Deutschland – Spessart – Mai 2024

Das durch den Christi Himmelfahrt Feiertag verlängerte Wochenende stand bevor. So weit weg wollte ich nicht fahren und schaute daher nach Touren in der weiteren Umgebung. Der Spessart und der Odenwald liegen südlich und sind schnell erreichbar. Für das kommende Wochenende wählte ich den Spessart. 

Der Campingplatz bei Wiesen hatte ich schon Anfang des Jahres entdeckt, bei der Suche nach Campingplätzen die ganzjährig geöffnet haben. Im Mai haben bereits viele weitere Campingplätze geöffnet, zu diesem wollte ich dennoch.


09. Mai

Vor dem Mittag, nach einem ausgiebigen Frühstück fuhr ich in den Spessart. Knapp eine Stunde später war ich schon am Camping Resort im Spessart, das direkt neben dem Wiesbüttsee liegt. Die Westseite des Wiesbüttsees ist gleichzeitig die Grenze zwischen Bayern und Hessen.

Allerdings liegt der Campingplatz an einer Kreisstraße, die Freude am MINI-Fahren bereitet und genauso beliebt bei Motorradfahrern ist. Der Platzwart meinte, das Abends und Nachts nur wenig Verkehr auf der Straße sei. Der Check-In war kurz, da er sich zur Mittagszeit um die Handwerker kümmern musste, die selbst an diesem Feiertag arbeiteten.

Mein Zelt stellte ich auf der zugewiesenen Rasenfläche auf, bevor es auf die erste Tour gehen sollte. Diese startet lt. Wanderführer in Bieber, ich entschied mich jedoch an dem fast südlichsten Punkt der Tour zu starten, Damit verkürzte sich die Fahrtstrecke bis zur Wanderung deutlich.

Vom Parkplatz den ich fand geht lt. Karte ein Weg zum Schwarzbach, an dem die Wanderstrecke bis Bieber entlang läuft. Ich hatte es zumindest versucht! Die Tour im Wanderführer ist wohl schon etwas älter, den am Schwarzbach geht kein wirklicher Weg entlang. Somit beschloss ich auf einen höher liegenden Weg auszuweichen. Damit kam ich zwar nicht an der Eisenschmelze vorbei, aber dafür sicher nach Bieber. 

In Bieber stehen viele Schilder, die alte Zugänge zu Bergwerkstunnel markieren. In früheren Zeiten wurden durch die niedrigen Tunnel von Kleinwüchsigen und Kindern Erze zu Tage gefördert. Das hatte die Gebrüder Grimm angeregt und wer kennt nicht Schneewittchen und die sieben Zwerge? 

Durch Bieber hindurch gelangte ich am anderen Ende des Ortes auf einen nach oben führenden Weg. In der Sonne ging es am Waldrand entlang und nach einiger Zeit in den Wald. Es erwartete mich die erste und einzige deutliche Steigung der Tour. Im Wald lief ich fast auf dem Bergrücken um Bieber und gelangte nach Röhrich, einem Ortsteil von Bieber. Halt. Zuvor kam ich im Wald an einer großen Kreuzung an, an der auf einer angrenzenden Lichtung Tische und Bänke standen. Ein guter Ort für eine Pause.

Röhrich streifte ich im Grunde nur, um auf der anderen Seite wieder bergauf in den Wald zu kommen. Der Weg nach oben war im Grunde einfach und dennoch an diesem Tag leicht mühsam. Die Sonne schien bis ich den Wald erreicht und strahlte eine deutliche wärme aus. Im Wald zuvor und immer wenn die Sonne von Wolken verdeckt wurde, wurde es merklich kühler. Ein Wetter also, bei dem entweder Zuviel angezogen wird oder eine Erkältung drohen kann.

Oben im Wald lief ich an der Mauritius-Kapelle vorbei. Durch den Wald kam ich zu einem Stausee.Von diesem führt ein Bach bis zur Lochmühle und ein Weg oberhalb brachte mich genau dorthin. Nun folgte noch ein kleines Stück und ich war wieder am Ausgangspunkt meiner Wanderung.

Was sich so einfach anhört, hätte mit der GPS-Route aus dem Wanderführer auch sein können. Nur sind nicht alle Wege wirklich begehbar gewesen und an einer Stelle fand ich eine wesentlich interessantere Strecke. Somit war die Route aus dem Wanderführer eher eine Orientierung.

Am Campingplatz gab ich dem Platzwart den Zettel mit meinen Daten und zahlte für den Platz. Danach unterhielten wir uns noch angeregt über die Bauarbeiten und als eine Dauercamperin vorbei kam über vieles weitere mehr.

Es gab noch einen Kaffee, bevor ich mich an das Abendessen machte, ein Auberginen-Kichererbsen-Curry machte.

Tour: ~15,5 Kilometer, ~370 Höhenmeter


10. Mai

Früh morgens wurde ich von dem Gezwitscher der Vögel wach. Wie der Platzwart es sagte, war es gegen Abend immer weniger Verkehr geworden und hörte mit Einbruch der Dunkelheit fast vollständig auf.

Es war kühl und vor allem feucht. Das Zelt war von außen mit einem feinen Wasserfilm versehen und die Füße wurden beim Gang durch die Wiese zur Toilette leicht nass. Zurück am Zelt machte ich es mir gemütlich und bereitete mein Frühstück mit Kaffee und Porridge zu. Während ich aß kam langsam die Sonne soweit über die Bäume, das ich im Zelt nicht mehr im Schatten saß.

Nach Partenstein sollte es gehen. Eigentlich ganz einfach: die Kreisstraße vom Campingplatz bis zur nächsten Landstraße und dann immer gerade aus. Nur stellte sich an der Kreuzung heraus, das die Landstraße gesperrt ist. Also der Umleitung nach. Das war ganz lustig, da morgens kaum Verkehr war und die Straßen MINI-Spaßfaktor haben. 😀 

In Partenstein einen Parkplatz zu finden war schwieriger wie erhofft. An einer großen Mauer war ein Parkplatz frei und den schnappte ich mir. Von dort lief ich in den Supermarkt, da dieser der einzige Bäcker im Ort zu sein schien. Etwas für die Tour und zum Kaffee am Nachmittag hatte ich bei der kleinen Auswahl für mich gefunden.

Zurück bei Svarta wechselte ich die Schuhe und schon ging es los auf die Wanderung. Durch den Ort lief ich nur kurz bis ich den Ortsrand erreichte. Ein Weg neben einem kleinen Bach folgte ich zum Wald. Im Wald hieß es bergauf nach oben auf den Lohrberg laufen. Der Wanderführer schlug dazu den direkten, also steilsten Weg vor. Einige Höhenmeter weiter oben, kam ich am “Gipfel” des Lohrbergs vorbei. Der Gipfel selbst ist eine unscheinbare Stelle im Wald. 

Weiter ging es auf verschiedenen Wegen im Wald bis zu einem lang gezogenen Naturschutzgebiet in einem Tal. Die große offene Grasfläche bot einen schönen Kontrast zum Wald. Das i-Tüpfelchen machte ein rotes Eichhörnchen, das sich kurz blicken lies. 😀 Am Ende des Natuschutzgebietes fanden sich mehrere Bänke in der Sonne mit einer guten Aussicht in das Tal. Nach etwas über 11 Kilometer machte ich hier meine Rast.

Bald erreichte ich Frammersbach, das an diesem Tag sehr verschlafen wirkte. Es war kaum etwas los. Auf meinem Weg entdeckte ich eine Verbindungstreppe zu zwei Straßen am Hang, die parallel zur Hauptstraße verlaufen. Ergo, bin ich die Treppe hoch und oben weitergelaufen, das war viel angenehmer wie an der Hauptstraße entlang zu laufen. Am Ende der Straße kam ich wieder auf den vorgegebenen Weg und gleichzeitig war es der Ortsausgang. Ein alter Fuhrmannsweg durch den Wald nach oben. Diese Fuhrmannswege waren früher die Verbindungen zu den Fernwegen für die Fuhrmänner, die Waren von A nach B brachten. Und da man früher sehr christlich war, befindet sich bis heute oben auf dem Berg die Kreuzkapelle, welche der Wendepunkt der Strecke war.

Von dieser war es noch ein langer Weg bis Partenstein. An einer Stelle wurde Abwechslung geboten. Der eingezeichnete Weg war nicht mehr wirklich zu erkennen. Dennoch versuchte ich ihm zu folgen, Zum Glück war es nur der Anfang, der so unscheinbar und verwachsen war.  Weiter wurde es sogar noch richtig interessant, da sich der Weg und der Untergrund immer wieder veränderte. Wobei das für die gesamte Wanderung zutrifft: Geteerte Straßen, Waldwege, die mal geschottert waren, mal natürlich und manche Wege waren breit, andere schmal. So macht es doch Spaß.

Kurz vor Partenstein kam ich am Schloßberg mit der Burgruine Bartenstein an. Dort bin ich hoch und durch die Ruine und einer Brücke zurück auf den Weg. Jetzt war es nur noch ein schmaler Pfad nach unten in den Ort. Ein paar Straßen weiter war ich wieder bei Svarta und am Ende der Wanderung.

Für den Rückweg zum Campingplatz wählte ich einen anderen Weg wie am Morgen. Auch dieser bereitete mit seinen vielen Kurven Freude beim Fahren. Am Campingplatz war nach der Dusche Zeit für einen Kaffee und das Stückchen vom Morgen. Herrlich in der Sonne mit dem Geruch des frisch gemähten Grases. Während ich meinen Kaffee trank kam der Platzwart auf einen Smalltalk vorbei. Da ich dabei war mir ein Restaurant für das Abendessen zu suchen, bekam ich so zusätzlich mehrere Tipps. Außerdem sagte er mir, nachdem ich ihm meinen Plan für den nächsten Tag sagte, das ich das Zelt solange stehen lassen kann und mich nicht beeilen muss. Super, so kann es dann trocknen bevor es abgebaut wird.

Das Abendessen. Eigentlich dachte ich, ich fahre nach Wiesen um dort gut bürgerlich zu Essen. Zwei Tipps ließen mich das überdenken. Wild oder eine ordentliche Portion Schnitzel? Es wurde das Schnitzel!

Puh, die haben im Gasthaus Stern in Flörsbach Portionen für hungrige. Ein paar ältere aus dem Dorf trafen nach und nach ein und unterhielten sich über die Geschehnisse der letzten Tage. Top-Thema war ein Brand in der vorherigen Nacht zu der Feuerwehren aus den umliegenden Orten kamen. Dorf-Talk halt.

Mehr wie satt, war mir nach einem kleinen Spaziergang. Neben dem Campingplatz liegt der Wiesbüttsee, ein Stausee errichtet vor mehreren Jahrhunderten um “…den Künsten zur Hebung der Grubenwasser im Lochborn, dem Kobaltpochwerk … dem  Lettenpochwerk sowie der Biederer Hütte und dem Hammerwerk genügend Aufschlagwasser zu liefern”. Mit anderen Worten, der Stausee hat mehrere Werke, die ihre Tätigkeiten mit Wasserkraft bedienten bedient. Zu lesen ist dies auf einem Schild am See.

Ich machte es mir danach im Zelt am früher Abend gemütlich, als ich Besuch bekam. Elke und Oliver sind an diesem Tag angereist und luden mich auf einen Wein ein. Es war ein kurzweiliger Abend an einem kleinen Lagerfeuer.

Tour: 22 Kilometer, ~560 Höhenmeter


11. Mai

Dem Frühstück folgte ein Packen aller Sachen im Zelt. Die Packsäcke lies ich im Zelt und das Zelt blieb stehen, da ich dies durfte. Auf zur Tour des Tages direkt vom Campingplatz aus. Eigentlich sollte die Tour am See entlanggehen. Ich entdeckte ziemlich am Anfang einen kleinen Pfad, dem ich folgte. Dieser war von der Beschaffenheit interessanter, auch wenn er etwas weiter vom See entfernt ist wie der breite Weg am See. 

Es folgte mehrere Waldwege, bis ich oberhalb von Wiesen aus dem Wald heraus kam. Die Wege bis hierhin waren angenehme Waldwege und kleinere Pfade. Kurz bevor es aus dem Wald ging, sah ich ein rotes Eichhörnchen über den Weg huschen. Hinunter nach Wiesen wurde der Weg zu einer Teerstraße, auf der es durch den Ort zur Hauptstraße ging. Entlang dieser Straße kam ich beim “Der Bäckerladen” vorbei. Wunderbar. Ein Brot für Zuhause und etwas Süßes fand sich. An einer Kreuzung später war “Der Dorfladen”. Ein paar Frischkäse sahen interessant aus, mit auf die restliche Wanderung wollte ich davon dann doch nichts nehmen, bei dem warmen Wetter.

Weiter durch Wiesen und an einer Seitenstraße ab führte mich der Weg hoch zur Kreuzkapelle. Am Waldrand und im Wald waren es noch einige Kilometer bis zum Campingplatz. Die restlichen Kilometer waren jedoch eher Schotterautobahn im Wald und nicht besonders schön zum Laufen. Bis kurz vor diesem Weg kam mir doch tatsächlich eine größere Wandergruppe entgegen. Die Erste und Einzige an diesem Wochenende.

Am Campingplatz angekommen packte ich ich alles in den Trekkingrucksack und verstaute dies in Svarta. Zuletzt wurde das Zelt abgebaut und verstaut. Nun widmete ich mich noch dem süßen Stück aus der Bäckerei. 😊

Ich verabschiedete mich von Elke und Oliver und fuhr anschließend nach Hause.

Tour: ~11,3 Kilometer, ~200 Höhenmeter


Resümee

Der Spessart liegt nah und ist damit ein willkommenes Ziel für (verlängerte) Wochenenden. Viele Wanderwege verlaufen im Wald und werden immer wieder von Wiesen und Naturschutzgebieten aufgelockert. In dieser Gegend sind genauso viele Wege für Fahrradtouren ausgeschildert.

Ein wenig verwundert war ich, da mir nur ganz selten andere zu Fuß oder auf dem Fahrrad entgegen kamen. Ich hatte doch etwas mehr dort erwartet, war aber auch nicht wirklich traurig darüber. Was mir deutlich am Campingplatz und auf den Touren auffiel, war das frische Grün des Frühlings und das Gezwitscher der vielen Vögel.

Das Hauptgebäude und die Sanitäranlagen des Campingplatzes werden derzeit umgebaut, weshalb der Campingplatz offiziell geschlossen hat. Für Dauercamper und bei Nachfrage ist ein campen dennoch möglich. Dadurch war es sehr friedlich auf dem Gelände.

In den Spessart geht es bald wieder…..



#bayern #hessen #spessart #wiesen #partenstein #bieber #flörsbach #campingresortspessart

Oman – Dezember 2023

Eigentlich sollte es in 2023 nach Peru gehen. Die Reise war bereits gewählt und gebucht. Der Anbieter hatte jedoch über sein Kontingent keine Flüge mehr bekommen und ein alternativer Flug hätte die Reise deutlich verteuert. So habe ich mich dazu entschieden, die Reise nach Peru auf das kommende Jahr zu verschieben.

Es gibt noch viele Länder, die ich sehen und erleben möchte und so hatte und habe ich eine Liste von Wunschzielen. Durch Gespräche mit anderen, z. B. während einer Reise, kommen dort Länder hinzu oder gewinnen an Interesse. 

Eines dieser Länder ist der Oman. Gelegen auf der arabischen Halbinsel und im Winter mit sehr angenehmen Temperaturen, bei denen Aktivitäten nicht darin bestehen in den nächstgelegenen Schatten zu flüchten. Auf meiner Südafrikareise schwärmten zwei der Mitreisenden von ihren Omanerlebnissen. Die Mischung aus Kultur, Berge, Wüste und Meer faszinierte mich und wurde von den beiden verstärkt.

Bei der Suche nach aktiven Omanreisen bin ich auf einen kleineren Anbieter aus München gestoßen, der genau die Mischung anbot, die mich ansprach. Erleben der Kultur in und um Maskat und anderen kleineren Orten, eine Trekkingtour im Hajargebirge, ein paar Tage in der Wüste und am Ende der Reise die Küste und das Meer. Im Gebirge, in der Wüste und am Strand wird gezeltet. 😀 

Nach Rücksprache stellte sich heraus, dass die zur Verfügung gestellten Zelte nicht ausreichend sind für größere Personen wie mich. Kein Problem, ich habe ja ein eigenes Zelt und nehme dies mit. Der Vorteil dabei ist, dass mir der Auf- und Abbau wesentlich leichter fallen wird, da es das eigene ist, das ich kenne. Ach ja, bei der Reise wird ein wenig Mithilfe wie beim Zeltaufbau vorausgesetzt. 

Die meisten Omanreisen gehen von München aus und andere Flughäfen sind optional. Ich entschied mich für Frankfurt, da dies für mich einfacher ist. Am Reisepreis hätte dies keine Auswirkung gehabt. Hätte! Der Flug von Frankfurt geht einen Tag früher los und so fallen die Kosten für eine weitere Nacht in Maskat an. Für die Mitnahme des eigenen Zeltes gab es einen kleinen Rabatt und dies glich sich nun fast aus. Aber auch ohne diesen Ausgleich hätte ich die Kosten für die zusätzlich Nacht gerne übernommen.

Wie sieht das mit dem eigenen Equipment aus? Es ist fast alles vorhanden, lediglich Heringe für lockeren Boden (Sand) mussten noch gekauft werden. In den Monaten bis zum Reisebeginn kann ich mir noch überlegen, ob ich den Drei-Jahreszeiten-Schlafsack oder eher den Winterschlafsack mitnehme. Für das Gebirge und am Strand sollte ersterer ausreichend sein, für die Wüste bin ich mir da nicht so sicher.


Sommer 2023

Der Kontakt mit dem Reiseanbieter ist per E-Mail und Telefon sehr unkompliziert. 😀 So lies sich die Frage nach dem richtigen Schlafsack schon lösen.

...nein, da die Wüste nicht so hoch liegt, ist sie auch nicht das Problem. Hier sollte es nachts nicht kälter als ca. 10 Grad werden.
  
In den Bergen dagegen schlafen Sie ja auf 2000m Höhe und da kann es tatsächlich um die 5 Grad werden. D.h. wenn die Angabe der Komfortbereich (und nicht der Extrembereich) ist und Sie dazu noch ein Inlett und ggf. auch Socken und lange Unterwäsche oä. mitnehmen, dann sollte es ausreichen.
 
Grundsätzlich bin ich immer dafür, eine gewisse Reserve einzuplanen, denn durch die Tag-Nacht-Unterschiede und die Bewegung tagsüber kommen einem die Nächte oft kühler vor als sie tatsächlich sind.

Somit wird es der Drei-Jahreszeiten-Schlafsack. Ein Inlett verwende ich grundsätzlich und lange Unterwäsche (Funktionskleidung) ist kein Problem.

Oman Air hat im Sommer die Flugzeiten geändert, so das der Flug ab Frankfurt nicht über den Tag, sondern so wie ab München über Nacht erfolgt. Damit wird die zusätzlich Übernachtung in Maskat nicht mehr benötigt.


Dezember 2023

Keine zwei Wochen mehr bis zur Reise und noch immer keine Reiseunterlagen. Darauf hin schrieb ich den Reiseanbieter an und fragte nach. Wie immer kam die Antwort schnell. Es gibt Probleme mit der Fluggesellschaft und daher verzögert sich der Versand der Reiseunterlagen.

Einen Tag später erhielt ich eine E-Mail mit allen Reiseunterlagen und dem Nachweis der Flugbuchung. Ging dann doch relativ schnell. Wie sich herausstellte war die Reisegruppe mit acht Personen gerade so über der Mindestanzahl, was ich immer als positiv empfinde, wenn es eine kleine Gruppe ist.

Wenig später bekam ich noch eine E-Mail, mit den Kontaktdaten einer weiteren Mitreisenden (Martina). Die Reiseanbieter dürfen selbst keine Daten weitergeben, auf Bitte geht es schon mit den eigenen Angaben. So bildete sich schon ein paar Tage vor der Abreise eine Chatgruppe. Es stellte sich heraus, dass wir zu dritt ab Frankfurt fliegen werden.


22. Dezember – Anreise

Der Flug nach Oman war für die Nacht angesetzt, um den Tag selbst entspannter anzugehen hatte ich bereits frei gemacht. Somit konnte ich ausschlafen und mit einem Frühstück mit Brötchen den Tag beginnen. 

Was noch nicht gepackt war, wurde gepackt und die Wohnung grob gereinigt. Letzteres macht das Zurückkommen angenehmer.

Nachmittags war es dann so weit. Mit Svarta fuhr ich nach Frankfurt, um auf dem Parkplatz meines Arbeitgebers zu parken. Eine Fahrt mit der Bahn von Zuhause zum Flughafen wäre möglich gewesen, für die Rückreise jedoch problematisch, da die Bahn eine Vollsperrung ab Januar angekündigt hatte. So konnte ich entspannt von Frankfurt zum Frankfurter Flughafen mit der S-Bahn fahren. Ab dem Hauptbahnhof mussten jedoch ein paar Züge vorbeigelassen werden und die Ankunft am Flughafen verzögerte sich.

Mit dem Sky Train gelangte ich von Terminal 1 zu Terminal 2 und fand dort am Ende der Halle den Check-in von Oman Air. Martina traf ich dort und checkte mit ihr ein. Lena trafen wir später am Gate. Am Gate wurden wir von einem Mann angesprochen, ob wir auf eine Trrekkingreise in den Oman fliegen. Ja! Wie sich herausstellte, war es unser Guide Herwig, der mit uns nach Maskat flog.

Spät am Abend hob die Maschine ab. Vor Mitternacht gab es ein Abendessen, bevor alles im Flugzeug ruhig wurde und zu schlafen versuchte.


23. Dezember – Maskat

Über dem Orient wurde es im Flugzeug heller. Es wurde Tag und ein kleiner Snack zum Frühstück wurde verteilt. Die Ankunft in Maskat war nicht mehr weit…

Von Herwig wurden wir darauf hingewiesen in Maskat so zügig wie möglich zur Einrreisekontrolle zu kommen. Warum, zeigte sich dann vor der Einreisekontrolle. Eine lange Schlange war schon vorhanden und die Einreisekontrolle war gründlich. Will heißen: Geduld war gefragt. Es wurde ein Bild aufgenommen und Abdrücke aller Finger vorgenommen. Am Ende noch die Frage der Aufenthaltsdauer mit unter 14 Tagen bestätigt und ich war offiziell im Oman.

Mit dem Gepäck, das wir anschließend am Förderband entgegennehmen konnten, kamen wir in die Eingangshalle. Warten auf die zweite Maschine aus München war angesagt. Dazu begaben wir uns in ein Café in der Halle, während Herwig mit allen anderen Reisebegleitern auf die Ankunft des Fluges aus München wartete.

Nachdem alle eingetroffen waren, fuhren wir in einem Kleinbus zum Hotel in Matrah und Herwig erzählte uns während der Fahrt, wie dieser Tag verlaufen sollte.

Im Hotel zog es uns gleich in den Frühstücksraum, war es doch gerade die passende Zeit am Morgen. Eine Überraschung war der Kaffee, den es war der typische für den Oman, mit Gewürz, Milch und reichlich gesüßt.

Anschließend verzogen wir uns auf die Zimmer und versuchten ein wenig zu schlafen. Das hatte bei mir zumindest zum Teil geklappt.

Da das Programm erst am Nachmittag starten sollte, hatte ich somit Zeit auf eigene Faust die nähere Umgebung und die Straße bis zum Hafen zu erkunden. In Deutschland war es kalt gewesen, hier nun war es angenehm warm und so lief ich ziemlich gemütlich los. Mit mir verließ ein omanisches Pärchen ebenfalls das Hotel und wir kamen auf den ersten Metern gleich ins Gespräch. Nur kurz, da sich unsere Wege an der ersten Kreuzung trennten.

Zurück am Hotel lief ich zum Pool, da ich dort die Anderen vermutete. So war es auch und nicht nur diese, sondern auch die Teilnehmenden einer anderen Tour befanden sich dort. Ein paar aus unserer Gruppe reisten bereits einen Tag zuvor an und wurden freundlicherweise von der anderen Gruppe adoptiert und konnte uns so schon erste Eindrücke von Maskat schildern.

Wir, das waren auf dieser Reise: Claudia, Lena, Martina, Sandra, Sylvia, Verena, Patrick, ich und unser Guide Herwig. Eine Gruppe aus Teilnehmenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Zusammen fuhren wir in den Riyam Park, eine grüne Oase zwischen Maskat und Meer. Das „Töpfchen“ auf den Bildern ist das Wahrzeichen Matrahs und stellt einen Weihrauchtopf dar. Weihrauch: Etwas, das uns in diesem Urlaub immer wieder begegnete.

Hier picknickten wir, stellten uns vor und sagten, was wir so von diesem Urlaub erwarten.

Da wir eine Trekkingreise gebucht hatten, sollte es an diesem Tag einen Einstieg geben. Vom Riyam Park aus sind wir über ein paar Hügel nach Matrah zurückgelaufen und kamen dort am Souq, dem Markt an. Es bot sich für uns die Möglichkeit in Wechselstuben oder an Bankautomaten an Rial zu kommen. Bei der Wechselstube musste dazu ein Ausweis pro Gruppe vorgezeigt werden, der kopiert wurde für den Nachweis des Geldtausches.

Es war klar, dass es nun durch die engen Gassen des Viertels in Grüppchen ging, um den Markt zu erkunden. Nur leichtes Zögern von uns animierte die Verkäufer sofort auf einen zuzukommen. Meines ist das nicht so wirklich. Ich mag es zwar durch solche Viertel zu laufen, aber nicht unbedingt gleich angesprochen zu werden.

Weihrauch ist mit das am meisten angebotene und es gibt sogar einen eigenen Weihrauch-Souq. Den Weihrauch gibt es in den verschiedensten Varianten, u. a. auch als Öl oder zum Essen.

Dunkel wurde es und wir trafen uns, wie ausgemacht, am zentralen Eingang des Souqs. Nur ein paar Minuten später waren wir in einem Restaurant für das Abendessen. Es gab Salat, Reis und ein Curry. Humus durfte natürlich nicht fehlen, genauso wie das immer wieder anzutreffende Fladenbrot.
Hier lernten wir die ersten Säfte kennen. Angetan hatte es uns der aus Minze und Limone – sehr erfrischend.

Ein paar nahmen nach dem Essen den Bus zum Hotel, ein paar u. a. ich den Fußweg. Am Pool des Hotels trafen sich noch einige aus der Gruppe. Wir sprachen über die Erlebnisse des Tages, bevor wir uns alle auf die Zimmer verzogen.

Tour: ~2 Kilometer, ~120 Höhenmeter


24. Dezember – Moschee und Gebirge

Wir lernten an diesem Morgen nach dem Frühstück unsere beiden Fahrer Heisam und Selim kennen. Ihnen übergaben wir unser Gepäck, das sicher in den beiden Geländewagen verstaut wurde. Mit dem dritten Auto, einem Pickup, wurde die Ausrüstung transportiert.

So fuhren wir zu großen Sultan-Quabus-Moschee in Maskat. Eine der größten Moscheen weltweit und das ist sie vor Ort noch viel mehr, wie in den verschiedensten Beschreibungen. Der Teppich im Gebetsraum der Männer war der Größte bei Fertigstellung der Moschee und unglaublich, wenn man ihn sieht. Beachtlich auch die natürliche Belüftung, die im Gebetsraum für ein sehr angenehmes Klima sorgt.

Für die Führung durch die Moschee hatten wir eine sehr kundige zusätzliche Begleitung, die auf alle Fragen eine Antwort hatte. Es wurde natürlich darauf geachtet, dass wir korrekt angezogen waren (lange Hose, Arme bedeckt und Haare unter einem Tuch) und dort, wo nur barfuß erlaubt war, dass die Schuhe ausgezogen wurden.

Bei dem warmen Wetter zuerst keine angenehme Angelegenheit, sich so zu verhüllen. In der Moschee und auf dem gepflasterten Gelände darum ging es dann doch ganz gut.

Nun verließen wir Maskat, die Küste und fuhren in das Gebirge Al Akhdar, das Grüne Gebirge. Na ja, grün ist aus deutscher Sicht etwas anderes, denn das Gebirge wirkte von weitem nicht wirklich grün.

Bevor es wirklich in die Berge gehen sollte, fuhren wir zuerst auf einen Aussichtshügel und danach durch die Oase Birkat Al Mouz. Diese war von oben nur als Dattelpalmewald in Hellgrün zu sehen, beim Durchfahren war alles in sattem Grün und es zeigte sich, dass hier auch viele Bananenstauden wachsen.

In Birkat Al Mouz stoppten wir für das Mittagessen. Typisch omanisches Essen sollte es geben. Für uns im Außenbereich am Tisch. Im Restaurant befinden sich abgeteilte Bereich, vor denen Schuhe standen. In diesen Bereich wird traditionell auf einer Decke sitzend gegessen.

Während wir aus Gewohnheit zu Messer und Gabel griffen, aßen unser Guide und die Fahrer, so wie es im Oman üblich ist, mit der Hand.

Nach dem Essen ging es in die wirklichen Berge und damit der Straße folgend nach oben. Das Bergdorf Al Akhdar, unser nächstes Ziel. Dort unternahmen wir in einer Höhe von fast 2000 Meter eine Wanderung durch Terrassenfeldern. Angebaut werden hier Rosen für Rosenwasser, Granatäpfel und Oliven. Die Bewässerung erfolgt über Falaj (sprich Falasch). Kennengelernt hatte ich diese Art der Bewässerung auf Madeira im November 2021. Dort nennt sie sich Levada und kommt ursprünglich von den Arabern, die die Insel vor langer Zeit besetzten.

Die Beine nach der längeren Fahrt in den Terrassenfeldern zu vertreten, tat gut.

Wir fuhren noch weiter, um unseren ersten Zeltplatz der Reise vor Anbruch der Dunkelheit zu erreichen. Eine steinige, ebene Fläche auf der es galt die Zelte aufzustellen. Ich hatte mein eigenes Zelt mit dabei und somit keine Mühe es aufzubauen, da ich damit vertraut bin. Nur ohne die Verwendung von Heringen – der Boden war zu fest dafür – musste mit umliegenden Steinen eine Lösung gefunden werden.

Ein „Teppich“ wurde ausgebreitet und heißes Wasser bereitgestellt für Kaffee und Tee. Dieser Teppich war immer der zentrale Punkt beim Zelten und der Platz für das Essen.

Das Abendessen fand nicht am Zeltplatz statt, sondern in einer nahegelegenen Stadt bei einem Türken. Während des Essens kam es zu einem kurzzeitigen Stromausfall, der unsere Laune nicht schmälerte.

Zurück auf dem Zeltplatz wurde ein Lagerfeuer angezündet, um das wir uns versammelten. Wir befanden uns auf über 2200 Meter, es war kalt und ein stetiger Wind ließ es noch kälter erscheinen.

Tour: ~3 Kilometer, ~230 Höhenmeter


25. Dezember – Blick in das Wadi Mistal

Die Nacht war windig, mit Böen. Einige Zelte hatten ordentlich geflattert und damit keinen ruhigen Schlaf beschert. Meines hingegen stand super und hat dem Wind gut getrotzt, sodass ich ausgeschlafen die Morgensonne begrüßen konnte. Kühl war es dennoch und so packte ich mich für das Frühstück gut ein.

Für die Wanderung mussten wir ein paar Kilometer fahren und auf dem Weg hielten wir an einer öffentlichen Toilette. Ein Ritual, das sich die nächsten Tage wiederholte. Wenn wir zelteten, war es vor Erreichen des Zeltplatzes und am nächsten Morgen das Erste, dass wir eine öffentliche Toilette anfuhren. Gezeltet wurde immer wild! In der OpenStreetMap sind zwar einige dieser Zeltplätze eingezeichnet, das ist jedoch eher als Hilfe für eine geeignete Stelle zu sehen und nicht als Info für einen bewirtschafteten Campingplatz.

Wir fuhren an den Rand von Al Akhdar, jenem Dorf, das wir am Tag zuvor schon besuchten. Diesmal jedoch am entgegengesetzten Ende. Es ging auf eine Wanderung durch mehrere Täler bis zu einem Pass, an dem wir Rast machten. Von dort hatten wir einen fantastischen Blick in das Tal des Wadi Mistal.

Auf dieser Tour zeigte sich uns, warum es sich um das Grüne Gebirge handelt. Es ist eben tatsächlich grün an manchen Stellen. Unterwegs sahen wir viele Ziegen, ein paar Esel in einiger Entfernung und immer wieder Bergeidechsen.

An Sträuchern, Bäumen (auch Olivenbäumen) liefen wir vorbei und darunter durch. Genauso oft liefen wir durch felsiges, mit viel Geröll versehenes Gelände. Die Wanderung war von der Anforderung leicht, jedoch musste gut balanciert werden auf dem Geröll.

Am Ende der Tour wurden wir von unseren beiden Fahrern erwartet und überrascht. Alles war für unsere Ankunft vorbereitet und so bekamen wir frischen Kaffee und Kuchen, den Miram, die Schwester von Heisam für uns gebacken hatte.

Zurück am Zeltplatz wurde heißes Wasser bereitgestellt und wir versammelten uns auf dem Teppich für einen Nachmittagskaffee/Tee. Zuvor wurden jedoch noch zwei Zelte, die es während unserer Abwesenheit weggeweht hatte, eingesammelt und wieder aufgebaut.

Als es dunkel wurde, war die Zeit für das Abendessen gekommen. Unser erstes Abendessen an einem Zeltplatz. Dazu wurde reichlich gekocht und die Heckklappe des Pickups geöffnet, um dort das Buffet bereitzustellen.

Reis, ein Curry mit Huhn, gedämpftes Gemüse, Salat und Fladenbrot gab es. Alles sehr lecker.
Gegessen wurde wieder am Lagerfeuer, denn kaum war die Sonne verschwunden, wurde es wieder kühl.

Tour: 9,6 Kilometer, ~500 Höhenmeter


26. Dezember – Hochplateau

Auch in dieser Nacht war es wieder windig gewesen. Das Frühstück nahmen wir erneut gut eingepackt auf dem Teppich zu uns.

Anschließend wurden die Zelte abgebaut und alles Gepäck kam auf den Teppich. Wir wurden dann zum Startpunkt der Wanderung gebracht, während unsere Fahrer zurückfuhren und alles in bzw. auf die Autos packten und zum Endpunkt der Wanderung fuhren.

Am Rande von Ar-Ruus begann unsere Wanderung über ein Hochplateau. Heute war es eine Wanderung durch eine wesentlich kargere Gegend.

Zur Hauptpause befanden wir uns auf einem Steinplateau mit einem überwältigenden Blick in ein Tal, in dem wir versteckt sogar ein Bergdorf erkennen konnten. Für die Pause hatten wir wie am Tag zuvor und an den noch folgenden Tagen während des Frühstücks unsere Lunchbox mit dem gefüllt, was wir essen wollten.

Es ging noch einige Zeit danach weiter über das Hochplateau, bis wir in ein Tal abstiegen, das einer Savanne glich. Trocken war es und wenig wuchs hier. Am Berghang, den es dann nach oben ging, war es wieder sehr grün, um oben erneut in die Kargheit zu verfallen.

Während dieser Wanderung konnten wir in der Weite die Spitze des Jebel Shams, Omans höchstem Berg sehen, dem wir uns in den nächsten Tagen noch nähern sollten.

In Qiyut wurden wir erwartet und es folgte eine Fahrt, die auf einer Staubpiste begann zum nächsten Zeltplatz. Dieser war am Rand von Tanuf. Wieder ein steiniger Untergrund, nur dieses Mal normaler Schotter und etwas angenehmer durch rundliche Steine.

Gegenüber des trockenen Flusslaufes verläuft der Falaj Tanuf. Über einen Eingang unterhalb konnten wir diesen unterqueren, um einige Meter weiter auf diesem zu sein. Noch ein paar Meter weiter im Falaj um eine Ecke gelaufen und wir waren in einer Höhle, durch den der Falaj verlief. Unsere Badewanne! In mehreren Gruppen zog es uns dort für ein Bad hin.

Zum Abendessen gab es Gegrilltes: Fleisch- und Tintenfischspiese, Kartoffeln in Alufolie, ein Dip, Salat und Fladenbrot. Etwas nervig waren die Katzen, die durch den Geruch des Essens angelockt wurden, von uns jedoch nichts abbekamen. 😁

Zum Nachtisch gab es Kaffee, Tee und Kekse. Das war auf dem Teppich an diesem Abend viel angenehmer, war es an diesem Zeltplatz doch sehr viel wärmer.

Auf dem Teppich rückten wir anschließend etwas näher, den Herwig breitet eine Landkarte von Oman aus. Anhand der Karte erklärte er unsere Reiseroute, uns die Orte, an denen wir waren und sein werden.

Der Abend hatte auch einen traurigen Moment. Unser Fahrer Selim, mit dem wir viel Spaß hatten, verließ uns. Als Ersatz kam Badr zu uns.

Tour: 10,6 Kilometer, 850 Höhenmeter


27. Dezember – Balad Sayt nach Bimah

Der Schlaf war erholsam und es war sogar so warm über Nacht gewesen, dass ich den Schlafsack nur als Decke verwendet hatte.

Da bis zum Frühstück noch Zeit war, machte ich mich auf, um die im morgendlichen Sonnenlicht schimmernde Felswand und den Wadi zu fotografieren. So bot sich für mich auch die Möglichkeit, den Eingang zu unserer Badewanne vom Vortag zu fotografieren, ohne jemanden zu stören.

Was sich wohl unter den Alufolien verbirgt? Zu jedem Frühstück gab es irgendeine Eispeise. Manchmal gekochte Eier, manchmal wie an diesem Tag French Toast, manchmal Rührei oder Omelett. Das Frühstück bei dem tollen Wetter im Freien erfreute uns alle.

An diesem Ort sollten wir nur diese eine Nacht bleiben. Somit wurde alles nach dem Frühstück gepackt und verstaut. Es ging auf die weitere Reise. Einen Stopp zum Tanken, einen an einer Toilette und dann einer mit einer weiten Sicht von einem Pass. An diesem Pass war dann auch das Ende der geteerten Straße. Die nächsten Kilometer waren wir auf einer Staubpiste bis zu einer kleinen Oase unterwegs.

Von hier ging unsere Wanderung los. In eine unscheinbare Schlucht ging es, die sich als ganz toll entpuppte. Das lag am Gestein, an den Klettereinlagen und an dem Geburtstagsständchen mit Hall, das ich bekam. 😊

Am Ende der Schlucht kamen wir in dem Örtchen Balad Sayt heraus. Durch die umliegenden Felder und das Dörfchen liefen wir. In einem Dattelpalmenfeld kam uns ein Dorfbewohner entgegen und bot Kaffee und frische Datteln an. Er hatte uns wohl von weitem schon kommen sehen. Die Datteln waren gut, den Kaffee lehnten wir ab, da wir uns nicht allzu lange hier aufhalten wollten.

Am anderen Ende des Ortes liefen wir einen, nicht immer gut zu erkennenden Weg bis zu einem Pass nach oben. Kaum aus dem Dorf heraus kam uns der Geruch von Essen entgegen. Im Wadi sahen wir dann einen Mann etwas kochen und kurz darauf begegnete uns eine estnische Reisegruppe.

Der Weg nach oben war schon ordentlich steil und steinig, sodass es mit der Sonne schnell warm wurde. Herwig lief in der Mitte mit und ich oft vorne weg. Mir machte es Spaß, den Weg zu suchen, der manchmal sehr schwer zu erkennen war.

Den Pass nutzen wir für eine Pause, bot sich hier doch ein Plätzchen mit Schatten an.

Auf der anderen Seite des Passes mussten wir ein wenig kraxeln. Die ersten Meter waren eng und leicht ausgesetzt. Kaum war dies hinter uns, folgten wir unserem Guide durch ein Loch, das sich als Einstieg zu einer kurzen Höhle herausstellte. Danach war es ein längerer, leichter Weg nach unten. Unterwegs kam uns eine weitere Reisegruppe entgegen, die erste größere Gruppe, der wir in den Bergen begegneten.

Unser Ziel Bimah erreichten wir, nachdem der Weg uns durch einige bewirtschaftete Terrassenfelder mit Dattelpalmen, Bananenstauden und ein paar anderen Pflanzen bis zu einem Bergdorf brachte. Bald war der Beginn des Wadis im Tal erreicht und am Ende des Wadis kamen wir in Bimah an. Unsere Fahrer waren bereits dort.

Nach einer kurzen Einweisung brachten wir unser Gepäck in die Gruppenzimmer. Patrick hatte sein eigenes und Herwig, sowie die Fahrer ein anderes. Nun konnten wir alle in Ruhe duschen und fanden uns fast alle nach und nach im Aufenthaltsbereich (im Freien) für einen Kaffee oder Tee ein. Sehr gemütlich und relaxt das Ganze.

Für das Abendessen wurde ein spezielles Fladenbrot auf einer Tonne zubereitet. Unser Gastgeber war sehr geschickt darin den Teig zu einem großen dünnen Fladen zu bringen und ihn zu backen.

Zum Abendessen gab es Suppe, Reis, Käsenudeln, ein Gemüsecurry, Rindfleisch und Hähnchenteile sowie Salat und selbstverständlich das zuvor zubereitete Fladenbrot.

Kaum waren wir fertig mit dem Essen, folgte noch eine Überraschung. Es gab einen Geburtstagskuchen. 😀 Es gab auch eine weitere Überraschung: Das Licht fiel kurz aus und von hinten bekam ich ordentlich Sprühschaum und Glitzer ab. 😅 Ein wenig eingesaut war ich dann schon, fand es aber auch lustig. Unsere Fahrer, die mich mit dem Sprühschaum und Glitzer bedacht hatten, hatten somit auch ihren Spaß an diesem Abend.

Tour: 7,7 Kilometer, ~530 Höhenmeter


28. Dezember – Gratwanderung

Unsere Anweisung am Vortag war, unsere Tagesrucksäcke zu optimieren. D. h. so leicht wie möglich sollten wir unterwegs sein, den die Tour mit der höchsten Anforderung stand bevor. Viele Höhenmeter, steil und oft ausgesetzte Stellen wurden angekündigt.

So packten wir nach dem Frühstück unsere Tagesrucksäcke und die Gepäcktaschen, die später noch von den Fahrern geholt werden würden. Später, den diese brachten uns zuerst nach Balad Sayt, dem Dörfchen vom Vortag.

Was nun folgte, war eine anspruchsvolle Tour, die wir gut gemeistert hatten. Unterwegs wurden wir von der sehr sportlichen Gruppe aus Estland überholt (die vom Vortag) und die zweite Reisegruppe, der wir am Vortag begegneten, kroch uns mit deutlichem Abstand hinterher. Wir waren somit das gute Mittelfeld.

Nach rund 900 Höhenmeter kamen wir auf einer großen Steinplatte an, auf der die estnische Gruppe Rast machte und wir ebenso.

Bis zum Ende der Tour, die fast in der Nähe des Passes vom Vortag lag, wo wir unseren Autostopp machten, war es noch ein wenig. Bergab, Bergauf kamen so nochmals einige Höhenmeter dazu.

Wir wurden am Ziel erwartet und mit Kaffee sowie Wasser gut versorgt. Auch Selim, der uns zwei Tage zuvor verlassen hatte, war vor Ort. Er wartete auf die nachfolgende Gruppe.

K.o. und zufrieden fuhren wir nun zu unserem nächsten Zeltplatz. Ein Platz in den Bergen, oberhalb von Al Hamra. Ein Pärchen hatte zwar schon sein Zelt dort aufgebaut, für unsere war in der Umgebung jedoch noch reichlich Platz.

Für den Kaffee auf dem Teppich nach dem Zeltaufbau ließen wir uns reichlich Zeit.

Für das Abendessen sind wir nach Al Hamra gefahren, um jemenitisch zu essen. Lt. Herwig ist das Pflicht, wenn man in den Oman kommt. Dabei handelte es sich um Reis mit einer Soße und sehr lange gegartem Ziegenfleisch. Dazu gab es wieder Minze-Lemon-Saft. Den Abschluss bildeten drei Nachspeisen in Schälchen, die am Tisch rund gingen. Zwei Nachspeisen sahen von oben identisch aus, schmeckten allerdings unterschiedlich aufgrund der verschiedenen Füllungen.

Tour: 6,9 Kilometer, ~1340 Höhenmeter


29. Dezember – Oase Misafat Al Abriyeen

Das gemütliche Frühstück im Freien fand an diesem Tag etwas später, nämlich erst um 8:00 Uhr statt. Nach den letzten zwei Tagen sollte heute ein entspannter Tag mit Spaziergang kommen.

Von unserem Zeltplatz fuhren wir die Staubpiste zur nächsten geteerten Straße und waren damit schon so gut wie am Ziel. Die Oase Misfat al Abriyeen ist eine der Vorzeigeoasen im Oman und durch diese schlenderten wir. Zuerst durch das Dorf und dann durch die Gärten bis zur Quelle und zurück.

Früh am Morgen waren noch nicht viele Touristen dort unterwegs und die wenigen hatten sich genauso wie wir uns an die Bitte der Kleidungsvorgabe gehalten. Knie und Schultern sollten bedeckt sein. Mittags-/Nachmittags war leider öfter zu sehen, dass dies missachtet wurde. Wieso eigentlich? Ja, es war warm, aber dass die Region muslimisch geprägte ist, war doch vor der Reise schon bekannt gewesen.

Nun, wir hatten wie erwähnt morgens noch unsere Ruhe und wurden mit einer üppigen, grünen Oase überrascht. Dattelpalmen, Bananenstauden und Olivenbäume werden angebaut. Gelegentlich sahen wir Papayas und auch Hirse. Schmetterlinge flogen umher und sogar einen Frosch entdeckten wir nahe der Quelle.

Unser gemeinsamer Spaziergang endete im Old House Misfah. Dort auf der Terrasse gab es verschiedenste Säfte zum Mittag. Mango, Ginger-Lemon, Ginger-Lemon-Honey, Avocado und viele weitere Säfte gab es. Es dauerte etwas, bis die Säfte kamen, das lag jedoch daran, dass diese alle frisch zubereitet werden. 😀

Nach dem Mittag sind wir in verschiedenen Grüppchen auf eigene Entdeckungstour durch die Oase Unterweges gewesen.

Uns stand es dann frei, wie wir zum Zeltplatz zurückkommen. Die meisten nahmen die Möglichkeit wieder zurückzufahren. Lena und ich nahmen den Fußweg. Vor dem Dorf konnten wir am bzw. durch den Friedhof in das Wadi laufen. Durch dieses liefen wir bis fast zum Zeltplatz. Nur die letzten paar Meter waren auf der Staubpiste. Die Tour im Wadi war toll, war es doch dort angenehm im Schatten zu laufen und abenteuerlich einen Weg über und durch die Felsen zu finden.

Am Zeltplatz trafen wir alle anderen. Die meisten saßen im Schatten eines Baumes, zu denen wir uns gesellten. Der Rest des Nachmittags war mit relaxen und Kaffeetrinken verbunden.

Die abendliche Campingküche brachte uns: Reis, Gemüse, Fisch, Humus und Fladenbrot. Der Fisch kam fertig aus Al Hamra und war leider zu tote gebacken worden. Schade, für die drei Fischsorten, die es zu essen gab. Zum Nachtisch gab es eine leckere, von Badr zubereite Süßspeise. 😀

Spaziergang: 5,9 Kilometer
Tour: 2,7 Kilometer, ~180 Höhenmeter


30. Dezember – Balcony Walk / Omans Grand Canyon

Über Nacht zog Nebel auf und alles war an diesem Morgen damit in einer anderen Stimmung. Bis zum Frühstück verzog sich der Nebel weitgehend und wir bekamen die ersten Sonnenstrahlen des Tages ab.

Es sollte wieder weitergehen und damit war wieder großes Packen angesagt. Ich hatte dazu meine Tasche gepackt und auf dem Weg zum Auto versucht ich einen Felsen hoch zu laufen, der mit dem Gewicht auf dem Rücken wohl zu hoch war. Letzten Endes lag ich auf der Tasche wie eine Schildkröte auf ihrem Panzer und musste über mein eigenes Missgeschick lachen.

Zum Abschied von Al Hamra gab es dort einen Fotostopp und einen Stopp, um Eis für die Kühlung der Lebensmittel einzukaufen.

In den Bergen im Hintergrund war unser Zeltplatz der letzten zwei Tage.

Auf der Fahrt zu unserer nächsten Wanderung, die länger war, machten wir einen weiteren Fotostopp am Wadi Ghul. Dort waren die Häuser einer alten Siedlung vor einer Oase zu sehen.

Bevor wir dann aber tatsächlich zum Parkplatz für den Start der Wanderung kamen, gab es einen letzten Fotostopp am Rande des Canyons, durch den wir wandern sollten. Schon hier waren wir nicht alleine, da es ein beliebter Aussichtspunkt in den Canyon, unterhalb des Jebel Shams ist.

Am Parkplatz war dann zu sehen, dass wir definitiv nicht alleine unterwegs sein würden. Sehr viele Autos standen hier schon und die, die zu nahe an Bäumen parkten, wurden von den umherlaufenden Ziegen genutzt, um an höher hängende Blätter zu kommen.

Die Wanderung nennt sich berechtigterweise Balcony Walk, da sich immer ein toller Blick in den Canyon ergibt. Eine Gruppe mit Kletterausrüstung lief fast parallel mit uns den Weg bis an das Ende. Am Ende folgten wir Herwig über einen leicht versteckten Pfad zu einem kleinen See. Am See machten wir Rast und die Klettergruppe seilte sich währenddessen immer wieder von oben ab. Pause mit Show. 😀

Zurück ging es den gleichen Weg. Nach der Wanderung sollte es zum nächstgelegenen Resort gehen. Da sind wir dann aus einem mir nicht bekannten Grund jedoch vorbeigefahren und zum nächsten Resort, dem Sana Heights Resort Jebel Shams.

Hier bot sich die Möglichkeit wieder ausgiebig zu duschen, was wir alle genossen. Die Zeit bis zum Abendessen verwendete ich für einen Rundgang im Resort und auf einen Hügel hinter den Lodges, auf dem sich schon einige andere Gäste des Resorts eingefunden hatte. Der Hügel ist ein guter Aussichtspunkt über die Gegend und für den Sonnenuntergang.

Das Abendessen war ein Zeitpunkt für warme Kleidung, denn der Essensraum war nicht geheizt und wir waren in den Bergen. Zum Essen selbst gab es ein Buffett u. a. mit Suppe, Salat, Reis, Nudeln mit Käsesoße, Dal, Gemüse, Rindfleisch und Hähnchenteile. Zum Nachtisch wurden Erdbeerwackelpudding und Pannacotta in Gläschen geboten.

Tour: 9,6 Kilometer, ~590 Höhenmeter


31. Dezember – Nizwa

Frische 13 Grad hatten wir morgens beim Frühstück im Resort. Da merkt man doch die Lage in den Bergen.

Gesättigt und die Autos gepackt machten wir uns auf den Weg nach Nizwa, einer Stadt am Rande des Gebirges. Vor sehr langer Zeit war Nizwa die Hauptstadt Omans. Herausragend ist die alte Festung mit ihrem riesigen Turm, den wir besteigen konnten und der Souq, der mit vielen Köstlichkeiten einlädt.

Besonders die Datteln sind gerade in Nizwa mit die Besten, die es im Oman gibt. Eine andere Leckerei, die häufiger zu sehen war, ist Halva.

Wie immer schreibt Wickie aus dem Urlaub eine Postkarte nach Wien. Da wir nach der freien Erkundung des Souqs noch Zeit hatten, war es der ideale Zeitpunkt, die Karte bei einem Kaffee zu schreiben.

Am Rande von Nizwa kehrten wir bei einem Türken für das Mittagessen ein. Es gab wieder reichlich leckeres Essen. Danach folgte eine der längsten Autofahrten in diesem Urlaub von Nizwa nach Al Hawiyah, einem Ort am Rand der Wüste Rimal Al Wahiba. Bei einem Reifendienst wurde kurz haltgemacht, um den Luftdruck der Reifen für die Fahrt in der Wüste zu verringern.

Am Ortsende kamen wir dann in die Wüste, auf die wir so gespannt waren. Diese Wüste ist, zumindest im Winter, eine teilweise „grüne“ Wüste. Auf der Fahrt durch die Wüste zu unserem Zeltplatz war dies gut zu sehen.

Unsere Fahrer hatten auch sichtlich Spaß am Fahren im Sand und uns gefiel es ebenso.

Eine Düne ging es am Ende hoch. Die Autos nur mit den Fahrern und wir zu Fuß hinterher. Herwig war dies so lieber. In einer Kuhle parkten die Autos und daneben wurde unser Teppich ausgebreitet.

Wir schnappten uns unser Gepäck und die Zelte und verteilten uns in der Umgebung. Der Zeltaufbau war gar nicht so einfach. Ich hatte es leichter, da ich Sandheringe dabei hatte. Der Wind, der den feinen Sand umher blies, kam während des Aufbaus des Zeltes selbst durch das feine Meshgewebe des Zeltes, sodass ich nach Aufbau des Zeltes gefühlt die halbe Wüste im Zelt hatte. 🤣

Zum Abendessen gab es Kartoffeln in Alufolie und Gemüse mit Käse, das beides im Lagerfeuer schmorte. Hinzu kamen Hühnchenteile, Salat und eine große Schüssel mit einer Auberginencreme. Das übliche Fladenbrot fehlte natürlich nicht.

Ein Lagerfeuer wärmte uns ein wenig, den nach dem Untergang der Sonne wurde es kühler. Unser Zeltplatz befand sich auf ungefähr 300 Höhenmeter und somit in einer niedrig gelegenen Wüste, in der es Nachts nicht so kalt wird, dennoch war der Unterschied zu spüren.

Auf der Fahrt zum Zeltplatz sahen wir Dromedare und Ziegen. Im Sand am Zeltplatz noch weitere Spuren. Herwig zeigte uns die verschiedenen Spuren und wies darauf hin, dass diese von Wüstenmäusen und Käfern kommen. Theoretisch gibt es in dieser Wüste auch Schlangen, gesehen hatten wir keine.

Aber Wüstenmäuse hatten wir gesehen. 😀 Erst eine, als wir mit dem Abendessen anfingen. Sie kam recht zögerlich, aber dennoch immer wieder bis an den Rand des Teppichs. Später kamen noch zwei weitere Wüstenmäuse hinzu.

Da wir weit genug in der Wüste waren, konnten wir in dieser Nacht deutlich mehr Sterne wie sonst am Himmel entdecken, die meist vom Licht der Orte und Städte überstrahlt werden.

Ich verzog mich mit meinem Schnupfen, den ich mir ein paar Tage zuvor eingefangen hatte, am späten Abend in mein Zelt. Dort hörte ich noch zwei Podcasts, bevor ich mich schlafen legte. Um Mitternacht hörte ich die Anderen und schaute kurz heraus. Ein Feuerwerk war in der Ferne zu sehen. Wir waren nicht die Einzigen, die in der Wüste zelteten, das Feuerwerk jedoch kam von einem Desert Camp in einiger Entfernung.


01. Januar – Wüste

Über Nacht kam die Feuchtigkeit und legte sich auf alles ab. Das Außenzelt war deutlich nass und in der Senke war sogar in einiger Entfernung noch leichter Nebel zu sehen. Mit der aufsteigenden Sonne wurde es jedoch wieder schnell warm und von der Feuchtigkeit und dem Nebel nichts mehr zu spüren.

Vor dem Innenzelt entdeckte ich am Morgen ein paar Spuren. Da waren wohl ein paar Wüstenmäuse über Nacht zu Besuch bekommen.

Wach wurde ich übrigens von dem Geräusch einiger Quads. Wo die herkamen, hat sich Nachmittags herausgestellt. Die Auflösung gibt’s später. 😉

Wieder alles packen! Nach dem Frühstück stand erneut das große Packen an. Gefühlt war alles voller Sand. 🤣 Das ganze Gepäck wurde verstaut und wir machten uns zu Fuß auf in die Wüste. Das Laufen im Sand war sehr unterschiedlich. Zum einen war es abhängig davon, ob loser oder fester Sand, zum anderen von der Sandart, von der gibt es in dieser Wüste drei unterschiedliche Arten gibt. So sind wir über Dünen, durch ein Tal und wieder durch eine Dünenlandschaft gelaufen. Mit steigender Sonne wurde es immer wärmer und wärmer.

Auf den Sicheldünen zu laufen machte Spaß, vor allem wenn es auf der Seite mit dem lockeren Sand hinunterging. Wir liefen gar nicht so lange und kamen zur Mittagszeit im Dessert Camp an. Das genügte uns, den die Sonne brannte mittlerweile deutlich.

Im Camp wurden wir mit Tee und Wasser begrüßt. Solange wir auf die Zurverfügungstellung der Apartments warteten, erklärte uns Herwig den Ablauf des restlichen Tages und des folgenden. Insbesondere ging es um die Kleidung, Rucksäcke und wasserdichte Säcke für eine Tour in einem Wadi.

Unsere Fahrer hatten das Camp auch schon erreicht und wir bezogen nach und nach unsere Unterkunft. Ich packte alles aus, was noch mit reichlich Sand versehen war, um den Sand auszuschütteln. Dies war u. a. der Schlafsack und das Inlett.

Die Dusche zur Erfrischung tat gut. Der Nachmittag wurde mit einem Rundgang im Camp und Relaxen verbracht. Für den Sonnenuntergang wurden uns mehrere Möglichkeiten angeboten. Ein paar sagten dem Dromedarausflug in den Sonnenuntergang zu, ein paar bei denen ich war dem Ausflug mit dem Auto in die Dünen (Dune Bashing) für den Sonnenuntergang. Die Möglichkeit ein Quad (da ist es!) zu nehmen, wählte keineR.

Auf dem Rückweg in das Camp grub sich der Jeep, in dem ich mitfuhr, in den Sand ein und kam zuerst nicht frei. Am Ende gelang es Badr dann doch aus dem tieferen Sand heraus zu kommen. Als wir im Camp ankamen, kam auch die Gruppe mit den Dromedaren an.

Vor dem eigentlichen Abendessen wurde eine traditionelle Fladenbrotzubereitung angekündigt. Da ich mein Brot seit Jahren selbst backe, war das natürlich sehr reizvoll für mich. Vor dem Hauptgebäude gibt es einen größeren Bereich mit einer Art Kunstrasen ausgelegten Fläche und vielen Sitzkissen sowie einer Feuerstelle. Dort hatten Claudia und ich einen Teil des Nachmittags verbracht.

Vor dem Betreten der Fläche wurden die Schuhe ausgezogen, so wie es sich hier gehört. Das Feuer loderte schon und ein Mann war mit dem Formen und Backen von Fladenbroten beschäftigt. Im Kessel auf dem Feuer wurde Dromedarmilch erwärmt. Diese mit Thymian verfeinert gab es in Gläschen zum Probieren. Auf Nachfrage beim Bäcker wurde mit gesagte, dass der Teig aus Mehl, Wasser und Salz besteht. Damit unterscheidet er sich nicht wirklich von einem einfachen deutschen Brot, bei dem lediglich Sauerteig oder Hefe noch dazu kämen.

Wir hatten Glück mit einem Omani, der sich mit uns unterhielt und viel erklärte zu dem, was vor sich ging. So wurde das Fladenbrot später gestampft, mit Honig, Öl und Kamelmilch vermischt zu einer Süßspeise verarbeitet. Diese wurde dann an alle in Schüsselchen verteilt. Sehr lecker und ausgesprochen sättigend. Bei den Gesprächen kamen wir sogar in Kontakt mit dem Besitzer des Camps, der an diesem Abend ebenfalls anwesend war. Wie schon öfter auf dieser Reise bemerkt, hilft es sich an die Gepflogenheiten zu halten und man wird freundlicher aufgenommen bzw. kommt schneller in Kontakt.

Dann war die Zeit für das Abendbuffet im Innenraum des Hauptgebäudes gekommen.

Gesättigt sind wir danach wieder zurück auf die gemütliche Fläche. Ein paar Omanis mit Trommeln und Gesang luden zum fröhlich sein ein. Immer wieder liefen sie mit den Trommeln und singend auf der Fläche auf und ab und animierten uns mitzumachen.

Ein kurzes Feuerwerk wurde am späten Abend auf einer freien Fläche des Camps gezündet, so wie am Abend zuvor. Wir blieben noch eine Weile, bis es Zeit war für das Bett.

Tour: 4,4 Kilometer, ~90 Höhenmeter


02. JanuarWadi Bani Khalid

Am Morgen war im Camp alles in Nebel gehaucht. Ein wenig konnte ich das bereits im Apartment spüren. Die Tür des Apartments war nicht vollkommen dicht und ließ so die Kühle ins Zimmer, was durchaus angenehm war. Was ich am morgen ebenso hörte, war das Rauschen von Wasser. Wie sich später herausstellte war es das Wasser, das in den Kanal am Apartment floss, damit die Pflanzen wie die Dattelpalme genügend Wasser bekommen.

Das Frühstückgab gab es im Gruppenraum. Wir fuhren danach los zum Wadi Bani Khalid. Na ja, nicht so direkt. Unsere Fahrer sind ja auch irgendwo Spielkinder gewesen und so sind wir vom Camp erst einmal mit vollem Tempo die gegenüberliegende Düne hoch. 😀

Auf dem Weg aus der Wüste fuhren wir an einer frei laufenden Gruppe von Dromedaren vorbei, die wir langsam passierten. Ein Pickup mit zwei Dromedaren im Schlepptau kam uns ebenfalls entgegen. Diese Dromedare waren für Rennen vorgesehen und hatten Startnummern auf dem Hals.

Ohne eine weitere große Düne bergab geht es nicht aus der Wüste und so wurde ein kleiner Umweg gefahren. Am Ende der Wüste drückte Heisam mit dem Pickup, der die meiste Leistung hatte, (V8, 5,7 L, 4×4) noch ein letztes Mal richtig aufs Gas. Die Folge war allerdings, dass der Reifen eines Vorderrades von der Felge rutschte.

Kein Problem! In Windeseile wurde das Rad gewechselt. So fuhren wir zum Reifenhändler, der auf alle Fälle aufgesucht werden musste, um wieder mehr Druck auf die Reifen zu bekommen. Der heruntergerutschte Reifen wurde auf die Felge gedrückt und aufgeblasen – alles war wieder ok.

Wir fuhren zu einem Dorf im Wadi Bani Khalid, um durch das Wadi bis zu einem weiteren Dorf zu wandern bzw. zu schwimmen. Ja, schwimmen. Teile des Wadis können nur schwimmend zurückgelegt werden. Deshalb gab es am Vortag genaue Angaben zur Tour. Unser Einstieg in das Wadi liegt unterhalb des von den meisten Gruppen besuchten Pools und ist weniger bekannt.

Anfangs liefen wir durch bewirtschaftete Felder bis zum Einstieg in das Wadi. Dort begann die eigentliche Tour. Laufen, Klettern und immer wieder kurz in das Wasser bis zu einem größeren Pool, an dem wir eine Rast einlegten und badeten.

Weiter ging es danach im selben Rhythmus. Nur war es dann nicht damit getan, durch das Wasser zu laufen, sondern es mussten weitere Stecken geschwommen werden. Eine sehr willkommene Abwechslung zu den Tagen zuvor in den trockenen Bergen und der Wüste. Gerade unsere Wasserratten Verena und Sylvia waren voll in ihrem Element.

Vor dem nächsten Dorf versiegte das Wasser und das wenige, das übrig blieb, floss in einen beginnenden Falaj. Hier war eine Zwangspause nötig. Wir trockneten uns grob ab und zogen T-Shirts und kurze Hosen oder ähnliches an. In Badekleidung in ein ländliches, muslimisch geprägtes Dorf zu kommen gehört sich nun mal nicht.

Wir liefen noch einige Zeit auf und an dem Falaj entlang, bis wir das Dorf erreichten. Vor dem Dorf begannen die bewirtschafteten Felder mit Dattelpalmen und Bananenstauden sowie Orangen. Rizinuspflanzen hatten wir innerhalb des Wadis immer wieder gesehen, hier dann nicht mehr.

Im Dorf wartete bereits Badr mit den Autos. Unterwegs hatte er Sandwiches eingekauft, die es nun gab. Die Hälfte davon war mit Falafel gefüllt, die andere Hälfte mit Hähnchen. (Da wir kurz vor der Tour einen weiteren Fahrer aufnahmen, konnte dieser mit Badr die Autos zum Zieldorf bringen, während ausnahmsweise Heisam mit uns auf die Tour kam.)

Es folgte eine weitere längere Fahrt bis zur Küstenstadt Sur, in der wir Zimmer im Sur Grand Hotel bezogen. Nach dem Abendessen unternahmen einige von uns einen Spaziergang zum naheliegenden Strand als Abschluss des Tages.

Tour: 9,4 Kilometer (ungefähr! Durch die Schlucht ist die Aufzeichnung ungenau)


03. Januar – Wadi Al Shab

Ein neuer Tag und erneut erfolgte ein Wechsel der Unterkunft – ergo: alles packen. Zuvor jedoch noch gemütlich Frühstücken, zumal das Hotel dafür ein umfangreiches Angebot bereitstellte.

Wir fuhren zuerst nach Sur, um dem Fischmarkt einen Besuch abzustatten. Anhand der Stände, in der großen Fischhalle war zu erkennen welche Vielfalt im Meer vor der Küste Omans herrscht.

In einem Bereich der Halle fand eine Auktion statt. Wie diese genau abläuft, hat sich uns jedoch nicht so ganz erschlossen. Zumindest wechselten Fische und Geld ihre Besitzer.

An einem Ende der Fischhalle konnten die Fische für die Zerlegung abgegeben werden. Teils sah es aus wie das grobe Zerhacken und reine Muskelarbeit, teils aber auch filigran und sehr präzise.

Gefangen werden die Fische mit traditionellen Booten, Dhow genannt. Um zu verstehen, wie diese gefertigt werden, fuhren wir zu einer Schiffswerft, die gleichzeitig eine Schauwerft und ein Museum ist. Hier waren die einzelnen Gewerke zu sehen, um ein Schiff zu bauen und alles wurde in Handarbeit gefertigt. In die Schiffe, die im Bau sind, konnten wir sogar hineingehen.

Shopping stand als Nächstes an. In einem unscheinbaren Markt an einer Hauptstraße stoppten wir. Zuerst wurde Kohle und Holz für das Campen gekauft. Danach ging es ein Geschäft weiter, dort gab es jede Menge an Süßigkeiten, Datteln und Nüssen.

Das Shoppingerlebnis war damit noch nicht zu Ende. Wir fuhren weiter an der Küste entlang bis zu einem Lulu Hypermarket. Supermarkt genügt denen wohl nicht. 🤣 Unser Guide und die Fahrer kauften alles nötige für die nächsten Tage ein, während wir uns ungestört im Markt umsehen konnten.

Im Gebäude befinden sich neben dem Hauptmarkt noch weitere kleine Märkte, eine Bowlingbahn usw. Ich entdeckte an der Seite des Gebäudes ein Café und griff dort zu. Ein Chocolate Macadamia Chiller Espresso war es, den ich im Gloria Jean’s Coffee bestellte. Sehr lecker und die seltene Gelegenheit im Oman einen richtigen Kaffee bzw. Latte Macchiato zu bekommen. Meist gibt es fertigen Oman Kaffee, also Kaffee mit Gewürzen (und manchmal mit Milch) oder es gibt löslichen Kaffee (wie beim Camping).

Nach unserem Shoppingerlebnis war bald das Wadi Shab erreicht. Badr breitet auf der Klappe des Jeeps einige Teigtaschen und Sandwiches für uns aus. Diese wurden zum Teil direkt gegessen und zum Teil für später mitgenommen.

Wadi Shab ist sehr bekannt und beliebt. Das war schon bei der Ankunft durch die Menge an Autos zu sehen. In das Wadi geht es mit einer ganz kurzen Bootsfahrt. Angekommen liefen wir längere Zeit durch das Wadi und kreuzten immer wieder den Wasserlauf. Mit den wasserfesten Schuhen, die wir wie bei der letzten Wadi-Wanderung anhatten, waren das keine wirklichen Hindernisse für uns.

So gelangten wir nach einiger Zeit an einen Pool. Dort zogen wir uns um und ließen die Rucksäcke im Gebüsch liegen. Der weitere Abschnitt im Wadi wurde meist schwimmend zurückgelegt. Hin und wieder war es auch ein Waten. Am Ende kamen wir in einem Pool an, der ringsum von hohem Fels umrahmt wurde. So ganz war es dann doch nicht das Ende. Ein ganz kleiner Spalt im Fels, gerade so groß, dass ein Kopf durchpasst, zeigte den weiteren Weg. Der Spalt ist nur über Wasser so eng, unter Wasser ist genügend Platz um normal schwimmen zu können. Ist schon irgendwie witzig, da durchzuschwimmen. Am anderen Ende des Spaltes kamen wir in einer größeren Höhle an. Hier gab es einen weiteren kleinen Spalt, innerhalb des Höhlenrandes und an einem Seil konnte man sich neben einem kleinen Wasserfall emporziehen. Bilder habe ich hier keine gemacht. Die Kamera hatte ich zwar im wasserdichten Sack dabei, einzig eine Möglichkeit zum Stehen bot sich nirgends, außer damit auf den Wasserfall zu klettern, was ich mit Kamera wiederum nicht wollte.

Zurück an unseren Rucksäcken schnappten wir diese und suchten uns einen Ort zum Abtrocknen und Umziehen.

Jetzt war es Zeit für die Sandwiches in der Sonne, mit Blick auf den Pool, an dem es schwimmend losging zur Höhle.

So wie wir hierherkamen, ging es wieder zurück bis zum Anfang des Wadis.

Ein paar Kilometer weiter, unweit des Ortes Fins, sollte unser Zeltplatz am Strand sein. Ich hatte die Hoffnung, dort ein zweites Mal die Sandheringe nutzen zu können. Leider war dem nicht so. Wir kamen wie fast immer an einem Platz mit steinigem Untergrund an. Nur am Meer bot sich ein kleiner Sandstrand. Das war zum Zelten jedoch zu nah am Wasser und so stellten wir verteilt in der Umgebung unsere Zelte auf. Ein paar zogen sich erst um und sprangen ins Meer, einige wie ich bauten erst das Zelt auf und suchten dann den Weg ins Meer.

Das Wasser im Meer war an manchen Stellen ziemlich grün durch die Algen. Mit etwas Geschick fand sich ein Weg im Wasser um diese grünen Stellen. Angenehm warm war es im Wasser.

Vor dem Abendessen fanden wir uns, wie so oft auf dem Teppich ein und tranken Kaffee und Tee. Für das Abendessen bereiteten uns Badr und Heisam Nudeln mit Fisch und ein Hähnchencurry zu. Zum Nachtisch am letzten Campingabend gab es eine Pfanne mit einer sehr leckeren Süßspeise.

Tour: ~6 Kilometer


04. Januar – Wadi Tiwi und Maskat

Angenehm warm was es über Nacht. Der Schlafsack war daher wieder nur eine Decke gewesen.

Ein letztes Mal für diesen Urlaub wurden die Zelte abgebaut und alles gepackt. Ein letztes Mal ein Frühstück auf unserem Teppich. Während wir frühstückten, kam eine Gruppe von Eseln an den Rand der Kuhle, in der wir uns befanden. Die Bananenschalen, Orangenschalen und Reste von Fladenbrot bekamen sie nach dem Frühstück.

Wir hinterließen am Zeltplatz in einer Tüte die restliche Kohle und das noch übrige Holz für die nächsten, die hierherkommen werden.

Die Fahrt zum Wadi Tiwi war eine Fahrt auf der Straße zurück nach Süden. Dabei kamen wir wieder an Wadi Shab vorbei und waren bald im Wadi Tiwi. Durch das gesamte Tal fuhren wir bis zu einem Bergdorf an einer Oase. Der Weg dorthin war schmal, steil und für unsere Fahrer eine Herausforderung, die von Ihnen gute gemeistert wurde.

Auf dem Parkplatz vor dem Bergdorf hielten wir. Von hier liefen wir die Straße zum Dorf und dann durch das Dorf. Eine längere Treppe mitten im Dorf brachte uns zu einem Pool mit Wasserfall.

Wesentlich interessanter war der weitere Weg, den nur einige von uns unternahmen. Umgezogen ließen wir alles am Pool liegen, die anderen blieben ja dort. In Badekleidung hangelten wir uns an einem Seil einen großen schrägen Felsen herab. Bis ganz zum unteren Pool ging es nicht, sondern bis zu einem Mini-Plateau. Hier bot sich ein Blick in den glasklaren Naturpool und die eigentlichen zwei Meter, erschienen dadurch wesentlich höher. Nacheinander sprangen wir vom Fels in den Pool. 😀

Von nun an ging es mit kurzen Phasen des Watens oder Kletterns von Pool zu Pool, welche durchschwommen wurden. Ein wirklich tolle Tour 😀

Am letzten Pool war danach ein Aufstieg über Felsen und durch viele Gärten, oft an Falajs entlang nötig, um wieder zu den anderen zu gelangen. Am liebsten wären wir diese Exkursion nochmal gegangen/geschwommen, hatten jedoch leider keine mehr Zeit dazu. Es war allerdings noch genügend Zeit, um uns eine Massage am Wasserfall zu gönnen.

Abgetrocknet und umgezogen liefen wir die Treppe zum Dorf hoch und anschließend zu den Autos.

Die Fahrt durch das Tal zurück war langsamer als am Morgen, da nun einiges an Verkehr auf der schmalen Straße herrschte. Wir waren also wieder einmal zur richtigen Zeit dort gewesen.

In Tiwi, das am Ende des Wadis zum Meer liegt, hielten wir für das Mittagessen. Es gab Reis, Dal, Gemüse und Fisch. Dazu wurde Salat und Fladenbrot gereicht.

Es folgte eine längere Fahrt, die uns zu zurück nach Maskat brachte. Wir bezogen dort im Naseem Hotel neben dem Souq unsere Zimmer.

Ich packte meine gesamte Tasche aus und auch das Zelt breitete ich im Flur vor dem Aufzug aus. Dort war genügend Platz dazu. Nötig war dies, da ich etwas vermisste, das sich dann auch im Zelt fand. Da noch reichlich Wüstensand im Zelt war, war zumindest die Hälfte davon anschließend im Flur. 😁 Zurück im Zimmer packte ich die Tasche schon grob vor, sodass das Zelt in der Mitte der Tasche Platz fand.

Bevor es dann auf einen Spaziergang durch den Souq ging, duschte ich. Im Foyer trafen wir uns fast alle wieder. In Grüppchen liefen die meisten los. Ich wartete noch auf Claudia und unternahm mit ihr eine Erkundung des Souqs.

Am Abend trafen wir uns in dem Restaurant, in dem wir auch am ersten Abend in Maskat waren. Vom Hotel war dies zwei Häuser weiter.

Nach dem Abendessen trennten sich unsere Wege. Sylvia, Patrick und ich folgten Herwig zu einer Rooftop Bar. Der Weg durch das Hotel und die Bar im Inneren machten keinen wirklich einladenden Eindruck. Alleine wäre ich dort vermutlich nicht reingegangen. Aber, dort oben gab es doch tatsächlich etwas, das im Oman nicht so oft vorkommt – Bier. Ein paar Bierchen später sind wir gemütlich zum Hotel zurück und ins Bett.

Tour: 2,8 Kilometer, ~110 Höhenmeter
Diese Aufzeichnung umfasst nur den Weg vom Parkplatz bis zum oberen Pool. Die Exkursion durch die unteren Pools ist hier nicht dabei.


05. Januar – Maskat

Der letzte Morgen im Oman brach an. Ich war an diesem Tag nicht bei den ersten im Frühstücksraum und hatte dennoch Glück an einem Tisch Platz zu finden.

Den Vormittag hatten wir frei und so machte ich mich auf zu einem Spaziergang zum Fort von Muttrah. Im Fort wurden einige Bilder ausgestellt, viel interessanter fand ich jedoch den Ausblick über Muttrah.

Unterhalb des Forts liegt die Riyam Street, eine alte Straße, die durch eine Parkanlage von der neuen Schnellstraße zum nächsten Ort führt. Bis fast zum Riyam Park, in dem wir am ersten Tag waren, lief ich, bevor ich umkehrte und langsam zurücklief. Auf dem Rückweg kam ich am Museum für Orte und Personen vorbei. Dies war zwar geschlossen, aber auch so von außen durchaus interessant.

Vor der Abfahrt musste noch alles irgendwie in die Tasche. Die ganze verschmutze Wäsche und die noch leicht feuchten Barfußschuhe kamen oben auf. So passte alles in die Tasche und das Zelt wie die Trekkingstöcke waren in der Mitte gut umpackt.

Mit einem Kleinbus fuhren wir zum Flughafen. Bis in die Eingangshalle begleitete uns Herwig, den wir dort verabschiedeten.


Dies und Das

Die traditionelle Kleidung der Männer nennt sich Dishdasha und wird von sehr vielen getragen. Selbst unsere Fahrer trugen die Dishdasha die meiste Zeit. Erst als es am Ende Richtung Küste ging, wichen sie davon ab.

In der Reisebeschreibung stand Toilettenpapier. Ich hatte vermutet, dass dies u. a. für die Wanderungen gedacht ist. Toilettenpapier verrottet wesentlich schneller als Papiertaschentücher. Aber weit gefehlt. Es ist nötig für die Toilettenbesuche. Im Oman haben alle, aber auch wirklich alle Toiletten eine Handbrause zur Reinigung. Toilettenpapier ist dagegen sehr, sehr selten anzutreffen.

Ein weiterer Punkt der Reisebeschreibung war die ISO-Matte. Die gestellten Matten waren sehr bequem und für diese Tour ausreichend. Meine eigene ISO-Matte hatte ich dadurch erst gar nicht ausgepackt.

Next Point. Ich fragte Herwig, wie viel Wasser für eine Tour im Durchschnitt benötigt wird. Aufgrund der Frage gab es am letzten Abend eine Statistikinfo von ihm zu unserer Tour:

  • 950 Liter Wasser (Kochen, Abwasch, Trinken)
  • 1700 Kilometer waren wir gefahren
  • 1115 Liter Benzin wurde getankt (drei Fahrzeuge)
  • ~71 Kilometer wanderten wir

Aus meinen Aufzeichnungen und Schätzungen zu den Wanderungen in den Wadis waren wir rund 5000 Höhenmeter auf den Wanderungen unterwegs.

Zum Benzinverbrauch sei angemerkt, dass die Omanis eine eigene Vorstellung haben. Vor jeder Fahrt wurden die Motoren gestartet, damit diese zur Abfahrt warm sind (in einem warmen Land!). Beim Tanken den Motor ausmachen? Warum sollte man! Und in der Wüste hatten wir alle unseren Spaß mit dem Dune Bashing, das natürlich auch deutliche Auswirkung auf den Verbrauch hatte.

Trekkingstöcke. Ich hatte zwar welche mit, genutzt hatte ich sie nur einmal kurz. Was soviel heißt, wie dass sie Zuhause hätten bleiben können. Bei der Tour mit den meisten Höhenmetern sind sie einfach nicht zu gebrauchen gewesen, da der Weg ausgesetzt und die Hände zum Festhalten benötigt wurden.

Der Kleine wasserdichte Packsack stellte sich auf dieser Reise als guter Begleiter für die Stadt und Souqs heraus, da er mit einem Gurt gut zu tragen ist.


Resümee

Aus dem kalten Deutschland in den warmen Oman war gut. Besonders die Mischung aus Trekking, Wüsten, Schwimmen und Kultur waren in einem angenehmen Verhältnis.

Komfortverzicht und Campen: Campen ist ja eh meins und damit war das für mich passend, zumal ich mein eigenes Zelt mit hatte. Bei dem Komfortverzicht war es gar nicht so ein großer Verzicht. Ist vermutlich aber auch eine Einstellung, nicht unbedingt jeden Tag eine Dusche haben zu können.

Bedenken, in Bezug auf den muslimischen Glauben und dessen Auswirkung auf den Alltag haben sich in diesem Urlaub zerschlagen. Ist ein Land muslimisch geprägt und offen, so sollte selbstverständlich Rücksicht genommen werden. Es ist jedoch nicht so, dass man als Frau im Oman bedeckt und mit Kopftuch herumlaufen muss. Knie- und Schulterbedeckt genügt. Die Ausnahme ist der Besuch einer Moschee. Auf der anderen Seite trifft die Vorgabe mit langer Bein- und Armbekleidung beim Moscheebesuch doch auch auf sehr katholisch geprägte Gegenden oder den Besuch von Kultstätten in Kambotscha ebenso zu.

Insgesamt hat mich dieser Urlaub neugierig auf weitere Länder im Orient gemacht, die vieles an Kultur zu bieten haben.


Ausrüstung

Wie erwähnt, kam das eigene Zelt mit. Unabhängig davon kam natürlich noch einiges für die Zeltübernachtungen und die Berghütten/Camps dazu.

Mit in die Reisetasche kam:

  • 2-Personen Zelt (MSR Elexir)
  • Drei-Jahreszeiten-Schlafsack (Mountain Equipment Helium 400 XXL)
  • Inlett (Ägyptische Baumwolle/Seide)
  • Isomatte (aufblasbar)
  • Kopfkissen (aufblasbar)
  • Trailrunningschuhe
  • Barfußschuhe

Dazu dann noch….

  • Wasserdichter Packsack (groß)
  • Wasserdichter Packsack (klein) für die Kamera

Wo waren wir unterwegs

Von Maskat über die Berge im Westen, der Wüste im Süden und der Küste kamen wir wieder zurück nach Maskat. Die orangen Punkte in der Karte markieren die Orte der Wanderungen.

Die Kartendarstellungen basieren alle auf OpenStreetMap und erfolgten über TrailRunner Mini. Aufgezeichnet wurden die Touren mit einer Garmin Uhr. Daher sind die Aufzeichnungen in den Wadis nicht so genau, für die Nachvollziehbarkeit hier finde ich sie ausreichend.



#oman #maskat #hajar #nizwa #alhamra #misfat #misfatalabriyeen #misfatoldhouse #baladsayt #bimah #sur #wadi #wadimistal #wadighul #wadibanikhalid #wadishab #waditiwi #wüste #desert #wahiba #canon #canonr #canonrf35 #canonrf28 #fuji #fujixa5 #iphone14 #on1 #on1photoraw

Deutschland – Churfranken – Oktober 2023

Churfranken ist nicht besonders weit von meinem Zuhause entfernt und für einen Wochenendtrip eine schöne Wahl. Im September 2023 war ich bereits für ein Wochenende dort und so sollte es im Oktober 2023 erneut dorthin gehen.

Die zwei ausgesuchten Touren fand ich in einem Wanderführer und zum Einlaufen der neuen Trailrunningschuhe hatten diese eine passende Distanz.


07. Oktober

Trübe war es Zuhause. Die Wettervorhersage für Churfranken zeigte etwas Ähnliches an. Eigentlich wollte ich bereits am Wochenende zuvor nach Churfranken und alles war gepackt gewesen. Eine fiese Erkältung hielt mich dann doch Zuhause fest. Ausgepackt hatte ich aber nichts und so war alles schon so weit, dass ich es nur noch in Svarta packen musste.

Bis Amorbach hielt sich die Bewölkung fast durchgehend. Am Campingplatz angekommen, schaute die Sonne dann doch noch raus. 😊 Der Campingplatz sah zwar im Eingangsbereich aus, wie ein Lagerplatz, aber das wird schon dachte ich mir. Und siehe da, weiter hinten sah es schon deutlicher nach einem Campingplatz aus. Ohne Parzellierung hatte ich die freie Wahl für einen Platz für das Zelt.

Nachdem das Zelt aufgebaut war, machte ich mich auf zur Wanderung nach Miltenberg. Quer durch Armorbach hieß es am anderen Ende des Ortes bergauf gehen. Oben am Hügel angekommen, stand ich vor der Gotthardsruine. Ein altes Kloster, das auf den Resten einer Burg aufgebaut war und schon seit jahrhunderten verlassen war. Übrig geblieben sind eine Kirchenruine und ein paar Grundmauern. Auf einen Kirchturm konnte ich über die alte Wendeltreppe aus Sandstein gelangen. Einen wirklich schönen Ausblick hatte ich von dort oben.

Für eine Pause habe ich Chilikäse und eine Laugenstange an einer Bank unterhalb der Kirchruine ausgepackt. Oben war es mir dann doch zu windig für die Rast.

Durch den Wald kam ich über Wirtschaftswege nach Reuenthal. Ein kleines, verschlafenes Dorf. Nach dem Wanderführer und dem GPX-Track sollte es in der Mitte des Dorfes auf einem Weg den Hügel hochgehen. Nur da, wo der Weg sein sollte, war kein Weg, nur ein Hof. Just zu dem Zeitpunkt, an dem ich dort war, war das Paar, das dort wohnt, im Hof tätig. Die Frage nach dem Weg ergab, dass dieser bereits seit über zwölf Jahren nicht mehr existierte. Ein Erdrutsch machte ihn unpassierbar. Sie empfahlen mir den Nibelungensteig bis zum nächsten Ort zu folgen.

Gesagt, getan. Ein Waldweg, folgte erst einem Bach und zweigte später ab, um den Hügel hochzugehen. Oben angekommen, wurde ich von einer größeren Menge an Kühen begrüßt. Das Muhen hallte an dieser Stelle sehr deutlich.

Mit dem Ende des Waldes kam ich in Monbrunn an. Ein auf den ersten Blick verwirrender Ort. Um mehrere Gehöfte fügten sich ein paar Häuser. Nun ist es jedoch so, dass zwischen diesen Siedlungsinseln bewirtschaftete Felder liegen und dennoch ist alles zusammen ein Ort. Der Hauptstraße(!) folgend durchquerte ich den Ort.

Es folgte nun der letzte Waldabschnitt bis Miltenberg. Breite Wege, um einen Hügel ein Wanderpfad und erst die letzten siebenhundert Meter bis Miltenberg wurden wieder sehr abwechslungsreich. An einem Felsenmeer vorbei lief ich einer Art Schlucht nach unten Richtung Miltenberg.

Ein fester Pfad führte mich durch das Schnatterlochtor nach Miltenberg hinein. Nun hieß es nur noch die Gasse bis zum historischen Marktplatz der Altstadt hinab laufen.

In Miltenberg lief ich durch die Innenstadt, die überraschenderweise gut gefüllt war bis zur Bushaltestelle. Noch über eine Stunde, bis mein Bus abfahren würde. Genug Zeit um wieder in die Altstadt zu einem Café zu laufen. Ein Valentino wurde es. Mal wieder was Neues ausprobieren. Weißer Schokomus, Espresso, Milch und Tonka (Gewürzbohne) sind die Zutaten. Schmeckte gut. 😊

Der Bus brachte mich später zurück nach Amorbach.

In Amorbach am Abend etwas zu Essen zu finden, war gar nicht so einfach. Lokales Essen war mein Wunsch, griechisches Essen wurde es, denn der Grieche war der Einzige, bei dem ich noch einen Tisch bekam.

Tour: ~14,6 Kilometer, ~460 Höhenmeter


08. Oktober

Wie ich wach wurde, war es noch trüb. Kurz auf die Toilette und nochmal in den Schlafsack. 😉 Eine Stunde später war es dann schon heller und ich stand auf, um das Frühstück zuzubereiten. Es folgte ein Packen aller Sachen, das Zelt selbst blieb jedoch noch stehen.

Nur mit der Kamera in der Hand spazierte ich an diesem Sonntagmorgen durch Amorbach. Alles noch ruhig und verschlafen. Fast! Eine kleine Gruppe war ebenfalls für eine Ortsbesichtigung unterwegs. Amorbach hat in seiner Altstadt ein paar kleine Gassen und viel Kopfsteinpflaster. Überragt wird alles von der fürstlichen Abtei und der Klosterkirche.

Zurück am Campingplatz baute ich das Zelt ab und machte mich auf den Weg nach Mainbullau. Ein kleiner Ort, der über eine Straße mit ein paar Spitzkehren zu erreichen ist. Ein Parkplatz im Zentrum zu finden, war einfach. Die Schuhe noch gewechselt und los auf die Wanderung. Es war immer noch bewölkt, jedoch so das es immer heller wurde. Aus Mainbullau heraus lief ich auf einem Weg zwischen Feldern mit Büschen bis zum nächsten Wald. Auf diesen Feldern werden die verschiedensten Beeren angebaut, die im Oktober bereits alle geerntet waren.

Eine längere Strecke im Wald folgte. Langsam und dann immer deutlicher bergab ging es. Der Pfad führte mich auch direkt an zwei Heunesäulen vorbei. Mit einem Abstecher kam ich zu mehreren, größeren Heunesäulen. Die Sonne kam während dessen hinter den Wolken hervor, sodass der erste Blick auf Rüdenau im Sonnenschein war. Unterwegs konnte ich zwischen den Bäumen hindurch auch Großheubach sehen. Mit Rüdenau war dann der erste Abschnitt des Waldweges hinter mir.

Am Ortseingang stand ich vor der Destillerie St. Kilian. Die Destillerie ist schon etwas größer und bietet Führungen und Tastings an. Nur halt nicht an einem Sonntagmorgen. Also weiter bis zur Ortsmitte und der dortigen Kirche. Hinter der Kirche fand ich einen kleinen gemütlichen Platz in der Sonne für eine Rast.

Gestärkt lief ich weiter durch den Ort, um am Ende des Orts wieder bergan zu laufen. War ja klar, irgendwann musste es wieder nach oben gehen, um nach Mainbullau zu kommen. Es folgte ein langer Abschnitt bis fast nach Mainbullau durch den Wald. Meist größere Wege, nur gelegentlich kleinere. Im Wald kam ich an der Lauseiche vorbei und da dort Bänke stehen, bot sich eine weitere kleine Pause an.

In Mainbullau angekommen war es angenehm sonnig und für die Jahreszeit warm. Da es dort kein Café oder ähnliches gibt, fuhr ich direkt los. Ich fuhr allerdings nicht gleich nach Hause, sondern machte noch einen Abstecher nach Klingenberg. Das Main Café, war mein Ziel. Dort war ich bereits beim letzten Trip nach Churfranken. Eines der letzten Stücke Kuchen und ein Latte Macchiato bekam ich. Es herrschte ein ziemlicher Andrang und fast alle Sitzplätze waren belegt. Aber nur fast. Den letzten freien Platz konnte ich mir noch ergattern. 😊

Zum Abschluss lief ich noch kurz durch die Altstadt von Klingenberg, in der an diesem Tag Herbstmarkt war. Da es bereits später Nachmittag war, war nicht mehr viel los und einige Stände wurden bereits abgebaut. So fuhr ich nach diesem kurzen Spaziergang nach Hause.

Tour: ~15,4 Kilometer, ~380 Höhenmeter


Resümee

Churfranken geht eigentlich immer. Es finden sich genügend Wanderwege und die Orte bieten ebenfalls interessantes zum Erkunden. Quer durch Churfranken verläuft der Niebelungensteig, auf dem ich stellenweise unterwegs war. Zu finden sind auf solchen Weitwanderwegen immer andere zu treffen, sodass man selten ganz alleine unterwegs ist.

Mit dem Angebot des NatourBus lassen sich Wanderungen, die keine Rundwege sind, gut angehen. Einzig auf die Fahrtzeiten sollte vorher ein Blick geworfen werden. Der NatourBus von Miltenberg nach Amorbach fuhr z. B. nur alle zwei Stunden.

An beiden Tagen hatte ich Eichhörnchen gesehen. Ich mag diese kleinen, putzigen Gesellen. 😀


Anmerkung

Den Verlag des Wanderführers habe ich informiert, dass der Weg bei Reuenthal selbst in der aktuellen Ausgabe (2022) falsch angegeben ist.



#deutschland #bayern #churfranken #amorbach #miltenberg #mainbullau #rüdenau #canon #canonr #canonrf35

Peru – Lodge-Trekking mit Lamahirten – März 2024

In 2010 war ich in Patagonien und konnte damals die südlichen Ausläufer der Anden erlebt. Was ich noch gerne unternehmen würde, ist eine Tour in den Höhenlagen der Anden.

Während der Pandemie von 2020 bis 2023 war nicht viel möglich in diese Richtung. Südamerika war im Verlauf der Pandemie deutlich hinter Europa. So war es erst in 2023 wieder möglich vernünftig dorthin zu reisen. Jedoch konnte der Anbieter, den ich mir ausgesucht hatte, über sein Kontingent keinen Flug bekommen. Ein normaler Flug hätte die Reise deutlich verteuert und so wurde das Vorhaben Anden auf ein anderes Jahr verschoben.

So weit in die Zukunft ist des dann zum Glück nicht verschoben worden. Lediglich ein Jahr und in 2024, über Ostern wird es soweit sein.

Die Reise ist bewusst eine, die über keine Ländergrenze hinweg geht. Es gibt einige sehr interessante Touren z. B. von Bolivien nach Peru, das ist mir dort, noch nicht so sicher. Wie bereits erwähnt, ist der Verlauf der Pandemie in Südamerika zeitlich versetzt zu Europa verlaufen.

Nach einigen Urlauben mit weniger Komfort, habe ich mich für diese Perureise zu einer mit mehr Komfort entschieden. Lodge-Trekking also und eine, bei der in einer der höchsten Lodges weltweit übernachtet wird. 😀

Der höchste Punkt der Reise, wird ein Pass auf 5100 Metern sein. D. h. über Winter wird fleißig auf dem Rollentrainer Rad gefahren um eine gewisse Grundkondition zu haben. Gelegentlich lies das Wetter es auch zu, einzelne Fahrten im Freien zu unternehmen. Rund 850 Kilometer werden es Vom Jahresanfang bis zum Reisebeginn sein. 💪


März 2024

So langsam nähert sich der Zeitraum der Reise. Nach der Zahlung des noch offenen Restbetrages wurden alle Unterlagen zugesendet – digital, wie es sich gehört.

Nun, die Reisedaten waren im Grunde schon bekannt und wurden mit der letzten Mitteilung aktualisiert. Die Flüge gehen von Frankfurt über Madrid nach Lima, einen Tag später von Lima nach Cusco und zwei Wochen später von Cusco über Lima und Madrid wieder nach Frankfurt. Lange Reisetage werden das, was jedoch vorher schon bewusst war.

Und der Guide hat sich mit einem Steckbrief vorgestellt. Geboren in Cusco, ist es somit ein Local. Er studierte in Berlin Film und Kulturwissenschaften. Ein spannender Background für einen Guide.


29. März 2024 – Anreise

Am Vorabend war ich auf einem Gig einer Falco Tribute Band, die echt gut waren. Die Nacht war damit länger und so schlief ich an diesen Morgen etwas länger. Der Hintergedanke dabei ist, später, während des Fluges müde zu sein.

Nach einem kurzen Weg zum Bäcker bereitete ich mein Frühstück mit gekochten Eiern vor. In Ruhe konnte ich frühstücken, hatte ich doch am Tag zuvor schon gepackt. Bis zum Nachmittag hatte ich noch viel Zeit und ging als Erstes die Bearbeitung der Fotos vom Gig an. Die letzten Hausarbeiten wurden erledigt und dann nur noch die Zeit bis zum Nachmittag vertreiben. 

Mit Svarta fuhr ich mal wieder zur Arbeit, um dort zu parken. Zwei S-Bahn-Fahrten später war ich am Flughafen. Eine längere Schlange wartete schon am Schalter. Ok, hinten anstellen. Nachdem der Schaltet öffnete, lief es doch recht flott. Auf Nachfrage bekam ich einen Sitzplatz am Notausgang mit mehr Beinfreiheit – für große Personen wie mich eine angenehme Sache. Ich bekam sogar gleich die Tickets für alle drei Flüge; Frankfurt nach Madrid, Madrid nach Lima und für den Tag danach von Lima nach Cusco.

In einem Bistro vorm Gate kaufte ich was zum Essen und zu trinken und fand einen Platz zum Sitzen. ☺️ Direkt neben mir saß jemand, der mir schon in der  Schlange vorm Schalter auffiel; auffiel, da er eine Tasche mit dem Aufdruck des Reiseanbieters hatte. Wie ich halt so bin, sprach ich ihn gleich an. Yep, fast richtig. Er hatte jedoch eine andere Reise in Peru gebucht. Es ergab sich dennoch ein nettes Gespräch.

Am Gate sah es relaxt aus, um die Ecke entpuppte es sich jedoch als sehr voller Warteraum. Das Boarding verlief ziemlich zügig und wir hoben fast pünktlich ab, um nach Madrid zu kommen.

Madrid. Zu dritt waren wir nun, da sich noch einer aus meiner Reisegruppe gefunden hatte. Die Wartezeit bis zum nächsten Flug verbrachten wir mit Small Talk und einem Bier.


30. März 2024 – Anreise und Lima

Der Flug ab Madrid hob ebenfalls pünktlich ab. Rund eine Stunde später; 02:00 Uhr Nachts gab‘s Essen. Reis mit Gemüse und Hühnchen. Die Nacht über versuchte ich zu schlafen. Das hat nur zum Teil geklappt; so bequem ist’s im Flugzeug dann doch nicht. Naja, bis Madrid ging es mit Iberia und ab Madrid mit LATAM.

Das Frühstück gab es um 11:00 Uhr (CET) und bestand aus einem Omelett mit Kartoffeln und Tomaten, einem Brötchen und Obstsalat. Zu trinken hatte ich Maracujasaft und Kaffee. Nach deutscher Zeit ein spätes Frühstück, nach peruanischer Zeit ein frühes (5:00 Uhr) .

Der Flug landete planmäßig. Die Einreise verlief ohne Probleme. Unser Guide Matthias fand sich schnell am Ausgang des Flughafens. Zwei aus der Reisegruppe kamen bereits mit einer früheren Maschine warteten auf uns. So waren wir komplett (zumindest die, die an diesem Tag anreisten) und begaben uns auf den Weg zum Hotel. Nach einer nicht allzu langen Fahrt erreichten wir das Hotel. Einchecken konnten wir noch nicht dafür aber frühstücken. 😊 Im Hotel trafen wir dann noch die letzte Person der Reisegruppe.

Ein zweiter Guide kam und führte uns durch Lima. Die meiste Zeit fuhren wir dabei von Ort zu Ort. 

  • Pucllana war die erste Anlaufstelle. Pucllana ist eine große Fläche mit Überresten ehemaliger Lehmbauten
  • Die Altstadt mit ihren Straßen
  • Eine Bank, an der ich Geld abhob. Bei einem Umrechnungskurs von 1:4 gab es reichlich SOL.
  • Zu einem Museum in einer Franziskaner Kirche
  • Museo Larco, in dem wir viel über die Geschichte Perus lernten

Es folgte, welch Wunder, ein Essen. In der Cevericheria Puro Mar. Zu fünft bestellten wir den Saft Chica Moorada, welcher aus dunklem Mais hergestellt wird. Der Teller mit Ceviche war lecker und wurde mit einem Teller Ceviche komplettiert. Ceviche ist in Säure (meist Limette) gegarter Fisch. Der zweite Teller war ein gemeinsamer Teller für alle mit verschiedenen Varianten.

Satt sind wir zum Hotel gelaufen und konnten dort einchecken. Mit Vicky machte ich gleich noch einen längeren Spaziergang durch Miraflores und am Strand entlang. Es gab in den Straßen von Miraflores viele Graffiti und Wandmalereien zu entdecken.

Im John F. Kennedy Park, der in der Nähe des Hotels liegt, stießen wir unverhofft auf einen Markt. Diesen durchstreiften wir, ohne dass sich etwas für uns fand. Interessant war dieser Markt am Abend dennoch. Kurz vor dem Hotel stoppen wir für ein Eis und um Getränke einzukaufen. Beim Eis entschied ich mich für eines mit Lucuma.

Im Hotel schnappte ich mir meinen Bikini und nahm den Aufzug in den 8. Stock zum Pool. Wobei zu bemerken ist, das der Pool im Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist.

Es war ein warmer und erlebnisreicher Tag in Lima.


31. März 2024 – Auf in die Anden

Sehr früh aufstehen war angesagt. Um 5:30 Uhr gab es Frühstück und dann sind wir zum Flughafen. Wieder mal fliegen. Der Flug von Lima nach Cusco dauerte keine 90 Minuten.

In Cusco spazierten wir unabhängig im Ortszentrum und trafen uns eine halbe Stunde später, um gemeinsam zu einem Café zu laufen. 

Ein paar Süßkartoffelpfannkuchen und ein Latte Macchiato waren meine Stärkung für die anstehende Fahrt zu unserer Lodge der nächsten Tage. Dazu fuhren wir in das heilige Tal – Urubamba. Während der Fahrt fuhren wir durch eine hügelige, grüne Landschaft. Seen lagen ebenfalls auf dem Weg. Auf über 2800 Metern hatte ich den Eindruck in einer bewirtschafteten Voralpenregion unterwegs zu sein.

Wir bezogen unsere Zimmer in Ollantaytambo in der Lodge Casa Blanca. 

Bis zum Abend war nicht viel Zeit und so beschlossen Vicky und ich einen Spaziergang durch das Örtchen zu unternehmen. 

Um 18:00 Uhr trafen wir uns fast alle in der Lodge, um gemeinsam zum zentralen Platz zu laufen. Dort trafen wir die anderen. Zum Essen ging es in das Chuncho. Der Aperitif war ein Schnapps der dort selbst gebrannt wird und von einen aus der Gruppe als verspätetes Geburtstagsgetränk spendiert wurde. Merci Thomas.

Ich bestellte mir ein lokales Bier (Pal), sowie Cuy mit Kartoffeln, frittierten Teigtaschen und einer frittierten, gefüllten Chilischote. Das Essen und das Bier waren lecker. 😊 Was ist Cuy? Meerschweinchen! Das ist dann, wie ich lernte Fingerfood. Durch die vielen kleinen Knochen, die einzige vernünftige Art ein Meerschweinchen zu essen.

Das kleine Körbchen auf dem Tisch (Deko) war wunderbar für eine Erklärung. Darin waren verschiedene Maissorten und Kartoffelsorten zu sehen. Selbst die weiße Knolle ist eine Kartoffel – gefriergetrocknet.

Gemütlich liefen wir zur Lodge zurück und verschwanden in unsere Zimmer. Ich dusche und wunderte mich beim Abtrocknen über ein Geräusch; es hatte zwischenzeitlich angefangen zu Regnen.

Spaziergang Cusco: ~2,3 Kilometer 
Spaziergang Ollantaytambo: ~2,6 Kilometer 
Übernachtung: ~2900 Meter


01. April 2024 – Ruinen

Am Morgen unternahm ich vor dem Frühstück einen Spaziergang im Ort. Mir begegnet dabei viele Schulkinder in ihren Uniformen. Uniformen, da es im Grunde drei gibt. Zwei „normale“ und eine für Sport.

Dann hieß es frühstücken und packen für die erste Tour zu einer Ruine bei Ollantaytambo. Morgens war es noch ruhig und wir konnten die Anlage in Ruhe erkunden. Die Anlage lag am Hang mit reichlich Terrassen. Faszinierend wie exakt die großen Felsblöcke bearbeitet wurden, damit sie ohne Fugen zusammenpassen.

Danach fuhren wir fast zum anderen Ende des Tals nach Pisac. Durch Pisac fuhren wir bis zum Eingang der archäologischen Anlage oberhalb des Ortes. Auch diese erkundeten wir ausgiebig. Auf dem Gelände entdecken wir sogar einen Kolibri, der dort herumflog.

Zur Mittagszeit fuhren wir nach Pisac, um dort zu essen. Es gab leckere Enpanadas und Chica Morada zum trinken. 😊 Im Garten des Restaurants entdecken wir erneut einen Kolibri.

Ein kleiner Bummel, ein Cappuccino und schon waren wir wieder mit dem Bus unterwegs zu unserer Lodge.

Der Abend war zur freien Gestaltung. So ging es später mit Vicky zum Abendessen ins Chullpi. Der Chef war nicht anwesend, weshalb der Koch uns bediente. Sein spanisch klang gut, nur zu dumm, das keine von uns Spanisch kann. Wir bestellen Burger und ich mir noch ein lokales Craft Beer. Als der Chef wieder im Lokal war, wurden wir von ihm betreut. Das war einfacher, da dieser Englisch sprach. Wir hatten ein leckeres Essen und eine erlebnisreiche Bestellung. 😀.

Chullpi ist nicht nur der Name des Restaurant, sondern vor allem die Bezeichnung für eine Popcornart. Bei der verwendeten Maissorte popt diese nicht auf, so wie wir es gewohnt sind. Im Grunde sieht der Mais noch fast roh aus. Geschmacklich ist dieser sehr unterschiedlich, von lecker bis Heu.😅

Wanderung (Ruine Ollantaytambo): ~2,6 Kilometer 
Wanderung: (Ruine Pisa): ??? Kein Tracking vorgenommen.
Übernachtung: ~2900 Meter


02. April 2024 – Ruine und Salinas de Maras

Nach dem Frühstück fuhren wir über eine Straße und eine Schotterpiste zu den Terrassen von Moray. Ein Spaziergang dort und schon ging es weiter nach Maras. 

Am Hauptplatz von Maras verabschiedeten wir uns von unserem Fahrer und begaben uns auf unser erste richtige Wanderung.  Unser Zwischenziel waren die Salztetrassen von Maras. Dazu liefen wir einen Feldweg, der zu einer Schotterpiste wurde Talabwärts. Um uns herum waren bewirtschaftete Felder. Das Besonders daran jedoch war die Höhe von 3500 Metern. In Europa findet auf dieser Höhe keine Landwirtschaft statt.

Die Salineras de Maras besichtigten wir natürlich. Bereits am Eingang erhielten wir eine kleine Tüte mit Salz zur Begrüßung. Das die meisten Salzbecken eher braun sind, liegt daran, das wir im Herbst und damit nicht in der eigentlichen Salzgewinnungszeit dort waren.

Auf einer Wiese mit Tisch und Bänken nahmen wir unser Mittagessen zu uns, das unser Guide vorab organisierte und zu Beginn der Wanderung an uns verteilte. (Das Grüne neben Wickie ist eine Mandarine!)

Weiter ging es zu Fuß auf einer Schotterpiste, die in einen Schotter-/Steinweg überging bis ins Tal. Dort wartete unser Fahrer schon auf uns.

Eine kurze Fahrt brachte uns zu einer Chicheria. Während der Zeit der Vorbereitung konnten wir im Hof das Frosch-Spiel spielen. Es wird dabei mit Münzen geworfen. Die meisten Punkte gibt es, wenn der Frosch getroffen wird. Die Münzen fallen durch die Öffnung in eine Schublade und können am Ende so gut gezählt werden.

Dann war es soweit. Uns wurde erklärt wie Chicha, Maisbier hergestellt wird. Es folgte natürlich noch eine Verkostung. Einmal Natur, was säuerlich schmeckt und einmal mit Kräutern und Erdbeeren. Diese Variante schmeckt wesentlich besser.

Wo es frische Chicha gibt, kann man an roten Tüten am Ende einer Stange erkennen. Die übliche Glasgröße hat dabei ungefähr einen halben Liter. 😁 Da der Alkoholgehalt relativ gering ist, ist das kein Problem.

Die Vorführung und Verkostung erfolgte in einer traditionellen Küche mit Holzofen und Meerschweinchen, die auf dem Boden herumliefen. Diese waren ganz wild auf den Most des Maises.

Abends sind wir gemeinsam in ein Lokal zum Essen gegangen. Dort erzählte uns unser Guide den Ablauf des nächsten Tages. So handhabt er es meistens. Das war gut, da wir somit wussten, was am nächsten Tag auf uns zukommen wird. 👍

Spaziergang: ~1,4 Kilometer 
Wanderung: ~7 Kilometer, ~470 Höhenmeter bergab
Übernachtung: ~2900 Meter


03. April 2024 – Machu Picchu

Früher wie bisher klingelte der Wecker. Aufstehen, packen und um 5:30 Uhr mit allem im Frühstücksraum sein. Dort bekamen wir Tüten mit dem Frühstück für unterwegs. Die Taschen ließen wir in der Lodge und liefen mit Tagesrucksack zum Bahnhof. Unser Zug nach Machu Picchu fuhr pünktlich um 6:10 Uhr los. Bis wir unsere reservierten Sitzplätze einnehmen konnten, wurden wir mehrmals kontrolliert. 

Dann begann die gemütlich Zugfahrt. Dass der Zug bis Machu Picchu Pueblo lange unterwegs ist, liegt u.a. an den max. 40 km/h die der Zug erreicht.

In Machu Picchu Pueblo liefen wir bis zum zentralen Platz, damit unser Guide etwas zu einem Permit klären konnte. Das hatte leider keinen Erfolgt gehabt. Wir hatten in der Zwischenzeit einen Machu Picchu Stempel für den Reisepass genutzt und einen Kaffee gekauft.

Als Nächstes hieß es an der Busabfahrtsstellle dass Ende der Schlange zu finden. Die Länge der Schlange erschreckte uns, relativierte sich jedoch, da sie zügig vorankam. Noch vor erreichen des Busses wurden die Tickets inkl. Machu Picchu Ticket geprüft. 

Der Bus schlängelt sich über 13 Serpentinen nach oben. Die Zugfahrt von Ollantaytambo brachte uns von rund 2900 Metern auf etwas über 2100 Metern und der Bus is dann wieder auf über 2400 Meter.

Unten im Ort war es am Morgen noch kühl, oben vor dem Eingang um 09:00 Uhr schon recht warm. Da es innerhalb von Machu Picchu keine Toiletten gibt, wurde die einzige Möglichkeit vor dem Eingang genutzt.

Dann sind wir bis auf eine Ausnahme rein. Dort dann noch mit Sonnencreme eingecremt und mit einem Repellent eingesprüht. Ein Ordner kam auf mich zu, da Sprühen, egal was, nicht erlaubt ist. 5 Meter vor dem Eingang wäre es ok, 3 Meter danach nicht mehr. 🙃 Das mit dem Repellent ist nötig, da Machu Picchu von einem Bergnebelwald mit reichlich Insekten umgeben ist.

Durch die Personenbegrenzung und die Größe der Anlage verteilt sich die Menschenmenge ein wenig. Abgesehen von ein paar markanten Punkten, an denen sich dann doch Trauben bildeten.

Es ist schon sehr faszinierend, was hier vor Jahrhunderten gebaut wurde. Terrassen für die Landwirtschaft, ein Wasserkanal mit einer immer konstanten Menge an Wasser zur Versorgung der Bewohner. Gebäude und Plätze, die die Felsen der Umgebung in die Architektur Integrierten.

Wir waren auf einer schönen Route innerhalb Macau Picchus unterwegs. Zu beachten gilt, das die Route mit dem Permit vorgegeben ist. So wirklich frei bewegen kann man sich innerhalb der Anlage somit nicht und einige Wege sind eher als Einbahnstraße vorgesehen.

Auf dem vierten Bild kann der Pass erkannt werden, auf dem das Sonnentor steht, das das Ende des Inka Trails markiert und der einzige offizielle alternative Weg nach Machau Picchu ist.

Am Ausgang wartete einer aus unserer Reisegruppe, der dann mit Guide die Tour unternahm, nachdem wir zum Ende kamen. Die Permits sind nämlich auf Zeitslots definiert und seiner war eben auf einem späteren Zeitslot, da er die Reise spät buchte. Währenddessen sind zwei mit dem Bus und drei über die Treppe zum Ort zurückgekehrt. Obwohl es fasst nur nach unten geht, ist es eine schweißtreibende Tour, da der Treppenweg aus Natursteinen durch eine tropische feuchtwarme Gegend verläuft.

In Machu Picchu Pueblo kehrten wir zum Mittagsessen ein. Sehr lecker. Die Vorspeise war ein Salat aus Avocado und Papaya mit einer Senfsauce. Zum Hauptgericht gab es für mich Alpakastücke am Spies mit Süß-Saurer-Soße und reichlich Beilagen.

Mehr als satt sind wir Richtung Bahnhof. Auf der zentralen Brücke über den Fluss stießen wir auf die anderen Beiden um gemeinsam zum Bahnhof zu laufen. Zuvor holten Vicky und ich uns noch einen Espresso. Kaum waren wir wieder auf der Brücke, fing es zu regnen an. Am Ende der Brücke waren wir im Marktviertel, das bis zum Bahnhof reicht und vollständig überdacht ist. 

Mit den Zug gelangten wir zurück nach Ollantaytambo, wo unsere Fahrer auf uns wartete. Die Straße vor dem Bahnhof war nicht mehr leer wie am morgen, sondern völlig überfüllt. Wir sind daher sehr zügig vom Bahnhof losgelaufen. Wir holten unser Gepäck an der Lodge ab und es folgte eine fast zweistündige Fahrt mit den Bus nach Cusco.

Im Hotel wurde die Wartezeit für die Formalitäten mit einem Tee überbrückt. Es gab Minze ähnlich Kräuter und Cocablätter.

Die Zimmer wurden bezogen und zu Dritt machten wir uns auf in die Innenstadt zum Abendessen. Ein Restaurant wurde gefunden, dass uns alle zufrieden stellte. Der Vorspeisenteller mit Pommes und zwei Chorizos genügte mir. Da ich an diesem Tag zu wenig getrunken hatte, gleichte ich das mit zwei großen Zitronenlimonaden (selbstgemachte) aus.

Mit einem kleinen Umweg an einem Bankautomaten (gebührenfrei) erreichten wir das Hotel. 

Spaziergang Machu Picchu: 2,22 Kilometer 
Wanderung nach Machu Picchu Pueblo: ~4 Kilometer, ~400 Höhenmeter nach unten
Übernachtungshöhe: ~3400 Meter


04. April 2024 – Kulturtag

Um 7:30 Uhr trafen wir uns zum Frühstück und hatten so mehr als genügend Zeit, denn unser Guide holte uns erst um 8:30 Uhr ab.

Da wir nun in Cusco waren und somit 500 Meter höher übernachteten, war dieser Tag auch ein Akklimitationstag. Die Kultstätten am Rande von Cusco befinden sich sogar auf 3600 Meter.

Zuerst wurden wir nach Saqssywaman, danach nach Qenko und über einen Abstecher bei Christo Blanco zum Sonnentempel in die Stadt geführt. Der Sonnentempel ist nur noch in Ansätzen zu erkennen, da die Spanier eine Kirche darauf aufbauten und Christo Blanco war bereits unbewußt am Abend zuvor zu sehen. Der helle Punkt im Bild oben rechts, ist die Statue.

Durch ein paar Gassen der Altstadt gelangten wir zum zentralen Platz mit der Basilika. Zuvor kauften wenige Meter davon entfernt die angeblich besten Tamales von Cusco. Ich entschied mich für die salzige Variante. Leicht warm, ein leckerer Snack.

Dann betraten wir doch noch die Basilika. Unser Guide hatte viele zu erzählen und brachte es auf eine schöne Art rüber. An einem Eingang in der Basilika ist ein großer bearbeitete Stein. Ein Kompromiss der Kirche gegenüber dem Naturglauben, der die Sonne, die Erde usw. betrachtet. Daher ist Qenko ein heiliger Ort, an dem es unter die Erde geht und Saqssywaman eine nach oben offene Stätte.

Nach fünf Stunden endete der kulturelle Teil und wir gingen alle unsere Wege. Für mich bedeutete es zuerst ins Hotel zu gehen um den Rucksack gegen eine kleine Tasche zu tauschen. 

Eine Farmacia in der Parallelstraße hatte sogar das was ich wollte, um meine Reiseapotheke zu füllen. Das Café Cercania Pan y Café war mein nächster Anlaufpunkt. Ein Kaffee und was Süßes waren mein Begehr. Da es anfing zu regnen, gesellte sich noch ein weitere Kaffee dazu.

Die Zeit bis zum Abendessen verbrachte ich im Hotel.

Wir trafen uns alle zur vereinbarten Zeit im Hotel und gingen gemeinsam in das Nuna Ryami. Ein Restaurant das auf lokale Waren setzt und eine schöne Atmosphäre hat. Vicky, Thomas und ich hatten zur Vorspeise ein Meerschweinchen, dass wir uns teilten. Danach folgte für mich noch ein Lomo Saltado y Kallampas Nuna Style – etwas typisch peruanisches mit asiatischem Touch. 

Nach dem Essen gab es eine ausführliche Info zu den nächsten Tagen und deren Ablauf. 

Bevor es ins Bett ging, packe ich für die Trekkingtage. D. h. alles was mitkommen sollte blieb in der Tasche, alles andere kam in einen Packsack der in Hotel bleiben sollte. Der Grund dafür ist, dass die Lamas nicht viel tragen können.

Übernachtungshöhe: ~3400 Meter


05. April 2024 – Wanderung ins Urubambatal

Das Frühstück war wieder etwas früher, da es auf eine längere Wanderung gehen sollte.

Zum vereinbaren Zeitpunkt traf der zweite Guide ein und stellte sich vor. Kurz danach kam unser Hauptguide und dann konnte es schon losgehen. Wir fuhren nach Tauca, einem Dorf in der Nähe eines Sees auf gut 3800 Metern. Hier wurden uns die Lunchpakete übergeben, bevor es los ging.

Der zweite Guide erklärte uns auf der Wanderung so einiges über die Gegend in der wir uns befand. So lernten wir u. a. eine wilde Kartoffelpflanze kennen. Auf der Wanderung kamen wir über einen Pass, den wir bei 4350 Metern überschritten. Wie meist, war es an und auf dem Pass sehr windig. Daher blieben wir nicht lange dort. 

Tiefer, in den Ruinen alter Häuser machen wir unsere Mittagsrast in angenehmer Sonne. T-Shirt-Wetter. 😊 Leckere Empanadas fanden sich in den Lunchtüten.

Weiter des Weges, kamen wir durch eine verlassene Siedlung und im Anschluss sogar durch eine Schlucht.

Unsere Wanderung führte uns später durch die Ruinen von Huchuy Qusqo (kleines Cusco). Bei einer Pause dort wurde uns einiges zu den Ruinen und den Inkas erklärt, die mit Huchuy Qosqo zusammenhingen.

Wir waren allerdings noch lange nicht am Ende der Wanderung. Oberhalb eines Taleinschnittes gelangten wir ins Urubamba-Tal. Ein steiler Serpentinenweg brachte uns durch einen Blumenhang nach unten auf rund 3400 Meter. 

Auf der Wanderung sahen wir u.a.  wilde Kartoffelpflanze und Itchu Gras; einen Kolibri, ein Reh, verschiedene Raupen und Schmetterlinge sowie kleine Vögel wie den Andenspecht.

Unser Fahrer brachte uns zurück nach Cusco ins Hotel.

Bevor sich unser Guide für diesen Tag verabschiedete, übergab er einiges der Andean Lodges, wie einen Packsack, einen Buff, eine Postkarte und eine Infobroschüre.

Erst mal duschen! Danach packe ich alles fürs Trekking noch mal um in den Packsack. Die Lamas können nur bis max. 20 Kilo tragen und das auch nur in weichen, flexiblen Taschen/Säcken.

Mit Vicky bin ich später in das Café Cercania Pan y Café für ein kleines Abendessen. Ein Bagel mit Avocado, Chitake, Salat und Soße nahm jede von uns. Zwei Scheiben Sauerteigbrot mit zwei verschiedenen Aufstrichen teilen wir uns. Beides war sehr lecker. 😋

Ein Spaziergang brachte uns zu einem Bankautomaten, da wir Geld benötigten. Wir wurden auf dem weiteren Weg beide in zwei Geschäften fündig und sind mit jeweils zwei T-Shirts zum Hotel. 

Kurz recherchiert und schon waren wir wieder unterwegs. Ein paar Straßen weiter fanden wir die Heladeria Hot Ice. Mit einem Eis traten wir den Rückweg zum Hotel an.

Wanderung: ~14 Kilometer , ~800 Höhenmeter, ~1300 Höhenmeter bergab
Pass bei 4350 Meter überschritten
Übernachtungshöhe: ~3400 Meter


06. April 2024 – Trekking – Cordillera Vilcanota

Nach dem Frühstück wurde die Tasche mit den Sachen, die in Cusco bleiben konnten in ein Zimmer gebracht. Alles andere; Packsack und Tagesrucksack kamen mit in den Bus.

So fuhren wir einige Zeit Richtung Süden bis Urcos. Dort besichtigten wir den Markt und konnten uns die Beine vertreten. Den nächsten Stopp machen wir in Chucupe. Bei einem Bäcker gab es Kaffee und Gebäck. Nur ein paar Meter weiter waren mehrere Brücken über den Fluss, die die unterschiedlichen Baustile der Jahrhunderte zeigten.

In diesen Ort fuhren wir dann durch mehrere Seitenstraßen. Nach dem verlassen des Ortes wurde aus der Straße eine Naturpiste. Auf dieser kamen uns viele Busse entgegen. Das waren die Tagesausflügler von den Regenbogenbergen auf ihrem Rückweg nach Cusco. Dadurch wurde es auf der Piste hin und wieder sehr eng. Unsere Fahrer meisterte dies alles mit Gelassenheit und seinen Fahrkünsten.

Mitten in den Bergen, bei einem Dorf machten wir erneut halt. Weberinnen auf einer Weise erwarteten uns. Die Verarbeitung der Rohwolle bis zum fertig Produkt wurde uns gezeigt. Einen kuscheligen Schal aus Alpakawolle kaufte ich dort und das Geld dafür bekam die Weberin des Schals Rosa.

Irgendwann kam wir an einer Wiese an, auf der ein Zelt stand. Das entpuppte sich als unser Essenszelt für das Mittagessen. Dahinter stand ein kleineres Zelt in dem der Koch zauberte. Ein leckeres Mittagessen hatten wir dort auf 4230 Metern. Bei dem Tee handelte es sich um Wasser mit Cocablättern, so wie es ihn sehr oft gab.

Hier starteten wir zu einer Akklimationstour, die uns zu unserer ersten Lodge des Trekkings bringen sollte. Es ging über eine einfache Brücke und dann einen Hügel hoch. Dort hatten wir einen Blick auf den Gipfel des Ausangate, der höchste Gipfel der Cordilliera Vilcanota.

Wir liefen weiter um einen Hügel und dort auf einem schmalen, leicht ausgesetzten Pfad. Wieder über eine einfache Brücke folgten wir dem Weg durch eine Schlucht. Am Ende der Schlucht kamen wir in den Tal heraus, in dem sich unsere Lodge für die nächsten zwei Tage befindet.

Am Rand des Tals suchten wir einen Weg, der uns nicht durch das Moorgebiet führen sollte. Hatte zumindest zum Teil geklappt. Ein zugelaufener Hund, zeigte uns den Weg durch das Tal. Wir vermuteten, das der Hund zur Lodge oder einer Person in der Nähe gehört.

Unterwegs sahen wir neben Vögel reichlich Alpakas. Vor der Lodge dann Lamas und Pferde. An der Lodge Chillca Tambo wurde wir freundlich begrüßt. Es gab sogar kuschelige Hüttenschuhe.😀

In der Lodge gab es Kaffee, Tee, Cocablätter und Kakao Sogar etwas zum Essen gab es. 

Die Zimmer wurden bezogen. Bis zum Abendessen trafen wir uns im Kerzenschein vor dem Ofen mit Holzfeuer. Das Abendessen war ein Candle Light Dinner. Ohne Strom, eben auch kein elektrisches Licht. Wir wurden mit einer Suppe und dann mit Fisch, Kartoffelbrei sowie Gemüse verwöhnt. Der Nachtisch war ein Geburtstagskuchen, da Gerda, eine Mitreisende Geburtstag hatte.

Als ich das Bett aufschlug, war es warm! Da hatte doch jemand netterweise eine Wärmeflasche unter die Decke gelegt. 😀 Es fand sich sogar noch ein Betthupferl daneben. 😊

Wanderung: ~4 Kilometer, 100 Höhenmeter 
Übernachtungshöhe: ~4330 Meter


07. April 2024 – Trekking – Cordillera Vilcanota

Zum Frühstück gab es Api, einen flüssigen Maisbrei aus lila Mais. Schmeckt ganz gut. Es gab noch reichlich Obst, von dem ich mir eine Portion nahm. Dazu natürlich Kaffee.

Unsere Akklimationstour startete an der Lodge und zwar gleich den steilen Hang hinter der Lodge nach oben. Wir liefen auf schmalen Tierpfaden ganz langsam. Uns begleitete zusätzlich eine Hilfsperson mit Pferd. Auf dem Weg nach oben sahen wir eine Herd Alpakas.

Ein paar kleine Pausen später waren wir am ersten Aussichtspunkt. Wir hatten eine super Aussicht über das Tal und die Berggipfel der Cordillera Vilcanota.

Nun folgte die Querung eines grasigen Hanges. Kaum um den Hang, erblickten wir eine weitere Herde. Um diese Alpakas in einem Taleinschnitt ging es zu einem Pass. 

Von oben erblickten wir eine dritte Herde. Im Tal sahen wir am See schon die Zelte für das Mittagessen. So eilig hatten wir es nicht und legten noch eine Pause ein und konnten den Alpakas zusehen.

Es folgte ein steilerer Abstieg zum See. Dort wurden wir bereits erwartet. Es gab heißes Wasser für Tee und Cocablätter. Zum Mittagessen auf rund 4700 Metern bekamen wir eine Maissuppe, Reis mit Hühnchenschnitzel und Rote Beete Salat. Den Abschluss bildeten Bananen mit einer Schokosauce.

Ein wenig relaxen und dann sollte es doch weiter gehen. Links am See entlang und dann dem Fluss in das Tal folgend. Unterwegs hagelte es leicht für vielleicht 15 Minuten. Dann war der Spuk vorbei und die Sonne kam heraus. 

Wir erreichten das Tal, in dem die  Lodge liegt und mussten nun wie am Vortag durch das Sumpfgebiet laufen. Eigentlich ganz einfach, wenn man aufpasst.

Vor der Lodge liefen wir zwischen ein paar Lamas hindurch. Diese werden in den nächsten Tagen unser Gepäck tragen.

Frisch geduscht kamen wir nach und nach im Hauptraum zusammen und machen es uns um den Holzofen gemütlich. Der Koch brachte am späteren Nachmittag eine Quiche aus Kartoffel, Käse und Ei. So verbrachten wir den Nachmittag.

Es gab vom Guide eine Erklärung zu einem Bild im Hauptraum. Dabei geht es um eine Prozession, bei der die alten Inka-Rituale mit der christlichen Kirche vermischt wurden.

Das Abendessen bestand aus einer Gemüsesuppe als Vorspeise und Lomo Saltado (Reis mit Gemüse und Fleisch) zum Hauptgericht. Der Nachtisch war aus Keksen und Schokolade.

Wanderung: 7,8 Kilometer, 560 Höhenmeter 
Übernachtungshöhe: ~4330 Meter


08. April 2024 – Trekking – Cordillera Vilcanota

Wir wurden früher geweckt, um die Packsäcke zu packen. Wobei wir um einem leisen Gesang und einem anschließenden Bueños Dias pro Zimmer geweckt wurden. Nach dem Frühstück brachten wir die Packsäcke in den Hauptraum, damit diese später von unserem Begleitpersonal abgeholt werden konnten. 

Bevor wir uns auf unsere Tagestour machten, gab es eine Vorstellungsrunde:

  • 1 Person, für das schwere Gepäck zuständig
  • 2 Lamahirten
  • 2 Begleitpersonen mit Pferden
  • 1 Dienstmädchen 
  • 2 Köche

Insgesamt begleiteten uns noch 17 Alpakas und 3 Pferde für das Gepäck. Zwei Pferde wurden nicht beladen, da sie uns als Notfallpferde helfen sollten. Und natürlich begleitet uns Florence (Floh), eine kleine Mischlingshündin.

Wir liefen ohne die Begleitmannschaft los, die sich um das Packen der Tier usw. kümmerte. 

Unser Weg war dem Tal flussaufwärts folgend. Ganz gemütlich mit Pausen. Dabei sahen wir wieder viele Alpakas und ein paar Lamas. Drei freilaufende Pferde überholten uns und kamen dann langsam auf uns zu. Die zwei Begleitpferde wollten beschnuppert werden.

An einem Zufluss eines Seitenarmes bogen wir ab. Dort hatten wir einen guten Blick auf den Ausangate. Kurz zuvor stießen wir auf unsere Alpakas mit dem Gepäck. Eine Zeitlang liefen sie mit uns und bei der nächsten Pause davon, um vor uns an der nächsten Lodge zu sein.

Der Weg wurde langsam steiler bis zur Hütte des Lodgebetreibers auf 4600 Metern. Dort wartete unsere Mannschaft schon auf uns für das Mittagessen. Uns stand ein großer, bis auf einen Tisch und einigen Stühlen leerer Raum zur Verfügung. Auf der einen Seite gab es eine große Fensterfront, durch diese konnte ich auf die Alpakas sehen, die auf einer gegenüberliegenden Wiese grasten. 

Zum Essen gab es eine Gemüsesuppe und danach einen Salat – Palta al a reina – Avocado mit Paprika, Erbsen und Hühnchen. Es gab selbstverständlich auch Mayonnaise, so wie bei jeder Mahlzeit. Ein Peruaner ohne Mayonnaise beim Essen scheint ein unglücklicher Mensch zu sein.

Als wir weiter wollten, fing es an zu regnen. So kam die Regenhose und der Poncho heraus und wurden angezogen. So stark war der Regen zum Glück nicht. Wir liefen weiter im Tal aufwärts und der Regen hörte fast auf. Das war auch gut so, denn wir mussten den Fluss überqueren. Durch Erdrutsche war das nicht so einfach, aber auch nicht unmöglich. Es folgte noch eine steile  Passage bis es abflachte und wir unsere Lodge – Machuraccay Lodge – auf 4800 Metern erreichten.

Es gab wieder warme Getränke und einen Snack aus der Küche – Kräcker und Guacamole.

Bis zum Abendessen versammelten wir uns wieder vor dem Kamin. Während der Wartezeit testete unsere Crew die mobile Druckkammer und das Satellitentelefon. Dabei wurde die Funktion allen aus der Crew gezeigt und erklärt, damit im Notfall jeder weiß was er zu tun hat.

Es gab später eine Gemüsesuppe mit Mais, gefüllte Hähnchenbrust und eine Art Wackelpudding.

In der Nacht hörte ich etwas auf dem Dach. Vielleicht war es ein Viscacha, von denen es um die Lodge einige gibt.

Wanderung: ~10,8 Kilometer, 461 Höhenmeter 
Übernachtungshöhe: ~4800 Meter


09. April 2024 – Trekking – Cordillera Vilcanota

Über Nacht hatte es geschneit. Die Lamas, welche vor der Lodge übernachteten hatten einen weißen Rücken.

Während des Frühstücks wurde es wärmer und der Schnee rutschte immer wieder mit deutlichem Geräusch vom Dach. In dieser Höhe wärmt die Sonne sehr intensiv.

Bevor wir uns auf die Tagestour begaben, nahmen wir an einer traditionellen Zeremonie teil – Pago a la tierra. Auf einer Decke wurden Felle ausgelegt. Dazwischen ein Papier. Auf dieses kamen in einer festgelegten Reihenfolge verschiedenste Gegenstände. Das Ganze wurde mit Gebeten an die verschiedenen Götter und anhauchen der Gegenstände begleitet. Am Ende wurde alles auf dem Papier mit dem Papier verbrannt.

Wir machten uns anschließend auf den Weg. Gaaanz langsam im Gänsemarsch mit kleinen Pausen liefen wir bis zum Palomai Pass. Dieser liegt auf 5200 Metern und wir hatten damit unseren höchsten Punkt der Reise erreicht.

Auf der anderen Seite des Passes sind wir einem steileren und schlammigen Weg ins Tal gefolgt. An dem Gletschersee Ausangatecocha legten wir eine längere Pause ein. Über eine Feuchtwiese gelangten wir auf einen Tierpfad am Hang. Diesen folgten wir lange. 

Kurz vor der Mittagspause fing es an leicht zu regnen. Zuvor hatte es schon mehrmals gedonnert und so liefen wir etwas schneller. Gerade rechtzeitig erreichten wir das Zelt für die Mittagszeit. Kaum im Zelt wurde der Regen stärker und vermischt sich Hagel. 

Wie wir mit dem Mittagessen fertig waren, hörte der Regen auf. Wir zogen dennoch die Regenkleidung an – sicher ist sicher. Der weitere Weg bis zur Lodge war nicht besonders schwierig, durch den Regen jedoch aufgeweicht.

Diese dritte Lodge – Anatapta Tambo – auf 4740 Metern ist die älteste unseres Trekkings und etwas einfacher. Dennoch wurden wir hier wieder herzlich Begrüßt. Bei unserer Ankunft weideten ganz viele Alpakas um die Lodge.

Bald stand Kaffee und heißes Wasser für Tee bereit. Zum Nachmittag wurden uns Kräcker mit warmen Eiersalat und Popcorn gereicht.

Zum Abendessen hatten wir eine Quinoasuppe, Spaghetti mit Tomatensoße und zum Nachtisch gab es Pudding.

Wanderung: ~10 Kilometer, ~520 Höhenmeter 
Übernachtungshöhe: 4740 Meter


10. April 2024 – Trekking – Cordillera Vilcanota – Regenbogenberg

Täglich grüßt das Murmeltier – Frühstück und Packen. Wir wollten nicht zu früh weg, aber auch nicht zu spät. Zu früh, da wir sonst zu früh in den Regenbogenbergen sind und somit in der Masse der Tagestouristen. Zu spät auch nicht, da die Wahrscheinlichkeit von Regen am Nachmittag hoch sein könnte..

Gemütlich liefen wir zum Warmisaya Pass hoch. Den Pass mit 4985 Metern überquerten wir somit am frühen Morgen. Es bot sich ein toller Blick in ein grünes Tal mit zwei Seen. Der erste See, der Pucacocha war das nächste Ziel für eine Pause. Im See schwammen Bleshühner und Andengänse.

Kurz darauf waren wir am Ende des zweiten Sees. Hier überholten uns unsere Lamas mit dem Gepäck, während wir eine Pause einlegten.

Die Seen liegen auf rund 4800 Metern. Somit hieß es nun wieder bergauf. Der Spitze des Aussichtshügel, den wir ansteuerten liegt auf über 5000 Meter. Hier war einiges los. All die Tagestouristen, die aus Cusco für ein Bild herkommen, waren leicht nervig. Instagram lässt grüßen. Immerhin gab es einen Stempel in den Reisepass. 

Und was gibt es hier besonders? Es ist die Sicht auf den Regenbogenberg. Die Farben des Berges sind schon toll. Währenddessen liefen unserer Lamas unten am Regenbogenberg entlang zu einem Pass. Genau diesen Weg nahmen wir dann auch.

Oben am Pass, wurde dieser auf fast 5000 Metern überschritten durch ein Steintor und wir hatten einen super Blick in das Rote Tal. Unten im Tal erblickten wir Alpakas, aber auch das erste Mal Vicuñas, die wilden Vorfahren der Alpakas und Lamas.

Am roten Hang liefen wir auf einem schmalen Pfad entlang. Es lief sich wie auf Sand. Kurz vor unserer Mittagspause ging es in eine Schlucht und dort auf losem Sand nach unten. 😀

Das Mittagszelt war erreicht. Wir wurden mit einer Kartoffelsuppe, Reis mit Locro d sapajo und einem Spiegelei überrascht. Einen Muffin gab es zum Nachtisch.

Der Himmel wurde dunkler und sicherheitshalber zogen wir die Regenkleidung an. Das war auch gut so, auf dem Weg zur Lodge fing es an zu donnern. Der leichte Niederschlag entpuppte sich als Hagel.

Als uns der Hüttenwirt erblickte, begrüßte er uns mit dem Blasen in eine Pututu (Muschel). Ein dumpfer, weit zu hörender Ton. Bei Ankunft an der Huampococha Lodge wurden wir Einzel vom Hüttenwirt begrüßt.

Zum Nachmittagstisch gab es Chullpis und Käse.

An diesem, letzten Lodge-Tag gab es ein besonderes Abendessen. Vorab eine Suppe aus Mais. Anschließend bekamen wir zum folgenden Bufffett einen Rotwein. Der Abschluss war ein Ausangate-Nachtisch.

Während des Essens fing es an zu blitzen und zu regnen.

Wanderung: ~10,5 Kilometer, ~625 Höhenmeter 
Übernachtungshöhe: 480 Meter


11. April 2024 – Trekking – Cordillera Vilcanota

Aus dem Regen ist über Nacht Schnee geworden und es begrüßte mich eine weiße Winterlandschaft. 😊

Die Tagestour begann mal wieder mit bergauf laufen zu einem Pass. Schon waren wir wieder auf fast 5000 Metern. Durch den trockenen Schnee war es etwas anstrengender wie die Tage zuvor. Von oben hatten wir ein letztes Mal einen Blick auf das Rote Tal, das an diesem Tag eher das weiße Tal war.

Auf der anderen Seite des Passes erwartete uns ein Abstieg von 970 Metern. Immer schön Vorsichtig! Die Sonne zeigte ihre Wirkung und der Schnee begann zu schmelzen. Es wurde langsam rutschiger; je tiefer wir kamen, desto weniger Schnee lag. Das machte es einfacher. 

Ein kleiner Bergbach in der Mitte des Tals führte durch die Schneeschmelze reichlich Wasser und erschien richtig wild.

Fast am Ende unserer Wanderung erwartete uns das Mittagessen. Eine Wiese im enger gewordenen Tal am Bach bot genügend Platz für das Zelt und Kochzelt. Während des Essens (Kübissuppe, Quinoa mit Gemüse, Ei und Huhn sowie Muffins) passierten uns unsere Lamas.

Nach dem Essen gab es eine Abschiedsrunde. Unsere Begleiter bekam für ihren guten Support Trinkgeld. Danach gab es eine kleine Tombola, da wir diverse Sachen abgeben wollten. Von Schuhen bis Taschenmesser war alles dabei.

Knapp zwei Kilometer später waren wir an der Straße, an der uns unser Fahrer erwartete. Vicky und ich wechselten noch die Schuhe, um die Stiefel abzugeben.

Es folgte eine längere Fahrt nach Cusco. Anfangs über eine Naturpiste, später über Straßen.

Abends gab es eine Mädelsrunde. Das Botega 138 in Cusco wurde uns als guter Italiener empfohlen. Für mich war die Pizza etwas zu käselastig. Geschmeckt hat es uns und es war ein netter Abend.

Wanderung: ~9,5 Kilometer, ~150 Höhenmeter, ~950 Höhenmeter nach unten
Übernachtungshöhe: 3400 Meter


12. April 2024 – Cusco

Cusco mag mich wohl nicht! Wie beim ersten Mal hatte ich wieder mit Durchfall zu kämpfen. So verbrachte ich den Tag im Hotel, während die anderen u. a. auf den Markt sind.

Das Abendessen inkl. Trinkgeldübergabe erfolgte ohne mich.

Übernachtungshöhe: 3400 Metern


13. und 14. April 2024 – Cusco – Heimreise

Am Morgen fühlte ich mich wieder halbwegs fit. Das Frühstück war ab 8:00 Uhr angesetzt. Somit hatte ich Zeit für einen kurzen Spaziergang um den Block. Puh, bergauf ist doch ganz schön anstrengend. Gut getan hat es auf alle Fälle.

Beim Frühstück bekam ich ein Update zum gestrigen Tag von den anderen. Unser zwei Schweizerinnen waren schon auf der Weiterreise. Sie hatten den Urlaub mit ein paar Tagen Strandurlaub in Mexiko verlängert.

Vicky hatte für ihr Zimmer ein Late Check Out vereinbaren können. So brachte ich mein Gepäck in ihr Zimmer und wir liefen gemütlich zum Markt.

Gaaaanz viele Stände in einer großen Halle ergeben den eigentlichen Markt. Dort gibt es Obst, Gemüse, Getreide, Käse, Fleisch und vieles mehr. Das besondere hier sind Säfte aus frischem Obst in riesigen Gläsern inkl. nachfüllen. Was in der ganzen Halle nicht zu sehen war, waren Fliegen und das trotz des vielen Obstes und Fleisches. Liegt wohl an der Höhe, auf der Cusco liegt.

Vicky hatte sich an diesem Morgen für ein Nata entschieden. Ein Fladenbrot mit Rahm. Einen kleinen Probierhappen bekam ich ab.

Später sind wir dem Teil der Hühnersuppen gelandet. Es gab eine große Schüssel mit Hühnerbrühe, Nudeln, etwas Gemüse und einem Hühnerschenkel. Für mich einen Probierlöffel. 😊 Die Suppe war gut. Es hätte bei Bedarf noch Nachschlag an Brühe und Maniok gegeben.

Von unserem Guide hatten wir eine Info zu einer Nahrungsergänzung (Siete Semillas) und wo es diese gibt bekommen. Wir waren gespannt wie so ein Supermarkt in Cusco aussieht. Groß, geräumig und sehr sauber. Wir wurden mit suchen und Hilfe fündig. 😀

Unsere Beute brachten wir ins Hotel. Dort trafen wir Ralf und Thomas, die bereit waren für die Heimreise. So konnten wir uns nochmals von ihnen verabschieden.

Wir  ruhten uns im Zimmer aus. Am Nachmittag sind wir ins Avocado. Eine letzte Mahlzeit in Peru. 

Um 16:30 Uhr holte uns unser Guide ab und brachte uns zum Flughafen, der mitten in Cusco liegt.

Es folgte eine Flugserie: Cusco nach Lima, Lima nach Madrid und Madrid nach Frankfurt.  Über 15 Stunden Flugzeit! 

Die Flugverbindungen von Ralf und Thomas war nicht so ideal abgestimmt. Das hatte zur Folge, dass Ralf uns in Madrid am Gate entgegen kam. 

Auf dem letzten Flug nach Frankfurt waren wir damit zu dritt.


Resümee

Grün. Ja, grün ist wohl der prägendste Eindruck dieses Urlaubs. Wir waren alle positiv davon überrascht, wie grün die Anden sein können. Bis auf 4000 Meter wuchsen Bäume und bis 5000 Meter Gräser und Büsche.

Die Farben erschienen in den unterschiedlichsten Farben bei Sonne und bewölkten Himmel. Sonnencreme war immer Pflicht. Meine Brille, die sich aufgrund der UV-Strahlung tönt, war immer bis zum maximalen getönt. Wie wir lernten gibt es einen UV-Index von 0 bis 10 – ausgenommen Peru, dort geht der Index bis 15!

Geschmacklich befanden wir uns ebenfalls in einem besonderen Land. Traditionelle Küche, asiatische Einflüsse und Fusionsküche finden nicht nur ein nebeneinander, sondern auch ein miteinander. Ceviche, mit das typische Gericht ist super lecker. Meerschweinchen mit Kräuterfüllung ist genauso lecker und Fingerfood wie ich lernte. Avocado bester Qualität gab es zu jeder Gelegenheit. Und was selbstverständlich nicht fehlen darf sind die vielen verschiedenen Kartoffel- und Maissorten. 😀

Während des Trekkings wurden wir immer wieder aufs Neue überrascht, was uns der Koch alles kredenzte. Auch der Rest der Begleitmannschaft unterstützte uns bestens. Wir selbst waren doch Überrascht, als wir erfuhren, wie große die Begleitmannschaft inkl. Tieren ist – wir waren doch nur sechs Gäste.

Was noch lobend erwähnt sein sollte ist unser Guide – Matthias. Man merkte das er für das Land und die Kultur ist. Sein Studium der Kulturwissenschaften hat entsprechende gewirkt. Seine Hinweise und Vorträge waren immer informativ und in einer Art mitgeteilt, das das Zuhören Spaß machte.

Bis auf Macau Picchu, dem Regenbogenberg und den Salzfeldern waren wir oft alleine unterwegs. Während des Trekkings (bis auf den Regenbogenberg) sogar komplett ohne andere Gruppen zu sehen unterwegs. Von daher sind die drei Hot Spots mit ihren Menschenmassen ertragbar gewesen.


Dies und Das

Wasser

Vor dem Wasser aus der Wasserleitung wurden wir gewarnt. Um Wasser für die Tagestouren brauchten wir uns jedoch nicht kümmern. Es war im Bus (ein Sprinter) immer welches vorhanden. Sogar nach einer Tour konnten wir unsere Wasserflaschen auffüllen. Das war sehr angenehm, da nicht täglich neues Wasser gekauft werden musste. Je nach Tagesverfassung hatte ich dennoch zusätzlich Wasser gekauft, das sehr günstig war. 

Straßenstände

An vielen Straßenecken standen kleine Verkaufsstände. Morgens gab es dort das typische Frühstück aus Sandwich und Saft oder einem Brei aus verschiedenen Körnern ähnlich einem Porridge. 

Tagsüber und Abends gab es dort Getränke und allerlei Essenswaren.

Trekking

Morgens weckte uns ein Dienstmädchen mit einem leisen Gesang und anschließendem Klopfen sowie einem Bueños Dias.

Nur der Hauptraum wurde beheizt. Da wir die Lodges exklusiv hatten, konnten wir die Türen offen stehen lassen um ein wenig Wärme in die Zimmer zu bekommen. Abgesehen davon fand sich Abends immer eine Wärmflasche und ein Betthupferl im Bett.

Die Bäder waren sauber in den Lodges und Nachmittags gab es sogar richtig heißes Wasser zum Duschen. Nur aus der Dusche heraus, stand man im kühlen Bad mit einstelligen Temperaturen. Dusche mit Sauna in einem. 😅

Die Trekkingtour führte öfter durch Feuchtwiesen oder Moorlandschaften. Wasserdichte Stiefel waren daher sehr hilfreich. Oder man macht es wie die meisten aus der Begleitmannschaft und läuft in Sandalen. Da werden zwar die Füße nass, sie trocknen aber auch schnell wieder. Wir fanden es zumindest jedes mal wieder erstaunlich, das sie nur in Sandalen unterwegs waren.

Gemeinschaft

Wir erfuhren, das in Peru nach einigen Wirren wieder ein Zusammenleben wie in der Inkazeit besteht und gepflegt wird. Die Dorfgemeinschaft hilft einem, man hilft anderen und alle haben regelmäßig Dorfgemeinschaftstage an denen zusammen gebaut, erhalten usw. wird.

Unsere Trekkingtour ist ein Projekt zweier Dorfgemeinschaften und alle aus der Begleitmannschaft kamen aus diesen zwei Dörfern.

VW

Was auffiel, waren viele alte VW Käfer und VW Busse der ersten Generationen, die gefahren werden und manchmal auch Essensstände sind.


Streetart

In Lima, Cusco und einigen anderen Orten gab es tolle Streetart.


Verweise


#peru #lima #cusco #ollantaytambo #pisco #ceviche #cuy #meerschweinchen #avocado #cordilleravilcanota #vilcanota #machupicchu #rainbowmountain #regenbogenberg #lama #alpaka

Deutschland – Odenwald – September 2023

Das dritte Wochenende in 2023 in Folge, an dem es weggehen sollte. Nach Nordhessen und dem Spessart folgte der Odenwald. Aus einem Wanderführer waren schnell ein paar interessante Touren gefunden und zwei davon für das Wochenende eingeplant.

Die Wettervorhersage zeigte an, dass es sich um ein schönes Wochenende handeln wird. Sonne pur. Meteorologisch war es schon Herbst und somit mit kühleren Temperaturen am Abend und frühen Morgen zu rechnen, besonders kühl sollte es jedoch nicht werden.


08. September

Ein weiteres Wochenende und dieses Mal mit Begleitung. So hieß es morgens erst Melli abholen und dann die Fahrt in den Odenwald nach Neckargerach antreten. Bis Miltenberg war es derselbe Weg wie für die Tour nach Churfranken. Bei Miltenberg bogen wir ab, um über Armorbach unser Ziel zu erreichen. Leider war die Ortsdurchfahrt Armorbach wegen Bauarbeiten gesperrt und es musste eine Alternative gefunden werden. Hat es dann auch.

Zur Mittagszeit kamen wir am Campingplatz Odenwald River Camp an. Die Anmeldung war unkompliziert und wir machten uns auf, um die Zelte aufzubauen. Nach Rückfrage, konnten wir unsere Zelte an einer geschützten Stelle aufstellen. Es war keine Hauptsaison und das Betreiberpärchen war sehr entspannt und entgegenkommend dabei. Geschützt bezieht sich in diesem Fall auf die Lage zur nahen Landstraße, dem wirklich einzigen Nachteil am Campingplatz, der ansonsten sehr gepflegt war.

Wie nicht unüblich, bleibt gelegentlich etwas zu Hause. 😅 Dieses Mal war es die Gaskartusche. So sind wir mit einem Hinweis zu einem Bootshaus einige Orte weiter gefahren, das auch Campingzubehör verkauft. Die Gaskartuschen dort waren jedoch nicht die, die wir brauchten. Es fehlte das Schraubgewinde. Auf dem Rückweg hielten wir an einem Baumarkt und dieser hatte verschiedene Gaskartuschen. Um nicht suchen zu müssen, fragten wir einen Mitarbeiter, ob und wo die Gaskartuschen wären. Am Ende hatten wir die Unterstützung von drei Mitarbeitenden des Baumarktes und eine passende Gaakartusche. 😊

Nun waren wir mit Gas versorgt und konnten endlich unsere erste Tour für dieses Wochenende angehen. Vom Campingplatz aus liefen wir kurz an der Neckar entlang bis zu einer Unterführung, durch diese unter der Landstraße hindurch und danach durch Neckargerach bis zum Bahnhof, wo die Tourbeschreibung startet. 

Ein kleiner Weg zeigte uns den Weg durch den Ort, um auf eine breitere Schneise im Berghang zu gelangen. Ein Weg mit Aussicht, der uns bis zur Magarethenschlucht führte. Dort angekommen, waren wir schon einmal durchgeschwitzt. Die Schwüle und eine unnachgiebige Sonne auf dem Weg bis zur Schlucht zeigten ihre Wirkung.

So empfanden wir es als sehr angenehm in der Margarethenschlucht, in der wir vor der Sonne geschützt waren und es deutlich angenehmer, kühler war.

Die Margarethenschlucht sollte nur begangen werden, wenn man trittsicher ist und über eine entsprechende Kondition verfügt. Das mit der Kondition ist ernst zu nehmen, wenn auch nicht übertrieben. Es gab einen Felsabsatz, der mind. 60 cm hoch war und eine Stelle, an der es sehr eng an einem Felsüberhang vorbeiging. Die Tage zuvor waren sehr trocken und so war auch der Weg in der Schlucht trocken und gefahrloser. Leider war der Bach, der sich in mehreren Kaskaden durch die Schlucht nach unten bahnt, durch den fehlenden Regen nur noch ein Rinnsal. So wirklich Wasserfall war nicht.

Am oberen Ende der Magarethenschlucht machten wir auf einer Bank mit Tisch Pause und aßen die Brötchen und den Käse, die ich am frühen Morgen eingekauft hatte.

Der übliche Weg wäre nun in einem Bogen oberhalb des Berges zurück nach Neckargerach zu laufen. Wir jedoch folgten dem Weg in die entgegengesetzte Richtung. So kamen wir durch den Wald langsam herunter zum Fluss und dort beim Stauwehr Guttenbach heraus. Auf dem Stauwehr gibt es einen Fußweg, den wir nahmen, um auf die andere Flussseite zu gelangen.

Über eine Schleife kamen wir auf einen Forstweg oberhalb des Neckars und diesem folgend bis nach Guttenbach. An der Kirche vorbei erreichten wir die Brücke über den Neckar und waren auf der anderen Seite schon wieder an unserem Ausgangspunkt, dem Campingplatz.

So eine erste Tour verlangt nach Belohnung und die gab es in Form von Kaffee, Tee und zwei Stückchen vor den Zelten. 😀

Ein wenig relaxen, den alten VW Bus auf dem Campingplatz genauer unter die Lupe nehmen und schon war es Zeit für das Abendessen. Kritharaki mit Gemüse (Paprika und Zucchini) kochten wir uns.


Tour: ~10,5 Kilometer, ~800 Höhenmeter


09. September

Die Zelte und die Wiese waren nass. Die Decke vom Vortag war leider auch noch sehr feucht. So bereiteten wir unser Frühstück vor den Zelten zu und liefen mit diesem zu einem Unterstand mit einer Bücherwand. Auf der trockenen Bank, unter einem Dach, nahmen wir in Ruhe unser Frühstück zu uns.

Unsere Tour für diesen Tag ist eine Rundtour, die zwar in Zwingenberg startet, aber auch über Neckargerach führt. So sind wir wie am Tag zuvor unter einer Durchführung unter der Landstraße in den Ort gelangt. Direkt hinter dieser Unterführung war ein Supermarkt, der von uns gleich gestürmt wurde. Es fanden sich Brot, Käse und ein paar Knacker für eine, zwei Pausen.

Wieder durch Neckargerach, dieses Mal auf anderen Straßen, gelangten wir zu einem Waldwirtschaftsweg oberhalb des Neckars. In der Morgensonne ein schönes Lichtspiel mit den Sonnenflecken auf dem Waldboden. Ein paar Abbiegungen im Wald, an einer Lichtung und schon waren wir in Zwingenberg. Die Straße führte uns dort direkt zum Bahnhof und von dort kamen wir über eine schmalere Straße zur Burg Zwingenberg.

Das gute Wetter und die schöne Aussicht bewogen uns zu einer ersten Rast. Mangels Sitzmöglichkeit machten wir es uns dabei auf einer Mauer gemütlich.

Hinter der Burg Zwingenberg wurde es dann wieder richtig interessant. Die Wolfsschlucht lag vor uns. Im Wald und wildromantisch, mit einem kleinen Bach. 😀

Am Ende der Wolfsschlucht kamen wir in dem Weiler Oberdielbach-Post heraus. Der Ursprung des Weilers war eine alte Zollstation und ein moderneres Überbleibsel ist noch vorhanden.

Nun waren wir nicht mehr im Wald, sondern auf offener Fläche unterwegs. Die Sonne war zur Mittagszeit wieder deutlich zu spüren.

Am Wegesrand stehen viele Apfelbäume und unter einem Baum fanden wir eine Bank im Schatten. Super für eine Mittagspause. Wir packten Brot, Käse und Knacker aus, aßen und erfreuten uns an der Aussicht.

Bald waren wir wieder im Wald und auf Wirtschaftswegen unterwegs. Einige Kilometer wurden so zurückgelegt und gelegentlich kamen wir an alten Mühlen vorbei. Ein kürzerer Weg nach Neckargerach hätte es auch getan, dachten wir uns zwischenzeitlich. Den wirklich aufregendes bis Neckargerach gab es nicht mehr.

Zumindest ein Pfad als Verbindung zweier Wirtschaftsweg lockerte es kurzzeitig auf. In Neckargerach liefen wir über den Bahnhof wieder durch den Ort zu Unterführung. Dort fand sich dann kurz vorm Abschluss der Tour eine Überraschung. Eine Schlange auf einem Stein im Bach.

Am frühen Morgen entdeckte ich, dass die Campingplatzbetreiber an den Wochenenden hausgemachte Kuchen anbieten. Zwei Stück reservierte ich morgens und so beendeten wir unsere Tour, die drei Kilometer länger war, wie im Wanderführer beschrieben, mit Kaffee und Kuchen (Kirsch-Quark- und Karottenkuchen).

An diesem Tag sind wir zum Abendessen zum Landgasthaus Wiesengrund in Schwarzach gefahren. Einmal lokales Essen ist Pflicht auf Reisen!

U. a. am Campingplatz hingen Plakate aus, die auf eine Feier am Bootshaus des Kanuclubs hinwiesen. Wo aber ist das Bootshaus? Auf Nachfrage wurde auf das Zelt am gegenüberliegenden Ufer der Neckar verwiesen.

So sind wir nach unserem Abendessen zu Fuß über die Brücke zum Bootshaus gelaufen. Musik und Getränke sollte es geben. Ein Bierchen und etwas Musik zum Ausklang des Tages sollten doch gehen. 😀 Am Ende hatten wir einige nette Unterhaltungen und sogar eine Mitreisende meiner Madeira Reise trafen wir.

Einige Bierchen später liefen wir zurück und verkrochen uns um die Mitternachtszeit in unsere Zelte.

Tour: ~21,5 Kilometer, ~700 Höhenmeter


10. September

Wie am Tag zuvor bereiteten wir unser Frühstück vor den Zelten zu. Wir nahmen dann alles mit und frühstückten an einem der Tische vor der Rezeption. Es war witzig, während des Frühstücks zuzusehen, wie aus allen Richtungen Personen kamen für die Morgentoilette.

Die Feuchtigkeit machte sich bei dem Abbau der Zelte an diesen deutlich bemerkbar. Sie waren sehr nass. Zusammengefaltet und in den Kompressionssack gestopft war es für uns kein Problem den Rest trocken zu halten.

Wir hatten uns schon zuvor entschlossen, keine weitere Wanderung zu unternehmen, sondern eine Stadttour. Dazu fuhren wir in die nächste größere Stadt – Heidelberg.

Heidelberg am Morgen war nicht überfüllt und das sollte sich während des Tages nicht groß ändern. Für eine Stadttour toll, wenn man nicht durch Gassen geschoben wird.

Wir liefen durch die Innenstadt zum Stadttor und der alten Brücke. Ein paar Fotos und ab in das nächstgelegene Café.

Weiter ging es am Fluss, durch ein paar Gassen bis zur Universitätsbibliothek und weiter bis zur unteren Station der Bergbahn. Bergbahn fahren, wenn es auch eine Treppe zum Schloss hochgeht? Tja, nicht mit uns! Wir sind selbstverständlich die Treppe nach oben gelaufen. 😀

Die Treppe endet vor dem Zugang zum Schloss. Wir sind zuerst nach links, in einen Garten mit Blick über Heidelberg.

Im Schloss erworben wir Eintrittskarten, um in das Innere des Schlosses zu gelangen. Dort erkundeten wir viele Winkel und Wege. Wir sahen das große Fass und waren im Apothekenmuseum.

Das Schöne am Schloss ist, dass es sehr viele Möglichkeiten für eine Sicht auf die Stadt bietet. Der Park hinter dem Schloss hatte etwas Beruhigendes und über diesen kamen wir vorbei an den Hauptgebäuden zur Bergbahn. Ja, Bahn herunterfahren geht – schont die Gelenke. 😉

Soviel zu sehen, macht hungrig und da gibt es eine gute Lösung – Essen. In der Innenstadt fanden wir ein Lokal und konnten dabei dem Treiben in der Fußgängerzone zusehen.

Es war Zeit, aufzubrechen und die Fahrt nach Hause anzutreten. Am späteren Nachmittag waren wir Zuhause und konnten beide unsere nassen Zelte ausbreiten, damit diese trockneten.

Stadttour: ~7 Kilometer, ~200 Höhenmeter


Resümee

Wieder ein Wochenende, bei dem das Ziel schnell erreicht war und das uns mit zwei schönen Wanderungen vom Alltag abschalten ließ.

Einzig die Lage des Campingplatzes neben der Landstraße trübte ein ganz klein wenig die ansonsten gute Lage des gepflegten Campingplatzes. Das Fest des Kanuclubs war ein netter Abend. Ruhig Feste mitnehmen, wenn diese so einfach wie an diesem Wochenende erreichbar sind.

Die Innenstadt von Heidelberg ist eigentlich immer ziemlich voll. An unserem Sonntag war schon einiges los, jedoch bei weitem nicht so viel wie in der Hauptsaison. Damit ließ sich die Erkundung der Innenstadt und des Schlosses entspannt angehen.

Was uns in Heidelberg nicht auffiel, sondern mir erst bei der Nachbearbeitung der Bilder, war ein Akrobat in der Innenstadt auf einem Seil in luftiger Höhe.


#deutschland #badenwürttemberg #neckar #neckargerach #margarethenschlucht #wolfsschlucht #zwingenberg #heidelberg #guttenbach #canon #canonr #canonrf35 #35mm

Deutschland – Churfranken – September 2023

In einer großen deutschen Tageszeitung las ich einen Artikel zu einer interessanten Tour in der Rubrik Reise. Churfranken ist nicht weit entfernt und somit eine Variante für ein Wochenende. Eine zweite Tour fand ich in einem roten Wanderführer. 

Ursprünglich dachte ich mir, die Tour aus der Zeitung mit einer bei Miltenberg zu kombinieren und auf dem Campingplatz in Miltenberg zu übernachten. Ein Arbeitskollege erwähnte jedoch, dass derzeit der Michaelismesse in Miltenberg sei. Damit war Miltenberg keine Option mehr, da durch das Volksfest der Campingplatz und alles andere weit im Voraus ausgebucht ist.


2. September – Bürgstadt

Die Fahrt nach Bürgstadt am Vormittag war gemütlich, da nicht allzu viel auf der Straße los war. Bei der Fahrt durch Miltenberg war der Trubel um die Michaelismesse bereits am Vormittag zu sehen. Bürgstadt, das nahtlos an Miltenberg grenzt, war wesentlich ruhiger. Auf dem Parkplatz an der alten Tabakhalle war bei meiner Ankunft noch reichlich platz. 

Zu Hause war es bewölkt und nebelig, kaum 50 Kilometer südlich und es schien die Sonne am blauen Himmel. Ein paar letzte Nebelschwaden waren an Berghängen oberhalb Miltenbergs noch zu sehen. Die Wandertour führte mich allerdings zum Ortsende und dort in die Weinberge, fernab von Miltenberg. Ich folgte zuerst dem fränkischen Rotweinwanderweg durch die Weinberge. Schön gemacht, da Schilder auf die angebauten Rebsorten hinweisen und erklären.

Am Ende des Weinberges, dort wo der Wald beginnt, verließ ich den fränkischen Rotweinwanderweg und folgte dem nächsten Zeichen, dem fränkischen Marienweg, durch den Wald. Oft auf Waldwirtschaftswegen, genauso oft auch auf kleineren Wanderpfaden wie dem Höllgrabenweg.

Die feuchte, durch die Sonne erwärmte Luft zeigte in den Weinbergen ihre Wirkung und ich krempelte meine Hose bald nach oben. Im Wald war es kühler, dafür duftete es oft herrlich nach frischem Wald. 😊

Auf einer lichten Wegkreuzung stand wie für mich gemacht eine Bank mit Tisch. Wunderbar für eine Pause hatte ich doch morgens extra ein Brötchen und Käse eingepackt.

Nach der Pause führte die Route zu einem “Berggipfel” und noch zu einem teilweise rekonstruierten Ringwall.

Auf den Resten des Ringwalles, zumindest manchmal erkennbar, ging es weiter. Der Weg war mit Schildern und Skulpturen gespickt. Von diesem Weg führten gelegentlich kurze Abstecher zu Heunefässer (Steinsäulen) oder auch Rohlingen für Mühlsteine.

Am Ende der Tour, bevor ich Bürgstadt wieder erreichte, kam ich erneut durch das Weinanbaugebiet. dieses Mal von einer anderen Seite. Über ein paar Straßen im Ort erreichte ich die Tabakhalle, dem Ausgangspunkt meiner Wanderung.

In Bürgstadt suchte ich eine Bäckerei, um ein Stückchen für den Nachmittagskaffee zu kaufen. Fehlanzeige. Am Samstagnachmittag hatte der Bäcker bereits geschlossen. Nun, dann weiter nach Großheubach zum Campingplatz. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem anderen Bäcker vorbei und wurde fündig.

Der Campingplatz (Camping am Leinritt), direkt am Main war schnell gefunden, die Einfahrt dann nicht direkt möglich. Online war erstes Gebot. Es gibt zwar eine Rezeption, die Plätze sollten jedoch Online gebucht werden. Dies machte ich vor der Einfahrt und bestätigte auf der Webseite gleich noch mein ankommen. 

Die Plätze sind mit einem Pflasterstein, auf dem eine Nummer steht, markiert. War nicht so einfach den Platz an sich zu finden, da an der Stelle, an der ich den Platz buchte, waren keine Wege, die die Parzellen trennt. Erschwerend kam hinzu, dass die Pflastersteine in der großen, mit Bäumen besetzten Wiese schlecht zu sehen waren. Nach Nachfrage von dort schon campenden hab ich den Platz gefunden und konnte mein Zelt aufbauen. 

Flugs noch Wasser für den Kaffee geholt und auf einer Decke vor dem Zelt in der Sonne den Kaffee mit der Mohnschnecke zu mir genommen. Faulenz war dann angesagt. Schön warm, in der Sonne. 😀

Am späteren Nachmittag packte ich die Decke weg und machte mich auf zu den Duschen. 

Anschließend übertrug ich noch einen Teil des Textes vom vorigen Wochenende in das Sauerland in den Blog, bevor ich mich bereit machte zum Essen.

In Großheubach gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten und ich entschied mich für das Gasthaus zur Krone. Klingt gut bürgerlich und war es auch. Ohne Reservierung hatte ich Glück und noch einen Tisch bekommen, der kurz zuvor frei wurde. Das Essen ist wirklich sehr gut und das Gasthaus findet sich daher auch im Michelin Guide. Rehkeule mit Rotkraut und Spätzle. Ein Gedicht – das Fleisch war zart, das Gemüse bissfest und die Spätzle wie sie sein sollten. Der Rotwein dazu, aus den Weinberge um Großheubach passte bestens. Zum Nachtisch wählte die Dreierlei Sorbet auf frischen Früchten. 😊 Zum Personal sei gesagt, dass dies sehr freundlich und kompetent ist.

Zurück am Campingplatz übertrug ich noch den zweiten Teil des Textes in meinen Blog, bevor ich mich mit einem Krimi in das Zelt zurück zog.

Tour: 13,5 Kilometer, ~600 Höhenmeter 


3. September – Klingenberg

Selbst in der Nacht schlugen die Glocken der nicht weit entfernten Kirche regelmäßig. Und warum muss sonntags morgens um 6:00 Uhr zum Gebet geläutet werden? Die Kirchenaustritte nehmen seit Jahren zu und ist dies ein letzter, verzweifelter Versuch der Kirche auf sich aufmerksam zu machen?

Zumindest führte es dazu, dass ich wach wurde. Kurz raus auf die Toilette und wieder zurück in den Schlafsack. Es war noch sehr dunkel und äußerst nebelig. Zwei Stunden später stand ich dann wirklich auf.

Das Zelt baute ich nach dem Frühstück ab und fuhr über einen zweiten Weg vom Campinglatz. So musste ich nicht quer durch den Campingplatz fahren und war schneller an der nächsten Straße. Klingenberg, mein Ziel liegt nur zwei Orte weiter von Großheubach und war dementsprechend schnell erreicht. Ich entschied mich Svarta auf dem großen Parkplatz neben dem zentralen Kreisel der Stadt zu parken.

Die Wanderung führte erst durch die Altstadt von Klingenberg, die sonntags morgens noch im Dämmerschlaf war. Am Ende der Hauptstraße, bevor sie in die nächste Straße übergeht, lief ich in einen schmalen Durchgang. Ein paar Meter geradeaus, rechts, links und wieder rechts erreichte ich den Weg durch den Weinberg zur Ruine Clingenburg. Die Clingenburg thront über Klingenberg und so waren ab dem schmalen Durchgang reichlich Treppenstufen zurückzulegen.

Von der Ruine Clingenburg hatte ich einen guten Blick auf die Altstadt. In der Ruine finden regelmäßig Events wie Theateraufführungen oder Musicals statt. Daher standen an der Zufahrt auf der anderen Seite der Ruine einige Sanitärwagen und ein überdachter Zugangsbereich.

Die Wegbeschreibung zeigte jedoch auf einen anderen Weg, und zwar auf den Esskastanienlehrpfad. Noch bevor ich ihn erreichte, querte ein Eichhörnchen mit einer Nuss meinen Weg und verschwand im Wald. Dem Esskastanienweg folgte ich entsprechend der Routenbeschreibung zum Teil. Zum Teil war es wohl auch eine Art Abkürzung und wie die so sind am Berg, war auch diese ziemlich steil. Dafür gelangte ich relativ zügig nach oben. Ein weiterer Pfad, ziemlich eben, brachte mich zum Aussichtsturm am Wanderheim.

Der Aussichtsturm wird Nachmittags geschlossen und Morgens wieder geöffnet. Ich stand allerdings vor einer verschlossenen Tür. Hm. Ich entschloß mich in der Gaststätte des Wanderheimes nachzufragen und bekam direkt den Schlüssel. So konnte ich doch noch auf den Aussichtsturm für eine übersichtliche Aussicht an diesem Morgen.

Die weiteren Wege, fast komplett im Wald, wechselten zwischen Wirtschaftswegen und Pfaden. Manche Wirtschaftswege wurden allerdings selten genutzt und waren kaum zu erkennen. Viele Brombeersträucher und Brennnesseln versperrten manchmal den Weg. Durch die lange Hose bekam ich nur manchmal ein paar Nesseln ab. Es fördert die Durchblutung 😉 und das Gefühl ließ bald nach. Was immer wieder zu hören war, waren Spechte. Erblickt hatte ich im Wald jedoch keinen einzigen. Zu versteckt in den Bäumen waren diese unterwegs auf Nahrungssuche.

Rund 3,5 Kilometer lief ich durch den Wald, bis ich wieder auf Felder traf und dort auf die Paradeismühle. In dieser befindet sich ein Hotel und Restaurant und dahinter ein Rotwildgehege. Um die Paradeismühle kam ich auf einen dahinter entlangführenden Radweg, um später wieder in den Wald zurückzukehren.

Viele Kilometer später kam ich am alten Tonwerk, außerhalb von Klingenberg an. Von hier bis nach Klingenberg lief ich durch die Seltenbachschlucht. Eine Schlucht, in der es Feuersalamander geben soll. Soll, denn gesehen habe ich keine. Der Weg war auch ohne Feuersalamander ein schöner Abschluss der Wanderung, denn der Pfad durch die Schlucht endet an einer Straße, die in die Hauptverkehrsstraße von Klingenberg mündet.

Am Parkplatz angekommen, wechselte ich die Schuhe und begab mich ein paar Meter zurück. Am Rand des Parkplatzes liegt das alte Schloss mit seinem Schlossgarten. In diesem war an diesem Wochenende eine Häckewirtschaft. Ein Flammkuchen mit Birne, Hirtenkäse und Rosmarin war mein Mittagessen.

Wirklich schön gemacht im Schlossgarten. 👍

Einen Latte Macchiato vor der Heimfahrt gab es am Main Café. Das ist ein kleiner Wagen auf der Parkanlage zwischen Main und Straße am Kreisel. Mit dem Latte machte ich es mir auf einem Liegestuhl bequem und genoss die Sonne.

Tour: ~12 Kilometer, ~600 Höhenmeter 


Resümee

Nur zwei Tage und doch viel gesehen. Reichlich Nebel leitete die Tage ein und so wurde es an beiden Tagen zu schweißtreibenden Touren, infolgedessen die Sonne herauskam. Die längeren Abschnitte im Wald waren dadurch eine Wohltat.


Graffiti in einer Unterführung in Klingenberg:

Sehr schön gemacht. Der Boden und die Wände sind kunstvoll und farbenfroh gestaltet worden.



#deutschland #bayern #unterfranken #churfranken #bürgstadt #großheubach #klingenberg #canonr6 #canonrf35 #35mm #trailrunnermini #openstreetmap

Deutschland – Sauerland – August 2023

Reichlich plus auf meinem Zeitkonto hatte ich und eine Auszeit für ein verlängertes Wochenende wäre doch was. In einem Bericht hatte ich gelesen, dass bei Willingen eine neue Hängebrücke gebaut und diesen Sommer geöffnet werden sollte. Die zu diesem Zeitpunkt längste Fußgängerhängerbrücke der Welt. 

Na, das wäre doch ein Ziel für ein Wochenende und ein paar Wanderungen in der Gegend werden sich schon finden. Und so war es auch. 


25. August 

Viel zu packen war für das Wochenende nicht und die Campingsachen liegen eh immer bereit für einen Ausflug. Zuerst frühstückte ich gemütlich und am späteren Nachmittag machte ich mich auf die Reise nach Heringhausen an den Diemelsee

Ich kam genau in der Mittagspause des Campingplatzes an. Auf der Webseite steht nur, dass bei Reservierungen ab 14:00 Uhr der Platz zur Verfügung stehen wird. Wie die sonstigen Öffnungszeiten der Rezeption sind, war nicht zu erfahren. Nun, von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr ist Mittagspause und die Angabe „14:00 Uhr – nach Bedarf“ ließ mich nur einen Spaziergang am See machen, um die Zeit bis 14:00 Uhr zu überbrücken.

Ich bekam einen der wenigen noch grünen Plätze unter zwei Bäumen zugewiesen. Das Zelt wurde sofort aufgebaut, um die Regenpause zu nutzen. Hat fast geklappt. Ich war noch am Aufbauen, als es anfing zu regnen. Erst leicht und dann immer stärker werdend. Das Zelt mit Außenzelt stand und im Zelt konnte ich gemütlich die Tasche, geschützt, vorm Regen auspacken und das Zelt „einrichten“. 

So wirklich aufhören wollte der Regen nicht. Dennoch eine Runde um den See wagen? Ja! Es war nicht wirklich kalt und gegen den Regen gibt es einen Regenponcho. Also Rucksack gepackt, Poncho übergezogen und durch den Campingplatz zum See, auf die Runde um den See. Der leichte Regen, ohne Wind, war nicht weiter schlimm auf den ersten Kilometern.

Nach knapp einem Kilometer erreichte ich die Brücke über den See und kaum einen weiteren Kilometer später hörte der Regen fast ganz auf. Nur noch gelegentlich kurze Phasen ließen mich den Poncho weiter anlassen.

Der Weg am See entlang verläuft meist nur ein paar Meter über dem Wasserspiegel und ist befestigt. Insgesamt dennoch sehr abwechslungsreich, durch die unterschiedlichsten Umgebungen. Über eine Brücke, an Campingplätzen oder kleinen Siedlungen vorbei.

Ab Kotthausen, was von meinem Startpunkt der entfernteste Ort am See ist, war es wie erwähnt ein Weg am See. Ab Kotthausen ging es an einem Bauernhof vorbei nach oben. Von hier bis fast zur Staumauer, gut einem Drittel der Tour, führte mich der Weg oberhalb durch Wiesen und einem Wald mit Blick auf den See.

Nun kam auch die Sonne wieder heraus und es wurde merklich wärmer.

An der Staumauer gab es zwei Möglichkeiten auf die andere Seite zu gelangen. Die einfach wäre über die Staumauer, die andere, die ich wählte, war der Weg hinter der Staumauer herunter zum Wasserkraftwerk und auf der anderen Seite wieder rauf. Das Wasserkraftwerk ist schon etwas älter und lässt sich alleine betrachtet gar nicht mal als Kraftwerk identifizieren. Hübsch angelegt, mit einem Garten herum.

Nach weiteren knapp vier Kilometern kam ich wieder am Campingplatz an.

Der Weg am See bei Heringhausen ist mit einem schönen Pflaster gelegt und sehr beliebt. Ende August war dieser jedoch nicht allzu überbevölkert. 

Für den Abend war nochmals Regen angesagt und so entschloss ich mich in der Gaststätte Seeblick, die vor dem Campingplatz liegt zu Abend zu essen. Ohne Reservierung hatte ich Glück noch einen Platz an der Theke zu bekommen. Die Portionen sind hier, sind gut und reichlich.

Tour ~14 Kilometer 


26. August 

Wach wurde ich von alleine und wenn nicht, wäre dies durch die Kirchenglocken geschehen, die pünktlich um 7:00 Uhr vom Kirchturm nebenan zu hören waren. Leichter Wind mit gelegentlichen Böen und fast wolkenloser Himmel begrüßten der Morgen. Durch den Regen des Vortages war es nicht mehr ganz so warm und ich frühstückte daher im Zelt. Den Gaskocher in der Apside aufgestellt, Wasser für den Kaffee gekocht und danach mein Porridge zubereitet, war es ein angenehmer Morgen, zumal die Sonne direkt in das Zelt schien.

Meine Tour für diesen Tag war so geplant, dass ich über den Sky Walk bei Willingen kommen würde. Die Brücke ist normalerweise ab 9:00 Uhr geöffnet. Je nach Wetter kann dies aber auch abweichen. Ein Blick auf die Homepage zeigte, dass die Hängebrücke geschlossen ist. War wohl auf der Brücke zu windig. Vielleicht ändert sich das noch und wenn nicht, gibt es eine Alternative, um das Tal zu durchqueren, um die geplante Wanderung durchführen zu können.

Zuerst hieß es zu einem Wanderparkplatz nahe der Graf Stolberg Hütte zu fahren. Das war gar nicht so einfach. Im ersten Dorf nach Heringhausen kam ich an einem Bäcker vorbei, bei dem ich spontan ein Stückchen für eine Rast kaufte. Bis hier war noch alles ok. Die erste Abfahrt nach Titmaringhausen war gesperrt und so fuhr ich geradeaus weiter. Im nächsten Ort war die Abfahrt ebenfalls gesperrt. Erst im dritten Dorf gab es über eine Seitenstraße einen Weg nach Titmaringhausen. Einspurig, kurvig und ziemlich abgelegen. Eher das, was man als Promileweg bezeichnen würde. Zumindest war die Aussicht schön, den der Weg führt über einen Hügel mit Weitsicht. In Titmaringhausen ging es über ein paar Straßen wieder auf eine ebenso schmale Straße in einen Wald. Richtig hier? Wird schon! Nach einiger Zeit kam ich an einem Wanderparkplatz an, auf dem nur ein einziges Auto parkte. Da ist doch noch Platz für Svarta und schon parkte ich dort.

Über einen Verbindungspfad ging es einen Hügel hoch zur Graf Stolberg Hütte. Reichlich Tische und Stühle standen draußen und eine Tür war offen. Gut, eine Option für eine Einkehr nach der Wanderung wäre gegeben. 

Von hier lief ich auf Wirtschaftswegen durch den Wald und erreichte nach drei Kilometern den Sky Walk. Ein Blick auf die Brücke und ich erspähte schon ein paar Personen auf der Brücke – sie ist also offen.

Mit einer Frau kam ich ins Gespräch und sie bestätigte, dass die Hängebrücke an diesem Morgen erst um 9:20 Uhr geöffnet wurde. D. h. sie war gut 20 Minuten zuvor geöffnet worden und das erklärte auch, warum noch so wenige auf und an der Brücke zu sehen waren.

Über einen QR-Code am Zugang kam ich auf eine Webseite und über die erhielt ich mein Ticket. Das war der einfache Part. Dass der Strichcodeleser nicht direkt reagierte, der eher ärgerliche Part. Es dauerte ein paar Versuche, bis der Ton zur Erkennung ertönte.

Für die Überquerung konnte ich mir Zeit lassen, da, wie beschrieben, noch nicht viel los war. In der Mitte der Brücke war ich froh, noch meinen Windbreaker angehabt zu haben. Es war ziemlich windig und mit der übergezogenen Kapuze viel angenehmer.

Der Sky Walk wird vom Baustil mit der Geyerlay Brücke und der Highline 179 verglichen und das kann ich bestätigen, da ich auf diesen auch schon unterwegs war. Diese Hängebrücken bewegen sich ein ganz klein wenig und haben einen Gitterrostboden. In Nepal und Bhutan sind die Hängebrücken, über die ich lief, wesentlich flexibler; ergo bewegen sich deutlich mehr und sie haben einen Boden, der nicht zu durchblicken ist. Das hat praktische Gründe, da sonst die Lastentiere sich weigern würden über die Brücken zu laufen. Vom grundsätzlichen Stil sind sie sich dennoch ähnlich.

Zurück zu Deutschland und dem Sky Walk. Angekommen am anderen Ende der Hängebrücke befand ich mich neben der Skisprungschanze von Willingen, hier standen einige Tische und Bänke und ein Pärchen verkaufte Kaffee und Kuchen. Einen Kaffee kaufte ich mir und aß das Stückchen vom Bäcker etwas abseits, dennoch mit Blick auf den Sky Walk.

Nach der Pause folgte ein Anstieg auf einem Waldwirtschaftsweg und über diesen, mit einer kurzen Phase eines Wanderpfades gelangte ich zum Wasserbecken in der Nähe der oberen Gondelbahn von Willingen. Einmal drumherum und schon war ich am Hochheideturm des Wasserbeckens, dessen Aussichtsplattform ich bequem per Lift erreichte. Schon beim Umlaufen des Wasserbeckens ergaben sich tolle Weitsichten und noch ein Stück weiter dann von der Aussichtsplattform.

An der K1 Hütte neben der Ettelsberg Seilbahn war reichlich betrieb. Vor allem die Seilbahn mit den Sesselliften war bei den Mountainbikern sehr beliebt. Den Berg hoch hingen die Räder hinten an den Sesseln. 

Mein Weg führte mich an der K1 Hütte vorbei um den Ettelsberg. Anfangs durch Heide und danach auf Waldwirtschaftswegen zurück zur Graf Stolberg Hütte. Um den Ettelsberg hieß es jedoch aufpassen. Mit Schildern wurde deutlich auf die Querung der Downhill Strecken hingewiesen. 

Die ruhige und einsam liegende Graf Stolberg Hütte war, wie ich dort wieder ankam nicht mehr so einsam und ruhig. Reichlich wanderndes und Rad fahrendes Volk hatte sich eingefunden. So viele, dass ich im Außenbereich gar keinen Sitzplatz gefunden hatte und gerade so noch einen in der Hütte. 

Ein Snack zur späteren Mittagszeit sollte meine Wanderung an diesem Tag abschließen.

Der fast leere Wanderparkplatz war danach dann wie zu erwarten fast voll. 

Gerade als ich losfahren wollte, kam ein Krankenwagen mit Blaulicht auf dem Single Track entgegen. Ich hatte ihn schon so früh gesehen, dass ich die 50 Meter zurückfahren konnte, ohne dass der Krankenwagen seine Geschwindigkeit ändern musste. Danach war der Weg frei und die Straße führte mich bis nach Usseln, einem Ortsteil von Willingen. Die Hauptstraße erreicht ich an der Straßenkreuzung, an der das Milchmuseum zu finden ist.

Anstatt auf die Hauptstraße zu biegen, nahm ich den Weg auf den Parkplatz zum Café und Museum für einen Zwischenstopp. Das Museum ist ganz nett gemacht und zeigt die Verarbeitungsarten der Milch. Im Laden, der leider schon geschlossen hatte, gibt es reichlich Milchprodukte zu kaufen, soweit ich das durch die Glastür sehen konnte. Im Café, das Teil des Museums ist, gönnte ich mir einen Cappuccino bevor es danach zurück zum Campingplatz ging.

Nach einer erfrischenden Dusche unternahm ich einen Spaziergang am See und machte es mir für den restlichen Nachmittag mit einem Kaffee auf einer Decke vor dem Zelt gemütlich. Später folgte noch ein zweiter Kaffee, den ich mitnahm und auf der längsten Holzbank Hessens (34,5 Meter lang), am See zu mir nahm, während ich in meinem Krimi weiter laß.

Für das Abendessen kam der Campingkocher zum Einsatz: One Pot Thunfisch mit Nudeln.

Tour: ~12,8 Kilometer, ~400 Höhenmeter 


27. August 

Da es an diesem Morgen ebenfalls kühl war, hatte ich es mir zum Frühstück wieder im Zelt gemütlich gemacht. Wie immer stand am Abreisetag der Abbau des Zeltes an. Außen war es trocken, nur innen war das Außenzelt nass und der Boden Footprints. So packte ich das Zelt wie schon so oft in einen Kompressionssack. Dadurch bleibt alles andere trocken in der Tasche.

Kurz vor 9:00 Uhr war ich mit allem fertig und genau passend zur Öffnungszeit der Rezeption. Der Aufenthalt auf dem Campingplatz wollte noch bezahlt werden.

Svarta durfte ich auf einem Parkplatz auf dem Campingplatz stehen lassen und den Schlüssel für den Sanitärbereich konnte ich ebenfalls behalten und sollte ihn nach der Wanderung in den Briefkasten werfen. Sehr entgegenkommend. 👍

Vom Campingplatz lief ich über den Weg am See zur Hauptstraße, folgte dieser kurz und bog in der Kurve am Ortsanfang ab. Dort ist ein Wanderparkplatz und für mich war es der Einstieg in die Heringhausen Panoramatour. 

Irgendwie war es schon klar, dass Panorama mit Höhenmeter in Verbindung steht, und dass ein Pfad mit einem stärkeren Anstieg im Wald den Anfang machte, nicht verwunderlich. Hin und wieder zeigte sich sogar die Sonne am ansonsten wolkenbedeckten Himmel und zauberte Lichtflecken in den Wald.

Immer höher ging es im Wald. Der Route folgend nahm ich den Abstecher zu einem Aussichtspunkt und wurde an einer Hütte mit einem schönen Ausblick belohnt. Entgegen der Tour lief ich nicht wieder zurück, sondern folgte einem kleinen Pfad an der Kante des Hügels und entdeckte so zwei Bänke mit noch wesentlich besseren Ausblicken.

Über zwei Waldwirtschaftswege kam ich dann auf den eigentlichen Panoramaweg zurück und folgte diesem. Es gab noch zwei weitere Abstecher mit Ausblicken auf die Staumauer, die wohl eher in der Vergangenheit einen Ausblick gewährten. Mittlerweile sind diese Ausblicke so zugewachsen, dass der See zwar zu erkennen ist, aber nicht mehr so wie am ersten Aussichtspunkt.

Einige Kilometer später verließ der Weg den Wald und führte am Waldrand und durch Felder eine Schleife. An einem Abbiegepunkt am Waldrand steht eine Bank, die für mich der Punkt einer Rast war. Bis hierher hatte es immer wieder ganz kurz geregnet und danach nicht mehr.

Die weitere Schleife führte mich an einem Waldrand entlang, von dem aus Adorf zu sehen war. Weiter über Felder und dann wieder durch einen Wald kam ich oberhalb von Heringhausen heraus, mit einem letzten Blick von oben auf den Diemelsee.

Eine schöne, gute ausgeschilderte Tour ist der Panoramaweg und bietet mit Blick auf den Diemelsee und den Feldern im Hinterland viel Verschiedenes für das Auge. 

Am Campingplatz gab ich den Schlüssel zurück und lief wieder zur Hauptstraße. Nicht weit vom Campingplatz ist das Fach Werk, ein Café zu finden. Eine recht junge und sehr freundliche Gruppe betreibt das Café. Eine Waffel und ein Latte Macchiato waren mein Abschiedsessen von Heringhausen.

Tour:  ~13,8 Kilometer, ~450 Höhenmeter 


Resümee

Der Diemelsee war in zwei Stunden erreicht und die Region bietet einiges, nicht nur für ein Wochenende. Der Campingplatz liegt zwar an der Hauptstraße, besonders viel Verkehr herrschte zum Glück nicht. Daher war ich mit dem Campingplatz an sich für die Tage, die ich dort verbracht hatte, zufrieden.

Beim Sky Walk spekulierte ich auf das Ferienende und auf das angekündigte durchwachsene Wetter. Erst im Juli 2023 geöffnet zieht der Sky Walk bereits viele an und ist damit im Sommer hoch frequentiert gewesen. Meine Spekulation ging auf und es war sehr relaxt am und auf dem Sky Walk. 


#deutschland #hessen #heringhausen #diemelsee #skywalk #willingen #canonr6 #canonrf35 #35mm #trailrunnermini #openstreetmap

Deutschland – Schwarzwald – Juli/August 2023

The Georges Experience oder vielleicht doch eher The Weather Experience? Eine Woche vor meiner Reise in den Schwarzwald beendete der Sommer 2023 sein Dasein und es stellte sich eine regenreiche Periode ein. Wobei wirklich große Regenmengen waren es nicht, eher viele Schauer oder leichter Regen über den Tag verteilt. Das macht eine Planung natürlich etwas komplexer.

Was soll’s. Zelt und alles Weitere waren gepackt und auf ging es Ende Juli. Vorab hatte ich mir einen Campingplatz an einem See ausgesucht. Nur die letzten Beurteilungen gerade in Bezug auf die Sanitäranlage ließen mich die Wahl noch einmal überdenken. Gefunden hatte ich eine schöne Alternative. Kein See, dafür ein eigener Naturteich zum Baden, ein Hallenbad und vieles mehr – Camping Kreuzof.


30. Juli

Samstag oder Sonntag losfahren, das war die Frage. Das unbeständige Wetter ließ mich die Frage nur sehr kurzfristig beantworten. Der Samstag war mit durchgehendem Regen angekündigt, wohin der Sonntag und der Montag sehr freundlich vom Wetter her aussahen. Also am Samstag alles in Svarta verstaut und am Sonntag nach dem Frühstück losgefahren.

So früh los, um direkt eine Wanderung anzugehen, bevor es auf den Campingplatz geht. Für diesen Tag hatte ich mir den Genießerpfad 3-Schluchten-Tour vorgenommen. Über die Webseite des Hochschwarzwald-Tourismus bekam ich die GPX-Dateien für die Tour, um diese in meiner favorisierten App verwenden zu können. Sehr löblich, dies so zur Verfügung zu stellen.

Start- und Endpunkt der Wanderung war (ist) der Wanderparkplatz an der Drei-Schluchten-Halle in Bachheim, welcher einfach zu finden war. Von dort ging es bei sonnigem Wetter über einen Zugangsweg hinunter zur Wutachschlucht

Am Waldrand, der nach dem Wanderparkplatz in wenigen Minuten erreicht war, liegt ein Spielplatz mit Grillmöglichkeiten. Ein paar Bänke und Liegebänke luden ein, dort ein Weilchen zu verbringen. Beim Bäcker hatte ich mir morgens etwas für die Mittagszeit gekauft und nun mit Blick auf eine Lichtung zu mir genommen. 

Weiter auf dem Weg kam ich an einigen frisch gefällten Nadelbäumen vorbei. Durch die Nässe der letzten Tage und der wärmenden Sonne verströmten diese einen sehr angenehmen und intensiven Geruch. 😊 Je näher ich der Wutach kam, desto mehr wichen die Nadelbäume den Laubbäumen und die warme, feuchte Luft verlor an Schwüle je tiefer es ging. Aufpassen war auf dem Zugangsweg noch nicht sonderlich gefragt, auch wenn sich Rinnsale im Weg gebildet hatten.

In der Wutach- und später der Gauchachschlucht waren die Wege fast durchgehend trocken und nur hier und da waren Wasserlachen oder Schlammstellen, die ich umgehen oder überschreiten konnte. Die Wege waren schön verschlungen, immer in der Nähe des Flusses und öfter von Felswänden flankiert. So wie man sich ebene eine Schlucht mit Flusslauf vorstellt.

Diese Tour ist beliebt und dennoch machte es nicht den Eindruck eines Pilgerweges, auf den alle möchten. Vermutlich lag dies an den Regentagen zuvor, vermutlich auch an denen, die mit Turnschuhen unterwegs waren und merkten, dass dies nicht die beste Wahl war. Bevor es in die letzte der drei Schluchten, die Engeschlucht gehen sollte, kam ich an dem Gasthaus Burgmühle, an der Gauchach vorbei. Es war Nachmittag und das Gasthaus gut besucht. 

Von hier gibt es einen Schlechtwetterweg zurück zum Ausgangspunkt – natürlich nicht für mich. 😁 Die Turnschuhfraktion sollte diesen Weg definitiv gehen! Rund 900 Meter an der Gauchach weiter kommt der Abzweig zu Engeschlucht und ab hier änderte sich der Weg deutlich. War er vorher so, dass bequem zwei Personen nebeneinander gehen konnten, so war es nun nur noch ein Single Trail – und was für einer!

Sehr schön gewunden, mit stetigem auf und ab der Schlucht nach oben folgend. Die Engeschlucht hat sehr viele kleine Quellen und ist immer feucht und selbst im wärmsten Sommer mit matschigen Stellen gespickt. Nach Regentagen ist es eher ein Pfad mit trockenen Stellen gespickt. 😅 Aber dennoch war es sehr schön in dieser Schlucht.

Am Ende der Schlucht gelangte ich aus dem Wald auf einen Feldweg. Am Waldrand entlang und dann quer durch die Felder auf einem befestigten Weg zum Ausgangspunkt. Der geteerte Weg ist auch der Schlechtwetterweg und war mit deutlich mehr Leuten gefüllt. Auf den Feldwegen zuvor hatte ich versucht, meine Trailrunningschuhe so weit wie möglich vom Schlamm zu befreien.

Trocken, aber mit immer noch deutlich schlammigen Schuhen, kam ich am Wanderparkplatz an. 

Die Schuhe gewechselt und die letzten Kilometer für diesen Tag bis zum Campingplatz Kreuzhof zurückgelegt, war schnell getan. Da ich, wie oft nicht reserviert hatte, stand die Frage nach einem freien Platz an. Sieh Dir die Zeltwiese am Ende des Platzes an und entscheide dann, war die Aussage. Auf dem Rückweg von der Zeltwiese kam ich an zwei Campingfässern vorbei und daneben war eine leere Grasfläche. „Die Zeltwiese wäre ok, der Platz neben den Campingfässern würde mir auch genügen.“ war meine Antwort. Tja, dort durfte ich dann auch tatsächlich mein Zelt aufschlagen und hatte damit sehr kurze Wege zum Sanitärbereich, dem Hallenbad und dem Markt auf dem Campingplatz. 😊

Der Markt hat zwar sonntagnachmittags geschlossen, aber auf Nachfrage wurde kurz geöffnet. Zwei Bananen, um das Porridge zum Frühstück anzureichern und ein Landbier fürs Abendessen. Die Familie Rogg betreibt einen Campingplatz, aber auch eine alte Brauerei und ein Gasthaus. An beidem muss man vorbei, um auf den Campingplatz zu kommen.

Zum Abendessen vor dem Zelt gab es One Pot Thunfisch mit genannten (Bio) Landbier. 😀

Tour: ~11,5 Kilometer, ~600 Höhenmeter


31. Juli

Das Wetter ließ es zu, dass ich am Zelt frühstücken konnte und auch die ersten Sonnenstrahlen zeigten sich schon durch die Wolkendecke. 

Eine One-Way-Tour basierend auf drei Touren des Hochschwarzwald-Tourismus hatte ich mir zusammengestellt. Über die Rötenbachschlucht sollte es zur Wutachschlucht gehen und diese bis nach Bachheim, also dort wo ich am Tag zuvor in die Wutachschlucht eingestiegen bin. Zum Nachvollziehen ist die Grundlage der Genießerpfad Rötenbachschlucht und die Etappen 2 und 3 des Schluchtensteiges gewesen.

Ich fuhr daher wieder zur Drei-Schluchten-Halle nach Bachheim, wie am Tag zuvor. Am frühen Morgen war noch nichts los auf den Straßen und so machte bereits die Anfahrt mit ihren vielen Kurven Freude. 😀

Vom Wanderparkplatz lief ich zum Bahnhof, der gut ausgeschildert ist. Die S-Bahn fährt einmal die Stunde zwischen Bachheim und Rötenbach. Im Voraus musste ich mich nur über die Fahrtzeiten informieren. Mit im Preis des Campingplatzes war eine Schwarzwald-Gästekarte, mit der alle öffentlichen Verkehrsmittel der Region kostenfrei nutzbar sind. Sehr praktisch! 😊

Vom Bahnhof in Rötenbach ging es durch den Ort und eine geteerte Straße führte mich in den Wald, wo die Straße zu einem Waldwirtschaftsweg wurde. Den Einstieg in die Rötenbachschlucht macht ein Ameisenpfad (so nennt er sich tatsächlich). Von einer Schlucht ist anfangs noch nichts zu merken. Der Rötenbach schlängelt sich meist flach durch das Tal. Meist, da der Rötenbach immer wieder aufgestaut wird durch fleißige Biber. Gesehen habe ich keine, dafür aber genug angeknabberte Baumstämme und Dämme im Bach.

Ameisen und Ameisenhügel sah ich vom Ameisenweg ebenfalls einige. 

Und dann ging der Pfad in die Schlucht und wurde zu einer tollen Wanderung bis zur Mündung der Rötenbach in die Wutach. Ein Wanderpfad, gespickt um Unebenheiten wie Wurzeln und Steine. Es hieß somit darauf achten, wo der nächste Schritt zu setzten ist und immer nah am Rotenbach.

Kurz vor der Mündung in die Wutach hieß es auf den Weg durch die Wutachschlucht abzubiegen. Zuerst einen Hang hoch und dann auf einem Wirtschaftsweg entlang. Die Wutach sieht man auf diesem Abschnitt nur vereinzelt durch die Bäume, da der Weg nicht direkt neben der Wutach entlangführt. So ging es einige Zeit lang. An einem Staudamm vorbei, an einem Elektrizitätswerke vorbei bis zu einer größeren Brücke. Der Wanderweg, führte mich nicht über die Brücke, sondern weiterhin an der Wutach entlang und ab diesem Punkt wieder auf einem schmaleren Wanderweg. 

Der Weg schlängelte sich am Berghang hoch oberhalb der Wutach entlang. Hier und da war sie noch zu sehen oder zumindest zu hören. Ganz oben, kam es vor, dass der Weg sogar am Waldrand entlang führte. Je näher ich der Schattenmühle kam, desto breiter wurde der Weg. Es kamen mir nun auch mehr Personen entgegen. 

Für den Schluchtensteig ein schöner Weg und mir kamen an diesem Tag viele mit Trekkingrucksäcken entgegen. Vom Weg her könnte es jedoch auch ein x-beliebiger Weg an einem bewaldeten Berghang sein.

Die Schattenmühle ist ein beliebter Ausgangspunkt für Rundwanderungen und Ausflugsgasthaus. Schiefertafeln mit der Angabe frisch zubereiteter Kaiserschmarren lockten mich in das Gasthaus. Zumal, es war Mittag und ungefähr die Hälfte der Strecke lag bereits hinter mir.

Gestärkt ging ich eine Zusatzrunde durch die Lotenbachklamm und zurück über den Müllerweg an. Rund 3 Kilometer, die sich lohnten und ein ganz anderes Bild der Umgebung gaben.

Ab der Schattenmühle war ich wieder auf dem Wanderweg entlang der Wutach. Bis hierher war es ein trockener Weg. Bis hierher! Der Weg zwischen Schwattenmühle und der Wutachmühle (hinter Bachheim) ist der meist gegangene Weg an der Wutach und dementsprechend waren nun deutlich mehr auf dem Weg unterwegs. 

Der Wanderweg führt nach der Schattenmühle größtenteils in Nähe oder direkt an der Wutach entlang und es kam dadurch und durch die aufsteigenden Felsen, die durch die Bäume zu sehen waren, wieder ein Schluchtengefühl auf. 😀 Die schlammigen Abschnitte hielten sich zum Glück in Grenzen.  

Was auffällig war, waren die Pflanzen mit den sehr großen Blättern, die dominant vertreten waren. Pestwurz nennt sich die Pflanze. Mag zwar nicht immer so hübsch aussehen, ist jedoch für viele Tiere ein Zuhause (Vielfalt unter’m Blätterdach).

Der Dietfurter Wasserfall, fällt aus dem üblichen Erscheinungsbild von Wasserfällen heraus. Direkt am Wegesrand kommt der Wasserfall aus einem moosbewachsenen Felsen. Richtig toll, mit dem Lichtspiel am sonnigen Tag. Danach läuft das Wasser nur zum Teil in einem Rinnsal, das meiste Wasser sucht sich seinen Weg auf dem bergab führenden Weg. 

Zurück am Wanderparkplatz lag wieder der Weg zum Campingplatz vor mir. Die Dusche nach der langen Tour, vor dem Abendessen, tat gut. Apropos Abendessen: Es gab Kichererbsen mit Mais und Tomaten.

Tour: 27 Kilometer, ~1300 Höhenmeter


01. August

Das war’s dann wohl mit dem Frühstücken im Freien vor dem Zelt. Es regnete, seit ich wach wurde und so suchte ich mir einen überdachten Bereich, um dort zu frühstücken. Zuerst sah ich eine Bank vor dem Hallenbad, die noch trocken war. Während das Wasser für den Kaffee zu kochen begann, begann es auch dort zu regnen, da der Wind sich leicht drehte. Also doch in den überdachten Bereich vor dem Sanitärgebaude ein paar Meter weiter aufsuchen.

Da es nach dem Frühstück immer noch weiter regnete, zog ich mich in Svarta zurück und schrieb den Eintrag zum Campingplatz Kreuzhof.

Was noch unternehmen, wenn es regnet? Meine Suche war erfolgreich und so fuhr ich los. Während der Fahrt hörte es auf zu regnen und ich kam in Löffingen beim Kerzenatelier Laufer an ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich nass werden würde. Kerzen, alle selbst hergestellt sind schon was Feines, ich war jedoch wegen der Seifen dort, die ebenfalls selbst hergestellt werden. Mit einer Handvoll Seifen verließ ich einige Zeit später den Laden. 😊 Nur Barzahlung hatte zur Folge, dass ich anschließend lediglich noch zwei Euro an Bargeld hatte.

Weiter bin ich zu einem Wanderparkplatz am Titisee gefahren, der keine 15 Minuten später erreicht war. Alles gepackt und den Regenponcho übergezogen, lief ich los. Da nach ein paar Tropfen es nicht mehr regnete, verschwand der Poncho bald in den Rucksack. Mir war es mir dann doch zu warm mit dem Poncho.

Immer bergauf, auf Wirtschaftswegen zum Aussichtspunkt Hochfirst sollte es gehen. Ok, fast. Nur das letzte Stück zum Hochfirst und danach waren schmale Wanderpfade. An diesem Tag empfand ich das durchaus als Vorteil, da ich so keine Schlammschlacht schlagen musste. 

Nach einer Kreuzung im Wald kam ich an einem großen Wildhimbeerfeld vorbei. 😊
Auf dem Weg nach oben kreuzt dieser eine Start-/Landewiese, vermutlich für Gleitschirme u. ä. An diesem Tag war jedoch niemand dort. 

Oben angekommen, hatte ich eine gute Aussicht auf den Titisee. Jedoch war es viel zu windig für eine längere Rast dort. Lt. Wetterbericht bis Windstärke 5! Die Berghütte war übrigens auch keine Alternative, da sie genau an diesem Tag ihren Ruhetag hatte.

Der Weg zurück war ebenfalls manchmal mit Himbeersträuchern gespickt und dann kam auch noch die Sonne heraus. Leicht feuchte und doch warme Himbeeren frisch vom Strauch. 😊

Noch früh am Nachmittag war ich wieder am Wanderparkplatz. Warum nicht nach Titisee-Neustadt fahren und einen Kuchen essen? Nebenbei könnte ich dort eine Bank finden, um Bargeld abzuheben.

Das Café Vollmer ist zwar nicht direkt am Seeufer, hat jedoch eine gute Bewertung und ist oberhalb einer Bank. Zwei Fliegen mit einer Klappe. 😀 Oder auch nicht! Durch Randalierer ist das Abheben von Geld dort leider nicht mehr möglich. Zumindest ist der Parkplatz davor auch für das Café gedacht. Alternativ bietet sich ein Parkplatz am Ortsrand an. Im Ort sind Parkplätze eher eine Rarität.

Wie auch immer. Ich bin zuerst in das Café für einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Es fand sich sogar ein Platz im Freien, in der Sonne.

Später fand ich einen Bankautomaten in der Flaniermeile zur Seepromenade. Ganz nett die Promenade, aber mir irgendwie zu viel los gewesen.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz hörte ich im Ort meinen Namen. War wirklich ich gemein? Ja, war ich. Auf der anderen Straßenseite entdeckte ich eine Bekannte, die mit ihrer Familie auch im Schwarzwald im Urlaub war.

Zurück am Campingplatz machte ich mich schlau, ab wann im Gasthaus gegessen werden kann. Wie sich herausstellte gar nicht, da Ruhetag!

Für das Abendessen, Gemüse asiatische Art mit Couscous, benötigte ich noch Gemüse und fuhr daher in die Ortsmitte zum Einkaufen. Frisches Gemüse gab es im Markt auf dem Campingplatz nicht. Dafür aber Libella Limonade, die in der Brauerei abgefüllt wird und ein paar Bananen für die nächsten Tage.

Vom Einkauf zurück schnappte ich mir meine Badesachen und lief direkt zum Hallenbad, ein paar Bahnen ziehen.

Anschließendes Duschen und das Abendessen rundeten den Tag ab.

Tour: ~9,5 Kilometer, ~400 Höhenmeter


02. August

Wieder hatte es über Nacht geregnet. Diesmal hatte ich Glück mit dem Platz auf der Bank vor dem Hallenbad und blieb während des Frühstücks trocken.

Den Genießerpfad – Viadukt und Schluchtentour hatte ich entdeckt und dachte zuerst, diesen wie vorgeschlagen im Nachbarort zu beginnen. Über die Rezeption bekam ich den Hinweis auf den Bähnle Radweg, der hinter dem Campingplatz verläuft und darüber zur Tour gelangen könnte. Es galt wie am Vortag das Regenende abzuwarten und den Weg auf der Karte genauer zu betrachten. 

Als ich den Eindruck hatte, dass die Regenfront vorbeigezogen war, packte ich alles und lief los. Über einen Weg zwischen den hinteren Gebäuden kam ich zum Bähnle Radweg und über diesen zu einem Rastplatz. Genau an diesem Rastplatz verläuft nicht nur der Radweg, sondern auch der Wanderweg und dieser gleich in einem schmalen Pfad bergab, an einem Wasserfall, dem Roodbach-Waserfall entlang. 

Es wurde wärmer und die Sonne zeigte sich, mit dem Verziehen der Regenwolken. Die feuchte und warme Luft förderte wieder einen intensiven Nadelbaumgerucht. 😀 Es wurde sogar so warm, dass ich den Windbreaker, den ich anhatte, auszog. 

Über Felder und Wald kam ich zur Haslach und an dieser entlang durch die Haslachschlucht. Besonders auffällig war der Hölloch- und Rechenfelsen, durch den sich die Haslach zwängte und ich mich über den Felsen.

Der Wanderweg durch die Haslachschlucht endete am Zusammenfluß von Haslach und Gutach. Der Zusammenfluss ist einer der wenigen, wo der weitere Fluss einen neuen Namen bekommt. Ab diesem Punkt ist es die Wutach und somit war der weitere Weg an der Wutach, der durch die Wutachschlucht bis zur Mündung der Rötenbach in die Wutach.

An dieser Mündung war ich an meinen zweiten Tag im Schwarzwald bereits gewesen und da mir die Rötenbachschlucht so gefiel, legte ich spontan eine zusätzliche Schleife durch die Rötenbachschlucht ein. Dieses Mal bergauf. 

Es hatte die letzten zwei Nächte geregnet und so floss am großen Rötenbach-Wasserfall mehr Wasser wie beim letzten Mal. Weiter ging es bis ungefähr zur Mitte der Schlucht und von dort über einen Pfad zu einem Wirtschaftsweg, der mich über den Bergkamm in das nächste Tal führte. Am Kamm bot sich auf bereitgestellten Liegebänken eine Pause an. Der Blick in das bewaldete Tal vpn dort war recht weit.

Die Jacke hatte ich für die Pause wieder angezogen. Durch die Lage am Kamm und den freien Blick war der Wind dort sehr stürmisch.

Hinab in das Tal lief ich wieder auf einem schmalen Pfad und begegnete sogar anderen, die ich zuvor an der Wutach getroffen hatte. 

Weiter unten im Tal gelangte ich auf den ursprünglichen Genießerpfad zurück. Der Weg wurde breiter und lag ein paar Meter oberhalb der Bahnstrecke, sodass ich von der eingleisigen Bahnstrecke meist nur das obere Ende der Masten oder die Oberleitung sehen konnte. Auf diesem Abschnitt war dann auch ein Viadukt zu sehen, auf dem die Bahnstrecke verläuft.

Der Weg führte einige Kilometer später unter der Bahnstrecke hindurch und mich in das Gutachtal. Durch dieses hindurch und einem Wald gelangte ich an den Rand von Kappeln, wo der Genießerpfad eigentlich beginnt. Für mich hieß es nun den Weg weiter bis zum Kreuzen des Bähnle Radweges zu laufen.

Der Bähnle Radweg war anschließend mein Weg zurück zum Campingplatz. 

Wenige Minuten nachdem ich wieder am Campingplatz eingetroffen war, fing es an leicht zu regnen. Ich hatte damit die Regenpause ideal ausgenutzt. 😀

Auch an diesem Tag bin ich wieder in das Hallenbad. Es war deutlich weniger los und ein paar Bahnen zu schwimmen war so deutlich angenehmer.

Heute aber! Am Vormittag hatte ich über die Rezeption einen Tisch für Abends im Gasthaus reservieren lassen. Das war auch gut so, da sich das Gasthaus nach und nach füllte. Wie bereits erwähnt, gehört zu dem Gasthaus auch eine eigene Brauerei und so war das „Pro Bierle“ Pflicht. Vier verschiedene Biere aus eigener Produktion zum Testen – von rechts: Pils, Hefeweizen, Dunkel und Naturtrüb. Zum Essen bestellte ich mir das Stammtisch Pfännle mit Salat. Lecker und mehr wie ausreichend.

Während des Essens regnete es und als ich das Gasthaus verließ, hatte es schon wieder aufgehört. So entschloss ich mich noch zu einem kleinen Spaziergang.

Es war warm und ich bekam während des Spazierganges nur ein paar Tropfen ab. Es wurde jedoch langsam windiger. Am Campingplatz zog ich mich daher zum Lesen in Svarta zurück. Der Wind wurde stärker und in Böen noch stärker. Vorhergesagt wurden Windstärken von 4 bis 7. Die Bäume bogen sich bei Böen deutlich. Mein Zelt war davon relativ unbeeindruckt. Es stand so geschützt, dass selbst die Böen nur als leichter Windstoß ankamen.

Tour: ~19,5 Kilometer, ~1000 Höhenmeter


03. August

Über Nacht hat es heftig gestürmt, jedoch kaum geregnet. Das Zelt war morgen schön trocken und zum Glück war es windstill, von vereinzelten leichten Böen abgesehen. Der Zeltabbau war daher unproblematisch. 

Zum Schluss stand noch das Zahlen meines Aufenthaltes an.

Wenn im Gasthaus Gäste übernachten, gibt es auch für Camper die Möglichkeit dort zu Frühstücken. Nur waren keine Gäste dort über Nacht und ich fuhr daher in die Innenstadt von Lenzkirch zum Café Wiest zum Frühstücken.

Ein letzter, kurzer Spaziergang durch Lenzkirch folgte, bevor ich mich auf den Weg nach Hause machte.


Resümee

Obwohl die Wetterlage nicht unbedingt die Beste war, habe ich ein paar schöne Tage im Schwarzwald verbringen können. Die Wetterlage war vermutlich der Grund, weshalb gerade die Wutachschlucht nicht überfüllt war, ist sie doch ein beliebtes Ausflugsziel. 

In den Schluchten waren viele Vögel und Insekten wahr zu nehmen. Vor allem waren reichlich Schmetterlinge unterwegs und schwirrten um einen herum.

Der Campingplatz selbst war eine gute Wahl und die Möglichkeit nach einer Wandertour noch in das Naturfreibad oder das Hallenbad zu gehen sehr angenehm. 

Was mich überrascht hatte, war, dass verhältnismäßig viele mit Trekkingrucksack unterwegs waren. So wie es den Anschein hatte, einige mit vollem Gepäck inkl. Zelt, andere mit leichterem Gepäck und vermutlich festen Übernachtungen. Alle Achtung, wenn man die Gesamtdistanz und die einzelnen Etappen des Schluchtensteiges betrachtet.

Der Hochschwarzwald Tourismus bietet auf seiner Webseite viele Wandertouren an und die gelaufenen haben sich als schön erweisen. Da es noch ein paar reizvolle Tourenbeschreibungen gibt, werde ich sicherlich noch ein weiteres Mal den Schwarzwald besuchen.

Was auf alle Fälle wieder mitkommen wird, ist ein Buch. Der neuste Krimi mit Harry Hole hat mir die Abende kurz werden lassen.



#deutschland #badenwürttember #schwarzwald #wutach #gauchach #gautach #enge #rötenbach #schlucht #lenzkrich #titisee

Camping Kreuzhof

Deutschland – Baden-Württemberg- Schwarzwald – Lenzkirch
Camping Kreuzhof – http://www.camping-kreuzhof.de
Empfehlung – Ja
Juli/August 2023

#camping #deutschland #bw #schwarzwald


Ein paar Tage im Schwarzwald; natürlich mit Camping! 😀 Zuerst schaute ich mir die Campingplätze an den Seen Kirnbergsee, Titisee und Schluchsee virtuell an. Letztlich fiel meine Wahl auch aufgrund des Wetters auf einen Campingplatz abseits der Seen und das war kein Fehler.

Der Campingplatz Kreuzhof hat reichlich zu bieten. Neben dem üblichen wie Sanitärgebäude, Parzellen und Zeltwiese gibt es deutlich mehr. Zum einen wären da die zwei Campingfässer, zum anderen im Sanitärgebäude zwei Räume für’s Schlechtwetter mit Fernseher, Spielsachen für die Kleinen, einer Tischtennisplatte und einem Kicker.

Auf dem Campingplatz befindet sich schön gelegtes Naturfreibad mit großer Wiese, ein toller und gut besuchter Kinderspielplatz, sowie ein Hallenbad. Alles im Preis inbegriffen, wie auch erfreulicherweise die Duschen.

Ein Raum für Wellness ist ebenfalls vorhanden. Gebucht darf dies immer mind. einen Tag vorher. Wer Saunieren möchte, kommt genauso zu seinem vergnügen.

Der Markt auf dem Campingplatz ist gut sortiert und bei Bestellung gibt es am nächsten Morgen frische Brötchen. Selbstverständlich gibt es dort auch verschiedene, leckere Biere, denn die Betreiberfamilie ist gleichzeitig Eigentümer der Brauerei, über die man zum Campingplatz gelangt.

Vor der Brauerei und dahinter befinden sich zwei Restaurants. Es ist somit für alles gesorgt.

Bei der Anmeldung bekam ich eine Gästekarte, mit der der regionale öffentliche Verkehr kostenfrei genutzt werden kann.


Die Sanitäranlage

Im Erdgeschoss befinden sich die Toiletten und ein Raum zur Reinigung des Geschirrs. Im Keller erreicht man die Duschen und Waschbecken. Hiervon sind einige vor den Duschen und ein paar in kleinen abgetrennten Bereichen gegenüber den Duschen.

Die Räume waren jederzeit in einem sauberen Zustand-


Vor dem Eingang in den Sanitärbereich befindet sich ein überdachter Zugang mit einer Sitzmöglichkeit. Das ist leider auch der einzige Platz, an dem bei schlechtem Wetter die Möglichkeit der Essenszubereitung besteht. Aber immerhin.


Das sich hier die Betreiberfamilie selbst um alles kümmert merkt man schnell. Eine freundliche Begrüßung bei der Anmeldung, hilfreich, auch wenn der Markt eigentlich nicht geöffnet hat und überall blüht es. 👍

Vom Freibad (bis auf eines), dem Hallenschwimmbad und vom Kinderspielplatz gibt’s hier keine Bilder, da diese immer gut besucht waren.


MINI Mountain Days 2022—Part ONE

Juli 2022 – Österreich, Tirol, Sölden.

#MINI #MMD #MMD20 #TIROL #SÖLDEN #CARLINGER

Das MINI Mountain Days Wochenende stand bevor 😀 In diesem Jahr für mich im Juli und nicht wie in den Jahren zuvor im September. Vorab war mir schon von einigen anderen aus den letzten Jahren bekannt, dass sie auch wieder dabei sein werden.


Der Donnerstag

Die Anreise gestaltete sich wieder mit einer vorherigen Übernachtung. Ötztal Camping in Längenfeld war für 2022 meine Wahl und was für eine. Das Sanitärgebäude hatte noch ein paar alte Toiletten und Duschen, aber auch super moderne im ersten Stock.

Nach dem Aufbau meines Zeltes fuhr ich nach Sölden, das nur zwei Orte weiter ist und begrüßte die, die schon im Tyrolerhof waren.

Zur Abendessenszeit verabschiedeten wir uns und ich kehrte zurück. Mit meinem kleinen Campingkocher bereitete ich mir ein einfaches Abendessen zu.


Der Freitag

Frühstücken, alles abbauen und ab nach Sölden.

Im Tyrolerhof war das Einchecken schnell erledigt, da die Daten vom Vorjahr schon bekannt waren. Zur Mittagszeit gab es wieder Weißwürste und Brezen, wie im Jahr zuvor.

In der Willkommenstasche befand sich wieder ein T-Shirt (jedes Jahr eine andere Farbe), Mautkarten, Startnummer, usw. Die Startnummer wurde natürlich gleich aufgeklebt.

Im Laufe des Tages füllte sich der Parkplatz und die Terrasse, auf der sich alle immer wieder einfanden. In Grüppchen fuhren einige immer wieder auf kleine Runden los.

In diesem Jahr waren sogar mehrere aus dem Mini-F56-Forum dabei und so ergab es sich, dass sich eine kleine Engerlgruppe bei den MINI Mountain Days traf.

Am Abend erfolgte das übliche Ritual: Alles traf sich an der kleinen Bar und die Organisatoren begrüßten uns und teilten den Ablauf des Wochenendes mit. Danach begaben wir uns zum sehr üppigen Abendbuffet und einem Ausklang des Tages in der Grizzly-Bar.


Der Samstag

Rituale soll man pflegen. 😊 Frühstück, versammeln auf dem Parkplatz und los ging es wieder zur Mautstation Timmelsjoch, um sich hinter der Mautstation wieder zu sammeln.

In Gruppen fuhren wir dann die vorgegebene Strecke ab, die in diesem Jahr mit mehr Haltepunkte versehen war und so mehr für Gespräche und Treffen Zeit ließ.

Ja, wir waren nicht alleine auf der Straße und kreuzende Kühe waren geduldig abzuwarten. 😅

Wie geschrieben, war die Ausfahrt kürzer und so trafen wir uns auch früher wieder im Restaurant an der Mautstation. Neben einem leckeren Kaiserschmarren war genug Zeit, um durch das wiederaufgebaute Motorradmuseum zu schlendern und noch mit der Seilbahn hoch auf das Timmelsjoch selbst zu kommen.