Dünen, wechselte ich die Schuhe. Melli hatte die Barfußschuhe bereits am Campingplatz angezogen, ich nun oben in den Dünen. Vor uns lag der Strand und ungefähr 6 Meter durch weichen Sand die Düne herab hatten wir diesen erreicht. Meer, Salzluft! 😀

Wir sind im unteren, von Ebbe und Flut gekennzeichneten Bereich nach links, nach Wenduine gelaufen. Dieser untere Bereich ist zum laufen angenehmer, da hier der Sand fest ist. Durch die Priele mussten wir aufpassen, das wir nicht plötzlich am Ende auf einer Sandbank, umgeben vom Meer landen. Dadurch, das der Strand hier fast gerade verläuft, ließ sich das gut im Voraus erkennen, wenn wir wieder etwas mehr zu den Dünen gehen sollten.

Die ersten Gebäude von Wenduine waren nach etwas über einem Kilometer Strandspaziergang erreicht. Wobei das wirklich erste Gebäude war eine Surferschule mit zugehörigem Café/Restaurant im entsprechend lockeren Stil. Das Surfing Elephant wurde dann auch direkt von uns angesteuert. So am Nachmittag geht schon ein Kaffee, ein Kakao mit Waffel. Bei dem angenehmen Sonnenschein natürlich im Freien. Ja, so passt das mit Meer, Sonne und was zum Genießen. 😀

Von hier sind wir zum nebenan verlaufenden Wellenbrecher und auf diesem bis zum Ende gelaufen und somit vom Meer umgeben gewesen. Wir sind dann noch weiter, bis zum anderen Ende von Wnduine, bevor es zurück ging.

Nun traten wir den Weg über die Promenade bis zur Surferschule zurück an. Von dort kamen wir auf den ausgewiesenen Weg auf der Dünenseite zum Landesinneren, welcher auf halber Höhe bis zur Brücke verläuft. Eigentlich ganz nett, da es hier nicht so windig war. Eigentlich, da wir immer wieder durch Schwärme von kleinen Mücken kamen. 😒 Über die Brücke und ein paar Minuten später waren wir wieder bei unseren Zelten.

Das Laufen in den Barfußschuhen am Strand ist sehr angenehm. Luftig und leicht und dennoch kommt man gut voran. Auf dem harten Boden des Rückweges waren sie ok, aber nicht mehr ganz so lässig. So zumindest mein erster Eindruck.

An diesem Abend stand unser erstes Campingabendessen bevor. Griechische Reisnudeln mit Paprika und Tomaten. One Pot, einfach zuzubereiten und an der frischen Luft lecker. Dazu hatten wir eine Decke zwischen den Zelten ausgebreitet und uns dick eingepackt. Mit der untergehenden Sonne wurde es kühler und ein leichter Wind blies auf dem Campingplatz.

Zufrieden sind wir Abends in die Zelte und Schlafsäcke.

Tour: ~7 Kilometer


15. April – Brügge und Küste

Guten Morgen. Unser übliches Campingfrühstück, Porridge mit Apfel und Banane war schnell gemacht. Ein wenig frisch war es an diesem Morgen und die Wiese sowie die Zelte von Außen leicht feucht. Das hielt uns jedoch nicht ab, im Freien zu frühstücken.

Wir packten alles für den Tagesausflug nach Brügge. Der Parkplatz am Rand der Altstadt von Brügge liegt gerade einmal 30 Minuten vom Campingplatz entfernt. Entsprechend schnell waren wir dort. Die Sonne begrüßte uns an diesem Vormittag in Brügge. Da der Begijnhof nicht weit vom Parkplatz entfernt liegt, war dies unsere erste Anlaufstelle. Der Begijnhof ist einer von 26 Höfen der Beginen in Flandern – den Angehörigen eines Laienordens und dieser Begijnhof existiert seit 1230. Ein friedliches Ensemble, mitten in der Stadt.

Vom Begijnhof folgten wir einer Straße und stießen am Ende auf eine der Flaniermeilen zur Altstadt. Auf dieser und auch zuvor schon sind wir an einigen Chocolate Geschäften vorbeigekommen. Hier stoppten wir an einem und wagten den Schritt hinein. Uns erwartete ein großes Angebot und am Ende des Verkaufsraumes konnten wir sogar der Herstellung zusehen. Wir entschieden uns für eine Kleinigkeit zur Probe, die wir direkt davor vernaschten.

Die Altstadt war mit dem Überqueren des Kanals erreicht. Hier liefen wir wieder frei Nase über verschiedene Gassen bis zum zentralen Marktplatz und erreichten so auch den Belfort.

Hier überlegten wir auf den Belfort hochzugehen. An der Kasse war eine Schlange und daher schauten wir zuerst Online nach. Siehe da, die Tickets kann man auch Online kaufen. Leider muss dazu zuerst ein Zeitraum ausgewählt werden. Der nächste mögliche Zeitraum war jedoch erst Nachmittags und da wir uns durch die Stadt fliesen lassen wollten, passte ein fixer Termin nicht so wirklich. Auch mit dem Hintergrund, dass bis hierher schon mehr Menschen in der Stadt unterwegs waren, als dass wir es entspannt nennen konnten. Einen Blick konnten wir noch auf den Kassenautomaten werfen, bevor es weiterging. Die Anzeige dort war identisch mit der auf der Webseite.

Vom Marktplatz liefen wir eine Straße entlang um kurz danach auf den großen Platz an der sich die Stadthalle und eine Basilika befinden zu gelangen. Hier gerade weiter und über einen Rechtsschlenker führte uns eine Gasse über einen Kanal. Diesem sind wir gefolgt und waren bald darauf wieder an der Stadthalle. Dieses Mal nur von der anderen Seite.

Ein Zickzack am Kanal entlang und einer Straße nach rechts folgend waren wir wieder am Marktplatz.

Wir gingen jetzt die Steenstraat, eine Haupteinkaufsstraße vom Markt weg. So langsam war uns nach etwas zu Essen. Auf dieser Straße und einem kleineren Platz an der Straße gab es jedoch nichts Kleines und so sind wir über Seitenstraßen zur Sint-Amandsstraat gekommen. Eine schön gepflasterte Straße mit Restaurants, die uns zum Marktplatz geführt hätte. Hätte, den gleich im zweiten Gebäude war die Potato Bar. Richtig, hier gibt es Frieten mit einer sehr großen Auswahl an Saucen und Toppings. Wir bestellten zwei mittlere Frieten und zwei unterschiedliche Saucen, die wir gemeinsam verwendeten.

Nach dem Snack liefen wir mehr oder weniger direkt zurück zum Parkplatz. Obwohl wir gefühlt weniger Fahrräder (Fiets) gesehen hatten, gibt es dennoch in der Innenstadt ein eigenes Fahrradparkhaus!

Somit waren wir am frühen Nachmittag wieder am Campingplatz und ich bereitete mir einen Kaffee zu. Gut das wir erst Gent und dann Brügge besucht haben. In umgekehrter Reihenfolge hätten wir Gent bestimmt ausgelassen. Es war uns dann doch etwas zu viel in Brügge los, als dass wir noch gerne länger dort geblieben wären.

Wir hatten nun reichlich Zeit bis zum Abendessen und nutzten dies für einen weiteren Spaziergang am Strand. Dieses Mal direkt vom Campingplatz aus mit den Barfußschuhen. Der Weg zum Strand war uns bekannt und im Gegensatz zum Vortag sind wir am Strand nach rechts gelaufen. Ganz gemütlich. Im nahen Blankenberge wird der Strand von einem großen Kanal unterbrochen. Zum Glück fährt hier ein Boot mit Außenbordmotor als Fähre. Für einen Euro pro Person auch nicht wirklich teuer und unser Rüberkommen auf die andere Seite des Kanals.

Auf dem Holzweg am Rand des Kanals sind wir bis zum Ende gelaufen. Dort ist der Steg stark verbreitert und es befindet sich sogar ein Restaurant dort. Abgesehen davon hat man hier einen guten Blick auf die Gebäudefront, die Blankenberge zum Strand hin abgrenzt. Zurück am Strand trafen wir auf ein paar Schaukeln und einem Spielplatz. Da die Schaukeln frei waren haben wir es uns nicht nehmen lassen diese zu nutzen. 😀

Wir sind am Strand weiter und nach einer Strandbar vom Strand weg in die Stadt abgebogen. Durch die Häuserfront hindurch kamen wir an einem Park vorbei und stießen direkt auf die Hauptstraße. Diese überquerten wir, um zum Azur zu kommen. Nein, keine Frieten und auch keine Waffeln gibt es hier. Es ist ein Fischgeschäft, in dem wir ein Fischfilet und ein paar Gambas kauften.

Mit unserer Beute sind wir dann an der Hauptstraße bzw. oberhalb des Jachhafens entlang gelaufen, um wieder zum Strand zu kommen. Der weitere Weg bis zum Campingplatz war am Strand entlang, über die Brücke und zum Campingplatz.

Kurz nach unserer Ankunft haben wir dann mit den Vorbereitungen zu unserem Abendessen begonnen. Eine Fischsuppe mit Gambas und viel Gemüse.

Tour: Am Strand – ~7 Kilometer


16. April – Strand

An diesem morgen war ich relativ früh wach und beschloss daher mir einen Kaffee zu machen und mich damit in mein Zelt bzw. Schlafsack zurückzuziehen und die digitale Tageszeitung zu lesen. Melli schlief noch und ich wollte sie noch schlafen lassen.

Einige Zeit später hörte ich erste Töne aus dem Nachbarzelt und kurz darauf schaute Melli noch leicht verschlafen aus dem Zelt. Während sie sich zu den Sanitäranlagen aufmachte, bereitete ich langsam alles für das Frühstück vor den Zelten vor. Die Sonne kam und ich hatte Zeit unsere Campingplatzbesucher zu fotografieren. Enten und Krähen waren oft auf der Zeltwiese zu sehen. Ein Zeichen dafür, wie ruhig es noch war im April auf dem Campingplatz.

Es sollte eine Strandwanderung werden an diesem Tag und so sind wir nach dem Frühstück den uns bekannten Weg zum Strand gelaufen. Am Strand nahmen wir den Weg Richtung Frankreich. Frankreich war nun nicht wirklich unser Ziel, wir wollten einfach so lange laufen, wie wir Lust hatten.

Somit folgten wir dem Strand bis Wenduine und kamen am Surfing Elephant vorbei. Es war zu früh, um jetzt schon hier eine Pause zu machen und so sind wir weiter an Wenduine vorbei. Zwischen Wenduine und dem nächsten Ort De Haan waren am Morgen nur wenige unterwegs.

Noch vor De Haan suchten wir die Düne für eine Snackpause auf. Im weichen Sand mit Ausblick auf die Küste eine sehr angenehmer Pausenort.

In De Haan machten wir eine Trinkpause und sind dazu zur Catalaya Beach Bar gelaufen. Hier bestellten wir einen Kakao. Es war teils schon deutlicher Wind unterwegs gewesen. Vor der Bar jedoch saßen wir geschützt vor dem Wind in der Sonne. Diese Beach Bar ist im Gegensatz zum Surfing Elephant eine reine Beach Bar und hat nicht das lockere Surfer-Feeling, sondern eher etwas in Richtung gesehen werden.

Nach dem Kakao sind wir hoch zur Promenade, um zu schauen, was es hier in De Haan so gibt. Die Promenade ist wie in Blankenberge und Wenduine mit hohen Gebäuden vom restlichen Ort abgegrenzt. Für Urlauber mit Zimmer zum Meer bestimmt schön, ansonsten eher nicht. An einem Stand an der Promenade haben wir uns brav angestellt und je ein Eis gekauft. Melli schickte darauf ein Foto vom Eis einer Freundin. Zurück kam die Frage, ob wir in De Haan seien. Wie? Woher weiß sie das? Die Antwort kam mit der nächsten Textzeile. Das Gebäude im Hintergrund des Bildes hatte sie erkannt als das, in welchem sie für einige Zeit gewohnt hatte. So klein ist doch die Welt.

Am Ende der Promenade kamen wir wieder zum Strand. Ab hier war der Weg etwas mühsamer. Die Flut hatte ihren Höchststand und daher gab es nur einen kleinen Saum mit festem Sand. Somit mussten wir immer wieder in den weichen Sand ausweichen und das Laufen dort ist schon anstrengender.

Ungefähr in der Mitte zwischen De Haan und Bredene wurden wir von einem Bauarbeiter gestoppt. Er erklärte uns, dass im folgenden Abschnitt Bauarbeiten wegen Treibsand sind und wir daher auf die Dünen ausweichen sollen. Gesagt, getan. Wir folgten wie ein paar andere nun einem Weg an der Dünenkante zum Strand für einige Zeit, bis wir eine Pause einlegten. Nach der Pause nahmen wir einen in der Mitte der Dünen verlaufenden Weg und sind, nachdem wir an einigen Sonnenanbetern vorbeigekommen waren, zurück zum Strand. Es war zwar noch nicht das Ende der Baustelle, aber direkt am Rand zu den Dünen konnten wir bis zum Ende der Baustelle ohne Probleme laufen.

Kaum waren wir hinter der Baustelle, sind wir direkt zum Wasser herunter. War es doch viel angenehmer hier zu laufen. Bei Bredene trafen wir wieder auf eine Strandbar. Diese entpuppte sich jedoch als ziemlich voll und es war kein freier Tisch zu sehen.

Von hier führt ein Weg durch die Dünen und unter der Straßenbahn durch in die Innenstadt, welchen wir nahmen. Wir hofften in der Straße weiter in den Ort hinein ein Café zu finden. Die, die wir gesehen hatten, waren jedoch alle überfüllt.

Am letzten Café haben wir dann noch ein paar Menschen in Kostümen für den Osterumzug gesehen. In ihren farbenfrohen Kostümen auch nicht wirklich zu übersehen. Für uns hieß es nun aber wieder Richtung Strand zu laufen. An der Hauptstraße, welche parallel zum Meer verläuft, liefen wir einige Zeit, bis wir das Tearoom De Golf erreichten. Ein kurzes Studium der Karte zeigte uns, dass wir hier genau richtig sind. Also rein und einen Tisch am Fenster genommen. Wir bestellten uns je einen Latte Macchiato und eine Waffel als Abschluss der letzten Tour für diesen Kurztrip.

Auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle, die wir zuvor schon vom Strand zur Stadt passierten, kauften wir Feta für das Abendessen ein. Am Kartenautomaten waren wir etwas irritiert. Eine Karte für eine bestimmte Strecke gab es nicht. Wir konnten nur eine Pauschalkarte ziehen für 2,50 €. Da es keine Option gab, kauften wir diese Karten. In der Straßenbahn wird diese registriert und ist dann, wie wir erfahren haben, für eine bestimmte Zeit gültig. Für unsere Fahrt bis Wenduine war diese völlig ausreichend.

Unsere Fahrt auf der längsten Straßenbahnlinie der Welt war bei den ersten Haltestellen ziemlich ruppig, so stark wurde gebremst. Da hatten es wohl einige nicht so eilig, über die Gleise zu kommen. Bei einer Station ist der Straßenbahnführer sogar außen bis nach hinten gelaufen und wieder zurück. Anschließend gab es eine sehr energische Ansage, dass Rauchen, Essen und Trinken in der Straßenbahn verboten sind. Bei der deutlichen Ansage war zu vermuten, dass im zutreffenden Fall Fahrgäste auch heraus gebeten werden würden. Wie auch immer, ab dieser Ansage war die Fahrt bis Wenduine eine normale Straßenbahnfahrt gewesen.

Der Campingplatz liegt genau zwischen dem letzten Halt in Wenduine und dem ersten in Blankenberge. Wir nahmen die letzte Station in Wenduine und kamen beim Surfing Elephant heraus. An diesem vorbei sind wir am Strand und dann über die Brücke zum Campingplatz gelaufen.

Das heutige Abendessen bereiteten wir früher, wie an den Tagen zuvor zu. Es gab eine griechische Nudelpfanne – Nudeln mit Aubergine, Zucchini und Feta. Wir hatten am Tag zuvor schon gesehen, dass andere sich beim Campingplatzrestaurant Biere holen und so ist Melli losgezogen und kam mit zwei großen Gläsern frisch gezapften Bier zurück. So macht das Kochen doch gleich noch mehr Spaß. 😀

Wir waren mit Essen und Spülen fertig, als die Sonne sich langsam mit einem roten Himmel verabschieden wollte. Wir machten uns gleich zügig auf den Weg zum Strand, um unseren letzten Sonnenuntergang für uns an der Küste in den Dünen zu verbringen.

Tour: ~15 Kilometer.

Da die Straßenbahn die gesamte Küste entlang fährt, kann man diese jederzeit für den Rückweg nehmen und muss sich daher keine Gedanken machen, ab welchem Punkt man umkehren sollte.


17. April – Heimreise

An diesem Morgen sind wir verhältnismäßig spät aus den Schlafsäcken gekrochen. Wir frühstückten in der Morgensonne gemütlich und fingen danach an alles ohne Hektik abzubauen und zu packen.

Die Zeltnummernschilder und die Karte für die Schranke hieß es noch abzugeben. Daher sind wir zuerst aus dem Campingplatz gefahren, was nur mit Karte geht und Melli hat dann die Schilder und die Karte abgegeben während ich das Navi fütterte.

Bei der Abgabe wurde Melli sogar mit Vornamen angesprochen und gefragt, ob alles ok war. War es. Die 30 € Pfand gab es ohne weitere Nachfrage zurück.

Die Heimfahrt war fast identisch mit der Anfahrt. Da es Ostersonntag war, war auf den Autobahnen nicht allzu viel los. Die Mittagspause inkl. Tanken war hinter Brüssel. Von den wenigen Sitzplätzen des Restaurants konnten wir uns einen ergattern und aßen die gekauften Wraps in der Sonne.

Eine zweite Pause, bei der wir etwas naschten, vor allem aber die Beine vertraten, war bereits auf der A45 im Sauerland. Die restliche Fahrt bis nach Hause verlief relaxt und wir beide hatten noch ein wenig von der Nachmittagssonne zu Hause.


Resümee

Die Tage über Ostern waren eine schöne Auszeit für uns beide. Über die Reihenfolge der Stadttouren waren wir im Nachhinein ebenfalls glücklich, sie so getroffen zu haben. Umgekehrt wäre Gent für uns noch immer unbekannt. Dass zwischen den Stadttouren und am Nachmittag nach dem Ausflug nach Brügge ein Strandspaziergang an der frischen Seeluft möglich war, hat uns gut getan.

Sehr entspannt fanden und finden wir die Möglichkeit, die Straßenbahn an der Küste zu nutzen, die fast die gesamte Küste von Belgien abdeckt. Dass die drei größeren Küstenorte Blankenberge, Wenduine und De Haan, die wir kennengelernt haben, mit einer hohen Häuserfront zum Meer enden, hat von weitem etwas surreales und könnte aus einem Post-Apokalyptischen Film sein. Diese Fronten sind zum Glück nicht besonders lange und der Strand, die Dünen sowie das Meer dominierten unsere Strandspaziergänge.

Der gewählte Campingplatz war einer der wenigen, mit Zeltwiese und einer kurzen Entfernung zum Strand. D. h. aber auch, das es Morgens und Abends windig sein kann. Daran hatten wir beim Aufstellen der Zelte nicht gedacht, sondern eher an die Entfernung zum Parkplatz bzgl. der Nahrungsmittel im Auto. Mit entsprechender Kleidung war es jedoch nicht so tragisch.

Typisch Belgien – Frieten, Waffeln, Bier und Schokolade. Alles davon hatten wir und Frieten sowie Waffeln bewusst mehr wie einmal. 😀

Sonnencreme. Tja, die hatten wir dabei und auch unsere Nasen und das Gesicht eingecremt. Was wir beide vergaßen, waren die Hände. Durch den Wind am Strand waren wir gut eingepackt und die Sonne erschien dadurch nicht so intensiv wie sie war. Das ist nicht das erste Mal und wird vermutlich auch nicht das letzte Mal sein. 😂 Wir sind zwar lernfähig, aber auch vergesslich. 😅

Die Preise in Belgien lagen höher als wir sie aus Deutschland kennen. Dennoch haben wir uns nicht eingeschränkt und einen Bierabend gegönnt oder Frieten gekauft bzw. Café und Waffeln. Alles zusammen hat uns der Urlaub im Verhältnis nicht so viel gekostet. Das Campen und die Eigenverpflegung auf dem Campingplatz trugen ihren deutlichen Anteil daran. Wobei Campen und das Kochen für uns auch zu einem Erholungsurlaub gehört und keine Sparmaßnahme darstellt.


Die 1152 Kilometer Fahrtstrecke ist relaxt gewesen und hatten sich mit den entspannten Tagen in Belgien gelohnt.


Karten


#belgien #gent #brügge #wenduine #blankenberge #dehaan #bredene #kusttram #frieten #waffel #fiets #canon #canonr #caononef70300 #canonr16 #tamron #tamronsp35 #35mm

Camping Esmeralda

Belgien – Flandern – Wenduine
Camping Esmeralda – https://esmeralda-aan-zee.be/de/
Empfehlung – Ja – Toilettenpapier nicht vergessen!
April 2022

#camping #belgien #flandern #wenduine #dehaan #esmeralda


Für ein paar Tage an der belgische Küste, sollte es ein Campingplatz in der Nähe der Küste sein. Viele der dortigen Campingplaätze sind gefühlt zu nah an der Landstraße, welche die Küstenorte verbindet oder nicht für Zelte geeignet. U. a. auch wegen der Nähe zu Brügge viel die Wahl auf Camping Esmeralda in Wenduine.

Wobei Wenduine etwas irritierend ist, von der Ortsangabe. Dieser Campingplatz, wie auch ein weiterer sowie eine Campinganlage mit festen Hütten liegen am Ortsrand von Blankenberge. Camping Esmeralda liegt in der Mitte der verschiedenen Anlagen und ist daher, zumindest bezogen auf die Zeltwiese, etwas geschützt.

Zur Anmeldung parkt man vor dem Campingplatz. Während der Anmeldung kommt, dann die Frage, ob man eine Karte für die Schranke gegen eine tägliche Gebühr möchte. Mit Karte ist es möglich, das Auto in der Nähe der Zeltwiese zu parken. Ein Parken außerhalb ist kostenlos. Mit der Anmeldung erhält man ein Schild mit einer Nummer für das Zelt, sowie zwei Müllsäcke (Restmüll und Plastik).

Die Rezeption befindet sich rechts nach dem Campingplatzzugang. Dahinter ist ein kleiner Laden mit alltäglichem und frischen Backwaren. Hier ist auch ein kleiner Kiosk! Dahinter schließt sich ein Spielplatz für die Kleinen an.

Links vom Eingang geht ein Weg ab, an dessen Anfang die zwei Sanitärgebäude sind. Zwei, da die Duschen in einem, der Rest in einem anderen Gebäude ist.

Das linke Gebäude hat hinter dem Eingang in der Mitte einen großen Raum mit Becken und Ablagen für das Spülen des Geschirrs. Zu beiden Seiten befinden sich Durchgänge zu den Räumen mit den Waschbecken, getrennt nach Geschlecht. Pro Waschbecken ist eine Steckdose vorhanden. Am hinteren Ende des Hauptraumes sind noch zwei Sonderräume für Babys und Behinderte. Die Toiletten befinden sich links und rechts vom Gebäude und sind von außen zugänglich.

Achtung: Die Toiletten verfügen über kein Toilettenpapier. Dieses ist selbst mitzubringen. Bei den Armaturen zu den Waschbecken machte es keinen Unterschied, ob man den für Kalt- oder Heißwasser aufdrehte – es war immer kalt.

Insofern stellte sich die Frage, wie das mit den Duschen ist. Es gibt zwei Türen zu vermutlich zwei identischen Räumen mit den Duschkabinen. Im April ist es noch ruhig und so war die eine Tür immer verschlossen. Hinter der Tür, die außer Nachts immer offen ist, geht es durch eine Abtrennung in den Flur zu den Duschkabinen. Diese haben einen kleinen Vorraum und eine Stufe höher eine Duschtasse. Die Brause ist fest an der Wand montiert und für große Personen wie leider üblich zu niedrig. Immerhin lässt sich der Kopf etwas drehen. Zum Duschen werden Duschmarken benötigt, die man an der Anmeldung bekommt. Der Automat für die Dusche ist in dem kleinen Vorraum.

Wie war das mit dem heißen Wasser? Es gibt keine Armaturen in den Duschen. Das Wasser ist jedoch ordentlich warm und kommt mit reichlich Druck aus dem Duschkopf. Daher kommt man Abends gefühlt in eine Dampfsauna, wenn man den Duschraum betritt. Somit ist die Ablage der Kleidung nicht ganz einfach, da alles leicht feucht ist. In den Vorräumen gibt es zum Glück zwei Haken zum Hinhängen.

Morgens wird alles gereinigt. Ob es während des Tages nochmals gereinigt wird, ist nicht bekannt.


Die Zeltwiese

Eine Reservierung für die Zeltwiese ist nicht möglich, lt. Webseite findet sich jedoch immer ein Plätzchen. Bei unserer Ankunft war die Wiese komplett leer. Während unseres Aufenthaltes kamen immer wieder weiter Tagesgäste mit Zelten dazu. Die Wiese ist gepflegt und die Hering lassen, sich ohne Mühe in den Boden drücken. Ein Auto kann in der Nähe bzw. wenn man Glück hat direkt an der Zeltwiese geparkt werden.

Am Kiosk ist es möglich sich ein Bier zu kaufen und mit Glas auf die Zeltwiese zu gehen.

Es gibt auf dem Gelände noch ein weiteres Gebäude mit einer Bar in einem riesigen Raum. Dort sind mehrere Billardtische und soweit ich erkennen konnte ein paar Dartscheiben.

Was leider nicht vorhanden ist, ist ein Raum um bei schlechtem Wetter kochen und essen zu können.

Italien – Venezien – Gardasee und Venedig – Oktober 2021

Ende 2019 hatte ich mich mit den Kosten und dem Design eines neuen Bades beschäftigt. Als alles stand war es gar nicht so einfach noch Handwerker zu finden. Entweder viel zu teuer oder „Wir verbauen nur, was wir bereitstellen“. Letztere wäre ja ok, wenn sie genau dazu in der Lage wäre. Es hat sich dann jedoch noch ein Unternehmen gefunden und das konnte mir dann auch tatsächlich noch für 2020 einen Termin nennen. Ende September sollte es losgehen.

Zuerst dachte ich, es wäre vielleicht nicht schlecht, genau während dieser Zeit in den Urlaub zu verschwinden. Es hat sich dann aber herausgestellt, dass eine tägliche Kontrolle mehr als gut war. Da kann man am Anfang alles erzählen, Zeichnungen vorlegen und es wird dann doch nicht so gemacht. 😖 Daher durften die Handwerker gelegentlich mehr machen, bis es so stimmte, wie ich es wünschte.

Wie absehbar war, dass nur noch die Endmontage der Armaturen fehlten, schaute ich nach einem Urlaubsziel. Die Duschabtrennung (Glaswand) und Schiebetür sollten eh später kommen (Lieferzeiten).

Fast drei Wochen ohne eigenes Bad!

Schon länger hatte ich ein Auge auf Cinque Terre in Italien geworfen. Eine Vorstellung der Touren hatte ich auch. Für diesen Trip hatte ich mir eine feste Unterkunft in Levanto ausgesucht. Auf der Anreise sollte es eine Zeltübernachtung am Gardasse geben und auf der Rückreise in Südtirol.

Ohne Stopp wollte ich Tirol passieren, war es doch im Oktober zum Risikogebiet erklärt worden (Pandemie). Die Mautgebühr zahlte ich daher Online und für die Mautstationen registrierte ich mich mit Svarta beim ASFINAG.

Am 15. Oktober packte ich Svarta, sodass alles für den 16. Oktober, für die Abreise vorbereitet ist.


16. Oktober – Anreise Gardasee

Der frühe Vogel….
Für eine Fahrt ohne Hektik, stand ich früh auf, um genügend Zeit für Pausen auf der Fahrt zu haben. Beim morgendlichen Kaffee meldet sich direkt nach dem Einschalten auch gleich eine Freundin. „Ab morgen wird Cinque Terre zum Risikogebiet“. Neeee.

Unabhängig von meiner Einstufung war es ein No-Go durch eine Vorgabe meines Arbeitgebers. 14 Tage Gehaltsverzicht bei bewusster Reise in ein Risikogebiet. Was nun? Bei einem weiteren Kaffee prüfte ich die Lage und Venezien sowie Südtirol waren und sollten kein Risikogebiet werden. Hm, am Gardasee wollte ich ursprünglich eine Zwischenübernachtung einlegen. Wieso nicht einfach einige Tage dort verbringen. Die Zwischenübernachtung war am nördlichen Ende gedacht, für ein paar Tage dort dachte ich mir, dass das Südufer besser wäre. In Bardolino fand ich einen Campingplatz, der mir zusagte.

Also Gardasee. Ich packte noch mein Notebook ein und los ging es. Während der ersten Pause schrieb ich den Vermieter in Levanto an und erkläre, warum ich nicht kommen könnte. Während der Fahrt kam auch schon eine Antwort. Bei der nächsten Pause las ich sie. Die Buchung wurde ohne weitere storniert. Wenn ich später alleine nach Cinque Terre kommen werde, wird das sicherlich mit einer Übernachtung bei A’Taversa sein.

Kurz vor der österreichischen Grenze stoppte ich ein weiteres Mal. Die Fahrt bis hierher war hauptsächlich im Nieselregen. Nicht so pralle. Durch Tirol ging es ohne Stopp. Hier regnete es zwar nicht, dafür lag am Fernpass links und rechts schon Schnee. Gut, dass ich schon die Winterreifen montiert hatte. Durch die vorherige Registrierung konnte ich die Mautstation vorm Brenner ohne anzuhalten passieren. Kurz darauf kam eine Info E-Mail mit der Bestätigung und der Abbuchungsinformation zur Maut. Sehr angenehm diese Variante mit der Registrierung.

Kaum über den Brenner wurde es sonnig und deutlich wärmer. Es stellte sich direkt ein Urlaubsgefühl ein. 😀

Das war meine erste Italienreise mit dem eigenen Auto und der Nutzung von Autobahnen. Wie wird hier die Maut funktionieren? Eine vorherige Registrierung war leider nicht möglich. Vom Brenner ging es noch lange durch das dahinter liegende Tal, bis ich dann auf die erste Mautstation traf. Hier zieht man ein Ticket. Aha, so geht das hier.

Bei Affi (Gardasee Süd) verließ ich die Autobahn über einen großen Kreis und kam auf der anderen Seite der Autobahn an der Mautstation an. Ticket rein und dann artig bezahlen. Etwas fummelig ist es, das Rückgeld aus der Schale zu holen.

Nun ging es über Landstraßen über den unteren Ausläufer des Baldo direkt nach Bardolino. In Bardolino nach Norden und kurz nach dem Ortsende war dann auch schon der Campingplatz. Unterwegs hatte ich mir überlegt, ob ich die ganze Zeit zelten oder doch lieber eine feste Unterkunft nehmen möchte. Ich entschied mich für eines der Appartements mit eigenem Bad. Ein eigenes Bad nach fast drei Wochen – was Neues. 😀

Das Appartement war im oberen Stockwerk und der Zugang erfolgte über eine eigene außen liegende Treppe zu einem kurzen Flur zu den drei Appartements. Meines war rechts der Treppe und hatte zwei Fenster mit Seeblick. 😊 Nachdem ich alles in das Apartment gebracht hatte, bin ich eine Runde gelaufen, um mich dann dem Abendessen zu widmen.

Nach dem Abendessen schnappte ich mir das Notebook und suchte nach Wanderführern für den Gardasee, und zwar als E-Book. Bei Rother wurde ich fündig, kaufte diesen Wanderführer und lud ihn herunter. Nun konnte ich nachsehen, was es so um Bardolino für mögliche Touren gibt und hatte dann vier für die kommenden Tage herausgesucht.

Ein langer Tag und wenn man bedenkt, wo ich eigentlich hin wollte, mit deutlicher Änderung. Jedoch hatte ich seit dem Brennerpass ein gutes Gefühl, das Richtige gemacht zu haben und schlief beruhigt ein.


17. Oktober

Ein sonniger Tag begrüßte mich an meinem ersten Morgen am Gardasee. Die ausgesuchte Tour startet in Brenzone Sul Garda. Der Parkplatz ist oberhalb der Altstadt und das Navi zeigte mir dazu einen abenteuerlichen Weg durch Brenzone. Von der Hauptstraße bog ich dazu in eine sehr schmale und steile Straße ab. Am Ende der Straße trifft man auf die parallel zum See verlaufende Straße oberhalb von Brenzone. Der Parkplatz war nun nicht mehr weit.

Durch den Ort, über kleine Straßen, gelangte ich zu einem alten Mauleselweg (Mulattiere). Ein gepflasterter Weg, der nur eine Richtung kennt – nach oben. Nicht lange und ich entledigte mich einer Bekleidungsschicht. Die Fleecejacke war doch zu viel. Mit der Sonne und der Anstrengung war mir auch so warm genug.

Auf dem Weg kam ich an einzelnen Gebäuden vorbei. Sommerhäuschen und/oder Schutzhütten. Je höher ich kam, desto mehr führte der Weg durch den Wald. Der Weg endete an einer Kreuzung, an der es für mich nach links und somit weiter bergauf ging. Von hier allerdings nicht mehr so lange und ich kam aus dem Wald heraus und zu einigen Gebäuden. Hier war auch die Landstraße durch die Berge. An einer Bank machte ich Rast. Dazu packte ich mich wieder wärmer ein. Hier oben auf 1000 Höhenmeter im Val di Flies war es kühler und auch nebelig.

Das Ziel lt. Wanderführer ist eine Speckhütte auf der anderen Seite des Tals. Diesen kleinen Abstecher habe ich nicht genommen, sondern bin direkt wieder denselben Weg zurück bis zur Kreuzung gelaufen. Hier nun jedoch geradeaus weiter. Dieser Weg führt über sehr viele Serpentinen hinunter nach Casteletto. Den Ort streifte ich nur, um jetzt auf einem flacheren Weg nach Brenzone zu kommen. Auf einem Stückchen führte der Weg durch ein Gehege und ein paar Esel waren ziemlich neugierig und sind direkt zu mir gekommen. Einer stupste mich sogar ganz leicht mit seiner Schnauze. 😊

Vor Brenzone nahmen die Felder mit Olivenbäumen zu und bald waren diese auf beiden Seiten des Weges. Einige Bauern waren auf einem Hain fleißig bei der Ernte.

Durch Brenzone ging es über die Altstadt hinunter an den Gardasee. Die Altstadt ist nur über schmalen Gassen begehbar und liegt schön am Berg. Am Hafen fand sich ein Café und ein Platz in der Sonne.

Jetzt hieß es wieder durch die Altstadt zum Parkplatz zu laufen. In der Nähe des Parkplatzes geht eine Straße in die Berge ab. Das große Schild an der Kreuzung macht reichlich Einschränkungen in Bezug auf Geschwindigkeit aber auch welche Fahrzeuge hier durch dürfen. Das machte mich neugierig und so bin ich diese Straße in die Berge gefahren. Je höher ich kam, desto mehr nahm wieder der Nebel zu. Die Straße selbst war kurvig und schön schmal – genau das Richtige für einen MINI. Oben kam ich an der Landstraße heraus, die ich schon von der Wanderung kannte. Über diese bin ich dann nach Bardolino zum Campingplatz zurück.

Im Appartment kochte ich mir einen Kaffee und lief mit diesem in einem Thermobecher durch den Campingplatz zum See. Fast genau gegenüber dem Ausgang des Campingplatzes war ein Steg und dieser war mein Ziel. Hier machte ich es mir in der Nachmittagssonne gemütlich und trank den Kaffee (Titelbild!).

Ein erster schöner Tag, der mir zeigte, dass die Herbstsonne am Gardasee toll sein kann.

Bevor ich mich jedoch schlafen legte, drehte ich noch eine Runde an der Strandpromenade.

Tour: ~13,5 Kilometer, ~1000 Höhenmeter


18. Oktober

Tori del Benaco liegt nahe bei Bardolino und war damit schnell erreicht. Der Parkplatz in einer Parallelstraße zur Gardasena, der Hauptstraße um den See, war auch nicht so abenteuerlich zu erreichen wie am Tag zuvor.

Vom Parkplatz lief ich zuerst nördlich und dann in einer Schleife nach Süden durch den Ort. Der weitere, meist breite Weg führte parallel zum See bis zu einer Landspitze. Die Aussicht bis hier über Olivenhaine und Waldstücke auf den See war toll. An der Landspitze war es ein Zickzack hinunter zur Gardasena und dort über diese hinüber. Auf dem äußersten Ende liegt San Vigilo – Baia delle Sirene, so der alternative Name, der Villa und der dortigen Kirche.

Wer dort eine Übernachtung gebucht hat, kann sich innerhalb der Mauern der Villa und zum Badestrand bewegen. Alle anderen und damit auch ich, haben nur den Zufahrtsweg und einen Gang, der zum kleinen Hafenbecken führt. Am Hafenbecken befindet sich ein beliebtes Restaurant und einige Gäste kommen auch mit Booten. Während ich dort saß und etwas zu mir nahm, kam sogar ein Hubschrauber und brachte Gäste.

Über fast denselben Weg ging es danach zurück nach Tori del Benaco. Fast, da ich nach der Straßenüberquerung dieses Mal einen Linksbogen wählte, um auf den oberen Weg zu kommen. Es geht hier an einer alten Festungsmauer vorbei. So wirklich sehen, was dahinter ist, konnte ich auch durch das Eingangstor nicht.

In Tori del Benaco angekommen lief ich zum Hafen, um das Örtchen kennenzulernen. Direkt neben dem Hafen gibt es eine alte Festungsanlage, von deren Türme man einen guten Blick über die Stadt und den Gardasee hat. Ebenso kann man hier von oben auf den Limonengarten schauen, durch den auch ein Weg führt.

Auf dem Weg zu Svarta kam ich an einer Gelateria vorbei. Es war sonnig und ich dachte mir, ein Eis geht. 😀 Lecker Zitrone!

Meine Nachbarin schickte mir einen Zeitungsbericht und fragte, ob ich Kekse mitbringen könnte, wenn ich sie sehe. Gemeint sind die Nutella Biskuits, die es zu diesem Zeitpunkt ausschließlich in Italien gab. Der Run darauf war so groß, dass selbst Italien anfangs nicht ausreichend beliefert werden konnte. Also mal sehen wie das im Supermarkt aussieht, zumal ich noch was zum Trinken und Nudelmehl kaufen wollte.

Der Supermarkt hatte mehr als genug von den Keksen und so waren es mehrere Packungen, die ich einkaufte. Bei Nudelmehl war es nicht so einfach. Das Regal mit Mehl hatte volle Höhe und war ungefähr vier Meter breit, mit sehr vielen Mehlsorten. Hab’ dann aber doch die richtige Sorte gefunden und ein paar Packungen mitgenommen. Der erfolgreiche Einkauf wurde mit einem Bild an meine Nachbarin dokumentierte, die sich auf die Kekse und das Mehl freute.

Am Campingplatz erfolgte wie am Vortag das Brühen eines Kaffees mit anschließend Gang zum Steg. Hier wurden die Kekse sofort geprüft. Lecker. 😀

Nachdem etwas früheren Abendessen unternahm ich einen Spaziergang am See entlang bis nach Bardolino und zurück. An der Promenade war doch einiges los. Hatte ich so nicht erwartet.

Tour: ~18 Kilometer


19. Oktober

An diesem Tag war keine Anfahrt nötig, da es vom Campingplatz nach Norden losging. Der nächste Ort ist Garda und war nach ungefähr 1,5 Kilometer erreicht. An diesem Morgen war noch nicht soviel los an der Strandpromenade, was mir gefiel. In Garda ging es quer durch die Stadt und dann nach oben zum Aussichtspunkt Rocco di Garda. La Rocca, der Berg über Garda ist oben leicht hügelig und war von dem Aussichtspunkt bald erreicht. Hier lohnt es sich einmal den Weg, um den Berg zu gehen.

Von hier geht es zuerst durch schmalere Waldwege und anschließend auf einem Wirtschaftsweg vom See weg. Dabei kam ich zum Eremo di San Giorgio. Es war jedoch geschlossen an diesem Tag und so ging ich weiter über Wirtschaftswege bis nach Sem-Rocca, das oberhalb von Bardolino liegt. Ein leicht verschlafenes Örtchen, von dem mich ein Weg nach Bardolino brachte. Ungefähr auf Höhe des Campingplatzes.

Ich lief die Straße jedoch weiter und gelange so an eine Querstraße, die mich zu einem der Kreisel in der Mitte von Bardolino brachte. Hier nun über die Straße und durch kleine Gassen nach Süden. Irgendwann gelangte ich wieder an die Hauptstraße, bog nach rechts ab und lief bis zum See, um dort die Promenade zurückzunehmen. Auf dem Weg zum Campingplatz machte ich an einem Café eine Pause.

Nach dem Abendessen packte ich das Notebook aus und recherchierte. Ich hatte eine Idee und nachdem ich ein günstiges Hotel gefunden hatte, buchte ich dieses und einen Platz für Svarta in einem Parkhaus für zwei Tage. Übermorgen sollte es daher einen Standortwechsel geben.

Tour: ~15 Kilometer


20. Oktober

Die Wanderung an diesem Tag war auf der Ostseite des Baldos. Ein alter Pilgerweg mit sehr, sehr vielen Stufen hoch zum Santuario Basilika Madonna della Corona.

Der Weg von Bardolino nach Brentino führt zuerst zur Autobahn, über diese hinweg und ein paar Kilometer parallel, um dann wieder die Autobahn zu queren. Brentino ist ein kleines, ruhiges Örtchen. Es sind scheinbar nicht mehr so viele, die den alten Pilgerweg nehmen. Die meisten kürzen ab, indem sie von einem naheliegenden Parkplatz zur Basilika laufen.

Für mich stand fest, den längeren und interessanteren Weg zu gehen. Stufen begrüßen einem am Anfang des Weges im Ort und begleiten einen immer wieder auf dem Weg nach oben. Es waren tatsächlich kaum andere mit mir auf diesem Weg unterwegs zu Basilika.

Das Santuario schmiegt sich an den Berg und mir kamen dabei Erinnerung an Paro Taktsang (Tigernest) in Bhutan. Auch dieses Kloster schmiegt sich malerisch an den Felsen.

Auf dem Klostergelände wurde es wieder voller. Die Enge der Verbindungswege verstärke den Eindruck zusätzlich. Am rechten Rand, vor der Kirche fand ich ein Eckchen, an dem ich unbelästigt eine Pause machen konnte.

Der Weg, durch den Wald hier hoch, war nun mein Weg wieder zurück nach Brentino.

Nach der Wanderung bin ich ein letztes Mal mit einem Kaffee auf den Steg gelaufen. Noch vor dem Abendessen zog ein Nebel über den See und verhüllte diesen.

Nach dem Abendessen packte ich meine Sachen, so weit wie möglich, um es am nächsten Morgen einfacher zu haben.

Tour: ~7 Kilometer, ~600 Höhenmeter


21. Oktober – Auf Wiedersehen Gardasee, Willkommen Venedig

Am Abend zuvor wurde es nebelig und heute Morgen scheint wieder die Sonne, als wäre nichts gewesen.

Nach dem Frühstück wurde der Rest gepackt und anschließend das Appartement sauber gemacht. An der Rezeption war nicht nur das Abgeben des Schlüssels, sondern auch noch das Zahlen nötig. Zuvor wurde jedoch jemand zur Kontrolle zum Appartement geschickt, ob alles sauber ist. Das OK, kam kurz darauf.

Nun startete die Reise nach Osten, nach Venedig. Über den südlichen Ausläufer des Baldos kam ich wieder zur Autobahn und von dieser zur nächsten, die bis Venedig führt. Je näher ich jedoch Venedig kam, desto nebliger wurde es. Aha, hier ist also der Nebel von gestern abgeblieben.

Auf der Zufahrtsstraße zur Hauptinsel Venedigs war es dann so neblig, dass ich nur wenig über Hundert Meter sehen konnte. In Venedig folgte ich der Straße zu den Parkhäusern. Am ersten vorbei und am zweiten, der Garage San Marco bin ich auf die linke Spur. Die ist für die, die vorab reserviert haben und rechts soll sich meist eine lange Schlange bilden. An diesem Tag jedoch nicht. An der Einfahrt wurde mir das Stockwerk genannt, in welches ich fahren sollte. Dort wurde mir dann ein Platz zugewiesen. Das besondere hier am Parkhaus ist, dass der Schlüssel im Auto bleibt, so dass die Angestellten die Autos, welche in zwei Reihen parken umparken können. Ist schon ein merkwürdiges Gefühl beim Verlassen des Parkhauses, da das aber für alle gilt und es 24 Stunden bewacht wird, wird das schon gehen.

Mit meinem Gepäck hieß es nun zum Hotel laufen. Nach der Karte ist es nicht weit, aber durch die Brücken und verschlungenen Wege ist die Orientierung anfangs nicht so einfach. Ich war so früh am Hotel, dass ich das Zimmer noch nicht beziehen konnte. Das Gepäck konnte ich zur Aufbewahrung im Hotel lassen.

Mein erster Eindruck von Venedig – nebelig.

Vom Hotel Canal, am Canale Grande, in der Nähe des Bahnhofs bin ich gegen den Uhrzeiger zum Kanal San Giorgio und dort am Kanal entlang bis zur Punta Della Dogana und somit dem Inselende. Von hier dann zurück bis zu einer Brücke (Ponte del Academia) um auf die andere Seite des Canale Grande zu kommen. Die kleinen Gassen waren sehr interessant und eine, hinter einem Gitter sogar richtig grün.

Nun ging es zur Piaza San Marco (Markusplatz). Auf der Karte sieht der Weg so einfach aus. Durch die kleinen Gassen, die gerne auch in einer Sackgasse enden und über Treppen hoch und runter ist das dann in der Realität verwirrender. Gefunden habe ich den Platz dann doch. Riesig und gefühlt nur 50 Personen dort. Da während der Pandemie keine Kreuzfahrtschiffe anlegen dürfen und auch sonst wenig Touristen in Venedig unterwegs sind, ist die Erkundung der Stadt sehr relaxt.

Auf dem Markusplatz selbst war kaum noch etwas von dem Nebel zu merken, sobald ich mich jedoch dem Kanal näherte wurde es wieder nebelig. Von San Marco bin ich am breiter werden Kanal bis zum östlichen Ende, bis Sant’ Elena gelaufen. An diesem Ende ist es fast wie in einer Kleinstadt. Ruhig, mit Hinterhöfen und Parks. Es ging denselben Weg bis ungefähr zur Hälfte nach San Marco zurück und dann nach rechts quer durch die Insel an das andere Ufer.

Am Ufer nun wieder in westliche Richtung und dann ging es nicht weiter, da hier keine Brücke über den Kanal war. Also nach links in das Inselinnere an dem Kanal entlang, der mir das Weiterkommen versperrte. Über ein Zickzack kam ich zu einer Brücke und konnte damit diesen Kanal überqueren. So ging es am nächsten Kanal weiter und weiter. An einer Brücke kam ich an einer Eisdiele vorbei. So einfach vorbei ging natürlich nicht. Eine Pause mit einem Eis hat schon was. 😀

Nach weiteren Straßen, Gassen und Kanälen gelangte ich auf eine breite Straße, die mich direkt zum Canale Grande in der Nähe des Bahnhofs führte. Über die Brücke und schon war ich fast bei meinem Hotel.

Am Hotel angekommen, konnte ich nun auch einchecken. Das Zimmer war ausreichend groß, das Bad dafür winzig. Dennoch haben es die Gestalter für nötig erachtet, noch ein BD in ein nicht einmal 4 qm Bad einzubauen. Naja, Hauptsache sauber. Das Haus selbst hat schon einige Jahrhunderte hinter sich und das merkt man an den Zimmern wie auch an den Fluren und Treppen. Alles in allem für den günstigen Preis ok.

Für das Abendessen nahm ich den Weg in ein Restaurant in der Nähe (Osteria Leone Alato). Die Gassen warnen im Dunkeln nicht immer wirklich vertrauenerweckend, aber alles ok. Der Weg hat sich gelohnt. Das Ambiente ist angenehm und das Essen lecker.

Nach dem Abendessen bin ich nicht direkt zum Hotel, sondern an diesem vorbei und zur großen Einkaufsstraße auf der anderen Seite. Etwas zu trinken und die Kekse haben wieder zu mir gefunden. Am Canale Grande und der großen, belebten Straße war es auch wieder deutlich heller.


Tour: ~14,5 Kilometer.


22. Oktober

Wie das bei Hotels meist so ist, ist das Frühstück immer erst deutlich, nachdem ich wach bin. So bin ich dann vor dem Frühstück raus und begrüßte den immer noch vorhandenen Nebel. Aber gerade der Nebel machte das morgendliche treiben auf dem Kanal sehr interessant. Aus allen Richtungen kamen Boote mit Paketen, Nahrungsmittel oder sonstigem aus dem Nebel und verschwanden auch wieder in diesen.

Dann war es Zeit für das Frühstück. Zuerst musste man sagen wie viele Brötchen/Croissants man möchte und ob süß oder herzhaft Beilage. Am Buffet gab es nur Joghurtbecher. Das alles war der Pandemie geschuldet. Obwohl, den Kaffee hat sich jeder an einem Automaten selbst holen dürfen. Der Rest wurde an den Tisch gebracht.

Für heute standen zwei entferntere Inseln auf dem Plan. Somit hieß es eine „Bus“-Karte für den Tag kaufen. Der Busbahnhof ist direkt unterhalb des Bahnhofs und fast gegenüber dem Hotel. Von den angeblichen Schlangen vor den Kassen war zum Glück nichts zu sehen und die Karte schnell gekauft.

Mit dem Vaporetto, so heißen hier die Busse, welche Schiffe sind, ging es erst durch den Canale Grande und dann mit einem anderen Vaporetto nach Murano, der Glasinsel. Während der Fahrt konnte ich erleben, wie DHL hier die Pakete ausliefert – mit dem Boot, wie sonst.

Auf Murano angekommen, machten die Wege dort einen anderen Eindruck. Klar, Kanäle gibt es hier, wie auch die Gassen nur alles etwas breiter und luftiger. An einigen Geschäften mit Glasarbeiten bin ich vorbeigekommen. Eine Glasbläserei konnte sogar besucht werden. Nur wollte ich in kein Gebäude und eine Glasbläserei habe ich schon mehrmals an anderen Orten besucht. Daher hatten es mir mehr die Gassen und Plätze angetan.

Mit der nächsten Fähre kam ich nach Burano. Hier bin ich schon an der ersten Möglichkeit von Bord gegangen und somit über einen kurzen Weg nach Burano gelaufen.

Auf dem Weg war noch alles neblig und blass. In Burano angekommen, hatte ich das Gefühl, in einem Bonbonladen gelandet zu sein. Trotz Nebel strahlten die Häuser schön bunt und hoben die Stimmung sofort. 😀

Da gerade Mittagszeit war und die Restaurants nicht allzu voll, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und mir eine Pizza bestellt. Nach dem Essen folgte noch eine weitere Runde Bonbonladen. 😊

Nun war es Zeit langsam wieder zur Hauptinsel mit dem Vaporetto zurückzukehren. Dort kam ich am nordöstlichen Ufer an und bin durch ein paar Straßen Richtung San Marco gelaufen, bis ich an ein Café kam. Danach ging es weiter zum Canale Grande und mit einem Vaporetto bis zum Hauptbahnhof.

Am Hotel angekommen hatte ich mich ausgeruht und frisch gemacht für das Abendessen. Dazu lief ich wieder über die große Brücke in der Nähe (Ponte degli Scalzi) und schräg gegenüber in eine ganz kleine Gasse zur Trattoria Alle Lance. Lokal Food! Das Schwarze ist Tintenfisch in eigener Tinte. Gewöhnungsbedürftig, um es vorsichtig auszudrücken.

Tour: ~12 Kilometer


23. Oktober – Heimreise

Ein letztes Frühstück in Venedig und dann kam der Weg mit Gepäck zum Parkhaus. Vom Hotel gab es noch einen Ermäßigung für das Parkhaus, sodass beides fast gleich viel gekostet hatte für die zwei Tage.

Gedacht war eine Heimreise mit einer Zwischenübernachtung. In Südtirol regnete es aber. Daher fuhr ich weiter und durch Tirol durch. Im Allgäu regnete es auch und so entschied ich mich den kompletten Weg bis nach Hause zu fahren.

Spät Abends kam ich dann Zuhause an und bin fast sofort ins Bett gefallen.


Resümee

Geplant war eine andere Reise und dennoch war es eine schöne Woche. Nach der Baustelle Zuhause war das genau der richtige Ausgleich. Am Gardasee, kaum war ich oberhalb der Orte, war kaum noch jemand anderes unterwegs und durch die Herbstsonne konnte ich sogar hin und wieder im T-Shirt laufen. 😀

Das nebelig Venedig hatte seinen ganz eigenen Charme. Innerhalb der Gassen und Plätze war vom Nebel nicht soviel zu merken, am Rand der Inseln war dieser dann sehr deutlich. Ich hatte teils das Gefühl, in einer Art Glocke unterwegs zu sein. Lediglich Pausen im Freien waren durch das kühlere Wetter nicht ganz so angenehm, wie sie an einem Sonnentage gewesen wären. Eine Fahrt mit einem Vaporetto sollte unbedingt mit eingeplant werden, sieht die Stadt aus dieser Perspektive doch nochmals anders aus.

Trotz Pandemie waren am Gardasee in den Orten direkt See einiges los. Es hielt sich aber noch in Grenzen. In Venedig hätte ich oft mit ausgebreiteten Armen durch die Gassen gehen können. Unvorstellbar, wenn man die üblichen Bilder von Venedig kennt. Hier machte sich deutlich bemerkbar, dass keine Kreuzfahrtschiffe die Stadt überfielen und auch sonst nicht soviel Touristen unterwegs waren.

Bei dieser Reise war Wickie mit dem Verbindungsengerl Lissi unterwegs. Lissi durfte mit Wickie drei Monate lang Deutschland und Europa erkunden. Diese Reise, war deren erste außerhalb Deutschlands und beide waren begeistert.


Karten



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